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Nachos Chili-Käse

von NoMuggle
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan Zayn Malik
11.06.2021
11.06.2021
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6.303
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11.06.2021 6.303
 
Hola!
Ach, ich freu mich, dass es weiter geht :) Zayliall ist noch nicht vorbei, und heute geht es weiter mit einem kleinen Larry- Intermezzo.
Wer sich her verirrt hat, und die ersten Beiden Teile der Schokoladen-Reihe nicht gelesen hat, dem würde ich das ans Herz legen, weil das hier ansonsten vermutlich schwer einzuordnen wird.
Für alle, die absichtlich hier sind:
Willkommen zurück :D
Weil es ja nur ein kleines Intermezzo ist, handelt es sich um einen (zugegebenermaßen eher langen) Oneshot.
Das heißt aber auch, dass es bald weiter geht mit Teil 3 ^^

Ich denke nächste Woche :)

Sooo. Jetzt habe ich aber genug geschrieben :D

Ich freue mich auf jeden Fall über alle, die ihren Weg hier her gefunden haben, und ihr würdet mir wirklich eine noch viel größere Freude machen, wenn ihr mir eine kleine Rückmeldung da lassen würdet :)

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit:

Nachos Chili-Käse






-Harry-

Harry und Zayn lagen kopfüber auf dem Sofa und krümmten sich vor Lachen. Für jeden außenstehenden wäre es vermutlich gar nicht so lustig gewesen, doch die beiden hatten den Punkt erreicht, an dem man einfach alles lustig fand. Nach müde kam schließlich bekanntermaßen dumm.  
Louis hatte Nachtschicht und war nicht da, und Zayn und Harry hatten beschlossen, die Nacht ordentlich auszunutzen.
„Ich bin froh, dass ich dich wieder hab“ sagte Harry, und wischte sich eine Lachträne aus den Augen.
„Ich auch“ sagte Zayn, schluckte, und kicherte wieder los.
Harry griff nach seiner Hand und verschränkte ihre Finger miteinander.
„Jetzt haben wir ein echtes Problem“ sagte Zayn, und hielt ihre Hände hoch.
„Welches?“
„Du bist vergeben, und ich geh steil auf die 30 zu“ sagte Zayn, und drehte ihre Hände in der Luft hin und her. „Wen heirate ich denn jetzt?“
„Jetzt übertreib mal nicht!“ lachte Harry „Du bist 28. Zwei Jahre hab ich noch, bevor ich meinen Soll leisten muss“
„hmm“ machte Zayn.
Harry drehte sich zu ihm um, und sah ihn an.
„Ich bin froh, dass ich dich wieder hab“ wiederholte der Lockenkopf sich.
Zayn nickte.
„Ich auch“



*


6 Monate zuvor


„Lou?“ rief Harry durch die Wohnung, auf der Suche nach seinem Freund.
„Baaaad“ reif der zurück.
Harry grinste, und lief zum Badezimmer, wo er seinen Freund vorfand, der sich grade rasierte. Er stellte sich hinter ihn, schlang die Arme um seine Hüfte, und gab ihm einen Kuss auf den Nacken. „So kannst du gerne öfter rumlaufen“ murmelte er gegen die warme Haut.
„Nur in Hose?“
„hmm“ machte Harry, was Louis zum Lachen brachte. Er rasierte sich fertig, trocknete sich das Gesicht ab, und kam dann auf Harry zu.
„Wie lange haben wir noch, bis Liam und Niall hier sind?“ fragte er leise, und ganz nahm an Harrys Ohr, und fuhr mit seinen Händen Harrys Seiten entlang.
„Halbe Stunde“ flüsterte der.
Louis fing an küsse auf seinem Hals zu verteilen, und seine Hände über Harrys Hüfte fahren zu lassen.
Doch dann löste er sich plötzlich von ihm und sagte „Gut. Dann haben wir ja noch Zeit, den Tisch zu decken und Getränke kalt zu stellen“
Er gab Harry einen Klaps auf dem Po, grinste ihn frech an, und verlies das Bad.
„Das wirst du heute Nacht bereuen“ rief er, folgte ihm dann aber in die Küche.
Auf den Abend mit Niall und Liam hatte er sich wirklich gefreut. Sie sahen sich zwar nicht all zu selten, aber trotzdem war es nicht immer leicht, denn Freundschaftsgrüppchen und Pärchen Abend hin oder her, sein bester Freund war und blieb Zayn. Und der hatte einfach Vorrang. Vor allem im Moment.
Nach der Trennung hatte Zayn eine Woche lang bei ihm und Louis auf der Couch geschlafen, und wenn er von der Arbeit gekommen war, hatte er sich meistens Kopfhörer aufgesetzt, und geweint, bis Harry ihn dazu überredet bekommen hatte, sich in den Arm nehmen zu lassen.
Danach hatte Zayn erst drei Wochen im Hotel gewohnt, und dann war er entgegen aller Erwartungen bei Jamie ins freie WG- Zimmer gezogen.
Harry war am Anfang sehr skeptisch gewesen. Aber inzwischen war er froh, dass es so war. Denn Zayn ging es immer noch ziemlich schlecht mit der Trennung, und seit Jamie seine komischen Scene-Freunde losgeworden war, war er wieder der nette Kerl, den sie zu Beginn ihres Studiums kennen gelernt hatten.
Und es war ziemlich klar, dass die beiden das Thema Beziehung weit hinter sich gelassen hatten. Alle Beide.

Niall und Liam standen pünktlich bei ihnen vor der Tür, und grinsten sie an. Harry freute sich für beide, dass sie es geschafft hatten, ihre Beziehung zu retten. Auch wenn es nicht so leicht gewesen war. Aber trotzdem kam es ihm komisch vor, die beiden ohne Zayn zu sehen, und vor allem die beiden gut gelaunt zu sehen. Denn ihnen war allen klar, dass auch sie ganz schön an der Trennung zu knabbern hatten. Nicht nur Zayn.

„Kommt rein“ sagte Louis grade, und schon waren die beiden in der Küche.  Sie kochten zusammen, quatschten ausgelassen, und Liam erzählte, dass sie seine Medikamente grade niedriger dosierten, weil sie das Gefühl hatten, bei seinen Nieren würde sich etwas tun, was die Stimmung nochmal deutlich verbesserte.  

Später am Abend saßen sie dann gemütlich im Wohnzimmer, und hörten Musik.
„Wollt ihr noch was trinken?“ fragte Harry irgendwann, und stand auf.
„Hast du noch n Bier?“ fragte Niall.
„Müsste noch eins da sein.“
„Ich brauche nichts mehr“ sagte Liam lächelnd. „Aber danke“
„Lou?“ fragte Harry, und sah seinen Freund an.
„Hab noch“ grinste der, und hielt seine Falsche hoch. „Danke.“
Harry nickte, und lief in dich Küche, um für sich uns Niall was zu trinken zu holen.

„Harry? Dein Handy klingelt!“ reif Louis plötzlich aus dem Wohnzimmer.
Harry kam zu ihnen rüber gelaufen, drückte auf dem Knopf an der Musik-Box, um das Gespräch anzunehmen, und wollte grade los gehen, um sein Handy zu holen, und die Verbindung zur Box zu trennen, da hörte er Zayns Stimme durchs Wohnzimmer.
„Haz?“
Er weinte.
„Ich…“ er brach ab, schluchzte, und sagte dann „Ich hab mit Jamie geschlafen…“

Harrys Herz sackte ihm in die Hose, und er tauschte einen schockierten Blick mit den anderen drei.

„Es war furchtbar! Wir haben in der Mitte aufgehört, weil es so komisch war… und er hat mir das vorher schon gesagt. Er hat gesagt, dass es eine schlechte Idee ist, und dass es mir danach nur schlechter gehen wird… Aber ich war so frustriert…“ er schluchzte erneut auf. „Ich fühl mich, als hätte ich Niall und Liam betrogen. Aber sie sind gar nicht mehr da…“ Er machte eine Pause und setzte dann leise hinterher „Ich bin betrunken“
Es war kurz still.

„Hazza?“ fragte Zayn verzweifelt.

Louis tauchte plötzlich vor ihm auf, und hielt ihm das Handy hin.
„Gib mir 7 Minuten“ sagte Harry abwesend ins Telefon und legte auf.
„Ich…“ fing er an, und starrte in die Runde.
„Wenn du dich nicht gleich hier weg bewegst, fahre ich“ sagte Niall ernst.
„Tut mir leid“ murmelte Harry, und war sich nicht mal sicher, was ihm leid tat. Dass Niall und Liam Zayns Ausbruch mitbekommen hatten, dass er sie mit Louis hier lies, obwohl sie sich einen netten Abend machen wollten, dass sie jetzt wussten, dass ihr Ex grade mit seinem Ex geschlafen hatte, oder dass ihnen allen klar war, dass Zayn bei ihm immer höchste Priorität haben würde. Er packte sich seinen Schlüssel, küsste Louis kurz auf den Mund, und verschwand.  

Keine Zehn Minuten später stand Harry bei Jamie vor der Haustür und klingelte.
Dieser machte ihm auf, und warf ihm gleich einen schuldbewussten Blick zu.
„Ich hab versucht es ihm auszureden, und ihn davon abzuhalten“ sagte er mit betroffenem Tonfall in der Stimme. „Aber er wollte unbedingt. Ich glaube… naja… es war nicht mal, dass er mit mir schlafen wollte… sondern einfach mit Jemandem“
„Ich weiß“ murmelte Harry. Dann machte er kurz eine Pause.
„Geht’s dir damit okay? Er hat dir nicht weh getan oder so?“
Jamie riss die Augen auf. „Was?! Nein! Nein! Oh Gott! Mach dir darüber keine Gedanken! Ehrlich. Er hat mich nicht genötigt oder so! Ich hab nur versucht ihm klar zu machen, dass es ihm nicht helfen wird, und es für ihn nicht gut sein wird.“
„Okay“ Harry nickte erleichtert. „Er ist vermutlich in seinem Zimmer“
„Er hat abgeschlossen“ sagte Jamie.
„Okay“ machte Harry wieder.
„Harry?“
„hm?“
„Danke, dass du hier bist“
„Kein Thema“ sagte Harry. Jamie nickte, und ging in sein Zimmer. Der Lockenkopf seufzte einmal, und ging dann zu Zayns Zimmertür, um zu klopfen.
„Zaynie?“ fragte er vorsichtig.
Keine Antwort.
„Zaynie?“
Immer noch keine Antwort.
Harry versuchte die Tür aufzumachen, aber er hatte tatsächlich abgeschlossen.
Er seufzte und stellte sich grade hin, um viel Druck in seine Stimme zu bekommen. Er machte das zwar nicht gerne, aber manchmal musste es sein. Das letzte Mal, bevor Zayn mit Niall und Liam zusammen gekommen war...
„ZAIN JAVADD MALIK! MACH AUF!“
Es war kurz still, dann hörte er ein Klacken an der Tür. Er drückte die Klinke runter, und sah Zayn, der zurück ins Bett schlurfte.
Harry schloss die Tür hinter sich, rutsche zu ihm ins Bett, und zog ihn an sich.
Er hasste es, Zayn so zu sehen.
Also weinten sie zusammen.
Zayn unter Schluchzen, und Harry ganz stumm.



*

Harry war über Nacht geblieben, und sie hatten bis weit nach Sonnenaufgang geredet. Schließlich war Zayn zu dem Schluss gekommen, dass er Hilfe brauchte, und hatte sich wenig später in Therapie begeben. Der Anfang war alles andere als leicht gewesen. Aber inzwischen ging es ihm so gut wie schon lange nicht mehr, und Harry war einfach froh, ihn wieder lachen zu sehen.
„Ich frag mich ja immer noch, welche Sicherung bei dir durchgebrannt ist, dass du mit Jamie in die Kiste gestiegen bist!“ prustete Harry, der sich grade an besagten Abend erinnert hatte.
„Boah, erinner mich doch da nicht dran!“ stöhnte Zayn. „Ich hab versucht, das zu vergessen!“
„Ja, und deswegen bringe ich es in regelmäßigen Abständen immer wieder auf. Damit du damit ja nicht erfolgreich bist“
„Ich hasse dich!“
„Du liebst mich“
„Das auch“

Es blieb einen Moment lang still.

„Du kommst inzwischen ganz gut klar, oder?“ wechselte Harry dann plötzlich das Thema und wurde etwas ernster.
„Meistens“ sagte Zayn nach einer kurzen Pause. „Ich meine… mit der Arbeit geht es ja, seit ich mit meinem Chef gesprochen hab. Therapie hat mir auch geholfen. Aber…“ er machte eine kleine Pause. „Ich hab damals schon gesagt, dass ich mich auf keinen Anderen einlassen will, weil es lange dauert, bis ich mich entliebe. Und das war…“ Er seufzte „Das war noch bevor wir zusammen waren. Klar war ich da schon ziemlich in Niall verknallt. Aber als wir dann zusammen waren… Das war einfach nochmal ne ganz andere Hausnummer… und ich glaube, dass ich manchmal mit mir selber nicht geduldig genug bin… ich meine… nach acht Monaten sollte man drüber hinweg sein. Das weiß ich, und du weißt das auch. Es ist nur leider nicht der Fall. Ich kann damit umgehen, und es ist bei weitem nicht mehr so schlimm, wie vor ein paar Monaten. Aber wenn ich sagen würde, dass ich bereit für was Neues wäre, oder dass es schon vollkommen okay ist, dann wäre das eine blanke Lüge. Und ich hätte gerne, dass es anders ist“
Harry nickte.
„Ja. Das kann ich verstehen“
Er starrte an die Decke.
„Ich bin froh, dass du und Lou euch gefunden habt“ murmelte Zayn. „Es macht mich glücklich, dass du glücklich bist“
„Ich bin auch froh, dass ich ihn hab“ murmelte Harry und grinste.
„Besser ist das“
Harry setzte sich ruckartig auf, sodass schwarze Punkte vor seinem Blickfeld hin und her hüpften, und starrte in den Flur.
„Lou!“ rief er, und lief auf seinen Freund zu.
„Hey“ grinste der, und zog den Lockenkopf an sich.
„Was machst du denn schon hier?“
Louis lachte. „Hast du mal auf die Uhr geguckt?“
„nein“ sagte Harry das offensichtliche.
„Es ist halb sechs“ lachte Louis.
„Dann bist du ja richtig früh heute“ stellte Harry fest, und küsste ihn.
„Das stimmt wohl… Hey Zayn“
„Hi“
Harry löste sich von Louis, und lies ihn Zayn begrüßen.
„Ich mach mich dann glaube ich auf den weg“ beschloss der.
„Okay“ nickte Harry, und zog ihn fest an sich. „Grüß Jamie“
„mach ich“
Zayn drückte ihm einen Kuss auf die Wange, und schnappte sich seine Jacke.
„Wenn du dir in dieser Lederjacke wieder eine Erkältung holst, dann hast du selber Schuld! Von mir bekommst du keinen Wisch!“ sagte Louis laut, als Zayn schon im Flur war.
„Kritisier nicht meine Jacke! Wenn ich die nicht angehabt hätte, wäre ich nicht krank geworden, und dann hätte ich dich nicht für Haz aufgegabelt.“
„Ich kritisier nicht die Jacke, sondern dich“ lachte Louis.
Harry stand da und schüttelte schmunzelnd den Kopf. Die Tür fiel ins Schloss, und Zayn war verschwunden.
„Bist du müde?“ fragte Harry, und strich seinem Freund die Haare aus der Stirn.
„Ein bisschen“ sagte der, und küsste ihn. „Aber ich hatte grade eigentlich ganz andere Pläne mit dir, als im Bett zu liegen und zu schlafen.“
„Ach ja?“ Harry guckt ihm unschuldig in die Augen.
„Ja“ schmunzelte Louis, und küsste ihn. „Ich dachte anstatt mit dir im Bett zu liegen und zu schlafen könnte ich viel besser im Bett liegen und mit dir schlafen“






-Louis-

Louis lag im Bett und strich seinem Freund eine Locke aus der Stirn.
Eigentlich fand er es ja immer süß, dass Harry so lange schlafen konnte, und er ihn dann, wenn er wollte, stundenlang betrachten konnte.
Heute hatte er allerdings andere Pläne mit ihm, sodass er jetzt langsam anfing, ihn wach zu machen. Er fuhr ihm vorsichtig durch die Haare und über die Wange, legte seine Lippen vorsichtig auf Harrys nackte haut an der Schulter und der Wange und zog ihn ein wenig an sich.
„Nicht aufhören“ murmelte Harry irgendwann gegen seine Brust, als er eine kleine Pause mit seinen Berührungen machte.
„Guten Morgen“ flüsterte er, und küsste ihn vorsichtig ans Ohr.
„Guten Morgen“ kam es von Harry. Er rutschte ein Stück von Louis ab, und schaute ihm in die Augen.
Fasziniert beobachtete der das Gesicht ihm gegenüber.
Sein Blick huschte von Harrys Lippen zurück zu seinen Augen, zu seinen Lippen und wanderte dann einmal über sein ganzes Gesicht, bis zum Schlüsselbein.
„Du bist so wunderschön“ flüsterte Louis, streckte seine Hand nach ihm aus, und legte sie in seinem Nacken ab.
Ein Lächeln schlich sich auf Harrys Lippen, und seine Wangen nahmen einen leichten Rotschimmer an, ehe er sich langsam vor lehnte, und seine Lippen auf Louis‘ legte.
Ein Kribbeln machte sich in ihm breit und er zog Harry vorsichtig näher. Seine Zunge glitt langsam vor, und Harrys Seufzen jagte ihm einen Schauer über den Rücken.
„Ich liebe dich so sehr“ flüsterte er gegen seine Lippen.
„Ich liebe dich auch, Lou.“ Flüsterte Harry zurück, und drängte sich noch näher an ihn.
„Du weißt, was für ein Tag heute ist?“
„Ich bin enttäuscht, dass du fragst“ maulte Harry, löste sich etwas von ihm, und grinste ihn an.
„Natürlich weiß ich, was für ein Tag ist“
Aus dem Wohnzimmer ertönte ein Bellen.
„Warst du eben schon?“ fragte Harry.
Louis schüttelte den Kopf. „Ich war doch noch mit den beiden draußen, als ich von der Schicht wieder gekommen bin.“ Erklärte Louis.
„Dann müssen wir wohl jetzt aufstehen“ lachte Harry und drückte ihm noch einen Kuss auf.

Sie zogen sich schnell Hosen und dicke Pullover über, warfen sich ihre Jacken über, und leinten Clifford und Bruce an. Dann machten sie sich Händchenhaltend auf den Weg, jeder eine Leine in der Hand, die Finger der anderen Hand miteinander verschränkt.
Sie liefen eine große Runde, machten sogar einen kleinen Abstecher in einen Park, damit Bruce rum toben und diversen Stöckchen hinterherhechten, und Clifford die nasse Wiese inspizieren konnte, und machten sich schließlich wieder auf den Weg, als ihnen die Zehen zu kalt wurden.
Zu Hause machten sich sie ein großes Frühstück, gingen zusammen duschen, und machten sich dann fertig.
„Ich hab ein bisschen was mit dir geplant“ sagte Louis, als sie im Wohnzimmer saßen. „Und ich hab eine kleine Überraschung für dich… ich hoffe du magst sie“
„Lou…“ murmelte Harry. „Wir haben gesagt, dass wir uns zum Jahrestag nichts schenken… wir wollten essen gehen. Das steht schon noch, oder? Ich hab gar nichts für dich…“
Louis grinste „Ja. Das steht noch. Keine Sorge. Und ich hab nichts… großes“ Er schmunzelte, als er Harrys Blick sah.
„Okay. Also was hast du geplant“
„Ich habe geplant, dass wir gleich los fahren, und uns die neue Ausstellung in der Kunstgalerie angucken“ Erklärte Louis, und stellte amüsiert fest, dass Harry den Kopf schief legte.
„Du hast mitbekommen, dass da eine neue Ausstellung ist?“ fragte der Lockenkopf sichtlich überrascht.
„Ja. Hab ich.“ grinste Louis. „und ich weiß aus sicherer Quelle, dass du gerne da hin möchtest.“
„Heißt deine sichere Quelle zufälliger Weise Zayn?“ fragte Harry ihn lachend.
„Vielleicht. Also wollen wir hin?“
„Ja!“
Louis lachte, lehnte sich vor, und küsste Harry.
„Und danach gehen wir Essen“ erzählte Louis weiter. „Wir haben ja ziemlich spät gefrühstückt, also sollte das passen“
„Okay…“ machte Harry. „Ich bin aber nicht sicher, ob wir Bruce und Cliff mit in die Ausstellung nehmen dürfen. Und um sie bis heute Abend alleine hier zu lassen ist es vielleicht ein bisschen lang… oder?“
„Das stimmt. Aber ich hab ja meine sichere Quelle“ grinste Louis verschmitzt.
„Wie?“
„Na wir bringen die beiden zu Zayn in die WG“
„Tun wir das?“
„Ja, das tun wir. Ich hab mit ihm geredet, und er hat das mit Jamie abgeklärt. Die beiden kennen ihn gut, und ich bin ziemlich sicher, dass sie sich bei ihm nicht besonders unwohl fühlen werden. Wir holen sie morgen früh wieder ab“
Harry blinzelte überrascht.
„Also haben wir Baby-freien Tag?“ fragte er, und grinste Louis schief an.
„ganz genau.“
„Dann können wir es später im Wohnzimmer, der Küche und im Schlafzimmer treiben, ohne dass wir drauf achten müssen, die beiden nicht zu verstören?“
„Ganz genau. Also wehe du hältst keine zweite Runde durch“ raunte Louis ihm zu.
„Ey!“  stieß Harry aus. „Ich habe noch nie eine zweite Runde nicht geschafft! Außerdem… ich würde sagen, ob ich ne zweite Runde will oder nicht, liegt viel mehr an dir, als an mir“
„Der Punkt geht an dich“ grinste Louis, küsste seinen Freund kurz und sagte dann „Wollen wir los?“
Sie machten sich fertig, bugsierten die beiden Hunde ins Auto, überprüften nochmal, dass sie auch sicher waren, und machten sich auf den Weg zu Zayn. Der nahm die beiden begeistert in Empfang und wünschte ihnen einen schönen Tag, und schon waren sie wieder unterwegs.

Louis fuhr sie zum Kunstmuseum. Auf der Fahrt hörten sie laut Harrys 90er und 2000er Playlist, und der Lockenkopf sang laut mit, und als sie dann da waren, ließ Louis so lange den Motor an, bis das aktuelle Lied vorbei war, damit er Harrys Hochstimmung nicht mit dem Song zusammen abwürgte.
Sie kauften sich zwei Karten, und machten sich dann auf den Weg durch die recht leere Ausstellung.
„Weißt du was ich grade dachte“ plapperte Harry vor sich hin. Er war voll in einem Element. „Eigentlich ist der Begriff „moderne Kunst“ total bescheuert! Ich meine… das, was wir heute der Klassik oder dem Barock zuordnen, war damals ja auch modern. Also macht es überhaupt keinen Sinn, das Ding „Moderne Kunst“ zu nennen. Warum nennen wir es nicht einfach avantgardistische Kunst? Wobei das ja eigentlich auch wieder nur progressiv heißt… und das behauptet auch jedes Zeitalter von sich…“ Er warf Louis einen nachdenklichen Blick zu, was den zum Schmunzeln brachte.
Ganz eindeutig. Er liebte diesen Mann.
„Dich interessiert gar nicht so besonders, ob man das jetzt moderne, progressive oder avantgardistische Kunst nennt, oder?“
„Geht. Ich fürchte, dass da Zayn dein Ansprechpartner für ist. Solange ich die Bilder schön finde, ist mir ehrlich gesagt zweitrangig, zu welcher Zeit ich sie jetzt zuordnen könnte, oder wie ich die Zeit nennen könnte. Aber ich hör dir gerne zu. Also rede bitte weiter“ Er legte den Kopf schief.
„Da hätte ich ja mit Zayn her kommen können“ sagte Harry, und sah ihn provokant an.
Louis grinste, und stieg mit ein.
„Dann hättest du die Hunde und mich in der WG gelassen, und wärst mit Zayn auf ein Date gegangen?“
„Ja. Mit dem kann ich mich wenigstens über die wichtigen Fragen des Lebens austauschen“ sagte Harry.
Louis musste sein Lachen unterdrücken. Er trat näher und sagte dann ganz leise.
„Vorsicht. Sonst bekommst du nur noch eine Runde“ Ein freches Grinsen schlich sich auf seine Lippen. „Und du musst toppen“
Harry zog eine Schnute.
„Louuuu!“
Der grinste. „Spaß“ lehnte sich vor, um ihn zu küssen und sagte dann „Also was ist dein Vorschlag, wie man das hier nennen sollte? Wenn nicht modern, progressiv und auch nicht avtan- gar- dis- tisch… ich hab das Wort ehrlich gesagt noch nie gehört“
Harry lachte, sagte „avantgardistisch“ und verschränkte ihre Finger miteinander.
„Klingt ein bisschen wie sadistisch… findest du nicht?“
Harry fing laut an zu lachen, kassierte einen missbilligenden Blick von einem der Museumswächter, und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

Um noch ein bisschen frische Luft zu bekommen, machten sich nach ihrem Besuch im Museum einen kleinen Zwischenstop in einem Café, wo sie sich einen Kaffee to go mitnahmen, und spazierten dann durch die Stadt. Am frühen Abend setzten sie sich wieder ins Auto, und Louis fuhr sie in ein Restaurant, in dem sie bis jetzt noch nie zusammen gewesen waren, das ihm aber schon oft empfohlen worden war.
„Wow“ murmelte Harry leise neben ihm, und ein Lächeln schlich sich auf Louis‘ Lippen.
„Gefällt es dir?“ fragte der, und sah zufrieden, dass Harry nickte.
„gut“
Sie wurden zu einem Tisch geführt und ihnen wurde eine Karte gereicht.
Zur Vorspeise bestellten sie eine Platte, die sie sich teilen wollten, und dann natürlich noch einen Hauptgang.
Vor allem Harry redete viel und ausgelassen, was Louis nur noch mehr das Herz erwärmte. Er selbst redete allerdings nicht so viel wie sein Freund, denn er war einigermaßen nervös.
Ihr Hauptgang kam, und Louis wurde immer aufgeregter.

„Ist alles okay?“ fragte Harry, als ihre Teller grade wieder abgeräumt wurden.
„Ja alles gut“ nickte Louis, sah Harry aber gleich an, dass er wusste, dass es nicht stimmte.  
„Lou?“
Louis schluckte.
„Okay“ sagte er, und wischte sich die schwitzigen Hände an seiner Hose ab. Sein Griff ging in seine Jacke, die er absichtlich nicht zur Garderobe gebracht hatte.
„Als ich dich das erste Mal gesehen habe, da hast du mich ziemlich vom Hocker gehauen, und ich wusste sofort, dass ich dich nicht mehr hergeben will. Und trotzdem musste ich dich ein bisschen kennen lernen, bevor wir gesagt haben, dass wir das hier wollen“ fing Louis an, und konnte beobachten, wie Harrys Augen groß wurden.
„Und als wir dann zusammen waren, da war mir klar, dass ich nie wieder was anderes will. Aber wir mussten erst mal sehen, wie es läuft, bevor wir über ‚für immer‘ reden können“
Er schluckte und festigte seinen Griff.
„Ich weiß, dass drei Jahre nicht die längste Zeit ist… Und wenn du noch nicht „ja“ sagen willst, aber auch nicht „nein“ dann kannst du auch sagen, dass ich später nochmal fragen soll…“ Er hob seine Hand, und legte die kleine Schachtel zwischen sie auf den Tisch.
„Aber ich würde das hier gerne für immer machen… und ich wollte dich fragen, ob du das auch möchtest“ schloss Louis, und biss sich auf die Unterlippe.
Harry starrte ihn fassungslos an.

„Willst du mich heiraten, Harry?“ brachte Louis hervor.

Harry starrte ihn immer noch an.

„oh mein Gott“ murmelte er schließlich.
Louis schluckte, und öffnete langsam das Kästchen, und Harry den Ring zu präsentieren, den er ausgesucht hatte.
Harrys Blick wanderte zum Ring, und dann wieder hoch zu Louis.
„ja“ hauchte er schließlich.
„ja?“
„ja“ nickte Harry, und plötzlich kamen ihm Tränen. „tut mir leid… ich… ich bin nur … hast du mir grade wirklich einen Antrag gemacht?“
Louis nickte.
„Du willst mich heiraten?“
Louis nickte erneut.
Harrys Blick wanderte zu dem Ring.
„Wenn es dir noch zu frü-„
„Es ist nicht zu früh“ unterbrach Harry ihn ruhig. „Es ist perfekt… ich… ich bin einfach überrascht. Aber auf eine gute Art und Weise. Es muss nur noch ankommen… Ich hab schon „ja“ gesagt, oder?“
Louis nickte vorsichtig.
„Oh Gott zum Glück…“ Dann schlug er sich plötzlich die Hand vor die Stirn. „Ich wette es hat noch nie jemand so bescheuert auf einen Antrag reagiert…“ sagte er. „Natürlich will ich dich heiraten, Lou… Du siehst so aus, als würdest du immer noch ein nein erwarten… steckst du ihn mir an?“
Auf Louis‘ Gesicht breitete sich ein Grinsen aus.
Eigentlich hätte er damit rechnen müssen, dass Harry nicht einfach „ja“ oder „nein“ sagen würde, sondern dass die Information erst mal durchsickern musste.

Er erhob sich langsam, nahm die Schachtel in die Hand, und lies sich auf ein Knie sinken. Er nahm Harrys Hand vorsichtig in seine, nahm mit zittrigen Fingern den Ring, und schob ihn ihm vorsichtig über den Finger. Er starrte einen Moment lang auf die Hand seines Freundes, dann legte er seine Lippen an Harrys Finger. Erst dann schaute er hoch in Harrys Gesicht.
Der starrte ihn mit leicht geöffnetem Mund an, und Tränen liefen über sein Gesicht.
„Sind das Freudentränen?“ fragte er.
„Nein! Ich hab was im Auge“ sagte Harry, und stand von seinem Stuhl auf. Er zog ihn hoch, und schaute ihm in die Augen. „Natürlich sind das Freudentränen, du Blödmann“ Und im nächsten Moment lagen seine Lippen auf Louis‘
Er konnte es Harry gar nicht übel nehmen, wie er reagiert hatte, denn erst im diesem Moment schien ihm selber so richtig bewusst zu werde, dass er sich grade mit ihm verlobt hatte.
„Ich liebe dich so sehr, Louis“ flüsterte er gegen seine Lippen.
„Und ich dich erst“ murmelte Louis.
Schließlich lösten sie sich dann doch wieder voneinander. Immerhin waren sie immer noch in der Öffentlichkeit.
Harry starrte auf seine Hand und fragte dann „Hast du für dich auch einen?“
Louis biss sich auf die Unterlippe, und nickte langsam.
Harry streckte ihm die Hand entgegen, mit der Handfläche nach oben. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht nahm Louis das kleines Schaumstoffkissen aus dem Schächtelchen, und nahm den Ring darin hervor, nur um ihn Harry in die Hand zu legen.
Der nahm ihn vorsichtig zwischen die Finger, und kam Louis wieder näher.
„Gib mir deine Hand“ flüsterte er, und Louis streckte seine Hand aus, ohne drüber nachzudenken.
Harry nahm sie, und steckte ihm dann langsam den Ring an.

Ein lautes Schniefen riss sie aus ihrer Trance, und Louis schaute zur Seite.
Eine Frau wischte sich grade eine Träne aus dem Gesicht.
„Tut mir Leid! Ich wollte den Moment nicht kaputt machen“ sagte sie gleich, und schlug sich die Hand vor den Mund.
Louis und Harry fingen gleichzeitig leise an zu lachen.
„Kein Problem“ sagte der Lockenkopf.
„Das war einfach so schön“ seufzte sie.
Louis grinste. Er drückte Harry einen Kuss auf die Schläfe, und bewegte sich dann langsam zu seinem Stuhl zurück.
„Wollen wir nach Hause?“ fragte er an Harry gewandt. Er nickte, und Louis drehte sich um, und fragte nach der Rechnung.

„Wer weiß davon, dass du das heute machen wolltest?“ fragte Harry im Auto leise.
„Keiner“
„Warum nicht?“ wollte er verwirrt wissen.
Louis lächelte, ein bisschen froh, dass Harry das gefragt hatte, und warf ihm einen schnellen Blick zu.
„Du solltest der erste sein, der es weiß“





-Harry-


Harry stand mit nervös schlagendem Herzen vor dem Spiegel und betrachtete sich. Er trug ein lockeres Hemd, eine dunkle Jeans und seine langen Locken hingen ihm über die Schultern. Er hatte sich drei seiner Ringe angesteckt, und natürlich trug er seinen Verlobungsring.
„Schatz?“ hörte er die Stimme seines Verlobten hinter sich, und drehte sich um.
„Alles okay?“ fragte Louis, und kam zu ihm. Er legte seine Hände in Harrys Nacken, und sah ihn aus durchdringenden Augen an.
Der Lockenkopf nickte.
„Sie wissen alle drei bescheid… Sie werden schon nicht aneinander krachen“ sagte Louis leise, der offenbar erfasst hatte, was in Harrys Kopf umher schwirrte.

Er und Louis hatten sich dafür entschieden ihre Verlobung zu feiern, und auch erst bei der Party bekannt zu geben, was der Anlass der Feier war. Sie hatten einige Leute eingeladen, und weil sie alle zu ihren engsten Freunden überhaupt gehörten, natürlich sowohl Zayn, als auch Niall und Liam. Es gab zwar für alle genug Ausweichmöglichkeiten, aber trotzdem machte Harry sich Sorgen. Er wusste, dass Zayn die beiden nach der Trennung nur noch zwei Mal gesehen hatte. Und das war, als er aus der Wohnung ausgezogen war. Die letzten sieben Monate hatten sie sich also nicht mehr gesehen. Und Harry war auch sicher, dass Zayn erzählt hätte, wenn sie sich nochmal irgendwo über den Weg gelaufen wären.
„Ja… du hast ja Recht“ murmelte Harry, auch wenn das nichts an seinem Gemütszustand änderte.
Er lächelte Louis an, drückte ihm einen Kuss auf den Mund, und machte sich dann mit ihm zusammen auf den Weg zum Wohnzimmer, um zu gucken, ob alles fertig war.

Die erste, die ankam, war Gemma, Harrys Schwester. Sie begrüßte beide überschwänglich, und fing sofort an, drauf los zu Reden.
Wenig später traf Louis‘ Schwester Lottie ein, die ebenfalls in der Nähe wohnte, allerdings als einzige seiner Schwestern da sein würde. Zu viert wurde es schnell noch lustiger, und Harrys Anspannung fiel langsam von ihm ab.
Niall und Liam kamen als nächstes, und nach ihnen ging es dann relativ schnell. Einige langjährige und gute Freunde kamen noch an, und Louis hatte auch zwei seiner engsten Kollegen eingeladen, die er inzwischen zu seinem Freundeskreis zählte.
Die Musik war an, und es war ein buntes Gewusel. Harry grinste, als es plötzlich klingelte.
Es fehlten nur noch zwei.
Gebannt starrte er zwischen der Tür, die Louis grade öffnete, und Liam und Niall, die neben ihm standen, hin und her.
Zayn trat ein, und hinter ihm Jamie.
Harry hatte ihn eingeladen, weil sie sich inzwischen wieder ziemlich gut verstanden.
Zayn umarmte Louis zur Begrüßung und hängte seine Jacke weg. Jamie schien einen Kommentar zu machen, und beide fingen an zu lachen. Zayn schlug ihm spielerisch gegen den Arm, und Jamie zog eine Grimasse.  
Harrys Blick wanderte zu Niall, der blass geworden war.
„Nialler?“ fragte Liam leise. Der drehte langsam den Kopf seinem Freund zu.
„Niall?“ fragte Harry, und sah ihn ernst an. „Sie haben nichts miteinander“ sagte er ruhig.
„Geht mich ja auch nichts an“ murmelte Niall, und schluckte.
„Ich wollte es dir trotzdem sagen“ sagte Harry, der sich genau an den Moment erinnerte, an dem Zayn Stimme laut im Wohnzimmer verkündet hatte, dass er und Jamie grade miteinander geschlafen hatten. Oder es zumindest versucht hatten.
„Hazza!“ rief Zayn plötzlich, kam auf ihn zugestürmt, und warf sich auf ihn.
„Hey“ lachte der. „Schön, dass du da bist“
Sie lösten sich voneinander, und Zayn drehte sich den anderen beide zu.
„ähm… hi“ sagte er.
„Hi“ brachte Liam hervor.
Niall starrte ihn nur an.
Zayn räusperte sich, und drehte sich wieder Harry zu. „Also. Warum sind wir hier?“ fragte er, und musterte ihn. Sein Blick glitt einmal über Harrys Körper, und plötzlich klappte ihm die Kinnlade runter.
„Nein!“ stieß er aus, und schlug sich die Hände vor den Mund.
„pscht“ machte Harry. „Wir wollen das verkünden“
„Also Ja?“ fragte Zayn.
Harry warf Niall und Liam einen Blick zu, die verwirrt da standen, und nickte dann leicht. Er hatte so viele Ringe, die er immer mal durchwechselte, dass einfach Keiner eine Chance hatte, seinen Verlobungsring als solchen zu erkennen. Alle außer Zayn. Der kannte ihn wie immer in und auswendig.
Zayn quietschte los, und warf sich an ihn. Er küsste ihm auf jeder Seite mindestens vier Mal die Wange, und strahlte ihn dann an.
„Sorry“ grinste er.
Auch Harry grinste.

Louis schien die Musik leiser zu machen, und sagte dann Laut „So Leute“ die meisten drehten sich ihm gleich zu. „Ich versuche hier grade die Aufmerksamkeit zu bekommen“ fügte er an, und Harry grinste. Er warf Zayn nochmal einen Blick zu, und lief dann zu seinem Verlobten rüber.
„Also ich werde jetzt kurz eine dramatische Rede halten“ sagte Louis, und im Wohnzimmer brach Gelächter aus.
„Jaja. Lacht nur“ Sagte er, und Harry musste schmunzeln.
„Es gibt tatschlich einen Grund, warum wir euch alle hier auf einen Haufen eigeladen haben. Wir sind allerdings nicht schwanger“
Harry schüttelte den Kopf und schmunzelte.
„Wenn du weiter so drum rum redest, dann wissen sie übermorgen noch nicht, dass wir heiraten“ sagte Harry.
Sie hatten diesen Dialog nicht geplant, aber Harry wusste, dass Louis froh darüber sein würde, dass er ihn nicht alleine da stehen gelassen hatte.
Das Wohnzimmer fing an zu klatschen, „Oh Mein Gott's" und "awww's" auszurufen, und schon waren die ersten Leute da, um ihnen zu gratulieren.  

Der Abend wurde danach ziemlich lustig und wuselig. Harry unterhielt sich lange mit seiner Schwester, alberte mit Zayn rum und wechselte auch mit allen anderen hier und da ein Wort. Und im Vorbeigehen suchte er immer ein bisschen Körperkontakt zu Louis. Ihm über die Hand streichen, sich neben ihn stellen und seine Hand in dessen Hinterntasche zu stecken, ihm im Vorbeigehen einen Kuss auf die Wange zu geben… Und Louis machte bei Harry genau das gleiche, wenn der grade in ein Gespräch vertieft war.
Irgendwann im Laufe des Abends nahm Harry dann aber nochmal Zayn zur Seite, und fragte ihn vorsichtig „Ist es Okay?“
Zayn knibbelte abwesend am Etikett seines Biers rum.
„Ehrlich gesagt ist es nicht so leicht“
Harry nickte. „Kann ich was machen?“
Zayn überlegte kurz, und schüttelte dann den Kopf.
„Wärst du mir sehr böse, wenn ich bald fahre? Ich bin gerne bei dir, und deine Verlobung ist mir echt nicht egal... das weißt du… aber … ja… es ist noch nicht so leicht. Vor allem weil sie zusammen hier sind“ Er warf Harry einen entschuldigenden Blick zu. Er seufzte, und zog seinen besten Freund an sich.
„Natürlich bin ich dir nicht böse, Zaynie!“ sagte er, und strich ihm über den Rücken.
„Meinst du, es ist eine Dumme Idee, mit ihnen zu reden?“
„Kommt drauf an, was du sagst“ gluckste Harry.
„Naja… ich will ihnen erklären, warum ich gehe. Ich fände das glaube ich nur fair… und es gibt da noch so was, was mir irgendwie auf der Seele brennt“
„Wenn es dir auf der Seele brennt, dann solltest du es ihnen vielleicht sagen. Aber nur wenn du sicher bist, dass hier der richtige Ort ist, um das zu besprechen.“
Zayn schmunzelte. „Ich glaube für solche Gespräche gibt es keine guten Orte“
„Okay. Dann mach das“
Zayn nickte, und zog ihn wieder an sich.
„Wann sehen wir uns wieder?“ fragte er.
„Wann auch immer du willst. Können ja schrieben“
„okay“ nickte Zayn, gab ihm einen Kuss auf die Wange, und verlies das Zimmer.
Harry sah ihm kurz hinterher und seufzte, dann machte er sich auf den Weg zum Bad.

Harry kam grade aus dem Bad zurück, als er Zayns Stimme hörte. Er sprach nicht laut, aber offenbar im Flur, und nicht im Wohnzimmer, sodass Harry ihn hören konnte. Er lief langsam auf ihn zu.
„Ich hab mich von euch getrennt, weil ich mit der Situation nicht zurecht gekommen bin. Und ich dachte, es würde mir besser gehen, wenn ich Raum für mich hätte, und meine Entscheidungen treffen könnte. Aber die Wahrheit ist, dass es mir einfach schlecht ging. Und dass ich die besten zwei Menschen weg geworfen habe, die ich mir je hätte erträumen können. Vielleicht war es notwendig, um zu verstehen, wer ich bin, und was mir wichtig ist. Ich hab das in dem Moment gebraucht, und deswegen bereue ich die Entscheidung nicht.  Aber ich wollte mich nochmal bei euch dafür entschuldigen.
Ihr habt euer Leben weiter geführt, und wir sind irgendwie alle unseren Weg gegangen. Deswegen werde ich euch nicht bitten, mir mehr Beachtung zu schenken, als ihr es jetzt tut. Ich will mich nicht bei euch einmischen. Ich will euch auch nicht vorhalten, was gut und nicht so gut gelaufen ist, oder was wir besser hätten machen können.
Ich will euch nur sagen, dass ich euch immer noch Liebe. Aus tiefstem Herzen und mit allem, was ich habe. Und es fühlt sich nicht so an, als würde sich das irgendwann ändern. Und deswegen wünsche ich mir einfach, dass es euch gut geht. Ich hoffe, dass ihr das geschafft habt. Auch wenn ich euch vermutlich weh getan habe. Aber ich bin da noch nicht und deswegen werde ich jetzt nach Hause fahren. Ich bin einfach noch nicht so weit. Tut mir Leid.“ Er warf ihnen ein trauriges Lächeln zu, und dann verschwand er.
Niall und Liam starrten ihm hinterher, und Harry starrte die beiden an.
„Macht es Sinn, dass es mir weh tut, dass es ihm weh tut, dass er uns weh getan hat?“ fragte Niall leise.
„Selbst wenn nicht, ist es trotzdem so“ hörte er Liam sagen.
Harry drehte sich um, und ging. Das war nicht sein Gespräch!

Die restlichen Gäste blieben deutlich länger. Sie feierten zusammen, auch wenn Harrys Stimmung nach Zayns Abgang nicht mehr ganz so gut war, wie davor. Und auch bei Niall und Liam schien das der Fall zu sein. Trotzdem genoss er das Zusammensein sehr.
Später im Bett kuschelte er sich an Louis, und lauschte seinem Herzschlag.
„Zayn ist ziemlich früh gefahren, oder?“ fragte Louis plötzlich leise.
„ja“ flüsterte Harry zurück.
„Er hängt noch ziemlich an ihnen, oder?“
„ja“ flüsterte Harry wieder.
„glaubest du, dass es anders rum genau so ist?“
Harry überlegte kurz. Schließlich flüsterte er ein drittes Mal „ja“
Louis drehe sich, und zog ihn eng an sich.
„Gut, dass ich dich nie wieder abgeben muss“ sagte er, und küsste ihn vorsichtig.
„Lou?“ fragte Harry plötzlich.
„Ja?“
„Harry Tomlinson oder Louis Styles?“
Sein Verlobter grinste ihm gegen die Lippen, und zog ihn enger an sich.
Er beantwortete ihm dir Frage nicht. Aber das hatte ja auch noch ein bisschen Zeit.
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