Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Freak - unknow Angel [BoyxBoy]

von nucahund
GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
18.06.2021
22.10.2021
60
94.827
2
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
26.07.2021 1.554
 
,,Wo willst du hin?", fragte Jason mit zusammengebissenen Zähnen, während Ravy bloß weiter ungestört aus der Gasse stiefelte, als hätte er die Frage des anderen überhört.

Der Schnee knirschte unter seinen schwarzen Stiefeln und die Kälte ließ ihn frösteln. Die Gänsehaut auf seinem Körper war schrecklich unangenehm. In diesem Moment hätte er alles darum gegeben sofort in sein Auto zu steigen. Dann hätte er sich in diesem Augenblick auch nicht mit dem Freak herumschlagen müssen, sondern hätte sich einfach in sein Auto setzen und davonfahren können.

Die Schritte Jasons erklangen hinter ihm. Erneut wiederholte er seine Frage. Dieses Mal klang der Ton seiner Stimme deutlich gereizter.

Doch das interessierte Ravy nicht. Er ignorierte den anderen bloß erneut.

Dieser wollte einfach nicht davon ablassen, ihm weiter hinterher zu laufen. Dabei wollte er in diesem Augenblick doch einfach nur in Ruhe gelassen werden.

Nicht einmal einen würdigen Abgang nach dieser Demütigung gönnte der Freak ihm. Ein wirkliches Arschloch.

Er konnte Jason nicht ausstehen. Dennoch brauchte er ihn, um seine Antworten zu bekommen. Es war wirklich einfach nur noch zum Kotzen.

Auch, als der andere die Frage zum dritten Mal stellte, blieb Ravy nicht stehen. Er ignorierte die Anwesenheit des Freaks weiterhin.

Er hatte keine Lust sich mit diesem zu unterhalten. Er wollte nicht weiter darauf hingewiesen und gedemütigt werden, wie unglaublich dumm und bescheuert seine Idee gewesen war, dem anderen einfach zu folgen und so vielleicht an die Antworten zu gelangen, welche er brauchte.

Er wollte dem anderen nicht antworten. Da konnte dieser seine Stimme mit so viel Nachdruck belegen, wie er wollte! Nicht mit ihm!

Ravy schob bibbernd seine Hände in die tiefen Taschen seines Mantels. Urplötzlich packte der andere ihn mit einem absurd kräftigen Griff am Arm und wirbelte ihn zu sich herum.

Ravy zog scharf die Luft ein. Augenblicklich trat er einen Schritt zurück, um sich aus dem Griff des anderen zu winden, doch dieser war eisern.

Aus trotzigen Augen blickte er in die Schwarzen seines Gegenübers. Sie mussten Minuten dort gestanden und sich bloß gegenseitig in die Augen gestarrt haben. Keiner von ihnen war bereit nachzugeben.

Ravy begann sich in den schwarzen Iriden des anderen verloren...

Der Schwarzhaarige wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, als er sich losriss und erneut einen Versuch wagte sich aus dem griff zu winden. Dieses Mal war dieser von Erfolg gekrönt.

Augenblicklich trat er zurück und strich sich mit der Hand so nachdrücklich über die schmerzende Stelle, dass es wirkte, als müsste er Rückstände entfernen.

Jasons Miene blieb eisig. Trotzdem zitterte sein Inneres.

Ravy wandte sich erneut ab und setzte mit stechenden Schritten seinen Weg fort. Endlich öffnete er den Mund.

,,Wo wohl? Ich gehe nach Hause!" Zischte er dem anderen zwischen zusammengepressten Zähnen entgegen, doch dieser schien damit ganz und gar nicht so zufrieden zu sein, sie er es vielleicht hätte sein sollen. Sofort löste sich aus der andere aus der Starre und holte ihn mit noch schnelleren Schritten und einer spöttischen Leichtigkeit wieder ein.

,,Oh nein, mein Freundchen! Jetzt ist es definitiv zu spät, als dass ich dich noch allein durch dieses Viertel laufen lassen würde! Ich begleite dich! Keine Widerrede! Immerhin bin ich ja kein Monster" '

Diese vorgeschobene Freundlichkeit irritierte den Schwarzhaarigen. Weshalb zeigte sein Gegenüber diese, wenn es diesen doch sicher nicht interessierte, ob er in dieser Gasse erfror?

Aber darauf lag sein Augenmerk nicht. Bei den letzten Worten seines Gegenübers zuckte Ravy nicht nur zusammen, sondern strafte den anderen auch mit einem besonders boshaften Blick. Was fiel ihm bloß ein eben darüber Witze zu machen?!

Es brachte Erinnerungen in seinen Verstand zurück, auf die er ganz und gar nicht heiß war, sich wieder daran zu erinnern.

,,Ganz sicher nicht!", giftete der Schwarzhaarige Jason entgegen, bevor er einfach weiterlief, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Demonstrativ interessierte er sich nicht mehr für den anderen. Würdigte diesem keinen einzigen Blick. Und vielleicht war dies auch ganz gut.

Denn wenn er sich zu dem Dunkelbraunhaarigen mit den schwarzen Augen umgedreht hätte, wäre ihm wohl aufgefallen, dass dessen Mundwinkel ein wenig zuckten. Und dies hätte er bloß wieder als einen Angriff aufgenommen. Als eine Provokation. Als eine Demütigung. Und wäre vielleicht noch mehr explodiert.

Jason brauchte kaum einige Schritte, um den anderen einzuholen und neben diesem her, den verschneiten Bürgersteig entlangzulaufen. Es dämmerte bereits, doch trotzdem waren die meisten Straßenlaternen aus. Sie würden auch ausgeschaltet bleiben. Einige flackerte hin und wieder, doch regten sich anderweitig kaum.

Jason lief mit Absicht neben Ravy, sodass dieser seine Präsenz nur allzu deutlich wahrnehmen konnte. Dessen Aufgebrachtheit amüsierte ihn, auch wenn all die falschen Vorwürfe ihn wütend machten. Doch das ließ er den anderen nicht wissen.

,,Und wie willst du mich davon abhalten?", wollte Jason wissen.

Seine Stimme war ausdruckslos. Verriet nichts über seinen aktuellen Gemütszustand. Verriet nichts über seine Gedanken. Verriet nichts über seine Gefühle. Und so mochte er es am liebsten.

In einem Zustand zu verweilen, in welchem es niemandem möglich war ihn zu lesen, oder auch nur ansatzweise zu verstehen, was sich in seinem Kopf abspielte. Ein Zustand, in welchem er ganz offensichtlich die Kontrolle hatte. Er und niemand sonst. In welchem er alles entscheiden und überdenken. Denn bereits viel zu oft, hatte er einem mickrigen Menschen viel zu sehr vertraut.

Ravy blieb ruckartig stehen und wandte sich mit vor Zorn lodernden Augen zu dem Braunhaarigen um. Es machte ihn wütend, dass er selbst nicht verstehen konnte, weshalb er nun so unbedingt vor den Antworten fliehen wollte. Weshalb er sie von sich schieben wollte, wo sie ihm doch beinahe sogar hinterher zu laufen schienen.

Doch der Mensch, welcher verhinderte, dass er diese Antworten bekam und die Wahrheit erfuhr, machte ihn noch zorniger. Außerdem ahnte er, dass dieser darüber ohnehin kein einziges Wort mehr verlieren würde. Dass es nur noch pure Zeitverschwendung war, sich zumindest an diesem Tag weiter zu befassen.

,,Du bist unmöglich! Erst bist du das unnahbare Arschloch, dass mich am liebsten bluten sehen würde, und im nächsten Moment rennst du mir hinterher, weil mir auf meinen Fall irgendetwas passieren soll! Was ist denn nur falsch mit dir?!", regte er sich lautstark auf und gestikulierte wild mit seinen Händen und Armen.

Er war zornig. Wirklich und wahrhaftig außer sich. Konnte und wollte gar nicht verstehen, weshalb der andere sich so merkwürdig verhielt. Ravy fand albern, dass dieser sich so unbedingt, auf jede erdenkliche Art und Weise in irgendwelche Mysterien und Geheimnisse wickeln musste. Als wären jene, welche Jason Ravy vorenthielt, nicht schon lange genug gewesen.

Die machten das Fass bereits voll. Diese Schose musste er sich dann nun wirklich nicht mehr geben.

Mit wachsamen Blick beobachtete er, wie sein Gegenüber abfällig schnaubte, die Augen verdrehte und dann achtlos an ihm vorbeilief. Ravy schluckte, während er ihm hinterher sah.

Er konnte nicht anders, als diese ungerührte Reaktion zwischen allem Zorn schrecklich anziehend zu finden. Hastig schüttelte er den Kopf. Vertrieb diese Gedanken. Rief sich zu Vernunft.

So etwas durfte er auf keinen Fall denken! Dieser Typ war unausstehlich! Überheblich! Arrogant! Und dazu auch noch aggressiv und versuchte bedrohlich zu sein! So etwas fand er ganz sicher nicht anziehend!

Einige Sekunden wartete er, dann lief er ebenfalls los. Dem anderen hinterher. Natürlich nicht, weil er dessen Körper in seiner Nähe wollte, sondern einfach, weil er denselben Weg entlanglaufen mussten.

Natürlich hätte er auch sofort die Straßenseite gewechselt... Wenn die Laternen auf der anderen Seite nicht gänzlich erloschen, gewesen wären... Auf dieser flackerten sie wenigstens noch. Viel zu schnell fand er sich viel zu nah bei dem anderen wieder.

,,Manche Dinge musst und kannst du gar nicht verstehen. Versuch es gar nicht erst. Akzeptier einfach, was ich mache und halt den Mund. Das hält doch auf Dauer niemand aus. Möchtest du nun dein Auto noch holen, oder direkt nachhause?" Der andere sprach diese Worte, ohne ihm auch nur einen einzigen Blick zu würdigen. Eisig sah er nach vorne die Straße entlang.

Empört zog Ravy seine dunklen Augenbrauen zusammen und presste zornig seine Lippen aufeinander. Wie konnte der andere es bloß wagen-

Gerade wollte er ebenso dazu ansetzen eine schnippische Antwort zu geben und dem anderen ganz deutlich zu zeigen, dass er sich nicht auf diese Art und Weise behandeln ließ, da stolperte er eben in diesem Moment über eine fehlende Platte des Gehwegs.

Sein Herz sprang ihm aus der Brust. Hektisch ruderte er mit den Armen und taumelte, doch hatte keine Chance mehr zu reagieren. Reflexartig kniff er die Augen zusammen und wartete darauf mit seinem Gesicht unschön auf dem Boden aufzukommen, da umgriffen ihn bloß zwei kräftige Arme und zogen ihn an eine breite Brust.

Noch immer hatte er angstvoll die Augenlider zusammengekniffen, als seine Wangen sich an den kalten Stoff von Jasons Pullover schmiegte.

Einige Augenblicke versuchte er noch sein erschrockenes Herz und den Schock zu beruhigen, welcher ihm in den Gliedern hing. Dann riss er abrupt die Augen auf und stieß den anderen von sich.

Dieser schnaubte bloß genervt. Dann drehte er sich auf den Hacken um und lief einfach weiter. Über die Schulter warf er Ravy einen Blick aus seinen schwarzwirkenden Augen zu. Das Licht der flackernden Straßenlaternen glitzerte in diesen.

Und Ravy hätte sich beinahe eingebildet, dass in dem Ausschnitt der Galaxie, Wärme zu sehen gewesen war. Doch bei all der Kälte um ihn herum und eisigen Blicken Jasons, musste es Einbildung gewesen sein.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast