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Tochter des Sonnenaufgangs

von Kandor
GeschichteAbenteuer, Drama / P16 / Mix
Aragorn Frodo Gandalf Gimli Legolas OC (Own Character)
13.06.2021
25.11.2021
18
64.644
6
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25.11.2021 3.726
 
Sera duckte sich unter dem Schwertstreich hindurch, sie wollte gerade nach vorne vorstoßen als sie Elladans Knie ins Gesicht bekam. Sie kippte nach hinten um in den Sand des Übungsplatzes und blieb liegen während sie Sterne sah „Das verfluchte Klingenohr, hat seine Lektion gelernt, nochmal so leicht komm ich nicht an ihn ran" dachte sie während sie mit der Zunge prüfte, ob sie noch alle Zähne hatte, währenddessen ließ sich Elladan von den restlichen Kriegern feiern, die ihrem Kampf zu gesehen hatten. „Alles in Ordnung, Sera?", fragte sie Elrohir der sich über sie beugte. „Ja, ich genieße nur ein bisschen den Anblick des Himmels und versuche nicht vor Scham zu sterben" gab sie leicht angesäuert zurück, es konnte doch echt nicht sein das der Elb sie so schnell umgehauen hatte. „Übermut, Arroganz und Unvorsicht sind der schlimmste Feind eines jeden Kriegers" hörte sie die Stimme ihres alten Waffenmeisters aus ihrer Jugend an ihr Ohr dringen „Wieso muss Arass Doppelmund bloß immer recht haben. Irgendwann muss selbst dieser alte Bär doch mal falsch liegen" doch das war bis jetzt zu Seras unendlicher Resignation nie vorgekommen, oder sollte sie froh darüber sein, dass Doppelmund, und später Volodrice die Eiserne, sie so gut auf alles vorbereitet hatten. Arass hatte seinen Beinamen daher, dass ihm während einer Schlacht, drei Jahre vor Seras Geburt, die Kehle durchgeschnitten worden war, er hatte dieses vermeidlich sichere Todesurteil nicht nur überlebt, nein er war auch in den Rängen aufgestiegen und als Sera sieben wurde, war er Waffenmeister auf der Festung der Vrey geworden, trainierte die nächste Generation der Krieger mit seiner ruppigen Art und einer Stimme die immer Klang als hätte er eine schlimme Erkältung. Ihr Aufmerksamkeit wandte sich wieder der Gegenwart zu, als Elrohir ihren Arm packte, um ihr aufzuhelfen. Als sie sich erhoben hatte, ging sie zu Elladan und gab ihm die Hand „Gut gekämpft, morgen gewinne ich" drohte sie dem Elben an. Dieser grinste nur und erwiderte dann „Wir werden sehen". Nachdem ihre Ehre ein Trostpflaster bekommen hatte, indem sie einen jungen Elbenkrieger im Übungskampf fast die Rippen brach, verabschiedete sie sich und machte sich auf den Weg zu ihrem Zimmer, um sich zu waschen und für das Mittagessen umzuziehen.

Es waren sechs Wochen seit dem Fest zu Gandalfs Ankunft vergangen, der Zauberer war am nächsten Tag nach Süden aufgebrochen und seit dem nicht zurückgekehrt. Die ersten Wochen war es ihr von Elrond verboten worden, sich körperlich anzustrengen, damit ihre Wunde heilen konnte. So hatte sie viel Zeit in der Bibliothek von Bruchtal verbracht, hatte mit Bilbo an einem Lied über Kyras gearbeitet und auch ihre Versuche die elbische Sprache zu erlernen wurden von ihr wieder aufgenommen, mittlerweile konnte sie sich immerhin in alltäglichen Situationen verständlich machen, auch wenn sie immer noch einen Akzent wie eine rostige Säge hatte wie Elanor behauptete, diese klang auch nicht viel besser in ihrem Versuch Dera´phrem (Seras Muttersprache) zu erlernen, aber dies würde mit genug Zeit und Übung alles noch werden. Nach zwei Wochen hatte Elrond endlich sein Einverständnis gegeben, dass Sera das Training wieder aufnehmen konnte, vorher hatte sie nur beim Training der anderen zusehen können, einen Umstand, der ihr zwar die Möglichkeit gab, die Fähigkeiten ihrer Übungspartner zu begutachten bevor sie gegen sie kämpfte, es machte sie jedoch auch wahnsinnig, dass sie nicht mitmachen durfte. Als sie endlich auf dem Übungsplatz stand hatte sie Elrohir innerhalb von Sekunden zu Boden geworfen, er hatte nicht aufgepasst, weil er dachte das ihre Verletzung sie noch zu sehr einschränkte. Dies behauptete er jedenfalls, wenn Sera ehrlich war glaubte sie jedoch mehr daran das er sie unterschätzt hatte, weil sie zum einen eine Frau zum anderen ein Mensch war „Da hat er aber geguckt" dachte sie schmunzelnd, in den Wochen die folgten hatte sie sich am Morgen mit den Elben gemessen und war am Nachmittag in die Bibliothek gegangen, wo sie manchmal auch gegen Glorfindel oder die Zwillinge Schach gespielt hatte, hierbei wurde sie am Anfang ziemlich vernichtet, aber mittlerweile glaubte sie es zumindest mit den Zwillingen aufnehmen zu können, Glorfindel war eine härtere Nuss sowohl auf dem Schachbrett wie auch auf dem Übungsplatz konnte es niemand mit dem Elbenfürsten aufnehmen, ihre Rippen konnten davon nur ein Lied singen.    

In ihrem Zimmer warf sie zunächst ihre verschwitzten Trainingssachen von sich und wusch sich dann mit dem Wasser aus einer Schale, die jeden Tag von den Dienern ausgetauscht wurde, den Schweiß und Schmutz von der Haut. Es war schon seltsam wo sie gelandet war, von den Reichen am Binnenmeer erst nach Thal und jetzt saß sie in einer Elbenfestung auf der Westseite der Nebelberge, ob wohl schon mal jemand aus Rhun soweit nach Westen gegangen war? Mit einem Kopfschütteln hieß sie sich eine Idiotin, natürlich war dies schon vorgekommen, alle Menschen waren an den Ufern der Morgensee im Lande des Ursprungs erschaffen worden, das die Elben und Westlinge als Hildorin bezeichneten. Und selbst wenn man diese außer Acht ließ waren doch die Menschen unter Ulfang und Bor nach Westen gezogen, auch wenn sie nicht glaubte das diese allzu viel mit ihren Leuten oder den anderen Menschen die zu jener Zeit noch nicht einmal mal die Roten Berge überschritten hatten,  zu tun hatten. Ihre Überlegungen über die Wanderbewegungen der Menschen wurden von einem Klopfen unterbrochen „Wer ist da?" rief sie zur Tür. „Ich bin es, Elanor" kam die Antwort der Elbin von der anderen Seite der Tür. „Warte kurz, ich komme gleich", antwortete sie, während sie ihre Bemühungen wieder aufnahm, sich trocken zu rubbeln und gleichzeitig zu ihrem Bett hüpfte, auf dem schon ihre Kleidung für den Rest des Tages lag, für sie bestand diese aus einer roten Tunika, einer grauen langen Stoffhose, deren Beine sie in ihre Stiefel steckte. Als sie fertig angezogen war, öffnete sie der anderen die Tür und bat sie mit einer Handbewegung einzutreten. Die Elbin sah noch recht zerzaust aus, was wahrscheinlich daher kam, da sie heute einen Ausritt gemacht hatte, um einmal aus Bruchtal herauszukommen, in den nächsten Tagen wollte sie Sera begleiten um sich auch die Umgebung von Bruchtal einmal anzuschauen. „Was ist denn los, dass du hier so zerzaust auftauchst?", fragte sie die Freundin mit einem Grinsen. Elanor schob sich an ihr vorbei, ihr war anscheinend nicht nach Spaß zumute „Einige Jäger aus einem der Dörfer im Norden haben gesehen wie Orks aus den Ettenöden nach Süden marschieren. Herr Elrond hat seine Berater und Hauptleute zu sich gerufen und wir sollten dort auch hin" beantwortete sie ihre Frage. „Warte kurz, was für Jäger und was für Dörfer?", fragte Sera verwirrt. Die Elbin blickte sie mit sichtlichem Erstaunen an „Du hast doch nicht geglaubt das alle Elben über die Herr Elrond herrscht, hier leben? Hier lebt vielleicht ein Viertel der Elben, der Rest lebt in versteckten Dörfern und Festungen überall zwischen den Nebelbergen und dem Bruinen verteilt. Und besagte Elben kommen aus einem Dorf, das sogar jenseits des Flusses nördlich der Trollhöhen liegt. Die Orks trauen sich eigentlich nicht so weit nach Süden und wenn dann werden sie von den Dunedain bekämpft. Das sind für sie jedoch viel zu viele". Jetzt verstand sie das Ganze, sie hatte sich keine Gedanken um das Reich von Herrn Elrond gemacht, aber es war logisch das Bruchtal versorgt werden musste, man konnte die Bevölkerung nicht mit dem bisschen, was im Garten wuchs, ernähren. „Gut, ich verstehe. Lass uns gehen" die Elbin nickte und zog sie dann mit sich durch die Gänge Bruchtals.

Während sie durch die Gänge eilten, sah Sera viele Elben aufgeregt miteinander redeten „Dieses Reich hatte lange Frieden" dachte sie, in ihrer Heimat wäre das Ganze mit viel weniger Hysterie aufgenommen worden, war dies doch immer eine Möglichkeit in ihrer aller Leben gewesen, auf das sie sich vorbereitet hatten. Hier jedoch schienen selbst die Krieger nicht zu wissen was nun geschehen sollte, nur einige Elben von denen sie wusste das sie zu den Ältesten und Erfahrensten gehörten, verströmten eine Ruhe und Gefasstheit wie sie sie von den Hedarati (wötl. Gefährten, das bewaffnete Gefolge eines Fürsten, meist Veteranen und der harte Kern der Derazym Armee) ihres Vaters kannte. Sie erreichten den Saal, in dem das Festessen stattgefunden hatte, jetzt war der Tisch nicht mit Speisen bedeckt, sondern mit Landkarten, um diesen herum standen etwa zwei Dutzend Elben, darunter auch Glorfindel, die Zwillinge, Erestor und Lindir sowie viele Berater und Hauptleute, die sie nur vom sehen kannte. Elrond und die anderen hörten sich gerade den Bericht eines Elben mit Brauen Haaren, an der komplett in Grün gekleidet war, dies musste einer der Jäger sein, von denen Elanor gesprochen hatte. Ihr Sindarin war noch lange nicht perfekt, aber sie konnte immer hin aus dem Zusammenhang ziehen worüber gesprochen wurde. Als der Jäger seinen Bericht beendet hatte, verneigte er sich und Elrond sprach „Wir müssen die Dörfer jenseits des Bruinen aufgeben und uns hinter den Fluss zurückziehen. Die Übergänge müssen gesichert werden und alle Orks die sich nähern, müssen bevor sie ihre Entdeckung berichten können vernichtet werden. Der Standort von Bruchtal muss ein Geheimnis bleiben, dies ist unser bester Schutz" beendete er seine Anweisungen, war dies alles, sie wollen sich einfach verkriechen und hoffen, dass die Orks sie nicht fanden?

„Darf ich auch sprechen, Fürst Elrond?", fragte Sera bevor sie sich bewusst war, was für Konsequenzen dies hätte. Der Fürst von Bruchtal blickte sich kurz irritiert um, er hatte offensichtlich nicht gemerkt wie Sera in den Raum getreten war, als er sie erblickte nickte er ihr zu, woraufhin sie zu sprechen anfing „Ich glaube nicht, dass es gut ist den Orks so viel Land preis zu geben, wir sollten ihnen entgegentreten und sie so weit von Bruchtal und den anderen Siedlungen fern halten wie möglich". Viele Elben betrachteten sie mit Geringschätzung, wie konnte es ein Billwissmensch wagen Herrn Elrond zu widersprechen und ihn offen zu kritisieren? Sera merkte wie ihre Knie bleiern wurden, was tat sie hier bloß? Dies war nicht ihre Heimat und Elrond hatte, wenn sie richtig rechnete, über 6000 Jahre der Erfahrung, wie konnte sie es wagen ihm einen Rat zu geben? Sie spürte eine Hand an ihrem Arm, als sie sich umblickte sah, sie Elanor die ihr aufmuntern zu lächelte, ihr Blick ging wieder nach vorne sie die Blicke von Glorfindel und der Zwilling die sie zustimmend anblickte, sie waren offensichtlich ihrer Meinung. Wofür fürchtete sie sich? Sie hatte kurz gelebt, aber wie man Krieg führte, das wusste sie und sie war es Herrn Elrond schuldig ihm ihre Meinung zu sagen, die anderen hatten zu viel Respekt vor ihm und waren ihm zu Gehorsam verpflichtet, sie kam von außen und war freier in ihren Gedanken. „Wieso sollten wir Land verteidigen, das für uns praktisch nicht von Bedeutung ist? Fast alle unserer Siedlungen liegen diesseits des Flusses und bevor die Orks soweit nach Süden kommen werden sie die Täler im Norden nach uns durchsuchen. Außerdem haben wir nicht genug Waffenträger um es mit dieser Menge an Feinden aufzunehmen" antwortete Elrond, da war jedoch ein Unterton der ihr verriet, dass er bereit war sich ihre Ideen anzuhören, er bewies das er ein guter Herrscher war und die Einwände anderer ernst nahm. Sie trat an den Tisch heran und stand Elrond nun direkt gegenüber „Das Land nördlich des Flusses gibt uns strategische Tiefe, es ist richtig, die Bewohner dieses Landes nach Bruchtal zu bringen, damit sie den Orks nicht in die Hände fallen. Wenn wir dieses Land nicht verteidigen wissen die Orks, dass es dort nicht gibt, was sich lohnt zu verteidigen..." der Herr von Bruchtal führte ihren Gedanken weiter „... wenn wir sie jedoch auch dort bekämpften können sie nicht sagen, dass Bruchtal auf dieser Seite des Bruinen liegt. Aber dies ändert nichts an der Tatsache, dass wir ihnen hoffnungslos zahlenmäßig unterlegen sind. Wie wollt ihr dieses Problem lösen?" Sera nickte, mit diesem Einwand hatte sie gerechnet „Zunächst wäre meine Frage an Fürst Glorfindel. Ihr als Heermeister Bruchtals, könnt uns sagen wie viele Krieger wir zur Verfügung haben ihnen entgegenzutreten. Also wie viele?" der silber haarige Elb blickte sie mit sichtlicher Zustimmung an, er ahnte vielleicht schon etwas von ihrem Vorschlag „Wir können etwa 150 Waffenträger aus der Garnison von Bruchtal abziehen und aus den restlichen Siedlungen bekommen wir vielleicht noch einmal 300 Waffenträger, diese werden jedoch leichter ausgerüstet sein und meist aus Milizionären bestehen"  „Das könnte reichen" dachte Sera während sie sich die Zahlen einprägte. Ein Elb unterbrach ihre Gedanken, als er rief „Das sind immer noch zu wenige, um sich mit Tausenden Orks anzulegen. Das ist Wahnsinn! Dieser Ostling wird uns alle in den Tod reißen und ist vielleicht sogar auf Saurons Befehl hier" einige Elben ließen Zustimmung erkennen, wenn auch der Großteil der Elben, sowie fast alle Offiziere der Garnison die Ankläger mit finsteren Blicken musterten. Bevor sie sich selbst gegen die Anschuldigungen verteidigen konnte, schlug Elrond mit seiner Hand auf den Tisch „Wie könnt ihr es wagen einen geschätzten Gast und eine verdiente Soldatin in meinen Hallen als Verräterin zu bezeichnen. Während sie nur ihre  Meinung vertritt und mich berät, was eigentliche eure Aufgabe wäre, Baron Firofin" der Baron sank sichtlich während den Worten Elronds in sich zusammen, dieser beachtete ihn nicht weiter und wandte sich mit einem auffordernden Blick wieder Sera zu „Ihr wolltet mehr sagen".

Sera verneigte sich und stellte die nächste Frage an Glorfindel „Als ich mit der Garnison trainiert haben erschien es mir das sie vor allem mit Lanze, Langschwert und Bogen aus dem Sattel heraus kämpfen, kämpfen die Milizionäre auch so? Und haben wir auch genug Pferde für diese? Und wie sieht es mit der Versorgung aus können wir genug Packtiere mitnehmen, um einige Zeit unabhängig zu agieren?" der Elb bejahte jede ihre Fragen, sie sprach wieder zu Herrn Elrond „Mein Vorschlag wäre die Milizionäre mit der Ausrüstung, die in den Waffenkammern lagern, auszustatten, diese Quellen schier über von Waffen und Rüstungen, wie ich gesehen habe. Was die Anzahl der Orks angeht" sie blickte den Baron kurz an „Orks ziehen nicht in geschlossenen Heeresverbänden, sondern in vielen Meuten durchs Land. Wir werden also eine Taktik anwenden, die mein Volk als den „herabstürzenden Kormoran Schwarm" bezeichnet. Wir greifen mit unseren Lanzenträgern und beritten Bogenschützen die schwächeren Meuten an oder stürzen uns auf die größeren und erschlagen so viel wie möglich bevor sie reagieren können und ziehen uns dann zurück. Alle können wir nicht erschlagen, doch wir werden sie demoralisieren, Orks sind Feiglinge und sie werden sicher irgendwann brechen. Mit einem Sprichwort meines Volkes „Angst schneidet tiefer als jedes Schwert", ich schlage außerdem vor das wir, wenn wir Nachschub aus Bruchtal bekommen uns mit den Kriegern die diese bringen an verschiedenen Orten treffen damit die Orks unseren Spuren nicht nach Bruchtal folgen können. Dies hätte zudem den Vorteil, dass wir Verletzte nach Bruchtal schicken können und frische Truppen von hier bekommen können. Dies wäre mein Vorschlag, Fürst Elrond, erlaubt ihr das wir ihn umsetzen?" sie verneigte sich vor dem Fürsten und erwartete seine Entscheidung, dieser dachte nach und ließ sich Zeit mit seiner Entscheidung „Euer Plan ist gut, kann ich euren Worten entnehmen, dass ihr mit in den Krieg reiten wollt?" Sera nickte entschlossen und auch Elanor trat an ihre Seite und signalisierte so, dass auch sie mitzukommen gedachte. „Gut, dieser Plan gibt uns die besten Erfolgsaussichten. Ich werde die Truppen nach Norden führen, Sera und Elanor werden uns auch begleiten. Entsendet Boten in die Siedlungen und überbringt ihnen meine Befehle" nach diesen Worten machten sich die verschieden Elben an ihre Aufgaben

5 Tage später

„Was für ein Anblick" dachte Sera, während sie das Treiben unter sich im Hof betrachtete. Unter ihr bereiteten sich Hunderte Elben auf den Krieg vor, kontrollierten Waffen, Rüstungen, Vorräte und Pferde, auch in den anderen Höfen Bruchtals sah es ähnlich aus, Glorfindel war sogar zu pessimistisch mit seiner Einschätzung ihrer Truppenstärke gewesen, sie verfügten mittlerweile über 540 Elbenkrieger und 40 Dunedain die sich ihnen auch angeschlossen hatten. Man konnte deutlich den Unterschied zwischen den Berufskriegern Bruchtals und den Milizionären erkennen, da sich letztere noch nicht an ihre neuen Rüstungen gewöhnt hatten, die sie aus den Waffenkammern Bruchtals erhalten hatten. Die Schmiede waren um ihre Aufgabe wirklich nicht zu beneiden gewesen, Rüstungen mussten instandgesetzt und an ihre neuen Träger angepasst werden, den Schmieden kam entgegen, dass es so viel Auswahl gab, sodass sich die Änderungen in Grenzen hielten, trotzdem hatten sie die letzten Tage nicht allzu viel Schlaf bekommen. Mit einem Schulterkreisen versuchte Sera ihre Muskeln zu lockern, auch sie hatte eine Rüstung bekommen, zwar keinen vollen Plattenharnisch da diese für die Körperform von größeren männlichen Elben geschmiedet worden waren, aber sie hatte zumindest ein Knie langes Kettenhemd, Arm- und Beinschienen sowie einen Helm bekommen. Sie hatte die Rüstung seit dem sie sie vor vier Tagen erhalten hatte nur zum Baden ausgezogen, um sich wieder an das Tragen einer Rüstung zu gewöhnen, ein Umstand der zu einigen hämischen Blicken geführt hatte, bis sich die restlichen Krieger mit ihr solidarisiert hatten und auch nur noch in ihren Rüstungen herumliefen, inklusive Herr Elrond der seine alte Rüstung hervorgeholt hatte, die nach den Geschichten, die Elanor und Arwen Sera erzählt hatten, mehrere Tausend Jahre alt war und ihrem Herrn schon in vielen Schlachten gute Dienst geleistet hatte. Sie streckte sich, sie war es echt nicht mehr gewöhnt in einer Rüstung zu stecken, in ihrer Zeit bei Bolgar hatte sie, wenn überhaupt nur eine Lederrüstung getragen, selbst zu ihrer Zeit bei den Schwestern hatte sie nur einen Leinenpanzer getragen, nun stand sie hier besser gepanzert als je zuvor, die Art wie sie kämpfen würde wäre auch eine andere, während der Sarame ki´Zerya (Jahre des Blutes) hat sie als Leichte Infanteristin gekämpft nun jedoch gehörte sie der mittelschweren Reiterei an, „Auch mal interessant" dachte sie mit einem glucksen. Sera hatte sich auch in den letzten Tagen mit ihrem neuen Pferd beschäftigt, sie hatte vielleicht nie der Reiterei angehört, aber die Far i´Karatim (Speerschwestern oder Schwestern des Speers) waren auch als Kundschafter eingesetzt worden, so war es nicht verwunderlich, dass sie auch Pferde genutzt hatten. Aber es war doch immer noch ein Unterschied zwischen den schnellen und ausdauernden Reitpferden, die sie damals im Krieg und dann als Söldnerin geritten war, und dem Schlachtross, das sie inzwischen bekommen hatte, Belvelek hätte wahrscheinlich nach einem Tag mit ihr in Rüstung auf ihrem Rücken wütend die Arbeit verweigert. Sera wusste von Muraziel (siehe Kapitel 8) und anderen Reitersoldaten das Schlachtrösser an sich schon eine Waffe waren und das sie sich an ihren Reiter gewöhnen mussten. Sera hatte sogar das Gerücht gehört, dass die Kataphrakte von Kade ihre Seele in einem Ritual vor Chastri (Gott des Windes und Vater der Pferde) an ihre Rösser banden, fast schon wie eine Hochzeit. So weit war sie dann doch nicht gegangen, aber sie und die Fuchsstute, die man ihr gegeben hatte, hatten sich in den letzten Tagen doch etwas kennengelernt, mit ein paar Karotten als Bestechung nebenbei merkt. Sie wog den Helm in den Händen, er ähnelte tatsächlich den Helmen, die die Hedarati der Derazym trugen, so gab dieser Helm ihr doch eine Verbindung zu den Kriegszügen ihrer Vergangenheit. Über die Situation musst sie lachen. „Was erheiterte dich?" vernahm sie Elanors Stimme hinter sich.

Als sie sich umgedreht hatte, kamen Elanor, Glorfindel, die Zwillinge und Elrond auf sie zu, sie verneigte sich leicht vor dem Herrn von Bruchtal, schließlich würde sie unter seinem Banner kämpfen. „Ich musste nur über die Situation lachen. Vor 3 Monaten habe ich noch Karren über die Handelsstraßen zwischen dem Erebor und den Eisenbergen eskortiert, vor 4 Jahren kämpfte ich in meiner letzten Schlacht wie ich damals glaubte und vor 8 Jahren saß ich vor einer Festung in den Roten Bergen" sie zuckte die Schultern „Und nun bereite ich mich darauf vor mit einem Elbenheer gegen Orks in einem Land zu kämpfen, von dem ich bevor ich die Nebelberge überquert, habe nie gehört hatte. Hätte man mir das damals gesagt hätte ich ihn für geisteskrank gehalten. Und doch stehe ich jetzt hier und ziehe für Bruchtal in die Schlacht" sie zuckte erneut mit den Schultern. „Hoffen wir das es mit uns ein besseres Ende niemand als mit euren alten Kampfgenossen" fügte Elrond bei, Sera konnte ihm nur zustimmen. Elrond trat inzwischen auch an das Geländer des Balkons und betrachtete das Gewusel unter ihnen „Ich hoffe, dass ich sie nicht in den Tod führe, ich habe schon zu viele der meinen fallen sehen" flüsterte er mit all der Last seines Lebens. Sera trat neben ihn und sprach „Das werdet ihr nicht und selbst wenn, besser sie kämpfen dort draußen, um ihre Familien zu beschützen als, wenn sie sich hier verkriechen und darauf warten, dass sie der Wolf holt. Ihr habt recht daran getan sie zu den Waffen zu rufen" der Elb nickte ihr dankbar zu und sagte dann „Wir sollten uns alle daran erinnern, dass wir etwas haben, wofür es sich zu kämpfen und zu sterben lohnt. Nun kommt, wir müssen bis zum Abend den Bruinen überschritten haben" mit diesen Worten ging er davon und die anderen folgten ihm. Im Hof bestiegen sie ihre Pferde und die Truppen setzen sich in Marsch, in Zweierreihen ritten sie über die Brücke in das Tal hinaus. Aus allen Fenstern wurde ihnen zu gewunken und Segenswünsche der Zurückbleibenden gesprochen, ein letztes Mal kehrte der Glanz der Elbenreiche der alten Zeit zurück, als die letzten ihre Erben sich aufmachten dem Dunkel entgegenzutreten, wie es die Ritter von Nargothrond, die Streiter von Doriath und die Verteidiger von Gondolin einst getan hatten. Fürst Elrond, der letzte hohe Fürst der Noldor, ritt an ihrer Spitze, hinter ihm seine Söhne, das Banner mit dem Abendstern in der Faust stolz erhoben und ihnen folgend Reihe um Reihe die Söhne Bruchtals, beseelt mit dem Licht der unsterblichen Lande. Die Orks hatten eine uralte Macht geweckt und schwarzes Blut würde in Strömen fließen.



Ich hoffe, dass sich das Ende nur halb so episch liest, wie ich sie mir in meinem Kopf vorstelle. Die Hochelben werden uns im nächsten Kapitel beweisen, dass mit ihnen nicht zu spaßen ist und dass die Orks schnell wieder in ihre Berge rennen sollten. Ich hoffe das es euch gefallen hat und ich euch auch beim nächsten Mal wieder begrüßen darf, bis bald - Kandor
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