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Des Feindes Blut

von J Sparrow
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Old Shatterhand Sam Hawkens Winnetou
09.06.2021
25.11.2021
28
33.667
5
Alle Kapitel
87 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
25.11.2021 905
 
Hallo ihr Lieben!
Zeit für ein neues Kapitel. Viel los momentan, deshalb auch diese unregelmäßigen Uploads.
Ich wünsche viel Spaß und bedanke mich für die Reviews:)




Sam zügelte sein Maultier und ließ den Anderen die letzten fünfhundert Meter herankommen. Doch nach wenigen weiteren getanen Galoppzügen, erkannte er plötzlich den Mann, der auf dem Pferderücken saß! Sam ritt ihm sogleich eilig entgegen: „Ja aber da trügen mich doch meine Augen nicht! Shatterhand!“ Der Angesprochene lächelte unglaublich froh: „Ja aber das ist doch der gute Sam!“, rief Old Shatterhand über die nun kurze Distanz zurück und kam unmittelbar gegenüber seines Freundes zum Stehen. „Hou Hatatitla.“, bremste der Westmann seinen schwarzen Mustang und wandte sich an Sam: „Sam, was treibst du hier?“ Sonst wusste Shatterhand seinen ulkigen Freund immer in den Wäldern um die Apachenfelsen herum zu finden und wenn nicht dort, dann war Sam in der Kleinstadt Roswell anzutreffen. Doch hier, mitten auf der Geraden, ohne Schutz und Deckung?
Sam grinste vorwurfsvoll: „Nun Dasselbe könnte ich dich fragen Greenhorn.“, lachte er, doch verdunkelte sich seine Freude nur Sekunden darauf, „Aber ich glaube der gleiche Grund bringt uns hier zusammen und ich wage daran zu zweifeln, dass es Zufall ist.“ Old Shatterhand verstand die Worte des Waldschrates sofort und ein Blick, auf die unverkennbare Silberbüchse in Sams Hand, konnte seine Vermutung nur so bestätigen. „Winnetou.“, sprach er mehr tonlos und entgeistert zu sich, als zu Sam. „Du weißt wo er ist?“, fragte er dann ernst, die Hoffnung auf eine helfende Antwort in den Augen schimmernd. Sam nickte: „Ja ganz recht, wenn ich mich nicht irre. Er ist auf Dick`s Farm.“ Die nächste Frage des Westmannes dürstete nach Angst und Furcht und so fragte  Shatterhand mit leiserer tieferer Stimme: „Lebt er?“ Diesmal nickte Sam nicht, doch er beantwortete Shatterhands Frage mit schnellen und ehrlichen Worten: „Als ich fort ritt, war er am leben.“
Old Shatterhand ließ einen hörbaren Atemzug vernehmen und schloss einen Augenblick erleichtert die Augen. Dennoch wollte seine Anspannung und Sorge nicht weichen. Ebenso wie Sam, wusste Old Shatterhand um die Rivalitäten zwischen den Comanchen und Apachen und er kannte Tokvi-kavas Methoden vom Hören-Sagen seines indianischen Bruders. Umso mehr war der wohl bekannteste Westmann des Landes um seinen Freund besorgt.
„Dann los!“, sagte er schließlich und trieb Hatatitla wieder an. Sam folgte sofort.

„Dein Blutsbruder, hat mich zu dir geschickt Greenhorn, wenn ich mich nicht irre.“, erzählte Sam zwischen den Hufschlägen der Pferde. Der einstige Ingenieur blickte Sam ernst an: „Was hat Tokvi-kava mit ihm gemacht?“, harkte er nach, nicht sicher ob er die Antwort überhaupt hören wollte. Sam kratze sich kurz an der Stirn, ehe er bitter sagte: „Er hat unseren Häuptling schwer verletzt, nachdem er ihn stundenlang gemartert hat. Man kann von Glück reden, dass Winnetou in der offenen Prärie nicht elendig verblutet ist, wenn ich mich nicht irre.“
Old Shatterhand zuckte bei Sams harschen Worten zusammen. Die Wortwahl des Blonden war oftmals unbedacht, doch dieses Mal so schien es, sprach Sam die pure Wahrheit und das war es, was Shatterhand den Atem abschnürte. „Glück?“, wiederholte der Deutsche und sah Sam fragend an. Sam nickte: „Du wirst dich wundern, was für ein riesiges Glück er gehabt hat! Dazu aber mehr, wenn wir angekommen sind.“ Auch, wenn Old Shatterhand zu gerne mehr über die Umstände und Geschehnisse erfahren hätte, nichts wollte er lieber, als seinen Winnetou sehen. So nahm er Sams Verschiebung jeglicher Erklärungen bereitwillig an und trieb Hatatitla in einen strammen Galopp.

Plötzlich hörte Jamie Hufgetrappel und schreckte auf. Er erhob sich umgehend von seinem Stuhl und blickte aus dem Fenster. Tatsache, da kamen unverkennbar Reiter! „Claire! Da kommen welche!“, rief er seiner Frau zu, welche gleich zurück ins Nebenzimmer kam und nun ebenfalls einen Blick aus dem Fenster warf: „Ob Sam schon zurück kommt?“ Jamie zog die Augenbrauen nachdenklich hoch und kniff die Augen angestrengt zusammen: „Das ist nicht Sam.“, sagte er dann plötzlich alarmierend.

Claire blickte ihren Mann erschrocken an und Unbehagen schlich sich in ihren Ausdruck.
Jamie zog seine Geliebte sofort vom Fenster weg und positionierte sich selber ebenfalls versteckter am Fensterrahmen, um die Reiter weiter beobachten zu können. Hier in der Gegend war sonst Nichts und Niemand und das über viele Meilen hinweg. Es war also naheliegend, dass diese Menschen zu ihnen wollten, oder eher gesagt zum Besitzer der Farm. Andererseits könnten sie Durchreisende sein, die eine Unterkunft suchten. Beides kam Jamie nicht gelegen, denn es war nicht sein Haus und er kannte sich im wilden Westen auch nicht aus. Hier gelten andere Gesetzte, andere Verhandlungsregeln und andere Sitten. Das Recht des Stärkeren, unterlag nicht selten dem häufigeren Gebrauch, des Rechts des Gemeineren und Gerisseneren. Gauner und Ganoven in allen Ausführungen, fanden hier ihre Beute unter dem Boden des Landes. Schwarzes Gold, in gebräuchlicherer Sprache als Öl bekannt. Nicht wenige behaupteten, das Öl wäre unerlässlich für die Zukunft dieses Lebens, die meisten dieser Denker: Weiße, die in dieses Land eingewandert waren und nicht davor scheuten das schwarze Gold auch ohne Zustimmung der Einheimischen zu erbeuten.

--- TO BE CONTINUED ---

--> dieses Kapitel erinnert mich stark an einen meiner ersten Songs, den ich geschrieben habe. Schon ein paar Jahre her, aber eine Zeile des Songs lautete "They entered their hunting grounds seeking the treasure to be found."  Das "they" bezieht sich im Lyrics auf Banditen im Wilden Westen und das "their" auf Indianer. Old memories here right now.
Danke fürs Lesen!
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