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In the darkness

GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
Eren Jäger Levi Ackermann / Rivaille
18.06.2021
16.08.2021
16
90.534
22
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Dieses Kapitel
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18.06.2021 2.760
 
Hallo ihr Lieben,
sicher wundert ihr euch, warum die Geschichte und der gemeinsame Account von mir und meiner früheren Co-Autorin gelöscht wurde. Zwischen mir und Lanz/Aphasie gab es Unstimmigkeiten bezüglich ihrer Arbeitsmoral, was sie dazu veranlasst hat, aus dem gemeinsamen Projekt auszusteigen. Und obwohl sie mir sagte, dass ich allein weiter an der Geschichte arbeiten soll, versucht sie seither mir Steine in den Weg zu legen, indem sie zuerst die Kapitelplanung und nun den gemeinsamen Account samt Geschichte gelöscht hat. Keine Angst, die Kapitelplanung konnte ich wiederherstellen. Aber mit dem Account ging das leider nicht, weswegen ihr die Geschichte nun hier wiederfindet. Ich hatte eigentlich geplant sie weiterhin auf dem gemeinsamen Account zu lassen, da ich ihre Mitarbeit an der Geschichte würdigen wollte, aber sie hat das wohl anders gesehen. Da ich ihre bisherige Arbeit trotzdem nicht unkreditiert lassen will, sei an der Stelle gesagt, dass die Grundgerüste der Kapitel 2, 4, 6 und 8 von Lanz/Aphasie geschrieben und von mir überarbeitet wurden.  Ich werde die nächsten Tage jeweils 1-2 Kapitel pro Tag hochladen, damit es ab kommender Woche normal ab Kapitel 9 weitergeht. Also entschuldigt bitte die blöden Umstände und das Hin und Her. Ich hoffe, ihr bleibt mir und der Geschichte weiterhin treu.

*************************

»Herrgott, Eren, nimm deine Füße vom Tisch!«, schreit mich mein Halbbruder Zeke an, »Du bist hier zu Besuch.«
Er schaut grimmig zu mir hinüber, rückt seine Brille zurecht und steckt sich eine Zigarette an, ehe er sich zu mir auf die Couch setzt und mir einen leichten Hieb auf meine Beine versetzt, sodass ich sie gezwungenermaßen vom Tisch nehmen muss.
»Außerdem solltest du eh langsam nach Hause.«, führt er fort, »Ich erwarte noch jemanden.«
»Du schmeißt mich raus, weil du dir einen Stecher nach Hause eingeladen hast?«, frage ich gespielt empört, ziehe eine Schnute und verschränke die Arme.
»Er würde das nicht tun, wenn er wüsste, dass du dich benehmen kannst.«, schaltet sich nun auch Reiner, mein Ex-Freund und der Mitbewohner meines Bruders, ein und schenkt mir einen bösen Blick, den ich wohl verdient habe, auch wenn ich es niemals zugeben würde. Stattdessen blinzle ich ihn düster an.
»Ich kann mich sehr wohl benehmen.«, sage ich bockig, was beide mit Augenrollen und Schnauben kommentieren.
»Du solltest eh nicht mehr so oft herkommen, Eren.«, redet Reiner mit ruhiger, aber ernster Stimme weiter, »Wir sind inzwischen seit drei Monaten getrennt und ich denke, es wäre an der Zeit etwas Abstand voneinander zu gewinnen.«
Etwas in mir zieht sich zusammen, als seine Worte zu mir durchdringen. Es ist nicht so, als hätte ich noch Gefühle für ihn - ich bin mir nicht mal sicher, ob ich die je hatte -, es ist viel mehr die Tatsache, dass er sich gegen mich entschieden hat, dass er die Beziehung beendet hat und auch jetzt es wieder er ist, der mich nicht mehr sehen will. Ablehnung ist etwas, das ich schon viel zu oft erfahren musste und mit dem ich bis heute nicht gut umgehen kann. Deswegen erlaube ich mir auch nicht ihm zu zeigen, welche Wirkung seine Worte auf mich haben und setze noch einen drauf. Ich rücke näher an ihn heran, werfe mein Bein lasziv über seinen Schoß und streiche mit meinen Fingern durch sein blondes Haar.
»Bist du dir ganz sicher, dass du das hier nicht mehr willst?«, frage ich in meiner verführerischsten Stimme. Mit der freien Hand fahre ich dabei meinen Oberkörper auf und ab, doch Reiner scheint alles andere, als begeistert davon zu sein. Er schiebt seine Hände unter mich, hebt mich leicht an und verfrachtet mich einen guten Meter neben sich.
»Schluss jetzt!«, sagt er dann entschlossen, während mein Bruder das Schauspiel belustigt verfolgt und in seinen Bart grinst.
»Ich habe dich gewarnt, Reiner.«, sagt er dann, »Aber du konntest ihm ja nicht widerstehen.«
»Gewarnt?«, frage ich theatralisch, »Vor mir?« Ich lege mir die Hand auf die Brust und gebe mich betroffen. »Du hättest mich lieber vor Reiner warnen sollen, schließlich hat er mir das Herz gebrochen!«, stichle ich weiter, auch wenn es nicht weiter weg von der Wahrheit sein könnte, dass mein Herz von ihm gebrochen wurde. Mehr, als ein hübscher Körper war er für mich nie. Vielleicht ärgert es mich daher umso mehr, dass es nicht ich war, der ihn abserviert hat.
Und da meine Lüge mehr als offensichtlich war, handle ich mir von beiden nichts, als ein spöttisches Lachen ein.
»Als ob dir überhaupt irgendwas an anderen Menschen liegen würde.«, zischt Reiner leise und verschränkt die Arme, »Wollen wir ehrlich sein, Eren, dir geht es immer nur um dich und das, was du willst.«
»Wo er recht hat...«, stimmt nun auch Zeke Reiner mit einem Schulterzucken zu.
Beide verletzen mich damit mehr, als ihnen klar ist. Vielleicht haben sie recht mit ihren Anschuldigungen, aber es ist nicht so, als hätte ich eine andere Wahl. Wenn ich nicht für mich sorge, wer dann? Früher oder später verlassen mich die Menschen eh wieder, wenn sie bemerken, wie ich wirklich bin. Und bis dahin muss ich mir von ihnen nehmen, was geht, ohne selbst zu viel zu investieren.
Plötzlich klingelt es an der Tür.
Ich sollte jetzt wohl besser gehen, schließlich kann ich mir wirklich besseres vorstellen, als meinen Bruder beim Aufreißen irgendeines fremden Typs zu beobachten. Aber meine Sturheit verbietet es mir, gerade weil er mich nicht hier haben will. Als könne er meine Gedanken lesen, bedenkt mich Zeke mit einem erneuten bösen Blick, der mir sagen soll, dass sich seine Geduld langsam dem Ende neigt und ich schleunigst Land gewinnen sollte. Doch ich denke gar nicht daran und lehne mich aus Protest noch weiter auf der Couch zurück. Genervt stößt Zeke Luft aus der Nase, betätigt den Summer und öffnet die Tür. Ich höre Schritte im Treppenhaus und dann steht ein kleiner, schwarzhaariger Mann im Eingang zur Wohnung. Zeke beugt sich vor, um seinen Aufriss eine Umarmung zu geben, doch dieser blockt ab, als er mich und Reiner auf der Couch sitzen sieht.
»Störe ich oder hattest du vor, noch mehr Leute ins Boot zu holen? Das hätten wir vielleicht vorher klären sollen.«, höre ich den Schwarzhaarigen flüstern, bevor mein Halbbruder einlenkt: »Das sind nur mein Mitbewohner und sein Bruder. Lass dich nicht von ihnen stören. Sie sind cool.«
Hinter dem Rücken seines Aufrisses schaut mich Zeke mahnend an.
»Vielleicht sollten wir in dein Zimmer gehen, Reiner.«, trietze ich meinen Ex-Freund weiter und rücke wieder näher an ihn heran, »Die beiden wollen sicher ihre Ruhe haben und du und ich könnten noch mal über uns reden.« Ich lege ihm meinen Zeigefinger auf die Brust und schaue ihn aus großen Augen an, doch wieder ignoriert er meine Avancen und rückt etwas weg von mir.
»Alles okay bei den beiden?«, murmelt der schwarzhaarige Kerl zu Zeke, der nur frustriert den Kopf schüttelt.
»Beachte sie nicht, Levi, das geht bei den beiden immer so zu.«
Levi, hallt sein Name in meinem Kopf wieder, passt zu ihm.
Eigentlich eine Schande, dass mein Bruder ihn abschleppen will. Mir hätte er auch gefallen. Er ist vermutlich ein Stück älter als ich, was seinem guten Aussehen aber keinen Abbruch tut. Mir gefällt sein milchiger Teint, der einen schönen Kontrast zu seinen dunklen Haaren bildet, die dunklen, grauen Augen, in denen so viel Scharfsinn liegt, seine kantigen Gesichtszüge und die feucht glänzenden, blassen und hübsch geschwungenen Lippen. Ich frage mich, ob sein Körper so schmal gebaut ist, wie es den Anschein hat, oder ob sich unter dem grauen, eng anliegenden Pullover doch ein paar Muskeln verbergen. Enttäuscht verziehe ich das Gesicht, denn ich werde es wohl nie herausfinden.
Umso mehr wurmt es mich jetzt, dass gerade mein Bruder in das Vergnügen kommen wird. Und wahrscheinlich macht es mich zu einem noch größeren Arsch, als ich ohnehin schon bin, dass ich das Stelldichein der beiden insgeheim torpedieren möchte.
»Sag, Levi, womit hat dich Zeke geködert? Hat er dir seine geheime Arschabwisch-Technik verraten?«, frage ich spitz und spiele damit auf einen Insiderwitz zwischen mir und Zeke an, der auf andere Leute vermutlich verstörend wirkt. Zumindest hoffe ich, dass er Levi soweit verstört, dass er das Interesse verliert.
»Eren!«, brummt mich Zeke wütend an, während Levi keine Miene verzieht.
»Du musst meinen Bruder entschuldigen.«, murmelt Zeke dann zu Levi, »Manchmal hat er keinen Filter.«
Levi sagt nichts, aber seine Augen liegen auf mir und er mustert mich von oben bis unten und ich merke, wie mir unter seinem Blick heiß wird. Dabei kann ich mir nicht erklären, ob es an seiner autoritären Ausstrahlung liegt, die mich nervös macht, oder weil ich ihn schlichtweg anziehend finde. So anziehend, dass ich sogar meinen Ex neben mir einen Moment lang vergesse, bis ich seine bohrenden Blicke auf mir spüre. Kein Wunder. Gerade grabe ich noch ihn an und nur kurz später kann ich meine Augen nicht von dem schönen Fremden abwenden, der doch eigentlich mit meinem Bruder verabredet ist.
»Wie habt ihr beiden euch den kennen gelernt?«, starte ich einen weiteren, müden Versuch die beiden davon abzuhalten zu schnell ins Schlafzimmer zu verschwinden.
»Grindr.« »Geht dich nichts an.«, sagen beide gleichzeitig, wobei letzteres von Levi kommt.
»Sollte ich mir auch mal zulegen, wenn man da Typen wie dich trifft.«, sage ich mit einem Zwinkern zu Levi, während Zeke neben ihm langsam die Hutschnur zu platzen scheint.
»Kannst du dich jetzt bitte wieder um deinen Kram kümmern, Eren?«, brummt er sauer, »Merkst du nicht, dass du hier langsam eine Grenze überschreitest? Ich sagte es vorhin schon: Du bist hier nur Gast. Also benimm’ dich auch so!«
»Lass gut sein, Zeke.«, meldet sich nun Levi zu Wort und legt ihm beschwichtigend die Hand auf den Arm, »Ich dachte, wir wären heute allein. Aber mit so vielen Gästen hier, sollten wir unsere Verabredung lieber verschieben. Ich ruf’ dich an.«
Der Codename für »Ich melde mich nie wieder bei dir.«, denke ich mir. Ich sollte mich eigentlich freuen, denn ich habe genau das geschafft, was ich erreichen wollte. Trotzdem fühle ich mich merkwürdig leer, als Levi durch die Tür verschwindet und Zeke ihm wehmütig hinterher sieht.
»Danke, Eren.«, faucht Zeke mich an, sobald Levi außer Hörweite zu sein scheint, »Bruder des Jahres.« Sarkasmus liegt in seiner Stimme und ich beginne mich zu fragen, ob ich dieses mal nicht doch ein wenig zu weit gegangen bin.
»Wirklich, Eren.«, schaltet sich auch Reiner ein, »Kannst du Zeke nichts gönnen? Er war immer für dich da, hat dich finanziell unterstützt und alles für dich gemacht und das ist dein Dank?« Er spricht es nicht aus, aber ich kann in seinen Augen ablesen, dass er sich fragt, was er jemals in mir gesehen hat.
»Du solltest gehen.«, spricht Zeke eisern, »Diesmal wirklich.« Und ich weiß, dass ich ihm nichts mehr entgegen zu bringen habe. Ich habe es verbockt. Mal wieder. Wie immer.
Resigniert erhebe ich mich von der Couch, gehe zur Wohnungstür und greife auf dem Weg meine schwarze Jacke, die ich mir achtlos über die Schulter werfe.
»Eren, es wird Zeit, dass du erwachsen wirst und Verantwortung für deine Taten und dein Leben übernimmst.«, sagt Zeke leise, als ich an ihm vorbeigehe. Doch, wie schon so oft, prallen seine Worte an mir ab. Ich will nicht hören, dass ich mich ändern muss. Wieso versteht niemand, dass ich bin, wie ich bin und manchmal einfach nicht aus meiner Haut kann? Dass ich nicht schon wieder hören will, dass ich nicht gut genug bin, dass man mich nicht lieben kann, solange ich mich nicht ändere? Ich wische mir die Tränen, die sich in den Rändern meiner Augen bilden, weg und stürme das Treppenhaus hinunter. Draußen angekommen, nehme ich einen tiefen Atemzug, doch anstatt frischer Luft, ziehe ich Zigarettenqualm ein und muss husten.
»Geht es?«, fragt eine bekannte, dunkle Stimme neben mir. Es ist Levi, der mir ein Taschentuch anreicht - vermutlich denkt er, dass mein Hustenanfall für die Tränen in meinen Augen verantwortlich ist. Ich tupfe mir die feuchten Stellen aus dem Gesicht und frage dann: »Was machst du noch hier?«
Anstatt zu antworten, hält er eine Zigarette hoch.
»Und selbst?«, fragt er dann.
»Zeke hat mich rausgeworfen.«, antworte ich knapp, was Levi auflachen lässt.
»Das wundert dich doch jetzt nicht, oder? Wärst du mein Bruder und hättest mir die Tour vermasselt, könntest du froh sein, wenn ich dich nur rauswerfe.«
»Pfff.«, zische ich, denn wie könnte ich Levi schon erklären, warum ich meinem Bruder dazwischen gefunkt habe? Das Taschentuch, das er mir gereicht hat und das ich immer noch in der Hand halte, stopfe ich hastig in die Hosentasche.
»Passiert dir das öfter?«, fragt Levi und kneift dabei die Augenbrauen zusammen, »Ich meine, dass du bei anderen aneckst.«
Ich zucke mit den Schultern.
»Eigentlich ständig.« Ich weiß nicht, warum ich ihm ehrlich antworte, schließlich stelle ich mich damit selbst in ein schlechtes Licht, aber irgendetwas in seinem Blick sagt mir, dass er jede Lüge sofort durchschaut hätte und es daher keinen Sinn machen würde, ihm die Wahrheit zu verheimlichen.
»Hast du Freunde?«, fragt er weiter, ohne auf meine Antwort einzugehen.
Wieder zucke ich mit den Schultern und verziehe meinen Mundwinkel.
»Armin aus meinem Studiengang ist ganz okay, schätze ich. Und hin und wieder hänge ich mit ein paar anderen Kommilitonen am Wochenende rum. Und dann gibt es noch meine Ziehschwester und ihren Freund, aber mit den beiden ist es eher kompliziert.«
»Wie groß ist deine Familie?« Levis Fragen irritieren mich langsam. Wieso ist er so neugierig und will so viel über mich wissen? Ich komme mir eher vor, wie bei einem Verhör, als wie bei einem Gespräch mit jemandem, den ich vielleicht seit einer Viertelstunde kenne.
»Eigentlich gibt es nur noch Zeke und Mikasa, die Ziehschwester, von der ich eben gesprochen habe. Zu meinen Eltern habe ich keinen Kontakt mehr.«, gestehe ich dennoch, denn dass ich mit den beiden nichts mehr zu tun haben will, nach allem, was in meiner Kindheit vorgefallen ist, ist kein Geheimnis. Ich weiß ja selbst, dass ich verkorkst bin, dass ich meine Probleme habe und mir nur allzu oft selbst im Weg stehe. Aber ich kann manchmal einfach nicht anders. Und das liegt zum Großteil daran, was sie mir angetan haben.
»Und wer war der Typ oben, der mit dir auf der Couch gesessen hat? Sah mir nicht aus, als wäre er nur der Mitbewohner deines Bruders.«
Ich seufze. Wenn ich Levi jetzt schon so viel von mir erzählt habe, was macht dann diese eine Sache mehr noch aus?
»Das war Reiner, mein Ex.«, sage ich, wobei ich die letzten Worte eher flüstere.
»Und willst du ihn zurück?«
»Was? Nein!«, rufe ich entsetzt aus, »Das ist nur das Ding, was wir miteinander haben.« Ich klinge zerknirscht, als ich versuche mich zu erklären.
»Das Ding, hm?«, wiederholt Levi meine Worte und wartet auf eine genaue Erläuterung.
»Na, ich tue so, als wollte ich ihn noch haben, er wird wütend. Es ist ein Spiel zwischen uns. Manchmal...«, ich atme tief ein und aus, »da will ich ihm einfach zeigen, was er nicht mehr hat, weil ich will, dass er die Trennung bereut.«
Levi schüttelt den Kopf, hält die Hand an die Stirn und lacht ironisch auf. Dann spricht er: »Aber ich dachte, du willst ihn nicht?«
»Will ich ja auch nicht!«, verteidige ich mich, »Ich will nur, dass er mich will.«
»Du bist ganz schön egoistisch, das ist dir doch klar?«, erwidert Levi halb belustigt, halb fassungslos.
Am liebsten würde ich ihm sagen, dass ich gar keine andere Wahl habe, als egoistisch zu sein, da ich der einzige Mensch bin, dem mein Wohlergehen am Herzen liegt. Aber ich schlucke meinen Frust runter und beiße mir stattdessen auf die Unterlippe, bis ich Blut schmecken kann.
»Ich sollte jetzt gehen.«, presse ich zwischen meinen Lippen hervor und balle unwillkürlich die Fäuste dabei, »War nett, dich kennenzulernen, Levi. Vielleicht sieht man sich mal wieder.«
Ich drehe mich um zum Gehen, der Körper angespannt und mit Tränen, die in meinen Augen brennen. Denn ich weiß, dass ich es schon wieder bei einem Menschen vermasselt habe, und das, wo wir uns kaum kennen. Dennoch hat Levi bereits ein Urteil über mich gefällt, das ist mir klar. Ich bin der Typ, der keine Freunde hat, der egoistisch ist, der seinen Ex nicht loslassen kann, der eine kaputte Familie hat und seinem Bruder die Dates vermasselt, kurz gesagt: Ein Arschloch.
»Hey, Eren!«, ruft Levi hinter mir her, doch ich drehe mich nicht um. Ich will nicht, dass er mich weinen sieht.
»Eren!«, ruft er noch einmal, »Hey, du schuldest mir noch einen Fick!«
Arschloch, denke ich mir, und gebe ihm die einzig passende Antwort, indem ich ihm über die Schulter meinen Mittelfinger zeige.
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