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Gefangen

von Mindy
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Andrew Underhill Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Lorenzo Rey Magnus Bane
06.06.2021
25.11.2021
20
79.167
32
Alle Kapitel
237 Reviews
Dieses Kapitel
13 Reviews
 
29.06.2021 5.216
 
Hallo miteinander!
Ich weiß, ich bin später als sonst…ich war gestern so beschäftigt, weil die letzten Wochen in der Schule immer sehr stressig sind und ich mich dann noch volle Kanne in „Die Reyhill-Schriftrollen“ gestürzt hatte.
Mellies und mein Baby will LIEBE, wenn ihr Zeit habt, gebt sie ihm <3

Und ich kam ja auch noch nicht dazu, eure lieben und tollen Kommis zu beantworten, aber damit ihr nicht noch länger warten müsst, poste ich schon mal das neue Kapitel – es ist auch deutlich länger als das Vorige – und hoffe, ihr verzeiht mir, falls ich nicht mehr auf die Kommis antworte, aber ich versuche es definitiv ^^
So oder so ein großes DANKE für alle, die sich melden und den Austausch hier überhaupt am Leben erhalten, man will als Autorin ja nicht mit sich selbst schreiben XD

Auflösung der Fragen: Das Zitat von Simon/Alec war aus „Die Unbestechlichen“, grandioser Film (Guter Geschmack, Ladyfangirl!).Und einige haben mir auch Mails geschrieben wegen Alecs Gabel-Anschlag (Landei hat sich Kekse verdient^^):
Max hat das in „Pakt mit dem Teufel“ zu Magnus gesagt, à la: Alec rumzukriegen ist vergleichbar damit, einen Höllenfürsten mit einer Gabel niederzustrecken.Und jetzt hat Alec es versucht, schade, dass es nicht geklappt hat^^°

Widmung: Juna Lightwood-Bane
Für die lustig-charmante „Erinnerungs“ Mail. Ich musste herzlich lachen und freue mich, wenn ihr euch doch über Nachschub freut :-)

___________________________________________________________________

„Abgesehen davon haben die Nephilim viele meiner Diener getötet, mehrfach. Es wäre ihnen ein Fest, einen Nephilim ausweiden und fressen zu können. Sie haben Feinde hier, Mr. Lightwood. Jedes einzelne Wesen in dieser Dimension will Ihren qualvollen Tod – mit Ausnahme von mir. Vielleicht sollten Sie anfangen, mich als Freund, wenn schon nicht als Schwiegervater zu betrachten.“

Ehe es soweit kam – dachte Alec ironischerweise – würde im wahrsten Sinne des Wortes eher die Hölle zufrieren.



~*~


Recht grimmig betrat Magnus sein Appartement und warf die Tür mit dem Fuß hinter sich zu.
Sein Weg führte ihn direkt zu seiner Bar, denn heute war ein Tag, der nach mehr als einem Drink verlangte.
Nicht nur, dass immer mehr seiner Aufträge plötzlich abgesagt oder dahingehend umgeändert wurden, Unterweltlern wieder weniger Zugang zu gewähren, bei einem netten Plausch mit Aline war er leider auch noch Rosales über den Weg gelaufen. Dessen spöttisches Getue war er inzwischen gewohnt und er versuchte, sich deswegen nicht mehr aufzuregen, doch heute waren die Bemerkungen besonders giftig gewesen, wobei Magnus einige Anspielungen nicht recht begriffen hatte.

Verärgert hatten sie ihn dennoch.

Äußerlich war Magnus zwar höflich-reserviert geblieben, doch vor seinem geistigen Auge hatte er Rosales‘ Büro in Flammen aufgehen lassen – am liebsten, während dieser darin saß.
,Er hat mit seinem Antrag auf Ausweisung der Unterweltler aus Alicante angegeben, nur wegen eines einzigen Verräters.‘ Der noch dazu ohnehin begnadigt worden war, wie Lydia erzählt hatte.
Dennoch hatte sich offenbar doch nichts geändert, in den Nephilim waren noch immer tiefes Misstrauen und Abneigung gegen alle mit Dämonenblut verankert.

Wie hatte so ein tiefgreifender Umbruch in ihrer Beziehung überhaupt stattfinden können?

Magnus versuchte sich zu erinnern, wie es dazu gekommen war, wieso er seine gemütliche Bleibe in New York aufgegeben hatte, um hier unter so arroganten Wesen wie Rosales zu leben, doch die Erinnerung blieb verwaschen.
Er fühlte, dass er hergekommen war, um etwas zu ändern.

Etwas Gutes zu bewirken.

„Da hast du dir mal wieder eine Menge vorgenommen, Magnus, so ganz alleine“, murmelte er in sein Glas und leerte es. Doch in diesen Dingen konnte man ihm einen gewissen Ehrgeiz und Heldenkomplex wohl nicht absprechen.

Nachdem sein Glas erneut mit der schönen, karamellfarbenen Flüssigkeit seines Drinks gefüllt war, ließ Magnus sich schwungvoll auf die Couch fallen und griff nach seinem Handy.
Immer, wenn er in den letzten Tagen nach Hause gekommen war, hatte er das nagende Gefühl gehabt, etwas vergessen zu haben; wie etwas, das auf der Einkaufsliste gestanden, man aber dennoch versäumt hatte einzukaufen.
Generell fiel es Magnus schwer sich zu entsinnen, wie er seine Tage und Abende verbracht hatte, wenn er nach Hause gekommen war. Früher hatte er nie Probleme gehabt, sich zu beschäftigen, doch wann immer er im Moment kochte, Musik auflegte, fernsah, trainierte, ins Bett ging – es fühlte sich alles irgendwie falsch an, als wäre ihm dabei eine wichtige Komponente entgangen.
Auch darüber dachte Magnus zum wiederholten Male nach und er war es leid.
,Schade, dass dieser Dämon schon Asche ist, sonst würde ich ihn noch einmal dafür frittieren, welche Umstände er mir bereitet‘, dachte der Hexenmeister grimmig und stellte enttäuscht fest, dass er keine neuen Nachrichten auf dem Handy hatte.

Dabei hatte er gar keine erwartet.

Vielleicht sollte er doch noch einmal bei Clary vorbei schauen, aber dieses Mal fragte er besser erst nach, ob es passte, ehe er wieder in so eine Trauerfeier platzte wie beim letzten Mal.An seinem Drink nippend, steuerte Magnus wahllos seine Kontaktübersicht an – und erstarrte mitten in der Bewegung.

Der erste Eintrag in seinen Kontakten lautete Alexander.

Irritiert stellte Magnus fest, dass sein Herz doppelt so schnell zu klopfen begann wie zuvor, was ihn nötigte, sein Glas abzustellen. Diese Körperreaktion erschien ihm völlig widersinnig, so dass er sich sogar kurz an die Brust fasste.
,Alexander…ich kenne keinen Alexander.‘
Konzentriert versuchte Magnus sich an ein Gesicht zu dem Namen zu erinnern, aber es gelang ihm nicht. Das war nicht ungewöhnlich, er hatte so viele Wesen kennengelernt und so viele Kontakte, dass er sich manchmal selbst wunderte, dass er nicht mehr von ihnen vergaß.

Aber diese Name schien irgendwie wichtig zu sein.

Anders.

Bedeutsam.

Schulterzuckend entschied Magnus, dem Rätsel auf die Spur zu gehen und wählte die Nummer an. Abwartend und tatsächlich neugierig hielt er sich das Handy ans Ohr, doch zu seiner Enttäuschung meldete sich direkt die Mailbox.
//Hey, hier ist Alec//, begann die Ansage und vermutlich sagte der junge Mann etwas darüber, dass er momentan nicht erreichbar sei und man ihm eine Nachricht hinterlassen solle.
Das bekam Magnus jedoch schon nicht mehr mit, denn kaum vernahm er diese Stimme, jagten Gefühle so heftig und heiß durch seinen ganzen Körper, als hätte man ihm flüssige Lava injiziert, die direkt hinter seiner Stirn gipfelten.
Keuchend ließ er das Handy fallen und hielt sich den schmerzenden Kopf.

Bilder strömten auf ihn ein, flackernd, unscharf und vollkommen sinnlos.

Candlelight Diner im Institut, ein Schatten in einer Disko, Bootsfahrt in Venedig, Diskussionen über fetten Thunfisch, eine Gestalt auf dem Balkon, ein Kuss für einen Schlafenden, tröstende Hände, die seine Tränen wegwischen…
„Nichts an dir ist hässlich.

Und ganz plötzlich war es vorbei.

Magnus entfuhr ein tiefes Stöhnen.

Was bei allen Dämonen war das?!

Catarina hatte ihn gewarnt, dass es schmerzhaft sein könnte, wenn er versuchte sich an Dinge zu erinnern, die er seit dem Dämonenangriff vergessen hatte, aber das hier war anders – als stünde Magnus am Rand einer Klippe, von der er jedoch springen wollte, um in ein Meer an Bildern einzutauchen, mit dem Ziel, damit eine Saite in seinem Inneren zum Klingen zu bringen, die eine wundervolle Melodie für ihn bereithielt, wenn er nur herausfand, wie er sie berühren musste.

Mehrere Minuten saß Magnus einfach da und konzentrierte sich mit zusammengekniffenen Lidern darauf, Ruhe in seinen pochenden Kopf zu bekommen.
Als er sich endlich besser fühlte, holte er tief Luft und klaubte das Handy vom Boden.Sein Herz schlug schon wieder schneller, allein bei dem Gedanken an die tiefe Stimme des Mannes. Er hatte attraktiv geklungen.
Es ärgerte Magnus, dass er kein Gesicht zu dieser Stimme hatte, doch vielleicht konnte er das ändern, wenn er sie nur oft genug hörte.
Entschlossen lehnte er sich zurück und drückte erneut auf die Anruftaste. ,Dann sprich mal weiter mit mir, mein Hübscher.‘

~*~


,Endlich!‘
Nachdem Jace verbissen jedes Buch und jede Datenbank durchstöbert hatte – ohne Erfolg – hatte er diese Vorgehensweise verworfen und war zu dem übergegangen, was er am besten konnte: Informationen von Schattenwesen erhalten.
Maia war zwar nicht begeistert davon gewesen, dass er ihr Diner dafür nutzte, sich durch möglichst viele Wesen zu flirten, doch da sie ihm helfen wollte, Alec zu retten, hatte sie ihn an eine hübsche Elbin verwiesen. Diese gehörte zu Königin Dineths persönlichem Hofstab und wusste sicherlich mehr, als gewöhnliche Elben.
Da Jace seine Flirtfähigkeiten kaum noch nutzte, seit er mit Clary zusammen war, hatte er Sorge gehabt, er könne eingerostet sein – unbegründet.
Die hübsche, wenn auch für eine Elbin eher zurückhaltende Luana war von Jace‘ Interesse höchst geschmeichelt gewesen und nach ein wenig Streicheln über ihre Hand und ihrem Arm und ein wenig Flüstern an ihr spitzes Ohr, war das Eis gebrochen gewesen und sie hatten ein zunehmend vertrauter werdendes Gespräch geführt.
Zwar war er im Laufe des Abends etwas weiter gegangen, als er es beabsichtigt hatte, aber die Information hatte sich definitiv gelohnt. Mit seinem schlechten Gewissen kam er schon irgendwie zurecht, solange er am Ende Alec wieder hatte.

Jetzt war es früh am Morgen und Jace wollte sich schnell duschen und umziehen, ehe er…
„Jace?“
„...“

Ehe er Clary begegnete.

Ertappt blieb Jace stehen und drehte sich zu Clary um; sie trug nur eine Jogginghose und ein Top, vermutlich war sie erst aufgewacht.
„Clary“, sagte er lächelnd, schlug seinen Kragen auf und ging auf sie zu.
„Wo warst du? Du warst die ganze Nacht weg und gingst nicht ans Handy, ich habe mir Sorgen gemacht“, sagte sie mit verschränkten Armen. Trotz der Besorgnis in ihrem Gesicht, hörte er den Unwillen in ihrer Stimme.
Er verkniff sich zu sagen, dass sie jetzt mal wusste, wie er sich in den Wochen vor Alecs Verschwinden gefühlt hatte, denn zu dieser Zeit war Clary ebenfalls untypisch unzuverlässig und sprunghaft gewesen.
„Ich habe recherchiert“, erzählte er stattdessen aufgeregt, so dass er die Müdigkeit kaum mehr spürte. „Ich habe mit einer Elbin gesprochen, um herauszufinden, ob sie vielleicht einen Weg weiß, wie man in einer Höllendimension überleben kann, nachdem sich dieser Hexenmeister im Ausland als Sackgasse erwiesen hat. Von ihr weiß ich, dass es im Elbenreich tatsächlich etwas zu geben scheint, das uns helfen kann.“
„Ausgerechnet?“, sagte Clary und verzog das Gesicht. „Nachdem wir damals das heilige Wasser gestohlen haben, wird Königin Dineth uns nicht einmal empfangen*, geschweige denn uns noch einmal helfen.“ Vermutlich hatte sie sogar sadistisches Vergnügen an der ganzen Situation, von der sie dank ihrer Bienchen und Vögelchen zweifellos wusste.
„Ich überzeuge sie schon“, meinte Jace entschlossen. „Elben lieben Zerstreuung, sicher gibt es wieder etwas, das sie mehr will als uns weiter hassen. Wir müssen nur mit ihr reden und…“
„Jace“, unterbrach Clary ihren Freund, als ihr Blick auf seinen Hals fiel.
Ehe er zurücktreten konnte, griff sie nach seinem Kragen und legte einen Teil oberhalb seines Schlüsselbeines frei. „Jace! Ist…ist das ein Knutschfleck?!“
„Es ist nicht, was du denkst“, sagte er eilig und wandte sich ab, legte dabei ertappt die Hand gegen den Hals.
„Ich denke, dass du mit dieser Elbin mehr getan hast, als zu reden!“ Clarys Stimme war schrill und viel zu laut für diese Uhrzeit, immerhin schliefen einige Jäger mit Sicherheit noch, doch gerade war sie so entsetzt, dass es ihr egal war.
„Nicht so laut!“, zischte Jace und lief an Clary vorbei in ihr gemeinsames Zimmer.
Die Rothaarige folge und warf die Tür hinter ihnen zu. „Also?!“
„Was also? Muss ich das wirklich laut sagen? Ich habe Luana nicht besonders angefasst und nicht mit ihr geschlafen, natürlich nicht. Das war nur Recherche, Clary.“
„Mit ihren Lippen an deinem Hals?!“
„Ich musste ihr Vertrauen gewinnen, aber es war völlig unbedeutend, ich schwöre es“, sagte Jace mit wie zum Schwur erhobener Hand. „Ich liebe niemanden außer dir und ich würde auch niemals mit jemand anderem schlafen.“

Ob Jace es getan hätte, wenn er damit mehr erfahren hätte?

Er glaubte nicht, dass er es gekonnt hätte, denn Clary so zu verletzen, dazu wäre er nicht imstande gewesen. Dafür liebte er sie viel zu sehr.
Diese Aktion war ihm jedoch verhältnismäßig unbedeutend vorgekommen, bedachte er sein Ziel. Dennoch wäre ihm natürlich lieber gewesen, Clary hätte es gar nicht erfahren.

Zumindest nicht so.

„Ich könnte aber schwören, dass man in einer Beziehung auch nicht mit anderen herumknutscht!“, schnauzte Clary aufgebracht.
Sie wusste eigentlich, dass sie sich kindisch benahm; Jace liebte sie über alles, daran hatte sie keinen Zweifel. Ebenso wenig daran, dass ihm diese Knutscherei nichts bedeutet hatte. Sie war etwas Besonderes für ihn, das hatte er mehrfach bewiesen.
Davon abgesehen war ihr Freund verzweifelt, übermüdet und völlig erschöpft, weil er seit Wochen nach einem Weg suchte, Alec wieder zu holen. Diese Leere in ihrer Verbindung zu fühlen, so hatte Jace ihr erklärt, sei wie ein Loch in seiner Seele, das ihn in jedem einzelnen Moment an den Verlust seines Parabatais erinnere.
Eigentlich hatte Clary dafür Verständnis, doch in diesem Moment war sie zu gekränkt, um es zu zeigen.
„Ich habe sie die meiste Arbeit machen lassen“, meinte Jace und sah an Clarys empört zusammengezogenen Augenbrauen, dass das die falsche Erwiderung gewesen war, „und wie ich sagte, es war nur Mittel zum Zweck, völlig ohne Gefühle!“, fügte er daher entnervt hinzu.  „Meliorn ist im Moment irgendwo außerhalb New Yorks stationiert und kann uns nicht helfen und da wir alle wissen, dass die Elben gerne was verheimlichen, musste ich mich anderer Quellen bedienen. Aber das ist doch gar nicht der Punkt, hast du gar nicht gehört, was ich dir erzählt habe?! Wir könnten ein Mittel finden, um in Occid zu überleben, dann…“
„Dann was? Jace, wir können dennoch nicht hinunter, können Alec nicht finden, Asmodeus nicht besiegen und Alec nicht von diesem Bann befreien! Du verrennst dich da in etwas!“

Vielleicht machte das Clary solche Angst.

Bisher hatte sie unermüdlich an Jace‘ Seite gestanden und mit recherchiert, weil sie Alec einfach nicht aufgeben wollte, doch langsam beschlich sie die Sorge, dass sie seinen Verlust akzeptieren mussten – wie sie es sich nach dem Tod ihrer Mutter hatte eingestehen müssen.
„Du redest schon genauso wie Izzy!“, rief Jace zornig. „Alec hat dir das Leben gerettet, wie kannst du auch nur in Erwägung ziehen, ihn aufgeben zu wollen?!“
„Weil ich nicht mehr zusehen will, wie du dich damit immer mehr zerstörst!“, entfuhr es Clary und jetzt fühlte sie mehr Verzweiflung als Wut. „Was du da tust, ist nicht gesund, Jace. Du überschreitest Grenzen, du kümmerst dich um nichts anderes mehr…“
„Geht es jetzt wirklich darum, dass ich dich vernachlässige, während mein Bruder in der Hölle festsitzt?!“
„Natürlich nicht!“ Jetzt platzte Clary gleich der Kragen. „Für wie oberflächlich hältst du mich?! Ich liebe Alec und ich will ihn ebenso sehr retten wie du!“

Doch Jace liebte sie mehr und zuzusehen, wie er zerbrach – wie konnte sie das tun?

Wie konnte er das verlangen?

„Das sagt ihr alle, aber ihr habt eine merkwürdige Art das zeigen!“, maulte Jace und stapfte an Clary vorbei. „Doch wenn ihr mich nicht helfen wollt, ist mir das egal, ich brauche euch nicht – keinen von euch! Als ich damals nach dir gesucht habe, wollte mir auch niemand glauben und doch hatten Luke und ich Recht.“
„…“ Es stimmte, Jace hatte sie nach ihrem scheinbaren Tod nicht aufgegeben und das war eine Eigenschaft an ihm, die sie liebte. Sicher würde es Alec rühren zu sehen, wie energisch Jace für ihn kämpfte und dass er selbst Clary, die Alec zumindest früher als Konkurrentin empfunden hatte, dafür vor den Kopf stieß.
„Jace, wir sind alle auf der gleichen Seite“, sagte sie nun etwas sanfter und trat an ihn heran.  „Aber Alec wollte genau das verhindern – er wollte nicht, dass wir uns damit kaputt machen, ihn zu retten, er hat uns gesagt…“
„Ja, ja, dass wir glücklich werden und unser Leben leben sollen – das kann ich aber nicht und wenn du es kannst, dann bin nicht ich es, mit dem etwas nicht stimmt.“ Wütend riss er die Tür wieder auf.
„Ach…!“ Nur Jace gelang es so gezielt, sie diesem Wechselbad der Gefühle auszusetzen – Sorge, Wut, Mitleid, noch mehr Wut. „Dann…geh doch zu deiner Lullu zurück, sie ist dir ja offensichtlich eine größere Hilfe als ich!“
„Sie hieß Luana! Und sie küsst zwar viel schlechter als du, aber vielleicht mache ich das!“, schrie Jace zurück, während er schon den Flur entlang stapfte.
Clary lief glatt rot an vor Wut. „Klar, Jace Herondale muss immer das letzte Wort haben! Aber dieses Mal nicht!“

Mit diesen Worten schlug sie die Tür zu und starrte diese einen Moment so wütend an, dass es einem Wunder glich, dass sie nicht explodierte.

Frustriert fuhr Clary herum und ließ sich auf ihr Bett fallen. Das Bett, in dem sie Jace in der Nacht so sehr vermisst hatte. Sie schnappte sich ein Kissen, vergrub das Gesicht darin und schrie.

Die Männer dieser Familie brachten einen wirklich an den Rand der Verzweiflung!


~*~


Simon stand vor dem gemeinsamen Zimmer mit Izzy und atmete tief durch.
Das tat er im Moment immer, ehe er hineinging, um sich selbst Mut zu machen, weil er nie wusste, in welchem Zustand seine Freundin heute sein würde.
In der letzten Zeit hatte sie fast erschreckend euphorisch gewirkt, was ihm aber ebenso Sorgen gemacht hatte wie ihre Trauer zuvor.

Doch es schien wahr: Sie suchte nicht länger nach einem Weg, Alec zurückzuholen, hatte einen neuen Termin für die Parabataizeremonie mit Clary und würde Anfang der Woche wieder die Institutsleitung übernehmen.
Nach Rücksprache mit Aline Penhallow war die Beurlaubung aufgehoben; sie hatte wohl mit ihrer Mutter gesprochen und versichert, wie leid Izzy ihr Ausbruch tat. Aufgrund der Umstände hatte man wohl Verständnis dafür aufbringen können.
Weiterhin war man in Alicante auf der Suche nach einem neuen Inquisitor.
Simon kannte kaum jemand der zur Debatte stehenden Kandidaten, aber Rosales‘ Name war auch gefallen – das wäre die schlechteste Wahl, die Simon sich vorstellen konnte. Er würde wohl gerne seinen Ratssitz dafür räumen, um Inquisitor zu sein, weil er dort unabhängiger agieren konnte.
,Genau, wie man Snape nie an Verteidigung gegen die dunklen Künste hat ranlassen dürfen, darf der Kerl nicht Inquisitor werden.‘

In allen Gebieten, in denen Simon als Deputy unterwegs war, waren die Gemüter beunruhigt.

Man fragte sich, ob der Inquisitor hatte verschwinden müssen, weil er einen so freundlichen Kurs gegenüber der Unterwelt gehalten hatte und fürchtete, der neue Inquisitor könne wieder feindlicher eingestellt sein.

Sie wollten Alec zurück.

,Wie wir alle‘, dachte Simon gequält und griff in seine Tasche, wo er das Ringkästchen hervorholte. Er wusste nicht, ob es Izzy wirklich wieder besser ging oder sie sich das nur einredete, doch wenn sie sich aufrichtig bemühte, einen neuen Abschnitt zu beginnen und das Vergangene hinter sich zu lassen, wollte er diesen Weg mit ihr gemeinsam gehen.
Die ganze Zeit hatte er nicht mehr erwogen, seinen Antrag zu stellen, weil es unpassend gewesen wäre, solange Isabelle so traurig war.

Doch vielleicht war jetzt der richtige Moment.

Ein Symbol für seine Liebe und Unterstützung, das ihr bei dem Wunsch half, wieder in ein stabiles, einigermaßen normales Leben zu finden.
Entschlossen packte er den Ring in die Tasche zurück, atmete wieder durch – das vermisste er wirklich am Untot sein – und betrat das Zimmer.
„Huch“, entfuhr es ihm, da der Raum in einem furchtbar unordentlichen Zustand war. Schubladen standen offen, der Inhalt lag verstreut auf Regalen, dem Bett und dem Boden. Die Matratze lag nicht mehr gerade im Bettgestell, die Teppiche lagen verkehrt herum da.
„Izzy…?“, fragte Simon und sah sich verwirrt um. „…wurdest du angegriffen oder hast du versucht aufzuräumen?“ In der Wohnung von Alec und Magnus sah es immer aus wie in einem Einrichtungskatalog, was wohl Alecs Disziplin und Magnus‘ Kräften zuzuschreiben war. Bei ihnen lag öfter mal etwas herum, aber so übel war es selten gewesen…
„Simon!“ Izzy kam aus dem Bad gestolpert und musterte ihn, als erkenne sie ihn gar nicht. Zerstreut wuschelte sie sich durchs Haar. „Wieso bist du hier?“
„Wieso? Ich wohne hier.“
Sie grinste schief. „Nein, ich dachte, du hast noch eine Schicht in Brooklyn.“
„Ach so, die habe ich mit Satoshi getauscht.“ Ein Werwolf, der ebenfalls zum Deputy ausgebildet wurde und der Simon ab und zu auf seinen Rundgängen begleitete.
Sie fanden es wichtig, gemischte Teams zu bilden, um die Beziehungen zwischen den Werwölfen und Vampiren zu vertiefen. Maia war dahingehend ja sehr aufgeschlossen, der Anführer der Vampire New Yorks – Nicolas – leider weniger. „Ich wollte früher wieder bei dir sein.“
„Ich sagte doch, ich brauche keinen Babysitter mehr.“ Unwirsch lief Izzy an Simon vorbei und schob einen Stuhl zur Seite, musterte ihn dabei von allen Seiten.
„Darum bin ich nicht hier“, sagte Simon sanft, lief zu Izzy und ergriff ihre Hand, woraufhin sie ihn anblickte. „Sondern weil ich dir glaube. Du willst das alles hinter dir lassen und neu anfangen. Das ist schwer, das weiß ich. Mir ging es nach dem Abschied von meiner Mom genauso.“
Doch damals war Izzy da gewesen, hatte ihn umarmt und ihm beigestanden, während alles, was er geliebt und gekannt hatte, ihm schlagartig entrissen worden war. Nun konnte er es erwidern und Izzy ebenso ein Fels sein.
„Ich will dir unbedingt dabei helfen“, sagte er und blickte Izzy aus seinen weichen, rehhaften Augen an.
Gerührt drückte Izzy Simons Hände. „Simon…das bedeutet mir so viel. Ich weiß, dass ich mich immer auf dich verlassen kann.“
Lächelnd küsste er sie und war froh, endlich wieder ein Lächeln in ihrem schönen Gesicht zu sehen – ein aufrichtiges Lächeln, nicht jene, die sie sich im Institut aufzwang.
„Ich würde alles für dich tun“, fuhr Simon entschlossen fort und könnte schwören, seinen aufgeregten Herzschlag zu spüren. „Ich habe niemals jemanden so sehr geliebt wie dich.“

Das hatte er zwar schon oft geglaubt, aber mit Izzy hatte er jemanden, der seine Gefühle erwiderte; Gefühle, die erwidert wurden, veränderten sich, wurden tiefer, gewannen neue Facetten und verliefen ineinander, bis man eins war, zwei Menschen mit einem Herzen.

„Und weil ich dir beistehen will, möchte ich dich etwas Wichtiges fragen.“
„Oh Simon!“, rief Izzy und schlug eine Hand vor den Mund, ehe sie sich erneut fahrig das Haar nach hinten strich. „Ich hatte so gehofft, dass du…aber ich dachte nicht, dass du das wirklich tun würdest. Ich wollte dich schon fragen, aber ich hatte Angst vor deine Reaktion.“
„Was? Wirklich?“, fragte Simon verblüfft. Der Gedanke, wie Isabelle ihm einen Heiratsantrag machte…irgendwie war das seltsam, aber er wäre definitiv vor Freude auf und ab gesprungen.
„Ja, natürlich! Ich denke seit ein paar Tagen darüber nach und…ich wollte dich nicht damit belasten, aber ich halte es nicht länger aus. Ich weiß, ich sollte nicht, aber…es wäre nur eine Ausnahme, wegen der besonderen Umstände.“
Simon, der schon die Schatulle aus der Tasche holen wollte, hielt inne. „Was?“
„Ich habe überall nachgesehen, ob ich nicht noch einen Rest Vampirgift in einem Versteck habe, ich hatte mir da mal was angelegt, als Notvorrat, wenn ich rückfällig werde. Ich hatte nie vor, ihn wirklich zu benutzen, es war nur für den absoluten Notfall, aber ich glaube, Alec hat ihn gefunden…er kennt mich einfach zu gut, er hat alles entsorgt. Damals hat er sich extra erkundigt, was Angehörige von Suchtkranken beachten müssen, ich hasse ihn manchmal dafür, dass er immer an alles denkt! Dachte…aber ich bin dir so dankbar, dass du anbietest…“

NEIN!“

Verwundert hielt Izzy inne und blieb in dem Chaos des Zimmers stehen. „Nein?“
„Nein, das mache ich nicht!“, sagte Simon mit zitternder Stimme. Erst jetzt hatte er begriffen, was Izzy offenbar schon seit Tagen überlegte ihn zu fragen; sie wollte High werden und dafür sollte er sie beißen.
Er hatte ihre Abhängigkeit von Yin Fen damals nur flüchtig mitbekommen, ebenso ihren Weg in den Entzug, den sie äußerlich problemlos gemeistert hatte, und er schämte sich, dass Alec offenbar trotz Ehe und Arbeit noch regelmäßig darauf geachtet hatte, wie es seiner Schwester in diesem Punkt ging. Zudem hätte er wissen müssen, dass diese schwere Zeit Izzy an den Rand der Selbstbeherrschung brachte; Süchtige wurden oft rückfällig, wenn sie etwas Schlimmes erlebten, wie eben den Verlust eines geliebten Menschen.
„Izzy, ich weiß, du leidest, aber dass du rückfällig wirst, ist nicht die Lösung und ich werde dir garantiert nicht dabei helfen, indem ich dich beiße!“, sagte Simon eindringlich und schüttelte so vehement den Kopf, dass seine Brille verrutscht wäre, würde er sie noch brauchen.
„Aber eben sagtest du…“
„Das war nicht mit Unterstützung gemeint!“, rief er unglücklich und trat an sie heran. „Wenn du wieder so sehr daran denkst, sollten…sollten wir zu einem Treffen gehen.“
„Ich war die letzten Tage auf vier Treffen!“, fauchte Izzy wütend und wandte sich ab. „Ich will doch nur einen Tag nicht daran denken, wie sehr mein Bruder mir fehlt und wie sehr er in diesem Augenblick vielleicht leidet, weil ein kranker Dämonenfürst ihn foltert!“
„Aber Isabelle…“
„Was?!“ Sie hasste Simon dafür, wie er sie gerade anblickte; als wäre sie schwach und bräuchte Mitleid.

Dem war nicht so, sie brauchte Hilfe.

„Du liebst mich, sagtest du. Ich sollte mich bei dir fallen lassen und ehrlich sein können – und jetzt verurteilst du mich?“
„Natürlich tue ich das nicht, ich glaube nur nicht, dass…“
„Bitte, ich brauche das nur ein einziges Mal, dann lasse ich es hinter mir.“ Mit flehendem Gesicht ging sie auf Simon zu, der instinktiv zurückwich.
Es musste Izzy wirklich furchtbar gehen, wenn sie so etwas von ihm verlangte. Das war völlig untypisch für sie.
„Izzy, ich mache das nicht“, stellte er klar. „Ich gehe jetzt besser, bis…du dich beruhigt hast.“
Eigentlich wollte er in ihrer Nähe bleiben, doch er war in diesem Moment wohl eine wandelnde Versuchung für sie und er wollte es ihr nicht schwerer machen, indem er bei ihr war.
Allerdings hatte er Izzys Entschlossenheit unterschätzt, denn sie eilte vor ihm zur Tür und versperrte ihm den Weg, indem sie sich mit dem Rücken dagegen drückte.
„Simon, bitte! Ich werde es danach nie wieder von dir verlangen und bei nur einer Dosis ist der Entzug dann auch nicht so schlimm!“

Wieso war ihr Freund so stur und weigerte sich, ihr zu helfen?

Sie war weder irrational noch hysterisch und hatte in der Vergangenheit bewiesen, dass sie über die Sucht hinwegkam – sie würde es wieder schaffen.

Kurzerhand zog sie den Dolch aus dem Holster an ihrem Bein und ritzte sich damit einen Schnitt quer über den Unterarm.
„Isabelle!“, rief Simon entsetzt. Sofort reagierten seine Vampirsinne auf das Blut; der verlockende Geruch von Schattenjägerblut war einzigartig und er glaubte, die heiße Süße bereits auf seiner Zunge schmecken zu können.
Als seine Fangzähne hervor glitten, fauchte er und stolperte mehrere Schritte zurück. Panik überkam ihn, dass die Gier die Kontrolle übernehmen und er Izzy wahrhaftig verletzen könnte. „Geh weg!“ Er schlug sich beide Hände vor den Mund.
„Vertrau mir, es wird dir auch gefallen, weißt du noch, damals im Elbenreich?“, fragte sie und hielt ihm den Arm entgegen. „Es hat dir das Leben gerettet und jetzt wird es mir helfen. Es…“
Izzy blieb ganz abrupt stehen, als Simon den Kopf schüttelte und schluchzte.
„Isabelle, bitte, zwing mich nicht dazu“, sagte er mit Tränen in den braunen Augen, weil er nicht wusste, was er noch sagen oder tun sollte. Vielleicht konnte er aus dem Fenster springen, wenn er an seiner Freundin vorbeikam. „Bitte zwing mich nicht dazu, dir weh zu tun, ich will das nicht…!“

Simons verzweifelte Stimme brachte wieder Klarheit in Izzys benebelten Verstand.

Sie ließ den Arm sinken und das beißende Verlangen in ihr wurde zu heißer Scham.

Was stimmte denn nicht mit ihr?

Was hatte sie da nur angerichtet? Wie konnte sie Simon, dem treusten, sanftesten, freundlichsten Mann dieser Welt, so etwas Abscheuliches zumuten?
„Simon…“ Eilig drückte sie die Hand auf die blutende Wunde, traute sich aber nicht mehr, sich dem Vampir zu nähern. „Es…es tut mir so leid, ich weiß nicht…ich benehme mich vollkommen irrsinnig, du hast natürlich Recht. Ich…es tut mir so leid, bitte, vergiss es einfach.“

Das war alles, was sie sagte, ehe sie herumwirbelte und aus dem Raum stürzte, in dessen Unordnung sie einen unglücklichen Vampir zurückließ.

~*~


„Genau, morgen holen Catarina und ich dich für den Spielplatz ab und danach zeige ich dir meine Wohnung“, erzählte Magnus Toby aufgeregt. Er hatte dem Kleinen ein Handy geschenkt, das er unter Aufsicht der Hexenmeister im Spirallabyrinth an geeigneten Orten nutzen konnte. Feuernachrichten schreiben wäre auf Dauer zu aufwendig für den kleinen Hexer.
//Ich freue mich darauf//, antwortete Toby und klang wie immer zurückhaltend.
Magnus wollte sich davon jedoch nicht entmutigen lassen.
Zwar war er noch immer in Sorge, dass er keine gute Vaterfigur abgab, bedachte man seine Erfahrungen diesbezüglich, doch eine sanfte Stimme in ihm sprach ihm gut zu und versicherte ihm, ein großartiger Vater sein zu können, wenn er sich bemühte.
Woher er diese Zuversicht plötzlich nahm, wusste Magnus nicht, aber ihm gefiel, was die Stimme ihm zuflüsterte. Ihre Worte waren viel schöner als die sonstigen Töne in Magnus‘ Innerem, die ihm sagten, dass er weder Glück noch Liebe verdiente.
„Catarina bringt ihre Tochter Madzie mit, ich bin sicher, ihr werdet euch gut verstehen.“ Die Kinder waren sich teilweise ähnlich und es schien ihnen schwer zu fallen, neue Freunde zu finden.

Vielleicht konnten sie einander finden.

//Das…wäre schön.//
„Ist alles in Ordnung mit dir, Toby?“ Magnus, der während des Telefonats in seinem Wohnzimmer auf und ab gelaufen war, blieb verunsichert stehen. Der Junge klang noch schüchterner als sonst. „Ich weiß, wir haben uns lange nicht gesehen, aber das hatte wirklich nichts mit dir zu tun. Es ging mir einfach nicht so gut.“
Das hatte Magnus sich gestern selbst bewiesen, als er wie ein Verrückter fast 50 Mal die Stimme mit der unbekannten Nummer angerufen hatte, ohne sich jedoch an diesen Alec erinnern zu können.

Was eine sinnlose Art, sich den Abend zu vertreiben!

Vermutlich war es nur irgendeine alte Bekanntschaft von einer Party gewesen.
Dennoch hatte Magnus angerufen und der samtenen Stimme zugehört, bis er zu Bett gegangen war.
//Ich weiß, dass es nicht deine Schuld war. Du hast es mir erklärt und ich freue mich, dass du wieder gesund bist.//
Kurz schwieg das Kind und Magnus wartete geduldig darauf, dass Toby fortfuhr. Geduld war etwas, das ihn sein langes Leben gelehrt hatte.
//Ich…habe nur Angst, dass du auch weggehen wirst…//
Überrascht zog Magnus die Augenbrauen hinauf.

Auch?

Vermutlich sprach Toby von seinen Eltern. Das konnte Magnus verstehen – Toby hatte schon eine Familie verloren, er wollte nicht noch eine verlieren.
„Keine Sorge, kleine Blaubeere; solange du da bist, werde ich nirgendwo hingehen.“ Und obwohl Magnus es vollkommen ernst meinte und von seinen Worten überzeugt war, fühlte es sich irritierenderweise falsch an, sie zu Toby zu sagen.
//Na gut//, sagte das Kind, das dies zum Glück nicht bemerkt hatte. //Dann freue ich mich auf unseren Ausflug.//
„Ja“, sagte Magnus und bemühte sich eilig wieder um einen unbeschwerten Ton. „Ich freue mich auch.“

~*~


______________________________________________________________________
*Siehe "In Gesundheit und Krankheit"

So, geht voran, wie ihr seht^^
Einige hoffen ja auf Toby und Madzie mit dem Verplappern, die Hoffnung nehme ich euch noch nicht, aber zumindest Toby hat Alec ja vorher informiert, ebenso wie seine Familie. Und was Izzy anbelangt; Ja, sie benimmt sich krass, aber man muss bedenken, Süchtige sind so. Wie sie zu Alec sagte, das wird für immer ein Teil von ihr sein und sobald sie schwach wird, kann es sie einholen.
Und wenn es hart auf hart kommt, lügen, betrügen und vernachlässigen Süchtige nun einmal alles von Kind bis Moral, je dringender sie ihr Suchtmittel brauchen, aber wenigstens ist sie noch einsichtig genug gewesen, vorher von Simon abzulassen. *hust*

Dann bis in einer Woche :)
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