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Wäre mein Leben doch nur wie ein Film

GedichtPoesie / P12 / Gen
11.06.2021
11.06.2021
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Du bist mein Fernseher
fängst meinen unruhigen Blick
Konzentrierst meine Gedanken
Bringst mich ins wanken
So als ob ich erstick

Ich seh durch dich meine Wünsche
Seh' Träume und Schein
Doch wird es immer Fiction sein
Sodass ich oft deswegen wein'
Und wie der Name schon sagt
Sie nur von der Ferne sehen darf
Weshalb ich meine Hoffnung ganz schnell verwerf

Hoffnung, das alles selbst erleben zu können
Es ist nicht so, als würd' ich's den anderen nicht gönnen
Das tut mir nur immer wieder so weh
Wenn ich das seh' und versteh'
Was ich alles nicht erlebe
Was mir entgeht
Würd es gern noch nachholen
Doch dafür ist es zu spät
Ich weiß dass das alles wie eine Traumwelt wirkt
Und wie in einem Traum, weiß man nicht, was sich dahinter verbirgt  

Fehler bleiben verborgen
Oder werden gut präsentiert
Werden vertuscht oder retouchiert
Von heute auf morgen
Hab ich das nicht kapiert
Habe 1000 Sorgen
Was als neues passiert

Denn mein Leben hat kein Zurückspulknopf
Die ganze Fernbedienung fehlt
Man schmeißt alles in einen Topf
Zerbricht sich viel zu sehr den Kopf
Vor Ungewissheit ist man so gequält
Hat man das falsche Programm gewählt?

Das Fernsehen macht süchtig
Ist kurz meine Flucht vor der Wirklichkeit
Und so schau ich, zuerst flüchtig
Was läuft, was mich befreit
Damit ich unangenehme Themen vermeid'

Wenn mir etwas nicht gefällt
Schalt ich einfach um
Würde alles tun, dafür geben mein ganzes Geld
Um das auch zu können
In der wirklichen Welt
Wo wir uns fast nichts mehr gönnen
Abstand halten und die Augen verschließen
Den Schuss nicht hören, selbst wenn wir schießen
Wir uns wie fremde behandeln
Weil wir uns nicht kennen wollen
Doch alle Menschen sind
Uns in gefühlskalte Monster verwandeln
Und alle, wie ein Gewitter, vergrollen
Bis ich nur noch Trauer find'

Wenn der Fernseher kaputt geht
Schmeißt man ihn weg
Behandelt ihn wie lästigen Dreck
Denn er war nur ein Mittel zum Zweck
Wenn ich kaputt gehe
Merkt man es nur langsam
Wie ein hohler Baum
Tut man nur auf's äußere schaun
Haben Hemmungen uns mehr zu traun
Dann kippt der Baum um und es ist vorbei
Man zählt bis 10 aber er kippt schon bei drei
Wie blind man oft ist
Weil man vergisst :

Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar
Leider ist dieser Spruch wahr, es fehlt der Mut und nachher ist man schlauer, sagt: das war ja klar
Nein, war es nicht, denn ein Mensch ist kein Gerät
Ist er kaputt, ist es zu spät
Und du hast ihn schon davor weggeschmissen
Ohne auch nur davon zu wissen

Wir schauen uns Filme und Serien an
Sind Schaulustige und denken nicht dran
Dies jemals in der Realität gut zu finden
Würden dort vor Schreck schnell verschwinden
Ist doch komisch und seltsam zugleich
Als hasse man alle Fische im Teich
Doch im See finde man sie toll
Na, weil es ja spannend sein soll...
Die Menschen sind sensationsbedürftig
Solange es sie selbst nicht betrifft
Doch wirkt es sich aus, wie starkes Gift
Filme bleiben Filme und zeigen eine Welt
Die gestellt ist, damit es vielen gefällt

Dabei wird sich auf den Fernseher konzentriert
Viel wichtiger ist doch die echte Welt
Weil man sonst die Hoffnung verliert
Und gar nicht mehr mitbekommt
Was wirklich passiert
Und die Filme dann ein Anker sind
Eine Abwärtsspirale, ein Kreislauf des verderbens
Wie Schulden, nach selbst verursachten Schulden, zu erben
Wir sind nicht dran Schuld
Denn wir sind nicht unfehlbar
Und das ist nur meine Sicht und für mich ist sie traurig und wahr
Leben in einer beschlagenen Glaskugel um uns herum und manchmal wird der Blick klar

Ich kann über so viele Filme erzählen
Wäre gerne eine Schauspielerin
Könnte eine andere Welt wählen
Und schauen, ob ich damit glücklich bin
Ob ich wieder Freude gewinn
Und trotz meiner Rolle
Mehr ich selber sein kann
Von neuem Anfang, beginn...
Hat dann alles wieder Sinn?

Ich will lauter schalten
Denn es ist viel zu leise
Ich kann nichts versteh'n
Kann nur Bilder, die Bände sprechen, seh'n
Wir schweigen
Schieben die Wörter fort
In dieser Welt, dieser kalten
Diesem trostlosen Ort
Jeder lebt auf seine eigene Weise
Und manche davon, sind viel zu leise
Und manche geh'n
Sind nicht mehr dort...
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