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Himitsu no Kangae ~ Geheime Gedanken

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Tsukiyomi
11.06.2021
11.06.2021
1
1.915
3
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
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11.06.2021 1.915
 
Hey Hey ihr lieben!
Endlich startet die neue Fanfiction :D einige von euch wissen ja bereits davon und ich bin super gespannt was ihr davon halten werdet! Nach Ushinawareta Jinkan waren einige Leser sehr interessiert an Kami  und ihren Tego, ihrer zweiten Liebe, die ich ihr angedichtet habe.
Himitsu no Kangae ist die Geschichte dazu, wie die beiden zum Paar wurden und beginnt weit davor in der Jugendzeit. Aber lest selbst!
Natürlich gibt es wie immer auch ein Cover dazu: https://www.animexx.de/fanart/zeichner/204511/2728525/

Und wem das erste Kapitel schon so gefällt und völlig angefixxt davon ist, der hat immer die Möglichkeit mal auf meiner Patreon-Seite vorbeizuschauen.. Denn die Patrons sind bereits 10 Kapitel weiter und heute an einem sehr entschiedenen Wendepunkt der Geschichte :D

Wie immer würde ich mich sehr über eure Meinungen dazu freuen ;)
Aber nun erstmal: Viel Spass bei dieser Geschichte!
Eure Dudisliebling
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Wiedersehen

Es war eine große Sache, sagte man mir als ich vor wenigen Tagen darüber informiert wurde, dass ich die Ehre hatte, dem heiligen Himmelspalast meine Aufwartung machen zu dürfen. Ich war nie wirklich erpicht darauf gewesen. Weder mein Stand noch meine Gattung hatte es je zugelassen. Doch meine Ausbildung hatte mich, durch meinen Vater, mit einem der dort lebenden Inuyokai zusammengebracht. Mit einem sehr geschickten, altersgleichen, hatte ich mich angefreundet und dieser schien wohl nun zu verlangen, mich anzutreffen. Nach so vielen Jahren?

Wir hatten uns mehrere Jahrhunderte nicht gesehen, waren von Kindern zu jungen Männern herangewachsen und hatten wohl doch denselben Blick für die Situation dieses Fleckchen Erde, auf der wir lebten.  

Der Osten war an der Macht, kämpfte erbittert und hartnäckig darum diese auch beizubehalten. Dabei war es den Drachen-yokai egal wie viele Leben, berechtigt und unschuldiger Natur, dahingerafft wurden.  

Den Inu-yokai war dies schon seit langem ein Dorn im Auge, doch ihre Gattung zu schwach geworden. Nur einen einzigen Nachkommen hatte der damalige Clanführer hervorgebracht und war in einer leichtsinnigen, brutalen Schlacht gefallen. Nun stand sein Sohn auf dem Plan und genau dies war mein alter Trainingsgenosse.  

Durch Zufall hatten unsere Väter sich eines Tages getroffen. Hatten über die Situationen gesprochen und gemerkt, dass sie ähnliche Ansichten verfolgten. Zudem die Gemeinsamkeit eines Erben, im selbigen Alter, die gemeinsam trainierten konnten. Dort wurde wohl das erste Band meines folgenden Schicksals geknüpft und heute würde das nächste Knüpfgut dazu kommen.

Mit festem Schritt, so hatte mein Untergebener mir angeraten, schritt ich, nach einem langen Flug hinauf in wolkige Sphären, die Stufen einer Treppe entlang die in strahlend, weißen Stein geschlagen schien. Es war Nacht, sternenklar und die Luft frisch und kühl.  

Mein Blick glitt forschend durch den offenen Hof, welcher einen hübschen Garten freigab und eine Brücke, auf der ich zum Haupthaus gelangen würde. Das Hauptgebäude war eines prächtigen Fürstenpalastes gleich, ragte ebenso strahlend weiß empor. Selbst das Holz der Schiebetüren war in weiß gebeizt und mit fast hauchdünnen Papier gespannt. Es lag ein Zauber auf diesem Anblick und ohne diese Begegnung, dieser Einladung desjenigen, hätte man mir wohl viel darüber berichten können, aber geglaubt hätte ich es wohl nie.  

Viele Stimmen bahnten sich in meinem Kopf, fragten sich, wer ich war, woher ich kam. Erkannten meine Abstammung, lästerten darüber, da sie minderwertiger Natur war. Inochichi waren zwar die Wächter der Wälder, doch galten sie damit auch als dreckig und dumm. Sie sprachen über mein Aussehen. Die schwarzen Haare hatte ich zu einem strengen Knoten an meinen Hinterkopf gebunden, obwohl ich es bevorzugte sie offen zu tragen. Meine braunen Augen erschienen ihnen unergründlich. Gut so, tat ich es ab. Niemand würde etwas darüber erfahren, dass ich eine Gabe besaß, die unsichtbar für sie war. Aber für mich, welcher diese Macht genoss, war nichts unsichtbar.  

Wovon ich dabei genau spreche?
Ich werde es anhand meines ersten Aufeinandertreffens mit dem Palastherren demonstrieren:  

Er war ein Inuyokai mit weißer Haut. Sie unterschied sich nur wenige Nuancen von den der Wände. Das Gold der Augen war so königlich, als würde es erhitzt durch Feuer, flüssig dahin rinnen. Das silbrige Haar, zum hohen, langen Zopf gebunden machte die Erscheinung noch göttlicher. Denn das war er. Ein Gott.  

Der Gott über das Jenseits, der Unterwelt und der Zwischenwelt, war mein Gastgeber und ich kniete mich ehrfürchtig vor ihn nieder, senkte mein Haupt soweit wie es ging und legte die Hände flach auf meinen Oberschenkeln ab. Ich trug ein Schwert zu meiner Linken, wusste aber das dies unnütz gegen dieses Wesen war. Götter waren, anders als wir Yokai tatsächlich unsterblich. Keine Klinge der Erde würde diesem Mann schaden können.

Doch meine Gabe machte dennoch eine beachtliche Waffe aus, wenn man es recht bedachte. Denn ich wusste, was ihm in den ersten Momenten durch den Kopf ging, als er mich hier kniend beäugte. Ich stank ihm in der feinen Nase, das Haar empfand er als zu wirr und auch meine Kleidung war ihm unter seinen Rang. Er seufzte kaum merklich innerlich, was mir ein minimales Schmunzeln auf die Lippen brachte, welche durch zwei Hauer an den Winkeln getrennt waren. Ein kleines Überbleibsel meiner tierischen Gestalt, die jedem zeigte, dass ich kein Mensch war.

„Erhebe dich“, befahl er und hatte einen wirklich lieblichen, fast schon sanften Stimmklang. Man hätte sich nun vorstellen können, wie er einem Kind Nachtlieder sang und es sofort einschlafen würde. Doch die Gedanken des Mannes waren eher ungeduldiger Natur, was er äußerlich niemals erscheinen lassen würde und mich freundlich musterte, als ich mich zu meiner kompletten Höhe aufbaute. „Folgt mir. Wir haben ein kleines Bankett errichten lassen, um euer Wiedersehen angemessen zu unterhalten.“

„Das ist sehr großzügig, Kami-Dono“, bedankte ich mich. Meine Stimme war gesenkt und ich fragte mich selbst, wie viele Stunden ich nichts mehr gesagt hatte. Ich war kein Mann vieler Worte, las lieber die Gedanken der Wesen um mich herum.  

Einige Schritte hinter dem Kami folgte ich seinem ruhigen Gang, entlang mehrerer Schiebetüren. Meine Augen glitten vorsichtig umher, denn Aufdringlichkeit wäre sicher nicht gerne gesehen. Als wir dem Ziel näher zu kommen schienen, säumten elegant bemalte Pergamentrollen unseren Weg. Der Raum, in den er mich führte, wirkte wie eine andere Welt. Er war aus warmen, polierten Holz gefertigt. Kirschholz gab einen rötlich-braunen Schimmer am Boden, sowie den papierenen Türen, die fast lautlos über ihre Schienen glitten.  

Eine Reihe Diener kniete mit den Nasenspitzen auf diesem edlen Holz am Boden und wartete nur auf einen Befehl des Kamis. Dieser schwebte zu einer Aufreihung mehrerer kleiner Platztische, denen Sitzkissen aus Brokat dargelegt worden waren. In parallelen Reihen standen vier Tischchen, wobei ein fünftes das Kopfende zierte, an dem sich der Kami niederließ. Auf seinen Handzeig hin nahm ich zu seiner linken Platz und kniete, ebenso aufrichtig wie zur Begrüßung, mit aufgelegten Handflächen dort.

Der Kami hatte seine Gedanken bis zu diesem Punkt beruhigt, schien sich über die Aufbauten vorab erkundigt zu haben und damit zufrieden zu sein. Aber nun, da wir anwesend waren, begann er nervös nach jemanden zu fragen: Tsukyomi.  

Diese Person schien genaue Anweisungen bekommen zu haben, diesen aber nicht ganz pünktlich nachzukommen. Er seufzte und schimpfte innerlich, wodurch ich meine Miene schlicht vereiste. Wer dieses Wesen wohl war, dass er sich dahingehend solche Gedanken machte?

Während dieses Gedanken erhaschte ich zarte, fast lautlose Bewegungen hinter einer der verschlossenen, bemalten Schiebetüren. Eine Dienerin hob ihren Oberkörper nur so weit, wie es nötig war, hielt den Blick konstant gesenkt und rutschte leise zur Tür neben sich, um sie in gleichbleibender Geschwindigkeit zu öffnen. Danach formte sie mit ihren Fingern ein V vor ihren Knien und machte sich so klein wie eine Katze.

„Wegen DEM bin ich hier?“, war der erste Gedanke des Wesens, welches dort hinter der Tür saß und mir einen ersten, forschenden Blick schenkte. Doch sie schien sich ihrer Erziehung zu entsinnen, schloss die goldenen Irden mit rot geschminkten Lidern, die von silbernen Wimpern gekrönt waren. Kein Kohlenstift war an ihr verwendet worden, wodurch ihre Augen etwas Erhabenes ausstrahlten. Selbst als sie nun geschlossen waren, als sie ihren Körper aufstellte und wieder fast lautlose Bewegungen ausübte. „Ein Inochichi! Tze. So etwas Weltliches“, dachte sie weiter und ich benetzte kurz die Innenseite meiner Unterlippe mit der Zungenspitze. Sie schien eine genaue Meinung zu haben.  

„Tego, darf ich dir Tsukyomi vorstellen?“, begann der Kami zu sprechen, dem ich mein Gesicht zuwandte und doch im Radius meines Sichtfeldes erkannte, wie sich die Dame elegant auf dem Kissen schräg links vor mir niederlies. Sie neigte ihr Haupt, bettete die elfenbeinfarbenen Finger aneinanderreihend auf ihrem Rock, welcher aus zartester und aufwendigst bemalter Seide bestand. Große Schmetterlinge waren in violett nebst rosigen Magnolienblüten darauf. Es schmeichelte ihrer Erscheinung und ohne Frage hatte derjenige Können bewiesen ihr diesen Stoff darzubieten. „Sie ist meine Tochter und die nächste Generation der Kamis.“

Überrascht oder auch nicht, da er es nur wenige Sekunden zuvor in seinem Kopf vordiktierte, hob ich den Blick. Es nicht zu tun würde Desinteresse und Widerspruch zu den gesprochenen Worten suggerieren. Aber es zu tun, selbst wenn es so devot und unscheinbar war, wie ich es nun tat, konnte jedoch ebenso verwerflich sein. Als könnte ein Wesen einem anderen ein Körperteil nehmen, nur weil er es ansah.

„Vater“, seufzte die Schönheit in ihrem Kopf, deren Haar kunstvoll verschlungen und mit einigen Schmuckstücken geziert war. Dass sie schön war, musste ich neidlos zugeben. Sie war nicht einfach königlich gepflegt und strahlend. Ihre Erscheinung war so atemberaubend, dass ich den Blick sofort wieder abwendete und mich zu meinen Knien beugte.

„Seid gegrüßt, Tsukyomi-dono!“, sprach ich sie an und hörte die Gedanken ihres Vaters über mich. Ihm schien meine Art recht, doch mehr wollte er nicht zulassen.

Musste er auch nicht, denn nachdem Tsukyomi sich ebenso edel mit der Nase zum Boden verneigte und mich schweigend begrüßte, stampften Schritte auf dieselbe Tür zu, durch die die junge angehende Kami gekommen war. Mit einem Ruck öffnete sie sich, ohne auf die Dienerin zu warten, welche erschrocken zusammenzuckte und sich entschuldigend zu Boden warf.

„TEGO!“, erklang mein Name in einer freudigen Euphorie, gefolgt von weiteren Schritten, Gedanken über mein verändertes Aussehen und Erinnerungen aus vergangenen Zeiten unseres Trainings. Mein alter Freund, welcher mich hierher eingeladen hatte, nahm vor mir Platz, beugte seinen Oberkörper wie es Krieger vor einem Kampf taten und dann seine Hand zu dem Gruß, den wir immer gepflegt hatten. Kurz haderte ich, nachdem auch ich meinen Oberkörper geneigt hatte und lauschte den Gedanken aller Anwesenden.  

Der Kami wunderte sich, fragend, ob ich den Gruß in solch unkonventioneller Weise nachkommen würde. Denselben Gedanken, nebst einer Palette Schwärmereien über das Aussehen meines Freundes, teilte die junge Dame unserer Runde. Mein Freund wartete geduldig und war ausgeglichenen Gemütes. So entschied ich mich dazu meinem eigenen Willen nachzukommen, hob ebenso den Arm und ergriff die Hand meines Freundes, die sich fest um meine legte.

„Sei gegrüßt, Toga!“

„Er nennt ihn bei seinem Namen?!“, dachte die Dame und ihre Augen streiften die meinen, bevor sie sie wieder senkte. „Stehen sie sich etwa wirklich so nah, wie es mir zugetragen wurde?“

„Es erfreut mich sehr, dass du kommen konntest! Ich habe wichtige Anliegen und erhoffe mir deine Verbundenheit!“, plapperte Toga drauf los und schien sich der Anwesenheit der beiden Kamis nicht bewusst.

Ich las in seinen Gedanken, wissend, dass er sie nun mit Absicht zurückhielt und mir lediglich mit seinem Schmunzeln zeigte, dass er es nicht vergessen hatte. Er kannte meine Gabe und es erschien ein wahrlich wichtiges Anliegen zu sein, welches er mit mir besprechen wollte.
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