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Freak - unknow Angel [BoyxBoy]

von nucahund
GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
18.06.2021
18.09.2021
47
73.497
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14.09.2021 1.639
 
Mit hastigen Schritten hechtete Ravy über den Schulhof. Im Laufen kontrollierte er noch einmal, ob er seinen Wagen auch wirklich hinter sich geschlossen hatte. Als dieser jedoch keinen Laut mehr von sich gab, als er auf den Knopf zum Schließen drückte, gab er ein mehr oder minder zufriedenes Nicken von sich und konzentrierte sich wieder auf seine Umgebung.

Der gesamte Schulhof war voll mit Schülern, Eltern und Lehrern. Sie alle tummelten sich um einen riesigen Reisebus, der mitten auf dem Gelände stand. Von oben sah man, wie sich Schüler der unteren Stufen an den Fenstern die Nase plattdrückten, während sie hier hinunter starrten.

Hin und wieder verschwanden einige, wobei andere wieder auftauchten. Höchstwahrscheinlich wurden sie ermahnt.

Es herrschte ein Trubel auf dem Schulhof den er vielleicht sogar als Chaos bezeichnet hätte. Während die einen ihre Koffer dem Busfahrer gaben, damit dieser sie in das Fahrzeug räumen und einsortieren konnte, unterhielten sich die anderen mit ihren Familien und auch einigen Lehrern.

Dem Schwarzhaarigen war es in diesem Wirrwarr völlig unmöglich seine Freunde zu finden, selbst wenn er dies unheimlich gerne getan hätte. Also beschloss er erst einmal ebenfalls seinen Koffer wegzubringen und einladen zu lassen, bevor er sich auf die Suche nach den anderen begab. Er ahnte nämlich, dass dies einige Zeit dauern würde und er hatte keine Lust Schuld daran zu tragen, dass sie zu spät losfuhren.

Er war erleichtert, dass er trotz all diesen Stress am Morgen noch geschafft hatte, pünktlich hier aufzukreuzen. Niemand schien in Aufbruchsstimmung und niemand schien vermisst worden zu sein.

Der Verkehr hatte ihm vor allem in den letzten Minuten in die Karten gespielt. Er war aus dem Stadtzentrum heraus in das nahe Viertel gebogen, in welchem seine Schule lag und war so gleich von bloß mittelmäßig befahrenen Straßen begrüßt worden. Etwas, was ihn gewundert, er aber definitiv begrüßt hatte.

Erst einige Minuten später war ihm aufgefallen, dass einer der Hauptwege, auf welchen die Straße geführt hatte, gesperrt worden war und die Umleitung ganz woanders hergeführt hatte. Augenblicklich war er erleichtert gewesen, dass er bereits früher hatte abbiegen müssen, um zu seiner Schule zu gelangen.

Seinen Wagen hatte er achtlos auf irgendeinen der freien Parkplätze des schuleigenen Parkplatzes gestellt. In diesem Augenblick war es ihm mehr als bloß gleichgültig, was sie mit seinem Wagen taten, wenn sie bemerkten, dass er am Wochenende nicht weggefahren wurde. Ob sie ihn nun abschleppten, ihm ein Bußgeld ausstellten oder er dafür von seinem Direktor persönlich gescholten wurde, alles erschien ihm besser als diese Stufenfahrt zu verpassen.

Er fühlte sich nämlich, als ob er diese wahrhaftig gebrauchen konnte. Die Zeit mit seinen Freunden, in welcher er sich bloß auf die und wenige andere Mitschüler konzentrieren musste. Er wurde von seinem ermüdenden und belastenden Alltag befreit, musste sich vielleicht bei all dem Programm, welches höchstwahrscheinlich Anstand nicht mehr mit seinen Gedanken herumschlagen, oder nicht so sehr, wie es nun der Fall war und er musste nicht mit einem ganz bestimmten jungen Mann mehrere Stunden in der Woche in einem Raum hocken.

Auf der Fahrt würde er ihm nämlich höchstwahrscheinlich einfach aus dem Weg gehen können. Und dies war durchaus etwas, was sein Herz viel, viel leichter und aufgeregter werden ließ. Alles andere, was diese Fahrt wohl mit sich brachte oder welche Bedeutung sie hatte... War ihm relativ gleichgültig.

Mit einem verhaltenen Gesichtsausdruck auf dem Zügen, drückte er einem der Busfahrer seinen Koffer in die Hand und drehte sich um, noch bevor er dessen Gesichtsausdruck überhaupt sehen konnte.

Augenblicklich hielt er Ausschau nach seinem Freunden, was tatsächlich nicht so einfach war. Er hatte das bereits erwartet.

Um sich einen besseren Überblick über das Gelände zu verschaffen, beschloss er sich erst einmal aus diesem Kern des Chaos herauszubewegen und an den Rand zu stellen. Er ahnte, dass seine Freunde dasselbe gemacht hatten. Er kannte sie. Und so waren sie Nun einmal.

Dieses Mal achtete er tatsächlich halbwegs darauf niemanden unabsichtlich anzurempeln, während er sich mit unauffälligen Tritten und Ellbogenstößen durch das Getümmel bewegten. Von hier und dort erklangen empörte Laute, auf welche er aber nicht achtete und die dementsprechend auch schnell wieder vergingen. Bloß musste er darauf achten keinen seiner Lehrer anzustoßen, doch dies sollte er noch hinbekommen.

Er machte sich so groß wie möglich, um über die meisten Köpfe hinweg zu sehen und vielleicht jene seiner Freunde zu entdecken, Doch den einzigen, welche seine Augen beinahe automatisch ausmachen konnten, war ein dunkler Schopf, dessen braune Augen merkwürdigerweise genau auf ihn gerichtet waren.

Dem schenkte der Schwarzhaarige jedoch keine Aufmerksamkeit. Fluchte eher darüber, dass sein Blick nahezu von jenen Augen des anderen angezogen worden war, ohne dass er die Möglichkeit gehabt hatte auch nur irgendetwas dagegen zu tun.

Er konnte das nicht leiden. weder Jason selbst noch die Wirkung, welche dieser auf ihn hatte, scheinbar ohne dass der mysteriöse junge Mann dies überhaupt geplant hatte.

Er vertrieb diese Gedanken so schnell wie möglich wieder, hatte keine Lust darüber nachzudenken.

Erschrocken fuhr er zusammen, als er urplötzlich spürte wie seine Schultern wie aus dem Nichts heruntergedrückt wurden.

Augenblicklich fuhr er herum, bloß, um in das begeisterte Gesicht Darrens zu blicken, der ihn gleich an der Hand packte und mitten durch die verschiedensten Grüppchen an Menschen an den gänzlich anderen Rand des Schulhofs zog. Anscheinend hatten auch die anderen nach ihm Ausschau gehalten.

Er war froh, dass sie an ihn gedacht und auch tatsächlich gefunden hatten. War sich nämlich ganz und gar nicht sicher ,ob er selbst nicht irgendwann in diesem ganzen Chaos die Nerven verloren hätte. Vielleicht sogar, wenn sein Blick noch ein einziges, weiteres Mal jenen Jasons gestreift hätte. So sehr er das auch zu ignorieren versuchte, war das mehr als bloß einmal geschehen.

Mehr stolpernd, als wirklich gehend und laufend kam Ravy hinter Darren bei seinen Freunden zum Stehen. Diese unterhielten sich angeregt. Hatten ihre Koffer augenscheinlich bereits vor einer geraumen Zeit abgegeben und bloß noch auf ihn gewartet. Ein klein wenig Verlegen sah der Schwarzhaarige also dementsprechend auch in die Runde. Dieses Verhalten war wirklich typisch für ihn und konnte, zumindest gefühlt, auch wirklich nur ihm passieren.

,,Leute! Seht Mal wen ich gefunden habe!", rief Darren erfreut noch bevor die anderen ganz von allein auf die beiden Aufmerksam wurden.

Sogleich verstummten die Gespräche und jegliche Augen richteten sich auf den Schwarzhaarigen. Dieser kratzte sich mehr unbeholfen als glücklich am Hinterkopf. Dies schien aber trotzdem kaum jemanden zu stören. Auf den Gesichtern der anderen bildete sich nach und nach ein Lächeln.

,,Da bist du ja! Wir dachten schon du tauchst gar nicht mehr auf!", feixte Collin und boxte ihm freundschaftlich gegen die Schulter.

Der Braunhaarige war zugegeben ziemlich froh und erleichtert endlich einmal raus und vor allem vielleicht auch einmal auf andere Gedanken zu kommen. Und das sah man ihm auch regelrecht an.

Verhalten begannen auch Ravys Lippen sich zu einem lächelnden Ausdruck zu verziehen. Tief atmete er durch und genoss einen Augenblick lang den Moment. Er war so im Stress gewesen, dass er dafür noch gar keine Zeit gehabt hatte. Regelrecht keine Möglichkeit gehabt hatte, den Moment zu genießen, in welchem er sich befand. Er musste dies definitiv nachholen.

,,Ach das...", erwiderte er pflichtschuldig, wenn auch ein wenig Verlegen.

Er wusste nicht so recht, was er sagen sollte. Immerhin wäre jegliche Ausrede umsonst gewesen. Weil sie eben nicht wahr gewesen wäre, vor allem aber, weil seine Freunde ihn so gut kannten, dass sie genau wussten, was Phase war. Dies erkannte er einmal mehr, als nun Adrian das Wort ergriff.

,,Lass mich raten..." Gespielt nachdenklich musterte der Dunkelhaarige ihn. Taxierte ihn einmal von oben bis unten, ganz so, als ob er wirklich würde abschätzen und nachdenken müssen. ,,Ich wette du hast verschlafen!", kicherte der Jugendliche schließlich und die anderen stiegen mit ein.

,,Und dabei hattest du uns Samstag noch erzählt du hättest einen Plan, wie du auf keinen Fall zu spät da bist und alles definitiv geregelt bekommst!", ärgerte Tristan ihn weiter. Keiner von ihnen schien dabei aufhören zu wollen zu lachen.

Bloß der Weißhaarige unter ihnen schien nicht so wirklich bei der Sache. Xavier sah die gesamte Zeit über von ihnen Weg in die Menge. Ganz so, als ob er irgendetwas oder mehr irgendjemanden, zu suchen versuchte. Doch Ravy wurde nicht schlau daraus. Was suchte er, wenn sie doch alle hier waren und niemand aus ihrer Clique fehlte?

,,Xavier? Alles gut?", hakte er also bei dem einige Zentimeter größeren nach.

Dessen stechender Blick richtete sich augenblicklich auf ihn und ließ ihn beinahe schon bereuen, dass er dessen Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Doch anstatt nachzugeben, reckte er bloß das Kinn und streckte seinen Rücken noch weiter durch.

Stumm sahen sie einander kratzig in die Augen. Es war eine stumme Provokation, welche auch die anderen nach und nach zum Verstummen brachten, je eher wir verstanden, was eigentlich los war. Ravy verstand es nicht... Früher waren die internen Auseinandersetzungen niemals so schlimm gewesen...

War es, weil sie alle sich in diesen Wochen veränderten? Weil in ihrer aller Leben sich etwas änderte, bloß niemand von ihnen offen darüber sprach? Lag es daran oder... War es etwas anderes?

Der Schwarzhaarige dachte nicht weiter darüber nach. Hatte gelernt Fragen und Geheimnisse zu hassen, auf welche man ihm keine Antwort gab.

,,Nein alles gut. Ich habe nur Blondie gesucht. Vielleicht können wir ihn noch einmal vor der Abfahrt-"

,,Nein", unterbrach ihn Collin kühl und entschieden. Aus dessen Blick sprach eine Härte, die Ravy noch nie bei diesem gesehen hatte.

,,Wie: Nein?", wollte Xavier provokant wissen.

,,Nein. Du wirst ihn heute nicht anrühren."

,,Ach, und das willst du Schwuchtel-Schützer mir verbieten, oder was?"

Ein Stich durchfuhr Ravy. Das Lächeln war jedem von ihnen wie aus dem Gesicht geschlagen.

,,Nein, aber-", setzte Collin zu einer Erwiderung an.

,,Ey Jungs. Es reicht", bestimmte Adrian entschieden. Mit einem Mal war jeder von ihnen ruhig.
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