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Shadows of the Past

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
06.06.2021
08.09.2021
13
21.100
 
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06.06.2021 1.203
 
Ja, ihr seht richtig. Eine neue Geschichte im Ikenfell Universum, und diesmal ist es kein Oneshot! Die Idee, zu Ibn und Bax eine richtige Fanfiktion zu schreiben, hat sich fest in meinen Kopf gesetzt und nach einigen Ideen sammeln habe ich sie endlich begonnen (die Suche nach einem Titel war btw ein echter Krampf omg xD Da war die Namenssuche einiger Charaktere ja einfacher :D)

Naja, hiermit präsentiere ich mit Stolz und Vorfreude mein neues Baby :3
Und ich muss auch gleich eine Spoilerwarnung aussprechen bezüglich des Spiels ‚Ikenfell‘, um dessen Universum es sich auch dreht. Viele Handlungen und speziell das Ende werden hier erwähnt und thematisiert, wer also nicht gespoilert werden will, sollte diese Geschichte also nicht lesen oder eben das Spiel kennen.

Nebenbei habe ich auch hier ein paar OC‘s eingebaut, wie ihr sicher in der Kurzbeschreibung sehen konntet. Diese werden auch eine große Rolle spielen, aber hauptsächlich wird es um meine Lieblinge Bax und Ibn drehen (die nicht mir gehören, sondern den Entwicklern „Happy Ray Games“). Dafür gehören mir meine drei anderen Schnuckelchen, die ihr aber erst ein wenig später kennenlernen werdet und ein altes Gesicht aus einem meiner Oneshot zu Ikenfell.

So, genug Vor-Gelabere, los geht‘s!  







Prolog

Warten.

Dazu war er verdammt. Zu warten.

Warten… in einer ewigen Dunkelheit. Hier war nichts, außer purer, undurchdringlicher Dunkelheit und Stille. Eine dicke, schwere Stille…

Bewegungslos schwebte er inmitten von Nichts dahin. Vernichtet von lächerlichen Magiern, die das großartige Potential der wahren Magie nicht sehen wollten. Nicht sehen konnten.

Aber nicht so er. Nein. Blutmagie… Schwarze Magie… Sie war so ungeheuerlich stark! So mächtig, so… wunderschön. Und er sah diese Magie, wusste sie zu schätzen. Hatte sie lieben gelernt und hatte regelrecht in ihrer Schönheit und Macht gebadet. Das er selbst sich äußerlich wie innerlich immer mehr verändert hatte, hatte ihn nicht interessiert. Zeigte es ihm doch, wie sehr diese Magie und Macht zu ihm passte und eben nicht spurlos an ihm vorüberzog wie an den anderen jämmerlichen Wichten, die sich seine „Magier-Kollegen“ schimpften.

Dunkle Magie… Blutmagie… Welch großartiges Potenzial doch darin steckte! Welch große Macht sie einem doch verleihen konnte. Und wie unglaublich süchtig zugleich sie einen machen konnte. Eine Sucht, die Noctux nicht im geringsten widerstehen konnte und wollte.

Noch immer beherrschte er sie, doch im dunklen Reich der Geister und Toten nutzte sie ihm nur wenig. Vor allem, wenn er selbst nur ein Geist war, umringt von anderen Geistern, die er allerdings weder sehen noch spüren konnte. Dennoch wusste er, dass sie da waren. Das ‚Dark Ghost Realm‘ war ein riesiger Ort voller dunkler Wesen und Seelen, die nicht „rein“ genug waren, um in das Lichte ‚Ghost Realm‘ eintreten zu können. Die dazu verdammt waren, hier in dieser ewigen, höllischen Dunkelheit zu verweilen.

Mit nichts anderes als seinen Gedanken und seinen Erinnerungen, die mit der Zeit jedoch immer mehr verblassten. Die einzige Erinnerung, die nicht verblasste und sich wohl auf ewig in seinen Geist eingebrannt hatte, war der Moment, in dem man ihn „gestellt“ und einfach getötet hatte. Und der kurze Moment danach… In dem er gesehen hatte, wie die Coven-Magier dafür gefeiert wurden, ein grässliches, mörderisches Monster, einen dunklen Freak, getötet zu haben.

Sie wurden einfach für einen Mord an ihrem eigenen Kollegen und Freund bejubelt und gefeiert…

Heißer Zorn war in Noctux aufgestiegen und wurde irgendwann immer mehr, bis er nur noch einen einzigen Gedanken hatte: Rache. Er würde sich rächen. Er würde hier rauskommen, zurück in die Welt der Lebenden und sich an all diesen heuchlerischen Magiern rächen, die ihn verspottet, ausgegrenzt und getötet hatten!

Er würde entkommen… Seine Magie war, trotz das er tot war, noch immer bei ihm.
„Rache…“, wisperte Noctux leise vor sich hin, in seiner kalten Stimme hörte man das bösartige, fast schon wahnsinnige, Grinsen heraus.

„Rache…“

Noctux zuckte überrascht zusammen.

Diese Stimme gehörte nicht zu ihm. Nein. Es war eine helle, weibliche Stimme. Die Stimme eines… Kindes?

„Rache… Dumme, bösartige Magier… Verdammte Magie… Wieso existiert sie? Sie bringt nur Schmerzen und Leid. Hält einen fern von den Menschen, die man liebt… Ich will sie auslöschen… Ich will Rache…“ Wieder ertönte die Stimme des Mädchens, sie schien recht nahe zu sein… Noctux begab sich in die Richtung, aus der er die Stimme hörte, bis er vor dem schattenhaften Geist eines kleinen Mädchens Halt machte. Sie hielt den Kopf noch immer gesenkt, während er selbst sich vor ihr hi kniete. Sie betrachtete… Ein mächtiges Gefühl bemächtigte sich seiner, ein Beben ging durch den Körper des dunklen Magiers…

Solch starke Gefühle, solch dunkle Gefühle in der Seele eines kleinen Mädchens… So etwas hatte er noch nie zuvor gespürt.
Er wusste es instinktiv. Sie und er verbanden dieselben Gefühle. Auch sie wurde von den Magiern verraten. Auch sie hatte gelitten. Auch sie wollte Rache.

Und… Noctux zuckte überrascht zusammen, als er etwas spürte. Das war interessant…
Er betrachtete das Mädchen neugierig, die nun den Kopf hob, ihre eiskalten, blauen Augen trafen die roten des toten Magiers, er sog scharf die Luft ein. Solch ein Blick… Dieses Mädchen war war wahrlich etwas besonderes.

Unwillkürlich wusste er, dass das Mädchen, dieses arme, kleine Geschöpf vor ihm, eine große Rolle in seinem Plan spielen würde. Das er sie brauchen würde und sie ihn auf eine gewisse Art und Weise.
Mit ihrer Hilfe konnte er hier hinausgelangen, denn im Grunde… gehörte sie hier nicht hin. Sie war nur aufgrund ihrer starken, dunklen Gefühle hier. Das konnte er nutzen.  

Noctux legte den Kopf schief, ein tiefes Lachen erklomm seine Kehle und durchbrach die lange Stille nun endgültig.

Schien, als wäre sein ewiges Warten nun vorbei zu sein…

„Hallo, kleines Mädchen. Wie mir scheint, haben wir denselben Wunsch. Auch ich verabscheue die Magier und ihre Magie… Ihre Arroganz und ihre Dummheit. Mein Name ist Noctux… Und ich wäre dir gerne behilflich dabei, deine Rache ausüben zu können. Dürfte ich deinen Namen erfahren?“ Noctux reichte dem Mädchen die Hand, die sie ohne jegliches Zögern ergriff, was ihn doch überraschte. Seine äußerliche Erscheinung hatte er nämlich nach seinem Tod beibehalten und diese sah nicht gerade einladend oder vertrauenerweckend aus. Dennoch hatte diese kleine Seele dort vor ihm keine Angst vor ihm. Es schien, als könnte er seine Gefühle genauso spüren wie er die ihre.

Sie zog ihn ein Stück zu sich herab und  wisperte ihren Namen leise in sein Ohr.
Dann zog Noctux das Mädchen zu sich, die Dunkelheit um sie herum schien sich noch weiter zu verdichten, während sie schier zu verschmolzen schienen...

Ein gewaltiges Beben und Krachen ging durch das ‚Dark Ghost Realm‘, ein hohes, mehrstimmiges Kreischen erklang und dann erschien für nur wenige Sekunden ein Riss, tiefschwarz und zackig. Die beiden Gestalten davor zuckten noch immer wild herum, bis sie schließlich zu einer wurden und ein kleines Mädchen aus dem Riss heraustrat, geblendet wurde von dem plötzlichen Licht.

Licht… Wind… Vogelgesang… Sie hatte beinahe vergessen, wie das alles klang.

Die blutroten Augen des Mädchens glühten freudig auf, ein bösartiges Lächeln erschien auf ihren blassen Zügen. Sie breitete die Arme weit aus und begann zu lachen. Laut und schrill, ihr Körper bebte regelrecht, während sie sich nach hinten in das weiche Gras fallen ließ und weiter lachte.

„Möge meine Rache beginnen…“
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