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Gefangen

von Mindy
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Andrew Underhill Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Lorenzo Rey Magnus Bane
06.06.2021
25.11.2021
20
79.167
32
Alle Kapitel
237 Reviews
Dieses Kapitel
11 Reviews
 
30.09.2021 5.125
 
Hallo meine Lieben!
Heute mal etwas früher als zum Wochenende, denn da steht zu viel an.
Die Schreibblockade bei der Fortsetzung hat sich endlich gelöst und ich komme besser voran – was auch Zeit wird, schließlich läuft es hier aufs Ende zu.
Heute präsentiere ich: 10 Seiten mit alles entscheidendem Kampf! Genau wie Azazel, habt auch ihr lange drauf gewartet^^ Ich hoffe, es wird euren Erwartungen gerecht werden.

Ganz besonderen Dank an Piccolo, denn eine ihrer netten Mails hat zu einem spannenden Teil des Kampfes beigetragen. Ich verrate hier nichts, aber du wirst es erkennen, wenn du es liest, meine Liebe. :-) Hoffentlich hast du Freude daran.

Widmung: MellieBane. Alle reden oft nur über Anstand, Loyalität und Courage, bis es wirklich drauf ankommt. Du lebst es.

Viel Spaß! *Nachos bereitstell*


_________________________________________________________________

In diesem Moment krachte es und obwohl sie es nicht sehen konnten, wussten sie, dass die Eingangstüren der Burg aus den Angeln geflogen waren.
„Meine Abwehrzauber zu durchbrechen, er ist wirklich ehrgeizig.“ Asmodeus‘ Augen glühten golden, als er sich über die Lippen leckte. „Nun, Magnus, endlich kämpfen wir Seite an Seite, wie ich es mir stets erhofft habe.“
Widerwillig trat Magnus an die Seite seines Vaters.
Vier goldene Augen fixierten die Tür. „Hoffen wir, dass wir gemeinsam wirklich so mächtig sind, wie du immer behauptet hast.“


~*~


Aus dem Flur vor dem Thronsaal erklangen Geräusche, die Simon sich nicht einmal im schlimmsten aller Horrorfilme hätte vorstellen können; eine Mischung aus Kreischen, Stöhnen, Fauchen und Schreien, die unaufhaltsam näher kam und selbst den stärksten Kriegern das kalte Grauen bescheren konnte.
Als die Dämonen die Türen des Saals erreichten, schlugen oder warfen sie sich so heftig von außen dagegen, dass sie sichtlich in den Angeln erzitterte.
Clary, Isabelle, Jace, Alec, Andrew und er hatten sich seitlich an verschiedenen Stellen im Raum positioniert, nahe genug, um einander helfen zu können, aber taktisch so, dass sie die erste Welle an hereinbrechenden Dämonen gezielt bekämpfen konnten.
Nur Asmodeus und Magnus standen mittig und beieinander.
Magnus hatte die Hände gehoben, der Dämon hingegen stand abwartend da und sah kein Bisschen nervös aus.

Dennoch war Simon dadurch nicht weniger beunruhigt.

Der Schwertgriff in seiner Hand fühlte sich glitschig an, dabei schwitzte er als Vampir gar nicht mehr. Er erinnerte sich nicht, wann er zuletzt so viel Angst gehabt hatte.
Dabei drehten sich seine Sorgen nicht vornehmlich darum, dass er in den nächsten Minuten sterben konnte, sondern darum, dass Izzy und Clary hier waren und er vielleicht mitansehen musste, wie sie getötet wurden.
Zum Glück, so musste er sich egoistischerweise eingestehen, würde Jace Clary bis zum Tod verteidigen und Alec würde ebenso mit seiner kleinen Schwester verfahren. Das erhöhte die Chancen, die zwei wichtigsten Menschen für ihn hier lebend herauszubekommen.

Wieder und wieder erzitterte die Tür und mit jedem Krachen splitterte mehr Holz.
Die Tische, die sie davor geschoben hatten, wurden dabei stückweise in den Raum hinein gestoßen.
„Das ist wie beim ersten Teil von Herr der Ringe, ehe die Orkarmee und der Troll in Morias Grabkammer stürmen“, murmelte Simon und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.
„Na ja, wir haben einen Zauberer, einen Bogenschützen und zwei Schwertkämpfer“, meinte Clary schmunzelnd, dem Gedanken ihres Freundes folgend.

Wieder barst ein Stück der Tür.

„Moment, meinst du Jace und Andrew? Und ich bin dann der Zwerg?“
„Wärst du lieber ein Hobbit?“
„Für Izzy und dich sind jedenfalls keine anderen Rollen mehr übrig.“
„Ich bin eine Kriegerin, kein Hobbit!“, kam es empört von Izzy.
„Die Gemeinschaft des Ringes war nur artengerecht aufgeteilt, nicht gendergerecht, Schatz.“
„Alec Lightwood!“, drang die tiefe Stimme Azazels durch die Tür, die inzwischen kaum noch die Stabilität eines Zahnstochers hatte. „Komm raus! Nur zu, stell dich deinem Schicksal! Wenn du dich ergibst, lasse ich den Rest deiner Familie vielleicht in Ruhe!“
Denk nicht einmal darüber nach!“, kam es zeitgleich von allen Anwesenden bis auf Asmodeus, was Alec bewog, den Bogen, den er kurz ein Stück gesenkt hatte, wieder gespannt hochzuhalten.
„Er lügt sowieso.“
„Das ist wahr“, sagte Asmodeus amüsiert und ließ die Schultern kreisen. „Das verheißt interessant zu werden.“ Er lebte schon lange und doch hatte er nie Seite an Seite mit Nephilim gekämpft. Wenn, hatte er sie immer abgeschlachtet, aber Abwechslung war stets willkommen.
„Mich kümmert nicht, was gleich durch diese Tür kommt, aber ich will, dass alle in diesem Raum überleben“, sagte Magnus gepresst zu seinem Vater. „Starte also keine Attacken, die ihnen schaden könnten.“
Asmodeus‘ Augenbraue wanderte hinauf. „Zurückhaltung? Damit reduzierst du unsere Siegeschancen erheblich, mein Sohn.“
„Es muss und wird auch so gehen!“, beharrte Magnus. Das hier war seine Familie, jeder von ihnen.
Und was Underhill anging…
Clary hatte ihm beim Bau der Barrikade kurz erklärt, wie sie hergekommen waren, daher wusste Magnus, dass Lorenzo auf sie wartete.

Auf seinen Verlobten.

Es stand nicht zur Debatte, dass er umsonst wartete.

„Wenn einem von ihnen etwas geschieht, helfe ich Azazel persönlich dabei, dich zu stürzen.“
Der Dämon rollte die Augen und stöhnte affektiert. „Du bist immer so dramatisch, Magnus.“
Mit einem lauten Krachen barsten die zwei Flügeltüren aus den Angeln; eine blieb schlaff an der Seite hängen, die andere wurde in den Saal hineingeschleudert und hätte Clary frontal erwischt, doch Asmodeus machte eine wegwerfende Handbewegung und die Tür wurde umgelenkt, so dass sie stattdessen mit der Wand kollidierte.
„Zufrieden?“, fragte er schnippisch in Magnus‘ Richtung, was dieser aber nicht beantworten konnte, da bereits Dutzende Dämonen in den Raum einfielen.

Alles ging so schnell, dass es unmöglich war, sie alle zu klassifizieren, doch zwischen den Ravener auf ihren acht Beinen mit dem unappetitlichen Rüssel und Stachel krochen Croucher, deren breite Mäuler schmatzende Geräusche machten.
Hinter ihnen schlurften Raumdämonen, deren giftige Tentakel voller Erregung vibrierten, allerdings wurden sie von über zwei Meter hohen Dämonen in den Schatten gestellt, die Simon wie Wölfe auf Steroiden beschreiben würde; sie waren mit schwarzem Fell bedeckt, nur die leuchtend roten Augen bildeten einen Kontrast dazu. Ihr Kopf war im Vergleich zu den muskulösen Oberarmen und dem gewaltigen Oberkörper klein. Sie liefen auf zwei Beinen und trugen unter anderem gewaltige Holzprügel in ihren Klauen.
Offenbar eine der wenigen Dämonenarten, die mit Waffen kämpfte.

Obwohl sie in dieser Konstellation selten gekämpft hatten, begannen die Shadowhunter sofort wie eine Einheit gegen die Feinde vorzugehen; Jace‘ Schwert schnitt schnell und erbarmungslos durch Fleisch und Sehnen der fauchenden Ravener, während Izzys Peitsche in schnellem Takt durch den Raum knallte, wie bei einem absurden Konzert, um Croucher zu köpfen.
Simon nutzte seine Geschwindigkeit, um all jene Dämonen zu erledigen, deren erster Streich aus Clarys Klingen oder Andrews Schwert nicht genügte. So konnten die zwei herumwirbeln und schon den nächsten Dämon angreifen.
Alecs Pfeile sausten zischend durch die Luft und töteten Dämonen, die kaum zwei Schritte in den Saal getan hatten, wodurch er steuern konnte, dass keiner seiner Freunde von zu vielen Gegnern gleichzeitig angegriffen wurde.
Manche der Dämonen zerfielen zu Staub, andere blieben tot liegen; nicht verwunderlich, denn viele schien Azazel aus anderen Höllendimensionen mit hergebracht zu haben.
Magnus und Asmodeus‘ warfen in schneller Abfolge Feuerbälle, wobei Asmodeus‘ eine dunklere Farbe hatten.
Wie schon in Edom spürte Magnus, um wie viel mächtiger seine Magie hier war. Er verspürte keinerlei Anstrengung, als er beide Arme hochriss und eine Feuersbrunst in der Größe eines Kleinwagens auf den muskulösen Tarsus schmetterte, woraufhin der riesige Wolfsdämon kreischend zu Asche zerfiel.
„Ich bin beeindruckt, mein Sohn“, sagte Asmodeus. Er war der Einzige, der nicht direkt angegriffen wurde. Kein Wunder, kein niederer Dämon würde sich das wagen.
Mit einem Fingerschnippen beförderte er zwei Raumdämonen so heftig gegen die Wand, dass sie durch den Druck förmlich auf die Breite von Briefmarken zerquetscht wurden.
„Ich brauche dein Lob nicht!“, giftete Magnus zurück, war dadurch allerdings kurz abgelenkt. Dies wurde ihm klar, als etwas seine Beine packte und er unsanft zu Boden gerissen wurde. Ächzend wollte er die Arme heben, doch der lange Körper eines Nagris, eines Schlangendämons, wickelte sich schnell und ungnädig um seinen Taille.
Gerade, als Magnus in das zischende Gesicht mit den gelben Augen starrte, flog ein Pfeil herbei, der direkt in der Stirn des Dämons landete, woraufhin die Augäpfel sich nach hinten rollten und der Druck der Umklammerung nachließ.
Magnus warf einen dankbaren Blick in Alecs Richtung, der ihm zulächelte, ehe er einen Croucher ins Visier nahm.
Der Hexenmeister rappelte sich auf, als plötzlich etwas hinter ihm explodierte.
Als er herumfuhr, fiel ein Raumdämon gerade um, während sein Vater die Hand sinken ließ.
„Du bist viel zu unaufmerksam. Fürwahr, ich sollte dich nicht loben.“
Statt zu antworten, schnaubte Magnus nur, sammelte weiter Magie und unterstützte Isabelle, die von einem Rudel Ravener zunehmend in die Ecke gedrängt wurde.
Alec war dankbar dafür; von seiner Position auf einem der hinteren Tische hatte er einen guten Überblick und er war vollauf damit beschäftigt, Jace aus der Ferne dabei zu unterstützen, einen Tarsus zu Fall zu bringen, der sein riesiges Beil nach Jace schwang. Dieser wich immer wieder spielerisch aus und nahm das Ganze – wie so oft – einfach nicht ernst genug!

Gerade legte Alec wieder an, als ein Schwarm Motten auf ihn zuschoss und ihm die Sicht nahm.

„Was…?!“ Er duckte sich weg, schlug nach den Tieren, doch sie prallten so vehement gegen ihn, dass er rücklings vom Tisch stürzte und hart am Boden aufschlug.
Mit Genugtuung sah Azazel den Nephilim fallen und materialisierte sich vor ihm.
Er hatte seine Diener natürlich vorgeschickt, damit alle beschäftigt waren, während er sich holte, wofür er hergekommen war – Lightwoods Herz.
Die Schlacht lief bisher ganz nach Azazels Wunsch, wenn auch anders als geplant; ihre Schergen wurden von Asmodeus‘ Gefolge dezimiert, doch sie hatten ohnehin nur der Ablenkung gedient.
Supay näherte sich bereits, um Asmodeus‘ Lage auszunutzen und ihn aus seinem Reich zu vertreiben. Lamia hingegen hatte angekündigt, auf den äußeren Schlachtfeldern abzuwarten. Zweifellos wollte sie erst eingreifen, wenn sie Asmodeus geschwächt wusste, statt eine Niederlage gegen ihn zu riskieren. Und der Feigling Belial war erst gar nicht zur Schlacht erschienen. Vermutlich, weil er Asmodeus‘ Stiefellecker war, seit dieser ihn einst so brutal im Kampf vernichtet hatte.

Doch Azazel brauchte ihn nicht, er brauchte niemanden mehr.

„Kein Grund aufzustehen, Mr. Lightwood“, höhnte Azazel, als Alec auf die Beine kam und vor ihm zurückwich. „Gleich stehen Sie niemals mehr auf.“
Alec zog einen Pfeil und schoss, doch Azazel ließ ihn in Flammen aufgehen.
„Sie glauben wirklich, ich lasse mich erneut von Ihnen demütigen?! Endlich kann ich tun, wonach ich mich seit Jahren verzehre!“
Eine Welle schwarzer Energie schoss aus seinen Händen und schmetterte Alec in hohem Bogen an die nächste Wand.
Stöhnend prallte er dagegen und rutschte daran zu Boden, hoffend, dass seine Knochen noch alle am richtigen Platz waren.
„Sie wollen mir…doch nicht erzählen, dass Sie vorher nie jemand vernichtet hat“, brachte Alec hervor und wischte sich etwas Blut aus dem Mundwinkel.
Mit schnellen Handbewegungen feuerte Azazel dunkle Energie auf ihn, der Alec nur knapp ausweichen konnte, indem er sich duckend an der Wand entlang bewegte.
„Nur mit viel Schweiß und Blut, nicht mit einem einzelnen Schuss. Darauf können Sie sich etwas einbilden – wenn auch nicht für lange Zeit!“
Mit dem Engelskelch hätte Azazel vielleicht endlich zu einem Fürsten aufsteigen können, all die Zeit der Verbannung nach Dudael vergessen machen können…doch Lightwood hatte ihm das genommen.

Dafür würde Azazel ihm sein Leben nehmen.

Der Dämon hatte Alec in eine Ecke gedrängt und hob grinsend erneut die Hand, woraufhin Alec ein Stück in die Höhe gerissen wurde. Hart bog er die Finger gegen sich und plötzlich hatte Alec das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.
Röchelnd fasste er sich an die Kehle, als müsse er das Leben in sich festhalten, das Azazel nur mit seinem Blick und einer Bewegung seiner Hand aus ihm herauszusaugen schien.

„Alexander!“, schrie Magnus, der die Lage seines Ehemannes erst eben erkannt hatte. Er wollte ihm zu Hilfe eilen, doch er war zu weit weg und zu viele Dämonen umzingelten ihn, als dass er schnell genug bei Alec angekommen wäre.

Verzweifelt strampelte Alec, schnappte nach Luft, was ein hektisches Auf und Ab seines Brustkorbes zur Folge hatte.
Genüsslich beobachtete Azazel den Todeskampf in den Augen des Nephilim.
Genau darauf hatte er so lange gewartet. Rache war wie ein Bankett für Dämonen und diese hier war besonders exquisit.

Schade, dass er sie nicht noch länger auskosten konnte.

Es war Zeit, es zu beenden.

Als Lightwoods Körper sich qualvoll aufbäumte und Azazel den süßen Geruch seines nahenden Todes schon fast in der Nase hatte, bohrte sich plötzlich eine Klinge tief in seinen Arm.
Er brüllte auf und riss den Arm zur Seite, wodurch Alec frei kam und unter Husten und Röcheln auf die Knie fiel.
Andrew musste durch die heftige Bewegung des Dämons sein Schwert wieder aus dessen Arm herausziehen. Die blonden Haare klebten ihm verschwitzt auf der Stirn, seine Brust hob und senkte sich schnell, dennoch sprang er Azazel in den Weg, wodurch der Blick auf Alec versperrt war.
„Ich kann nicht zulassen, dass Sie unseren Inquisitor töten“, sagte er und versuchte keine Furcht beim Anblick der hasserfüllten schwarzen Augen zuzulassen, die ihn fixierten, nachdem sie einen Moment völlig entsetzt die offene Wunde im Fleisch betrachtet hatten.

Engelsklingen – wie Azazel sie verabscheute!

„Wie kannst du es wagen?!“, brüllte Azazel und schlug mit den Händen, aus denen lange Klauen herausbrachen, gen Andrew.
Der Schattenjäger riss sein Schwert hoch und obwohl er es mit beiden Händen festhielt, erzitterte sein Körper, als die Klauen dagegen prallten.
„Du denkst wirklich, du kannst hier gegen mich kämpfen und siegen?“, höhnte Azazel und umfasste das Schwert mit einer schwarz gewordenen Hand, ignorierte den Dampf, der daraufhin von seiner Haut aufstieg. „Du Narr!“
Andrew wollte das Schwert zurückziehen, als Azazels andere Klaue vorschnellte und sich wie ein Schraubstock um sein rechtes Handgelenk legte.
Erst hatte Azazel das Linke anvisiert, doch er war gegen eine Schutzmauer geprallt: Offenbar Schutzzauber eines Hexenmeisters, deren Ursprung er in dem Ring des Schattenjägers ausmachte. Auch bei Lightwood war er bei den ersten Attacken gegen vergleichbare Barrieren gestoßen, doch das verhinderte nicht das Unvermeidliche.
Nichtsdestotrotz erwies sich der Ring hier als lästig, denn als Azazel den Arm des Blonden zur Seite riss, mit dem Ziel, ihn aus dem Gelenk zu reißen, milderten die Zauber seine Attacke ab und der Arm brach lediglich, wenn auch mit einem unappetitlich knackenden Geräusch.
Andrew schrie auf und ging in die Knie, konnte das Schwert aber wenigstens mit links festhalten.

Doch das würde nicht reichen.

Das wusste auch Azazel.

„Erbärmlich“, lachte der Dämon und hob die Klaue erneut, als er sich schlagartig nicht mehr bewegen konnte.
Irritiert zuckten seine dunklen Augen. Sein ganzer Körper war wie erstarrt, nichts gehorchte mehr seinem Willen.

Wie war das möglich?

„So sehr ich den Tod von Nephilim und diese kleine Vorstellung genieße, so hat mein Sohn mich doch um etwas gebeten“, erklang Asmodeus‘ samtene Stimme neben Azazel.
Der Fürst stand plötzlich einfach neben ihm und musterte ihn aus glühenden Augen. „Davon abgesehen, hast du wirklich geglaubt, ich würde dir diese Respektlosigkeit verzeihen? Ich schätze Ehrgeiz, aber deiner wird dir einmal wieder zum Verhängnis, Azazel.“
Asmodeus blickte zu Alec, der gerade wieder auf die Beine kam und einen Pfeil zückte.
„Das scheint mir ein würdiges Ende für dich, Höllenprinz“, sagte Asmodeus spöttisch und sah zu, wie Alec zielte. „Doch ich werde dafür sorgen, dass du nicht in deine Dimension zurückkehrst. Dudael musste so lange ohne dich auskommen, du solltest in dieses triste, dunkle Gefängnis zurückkehren und dich läutern – und endgültig lernen, wo dein Platz ist.“
Deutlich sah Asmodeus den Hass und die Panik in Azazels sich bewegenden Augen, während der Rest von ihm noch immer erstarrt war.
„Keine Sorge, ich sprach bereits mit Mammon. Er hat nichts dagegen, seinen General zu verlieren, immerhin hat der eigenmächtig einen Aufstand verursacht. Unterschätze nie die Loyalität unter Fürsten.“
Asmodeus trat zurück, als Alec seinen Pfeil abschoss und tatsächlich exakt Azazels Kern traf.

Wirklich beeindruckend.

Als Azazel brüllend in seine Einzelteile zerfiel, schwang Asmodeus die Hand und sorgte dafür, dass seine Essenz in Dudael landete. Nicht unerheblich anstrengend für ihn, aber das war es wert.

Strafe musste sein.

„Andrew!“ Den Bogen über die Schulter geworfen, eilte Alec auf seinen Freund zu und ging neben ihm in die Knie.
Andrew war blass und auf dem schmerzverzerrtem Gesicht stand der Schweiß.
„Verdammt, der ist gebrochen“, sagte Alec, nachdem er Andrews Arm kurz befühlt hatte. Er half ihm auf die Beine. Seltsamerweise wusste er, dass Asmodeus ihnen die Dämonen um sie herum lange genug vom Hals halten würde, damit er nach dem Blonden sehen konnte.
„Macht nichts…ich kann auch mit links kämpfen…“
„Das mag sein, aber dein Stand ist jetzt grässlich.“ Alecs Blick fiel auf Asmodeus. „Können Sie ihn heilen?“
„Heilen?“ Der Dämon runzelte die Stirn, als wisse er nicht einmal, was das Wort bedeute.
„Vergessen Sie es“, schnaubte Alec und zog Andrew hinter sich, als ein Schlangendämon auf sie zukroch. Eilig schoss er ihn nieder. „Du kannst nicht weiter kämpfen.“

Und nicht nur Andrew ging es so.

Clary hatte eine blutende Wunder an der Schulter, Izzy eine an der Hüfte.
Jace und Simon kämpften inzwischen Rücken an Rücken und hatten einen Berg Dämonenleichen um sich getürmt. Dennoch sah Alec seinem Parabatai an, dass er diese Frequenz nicht mehr lange durchhalten würde.
„Magnus!“, rief Alec seinem Ehemann zu, woraufhin Magnus einen Feuerkreis um sich erschuf, der alle Dämonen in seinem Umkreis vernichtete.
So konnte er sich endlich eine Schneise zu seinem Ehemann schlagen.
„Alexander, geht es dir gut?“, fragte er besorgt, woraufhin Alec nur verbissen nickte.
Sein Herz flatterte noch immer panisch in seiner Brust und sein Hals schmerzte, doch Azazel war fort und er musste sich darauf konzentrieren, seine Familie hier lebend rauszubringen.
„Wir halten nicht mehr lange durch, wir müssen endlich hier weg. Kannst du noch immer kein Portal öffnen?“ Wenigstens die anderen könnten sie dann in Sicherheit bringen.
„Ich fürchte nein. All die Dämonen, die aus verschiedenen Dimensionen herkommen und wieder gehen, sorgen für zu viele Verschiebungen in der Energiedichte. Ich könnte unsere Körper ausversehen mischen oder wir schaffen es gar nicht erst in unsere Dimension.“ Das Risiko wollte Magnus nicht eingehen, sonst strandeten sie am Ende irgendwo im Limbus.
„Aber wenn Azazel jetzt fort ist, werden sich seine Anhänger zerstreuen. Fantastischer Schuss, übrigens.“ Magnus nahm sich die Zeit, seinem Ehemann anerkennend zuzulächeln. Bei Azazels letzter Verbannung war leider nur sein Körper anwesend gewesen.
„Ein Portal aus der Burg heraus sollte möglich sein. Wenn wir sie verlassen, schaffen wir es vielleicht zu dem Tor, von dem Clary erzählt hat.“
Alec sah Magnus in die Augen. „Kannst du sie dorthin und weg von hier bringen?“
„Alec, ich sagte dir doch, ich gehe nicht…“
„…ohne mich, ich weiß. Aber Magnus, ist es das wirklich wert, dass alle hier sterben? Isabelle, Clary, Simon?“ Sie bedeuteten immerhin auch Magnus sehr viel.
Leidend verzog Magnus das Gesicht und fuhr wutentbrannt zu Asmodeus herum.
„Vater, lass Alec frei! Er hat seinen Teil des Paktes erfüllt, bitte, hebe den Blutschwur auf!“
„Wenn ich das täte, würdest du mit ihm gehen und ich wäre erneut von dir getrennt“, sagte Asmodeus abwehrend, während die Kämpfe im Hintergrund unentwegt weiter gingen.
„Die Alternative ist, dass alle, ihm und vielleicht mir eingeschlossen, hier unten sterben. Ist es das, was du willst?!“, schrie Magnus verzweifelt.
„Aber wieso willst du gehen?“, fragte Asmodeus voller Unverständnis. „Du siehst doch, wie mächtig du hier bist, mit mir! Wir könnten Supay, Lamia, vielleicht alle Fürsten gemeinsam stürzen.“
„Mir liegt nichts an diesen Territorien und nichts an Macht!“, keifte Magnus zum bestimmt hundertsten Mal. Und ihm lag nichts an seinem Vater, was er jedoch nicht extra betonte.
Dieser kräuselte sowieso schon unzufrieden die Lippen, hob indes die Hand hinter sich und ließ zwei der Wolfsdämonen ohne hinzusehen von schwarz-roten Flammen verschlingen.
„Ich könnte ihn frei lassen, wenn du dennoch bleibst“, sagte Asmodeus schließlich, woraufhin Alec sich einfach zwischen ihn und Magnus stellte und den Dämon hasserfüllt anstarrte, noch ehe Magnus überhaupt den Mund öffnen konnte.
Niemals. Und wenn ich ganz Occid dafür niedermetzeln muss, Magnus bleibt nicht hier bei Ihnen!“
Er hatte nicht seinen Ehemann, seine Familie und Freunde und alle Grenzen von Moral und Anstand verraten, damit Asmodeus am Ende doch siegte.

Eher stieß Alec sich einen Pfeil durchs Herz, als das zuzulassen.

Die Art, wie Asmodeus und Alec sich mit Blicken maßen, löste ein flaues Gefühl in Magnus‘ Magen aus.Bevor jemand etwas sagen konnte, dröhnte ein dumpfes Brüllen durch den Eingangsflur.
„Huch“, machte Simon, als mehrere der verbliebenen Dämonen erschrocken zusammenzuckten und plötzlich Reißaus nahmen; einige sprangen durch die Tür davon, andere kletterten zu den Fenstern hinaus. „Was ist denn jetzt los?“
„Sie fürchten sich vor meinen überragenden Kampfkünsten“, mutmaßte Jace und wischte sich über die Stirn, woraufhin Izzy, die mit Clary zu ihm trat, schnaubte.
„Die fürchten sich wohl eher vor dem, was gleich hier rein kommt.“
„Supay, Dämonenfürst der Gewalt und ehemaliger Herrscher Occids“, sagte Asmodeus, als der Boden unter ihnen förmlich zu erzittern schien. „Er kommt, um sich sein Reich von mir wieder zu holen. Dieser Narr.“
„Aber sind das nicht auch seine Diener?“, wunderte sich Clary und starrte den letzten flüchtenden Dämonen hinterher.
„Supay ist bekannt dafür, im Kampf alles um sich herum zu vernichten, ob Verbündete oder Gegner“, erklärte Asmodeus, als der Boden erneut erbebte. „Er hat sich bereits verwandelt.“

Er meinte es ernst.

„Aber…Sie können ihn besiegen“, sagte Simon und trat ebenso wie der Rest zu Alec, Andrew und Magnus.
Letzterer hatte sich kurz Andrews Verletzung gewidmet, doch für die vollständige Heilung würde er mehr Zeit brauchen, als er gerade hatte, also hatte er ihm wenigstens einen Teil der Schmerzen genommen.
Asmodeus rümpfte die Nase. „Nicht in dieser Form – und nicht, ohne erhebliche Teile meiner Festung in Trümmer zu legen.“ Wie störend der Aufbau wieder werden würde.
„Dann müssen wir hier weg“, sagte Andrew, woraufhin Jace den Kopf schüttelte.
„Ich gehe nicht ohne Alec!“
„Ich kann nicht, der Pakt bindet mich an diesen Ort!“, sagte Alec mit einer Spur Verzweiflung und wollte gerade zu einer erneuten Argumentation ausholen, wieso seine Familie ohne ihn hier weg musste, als Asmodeus plötzlich die Hände kreisen ließ und ein Portal hinter ihnen erschien.
„Es stimmt, Zeit nach draußen zu gehen“, sagte er, packte Alec am Kragen und schleuderte eine Energiewelle gegen den Rest, woraufhin Simon, Jace, Andrew, Clary, Izzy und Magnus rücklings durch das Portal geschleudert wurden.

Unter ihren empörten Schreien schloss das Portal sich wieder.

„Wo haben Sie…?!“, begann Alec, doch Asmodeus unterbrach ihn.
„Einige Kilometer vor das Schloss, das sollte genügen, um den Ausgang zu erreichen, durch den sie hereinkamen.“ Bei dieser geringen Distanz spielte es keine Rolle, dass sie vor Portaleintritt nicht exakt gewusst hatten, wohin die Reise ging. Für Asmodeus wiederum war es selbstredend kein Problem, ein Portal an seinen Schutzzaubern aus der Burg heraus zu erschaffen.
„Danke“, sagte Alec überrascht, worauf Asmodeus seinen Griff verstärkte und ihn näher zu sich zog.
„Mein Sohn ist Ihnen vollkommen verfallen. Eigentlich sollte ich Sie auf der Stelle töten, damit Sie aufhören, ihn so jämmerlich schwach zu machen.“
Asmodeus fixierte Alec voller Widerwillen, während in seinen goldenen Augen ein Kampf tobte, den Alec nicht zuordnen konnte.
„Doch Sie machen ihn auf eine Weise stark, die mir noch nicht klar ist. Ich gedenke, es herauszufinden.“
Er hob die andere Hand und legte sie auf Alecs Brust, die daraufhin siedend heiß wurde und Alec dazu brachte, vor Schmerz zu stöhnen. „Ich entbinde Sie von unserem Pakt.“
Er ließ Alec los, der daraufhin zurücktorkelte und sich über die schmerzende Brust rieb. „Was? Wirklich?“
„Ja. Und ich bin sicher, Sie werden mein Geschenk zu schätzen wissen.“ Der Dämon grinste und öffnete erneut ein Portal. „Bis zum nächsten Mal, Alec.“

Und mit einem Ruck wurde auch Alec durch das Portal geschleudert.

~*~


„Verdammte Scheiße, wir müssen zurück!“ Zornig trat Jace gegen einen Stein.
Sie alle waren durch das Portal von Asmodeus wieder in Occids Einöde herausgekommen, nicht mehr weit entfernt von dem Tor, aber näher an den fortwährenden Kämpfen als auf dem Hinweg.
„Magnus, bring uns sofort zurück!“, forderte Jace, woraufhin Magnus den Kopf schüttelte.
„Ihr verschwindet und geht zu Lorenzo, ich hole Alec.“ Wenn sein Vater meinte, ihn so einfach loszuwerden…obwohl das wahrhaftig das erste Mal wäre.
„Du magst sein Ehemann sein, aber ich bin sein Parabatai, ich lasse ihn nicht im Stich!“
„Wir führen nicht wieder eine Diskussion darüber, wer von uns Alec mehr liebt“, grollte Magnus, der dafür wirklich keine Zeit hatte. „Mich wird mein Vater in Ruhe lassen, euch allerdings töten, sobald ihm der Sinn danach ist – und einen Kampf zwischen zwei Höllenfürsten könnt ihr hier nicht überleben.“
„Aber du schon, ja?! Vergiss es!“, wehrte er ab, als Clary ihn beruhigend am Arm berührte. „Gut, hilf mir nicht, dann laufe ich!“
„Die Schlacht hat sich verlagert, Jace, schau nur“, sagte Izzy kopfschüttelnd, „überall auf dem Weg kämpfen jetzt Dämonen, wir kommen da nie durch und zur Burg zurück, ohne gesehen zu werden.“
„Und wenn Lamia uns da entdeckt, sind wir sowas von erledigt“, fügte Simon mit mulmigem Gefühl hinzu, weil er nie wieder mit dieser Dämonin konfrontiert werden wollte.
„Simon hat Recht.“
Man sah Jace an, dass er etwas sagen wollte, das er bereut hätte und Izzy, dass sie ihm als Reaktion wohl eine Ohrfeige gegeben hätte – das blieb jedoch Spekulation, da sich in diesem Moment ein Portal neben ihnen öffnete und Alec heraus gestolpert kam.

Alle empfingen ihn mit verwunderten Blicken.

„Alexander!“ Sofort fuhr Magnus herum und fuhr tastend mit den Händen über Alecs Arme. „Ist alles in Ordnung?“
„Ja, es geht mir gut. Wir müssen sofort weg.“
„Aber was ist mit dem Pakt?“, fragte Izzy verwirrt. „Wie bist du…?“
„Asmodeus hat mich gehen lassen.“
Einfach so?“
„Ja.“ Alec verstand es selbst nicht recht, aber er spürte keinen Widerstand mehr, obwohl er ein gutes Stück von der Burg entfernt war.
„Das gibt keinen Sinn, ist das ein Trick?“, fragte Andrew irritiert.
Magnus war ebenfalls misstrauisch, die Niederträchtigkeit seines Vaters durfte man nicht unterschätzen, also formte er mit seinen Händen einen Kreis von der Größe eines Traktorreifens, dessen hellblaue Ränder leuchteten und ihnen ein Sichtfeld in den Thronsaal gewährte.
„Beim Engel“, keuchte Izzy, als sie die Szenerie darin betrachtete: Im Türrahmen des Thronsaals war inzwischen ein gigantisches Ungetüm erschienen, dessen Schnauze lang war wie die eines Krokodils. Die Reihen kleiner, messerscharfer Zähne, die schuppig-schwarze Haut und die kleinen gelben Augen verstärkten die Ähnlichkeit, allerdings lief der Dämon auf vier kräftigen Beinen, die jeweils den Umfang eines Baumstammes hatten.
„Supay“, sagte Magnus, als der Fürst den Kopf in den Nacken legte und so laut brüllte, dass sie es bis zu ihnen hören konnten.
„Na fein. Das Ding wird deinen Vater fressen, dann hat sich das Problem endlich erledigt“, meinte Jace, woraufhin Magnus den Kopf schüttelte.
„Viele Wesen sind gewalttätig, aber die Wollust treibt wesentlich mehr an.“

Als hätte Asmodeus in seiner Burg die Worte gehört, begann sich der im Vergleich zu dem anderen Dämon winzig erscheinende Mann zu verwandeln.
Alles ging so schnell, dass die Schattenjäger die Transformation kaum im Einzelnen sahen; nur, dass sich wie auf Knopfdruck unzählige Schatten aus der Umgebung auf Asmodeus zuzubewegen und in ihm zu vereinen schienen.

Und so wuchs er.

Schon Liliths wahre Form hatte Clary als abscheulich und angsteinflößend empfunden, doch die von Asmodeus war auf vielerlei Art erschreckender; der gewaltige Körper war mit schwarzem Fell bedeckt, das dunkel schimmerte wie ein Ölfilm. Dazwischen ragten gebogene Dornen aus dem Rücken, die aussahen, als könnten sie selbst durch Metall bohren wie durch Papier. Aus seinem Rumpf hatten sich drei Hälse mit drei Köpfen gebildet.
Während die Hälse gekrümmt waren wie bei einer Schlange, erinnerten die Köpfe mit ihren schlitzförmigen, goldenen Augen und den scharf zulaufenden Gesichtern eindeutig an Raubkatzen.
Die Miene des mittleren Kopfes hatte noch Züge von Asmodeus, wenn auch grotesk verschwommen, als hätte man Wasser auf ein Ölgemälde geschüttet. Auf diesem Haupt thronte einen Dornenkrone.
Als sich die Mäuler öffneten, wurden Reihen scharfer Reißzähne sichtbar*.
„Dann messe dich mit mir, Supay“, höhnte es grollend aus allen drei Kehlen, ehe er sich auf seinen Gegner stürzte.

Mit unbeschreiblicher Kraft knallten die zwei Fürsten aufeinander.

Magnus ließ das Sichtfenster verschwinden. Er spürte die gewaltigen Erschütterungen der aufeinanderprallenden Kräfte bis hier her.
„Das ist nicht unser Kampf. Lasst uns gehen.“ Wieso Asmodeus Alec einfach frei gelassen hatte, musste er später eruieren.
Alle nickten und begannen so schnell sie konnten zum Tor zu rennen.
„Auch hier sind mehr Dämonen als vorher!“, rief Izzy, als sie über eine der zahlreichen Anhöhen stiegen und mehreren fauchenden Schattenwesen begegneten, die Alec aus seiner einstigen Begegnung während seines Kurzausfluges wieder erkannte.
„Dafür ist keine Zeit!“, rief Magnus und warf mehrere Feuerbälle im Rennen, um ihnen den Weg freizuräumen.
Alec unterstützte ihn zu seiner Linken mit Pfeilen.
Sie überwanden eine weitere Anhöhe, hinter der sie ein Plateau erwartete, auf dem es von Dämonen jedoch nur so wimmelte – und sie stürzten in die gleiche Richtung wie sie.
„Da kommen noch mehr!“, rief Andrew und deutete nach rechts in die Ferne.
Deutlich sah man Dutzende dunkle Punkte, die vielleicht noch zehn Kilometer von ihnen entfernt waren, aber schnell näher kamen.
„Sie müssen das Tor wittern“, sagte Jace, der es sich nicht anders erklären konnte. „Sie wollen es nutzen, um Occid zu verlassen. Wir müssen vor ihnen ankommen, diese Masse kriegen wir nie wieder eingefangen.“
„Dafür müssen wir aber erst an denen vorbei“, sagte Simon und deutete vor ihnen auf das Plateau.

Dies war ihr Weg zum Tor.

Gerade überlegte Magnus, ob er wie sein Vater genug Magie für ein Portal konzentrieren konnte, das sie wenigstens über das Plateau brachte, als Clary neben ihm eine Rune zeichnete und sie mit einer schwungvollen Handbewegung in die Luft stieß.
Licht schoss aus ihrer Hand und flutete alles in ihrer unmittelbaren Nähe, was die Dämonen reihenweise zu Staub zerfallen oder tot umfallen ließ.
„Ich dachte, hier unten funktionieren keine Runen“, wunderte sich Simon, woraufhin Clary die Schultern zuckte.
„Meine Runen offenbar schon.“ Denn auch ihre Allianzrune hatte in Edom gewirkt, daher hatte Clary beschlossen, ihr Glück auch hiermit zu versuchen. Allerdings war es sehr anstrengend.
„Du hast deine Kräfte wahrhaftig wieder, Biskuit“, sagte Magnus erfreut, woraufhin Clary lächelte und sie weiter rannten. „Sobald wir in Sicherheit sind, musst du mir berichten, wie es dazu kam.“
„Und du mir, wie genau du deine Erinnerungen zurück erhalten hast.“
„Sind wir eigentlich sicher, dass Lorenzo das Tor noch nicht geschlossen hat?“, fragte Simon im Lauf. Er musste dem Impuls widerstehen, vor zu sprinten und nachzusehen, denn er wollte bei seinen Freunden bleiben. „Sonst überqueren wir den letzten Hügel und stehen dann vor einer Felswand, statt vor einem Tor!“
„Lorenzo wartet“, gab Andrew mit zusammengebissenen Zähnen zurück, während er sich den gebrochenen Arm beim Rennen hielt. „Da bin ich mir sicher.“
„Na…hoffentlich irrst du dich nicht.“

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*Einmal wieder eine Mischung aus dem, was im Buch über seine Verwandlung bekannt ist und Recherchen im Internet, denn Amsodeus ist ja ein bekannter Dämon^^
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