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Save the last dance for me

GeschichteRomance / P12 / Gen
Hermine Granger Lucius Malfoy
11.06.2021
11.06.2021
1
3.100
14
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11.06.2021 3.100
 
Hallo liebe Leser!

Nach all den Star Wars Geschichten steht heute mal wieder ein Ausflug ins Potter Verse an. Obwohl ich das Lied eigentlich immer mit der legendären Tanzszene aus “Queer as folk” in Verbindung bringe, hatte ich neulich sofort den Plot für eine kurze Lumione Story im Kopf, als ich es gehört habe.

Inhalt: Den ganzen Abend hat Hermine auf dem Ball anlässlich des fünften Jahrestags des Kriegsendes mit einem Mann nach dem anderen getanzt, so dass sie eigentlich nur noch nach Hause will, als ausgerechnet Lucius Malfoy sie zum Tanz auffordert.

Pairing: Hermine Granger/Lucius Malfoy

Rating: P12

Teile:1/1

Warnungen: keine

Disclaimer: Die Charaktere gehören JKR, die Musik den jeweiligen Rechteinhabern und mir gehört lediglich die Idee zur Story. Ich verdiene mit dem Schreiben natürlich kein Geld, sondern tue es einzig und allein aus Spaß am kreativen Arbeiten.





Save the last dance for me

You can dance
Every dance with the guy
who gives you the eye
Let him hold you tight
You can smile
Every smile for the man who held your hand
'Neath the pale moonlight
But don't forget who's taking you home
And in whose arms you're gonna be
So darling, save the last dance for me

(The Drifters, Save the last dance for me)


“Darf ich bitten?”

Hermine brauchte ihre ganze Willenskraft um nicht laut aufzustöhnen. Sie hatte versucht so unsichtbar wie möglich zu erscheinen, während sie an einem der verstreuten Tische saß, um etwas zu trinken und ihre schmerzenden Knöchel zu entlasten. Seit drei Stunden tanzte sie sich bereits die Füße wund und es nahm einfach kein Ende. Scheinbar hatte jeder Mann an diesem Abend nur das eine Ziel mit der berühmten Hermine Granger tanzen zu wollen.

Ihre eigentliche Begleitung, einen hageren Zauberer namens Rupert, der zugleich ihr Sekretär war, hatte die junge Zauberin schon nach dem ersten Tanz von seinen Pflichten entbunden. Ihr Arrangement war ohnehin mehr aus der Not heraus geboren unbedingt einen Partner für den Ball mitbringen zu müssen und da Hermine schon so lange Single war, dass sie kaum noch wusste, wie es sich anfühlte einen Freund zu haben, war ihr Ruperts Angebot sie zu begleiten, mehr als recht gewesen. Nachdem sich allerdings herausgestellt hatte, dass er bei Leibe nicht so gut tanzen, wie mit einer flotten Schreibefeder umgehen konnte, hatte ihr gemeinsamer Abend ein abruptes Ende gefunden. Inzwischen fragte sie sich jedoch, ob das nicht ein Fehler gewesen war, da die Abwesenheit eines Mannes an ihrer Seite scheinbar von den anderen Zauberern als Einladung aufgefasst wurde, ihr nicht eine ruhige Minute zu gönnen. Nach dem letzten Tanzpartner, einem kleinen dicklichen Zauberer aus der Abteilung für magisches Transportwesen, hatte sie gehofft, sich langsam und unauffällig von der Feier zurückziehen und nach Hause flohen zu können. Ihre Füße brachten sie schier um und die Luft im Ballsaal war so dick und heiß, dass ihr das Atmen schwer fiel.

Doch offenbar war das Schicksal mit ihren Plänen nicht einverstanden.

Sich an ihre Pflichten erinnernd, wappnete sich Hermine innerlich, bevor sie ihr schönstes Lächeln aufsetzte, dann sah sie hoch und erstarrte, als sie in die eisgrauen Augen des Mannes sah, der auffordernd die Hand nach ihr ausstreckte. Sie musste träumen, eine andere Möglichkeit gab es nicht. Es war einfach unmöglich, dass ausgerechnet Lucius Malfoy vor ihr stand. Sicher, sie hatte ihn an diesem Abend mehr als einmal gesehen, während er mit dem einen oder anderen Ballgast sprach, bisher hatte er ihre Nähe allerdings gemieden und auch Hermine hatte keine Anstalten gemacht die seine zu suchen. Aus gutem Grund. Bis heute hatte sie manchmal Albträume vom Kampf in der Mysteriumsabteilung oder den schrecklichen Stunden, in denen sie in seinem Haus gefoltert worden war.

Wie konnte er es nur wagen! Wie konnte er nur die Frechheit besitzen ausgerechnet sie zu einem Tanz auffordern zu wollen. Sie, Hermine Granger, die Verräterin, das Schlammblut. Das Mädchen, das die Narben, die ihr seine Schwägerin beigebracht hatte, bis heute auf der Haut trug. Und doch stand er vor ihr, als sei es vollkommen normal.

Ihr erster Impuls war natürlich, seine Aufforderung rigoros abzulehnen. Immerhin war sie nicht verpflichtet mit ihm zu tanzen. Allein der Gedanke ihm so nah zu kommen, bereitete ihr Unbehagen. Dennoch durfte sie nichts Unüberlegtes tun. Schließlich war sie eine Kriegsheldin und Hermine war sich sehr bewusst, dass die Hexen und Zauberer in ihrer Nähe sie ganz genau beobachteten. Sie hatte eine Vorbildfunktion und wenn sie ihm einen Korb gab, konnte dies als Zeichen gewertet werden, dass sie Voldemorts rehabilitierten Gefolgsleuten ihre Taten immer noch nachtrug und das, wo sie in ihrer Rolle als Repräsentantin des Ministeriums in der Öffentlichkeit ständig von einem Neubeginn sprach. Wenn sie allerdings mit ihm tanzte, konnte Hermine beinah Gift darauf nehmen, dass irgendein übereifriger Reporter ein Bild davon machen würde und die Hexenwoche oder der Tagesprophet nicht zögern würden, absichtlich die falschen Schlüsse aus diesem Tanz zu ziehen und abzudrucken.

Verflucht, sie wollte das alles nicht. Hermine hatte so hart daran gearbeitet ein Leben wie jede andere muggelstämmige Hexe zu führen. Sie hatte den Ruhm, den der Status als Kriegsheldin mit sich brachte, niemals gewollt. Wenn es nur nach ihr ging, wäre sie heute nicht einmal hier, aber Kingsley hatte darauf bestanden, dass sie genau wie Harry und Ron zur Jubiläumsfeier anlässlich des fünften Jahrestags des Kriegsendes zum Ball ins Ministerium kommen musste. Harry hatte sie allerdings schon seit Stunden nicht mehr gesehen. Scheinbar hatte er es irgendwie geschafft sich davonzustehlen und Ron war mit seiner momentanen Freundin vermutlich genau dort, wo das Getümmel am größten war. Von ihnen konnte Hermine keine Hilfe erwarten.

Das war ja wirklich großartig.

Wie konnte er sie nur zu so einer Entscheidung zwingen? Ihm selbst konnte es natürlich egal sein. Lucius hatte praktisch nichts mehr zu verlieren. Zwar war ihm Askaban erspart geblieben, aber nachdem ein Großteil seines Vermögens beschlagnahmt worden und seine Frau über all Berge war, interessierte es ihn vermutlich nicht, was die Leute von ihm dachten. Hermine allerdings hatte einen Ruf zu verlieren, den sie unmöglich für einen Mann wie Lucius Malfoy aufs Spiel setzen wollte.

Diese und hundert weitere Gedanken schossen ihr in Sekundenschnelle durch den Kopf, während sie hin und her überlegte. Sie wusste selbst nicht, was sie am Ende dazu bewog zu seinen Gunsten zu entscheiden, doch ehe sie sich versah, hatte sie entgegen besseren Wissen und Gewissens seine Hand ergriffen und ließ sich von ihm auf die Beine ziehen.

Trotz der Peinlichkeit der Situation entging ihr nicht, wie trocken und fest Lucius Finger waren. Nicht, dass sie geglaubt hatte, er sei verweichlicht, dennoch empfand sie es nach den vielen Männerhänden, die sie an diesem Abend zwangsläufig berührt hatte und die nicht selten schlaff und schwitzig gewesen waren, als durchaus angenehm. Vielleicht würde es ja doch nicht so schlimm werden mit ihm zu tanzen, wie sie gedacht hatte. “Mr Malfoy.” Höflich grüßend neigte Hermine den Kopf.

“Miss Granger.” Lucius erwiderte das Nicken mit neutraler Miene, dann legte er ihre Hand auf seinen Unterarm und führte sie ohne ein weiteres Wort zur Tanzfläche. Trotz seines zweifelhaften Lebenswandels war der Malfoy Patriarch noch immer ein äußerst attraktiver Mann und auch Hermine war alles andere als eine graue Maus, daher drehten sich nicht wenige Leute nach ihnen um, als sie am Rand der Menge Aufstellung bezogen. Seine dunkelgraue Robe stand ihm wirklich ausgesprochen gut und in den silberblonden Haaren, die er zu einem ordentlichen Zopf geflochten trug, war nicht eine einzige graue Strähne zu entdecken. Der herbe Geruch seines Aftershaves umgab ihn wie eine Wolke, doch es war kein unangenehmer Geruch. Tatsächlich fand sie ihn sogar sehr ansprechend, auch wenn Hermine dies natürlich niemals zugeben würde.

Trotz ihrer Highheels reichte die junge Hexe Lucius gerade einmal bis zum Kinn. Einen Moment lang zögerte Hermine, dann legte sie ihre Hand auf seine Schulter. Selbst durch den Stoff konnte sie die kräftigen Konturen seiner Muskeln und den harten Knochen seines Schlüsselbeins fühlen. Lucius selbst war weniger zaghaft, als er erneut ihre Hand ergriff, dann legte er ihr die andere ins Kreuz, direkt über die Rundung ihres Pos. Sein Blick suchte den ihren, um sich zu vergewissern, dass sie bereit war. Nicht, dass Hermine sich da wirklich sicher war, doch bevor sie es sich anders überlegen konnte, hatte er sie auch schon gepackt und dirigierte sie sicher und elegant zwischen die anderen Tanzenden.

Von einem Moment auf den anderen verschwammen die Gesichter der Menschen um sie herum zu einem einzigen Strudel aus Farben und Konturen, so rasant wirbelte er sie durch die Menge, doch Hermine würde lügen, wenn sie behauptet hätte, dass es ihr nicht gefiel. Seit sie auf dem Yule Ball in ihrem vierten Schuljahr in Hogwarts die Liebe fürs Tanzen entdeckt hatte, war es ihr Wunsch gewesen, diesem Hobby treu zu bleiben, doch erst nach dem Krieg hatte Hermine die Gelegenheit gehabt, den einen oder anderen Kurs zu besuchen. Trotzdem hatte sie in den letzten Jahren auf genug Bällen und Wohltätigkeitsveranstaltungen getanzt, um beurteilen zu können, dass er alles andere als ein schlechter Tänzer war. Im Gegenteil, er war ein großartiger Tanzpartner, der sie so souverän führte, dass Hermine für einen Moment beinah vergaß mit wem sie da tanzte. Zumindest so lange, bis er plötzlich das Gespräch mit ihr suchte.

“Sie sehen heute wirklich bezaubernd aus.”

Vollkommen aus dem Konzept gebracht durch dieses unerwartete Kompliment, kam Hermine aus dem Takt und wäre beinah über ihre eigenen Füße gestolpert, doch Merlin sei Dank hielt Lucius sie so fest, dass er sie gerade noch vor diesem Missgeschick bewahren konnte. Das hätte ihr wirklich noch gefehlt, wenn sie vor den Augen aller Anwesenden gestürzt wäre. Bisher hatte sie erfolgreich versucht, seinen Blick zu meiden und stets über seine Schulter geschaut, doch nun warf sie ihren Vorsatz doch über Bord und musterte sein Gesicht. Was bezweckte er mit dieser Schmeichelei? Sicher, auch andere Tanzpartner hatten an diesem Abend ihre Erscheinung gelobt und Hermine war mit dem neuen, mitternachtsblauen Kleid, das ihre Figur perfekt umspielte, mehr als zufrieden, dennoch war sie klug genug, um seinem Charme nicht einfach zu erliegen. Dies war Lucius Malfoy, Absolvent des Hauses Slytherin, ehemaliger Todesser und Voldmorts rechte Hand, weshalb davon auszugehen war, dass er nichts ohne Hintergedanken tat.

“Sparen Sie sich Ihre Süßholzraspelei”, gab sie so fest wie möglich zurück. “Wir wissen doch beide, was Sie wirklich von mir halten.”

Hermine mochte es sich einbilden, aber Lucius wirkte durch ihre Antwort beinah gekränkt. “Es tut mir leid, wenn Sie meine Worte missverstanden haben”, erwiderte er bedauernd, während er sie um ein anderes Paar herum lenkte. “Ich wollte lediglich meine Bewunderung für die in meinen Augen schönste Frau des Abends zum Ausdruck bringen.”

Um ein Haar hätte Hermine losgeprustet, doch sie schaffte es gerade noch diese Unhöflichkeit durch ein Husten zu kaschieren. Eigentlich war die Tanzfläche nicht der richtige Ort für Diskussionen, aber es lag nun einmal in Hermines Natur den Dingen auf den Grund gehen zu wollen. “Und was bezwecken Sie damit?”

“Wenn man davon absieht, dass es mich freuen würde, wenn es mir gelingt Ihnen ein Lächeln zu entlocken? Nichts”, behauptete er, bevor er sie mehrfach um die eigene Achse drehte und ihr so eine Antwort unmöglich machte. Obwohl sie sich fest vorgenommen hatte, nichts was er sagte für bare Münze zu nehmen, errötete Hermine dennoch unwillkürlich. Mit dieser Antwort hatte sie nicht gerechnet. Trotzdem biss sie die Zähne zusammen, um ja nicht in die Versuchung zu geraten, ihm versehentlich seinen Wunsch zu erfüllen. Schließlich traute sie ihm noch immer nicht.

“Und was hätten Sie davon, wenn ich Sie anlächeln würde?” hakte sie misstrauisch nach, als sie wieder zurück in der Grundstellung waren. “Egal was die Zeitungen morgen über Sie und mich auch schreiben mögen, wissen wir doch beide, dass es nur Lügen sind.”

Lucius schnaubte verächtlich auf. “Es ist mir vollkommen egal, was die Zeitungen schreiben. Alles was ich mir wünsche, ist mit Ihnen zu tanzen und Sie so vor diesen Kretins zu bewahren, die Ihre Zeit und Mühe nicht wert sind.”

Sieh an, sieh an. Scheinbar hatte er an diesem Abend mehr von ihr gesehen, als sie von ihm, wenn ihm aufgefallen war, wie viele miserable Tanzpartner sie gehabt hatte. Hermine wusste, dass es sie eigentlich beunruhigen sollte, dass er sie beobachtet hatte, doch wenn sie ehrlich war, fühlte sie sich eher geschmeichelt. Dennoch konnte sie es nicht lassen, eine spitze Bemerkung zurückzugeben. “Ach, aber Sie sind es schon.”

“Ich weiß jedenfalls, wie man eine Dame führt”, erwiderte Lucius selbstsicher, wobei er ihr direkt in die Augen sah. “In diesem sowie in vielen anderen Bereichen.”

Sowohl sein Blick als auch seine Worte ließen wenig Spielraum, was er damit meinte und diese unverfrorene Aussage, die wohl möglich sogar ein Angebot war, ließ ungebetene und zugleich äußerst erregende Bilder vor ihrem innerem Auge auftauchen. Hermine merkte, wie die Hitze, die gerade dabei war ihre Wangen wieder zu verlassen, zurückkehrte und sie unwillkürlich von innen leuchten ließ.

Mine, nun reiß dich aber mal zusammen!

Vermutlich lag es nur am Wein, von dem sie an diesem Abend mehr getrunken hatte, als gut für sie war und an der Tatsache, dass sie seit einer gefühlten Ewigkeit keinen Sex mehr gehabt hatte, dass sie so deutlich auf ihn reagierte. Zwar war es nicht so, dass Hermine unbedingt mit jedem Mann, mit dem sie das Bett teilte, eine feste Beziehung führen wollte, doch seit der Sache mit Ron war sie dem Vorsatz treu geblieben, Arbeit und Privatleben lieber nicht mit einander zu verbinden. Das brachte nur Probleme mit sich und da sie nun einmal viel arbeitete und ihre wenige Freizeit hauptsächlich mit Lesen verbrachte, war die Auswahl an möglichen Sexualpartnern mehr als begrenzt gewesen. Trotzdem wäre es alles andere als klug, ausgerechnet Lucius Malfoy in die engere Wahl zu ziehen.

Mit dem festen Vorsatz sich nicht von ihm einwickeln zu lassen, versuchte die junge Hexe den Blickkontakt zu beenden, doch seine Augen hatten etwas dermaßen Hypnotisches, dass sie einfach nicht weggucken konnte. Funken schienen zwischen ihnen zu sprühen und die Hitze, die sich eben noch auf ihren Kopf konzentrierte, wanderte nun abwärts, bis sie ihren ganzen Körper einzunehmen schien und ein sehnsüchtiges Echo in ihrer Scham erzeugte. Oh Gott, hoffentlich merkte er nicht, wie feucht sie bereits war... Ehe sich Hermine versah verklangen die letzten Takte des Musikstücks und einige der umstehenden Paare verließen die Tanzfläche, was im Grunde die perfekte Gelegenheit gewesen wäre, sich ebenfalls zu verabschieden und sich der aufgeheizten Situation zu entziehen, doch Lucius machte keine Anstalten sie loszulassen und auch Hermine hielt seine Hand auch dann noch fest, als ein neues Lied begann. Sie musste vollkommen den Verstand verloren haben, aber plötzlich wollte sie noch nicht nach Hause. Sie fühlte sich nicht einmal mehr müde. Stattdessen wollte sie weiter mit Lucius Malfoy tanzen und das wunderbare Kribbeln in ihrem Inneren noch ein wenig länger auskosten.

Der nächste Tanz war ein Tango. Angesichts des Knisterns, das zwischen ihnen bereits herrschte, hätte es kaum passender sein können. Lucius Hand presste sich ein wenig fester in ihr Kreuz und zog sie so noch näher zu sich, so dass sie geradezu in seinem Geruch badete. Hermines Lider flatterten. Sie fühlte sich benebelt, beinah high, während ihr zusammengeschnürter Busen gegen seine Brust gepresst wurde. Als sie zu tanzen begannen, vergaß sie die Menschen um sie herum, vollkommen gefangen von der Magie des Tanzes. Auch Lucius schien im Tango aufzugehen. Seine Bewegungen waren geschmeidig und dennoch kraftvoll und seine Augen schienen zu leuchten, während er Hermine über das Parkett führte, als hätten sie dies schon dutzende Male getan. Ihre Körper waren sich so nahe, dass kaum ein Blatt zwischen sie passte und ihre Bewegungen harmonierten perfekt. Inzwischen waren es mehr als nur Funken, die zwischen ihnen flogen. Es war ein ausgewachsener Flächenbrand. Als er einen Schritt nach vorn machte, wunderte es sie nicht festzustellen, dass er eine Erektion hatte und auch Hermine musste zu ihrer Schande gestehen, dass seine Nähe ihre Säfte immer mehr in Wallung brachte.

Als er sie das nächste Mal drehte und sie dann zurück in seine Arme zog, schien die Zeit still zu stehen. Wie hypnotisiert sahen sie sich an. Braun versank in Grau und verlor sich darin. Hermines Herz schlug so laut, dass sie glaubte, der ganze Saal müsse es hören, als er sich wie in Zeitlupe zu ihr beugte und sie küsste. Sein Mund war genau wie alles an ihm. Fest, sicher und souverän. Es lag weder Hast noch Forderung in diesem Kuss, dennoch war da eine Verheißung, ein Versprechen, dem sich Hermine nicht entziehen konnte. Im Unterbewusstsein meinte sie das Klicken der Kameras zu hören, die diesen Moment für die Ewigkeit festhielten, doch komischer Weise war ihr das vollkommen egal. Sollten die sensationslüsternen Leser des Tagespropheten und der Hexenwoche doch glauben, was sie glauben wollten. Es scherte sie nicht.

Sie selbst war ihr ganzes Leben immer nur vernünftig gewesen, hatte sich stets bemüht die Erwartungen aller zu erfüllen, da durfte sie jetzt wohl einmal über die Strenge schlagen. Und es war schließlich kein Verbrechen, wenn man eine Nacht mit Lucius Malfoy verbrachte, oder? Denn dass es darauf hinaus laufen würde, war klar, noch bevor sich ihre Lippen voneinander lösten und die alles entscheidende Frage geklärt werden musste.

Zu ihm oder zu ihr?

“Ich habe eine Kutsche vor dem Ministerium, die ist schneller als jedes Flohnetzwerk”, stellte Lucius in den Raum. So viel dazu. Nur ein Malfoy würde vermutlich auf die Idee kommen mit so einem altmodischen Transportmittel zu reisen. Egal ob sie von Thestralen gezogen wurde oder magisch modifiziert worden war, hatte Lucius mit der Geschwindigkeit des Gefährts mit Sicherheit maßlos übertrieben, doch in ihrem gegenwärtigen Zustand war Hermine nicht abgeneigt, das Feuer ihrer Leidenschaft auch auf den Polstern eines Zweispänners zu stillen.

“Perfekt”, gab sie atemlos zurück, wobei nun doch ein verheißungsvolles Lächeln um ihre vom Küssen geschwollenen Lippen spielte. Damit war es beschlossen. Ohne sich um die anderen Ballgäste zu kümmern, die sie mit kaum verhohlener Neugier angafften, verließen Hermine und Lucius Hand in Hand die Tanzfläche. Merlin sei Dank hatten sie den Fahrstuhl für sich allein, denn sie schafften es kaum die Finger von einander zu lassen und nur die Geschwindigkeit mit der der Lift sie an die Oberfläche brachte, verhinderte, dass es zu mehr als nur ein paar hungrigen Küssen kam.

Vermutlich würde Hermine die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn der Rausch des Adrenalin und des Alkohols nachließ und sie wieder klar denken konnte, aber als sie an Lucius Seite aus der Telefonzelle nach draußen trat und die ausgestorbenen Straßen Londons vor ihnen lagen, dachte Hermine nicht an Morgen, sondern nur daran, dass es eine wunderbare Nacht war um etwas vollkommen Verrücktes zu tun.
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