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Texting a Stranger

GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P18 / Het
Sakura Haruno Sasuke Uchiha
10.06.2021
16.09.2021
20
36.227
11
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Dieses Kapitel
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16.07.2021 1.638
 
'Riiiiiinnnnngggggg'

Stöhnend wälzte sich die rosahaarige in ihrem Bett herum und zog das Kissen über ihren Kopf. Pochender Schmerz wanderte vom Nacken hinauf und ließ ihren Schädel dröhnen. Wie viele Kurze hatte sie gestern Abend? 10? 20? Es waren auf jeden Fall zu viele gewesen. Die halbe Nacht war sie deswegen Karussell gefahren, das Zimmer wollte einfach nicht still stehen. Fast eine halbe Stunde lang hatte sie die rotierende Decke angestarrt, bis sich gegen 2 Uhr morgens der Magen quergestellt hatte. Mit tränenden Augen ließ sich Sakura danach im Badezimmer minutenlang das Abendessen und sämtliche Shots nochmals durch den Kopf gehen. Trotz der kurzen Mundspülung anschließend, schmeckte die grünäugige immer noch den bitter-saueren Geschmack des Erbrochenen.

'Riiiiiinnnnngggggg'

"Aua" Unsanft wurde Sakura gegen das Schienbein getreten. Erst jetzt bemerkte sie die noch im Halbschlaf versunkene Person neben sich.

"Es klingelt an deiner Tür... mach entweder auf oder stell die Klingel leise, mir egal. Aber mach das dieser Lärm aufhört! Ich hab Kopfschmerzen der Hölle!" nörgelte Hinata unter der Bettdecke hervor. Völlig zusammen gekugelt lag sie neben Sakura im Bett, nur ihre schwarzen Haarspitzen schauten unter der Decke hervor.

Die Hyuga war nach dem Anruf der rosahaarigen gestern sofort zu ihr geeilt. Dort hatte ihr Sakura von den Vorkommnissen des Vormittags ausführlich berichtet. Von dem ungeplanten Quickie auf der weißen Kommode, von Narutos Überraschungsbesuch und davon wie sie Sasuke rausgeschmissen hatte. Lange weinte Sakura salzige Tränen an Hinatas Schulter, so lange bis keine einzige Träne mehr in ihr übrig war. Mit schuldbewussten, großen Augen schaute sie der schwarzhaarigen ins Gesicht, fasste sich ein Herz und erzählte ihrer Freundin auch das schon längst überfällige. Sakura erzählte alles über ihren Ex. Die wahre Geschichte was mit Pain gelaufen war.

Die ganze Zeit davor hatte sie die Hyuga in Unwissenheit gelassen, zu peinlich war ihr das Ganze gewesen. Einzig und allein Naruto kannte bis Dato die gesamte Geschichte. Nun war es Hinata die bittere Tränen vergoss. Sie konnte nicht glauben wie blind sie gewesen ist. Nie hatte sie etwas davon bemerkt, geschweige den Verdacht geschöpft. Gefühlte hundertmal entschuldigte sich die blassäugige bei ihrer Freundin dafür. "Sakura, es tut mir so leid! Ich bin wahrscheinlich die schlechteste beste Freundin der Welt! Ich hätte doch was merken müssen. Ich hätte dich beschützen sollen!" Beschämt vergrub Hinata ihr verheultes Gesicht in den Händen. "Nein was mache ich?! Ermutige dich noch dazu dir einen völligen Fremden per WhatsApp zu angeln, der dich gleich beim ersten Treffen flachlegt... Bitte vergib mir Süße!"

Spät am Abend, nach der ewigen Aussprache, beschlossen beide einstimmig, dass hier nur noch eines hilft. Alkohol! Pur. Und in rauen Mengen. Kurzerhand wurde somit Sakuras eiserner Vorrat geplündert und ein Shot nach dem anderen fand, in gefährlich hohem Tempo, seinen Weg in die Kehlen der Freundinnen.

'Riiiiiinnnnngggggg'

Genervt schlug Sakura die Decke zurück. Ein schneller Blick auf den Wecker verriet ihr, dass es bereits früher Mittag war. Noch total erschöpft und mit erheblichem Schwindel schleppte sich die pinkhaarige im Schneckentempo zu ihrer Wohnungstüre. Laufen war noch nicht die beste Idee. Schon spürte sie wie die Übelkeit erneut in ihr aufstieg. Endlich erreichte die zittrige Hand die Türklinke. Bevor sie diese jedoch nach unten drückte, holte die grünäugige noch tief Luft um dem Störenfried sogleich einen gehörigen Anpfiff um die Ohren zu hauen. Immerhin war es Sonntags noch vor 12 Uhr Mittags, wer wollte das schon aus dem Bett geklingelt werden?

Mit aufgeplusterten Backen riss sie ruckartig die Türe auf und erstarrte augenblicklich. Die extra gespeicherte Luft in ihren Backen entwich wie aus einem Luftballon. Der gebotene Anblick brachte sie völlig aus dem Konzept.

In den noch glasigen Augen der rosahaarigen spiegelte sich einen herrlicher Blumenstrauß wieder. Rosen und Ranunkeln in zarten Rosatönen, gebunden mit zierlichem weißen Schleierkraut. Der Duft der Blumen stieg ihr sofort in die Nase und berauschte ihren eh noch benebelten Kopf. Der Träger des Straußes schenkte Sakura ein verlegenes Lächeln und blickte die Erstaunte vor sich schüchtern an.

"Sasuke?" stammelte Sakura ungläubig dem unerwarteten Besucher entgegen. Nach dem unhöflichen Rauswurf gestern, hatte sie mit ihm am wenigsten gerechnet. Jetzt stand er da, genau so atemberaubend schön wie gestern, verlegen lächelnd und mit diesen traumhaften Blumen in der Hand.

"Darf ich kurz reinkommen? Ich verschwinde auch gleich wieder, wenn du das möchtest." begrüßte er die Haruno mit zögerlicher Stimme. Überfordert und verwirrt bedeutete Sakura ihm mit einer Handbewegung das er eintreten durfte. Beim hingehen überreichte er ihr den Strauß und achtete dabei penibel darauf, dass sich ihre Finger bei der Übergabe nicht berührten.

Eilig und ebenfalls verlegen watschelte Sakura benommen in die Küche und platzierte die Blumen in einem mit Wasser befüllten Glas. Warum war er hier? Warum mit Blumen? Sie hatte ihn doch rausgeworfen.... sie hatte sich doch scheiße ihm gegenüber verhalten... Das Dröhnen in ihrem Kopf verstärke sich. Mit schmerzverzerrtem Gesicht fasste sich die grünäugige an die glühende Stirn. Nun endlich bemerkte sie auch, wie sie eben die Türe geöffnet hatte. Geschockt drehte sie sich zur glänzenden Glastüre des Backofens um sich darin zu begutachten. Scheiße! Sie sah ja schrecklich aus! Die Haare völlig zerzaust und verknotet, Augenringe bis zum Kinn, das gesamte Gesicht verschmiert mit den Resten ihres gestrigen Makeups. Zum schlafen hatte sie nur ein altes, total ausgeleiertes Shirt mit Spongebob Aufdruck und einen Slip getragen. Über ihrer Alkoholfahne braucht man gar nicht erst zu reden. Sie stank wie eine Schnapsbar. So konnte sie Sasuke doch unmöglich wieder gegenübertreten!

Panisch suchte sie in der kleinen Küche nach einer Möglichkeit sich unauffällig etwas aufzufrischen. Spülmittel? Nein! Raumspray? Zu künstlich! Müllsäcke? Ja, am besten gleich einen über den Kopf ziehen...

"Sakura? Alles okay?" Der Uchiha erschien plötzlich im Türrahmen und beäugte Sakura mit besorgtem Ausdruck. "Wenn es dir gerade nicht passt, oder dir unangenehm ist geh auch wieder. Ich wollte mich eigentlich nur kurz wegen gestern bei dir entschuldigen..."

Warte, wie?! Er wollte sich bei ihr entschuldigen? Sakura verstand die Welt nicht mehr. Gestern war er doch total sauer aus der Wohnung gestürmt und hatte sich nicht mehr gemeldet...

"Sakura, ich hätte nie so über dich herfallen dürfen. Das war nicht in Ordnung von mir. Ich würde jetzt ja echt gern sagen, dass das sonst nicht meine Art ist, aber das wäre gelogen.... Ich will einfach völlig ehrlich zu dir sein..." fuhr der schwarzhaarige fort. Sakura wusste nicht was sie erwidern sollte, wie sie reagieren sollte. Warum beichtete er ihr, dass er die Frauen sonst auch gleich Flachlegt? Jeder andere würde doch nach allen Kräften versuchen sowas zu vertuschten. Was wollte der Uchiha damit bezwecken?

Sasuke, der den fragenden Ausdruck im Gesicht der Haruno entdeckte hatte, atmete tief aus. "Naruto hat mir gestern von deinem Ex erzählt... ich hab ihn draußen zufällig getroffen. Und mit dem Wissen was dieser Scheißkerl dir angetan hat, will ich einfach von Anfang an ehrlich zu dir sein um dir zu zeigen, dass ich so nicht bin. Ich bin sicherlich kein anständiger Ritter in strahlender Rüstung, aber eben auch kein Arschloch... Ich würde dir nie mit Absicht weh tun oder dich betrügen. Niemals würde ich auf die Idee kommen dich zu schlagen oder so ne Scheiße! Ich weiß ich hab meine Fehler.... und das einzige was ich tun kann, ist dich um eine Chance zu bitten." Sein Blick wurde flehend und seine Stimme war mit jedem Wort zaghafter und leiser geworden.

In Sakuras Kopf schossen die Gedanken wirr durcheinander. Das war heute einfach noch zu viel für ihren restalkoholisierten Körper. Haltsuchend lehnte sie sich an die Küchentheke hinter ihr und versuchte die Worte des schwarzhaarigen vollständig in sich aufzunehmen. Sie sagte nichts. Mit geöffnetem Mund stierte sie in seine tiefschwarzen Augen in der Hoffnung Antworten zu finden.

"Sakura... bitte gib mir eine Chance und geh mit mir aus." legte Sasuke nun etwas entschlossener nach. So leicht würde er den Kampf um die rosahaarige nicht aufgeben. Er würde erst gehen, wenn er seine Antworten hatte.

Sakura konnte es immer noch nicht richtig glauben. Sasuke warb um sie, er kämpfte um sie. Um sie! Sakura Haruno! Die ihn einfach vor die Tür gesetzt hatte! Und trotzdem stand er nun hier und bat um ein Date.  Allen Mut den sie aufbringen konnte nahm sie zusammen und formte ihre Lippen zu einer Antwort "Jahrmarkt".

Unverständlich legte der Uchiha den Kopf zur Seite. "Für das Date. Geh mit mir bitte zum Jahrmarkt Sasuke" erklärte sich die grünäugige und augenblicklich konnte man beobachten, wie sämtlich Anspannung von Sasuke wich. Sein ernster Ausdruck wurde weich und er lächelte Sakura liebevoll an.

"Wer geht zum Jahrmarkt? Ich will auch mit?" gähnend erschien Hinata im Türrahmen hinter dem Uchiha. Fassungslos machte Sasuke blitzschnell einen Satz nach vorne um mehr Abstand zwischen ihn und die Hyuga zu bringen.

"Hinata!!" kreischte Sakura völlig entsetzt "Zieh dir was an! Aber flott!!!"

Unbeeindruckt blickte Hinata an sich hinab. Wie Gott sie schuf plus Schlüpfer stand sie in der Küche. Nur ihre schwarzen, langen Haare bedeckten spärlich ihre nackten Brüste.

Rot wie eine Tomate hatte Sasuke den Mädels den Rücken zugewandt. Es ließ sich nicht vermeiden, im ersten Moment hatte er Hinata volle Lotte auf die prallen Brüste gestarrt. Hoffentlich hat Sakura nichts davon bemerkt...

Erneut gähnte die Hyuga und schmunzelte ihre Freundin an "Wie wen der da noch nie Titten gesehen hätte" ihr Finger deutete auf den Uchiha, "und du kennst meine Zwillinge doch auch schon. Also wo liegt das Problem?" Sag mir lieber was jetzt mit dem Jahrmarkt ist."

Resignierend konnte die rosahaarige nur noch den Kopf schütteln. Das war einfach zu viel des Guten. Sie brauchte jetzt erstmal einen Kaffee. Ein starken. Einen richtig starken. Am besten einen mit Schuss.
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