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Shadow and Light

von nele-ges
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle OC (Own Character) Severus Snape
12.06.2021
24.11.2022
3
9.661
3
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
24.11.2022 3.467
 
Hallo ihr lieben,

Passend zum Beginn der Weihnachtszeit hat mich unter anderem das Harry Potter Feeling wieder gepackt. Ich wusste es. Das ist ein Zeichen! Nein Spaß. Ich hatte echt Lust meinen kleinen Fortschritt mit euch zu teilen. Ich habe auch schon ein paar Kapitel mehr geschrieben. Zugegebenermaßen ist die FF in eine etwas andere Richtung eingeschlagen, als ursprünglich geplant. Aber hey! Somit haben wir keinen Slow Burn, wie meine Liebe Beta immer sagt.

Genug geredet! Ich wünsche euch viel Spaß bei dem Kapitel. Lasst gerne ein kleines Review da.

LG Nele

__________

"Ich warte!", zischte Snape Liv entgegen. "I-Ich habe es gleich.", antwortete sich zitternd. Jetzt beiß die Zähne zusammen, dachte sie sich.

Nach einigen Momenten ging sie wieder zurück an das Bett. Sie spürte Snapes Blick auf ihrem Körper. "Los jetzt!", zischte er. Sie stellte ihre Gefühle zurück. Jetzt zählte nur ihr kleiner Bruder.

Lange ging das aber nicht gut, da Liv wieder eine Hustattacke bekam. Sie drehte sich kurz von Harry weg und bemerkte nach fast einer Minute das Wasser, welches sie von Hermine bekommen hatte. Sie griff nach der Flasche und trank einen Schluck daraus. Danach ging es auch wieder und sie konnte weitermachen.

Fünf Minuten später wurden sie aber schon wieder unterbrochen. Diesmal klopfte es. "Verdammt.", fluchte Liv leise. Sie wendete sich vom Bett ab und ging auf die Tür zu, öffnete sie gerade so, dass sie durch passte. Das war aber nicht schwer, da Liv dünn war.

"Nanu? Was wollt ihr denn?", fragte sie erstaunt, als sie die Tür hinter sich schloss und nach vorne sah. "Was ist mit Harry? Warum seid ihr plötzlich weg?", fragte Hermine skeptisch. Liv schloss kurz die Augen und zählte bis drei. "Ich kann euch nichts erzählen, wenn Harry nichts gesagt hat. Tut mir wirklich leid. Nur so viel, es geht ihm soweit gut. Er ist nur erschöpft. Seit dem Trimagischen Tunier schläft er nur sehr schlecht. Lasst ihn vielleicht erstmal etwas schlafen. Morgen sieht die Welt bestimmt anders aus.", sie zwinkerte den Störenfrieden zu und verschwand schnell wieder im Zimmer.

Sofort legte Snape wieder einen Stillezauber über das Zimmer. "Es geht Potter also gut?!", kam es lang gezogen von Livs Hauslehrer. Sie murrte kurz. Ach halt doch die Klappe, dachte sie. Natürlich würde sie sich hüten, diesen Gedanken je auszusprechen. "Glauben Sie wirklich, dass die Sturköpfe abgezogen wären, wenn ich gesagt hätte:

Hey, Harry ist nur von unseren Verwandten misshandelt worden. Das geht schon seit er klein ist. Professor Snape und ich kümmern uns aber um ihn. Macht euch keine Sorgen.", Liv sah Snape mit einer hochgezogenen Augenbraue an.

"Hör auf damit.", brummte er verstimmt und machte sich wieder an die Arbeit. Liv tat es ihm gleich. Ein Lächeln konnte sie sich allerdings nicht verkneifen. Es machte ihr unheimlich Spaß ihren Hauslehrer ein wenig zu ärgern. Einige aus ihrem Haus fanden sie dafür Lebensmüde, aber da ihr bester Freund Snapes Patenkind ist konnte sie sich einige wenige Sachen erlauben. Zu Mal Liv die Klassenbeste, nein die Jahrgangsbeste in Zaubertränke war.

Nach weiteren 10 Minuten hatten die beiden Haary soweit, dass die Wunden geschlossen blieben und er erstmal eine Weile schlafen würde.

"Ich muss einige Tränke brauen für die weitere Behandlung. Du solltest auf ihn achten.", ertönte Snapes tiefe Stimme. Liv sah ihm ins Gesicht. "Dürfte ich Ihnen vielleicht helfen? Immerhin ist das jetzt notwendig, weil ich nicht  vorbereitet genug war.", nach kurzem Überlegen, falls er überhaupt überlegt hatte, stimmte er mit einem kurzem Nicken zu. "Dann komm.", er legte noch einen Überwachungszauber auf das Zimmer.

Trotz ihren deutlich kürzeren Beine kam sie relativ gut mit den schnellen Schritten ihres Hauslehrers mit. Auf der Höhe der Küche wurde sie jedoch von Jerome aufgehalten.

"Was ist denn los, dass du so hektisch durch den Flur rennst?", fragte er sie ruhig. Äußerlich schien sie ebenfalls ruhig zu sein, während sie ihn gerade innerlich verfluchte. Es ging immerhin um ihren kleinen Bruder. "Alles gut. Entschuldige mich bitte. Wir sprechen nachher ok?", damit ließ sie ihn stehen.

Kaum zu glauben. Sie ließ ihn für Snape sitzen. Über diesen Gedanken musste sie schmunzeln.

Sie fand das Labor zum Glück auf Anhieb. Ihr Lehrer war schon dabei zwei Arbeitsplätze vorzubereiten.

"Verzeihen Sie, ich wurde aufgehalten.", erklärte sie, als sie seinen Blick sah. Er war alles andere als Glücklich darüber, dass sie sich noch zu einem Gespräch hinreißen hatte.

"War das Gespräch denn Aufschlussreich?", kam es Sarkastisch von Snape. Auf diese Frage musste sie nicht antworten. Das wusste sie. Dafür kannte sie den Tränkemeister schon lange genug. "Was soll ich machen?", fragte sie mit dem Blick auf den Platz, den er gerade vorbereitete.

"Blutbildungstrank. Den benötigt Potter dringend.", Liv nickte kurz und ging auf den Platz zu. Die Zutaten lagen schon bereit. Ehe sie sich versah, kam Snape auch schon an seinem Platz an. Er zog seinen Umhang aus und begann selbst mit der Arbeit. Liv atmete noch einmal tief durch und begann dann selbst die Zutaten zügig und präzise zu verarbeiten. Den Trank konnte sie aus dem Kopf. Mit einem Buch zu arbeiten würde nur unnötig Zeit kosten.

Als der Trank nur noch ziehen und danach abkühlen musste, lehnte Liv sich zurück und streckte sich einmal. "Fertig?", schnarrte es von vorne. Liv nickte leicht. Sie sah auf ihre Arme und bemerkte, dass das Puder aufhörte zu wirken. Schnell zog sie sich die Ärmel ihres Shirts wieder nach unten. Das sollte wohl niemand sehen.

"Was hast du da?", Liv erstarrte, als sie gerade auf den Kessel vor sich sah. War sie etwa nicht schnell genug gewesen? In dieser kurzen Zeit hatte er unmöglich etwas erkennen können. "W-Was meinen Sie?", stotterte Sie leise und hob ihren Blick. Direkt vor ihr stand ihr Lehrer. Liv schluckte hart. Ahnt er etwas?, schoss es ihr durch den Kopf. "Stell dich nicht dumm! Was ist passiert? Außer natürlich euren Rauswurf. Darüber sprechen wir auch noch!", kam es nun etwas sanfter von ihm. Er war nicht mehr in seiner Lehrerrolle.

"Ich kann nicht.", flüsterte Liv leise, "Dann wird alles nur noch schlimmer." Snape seufzte hörbar. "Denkst du wirklich ich lasse das zu? Weder du noch Potter betreten noch einmal dieses Grundstück.", kurz flammte Hoffnung in ihr auf, bis sie wieder realistisch wurde. "Und wie soll das gehen? Klar ich werde diesen Monat noch 17, aber Harry nicht. Und Dumbledore lässt nicht zu, dass wir woanders unterkommen. Besonders jetzt nicht, wo ER wieder da ist.", zum Schluss schrie sie verzweifelt. Snape hatte schon längst einen Zauber auf den Raum gelegt. Vermutlich hätte man Liv sonst im gesamten Haus gehört, so wie es hier schallt.

"Eure Verwandten vergehen sich nicht nur an Mr. Potter, habe ich recht?", Liv nickte nur leicht. "Bis diesen Sommer hatten sie mich immer toleriert. Meine Tante Zwang mich zwar zu der kurzen Frisur und den Blonden Haaren, aber sonst ging es immer. Bei Harry war das schon sehr lange anders. Alles was er bekam, hatte unser Cousin vorher gehabt. Nicht einen Pfund haben sie für ihn ausgegeben. Diesen Sommer war es anders. Anstatt dass ich in mein Zimmer gehen durfte, wurde ich zusammen mit Harry in einem Schrank unter einer Treppe eingeschlossen. Wir haben uns eine durchgelegene 80cm breite Matratze geteilt. Zu dem waren wir mehr oder weniger die Hauselfen unserer Verwandten.", Liv setzte sich hin, als sie anfing zu erzählen. Nach kurzer Zeit konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurück halten. Sie senkte den Kopf, damit ihr Lehrer nicht sofort sah, wie schwach sie war.

"Raus durften wir zum Haushalt machen oder wenn wir bestraft wurden. Bei Harry war es so wie immer, bei mir aber... Es scheint als hätte mein Onkel einige Jahre nachholen wollen.", mehr sagte sie nicht. Sie sah Snape nicht an. Auch nicht, als er seine Hand auf ihre Schulter legte. "Ich lasse nicht zu, dass ihr zwei weiterhin da hin müsst. Für die Ferien jetzt hat sich das eh erledigt. Und danach findet sich eine Lösung. Jetzt müssen wir euch erstmal wieder Fit bekommen. Wo hast du überall Verletzungen?", Snape richtete sich wieder auf. Er war Sauer. Sauer auf die Dursleys, sauer auf den Direktor und auch sauer auf Harry Potter. Er hatte es nicht geschafft zum richtigen Zeitpunkt den Mund zu öffnen.

"In meinem Koffer sind noch andere Tränke und Salben. Wir könnten damit anfangen.", flüsterte Liv. Snape nickte kurz. "Füll die Tränke ab. Ich muss etwas erledigen.", damit verschwand der Schwarzhaarige. Liv seufzte leise. Das bedeutete nichts Gutes.

Severus Snape musste sich zusammenreißen nicht das halbe Haus auseinander zu nehmen. Einerseits war er sauer auf Dumbledore, weil dieser die beiden Potters immer dorthin zurück geschickt hat. Andererseits war er auf sich selbst wütend, dass er nichts gemerkt hat. Merlin! Er war blind vor Hass gewesen. Hass auf den Jungen, da er das Ebenbild seines Vaters war. So wie es aussah, war er allerdings gar nicht wie sein Vater. Das gab ihm zu denken.

Aber wie konnte er bei Olivia nur so blind sein? Immerhin bevorzugte er diese mehr als sein eigenes Patenkind. Nur nicht so auffällig, wie bei Draco.

Schneller als ihm lieb war, stand er vor der Küche. Dort kam ihm auch schon seine Kollegin Minerva McGonagall entgegen. "Severus.", begrüßte sie ihn in einem neutralem Ton. Eine Erwiderung fand er Sinnlos, da sie ihren Namen sehr wohl wusste und er sie heute schon einmal gesehen hatte. "Wo ist Albus?", fragte er daher kurz und bündig. Auf den Punkt. So wie er es mochte und von jedem Schüler erwartete.

"Zurück in Hogwarts. Musste wohl etwas erledigen.", erwiderte sie nach einem kurzen Überlegen. Snape nickte und verschwand. Er sah keinen Grund nochmal zu seiner Schülerin zu gehen. Sie war sehr wohl in der Lage Tränke umzufüllen. Sobald er das Haus hinter sich gelassen hatte, apparierte er nach Hogsmeade und ging im Stechschritt auf das Schloss zu. Für einen 10 Minuten Weg benötigte er nur 5 Minuten.

Seiner Meinung nach war der Weg vom Portal zum Wasserspeier und damit Albus' Büro viel zu weit. In Gedanken verfluchte er Petunia und Albus für das, was sie den Potters antaten. Ihm hätte klar sein müssen, dass dieses Weib sich nicht ändern würde.

Als der Wasserspeier ihn durchlief und die Wendeltreppe hochfuhr, spielte er immer noch kochend mit seinem schwarzen Zauberstab. Er überlegte ernsthaft seinen Vorgesetzten zu verfluchen. Und danach war Petunia dran.

Er klopfte gar nicht erst im Büro an, sondern stürmte in altbekannter Snape-Manier in das Büro.

"Severus. Welche Überraschung.", besagter erwiderte die Begrüßung nicht. "Was soll das mit den Potters?", Snape lehnte sich über den Schreibtisch seines
Vorgesetzten. "Was bitte meinen Sie?", erwiderte der Direktor ein wenig verwundert. "Sie wissen genau was ich meine. Wie können Sie es nur zulassen, dass die Schüler bei diesen Muggeln weiter leben müssen?!", erklärte Snape sichtlich bemüht, den Direktor nicht anzubrüllen.

"Woher kommt die Sorge für Harry?", auf die Snapes Frage ging Dumbledore nicht ein. "Ich sorge mich nicht um Ihren Goldjungen, Albus. Es geht mir allgemein um die Gesundheit meiner Schüler. Vor allem, wenn einer meiner besten Schüler ebenfalls davon betroffen ist.", Snape knurrte die Worte nur durch zusammengebissene Zähne. Die Portraits der ehemaligen Schuldirektoren hatten sich schon zurück gezogen.

"Wovon denn betroffen.", Dumbledore stand immer noch auf dem Schlauch. Snape versuchte nicht mal das Augenverdrehen zu unterdrücken. "Häusliche Gewalt, Albus! Als erstes Ihr Goldjunge, der in Regenbogenfarben glänzt, so gut behandeln die Muggel ihn. Dazu noch seine Schwester, die ebenfalls Blessuren zeigt. Jetzt weiß ich auch für wen ich andauernd die Tränke brauen musste. Allerdings bezweifle ich, dass die beiden das einfach so in sich hineingefressen haben. Oder irre ich mich da?", kam es schneidend von Snape. Eiskalt sah er Dumbledore an.

"Severus, der Blutschutz...", Snape unterbrach Dumbledore. "Hören Sie bloß auf damit! Was bringt den beiden der Blutschutz, wenn die Gefahr von der Familie aus geht? Das habe ich Ihnen schon oft erzählt.", Snape verlor allmählich seine Geduld. "Und was gedenken Sie zu tun?", fragte ihn Dumbledore.

Liv seufzte, als die Tür lauter als nötig ins Schloss fiel. Jetzt heißt es warten, dachte sie wehmütig. Das könnte langweilig werden. Vor sich sah sie allerdings noch eine Tinktur stehen. Sie lächelte leicht. Man konnte über ihren Hauslehrer sagen, was man wollte, aber er kümmerte sich um seine Schüler. Häuserübergreifend versteht sich. Zwar nicht so offensichtlich, wie es andere Lehrer taten, aber er sorgte sich. Allerdings sollte man dem Mann aus dem Weg gehen,wenn dieser wütend war und das war er. Und wie. Liv schmierte sich die Tinktur auf ihre Blessuren.

Liv konnte nur beten, dass er nicht die Dursleys aufsuchte und diese Büßen ließ. Denn so „gut" kannte sie den Tränkemeister schon. Auch wenn er allgemein sehr zurückgezogen und introvertiert war, hatte er bis jetzt doch immer ein Ohr für sie offen. Lag vermutlich aber auch an der tiefen Freundschaft, die sie zu seinem Patenkind hatte.

Ehe sie sich versah klingelte der Wecker. Ah. Mein Zeichen, dachte sie sich. Sie nahm sich das Thermometer und prüfte die Temperatur der beiden Tränke. „Perfekt.", murmelte sie. Sie nahm sich für jeden Trank je eine Kelle und schöpfte die Tränke vorsichtig und mit Bedacht in die vorhandenen Phiolen und beschriftete sie.

Gerade als sie die letzte verkorkte wurde sie plötzlich angesprochen.

„Ach hier versteckst du dich.", kamen die Worte von Sirius Black. Sie erschreckte sich und ließ beinahe die Phiole fallen. Wütend sah sie zu dem Hausherren.

„Gehts noch?! Was meinst du wäre wohl passiert, wenn die Phiole runtergefallen wäre und Professor Snape das mitbekommen hätte? Und er hätte es mitbekommen!", fuhr Liv ihn an. Er hob verteidigend die Arme. „Tschuldige. Was macht ihr hier eigentlich und wo ist Snape hin?", Sirius war ganz schön neugierig.

„Wir haben gebraut, wie man unschwer erkennen kann. Und wohin der Professor ist weiß ich auch nicht. Ich hatte die Anweisung auf die Tränke zu achten und sie abzufüllen, während er weg ist.", antwortete sie, während sie die Phiole beschriftete und und zu den anderen sortierte.

„Und er lässt dich ganz alleine damit?", fragte Sirius skeptisch. Liv seufzte leise. „Im Gegensatz zu manch anderen besitze ich eine Begabung in Zaubertränke. Professor Snape hat sie erkannt und mich gefördert.", erwiderte Liv einfach. Das gemurmelte „oder gefordert." überhörte der Hausherr offensichtlich.

Nicht mal 10 Minuten später, die Liv mit aufräumen und Sirius Black mit zusehen verbracht hatten stürmte Snape wieder in das Zimmer.

„Fertig?", schnarrte er ungeduldig. „Ja, Sir. Alles verkorkt, beschriftet und sortiert.", antwortete Liv ruhig. Sirius sah sie entsetzt an. Wie konnte sie denn so ruhig bei diesem Ton bleiben?!, dachte er sich. „Black entschuldige uns. Wir haben zu tun.", damit rauschte Snape samt Tränke ab. Liv direkt hinterher.

Kurz wunderte sich Sirius über die Höflichkeit von Snape. Dann erstarrte er. „Was will er denn mit den ganzen Tränken?!", murmelte er in die Stille. Dann erstarrte er, bevor er selbst im zügigem Tempo nach oben ging. Seine Gryffindor Neugier war geweckt.

Atemlos kam Liv in ihrem Zimmer an, wo ihr Bruder schlief. Snape flößte ihm einige Tränke ein, bevor er ihr die Aufgabe gab auf ihn aufzupassen und ihm weiter Tränke zu verabreichen. Dann ging er wortlos.

Schon nach drei Tagen war Harry wieder komplett fit. Was gut war, denn der Tag ihrer Anhörung war gekommen. Leider war er jetzt gute 10cm kleiner ohne die Blockade.

„Soll ich die Blockade wieder auf dich legen? Ist vielleicht besser, wenn wir nachher ins Ministerium müssen.", Liv beäugte kritisch Harrys Erscheinungsbild. Er trug eine einfache Jeans mit einem Hemd und ein Jackett. Sie selbst trug einen dunkelblauen Bleistiftrock, eine weiße Bluse mit ebenfalls dunkelblauen Blazer und leichte Absatzschuhe.

„Passt schon. Danke Liv.", Harry umarmte seine Schwester, die die Umarmung noch fester erwiderte. „Nicht dafür Harry. Du bist doch mein Bruder.", murmelte sie.

Die beiden gingen runter in die Küche. Da es noch sehr früh war, war kaum jemand wach. Leise stiegen sie an den Köpfen von Kreachers Vorfahren vorbei die Treppen hinab. Sie erwarteten nicht jemanden vorzufinden, doch als sie Stimmen aus der Küche hörten. Liv schob die Tür auf und sah Mr und Mrs Weasley, Sirius, Lupin und Tonks dasitzen. Es schien, als würden sie alle auf die beiden warten. Alle waren schon angezogen, außer Mrs. Weasley. Diese trug einen lila Steppmorgenrock. ‚Oh man... Was für ein Liebestöter.' dachte sich Liv skeptisch.

Im letzten Jahr hatte sie natürlich auch einige Erfahrungen in diesem Bereich gemacht. Sie war ja immerhin schon 16.

Kaum hatte Mrs Weasley die beiden erkannt, war sie schon aufgesprungen und machte den beiden Frühstück. Liv war so überhaupt nicht nach Essen. Sie erinnerte sich an das Gespräch mit Snape. Das war erniedrigend gewesen. Danach hatte er allerdings noch gesagt, dass egal wie das Urteil aussehen würde, er ihr trotzdem weiter die Kunst der Zaubertrankbrauerei beibringen würde. Ein Talent wie sie es hätte wäre sehr selten.

Sie gingen schon relativ früh mit Mr Weasley ins Ministerium. Es war besser eher da zu sein. Lupin wünschte den beiden viel Glück. Das würden sie wohl auch brauchen. Sie traten hinaus. Es war noch ziemlich kühl, weshalb sich Liv etwas mehr in den Umhang kuschelte. Sie gingen zur nächsten U-Bahn Station. Mr. Weasley war begeistert über die Fahrkartenautomaten. Auch wenn diese außer Betrieb waren. Liv hoffte, dass sie nicht allzu auffällig waren. „Wartet hier. Ich gehe schnell Fahrkarten holen.", sagte Liv und ließ die beiden am Rand stehen.

Die Fahrt mit der U-Bahn war einfach nur anstrengend. Es war voll, Mr. Weasley war zu begeistert und Liv merkte die Anspannung. Sie stiegen an einer Station im Herzen Londons aus und wurden von einer Welle Anzugtragender Männer und Aktentaschenbewehrter Frauen aus dem Zug geschwemmt. „Viel zu voll.", murmelte Liv nur für Harry hörbar. Sie passierten die Drehkreuze, was Mr. Weasley wieder entzückend fand und traten hinaus auf eine der belebten Straßen.

„Wo sind wir?", sagte Mr Weasley ratlos. Livs und Harrys Herz setzte aus. Waren sie trotz Mr. Weasleys ständigem Blick auf die Karte falsch ausgestiegen? „Ah, ja... Hier lang ihr zwei.", fuhr er fort und führte die beiden in eine Seitenstraße. „Tut Mir leid. Ich habe ehrlich gesagt noch nie den Besuchereingang genutzt.", entschuldigte sich Mr. Weasley bei den Potters. Sie gingen die Straßen weiter. Die Häuser wurden immer kleiner und weniger Imposant.

Schließlich erreichten sie eine Straße mit einigen schäbig wirkenden Bürobauten, einem Pub und einigen überfüllten Müllcontainer. Liv rümpfte ihre Nase. In diesem Teil Londons war sie wirklich noch nie. Man hätte meinen können, dass das Zaubereiministerium in einer beeindruckenderen Ecke Londons sein würde.

Vor einer alten roten Telefonzelle blieben die drei stehen. Einige Scheiben fehlten und allgemein sah die Telefonzelle nicht so aus, als würde sie tatsächlich noch funktionieren. Mr. Weasley öffnete die Telefonzelle und ließ die beiden Geschwister rein, bevor er selbst einstieg.

Skeptisch beobachteten Harry und Liv, wie Mr. Weasley nach dem Hörer griff. „Mr. Weasley, ich bezweifle, dass das Telefon funktioniert.", äußerte Harry seine bedenken. „Nein. Nein. Das funktioniert.", erwiderte das Oberhaupt der Weasleys darauf. Er wählte die Nummern sechs, zwei, vier, vier und drei.

Tatsächlich klingelte das Telefon kurz, bevor eine kühle Frauenstimme zu hören war. „Willkommen im Zaubereiministerium. Bitte nennen Sie Ihren Namen und Ihr Anliegen.", sagte sie. Mr. Weasley zögerte kurz, tat dann aber wie befohlen. „Arthur Weasley, Büro gegen den Missbrauch von Muggelartefakten, ist hier als Begleitung von Harry Potter und Olivia Potter. Beide wurden aufgefordert, sich zu einer disziplinarischen Anhörung einzufinden.", erklärte er ein wenig unsicher.

Die Frau bedankte sich und nur wenige Augenblicke später glitten aus dem Wechselgeldbehälter zwei Plaketten, die sich die Geschwister an ihrer Kleidung befestigten. Der Boden der Telefonzelle fing an zu beben. Langsam versanken sie in der Erde, bis sie nach einigen Minuten auf einem dunklen Steinboden in einem offenem Hauptraum ankamen. Sie waren mitten im Atrium des Ministeriums. Liv schluckte schwer. Bald würde sie entweder der Zaubererwelt verstoßen werden oder eben nicht.


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Ein kleiner Cliffhanger für euch. Wie es wohl ausgeht? Ich glaube das weiß jeder hier. Wem es übrigens nicht aufgefallen ist. Ich habe mich hier eher an das Buch gehalten. Im Film wird mir das etwas zu wenig behandelt.

Wir lesen uns beim nächsten Mal wieder. Bleibt zu dieser kalten Zeit schön gesund und genießt eine heiße Schokolade oder einen leckeren Glühwein.

Bis zum nächsten Mal
 
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