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Between the Shelves

von TenCount
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Armin Arlert Eren Jäger Irvin / Erwin Smith Levi Ackermann / Rivaille Mikasa Ackerman
13.06.2021
09.10.2021
30
72.049
36
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09.10.2021 3.462
 
„Wo kommt denn die Kiste hin?“, hallte es durch die noch etwas karge Wohnung.

Überall standen noch weitere Kartons, Farbeimer und Möbel, die noch aufgebaut werden mussten.
Die Wintersonne schien durch die großzügige Glasfront und erzeugte trotz der schneebedeckten Straßen eine wohlige Wärme.

„Wenn du lesen könntest, wüsstest du, dass sie ins Wohnzimmer kommt, mein Schatz“, antwortete Mikasa Jean und deutete auf die Beschriftung, ehe sie ihm einen kurzen Kuss auf die Wange drückte.

„Wieso spielen wir überhaupt Möbelpacker?“, murrte Jean leise für sich selbst, bekam jedoch diesmal von Armin eine Antwort.

„Weil Freunde das so machen.“

„Außerdem haben sie uns was zu essen versprochen“, warf Annie ein, die sich an Armin kuschelte.

„Scheinbar arbeite aber nur ich was“, meinte Hanji neckend, während sie eine schmale Kommode abstellte.

„Wo ist eigentlich dein Liebling?“, wollte Mikasa wissen und Hanji verzog etwas traurig das Gesicht.

„Moblit ist noch für drei Wochen auf Geschäftsreise. Ich schwör’s dir, sobald er wieder zurück ist, überlasse ich Levi den Laden und verkrieche mich Minimum eine Woche lang mit ihm im Bett.“

„Wie bitte, was?“, hakte Levi nach, der mit Eren gerade dazugestoßen war.

„Hm, ich glaube, sie hat gerade eröffnet, dass du den Laden schmeißen darfst, während sie ihrem Ehemann das Hirn rausvögelt“, lachte Eren, was Levi wiederum nur ein abschätziges Schnalzen seiner Zunge abverlangte.

Viel lieber sah er sich in seiner – nein, ihrer – Wohnung um. Endlich war Erens Ausbildung vorbei, er wurde in Köln übernommen und sie entschieden sich zusammenzuziehen. Zuerst sollte Eren nur zu ihm ziehen, doch dann entschieden sie sich, sich doch gemeinsam etwas zu suchen.

Und nun stand Levi in einer Wohnung in einem kleinen Mehrparteienhaus in einem Vorort von Köln. Also eigentlich alles, was er nicht wirklich für sich geplant hatte. Doch wenn er ehrlich zu sich war, war es perfekt.

Wenn ihm die Therapie, die er mittlerweile nur noch monatlich besuchte, eines gelehrt hatte, dann auf das zu hören, was einem selbst guttat. Was man selbst möchte. Und Eren tat ihm gut, verdammt gut sogar. Und er wollte das hier. Ein ruhigeres, entschleunigtes Leben mit Eren.

„An was denkst du?“, riss ihn eine sanfte Stimme aus seinen Gedanken und zwei starke Arme schlangen sich von hinten um ihn.

„Dass wir noch viel zu viel zu tun haben“, antwortete Levi leise lachend.

Eren hauchte ihm einen Kuss in den Nacken und lachte ebenfalls.
„Solange es bis Neujahr fertig ist…“

„Erinner‘ mich nicht daran!“, mahnte Levi.

„Ach komm‘ schon. Es wird das erste Mal sein, dass Kenny uns besucht. Sonst waren wir immer bei ihm. Das wird bestimmt schön. Und witzig – ihr seid euch ähnlicher, als ihr denkt“, meinte Eren grinsend.

„Untersteh‘ dich solche Aussagen zu treffen“, knurrte Levi und Eren flüchtete sich lieber wieder nach draußen zum Umzugswagen.

Die ‚Ach so viel Platz brauchen wir nie im Leben‘-große Wohnung füllte sich schneller, als Levi lieb war. Es machte ihm klar, wie viel sich über die Jahre angehäuft hatte und damit verbunden auch, wie alt er eigentlich schon war. Sein Blick fiel auf Eren, seinen so viel jüngeren Freund und Selbstzweifel kündigten sich an, die sie beide wahrlich oft im Rahmen ihres Zusammenzugs diskutiert hatten. Doch Eren war stur, sehr stur.

Genauso in der Sache mit Kenny. Als eines Tages ein zögerlicher Anruf seines Onkels bei ihm ankam mit der Bitte, ob er nicht mal vorbeikommen würde, hätte Levi eigentlich sofort aufgelegt. Doch Eren war der Meinung, er müsste ihm zumindest eine Chance geben – sei es nur, um selbst damit abschließen zu können. Und erneut war der Jüngere wohl erwachsener und schlauer als Levi. Kenny wurde erst nach Levis abrupten Weggang bewusst, wie wichtig er ihm eigentlich war. Als Vermächtnis seiner Schwester, aber auch als Mensch, mehr oder weniger sogar als seinen Sohn. Und er bereute es zutiefst nur aufgrund des Dorfgetratsches ihr Verhältnis derart zerstört zu haben.

Levi war sich auch knapp drei Jahre danach noch nicht ganz sicher, wie er mit alldem umgehen sollte, aber sie sahen sich ab und an, hauptsächlich zu wichtigen Feiertagen. Und es war gut so, wie es war.

„Levi-Schätzchen, pack‘ mal kurz mit an, ja?“, rief ihm Hanji zu und er wurde somit erneut aus seinem Gedankenstrudel gerissen.

***

„Musst du das Regal jetzt noch unbedingt einräumen?“, fragte Levi etwas verwirrt.

Er und Eren hatten, nachdem ihre Freunde sie verlassen hatten, noch begonnen, ein wenig die Kartons auszuräumen. Die wichtigsten Sachen für Küche und Bad hatten noch ihren Platz gefunden und auch auf das Putzen hatte Levi bestanden, aber für Kleinigkeiten, wie das Bücherregal, das Eren gerade einsortierte, hatten sie auch noch die nächsten Tage Zeit. Es war immerhin schon spät und Levi wollte eigentlich nur noch ein wenig mit seinem Liebsten auf der Couch sitzen, Wein trinken und den Tag endlich ausklingen lassen.

„Ja!“, kam es fast postwendend zurück.
„Das ist ungefähr eines der wichtigsten Stücke.“

Noch irritierter als vorher hievte sich Levi von seinem bequemen Posten auf der Couch hoch, um zu begutachten, was Eren so wichtig war. Doch was er sah, erwärmte sein Herz und ließ ihn gleichzeitig losprusten.

„Du hast dir die komplette Reihe nachgekauft?!“, fragte er belustig, aber auch komplett ungläubig.

Andächtig strich Eren über die Buchrücken der Boyslove-Manga, dessen erster Teil das erste Geburtstagsgeschenk von Levi war. Noch gut konnte er sich erinnern, was der Grund dafür war, warum er sich den Rest noch gekauft hatte und er wünschte sich, es wäre nicht dazugekommen. Nichtsdestotrotz gehörte es zu ihrer Vergangenheit und deshalb war es ihm auch so wichtig.

„Ich dachte, ich hätte es dir erzählt oder du hättest sie mal gesehen. Aber ja, habe ich. Ich dachte damals, es bringt mir eine Art Erleuchtung“, antwortete Eren mit einem Lachen.

„Irgendwie süß“, meinte Levi, „macht sich auch hervorragend neben meinen Krimis.“

Nun lachten beiden, ehe sie einen zärtlichen, aber langen Kuss austauschten. So fanden zwei Leben endgültig zusammen.

***

Levi war gefrustet. Wobei angepisst es besser treffen würde. Es wäre ihr erstes Weihnachten in ihrer gemeinsamen Wohnung und Eren musste arbeiten. Und an seinem Geburtstag, dem Tag darauf auch.

„Nun zieh‘ nicht so ein Gesicht. Ich wünschte auch, ich wäre hier. Aber die Neuen werden eben für diese Tage eingesetzt. Dafür habe ich dann am zweiten Feiertag frei“, meinte Eren entschuldigend.

Levi gab nur ein unzufriedenes Brummen von sich, was Eren ein wenig zum Schmunzeln brachte. Ja, es nervte ihn auch tierisch, dass er Weihnachten nicht mit Levi verbringen konnte. Doch dass er an seinem Geburtstag arbeiten musste, war eine Lüge. Eine Lüge zum Wohle Levis könnte man sagen. Denn Eren hatte eine Überraschung geplant.

„Dafür habe ich dich auch bei Hanji eingeladen. Und an deinem Geburtstag unternehmt ihr was Schönes“, entschied Eren bestimmend.

„Warte mal… WAS?“, intervenierte Levi entsetzt.

„Jap, keine Widerrede. Ist schon entschieden. Um sieben Uhr musst du heute bei ihr sein.“

Damit drückte Eren ihm noch einen kurzen Kuss auf und verschwand durch die Wohnungstür.

***

Levi war Eren immer noch ein wenig sauer, dass einfach so über ihn hinwegbestimmt wurde. Aber um ehrlich zu sein, war es ganz witzig, mit Hanji und Moblit zu feiern und dass er jetzt mit ihr beim Lasertag spielen war, war für sein Alter zwar nicht ganz angemessen, aber ziemlich cool. Hanji kannte eben seine Schwachstellen.

„Mir wäre zwar Sex mit Eren lieber, aber ich muss zugeben, es macht schon Spaß, kleine Kinder abzuknallen“, meinte Levi, als er sich mit Hanji an einem Tisch niederließ und sie sich was zu trinken bestellten.

„Direkt wie eh und je“, entgegnete sie lachend.
„Leider muss ich dich jetzt alleine nach Hause schicken. Wir haben Familienessen bei Moblit…“

„Schon okay. Meine Weinflasche leistet mir Gesellschaft“, gab Levi achselzuckend zurück.

Nach zwei weiteren Runden verabschiedeten sich bei der Bahnstation mit einer festen Umarmung, die Levi über sich ergehen ließ.
Die Bahnfahrt verging viel zu schnell und er erfreute sich nicht wirklich an dem Gedanken an die leere Wohnung. Es war nicht so, dass er ein Problem damit hatte, seinen Geburtstag alleine zu verbringen. Er hatte eher ein Problem damit, ihn ohne Eren zu verbringen. Und irgendwie wünschte er sich, es würde ihn jemand für diese Aussage erschlagen, so kitschig, wie sie sich anhörte.

Seufzend sperrte Levi schließlich die Wohnungstür auf und erstarrte bei dem Bild, was sich bot. Der Flur war mit Kerzen und Rosenblättern ausgelegt, die ihn ins Wohnzimmer führten. Und er hielt sich für seine Aussage gerade kitschig…

Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und sein Kopf war wie leergefegt, als er ein wahres Lichtermeer sah. Der Esstisch war edel eingedeckt, mit Stoffservietten und dem teuren Silberbesteck, das ihnen Kenny zum Einzug geschenkt hatte.

Erst jetzt bemerkte er auch den köstlichen Geruch, der aus der Küche strömte und schließlich zwei Arme, die ihn von hinten umarmten.

„Happy Birthday“, hauchte Eren ihm ins Ohr, ehe er seichte Küsse in seinem Nacken verteilte.

„Was…? Wow… Das ist… Wow!“, war alles was Levi auf die Schnelle herausbrachte.

„Hunger?“, fragte Eren und biss ihm leicht ins Ohrläppchen, was einen angenehmen Schauer durch Levis Körper jagte.

„Mhm, aber bald nicht mehr auf Essen“, erwiderte Levi und drehte sich in Erens Armen, um ihn in einen verlangenden Kuss zu ziehen.

„Ich hab dein Lieblingsessen gekocht“, meinte Eren, als sie sich wieder voneinander lösten und Levi spähte an ihm vorbei.
„Bruschetta und Spaghetti al Limone.”

Levis Magen knurrte alleine schon bei dem Gedanken. Eren konnte sein Leibgericht aus dem ‚Flower Wall‘ tatsächlich besser nachkochen, als es eh schon war. Ganz zu schweigen von seinem Bruschetta.

„Na fein, ich geh mich kurz umziehen“, gab sich Levi geschlagen.

Nach einer kurzen Dusche entschied er sich tatsächlich dem Anlass entsprechend wieder für eine dunkelblaue Jeans und einen lockergeschnittenen schwarzen Pullover.

Er war immer noch überwältigt von den ganzen Kerzen und Rosen, die überall verteilt herumstanden. Sie tauchten den Raum in ein schummriges Licht und verliehen ohne großes Zutun eine romantische Atmosphäre.

Als hätte Eren nur auf ihn gewartet, erschien er auch schon mit zwei Tellern Pasta, die er abstellte, um danach beiden ein Glas Weißwein einzuschenken. Levi befand, dass er heute auch besonders gut aussah, in dem weißen Hemd, die Ärmel ein wenig hochgekrempelt.

„Oh Shit, häng‘ das Polizistenleben an den Nagel und werde mein Koch“, schlug Levi seufzend zwischen zwei Bissen vor, was Eren schmunzeln ließ.

„Wenn dir meine andere Überraschung auch so gut gefällt…“, murmelte Eren leise vor sich hin.

Levi hob fragend eine Augenbraue, doch Eren schien nicht weiter darauf eingehen zu wollen, daher ließ er das erstmal unter den Tisch fallen.

„Wieso das hier eigentlich alles?“

Schulterzuckend biss Eren von seinem Bruschetta ab, kaute hinter vorgehaltener Hand und gönnte sich noch einen Schluck Wein, bevor er antwortete.
„Ich wollte dir einfach einen schönen ersten Geburtstag in dieser Wohnung bereiten. In unserer Wohnung. Um genau zu sein…“

Eren holte tief Luft und erhob sich. Auch wenn sie eigentlich erst zu essen begonnen hatten, wusste er nicht, ob sich noch einmal eine solch gute Gelegenheit bot.
Mit etwas zittrigen Fingern kramte er eine kleine Schachtel aus seiner Hosentasche und kniete sich vor Levi.

„Bevor du durchdrehst: Es ist nicht das, wonach es aussieht!“, wehrte Eren lachend ab, als er Levis entsetzten Blick sah und er öffnete die Schachtel.
Dort befanden sich zwei schlichte, silberne Ringe.
„Ich wollte noch ein Zeichen für unsere Verbundenheit setzen und keine Ahnung… Vielleicht haben Mikasas Manga auf mich abgefärbt, aber ich fand die Idee eigentlich ganz schön und wow… Ich hatte das alles eigentlich viel anders geplant.“

Leicht betrübt ließ er den Kopf hängen, ehe er doch etwas unsicher den Blick wieder auf Levi richtete.
„Ich kann verstehen, wenn du das nicht möchtest…“

„Jetzt sei doch einfach mal still“, hielt Levi dagegen und nahm Erens Kopf in seine Hände.
„Es ist perfekt, okay? Ich liebe es. Ich liebe dich.“

„Ich liebe dich auch“, erwiderte Eren sanft, lächelte breit und steckte Levi schließlich einen der beiden Ringe an.

Levi tat dasselbe bei Eren und konnte nun auch ein Lächeln nicht verhindern. Genauso wenig wie die Wärme, die ihn durchströmte. Eren hatte recht, es war ein Zeichen der Verbundenheit. Ein Zeichen, dass sie zusammengehörten. Ein Paar waren. Und nach alldem, was sie durchgemacht hatten, was Eren für Schwierigkeiten mit dem Thema hatte, war es für Levi umso bedeutungsvoller.

Voller Freude und überschäumend vor Liebe schmiss er sich in Erens Arme, der ins Taumeln geriet, aber ihn gerade noch so auffing. Ihre Lippen trafen sich zu einem Kuss, der ihr lautes Lachen dämpfte und stattdessen etwas anderes entfachte. Leidenschaft. Lust.

Gierig schoben sich Erens Hände unter Levis Shirt, während sich dieser an den Hemdknöpfen seines Gegenübers zu schaffen machte. Trotz einer gewissen Routine, die sich über die Jahre aufgebaut hatte, erfreute sich Levi immer noch an der weichen Haut unter der gut definierte Muskeln lagen, die sich so hervorragend unter seinen Fingerspitzen anfühlten.

Eren stöhnte in den Kuss, als er die zarten und doch bestimmenden Berührungen Levis fühlte, die sich immer mehr seinem Hosenbund näherten. Reflexartig spannte er seine Bauchmuskeln an und eine leichte Gänsehaut überzog seinen Körper.

„Wollen wir das vielleicht wo anders hin verlegen?“, schlug er keuchend vor und erntete nur ein Nicken.

Ohne groß zu Zögern erhob er sich mit Levi in seinen Armen und trug ihn die Treppen hoch in ihr Schlafzimmer. Als er das extragroße Bett sah, dass sie sich gemeinsam angeschafft hatten, huschte ein dreckiges Grinsen über sein Gesicht. Das würden sie diese Nacht definitiv ausgiebig nutzen.

Vorsichtig setzte er Levi auf dem Bett ab, streifte ihm sein Shirt über den Kopf und verwickelte ihn in einen stürmischen Kuss.

Levi ließ sich in die weiche Matratze fallen, zog Eren mit sich und dirigierte dessen Kopf zu seinem Hals. Eren verstand und ließ seine Zunge an der Halsschlagader entlanggleiten, zupfte mit den Zähnen an der dünnen Haut, hinterließ deutliche Spuren, ehe er immer weiter südlich wanderte.

Die Jeans öffnete er mit seinen Zähnen, was ihm einen erstaunten und zugleich lüsternen Blick von Levi einfing, ehe er sie ihm hastig mitsamt Boxershorts von den Beinen zog.

Erneut fand sich Eren zwischen den Beinen seines Geliebten wieder, verteilte flüchtige Küsse auf den Oberschenkelinnenseiten, ehe er austestend mit seiner Zunge eine heiße Spur auf Levis Erregung hinterließ. Scharf einatmend wanderte Levis Hand in die braunen Strähnen Erens, verstärkte ihren Griff, als dieser seine Bewegungen intensivierte, beinah quälend langsam seine Spitze umspielte.

„Fuck Eren!“

Schief grinsend blickte dieser nach oben und verlor sich in den lustgetränkten grau-blauen Augen, in die er sich so verliebt hatte. Verlangend zog Levi ihn zu sich und vereinigte ihre Lippen zu einem stürmischen Kuss. Er wusste nicht, woher gerade all diese Gefühle herkamen, aber es war ihm auch egal. Er wusste nur, dass er so viel Liebe empfand und alles von Eren wollte, sich ihm vollkommen hingeben wollte. So griff er blindlings in die Schublade, kramte nach dem Gleitgel und drückte es Eren in die Hand.

„Heute bist du dran“, kommentierte er die Aktion und sein Mundwinkel wanderte verschmitzt nach oben.

Etwas die Stimmung ruinierend legte Eren den Kopf schief und sah ihn fragend an.
„Bitte was?“

„Fick mich, Eren. Oder willst du nicht?“, raunte Levi ihm ins Ohr.

„Oh verdammt, doch!“, kam es hastiger als geplant und eine Welle an Lust überschwemmte ihn.

Es war nicht so, dass Eren ein Problem mit ihrer Rollenverteilung hatte – hatte Levi das ja relativ frühzeitig klargestellt – allerdings würde er das Angebot sicher nicht ausschlagen. Auch wenn er jetzt doch ein wenig nervös wurde.

Levi bemerkte Erens Unsicherheit und auch ihm rauschte das Blut in den Ohren, aber nichtsdestotrotz wollte er das hier wirklich und anhand von Erens Reaktion er auch.

„Ich vertrau‘ dir“, flüsterte er daher und sah ihm eindringlich in die Augen.

Eren nickte, küsste ihn erst zärtlich, dann immer verlangender. Ihre Zungen umspielten einander, während er vorsichtig einen befeuchteten Finger in ihn schob. Er bemerkte, wie Levi sich kurz verkrampfte, doch ihm dann sogar mit seinem Becken entgegenkam. Lächelnd versuchte sich Eren an Finger Nummer zwei und ein Stöhnen huschte Levi über die Lippen.

Nach dem Dritten keuchte Levi plötzlich ein „Genug!“ und Eren war zwar etwas skeptisch, doch auch mehr als erleichtert. Er trug immer noch seine momentan viel zu enge Jeans und seine Erregung bettelte regelrecht nach Aufmerksamkeit.
Doch Levi schien Gedanken lesen zu können oder er war schlichtweg ungeduldig, als er an dem Hosenknopf nestelte.

„So stürmisch“, neckte Eren, während er sich die nun lose Hose von den Beinen streifte.

„Du bist einfach nur langsam“, spottete Levi. Allerdings wenig glaubhaft, so wie er gerade auf dem Bett lag. Schweratmend, rote Wangen, Hals, Brust und Oberschenkel mit Knutschflecken verziert. Wunderschön.

Noch kurz genoss Eren den Anblick vor sich, ehe er ein geknurrtes „Eren!“ vernahm und den widerwilligen Blick mit einem Kuss wegwischte. Als er nach einem Kondom angeln wollte, schüttelte Levi mit dem Kopf.

„Was ich darf, darfst du auch“, meinte er nur und Erens Herz hüpfte aufgeregt in seiner Brust.

„Scheiße, Levi! Du bringst mich wirklich um den Verstand“, brachte er mit heiserer Stimme hervor und küsste ihn erneut.

Währenddessen drang er vorsichtig und langsam in ihn ein, was Levi anscheinend wieder einmal zu langsam war. Bestimmend schlang er ein Bein um Erens Hüfte, was sie beide gleichzeitig aufstöhnen ließ. Eren musste sich arg zusammennehmen, um nicht auf der Stelle zu kommen, so betörend war die heiße Enge, doch diese Blöße würde er sich sicher nicht geben.

Erneut bewegte Levi ungeduldig sein Becken und Eren würde dieser stummen Aufforderung nur zu gerne nachkommen. Die eine Hand hob etwas die schmale Hüfte an, während sich die andere mit der von Levi verschränkte. In beständigem Rhythmus und Tempo stieß er in den bebenden Körper unter sich und nun hatte auch Levi seine Stimme nicht mehr unter Kontrolle.

„Ah fuck ja! Da!“, schrie Levi plötzlich und Eren behielt den Winkel so gut es ging bei.

Lautes Stöhnen und Keuchen erfüllte den Raum, während die Bewegungen immer unkoordinierter wurden. Levi kratzte haltsuchend Erens Rücken entlang, hinterließ tiefe, rote Striemen.

Mit einem stummen Schrei ergoss sich Levi schließlich zwischen ihren verschwitzen Körpern und auch Eren ergab sich endlich seinem Höhepunkt.
Ein gestöhntes „Oh Gott, Levi!“ verließ seine Lippen, ehe er seinen Kopf kraftlos in Levis Halsbeuge vergrub.

„Du bist schwer“, gab Levi irgendwann von sich. Eren lachte, rollte sich jedoch von Levi herunter.

„Wieso?“, wollte Eren wissen und Levi zuckte nur mit den Schultern.

„Keine Ahnung. Ich hatte einfach das Bedürfnis danach. Nicht gut?“

„Oh scheiße doch!“

„Gewöhn‘ dich bloß nicht dran, Balg“, entgegnete Levi schmunzelnd.

„Ich liebe dich auch“, meinte Eren nur und zog Levi in seine Arme.

„Was ist eigentlich mit den Kerzen?!“, rief Levi entsetzt aus.

„LED“, antwortete Eren entspannt, hauchte Levi einen Kuss auf den Scheitel und zog ihn in seine Arme.

***

Am nächsten Morgen wachte Levi vor Eren auf und befand nach einem Blick auf seinen Wecker, dass es definitiv zu früh war, um auch ihn zu wecken.
Daher wand er sich vorsichtig aus der Umarmung und schlich sich leise aus dem Schlafzimmer.

Er streifte sich eine Sweatjacke von Eren über, zog sich im Flur seine die Jahre überdauernden Birkenstock an und betrat über das Wohnzimmer ihre großzügige Dachterrasse.

Es war eindeutig zu kalt, um nur in diesen Klamotten hier draußen zu stehen, doch es hatte auch etwas Beruhigendes. Er zündete sich eine Zigarette an, nahm einen tiefen Zug und sah sich die friedliche Umgebung an. Es war bei Weitem nicht vergleichbar mit der Aussicht, die er vorher hatte. Ganz zu schweigen von der Geräuschkulisse.

Irgendwie kam ihm diese Situation bekannt vor, vor allem als sich zwei Arme von hinten um ihn schlangen und ihm ein verschlafenes „Guten Morgen“ ins Ohr flüsterten.

„Ich wollte dich nicht wecken“, meinte Levi entschuldigend, doch erntete nur ein Kopfschütteln.

„Schon gut. Aber ist dir nicht kalt?“

„Ein wenig“, antwortete Levi leise lachend.

„Dann komm‘ doch wieder rein“, schlug Eren vor.

„Nur noch ein bisschen“, murmelte Levi und hielt ihre verschränkten Finger gegen den hereinfallenden Sonnenstrahl.

Das Licht reflektierte sich an den schmalen Silberringen ihrer linken Hand. Es fühlte sich ein wenig so an wie ein neuer Abschnitt ihres Lebens und beide waren gespannt, was noch auf sie zukommen würde. Sie hatten sich und ihre Liebe – das würde einiges überstehen.


~

Ja wow, es ist tatsächlich vorbei vorbei! :D
Der Epilog ist länger geworden als ich dachte und trotzdem hätte ich gerne irgendwie noch mehr erzählt. Aber dennoch bin ich ganz zufrieden damit.

Allgemein ist diese Geschichte sowas von „ausgeartet“. Geplant war eine süße Story, gepaart mit ein wenig Selbstzweifel und keine psychopatische Entführungsstory :D aber gut, ein paar Ideen und Sprachnachrichten später entstand dann das! Lieben Dank hier auch an meine Freundin Tanja <3

Ich hoffe, es hat euch genau so Spaß gemacht, wie mir! Vielen lieben Dank auch an alle Review-Schreiber – ich hab mich über jeden einzelnen gefreut! :)
Auch über jeden Favorit, jedes Sternchen, jeden einzelnen Leser. Merci!

Das war’s mit ‚Between the Shelves’! :)

Alles Liebe
Lisa <3
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