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Freak - unknow Angel [BoyxBoy]

von nucahund
GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
18.06.2021
22.09.2021
49
76.812
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24.07.2021 1.664
 
,,Was fällt dir ein, mir einfach so hinterher zu spionieren und zu denken, das wäre eine gute Idee? Mit dunklen, kalten Augen sah der Freak zu ihm herab.

Er war einige Zentimeter größer, was Ravy in seiner Rage weder bereit war einzusehen noch anzuerkennen. Er fühlte sich durch diese Tatsache augenblicklich noch mehr provoziert.

Alles machte ihn in dieser Sekunde wütend. Dass er fror, während der anderen, bloß mit dünnem Mantel bekleidet, nicht zu frieren schien.

Dass er bloßgestellt wurde. Dass er gewartet hatte, bloß um sich am Ende von diesem erwischen zu lassen. Dass er sein Auto weit weg auf dem Parkplatz seiner Schule stehen gelassen hatte und es bald noch würde holen müssen. Dabei dämmerte es bereits.

All diese Demütigung, welche sein Verstand ihm einredete, dass er sie erfuhr, weil dieser meinte sein Gegenüber würde alles wissen, brachte ihn noch mehr auf. Sein Blut noch mehr zum Kochen.

,,Ich hätte dir doch gar nicht hinterherrennen brauchen, wenn du dich nicht so angestellt und mir sofort Antworten auf die Fragen gegeben hättest! Aber da du dir ja zu eitel dafür bist, muss ich mir die halt selbst beschaffen! Und dann ist es mir egal, auf welchem Weg das geschieht und ob dieser dir gefällt! Ich lasse mich von dir ganz sicher nicht für dumm verkaufen und einfach so abwimmeln! Du hast du Antworten! Und ich werde nicht aufgeben, bis ich sie aus dir herausgepresst habe, du Freak!"

Es war ihm gleich, dass er nun endgültig seine Absicht verraten hatte. Es war ihm gleich, ob der andere davor schon davon gewusst hatte, oder eben nicht. Ob er sich nun selbst bloßgestellt hatte oder nicht.

Es konnte ohnehin nicht mehr schlimmer werden und irgendwie musste er der Wut in seinem Bauch nun einmal eben Luft machen. Da war ihm so gut wie jedes Mittel Recht.

,,Nun halt aber Mal die Luft an! Es ist nicht besonders schlau und durchdacht mich zu beleidigen, wo ich doch derjenige bin, der der Einzige ist, der dir deine ach so heiligen Antworten geben kann. Aber weißt du was? Bei einem solchen Verhalten ist das vergebene Müh! Da habe ich weder Lust mich mit dir zu unterhalten noch dir irgendwelche Fragen zu beantworten! Das ist es mir definitiv nicht wert! Und jetzt verschwinde von hier! Ich habe zu tun!", fuhr sein Gegenüber ihn an und versuchte ihn auf der Stelle mit seinem Körper aus der Gasse zu drängen.

Doch so einfach machte es Ravy seinem Gegenüber nicht. Bloß über seine Leiche wollte er sich so leicht und einfach vertreiben lassen.

Wie sah er denn aus? Wie jemand, der sich von diesen plumpen, weich aussehenden Lippen, den dunkelbraunen, strubbeligen Haaren, die seinem Gegenüber ins Gesicht hingen und den mysteriösen, beinahe schwarzen Augen, welche so unglaublich kalt schimmerte, einfach so aus dem Konzept bringen ließ?

Noch bevor der andere die Möglichkeit hatte ihn aus der Gasse zu drängen, machte Ravy sich ein wenig kleiner und duckte sich unter den Armen des anderen hindurch. Anschließend hastete er einige Schritte vor und drehte sich zu dem Freak um, dessen Gesicht nun noch deutlich stählerner geworden war.

Man sah es ihm zwar nicht an, doch Ravy hatte das Gefühl, dass er den anderen nun definitiv erzürnt hatte.

,,Ganz sicher werde ich jetzt nicht klein beigeben! Was glaubst du eigentlich wer du bist, du aufgeblasenes Arschloch! Fehlt ja nur noch, dass du mich anlügst und mir bloß vormachst irgendetwas zu wissen, obwohl das am Ende noch nicht einmal stimmt! Vielleicht bist du ja auch nur so ein alberner Wichtigtuer! Ein alberner Freak, der in seiner Freizeit nichts Besseres zu tun hat, als unschuldige Menschen in die Irre zu führen, um sie dann vor aller Welt als verrückt zu erklären!", beleidigte der Schwarzhaarige ihn und scherte sich nicht darum, dass die Aura seines Gegenübers noch dunkler wurde.

Es interessierte ihn nicht, dass die Temperatur in ihrer Umgebung noch ein wenig mehr zu fallen schien. Dass der andere, so kalt, unbewegt und unbeeindruckt Wiener wirkte, ganz sicher zornig und wütend war. Es war ihm egal, dass er jemandem auf der Nase herumtanzte, bei dem er dies definitiv nicht hätte tun sollen.

,,Was fällt dir ein...", knurrte sein Gegenüber und kam mit schnellen, festen Schritten näher.

So nah, dass Ravy stolpernd einige Schritte zurücktrat, bis er mit dem Rücken an die Wand gepresst stand und jeglicher Fluchtweg abgeschnitten war.

Trotzdem wollte Ravy nicht nachgeben. Niemals war er jemand gewesen, der so etwas einfach so und leichtfertig getan hatte. Sonst wäre er wohl niemals seiner Familie entkommen. Und nun würde er diese Eigenschaft seiner Selbst auch nicht einfach von sich schieben und ignorieren. Niemals.

Sein Blick verfinsterte sich, während er dem Unbekannten entschlossen entgegen starrte. Dann sollte dieser ihn eben schlagen und verprügeln! Das war es nicht, was ihn dazu bringen würde, diesen in Ruhe zu lassen! Da konnte er sich sicher sein!

,,Was mir einfällt?! Das könnte ich dich doch fragen! Du bist doch derjenige, der sich in Geheimnisse hüllt und denkt, dass er wirklich damit durchkommen würde! Du bist doch der, der ganz und gar nicht versteht, dass ich der letzte bin, mit dem du so etwas machen solltest! Und es ist mir gleich wie oft du Freak das schon mit Menschen gemacht hast! Mich wirst du nicht so leicht abschütteln können! Denn ich werde mich selbst nicht einfach für verrückt erklären und abtun lassen! Da kannst du dir jemand anderen suchen, der ein solches Spiel mit dir spielt, Freak! Da gibt es bestimmt genug auf der Welt, die das mit dir tun können! Aber ich eins kann ich dir versprechen: ich gehöre definitiv nicht dazu!", warf er dem Unbekannten Dinge vor, die er zuvor nicht durchdacht hatte.

Doch auch dies war ihm gleich. Es war ihm egal. Sollte der andere ihn doch verprügeln oder anderweitiges tun. Wenn er ihn nicht umbrachte, dann sollte ihm bewusst sein, dass er ihn nicht loswurde.

,,Der Freak hat auch einen Namen! Und bei all den Vorwürfen, die du mir machst, solltest du vielleicht auch Mal darüber nachdenken, dass eben nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint! Aber was erwarte ich denn auch von so einem Menschen wie dir, der mitsamt seiner Freunde nichts anderes tut, als Schwächere niederzumachen, die sich dagegen nicht wehren können! Weißt du was? Ich kann dir auch etwas versprechen! Ich werde nicht zu denken gehören, die du einfach so heruntermachen kannst, wie alle anderen!", wurde sein Gegenüber nun auch deutlich zorniger lauter.

Seine Stimme hallte bedrohlich von den kahlen, eisigen, heruntergekommenen Häuserfassaden wider. Er trat noch einen einschüchternden Blick auf Ravy zu, sodass dieser dessen kalten Atem auf seiner Haut spüren konnte. Er ließ sich davon nicht einschüchtern. Ganz sicher nicht.

Furchtlos hob er eher noch ein wenig mehr seinen Blick und starrte dem anderen in die dunklen Augen, welche von Nahem zwar noch immer schwarz, aber glatt so wirkten, als wären sie zwei Ausschnitte der riesigen Weiten des Universums. Es war so faszinierend, dass er sich bei derer Schönheit zusammenreißen musste, um seinen Plan nicht aus den Augen zu verlieren.

,,Dann verrate mir doch deinen Namen! Du bist doch der, dem man keine Frage stellen darf, weil er sich bei allem in Geheimnissen und Mysterien vergräbt und die Antworten verwehrt! Und dann glaubst du ich würde dich so etwas fragen?! Wie sehe ich aus? Wie eine verzweifelte Jungfrau?!", provozierte er den anderen noch ein wenig mehr, oder versuchte es zumindest.

Denn anstatt die gewünschte Wirkung zu erzielen, machte sich bloß ein spöttisches Lächeln auf den kalten Lippen des anderen zwischen dessen eisigen Zügen breit, was bloß zur Folge hatte, dass Ravy selbst zorniger und ungehaltener wurde.

Er verstand nicht, wie er es bei jedem anderen schaffte, die Zügel in den Händen zu halten, bloß bei seinem Gegenüber einfach nicht!

,,Mein Name ist Jason, Ravy. Und du siehst aus wie ein Idiot, der durch und durch nicht verstehen möchte, dass es einen Sinn hat, weshalb ich ihm die Antworten auf seine Fragen nicht geben möchte! Nicht alles kann man mit einigen Worten aus der Welt schaffen! Manches wiegt einfach schwerer, als du es in deinem billigen, großartigen Leben mit deinen lapidaren Sorgen jemals verstehen könntest!"

Es hätte ihn beängstigen sollen, dass der andere seinen Namen kannte. Doch eher machte es ihn unruhig, dass Jason von dem einen auf den anderen Moment wieder schrecklich gefasst und distanziert wirkte.

Nicht nur als hätte dessen Ausbruch, sondern auch der Versuch der Provokation seitens des Schwarzhaarigen niemals existiert. Dort waren viel mehr Dinge, welche nicht nur seine Ehrfurcht, sondern auch Demut aus ihm herauszupressen versuchten, dass er bloß noch trotziger wurde. Sich schwor, sich nicht vor dem anderen und dessen offensichtliche Macht über ihn zu fürchten.

Während der anderen gesprochen hatte, hatte dessen kalter Atem seine Wange so sehr gestreift, dass sich eine Gänsehaut über seinen Körper gezogen hatte.

Dem entfliehend, presste er sich weiter an die eisige Fassade. Es half nicht. Es ließ seine zornig zusammengezogenen Augenbrauen bloß weiter verkrampfen und sein Gesicht noch wütender werden.

Jason schien diese Regung mit entschieden zu viel Amüsement zu beobachten. Am liebsten hätte er ihm die schalkhaft zuckenden Mundwinkel aus dem Gesicht geschlagen.

,,Weißt du, du hast Recht...", zischte nun Ravy. Fuchsteufelswild hätte er den anderen am liebsten auf der Stelle erwürgt. ,,Ich kenne dich nicht! Aber genauso wenig kennst du mich! Du hast keine Ahnung, was mit schon in meinem Leben widerfahren ist! Was ich schon erlebt habe! Also fahr zur Hölle Jason! Und nehm deine Geheimnisse doch gleich mit! Ich werde nicht so schnell aufgeben! Das kann ich dir versprechen!"

Wütend wandte der Schwarzhaarige sich um und stapfte mit festen, gezielten Schritten aus der Gasse. Er ließ sich nicht bloßstellen oder für dumm verkaufen! Und vor allem nicht von einem solchen Menschen, der nichts anderes als Intention hatte, als dies für sein eigenes Amüsement zu verwenden!

Definitiv nicht! Und der andere sollte bald schon erfahren, was es hieß, sich mit ihm angelegt zu haben!
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