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Freak - unknow Angel [BoyxBoy]

von nucahund
GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
18.06.2021
13.11.2021
70
111.762
2
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28.07.2021 1.520
 
Als Ravy am nächsten Morgen, erneut zu Fuß, auf dem Weg zur Schule war, war er genervt. Und zwar so richtig. Immer wieder grummelte er vor sich hin, fluchte und wünschte sich diesen verdammten Jason auf den Mond.

Niemals wieder wollte er diesen sehen. Und am liebsten auch keinen weiteren Kontakt zu diesem haben.

Es war eine regelrechte Schande, dass er dazu gezwungen war, sich weiter mit diesem zu unterhalten. Immerhin hatte er die Antworten noch nicht. Und so, wie der Dunkelhaarige am Vorabend geklungen hatte, wollte dieser ihm diese Dinge auch nicht einfach so geben.

Nicht, dass Ravy das nach all der Schose, die dieser Freak bereits gebracht hatte, überhaupt erwartet hätte. Diese Hoffnungen machte er sich nicht mehr.

Nachdem Jason ihn am Abend gegen seinen Willen zu seinem Wohnblock einige Stadtviertel entfernt gebracht hatte, war glücklicherweise nicht mehr allzu viel geschehen. Großartig unterhalten hatte sie sich nicht mehr. Bloß einige Worte gewechselt.

Ravy ahnte, dass dies auch gut zu gewesen war. Sonst wäre es wohl einmal mehr in einer verbalen Auseinandersetzung ausgeartet.

An diesem Morgen war er müde. Sein Kopf schmerzte und pochte. Er hatte auch noch eine gute halbe Stunde verschlafen und zu allem Übel war dazu sein Wagen nicht angesprungen. Das bedeutete, dass er nun beinahe rennen musste, um noch irgendwie pünktlich zu kommen.

Gerne hätte er gesagt, dass dieser Morgen bereits ankündigte, dass es nicht sein Tag werden würde, doch wenn er beachtete, dass die gesamten letzten Tage nicht seine gewesen waren, machte er sich gar nicht mehr die Mühe sich dies auch noch vor Augen zu halten. Es hätte ihn doch bloß noch mehr verstimmt, als es ohnehin bereits der Fall gewesen war. Und darauf konnte er mit dem Gedanken an seine Mitmenschen sehr gut verzichten. Immerhin wollte er nicht noch unausstehlicher werden.

Das einzige Gute, was ihm heute Morgen wohl aufgefallen war, war, dass die Wunden an seinem Hals bereits deutlich besser aussahen. Also hatte er die Hoffnung auf gute Zeichen noch nicht verloren. Zumindest nicht gänzlich.

In diesem Augenblick entdeckte er das Tor seiner Schule und stieß erleichtert seinen Atem aus. Kleine, weiße Wölkchen kräuselten sich vor seinem Gesicht.

In seiner Eile hatte er zuerst vergessen seinen Wintermantel zu schließen, was sich nun darin rächte, dass er bis zu den Knochen durchgefroren war und zitterte.

Ein klein wenig freute er sich deshalb vielleicht sogar auf die Schule. Jedoch nicht auf den Unterricht, sondern eher das warme Gebäude, welches ihn schon von weitem mit offenen Armen zu empfangen schien.

Zu seiner Erleichterung standen dort noch so einige Schüler auf dem Schulhof. Er war also nicht allzu spät dran. was bedeutete, dass er noch nicht allzu spät dran war.

Selbst seine Freunde konnte er in dem Getümmel noch ausmachen. Sie kamen gerade hinter der Schule hervor. Tristan machte ein unwillig es Gesicht. Die anderen lachten.

Er ahnte, dass sie einmal mehr jemanden fernab von den Blicken allen anderer verprügelt hatten. Und wenn er ehrlich war, dann war er nicht wirklich scharf darauf zu erfahren, um wen es sich denn dieses Mal gehandelt hatte.

Es lag an ihm, das wusste er, dass er nicht mehr in diesen Freundeskreis passte. Nicht mehr so, wie er es einmal damals getan hatte.

Früher war es ihm nämlich deutlich leichter gefallen, dies alles zu ignorieren und zu verdrängen. Doch mit den Jahren hatte die Schuld umso schrecklicher und verheerender zurückgeschlagen. Er konnte es nicht mehr aushalten. Es nicht mehr mit ansehen. Nicht mehr dabei und gleichzeitig mit seinem Gewissen im Reinen sein.

Seine Schritte verschnellerten sich, je näher er dem großen eisernen Tor seiner Schule kam. Seine Hände hatte er wie immer in den Taschen seines Mantels vergraben. Seine Nase war unter den Schal gerutscht, den er sich um den Hals geschlungen hatte.

Der Schnee überall um ihn herum war matschig, grau und platt getreten. Die Autos hatten auch auf den Straßen ganze Arbeit geleistet. Eigentlich mochte Ravy den Schnee, doch wenn es kaum einen Tag nach dem Schneefall so aussah... Konnte er gut darauf verzichten.

Hektisch kniff er die Augen zusammen, als die Kälte begann in diesen zu brennen. Er konnte nur hoffen, dass er an diesem Tag niemandem begegnen würde der ihn emotional noch weiter aufwühlte. Auf gar keinen Fall wollte er Jason begegnen. Nicht nach diesem letzten Abend.

Hastig schüttelte er seinen Kopf. Seine schwarzen Strähnen hüpften auf seinem Kopf hin und her, bevor sie ihm in die Stirn fielen. Erneut schüttelte er den Kopf, um die schwarzen Spitze aus seinen Augen zu bekommen.

Während er dies tat, drosselte er sein Tempo und trat er nun gemächlichen Schrittes auf den Schulhof. Er wollte sich zwar beeilen endlich zu seinen Freunden zu kommen, doch auch nicht wie ein Idiot durch die Gegend rennen.

Die Peinlichkeit und Demütigung, welche er am letzten Abend erfahren hatte, genügte ihm noch für eine ganze Zeit, als dass er so etwas in der Art auch noch provozieren wollte.

Die Blicke, welche er auf sich zog, kaum dass er das Schulgelände betreten hatte, ignorierte er aus grausamer Gewohnheit heraus bereits beinahe von allein.

Schon lange redeten die Leute über ihn. Vor allem, weil er ein Mitglied jener gefürchteten Clique an ihrer Schule war, welche all jene verprügelten, die ihnen nicht in den Kram passten. Die Ereignisse der letzten Tage, welche diese Gespräche über ihn bloß noch ankurbelten und lebhafter machten, schienen da bloß dazu zu kommen.

Auch diese ignorierte er. Fixierte mit seinem Blick bloß die lachenden, feixenden Gesichter seiner Freunde. Sie schienen den Moment zu genießen. Nun war jeder von ihnen entspannt.

Den Grund dafür wollte er nicht sehen. Wollte er sich nicht vor Augen führen. Denn es war vorbei, er hatte es nicht gesehen, er hatte es doch noch nicht einmal mitbekommen.

Nur allzu gut war ihm bewusst, dass dies keine allzu gute Ausrede war, doch es war ihm gleich. Ihm war bewusst, dass er nicht ewig würde alles ignorieren können. Doch auch dies war ihm gleich. Solange dies funktionierte, wollte er es nutzen.

So eine lange Zeit war ihm dies nun bereits gelungen, wieso dann nicht noch ein klein wenig länger?

Es war ein schlechter Versuch sein Gewissen und seine Gedanken zu beruhigen und so weit im Zaum zu halten, dass sie ihn nicht schlecht fühlten, ließen. Doch selbst die miesesten Versuche, schienen an diesem Tag ordentlich Früchte zu tragen. Und darum war er unglaublich dankbar.

So sehr wie er seine Freunde von weitem entdeckt hatte, erkannten diese ihn nun ebenfalls. Er musste sich darum bemühen einigen Schülern auf seinem Weg auszuweichen, die ihm keinen Platz machten. Noch immer ignorierte er jedes Wort, jede Geste, jeden Blick. Er lenkte seine Konzentration darauf den anderen von weitem zuzunicken.

Einige erwiderten diese Geste. Besonders Tristan und Adrian taten dies. Auch Collin und Darren. Bloß Xavier ließ sich mit seiner grimmigen Miene wohl nicht davon überzeugen, jemandem mit einer solch simplen Nettigkeit zu begegnen.

Doch anders kannte man es gar nicht von dem Weißhaarigen. Bloß ein Grund, weshalb Ravy dies einfach ignorierte, während er sich zu den anderen stellte und beinahe augenblicklich in deren ausgelassenes Gespräch mit eingebunden zu werden schien.

Kaum war dies geschehen, war deutlich zu spüren, wie die meisten wieder ihre Blicke von dem Schwarzhaarigen nahm. Es geschah nichts. Seine Freunde reagierten nicht anders, als sie es sonst immer getan hatten. Die meisten langweilte dies. Es war nicht interessant genug. Nicht dramatisch genug.

Doch Ravy selbst sah gar keinen Grund, weshalb seine Freunde überhaupt wütend auf ihn hätten sein sollen. Sah keinen Anlass, weshalb alle um ihn herum überhaupt so dachten.

Eigentlich war es schon viel zu lange her, dass es noch einmal wirklich Streit in ihrer Gruppe gegeben hatte. Die einen waren laut, beherrschend oder bestimmt, während die anderen mitzogen, leiser waren.

Sie alle hatten von Grund auf verschiedene Charaktere und Persönlichkeiten, doch bereits vor einer langen Zeit war es ihnen gelungen ein Gleichgewicht zu finden. Eine Balance, welche sie alle friedlich miteinander vereinbarte. Welche ihr Versprechen des Friedens auch tatsächlich hielt. Bereits seit einigen Jahren.

Der Schwarzhaarige stand noch nicht allzu lange bei seinen Freunden, da klingelte es. Die Schüler wurden aufgefordert das Schulgebäude zu betreten und sich ihren Weg in ihre Kursräume zu suchen.

Auch die kleine Gruppe Jungen machte sich fröhlich zwitschernd auf den Weg in Richtung jenes Eingangs, vor dem sich nun die gesamte Schülerschaft tummelte. Zwar war es noch nie vorgekommen, dass irgendjemand aufgrund der Menschentraube vor dem einzigen großen Eingang ihrer Schule zu spät gekommen war, doch...

Sich dies vorgestellt, hatte ein jeder schon einmal. Und wenn es in der Unterstufe gewesen war, als sie diese das erste Mal gesehen hatten.

Auch die Jugendlichen stürzten sich ins Getümmel. Freuten sich auf die Wärme im Inneren der Räumlichkeiten. Selbst Ravy war nun ausgelassen und schnatterte genauso angeregt, wie alle anderen.

Doch mit einem Mal jagte eine Gänsehaut seinen Körper hinab. Er riss die Augen auf. Augenblicklich fuhr er herum. Seine Augen schienen automatisch in jenen schwarzen Blick zu sehen, welcher ihn stechend und brennend durchbohrte. Erneut rollte ein Schauer seinen Rücken hinunter.

Hastig drehte er sich um. Folgte seinen Freunden ins Innere des Gebäudes. Versuchte die alleinige Existenz dieses Freaks eisern zu ignorieren.
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