Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Zwei Engel, ein Dämon und ein 1926er Bentley

CrossoverAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Castiel Crowley / Fergus MacLeod Dean Winchester Sam Winchester
10.06.2021
13.06.2021
8
8.027
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
10.06.2021 930
 
Zwei Engel, ein Dämon und ein 26er Bentley


1.

Das Telefon klingelte und Crowley zuckte zusammen, weil er zur Zeit voll darauf konzentriert war, seine Pflanzen einzuschüchtern.
Widerwillig ließ er von seinem Tun ab und lief grummelnd Richtung Telefon. Mittlerweile war der Anrufbeantworter angesprungen und die aufgeregte Stimme Aziraphales sprudelte förmlich aus dem Apparat.
„Du mußt unbedingt und sofort kommen....hörst du mich, Crowley?“
Bevor der andere auflegen konnte, nahm Crowley den Hörer auf und meldete sich bei dem Anrufer.
„Was gibt es denn so Wichtiges, dass ich die Einschüchterug meiner Pflanzen unterbrechen muß?“ brummte er mißmutig in den Hörer.

„Crowley, du bist da! Komm sofort zum Buchladen! Ich habe die Lösung gefunden!“ rief die Stimme am anderen Ende und wurde mit jedem Wort aufgeregter.

„Die Lösung?“ fragte Crowley.

„Ja!“

„Die Lösung wofür?“

Einige Sekunden blieb es still, dann wurde die Stimme des Engels lauter vor Entrüstung.
„Die Lösung für uns natürlich. Ich weiß wohin wir fliehen können, ohne daß uns Himmel und Hölle finden werden.“ und etwas Stolz kam durch die Leitung.
„Nicht nach Alpha Centauri?“ fragte jetzt Crowley zurück und bei ihm war es eher Enttäuschung, die in seiner Stimme mitschwang.
„Dort finden sie uns auch.... früher....oder später, aber finden werden sie uns.“ erklärte Aziraphale, aber mein Weg läßt uns vollkommen von der Bildfläche verschwinden. Komm jetzt endlich zu mir und ich zeig es dir.“
Damit legte er auf und ließ einen verblüfften Dämon mit dem Hörer in der Hand stehen.

Ein letztes mal widmete der Dämon sich seinen Pflanzen und verließ dann eilig seine Wohnung, um mit seinem Bentley in Aziraphales Buchladen zu fahren.
In der Wohnung blieben wunderschöne, üppig grüne, vor Angst zitternde Pflanzen zurück.

Unterwegs ließ Crowley sich die Ereignisse der letzten Zeit durch den Kopf gehen. Aziraphale und er hatten es tatsächlich geschafft, die von langer Hand von Himmel und Hölle vorbereitete Apokalypse, zu verhindern. Damit hatten sie zwar die Erde und die Menschheit gerettet, was weder Erde noch Menschheit wußten, aber sich bei ihren jeweiligen Vorgesetzten erhebliche Feinde gemacht.

Gabriel, der sich als der Boß im Himmel fühlte, machte Jagd auf den Engel, der ihm diesen prächtigen Endkampf versaut hatte und Beelzebub, der einen ähnlichen Posten in der Hölle inne hatte, war mit der gleichen Intension hinter dem Dämon Crowley her. Die beiden mußten vernichtet werden, damit sie niemandem mehr dazwischenfunken konnten.

Natürlich hatte sich das sehr schnell zu den beiden Opfern von Himmel und Hölle herumgesprochen und sie suchten dringend einen Ausweg, um diesem Dilemma zu entkommen.

Jetzt meinte Aziraphale, er hätte den Ausweg gefunden und Crowley war mehr als gespannt, um was es sich dabei handelte.
Zur Not gab es immer noch Alpha Centauri aber er mußte dem Engel recht geben. Irgendwann würde man sie dort auch finden.

Der Bentley fand jedesmal wie von selbst einen Parkplatz direkt vor dem Buchladen und Crowley stürmte hinein, ungeachtet des Geschlossenschildes.
Aziraphale kam hinter einem Regal hervor und strahlte den Dämon an.
„Komm her, ich habs!“ rief er aufgeregt und winkte ihn hinter das Regal. Dort lag auf einem kleinen Tischchen ein unscheinbares, in braunem Leder gebundes Buch, das sein beträchtliches Alter nicht abstreiten konnte.

Der Engel hatte eine Seite mit einem roten Papierstreifen markiert und schlug das Büchlein nun an dieser Stelle auf. Auch dort hatte er einen Absatz rot angestrichen und mit Ausrufezeichen versehen.
Crowley betrachtete den Grund von Aziraphales Euphorie etwas skeptisch, zumal er die handgeschriebenen Worte nicht lesen konnte.

„Das ist henochisch.“ erklärte Aziraphale enthusiastisch.
Crowley sah ihn nur fragend an.
„Die Sprache der Engel.“ kam es aufgeregt zurück.
„Das Buch haben Engel geschrieben? Dann sollte ich es besser nicht anfassen.“ knurrte der Dämon doch sein Freund beruhigte ihn.
„Geschrieben haben es wohl Menschen, Magier, Zauberer, vielleicht auch Hexen. Nur die Sprache ist die der Engel. Ich denke, irgendwann hatte einer der Autoren Kontakt zu einem Engel. Wahrscheinlich vor vielen Jahrhunderten.“
Immer noch umspielte eine Art Zauber das Gesicht des Engels, doch als er sich der Blicke seines Freundes bewußt wurde, fing er sich und sagte schnell: „Ich war das nicht damals.....aber heute ist es unsere Rettung.“
„Wie?“ fragte Crowley nur, der endlich wollte, daß der Engel zur eigentlichen Sache kam, weshalb er hier war.

„Auf dieser Seite steht eine Art Zauberspruch,“ und er zeigte auf den rot angestrichenen Abschnitt in dem Buch, „und dieser Spruch öffnet ein Tor in eine andere Dimension. Es ist ein Sicherheitszauber, der die Personen, die ihn benutzen, in einer Dimension versteckt, die von hier nicht einsehbar ist.“

Crowley sagte gar nichts. Er war sich nicht sicher, ob er das soeben Gehörte wirklich verstanden hatte. Nachdem Aziraphale ihn einige Minuten erwartungsvoll angesehen hatte, meinte der dann doch, sich räuspern zu müssen, damit Crowley wahr nahm, daß hier jemand auf eine Reaktion von ihm wartete.

„Und das soll funktionieren?“ er klang überhaupt nicht so erfreut, wie der Engel es sich vorgestellt hatte.
„Unsere Namen werden in den Spruch mit eingebracht und daraufhin gelangen wir in eine Welt, die für uns sicher ist.“
„Du meinst weg von dieser Welt?“ fragte Crowley immer noch sehr skeptisch.
„Was ist, wenn dein Spruch uns ins Weltall schickt oder auf einen leeren Mond oder....“
Bevor er noch mehr abschreckende Orte aufzählen konnte, unterbrach ihn der Engel : „Was hast du an “sicher“ nicht verstanden? Wir landen irgendwo, wo es wahrscheinlich genauso ist wie hier, nur ohne Himmel und Hölle.“ und ein breites Grinsen im Gesicht des Engels, sollte die Bedenken des Dämons wegwischen.
Was es nicht tat.
Aber Crowley wußte auch, daß er keine große Auswahl an Möglichkeiten hatte und deshalb stimmte er Aziraphale mit sehr unglücklichem Gesicht zu.
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast