Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Benebelt

OneshotHumor, Romance / P12 / Het
Han Solo Leia Organa
11.06.2021
11.06.2021
1
2.285
2
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
 
11.06.2021 2.285
 
Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame.alexandra und ist hauptsächlich auf fanfiction.net unterwegs.

Autorin: madame.alexandra

Originaltitel: Spiced


Benebelt


Han zu finden, war immer leicht: Er verbrachte seine gesamte Freizeit auf dem Falken. Auch wenn er gerade keine Reparaturen durchführte, befand er sich darauf oder in unmittelbarer Nähe seines geliebten Schiffs, fast so, als hätte er Angst, sich mit einem Gefühl revolutionären Anstands zu infizieren, wenn er sich zu sehr unter die Rebellion mischte. Aus diesem Grund war Luke, als er eine extrem unkooperative Prinzessin die Rampe hinaufstieß und den Falken verlassen vorfand, gelinde gesagt – bestürzt.

Er legte seine Hände auf Leias Schultern und brachte sie dazu, sich im Hauptraum hinzusetzen.

„Ich möchte nicht hier sein, Sir“, informierte sie ihn höflich.

„Verdammte Toydarianer, Leia“, erwiderte Luke zischend.

Sie warf ihm einen unfokussierten Blick zu, verschränkte die Arme und reckte die Nase in die Höhe und von ihm weg. Für einen Augenblick blieb sie leicht schwankend in dieser Position, dann sackte sie unelegant nach hinten.

„Merk dir den Gedanken“, sagte Luke zu ihr.

Irgendwo hinter sich hörte er stampfende Schritte und sah ein Aufblitzen von Farbe, als Han über das Schiff ging und das Cockpit betrat, ohne die Eindringlinge zu bemerken. Luke hielt demonstrativ die Hände nach oben und formte mit den Lippen ein lautloses „Bleib hier“, bevor er Han folgte und genau dann ins Cockpit schlenderte, als Han sich hinsetzte und die Füße hochlegte. Luke beobachtete ihn einen Moment lang schweigend. Der Schmuggler legte die Hände hinter den Kopf, lehnte sich in seinem Sitz zurück und stellte sich offensichtlich auf ein Schläfchen ein. Luke wartete noch eine Sekunde länger und räusperte sich dann.

Han sprang praktisch aus seiner Haut. Er stieß einen ziemlich unmännlichen Angstschrei aus.

Laut fluchend riss er die Füße vom Schaltpult und wirbelte in seinem Sitz herum.

Luke“, brüllte er.

Luke scheiterte kläglich bei dem Versuch, nicht zu lachen. Er lehnte sich gegen den Türrahmen und umklammerte seine Rippen.

„Du hast dich angehört – “

„Ich werde dich erwürgen, Junior.“

„Du hast dich angehört – “

Luke hustete und versuchte, seinen Satz zu beenden.

„Du hast dich angehört wie – wie Leia, als wir ihr einen sullustischen Wurm auf den Fuß gesetzt haben – “

Mit einem bedrohlichen Funkeln in den Augen hob Han die Faust ein wenig und rutschte nach vorne.

„Was zum Teufel machst du auf meinem Schiff?“, verlangte er zu wissen.

Er hatte wirklich damit gerechnet, etwas Ruhe zu haben, vor allem seit Chewbacca draußen mit den Patrouillen half. Er hatte nicht erwartet, dass aufgeregte Möchtegern-Jedis in den Schatten seines Schiffes lauern würden.

„Ich muss dich um einen Gefallen bitten“, verkündete Luke.

„Erzähl mir was Neues“, nörgelte Han launisch – hatte er nicht seine ganze Zeit damit verbracht, allen einen Gefallen zu tun, seit er für den Jungen überstürzt aus der Cantina in Mos Eisley aufgebrochen war?

„Naja, eigentlich muss Leia dich um einen Gefallen bitten. Sie ist im Moment nur nicht in der Lage, sich zu artikulieren“, fuhr Luke fort.

Han schnaubte skeptisch.

„Sie war in ihrem Leben noch nie unfähig, sich zu artikulieren“, merkte er an – und Luke hätte schwören können, ein wenig Zuneigung aus dem Kommentar herauszuhören.

„Dann ist das eindeutig eine einmalige Erfahrung für dich“, gab Luke zurück. „Ganz zu schweigen davon, dass du ihr das schuldig bist.“

„Was bin ich ihr schuldig?“, fragte Han misstrauisch.

„Äh, hm. Gut. Weißt du noch, als du wegen der Sache mit dem Alkohol und der Erkältungsmedizin vollkommen die Orientierung verloren hast?“

Han warf Luke einen so verständnislosen Blick wie möglich zu. Um ehrlich zu sein, konnte er sich an das meiste davon nicht mehr erinnern, abgesehen von der Tatsache, dass Chewie ihn unaufhörlich verspottete, weil er sich in der Wookiee-Hängematte verheddert hatte, und dass Leia behauptete, der Schnitt an seinem Arm stamme von ihrem Versuch, ihn zu befreien.

„Nein“, antwortete er fast drohend.

Luke verdrehte die Augen.

„Leia hat dich gedeckt“, erklärte er. „Eine große Nummer.“

„So wie ich es gehört habe, hat sie viel Zeit damit verbracht, mich herumzuschubsen und zum Stolpern zu bringen“, murmelte Han.

„Also erinnerst du dich doch.“

Han starrte ihn nur an. Er war kurz davor, ihn wegzuschicken, aber dann fügte sich alles irgendwie zusammen – er war Leia speziell für diesen Vorfall etwas schuldig? Seine Stirn legte sich in Falten und er verengte die Augen, als er Luke ansah.

„Was hast du mit Leia gemacht?“, fragte er.

„Nichts!“, verteidigte sich Luke.

Für etwa zwanzig Sekunden konnte er die Lüge aufrechterhalten.

„Also gut. Wedge, Dak und Hobbie haben ein paar mit Spice versetzte Süßigkeiten hergestellt.“

„Spice?!“

„Nicht die starke Sorte, die du früher geschmuggelt hast – eine Sorte, die legal ist. In den meisten Systemen“, fügte Luke zusammenzuckend hinzu. „Jedenfalls“, sagte er gedehnt, „wollten sie Leia damit einen Streich spielen und sie…hat etwas davon gegessen.“

„Netter Versuch, Luke“, schnaubte Han. „Leia ist nicht dumm genug, etwas zu essen, was jemand aus der Renegaten-Staffel hergestellt hat und ihr anbietet.“

„Da hast du Recht“, wandte Luke ein. „Weshalb sie mich gebeten haben, es ihr zu geben.“

Han zog die Augenbrauen nach oben – und er hatte gedacht, Luke sei in jeder Hinsicht voll und ganz auf Leias Seite. Drogen unter ihr Essen zu mischen, schien etwas zu sein – naja, etwas, was Han noch vor Luke tun würde.

„Das ist gemein, Luke.“

Luke hatte den Anstand, rot zu werden.

„Hör mir zu“, murmelte er.

„Ich habe Leia noch nie richtig sauer gesehen, aber ich wette, sie zahlt es dir auf die schlimmste Art zurück“, informierte Han ihn.

Luke nickte hastig – darauf war er vorbereitet.

„Ich habe es nicht nur zum Spaß gemacht, ich hatte einen Hintergedanken“, jammerte er.

Han verschränkte die Arme und drehte seinen Sitz ein wenig. Er schaute Luke aufmerksam an und wartete. Das war die Art von Dingen, die an einem so tristen und langweiligen Ort wie Hoth passierten – extrem außer Kontrolle geratene Streiche. Die Führungsebene hatte so etwas wirklich satt und Han schätzte, dass sie durchdrehen würden, wenn sie herausfänden, dass jemand so weit gegangen war und Prinzessin Leia mit hineingezogen hatte.

„Du siehst also, dass wir sie verstecken müssen“, fuhr Luke fort.

„Viel Glück damit.“

Luke grinste ihn an. Han kniff die Augen zusammen.

„Du hast sie nicht – “

„Ich habe sie hergebracht“, unterbrach Luke fröhlich und bestätigte damit seine Befürchtung. „Sie hat auf dich aufgepasst, also kannst du auf sie aufpassen.“

Han funkelte ihn an.

„Du hast dich selbst in Schwierigkeiten gebracht!“, knurrte er ihn an. „Du kümmerst dich um sie!“

„Nein, das ist Teil des Streichs“, beharrte Luke. Er fing an zu grinsen.

„Betrachte es als Geschenk“, fügte er verschmitzt hinzu.

„Das ist doch nicht dein Ernst“, meckerte Han.

„Sie ist ziemlich erledigt“, entgegnete Luke, während er versuchte, nicht in Gelächter auszubrechen. „Das wird lustig – “

Beim Anblick von Hans Gesichtsausdruck brach er ab – sein Blick ging über seine Schulter hinweg – und drehte sich abrupt um, nur um festzustellen, dass Leia in ihrer unordentlich sitzenden Schneeausrüstung hinter ihm stand, einige Haare waren ihrem Zopf entkommen. Die normalerweise vornehme Prinzessin legte eine Hand an den Türrahmen, um sich abzustützen und sah die beiden unter schweren Lidern hervor misstrauisch an.

„Wo bin ich?“, verlangte sie zu wissen.

Han antwortete nicht. Er starrte sie einen Moment lang an, dann hob er eine Augenbraue. Luke drehte sich erfreut zu ihm um und begann, sich zurückzuziehen.

„Also, alles, was du tun musst, ist, auf sie aufzupassen“, sagte er und entfernte sich rückwärts in Richtung der Rampe.

„Hey! Komm zurück!“, rief Han und machte einen Schritt nach vorne, als Luke verschwand. „Sie ist dein Problem, Junior – “

Es war sinnlos; Luke war davongeschossen und hatte Han mit einer eindeutig unter Drogen gesetzten Leia zurückgelassen, die im Türrahmen stand – oder sich besser gesagt dagegen lehnte. Und sie sah immer noch so aus, als wolle sie wissen, wo sie war.

Er räusperte sich.

„Das ist der Falke“, sagte er lahm.

„Ich weiß“, antwortete sie.

Allerdings war kein Zeichen des Wiedererkennens in ihrem Gesicht zu sehen.

„Warum hast du dann gefragt?“, gab Han leicht amüsiert zurück.

„Warum habe ich was gefragt?“, erkundigte sie sich unschuldig und stieß sich von der Wand ab.

Sie wanderte ein wenig im Cockpit umher, drehte sich dann wieder zu ihm um und musterte ihn aufmerksam.

„Captain Solo, ich fühle mich sehr seltsam“, informierte sie ihn leise.

„Hast du schon mal Spice genommen?“, fragte Han und lehnte sich in seinem Sitz zurück, während er vollends von Belustigung ergriffen wurde.

„Das habe ich mit Sicherheit nicht“, entgegnete sie hochmütig. „Ich bin eine – Prinzessin, wir haben Leute, die solche Dinge für uns machen!“

Han lachte.

„Ihr habt Leute, die eure Drogen für euch nehmen?“, versuchte er klarzustellen.

Leia sah ihn leicht verwirrt an und verschränkte dann die Arme.

„Kennen wir uns?“, fragte sie ihn förmlich.

Han brachte seine Gesichtszüge unter Kontrolle und nickte.

„Ja“, bestätigte er ernsthaft. „Du bist wahnsinnig in mich verliebt.“

Leia sah überrascht aus.

„Ich hatte keine Ahnung“, seufzte sie.

Han zuckte selbstgefällig die Schultern. Das machte eigentlich Spaß. Wahrscheinlich musste jemand Luke erklären, was ein Streich war – Streiche sollten ihren Opfern Unannehmlichkeiten bereiten und nicht die amüsante Fähigkeit verleihen, ahnungslosen Prinzessinnen gegenüber alle möglichen Andeutungen machen zu können.

„Ich muss mich hinsetzen“, teilte Leia ihm mit.

Han deutete auf die leeren Plätze, aber zu seiner Überraschung stolperte sie nach vorne, platzierte sich direkt auf seinem Schoß und drehte sie beide zur Frontscheibe um. Er fand sich selbst in einer Situation wieder, in der er die Wand des Hangars anstarrte, wobei seine Sicht halb von Leias Kopf verdeckt wurde, und räusperte sich. Lukes Lektion in Bezug auf Streiche konnte man getrost streichen – offensichtlich bestand die Unannehmlichkeit darin, dass Leia sich ihm an den Hals warf, sich aber nicht in einem Zustand befand, in dem sie in irgendetwas einwilligen könnte, was er gerne mit ihr tun würde.

Verdammter kleiner Tatooine-Mistkerl.

Er räusperte sich noch einmal.

„Leia. Ich sitze bereits hier“, informierte er sie streng.

„Ich weiß“, antwortete sie unbekümmert. „Ich möchte hier sitzen.“

Han biss die Zähne zusammen und legte seine Hände auf die Armlehnen, als wären sie festgeklebt, weit weg von irgendeinem Teil ihres Körpers.

„Richtig“, murmelte er und nickte vor sich hin. „Nur damit du’s weißt, das war deine Entscheidung.“

Leia streckte die Hand aus und drückte mehrere Schalter, wodurch einige Lichter aufleuchteten.

„Hey!“, schrie Han auf und packte ihre Hände. „Immer langsam – Hände weg, Schätzchen“, befahl er.

„Ich möchte das Schiff fliegen“, sagte Leia und drehte sich zu ihm um.

Er sah sie an.

„Ich lasse dich das Schiff nicht fliegen, Leia“, erwiderte er geradeheraus.

„Aber ich will die Sterne sehen“, flüsterte sie verschwörerisch. „Captain Solo, erinnern Sie sich daran, dass Sie gesagt haben, Sie würden mich Sterne sehen lassen?“

„Ähm…“

„Ich möchte, dass Sie das jetzt tun“, kommandierte sie.

„Ich habe nicht über einen Flug mit dem Schiff gesprochen!“, erklärte Han in gepresstem Tonfall – verdammt, war sie der einzige Mensch in der Galaxie, an dem sexuelle Anspielungen so unschuldig vorbeigingen? Zur Hölle, vielleicht kam er deshalb nicht weiter – die ganze Zeit verstand sie einfach nicht, dass er mit ihr flirtete!

Sie schürzte ihre Lippen zu einem sehr beleidigten Schmollmund und er hob eine Hand, um sich die Schläfe zu massieren, während er versuchte, die Tatsache zu ignorieren, dass sie immer noch auf seinem Schoß saß. Sie nahm seine Hand und zog sie von seinem Gesicht weg.

„Wegen Ihnen wird mir manchmal schwindelig, Captain Solo“, gestand sie unerwartet.

Abgelenkt ließ er sie seine Hand halten. Er begegnete ihrem Blick.

„Was soll das mit dem ‚Sie‘ und ‚Captain Solo‘?“, fragte er. „Hast du meinen Namen vergessen oder so?“

Sie sah völlig verloren aus, ihre Augen getrübt von den Nachwirkungen der Droge. Sie dachte lange und angestrengt darüber nach, dann riet sie:

„Chewie?“

Han lachte; er brachte es nicht übers Herz, beleidigt zu sein. Er zuckte nur die Achseln, zwinkerte ihr zu und schüttelte ihre Hand ein wenig ab.

„Wegen mir wird dir schwindelig?“, neckte er sie.

Sie seufzte und lehnte sich – obwohl sie eher heftig stürzte – an seine Brust, ihre Stirn fiel schläfrig in seine Halsbeuge. Er glaubte, zu spüren, dass sie nickte.

„Wie kommt’s dazu?“, erkundigte er sich und hob seinen Kopf ein wenig an.

Leia zuckte die Achseln. Sie antwortete nicht, sondern gähnte.

„Warum hat mich dieser Jedi hergebracht?“, murmelte sie.

„Das hab ich dir doch gesagt“, scherzte Han. „Du bist wahnsinnig in mich verliebt.“

Das schien Leia still zu akzeptieren.

„Ich schlafe“, sagte sie nach einem Moment.

„Du bist auf einem guten Weg“, stimmte er zu.

Gut fünf Minuten nach dieser Ankündigung schien es, als ob sie tatsächlich eingeschlafen war, und obwohl das Gefühl ihrer ausgestreckten Gestalt in seinem Schoß, die durch ein betörendes Parfüm und weiches Haar vollendet wurde, im wahrsten Sinne des Wortes eine Folter darstellte, machte er keine Anstalten, sie aufzuwecken. Irgendwann würde er wahrscheinlich aufstehen und sie in einem eigenen Sitz platzieren, um ihr einen Teil ihrer Verlegenheit zu ersparen, wenn sie aufwachte und er ihr alles erklären musste – aber für den Moment legte er nur seinen Kopf zurück und entschied, dass er ziemlich froh war, dass Luke beschlossen hatte, sich in einen Ganoven zu verwandeln und sich auf das Niveau der Renegaten-Staffel zu begeben.

Das heißt, bis er große, schwerfällige Schritte auf der Rampe hörte und seine Zweisamkeit mit einer benebelten Leia von Chewies riesiger, pelziger Gestalt gestört wurde, als besagter Wookiee ins Cockpit platzte.

Er erstarrte, überblickte die Szene vor sich einen Moment lang mit ungläubiger Miene, hielt dann die Pfoten hoch und schüttelte seinen zotteligen Kopf, als er raunzend davonstapfte:

[Ich frage noch nicht mal.]
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast