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Auf anderen Wegen

GeschichteAbenteuer, Krimi / P18 / Het
Anakin Skywalker / Darth Vader Firmus Piett OC (Own Character) Wulff Yularen
09.06.2021
11.06.2021
3
3.394
 
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11.06.2021 1.666
 
1.2.

Niedergeschlagen und ermattet bleibe ich auf der Seite liegen, als mich die Sturmtruppen in die Zelle zurückbringen. Den Rücken habe ich der Tür zugewendet, welche ein kleines mit Gitterbesetztes Sichtfenster besitzt. Theoretisch könnte ich die Tür mit meinen Machtfähigkeiten öffnen, Handschellen habe ich keine bekommen, da ich mich bislang steht’s kooperativ gezeigt habe und keine Anstalten getätigt hatte, auch nur Ansatzweise daran zu denken zu fliehen. Wenn die Wärter meine Aufrichtigkeit in Bezug auf den Ermittlungen glauben würden, wäre mir das allerdings lieber, als der Verzicht auf die Handschellen....
Die Zelle selbst ist klein und abgestanden. Der Steinboden ist kalt und an einigen Stellen nass, doch bereits nach der ersten Woche habe ich das schon gar nicht mehr wahrgenommen. Zu Beginn saß ich noch in der Zelle, ich war mir sicher, dass es sich sehr bald aufklären würde und ich wieder freikommen würde. Doch dem war nicht so. Im Gegenteil. Von Tag zu Tag wurde es immer schlimmer. Diese zuweilen sehr abenteuerlichen Beweise gegen mich, wurden gefühlt von Tag zu Tag mehr und in meinen Augen immer abstrakter. Die Verhöre waren immer öfters, die Personen welche sie hielten wechselten laufend – und das wurde noch schlimmer, seit sich neben dem ISB auch die anderen Organisationen eingeschaltet haben. Die vom ISB kannte ich meistens, die Anderen fast nie. Aber eines hatten alle gemeinsam, egal von welcher Organisation sie kamen: Jeder stellte mir die gleichen Fragen und ich gab jedem die exakt gleichen Antworten zurück. Natürlich, zu Beginn dachte ich noch, dass ich vielleicht jemand mit einem Geistestrick manipulieren sollte, aber wozu? Ich dachte mir, dass ich ohnehin unschuldig sei und die das bald merken würden. Dem war allerdings nicht so und während ich anfangs noch recht zuversichtlich war, schwand auch diese Zuversicht von Tag zu Tag. Nach zwei Wochen saß ich nicht mehr in der Zelle, ich lag nur noch darin, dennoch wirkte ich noch lebendig. Nachdem weitere Tage vergingen, verschwand allerdings auch diese Lebhaftigkeit – bis sie schließlich ganz erloschen war. Ohne mich zu rühren liege ich nur noch da und starre die trostlose, gänzlich in grau gehaltene Mauer an. Immer wieder schließe ich die Augen. Mit jeder Sekunde, mit der die Hoffnung auf Entlastung schwindet, schwindet auch meine Hoffnung jemals wieder meine Kinder zu sehen. Je stärker meine Resignation wird, umso stärker keimt in mir der Wunsch auf, ich wäre für die beiden öfters da gewesen – ich spinne mir sogar zusammen, wie es gewesen wäre, wenn sowohl Wilhuff als auch ich den auswertigen Dienst gelassen hätten und beide bei den Kindern geblieben wären. Normalerweise wäre es mir zu langweilig, jetzt würde ich mir nichts lieber als das wünschen. Nichts lieber würde ich mir wünschen als meine Liebsten alle um mich zu haben...
Es vergehen noch weitere vier Tage und somit bin ich jetzt seit vier Wochen in Arrest. Seitdem letzten Verhör, gab es überraschenderweise keines mehr. Ich denke allerdings, dass das eher eine neue Taktik ist mich zum Reden zu bringen, als eine Gutmütigkeit. Seit gestern habe ich außerdem das Essen eingestellt, ich kann es nicht mehr. Ich fühle mich innerlich so leer an, so als würde es ohnehin keinen Sinn mehr machen irgendwas zu machen. Alles was ich tun würde, würde sowieso nichts mehr bringen. Das Frustrierende ist nicht mal, dass ich in dieser Zelle sitze, das Frustrierende ist, dass ich bei einigen spüre, dass sie nicht daran glauben, dass ich schuld bin, aber dennoch nicht versuchen mich zu entlasten – im Gegenteil, sie belasten mich weiterhin mit „neuen Beweisen“. Selbst Lord Vader, der eigentlich spüren sollte, dass ich die Wahrheit sage, unterstützt meinen Standpunkt nicht. Das kann nur bedeuten, dass die Beweise dermaßen stark gegen mich sprechen, dass selbst er sich diesbezüglich nicht mehr auf die Macht verlässt, sondern auf die angeblichen Tatsachen.
Hinter meinem Rücken öffnet sich die Metalltür, in Erwartung des nächsten Verhörs schließe ich meine Augen. Doch weder werde ich von jemanden hochgezerrt, noch fordert mich jemand dazu auf, aufzustehen. Müde drehe ich mich auf den Rücken, um zumindest sehen zu können, wer mich da besucht. Und als ich den Mann in der weißen Rüstung mit den violetten Zeichnungen sehe, ziehe ich überrascht den Kopf zurück. Ich reibe mir sogar meine Augen um sicherzugehen, dass ich mir das gerade nicht einbilde.
„Major! Ihr seid in schlimmerer Verfassung, als ich erwartet hätte.“
„Sergeant, was macht Ihr hier?“ Mit zittrigen Händen stütze ich mich an der Mauer ab und richte mich auf, bis ich gebückt stehen bleibe. Sakias trägt seinen Helm unterm Arm, wodurch ich seine Mimik erkennen kann. Er wirkt mehr als schockiert aufgrund meines Auftreten.
„Captain Piett schickt mich zu euch.“
„Piett?“ Als hätte mich neue Energie durchzogen, richte ich mich etwas mehr auf und finde auch wieder Kraft lauter zu sprechen. Der Sergeant ist die erste Person, welche mich in all den Wochen besuchen kommt. Die erste Person, von der ich keine Befürchtung haben müsste, sie würde mir weitere Verbrechen unterstellen.
„Der Captain wollte euch die Nachricht übermitteln, dass die Horuset von euch entbunden wurde. Er tat alles in seiner Machtstehende, um die Horuset im Raum Eriadu stationiert halten zu dürfen, das Anliegen wurde allerdings abgelehnt.“
Ein weiterer Schlag für mich in die Magengrube. Dieser Schritt kann nur bedeuten, dass die Anklage gegen mich wohl doch schon weiter ist, als ich hätte ahnen können. Zugleich freue ich mich allerdings über die Loyalität, welche Piett mir entgegenbringt. Auch wenn sie nur ein schwacher Trost ist.
„Ein tüchtiger Bursche. Wer hat den Oberbefehl über die Horuset erhalten?“  
„Sie wurde in die Heimatflotte von Coruscant eingegliedert.“ Sakias tritt weiter in die kleine Zelle herein.
„Admiral Screed also.“ Nachdenklich sehe ich auf den Boden.
„Piett lässt euch ausrichten, dass er stolz darauf ist unter euch gedient haben zu dürfen und er bedankt sich für das Vertrauen, welches Ihr ihm steht’s entgegengebracht habt. Er bedauert es zu tiefst nicht persönlich mit euch sprechen zu dürfen.“
„Bleibt er Captain der Horuset?“
„Vorerst bleibt er das.“
Müde grinse ich.
„Richtet ihm aus, dass ich ihn samt Horuset zurückholen werde, sobald ich aus dieser Zelle draußen bin.“
Aufgrund meines erheiterten Ausspruchs, wirkt der Sergeant verhalten.
„Ihr wisst es noch nicht?“
„Was weiß ich noch nicht?“
„Ihr werdet in drei Tagen mit einem politischen Straftransport nach Kessel geschickt.“
Der Satz trifft mich wie ein Schlag. Die wiedergewonnene Energie verschwindet so schnell, wie sie eben gekommen war. Meine Knie beginnen zu zittern, ebenso meine Hand, mit der ich mich an der Wand abstütze.
„Es wundert mich, dass Ihr das noch nicht wisst. Dieser Gefangenentransport wurde ungewöhnlich publik gemacht.“
Ich höre Sakias gar nicht weiter zu. Eine Verlagerung nach Kessel würde bedeuten, dass ich den Rest meines Lebens in einem Straflager, in einer Miene, verbringen würde. Zusammen mit den anderen politisch Verurteilten...
„Sakias, Ihr müsst mir unbedingt helfen. Ich muss mit Wilhuff sprechen.“
Doch meine Forderung ist dem Sergeant unangenehm.
„Nun, ich hatte bereits mit dem Großmoff gesprochen. Er will aufgrund der neuesten Anschuldigungen mit euch zunächst nichts mehr zu schaffen haben.“
Ein empfindlicher Stich zieht sich von meinem Herzen aus über den gesamten Brustkorb, welcher sich durch meinen ganzen Körper ausbreitet. Mit meinen Händen halte ich verkrampft meine Haare fest, während ich gleichzeitig meine Augen zuhalte. Schwer getroffen von diesem Satz rutsche ich an der Mauer wieder zu Boden.
„Schlimmer kann es nicht mehr kommen“, auch wenn ich gedacht hatte, ich könnte nicht mehr weinen, spüre ich dennoch wie über meine Wangen Tränen herunterlaufen „jetzt verachtet sogar er mich...“
„Ich denke so war das nicht gemeint, eher unglücklich formuliert“, ich reagiere auf seinen Beschwichtigungsversuch nicht „vermutlich wisst Ihr das nicht, aber er hatte es einrichten können, dass keine Inquisitoren bei euch eingesetzt werden. Im Großen und Ganzen kann er, stand jetzt, für euch allerdings genauso wenig machen, wie es Piett oder ich können. Was mit euch geschieht, liegt ganz und allein in der Hand des KOMENOR.“
Seine Aussage hilft mir emotional zwar nicht weiter, aber zumindest erklärt es, wieso sich bislang keine Inquisitoren bei meinem Verhör eingeschaltet haben, etwas was normalerweise schon längst überflüssig gewesen wäre.
„Ts....was mit mir geschieht, hängt eher an der Laune von Lord Vader...“
„Er würde euch nicht töten, das könnte selbst er sich nicht erlauben.“
Kaum hörbar lache ich spöttisch.
„Sagt ihm das, dann seht Ihr wie er sich das nicht erlauben kann.“
„Er kann da nur bluffen. Hätte oder wollte er das wirklich tun würde er-“
Von außerhalb der Zelle höre ich Schritte, weshalb ich von meiner zusammengedrückten Haltung aufsehe. Sakias unterbricht mitten im Satz und sieht sich nach hinten um, ehe er wieder zu mir sieht.
„Major, ich muss gehen. Ich kann mich Piett seinen Worten nur anschließen, auch ich war froh darüber euch dienen zu dürfen und bedanke mich für das Vertrauen, welches Ihr mir und meinem Trupp geschenkt habt“, Sakias lächelt zaghaft „normalerweise hattet Ihr mir meistens schlaue Ratschläge gegeben, jetzt habe ich einen für euch. Auch wenn eure Zukunft im Kessel nicht gut aussieht, seht es als Zeitgewinn an, in dem eure Unschuld weiter bewiesen werden kann. Alles ist besser als unschuldig hingerichtet zu werden.“
Ich nicke Sakias schwach zu als dieser meine Zelle wieder verlässt. Als sich die Tür geschlossen hat, kippe ich schlaff zu Boden. Ungebremst schlage ich auf den kühlen Steinboden auf, doch das stört mich nicht – auch wenn Sakias es gut meinte, etwas Positives kann ich der Kessel Sache wahrlich nicht abgewinnen. Für mich ist ab sofort alles aus und vorbei. Während ich zu Beginn nur meine Arbeit verloren habe, habe ich jetzt meine gesamte Familie verloren. Mit der Verladung in Richtung Kessel ist es für mich ganz offiziell, ich würde meine Kinder nie wieder im Leben sehen. Während ich anfangs nur fürchtete, dass ich die Anbindung zum Imperium verliere, habe ich jetzt alles verloren was mir je etwas bedeutet hat. Seit ich zu dieser schmerzlichen Erkenntnis gekommen bin, laufen mir unentwegt Tränen übers Gesicht. Zumindest schaffe ich es ein Schluchzen zu unterdrücken, ich will nicht, dass es die Gefängniswärter mitbekommen, zumindest nach außen hin will ich noch mein Gesicht wahren.
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