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Cloudy

SammlungRomance, Freundschaft / P16 / Gen
Black Widow / Natasha Romanoff Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Falcon / Samuel "Sam" Wilson Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
08.06.2021
11.06.2021
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11.06.2021 1.197
 
Ein Szenario, in welchem Bucky Infinity War überlebt hat und zusammen mit Steve in Vormir landet. Dort werden sie vor eine große Entscheidung gestellt.

♪Undying Fidelity - Alan Silvestri ♪

» ... der einzige Weg, den Seelenstein zu erhalten, besteht in einem Opfer. Ein Opfer eines geliebten Menschen.« Mit einem fast zufriedenen Lächeln blickt Red Skull auf seinen ehemaligen Rivalen hinab, der ihn mit gehobenem Schild entgegenblickt, das Gesicht wie versteinert.
»Denk nicht mal dran, Stevie«, flüstert Bucky, der genau weiß, was seinem Freund durch den Kopf geht.
Jede Faser seines Körpers beginnt zu kribbeln, aber nicht auf die gute Art und Weise. Seine Nackenhaare stellen sich auf, denn Angst frisst sich durch seine Venen. Die Angst um das, was gleich geschehen könnte. Was gleich geschehen wird.
Denn Steven Grant Rogers wird nicht zulassen, dass sein lang totgeglaubter Freund sich opfert.
Er hat ihn einmal fallen gesehen, ohne etwas tun zu können. Diesmal kann er es verhindern.
»Es tut mir leid, Buck.« Steves Schild trifft seine Schläfe und ringt ihn zu Boden, ehe er auf die Worte reagieren kann.
Eine Sekunde benötigt Bucky, um den Schlag zu verarbeiten, dann stellt er fest, dass Steve einen Fehler gemacht hat. Captain America hat seinen Schild vergessen.
»Nein, mir tut es leid«, bringt Bucky hervor und wirft seinem Kindheitsfreund das Schild wie eine Frisbee hinterher. Es trifft ihn am Hinterkopf und er segelt nur wenige Meter vor dem Ende der Klippe zu Boden.
Mit wütendendem Gesichtsausdruck rappelt er sich auf, während Bucky all seine Kraft aufwenden, um sich auf ihn zu stürzen. Gemeinsam landen sie erneut auf dem steinigen Untergrund, rollen sich über den Grund, schmeißen mit Worten umher, die weder der eine noch der andere so meint.
»Hör auf, dich zu wehren, Stevie!«, faucht Bucky und will sich losreißen. Er kommt zehn Zentimeter weit, ehe Steve ihn erneut überrumpelt und zu Boden ringt.
»Das hier ist nicht dein Kampf, Buck«, keucht Steve, der die Oberarme Buckys mit seinen Händen festhält und ihn eindringlich von seiner Meinung zu überzeugen versucht. Doch Bucky ist nicht willens, diese Ansicht auch nur Ansatzweise zu teilen.
»Wessen Kampf ist es dann, hm? Du verdienst ein Leben, ich habe jahrelang nichts anderes getan, als Unheil anzurichten. Lass. Mich. Gehen.« Schwer atmend sieht Bucky zu Steve hinauf, dessen Augen unendlich traurig aussehen.
Seine Faust trifft das Gesicht seines Partners, bevor er sich stoppen kann. Immer wieder segelt sie auf ihn herab, wohlwissend, dass ihn ohnmächtig zu prügeln die einzig wahre Chance ist, an ihm vorbeizukommen.
»To ... the ... end ... of ... the ... line«, bringt er zwischen den Schlägen hervor und Buckys Augen treffen die seinen.
»Ganz richtig«, sagt dieser und sein Kopf schnellt nach oben. Da Steve keinen Helm trägt, treffen ihre Schädel ungehindert aufeinander und Bucky nutzt den Überraschungsmoment, um den Spieß umzudrehen.
Er schnappt sich das am Boden liegende Schild und drückt Steve damit auf den Grund, nagelt ihn fest.
»Ich gab dir einst ein Versprechen, Stevie. Lass es mich einhalten.« Es kostet ihn alle Kraft der Welt, den Schild an Ort und Stelle zu halten, denn auch Steve gibt alles, was das Super-Serum herbringt.
Ein frustriertes Grollen entweicht beiden und steigert sich zu einem wuterfüllten Brüllen. Ein Brüllen, das sagt Lass los. Ein Brüllen, dass die Worte Ich liebe dich zu sehr, um dich fallen zu sehen ersetzt. Ein Brüllen, in dem sich tiefe, angsterfüllte Panik widerspiegelt. Ein Brüllen, dass in Schweigen endet und durch ein Schluchzen ersetzt wird.
Ein blauer Oezean trifft auf einen Sommerhimmel und für einen kurzen, unbedachten Moment lockert Bucky seine Griff um den Schild. Nur der Bruchteil einer Sekunde und Steve steht wieder auf den Beiden, den Schild in seiner linken, das Gesicht zu einem mutlosen Lächeln verzerrt.
»Ich kann das den ganzen Tag machen«, haucht er, während ihm eine Träne aus dem Augenwinkel läuft. Sie bahnt sich einen Weg durch den Dreck, der sich auf seinen Wangen gesammelt hat und fällt schließlich auf den weißen Stoff seiner Uniform.
»Ich weiß«, erwidert Bucky mit dem gleichen, traurigen Lächeln, ehe sie sich Stirn an Stirn einen Moment gegenüberstehen. Blut tropft aus Buckys Nase, auch seine Wangen sind feucht und der salzige Geschmack der Tränen legt sich über seine Zunge.
»Wir werden uns wiedersehen«, sagt Steve mit zitternder Stimme. »Irgendwann, irgendwo.«
Buckys Finger krallen sich in den Stoff des weißen Anzuges Steves, wollen ihn nicht gehen lassen.
»Ich bin Captain America, das hier ist meine Bestimmung«, fügt dieser hinzu und blickt seiner anderen Hälfte tief in die Augen.
Bucky antwortet mit einem Kopfschütteln. »Du bist nur ein Junge aus Brooklyn, der in etwas hineingeraten ist, für das er nicht gemacht ist. Und meine Aufgabe war es schon immer, dir aus der Patsche zu helfen.«
Er stößt Steve von sich und hechtet an ihm vorbei. In seinem Kopf schwirrt nur ein Gedanke: Ich, nicht Stevie. Nicht. Stevie.
Plötzlich packt ihn etwas an den Schultern und schleudert ihn fort. Einige Meter rollt er auf dem Boden, ehe er zum Stillstand kommt und sich mühsam aufrappelt.
Am Ende der Klippe schwebt Sam Wilson, mit einem Lächeln im Gesicht, das eindeutig ist. Er sieht zu seinem besten Freund hinüber. Mit weit aufgerissenen Augen blickt dieser ihm entgegen, unfähig, sich zu rühren.
»On your left.« Und bevor Steve auch nur einen Schritt wagen kann, hat Sam bereits seine Flügel eingefahren und stürtzt unaufhaltsam in die Tiefe.
Bucky hastet an den Klippenrand und bleibt stehen, als er Sam am Grund der Schlucht entdeckt. Die Gliedmaßen seltsam verdreht, doch er sieht aus wie das, was er ist: ein Held.
Während Steve stumm auf die Knie geht, schnappt Bucky sich wortlos den Seelenstein. Auch ihm liegen die Geschehnisse schwer im Magen, doch noch immer schwirrt derselbe Gedanke durch seinen Kopf: Nicht Stevie.
»Lass uns gehen, hm?« Er kniet sich vor den reglosen Steve, legt ihm eine Hand an das bleiche Gesicht.
»Wir werden ihn in Ehren in Erinnerung behalten. Es soll nicht ein Tag vergehen, in dem wir dies nicht tun«, sagt er und wischt mit dem Daumen eine heiße Träne von Steves Wange.
Dann legt er kurz erneut seine Stirn an die seines Partners und lässt dann den Infinity-Stein in seiner Brusttasche verschwinden.
»Wie konnte er wissen, wo wir sind? Er hat sich mit all den anderen zu Staub aufgelöst. Der Plan war, ihn mit allen anderen zurückzuholen, nicht, ihn sich opfern zu lassen«, bringt Steve mit verletzter Stimme hervor und lässt sich aufhelfen.
Einen Moment liegen sich beide einfach nur in den Armen. Bucky hält Steve fester denn je, dankbar, dass dieser noch immer da ist. Steve trauert um seinen Freund. Einander halten sie sich, trösten sich und verschmelzen einen kurzen Moment miteinander.
»Das hier ist 2014, nicht wahr? Wer weiß, wer es ihm gesagt hat ... Los, lass uns zurückgehen.« Bucky kramt nach der Zeitreiseflüssigkeit und da Steve keine Anstalten macht, dies ebenfalls zu tun, sucht er dessen Taschen nach der restlichen Flüssigkeit ab.
Wenig später finden sie sich im Avengers Quartier wieder, zusammen mit allen anderen. Bevor auch nur ein Wort gesprochen wird, tauschen die Verbündeten Blicke aus. Ist alles gut gegangen, hat jeder einen Stein? Sind alle unverletzt?
Die simple Antwort ist ja.
Doch keiner der Helden ahnt, dass ihr Kampf gerade erst begonnen hat.
 
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