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Gefangen

von Mindy
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Andrew Underhill Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Lorenzo Rey Magnus Bane
06.06.2021
25.11.2021
20
79.167
32
Alle Kapitel
237 Reviews
Dieses Kapitel
13 Reviews
 
24.08.2021 3.743
 
Hallo zusammen^^

Tja, die Sommerpause ist so gut wie vorbei, denn zumindest meine Ferien sind es. Das heißt zwar, weniger Zeit zu schreiben, aber mehr aufkommender Frust, der kompensiert werden muss, also stehen die Chancen gleich gut wie zuvor

Wie ihr aber an den neuen FFs seht, sind die Projekte auch beendet – (Achtung, Werbung XD) und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr TessaGray und mir die Freude macht, mal bei Mini Alec oder/ und Mini Magnus reinzuschauen. Wir haben Monate und sehr viel Liebe in die FFs hinein investiert und auch, wenn ich über die 20 Favos innerhalb von 2 Tagen bei Mini Alec schon mega happy bin wie eine 5 Jährige (ihr seid so krass schnell, es beeindruckt mich immer wieder!), wäre es schön, ihr würdet uns auch ein kleines Kommi hinterlassen, damit wir sehen, ob die Idee für euch auch so zuckersüß ist wie für uns ^o^

Und jetzt hierzu…aber hier spare ich mir lange Vorrede, denn hier kommt sie, die Ruhe vor der Sturm, meine Freunde!!!!!!!!!!

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„Das existiert lediglich in Ihrem Kopf, Alec“, widersprach Asmodeus und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ich habe Ihnen meine Beweggründe erklärt. Wären Sie nicht der Ehemann meines geliebten Sohnes, würde ich Ihnen auf der Stelle das Genick brechen und danach in aller Seelenruhe über Ihrer Leiche speisen. Doch noch ist es nicht so weit und Sie könnten mir noch von Nutzen sein. Solange bleiben Sie am Leben.“ Asmodeus wandte sich wieder seiner Kerze zu. „Jetzt machen Sie sich bereit – der Kampf naht.“




~*~


Izzy nutzte die Zeit, in der Simon etwas recherchierte, um im Institut nach dem Rechten zu sehen.
Underhill ging ihr dabei zur Hand, allerdings merkte sie, dass er abwesend war. Ungewöhnlich, für den sonst sehr akkurat arbeitenden Sicherheitschef.
„Sie waren also mit Simon und Jace im Elbenreich?“, fragte sie freundlich, woraufhin der Blonde langsam nickte.
„Dank Lorenzo, sonst hätte uns die Königin nie empfangen.“
„Das erste Mal im Elbenreich. Es ist wunderschön, nicht wahr?“
Andrew presste die Lippen zusammen. „Nur äußerlich.“
Izzy nickte verstehend. „Dann haben Sie wenigstens bereits die wichtigste Lektion über diese Welt gelernt.“

„Okay Leute, kommt her.“ Clary kam mit Jace im Schlepptau zu ihnen.
Andrew winkte Lorenzo heran, woraufhin Jace kurz sehr finster schaute.
Als Clary ihm jedoch versöhnlich über die Hand strich, ignorierte er die Anwesenheit des Hexenmeisters.
„Gut, wir fangen an“, bestimmte Clary und blickte in die Runde. „Ich gebe euch die Kurzform: Izzy und ich waren in Alicante, weil mir Alec eine Nachricht hinterlassen hatte. Dank dieser konnte ich einen Weg finden, mit einem Engel zu reden – und ich konnte ihn überzeugen, meine Strafe aufzuheben. Ich habe meine Kräfte wieder.“

Ihre Worte hatten kollektiv erstaunte Gesichter zur Folge.

„Wow, das ist toll!“, rief Simon als erstes strahlend von seinem Computer aus, da er wusste, wie sehnlich Clary sich dies gewünscht hatte.
Selbst Jace lächelte zum ersten Mal seit Wochen wieder aufrichtig. „Das ist unglaublich. Clary, ich freue mich so für dich.“
„Das bedeutet, wir können wieder mit einer Allianzrune nach Occid?“, fragte Izzy hoffnungsvoll, woraufhin Clary zögerte.
Kurz erwog sie die Bedingungen des Engels zu verheimlichen, denn sie hatten alle Hoffnungen in ihre Fähigkeiten gesteckt und sie wollte keinen ihrer Freunde, die sie so erwartungsvoll anblickten, enttäuschen.

Doch nutzte sie diese Rune, würde sie erneut aus dieser Welt verschwinden.

Unmöglich konnte sie dies Isabelle und Jace noch einmal antun.
Sie blickte in Jace‘ Gesicht, der sie so zärtlich ansah, dass ihr warm ums Herz wurde. Azbugah hatte gesagt, es gebe einen anderen Weg und dass sie ihn mit Jace gemeinsam finden würde.

Darauf musste sie vertrauen – darauf wollte sie vertrauen.

„Nein…“, sagte sie daher. „Es tut mir leid, aber er sagte, die Nekromantie- und die Allianzrune seien verboten. Nutze ich sie, verliere ich erneut meine Runen und Erinnerungen…für immer.“
„Dann kommt das nicht in Frage“, sagte Izzy sofort entschlossen, woraufhin Simon heftig zustimmend nickte.
„Das macht nichts“, mischte sich Jace ein und grinste jetzt. Offenbar hatten sie ausnahmsweise mal Glück im Unglück. „Wir waren bei den Elben und haben etwas bekommen, ein Kraut, das uns ermöglicht, in Occid zu überleben, also brauchen wir gar keine Allianzrune. Ich habe es überprüfen lassen, es sollte wirken. Was uns aber fehlt, ist ein Weg hinein.“
Als Jace dabei Lorenzo ansah, schnaubte dieser grimmig. „Ich bin es langsam leid, ständig Ihre Probleme zu lösen.“
„Probleme, die wir ohne Sie gar nicht hätten!“, giftete Jace, doch Lorenzo ignorierte ihn.
„Und ich bin es leid, mich zu wiederholen: Asmodeus hält die Zugänge nach Occid verschlossen. Ich könnte nur mit viel Gewalt einen öffnen, das würde die Zusammenarbeit dutzender Hexenwesen erfordern und für so etwas kann ich diese Kräfte nicht missbrauchen.“
So etwas? Jetzt hören Sie mal zu, Sie…“
„Beim Engel!“, kam Simon Jace‘ nahender Beleidigung zuvor und sprang von seinem Sitz auf. „Raphael ist ein Genie!“
„Raphael?“ Fragende Blicke trafen den Vampir.
„Lange Geschichte, aber wichtig ist Folgendes: Ich sprach mit ihm darüber, dass wir nach Occid müssen und er gab mir ein Kapitel aus dem Talmud.“ Simon deutete auf den Bildschirm und begann, etwas in Hebräisch vorzulesen.
„Natürlich“, murmelte Lorenzo beeindruckt, wohingegen alle Schattenjäger fragend die Gesichter verzogen.
„Ihre Sprachkenntnisse sind wirklich bemitleidenswert“, schnarrte er, ehe er sich dazu herabließ, zu übersetzen: „Rabbi Yirmeya ben Elazar sprach: Es gibt drei Tore nach Gehenna, zur Hölle. Eines in der Wüste, eines im Meer und eines in Jerusalem.“
Simon nickte so heftig, dass er Clary fast an einen außer Kontrolle geratenen Wackeldackel erinnerte. „Nach allem, was ich die letzten Jahre so in der Schattenwelt gesehen und gehört habe, bin ich ziemlich sicher, dass das wörtlich gemeint ist“, sagte er aufgeregt. „Wir nehmen einfach eines von den Toren, von denen da die Rede ist, um nach Occid zu kommen. Richtig?“
„So simpel ist es keineswegs, Mister Lewis“, wandte Lorenzo ein, wobei er sich wunderte, dass der Vampir ein Tor in irgendeiner Wüste oder einem Ozean auf der ganzen Welt zu finden als einfach bezeichnete.
„Ja, Legenden besagen, es gibt diese Tore und jedes von ihnen führt zu je drei der neun Höllenkreise, wobei es einen zusätzlichen Kreis gibt, in dem Luzifer persönlich herrschen soll und über dessen Existenz kaum etwas bekannt ist. Occid als Reich der Gewalt ist, wie die Reiche Libidinz, Reich der Lust, und Decipare, Reich des Verrats, meines Wissens nach über die Wüste zu erreichen.“
Obwohl Lorenzo den für ihn charakteristischen dozierenden Ton anschlug, hatte Andrew kurz das Gefühl, noch etwas anderes in seiner Stimme wahrzunehmen. Er tat es jedoch als Einbildung ab, als Lorenzo unbeirrt fortfuhr.
„In jedem dieser Reiche herrscht einer der Höllenfürste. Asmodeus‘ Reich ist eigentlich Libidinz, denn er ist der Dämon der Lust. Als Magnus ihn jedoch einst in die Spiegeldimension Edom* verbannte, hat er dort mit Lilith um die Vorherrschaft gekämpft und gewonnen oder zuvor mindestens mit ihr auf Augenhöhe geherrscht.“
„Dämon der Lust? Das erklärt einiges“, brummte Jace, wenn er daran dachte, was man über Magnus‘ wilde und ungezügelte Vergangenheit so wusste und wie schnell er Alec verführt hatte, den schüchternsten und in sich gekehrtesten Schattenjäger vor den Engeln.
Wieder ignorierte Lorenzo den Schattenjäger. „Ich nehme an, dass Asmodeus, als er nach Occid verbannt wurde, den dort herrschenden Fürsten Supay ebenso besiegt und verbannt oder vernichtet hat, sonst wäre er kaum in der Lage gewesen, derart aufwendige Intrigen gegen seinen Sohn zu schmieden.“
„Und wieso ist er nicht in seine Dimension gegangen, wenn er eigentlich eine andere beherrscht?“, fragte Simon und kam sich bei Lorenzos Blick vor wie ein ziemlich dummer Schüler.
„Dämonen können nur begrenzt zwischen ihren eigenen Dimensionen reisen, denn die Fürsten schützen ihre jeweiligen Grenzen. Dazu kommt der Bann, mit dem er bei seiner Verbannung durch Magnus belegt wurde; möglich, dass dieser ihn an Occid bindet.“
„Genug Geschichte, wo genau ist dieses Tor?“, fragte Jace ungeduldig, woraufhin Lorenzo ihn fixierte wie ein Adler die Maus, ehe er auf sie niederstürzte.
„Die irdischen Religionsschriften sprechen von vielen Wüsten; die Wüste Juda, nahe Jerusalem, das Jordantal oder Namib, die älteste Wüste der Welt…“
„Und in welcher davon finden wir das Tor?“, fragte Simon in freundlicherem Ton als Jace, woraufhin Lorenzo wenigstens nur entnervt den Kopf schüttelte.
„In allen. Das ist, was ich versuche, Ihnen mitzuteilen: Angeblich wurden die Tore geschaffen, um Menschen die Flucht oder aber Rettung aus den Fängen der Dämonen zu ermöglichen, also eher eine Engelslaune. Das Tor in der Wüste öffnet sich in jeder Wüste, wenn man den Schlüssel hat. Doch niemand weiß, wer oder was wahrhaftig ein Tor zur Hölle zu öffnen vermag. Ich wüsste nicht, wem das in den letzten Jahrhunderten gelungen wäre, darum sind die Legenden darüber so gut wie in Vergessenheit geraten und niemand zieht es ernsthaft als Zugang in Erwägung.“
„Das Tor öffnet sich für jene, die würdig sind“, murmelte Clary und erstarrte, als erneut die Rune vor ihrem inneren Auge erschien, die sie schon in der Artefaktekammer gesehen hatte.
Ihr Herzschlag beschleunigte sich. „Ich kann das Tor öffnen.“
„Etwa mit einer Rune?“, fragte Izzy, die an Clarys Blinzeln sofort erkannte, dass sie gerade eine Rune vor sich gesehen hatte. „Da bist du sicher?“
„Ja. Der Engel hat sie mir in der Kammer gezeigt, aber jetzt erst erkenne ich ihren Zweck. Wenn Lorenzo uns in die Wüste bringt, kann ich das Tor finden und es öffnen, davon bin ich überzeugt.“ Sie blickte zu Jace. „Mit dir gemeinsam.“
„Mir?“ Der Blonde erwiderte Clarys Blick fragend.
„Ich glaube, dass es so viel Kraft erfordert, dass wir es gemeinsam tun müssen. Der Engel…hat angedeutet, dass ich die Antwort mit dir gemeinsam finden werde.“
„Hat er? Tja, dann werden wir das.“ Jace lächelte sofort.
Vermutlich erinnerte Clary sich ebenso wie er an den Moment im Garten, als sie eine Rune auf seine Brust gezeichnet hatte, woraufhin alle Runen auf ihren Körpern in goldenem Licht erstrahlt waren und ihre Kräfte sich dadurch verstärkt hatten.
Zärtlich hatte er sie gehalten und sich gefühlt, als schlügen ihrer beider Herz im gleichen Takt.

Als wären sie eins.

„Und sobald wir durch das Tor nach Occid reingekommen sind, überleben wir mit dem Kraut lange genug, um Alec zu holen. Endlich!“ Jace knackte mit den Fingerknöcheln. „Wir rüsten uns aus und brechen auf.“
„Ich begleite euch“, sagte Andrew entschlossen, woraufhin Jace die Schultern zuckte.
„Meinetwegen, gegen Asmodeus können wir mit Sicherheit jeden brauchen.“
Die ganze Institutsarmee zusammentrommeln wäre natürlich besser, ging jedoch nicht, da das, was sie taten, noch immer unter Strafe des Rates stand.
„Was ist mit Magnus?“, fragte Simon vorsichtig. „Ich meine, sollen wir ihn mitnehmen?“
„Er wäre gegen seinen Vater zweifellos eine große Hilfe, aber er erinnert sich nicht einmal an den Mann, den wir da unten retten“, erinnerte Lorenzo, woraufhin Izzy den Kopf schüttelte.
„Eben, wir halten Magnus da raus. Wenn wir ihn jetzt zu seinem Vater schleppen, tun wir genau das, was Alec ursprünglich mit all dem verhindern wollte. Das kommt nicht in Frage. Lorenzo kann uns ebenso helfen, Alec da unten ohne Runen zu finden.“ Sie lächelte den Hexer an. „Wofür wir sehr dankbar sind.“
Alec Lightwood-Bane lebte vermutlich gar nicht mehr, doch ausnahmsweise verzichtete Lorenzo darauf, das Offensichtliche auszusprechen.
„Und was ist Ihr Plan, Asmodeus zu bezwingen?“, fragte er stattdessen. „Sicher wird er sich weder ergeben noch Ihren Bruder einfach gehen lassen.“
„Ich werde ihn überzeugen, irgendwie“, sagte Jace entschieden. Genug geredet und geplant, er würde sich diesbezüglich auf sein Glück und ein wenig Improvisation verlassen.
„Sie werden sich und uns vermutlich eher alle umbringen“, knurrte Lorenzo, sah aber, dass die törichten Nephilim nicht von ihrem Vorhaben abzubringen waren.

Schon deswegen musste er diese absurde Mission begleiten; um sicherzustellen, dass selbst, wenn all diese Nephilim in ihrem sinnlosen Kampf fielen, sein Verlobter nicht dazu gehört.

„Gut, dann sind wir uns einig“, sagte Clary, die gleichermaßen froh wie unglücklich darüber war, Magnus weiterhin von all dem fernzuhalten.
Sicher wäre er sehr enttäuscht darüber, wie lange sie ihn alle angelogen hatten, doch sie setzte all ihre Hoffnungen darauf, dass er sich an Alec erinnerte, sobald er ihn wieder sah.
Dieses Mal würden sie alle etwas für Magnus tun, so, wie er immer alles für sie getan hatte.
Alle in der Runde nickten zustimmend, am meisten Jace.

„Holen wir Alec zurück.“

~*~


„Magnus“, sagte Catarina überrascht, als der Hexenmeister plötzlich unangekündigt vor ihrer Tür stand.
Er wirkte blass und trat dennoch mit einer Vehemenz an ihr vorbei in ihre Wohnung, dass sie nicht recht wusste, was sie davon halten sollte.
„Ist alles in Ordnung?“
„Das wird sich zeigen“, erwiderte der Hexenmeister hart und blickte sich kurz um. Er war schon oft bei seiner Freundin zu Gast gewesen, daher kannte er sich gut aus. „Ist Madzie in ihrem Zimmer?“
„Ja, sie schläft.“
„Hervorragend.“ Ohne hinzusehen, warf Magnus einen Zauber hinter sich, der dafür sorgen würde, dass Madzie in ihrem Zimmer sicher war und nichts würde hören können.
„Magnus, was…“
Erschrocken zuckte Catarina zusammen, als Magnus einen Feuerball neben ihr einschlagen ließ, der eine Vase dort in ihre Einzelteile zerspringen ließ.
„MAGNUS! Hast du den Verstand verloren?! Das war eine meiner Lieblingsvasen!“
„Das war nur der Anfang!“, versprach Magnus und setzte zu einer weiteren Attacke an, die ebenfalls in ihre Richtung geschleudert wurde.
Catarina duckte sich, als ein Bild hinter ihr von der Wand gepfeffert wurde.
„Magnus Bane, was…Magnus!“, kreischte sie, als er erneut angriff.
Dieses Mal hätte Catarina ausweichen müssen, stattdessen feuerte sie die rote Kugel mit einem blauen Schild, das um ihren Arm entstanden war, zurück. Magnus lenkte sie ab, so dass sie in einer Wand einschlug und dort ein kohlendes Loch hinterließ.
„Verdammt nochmal, was ist denn los?!“ So wütend hatte sie ihren Freund das letzte Mal gesehen, als sie sich über den richtigen Umgang mit einem Diktator eines kleinen Inselstaates gestritten hatten.
Auch damals war es hitzig zugegangen und viel war in die Luft geflogen.
Diese Art der Auseinandersetzung hatten sie aber nach den ersten vier Jahrhunderten ihrer gemeinsamen Existenz hinter sich gelassen.

„WO sind sie?!“

Catarina wusste sofort, wovon Magnus sprach, und ließ erschrocken den Arm sinken.
Wo sind sie, Catarina?!“, wiederholte Magnus und stapfte auf seine Freundin zu. Selten war er so wütend auf sie gewesen und jede Faser seines Körpers war derart angespannt, dass Catarina von Glück reden konnte, dass er nicht gleich das Dach hochgejagt hatte.
„Deine nächsten Worte entscheiden darüber, ob diese Freundschaft fortbestehen wird. Sag mir, dass du, nachdem du so töricht warst, in meinem Verstand herum zu pfuschen und mir meine Erinnerungen zu stehlen, nicht so weit gegangen bist, sie zu vernichten!“
„Du erinnerst dich?“, fragte sie leise und reagierte gar nicht auf Magnus‘ Beleidigungen.
„Wie…ist das möglich?“
„Ich fand meinen Ehering. Zum Glück hat mein Ehemann einen Hang zur Romantik, ebenso wie ich. Ich erinnere mich aber nur an Bruchstücke, alles ist wirr und verschwommen, lückenhaft. Ich brauche sie zurück, Catarina! Alles!“
Denn obwohl in seinem Kopf völliges Chaos herrschte und unendlich viele Bilder keinen Sinn machten, waren Magnus‘ Gefühle eindeutig und glasklar wie die Oberfläche eines Kristalls.

Er liebte.

Er hatte niemals im Leben so sehr geliebt und keines der unendlich vielen Wesen in seiner langen Existenz hatte ihm jemals so viel bedeutet wie der Mann, der Alexander hieß.

Der Mann, den er sogar geheiratet hatte.

Sie musste eine lange, einzigartige und wunderbare Geschichte verbinden und obwohl Magnus stets dafür plädierte, in der Gegenwart zu leben und die Vergangenheit ruhen zu lassen, spürte er, dass er den Verlust dieser gemeinsamen Geschichte nicht würde ertragen können.

Es wäre, als hätte man ihm einen Arm oder Bein entfernt – oder seine Magie.

Er brauchte Alec, er brauchte die Erinnerungen an ihn – an sie beide.

Alles davon.

„Catarina, bitte sag mir, dass sie nicht weg sind“, wiederholte Magnus und nun war sein Tonfall flehend.
Nachdem ihm bewusst geworden war, dass man seine Erinnerungen entfernt haben musste, hatte viel am Verhalten seiner Freundin – auch das seiner anderen Freunde – schlagartig einen Sinn ergeben. Wenn er sich das nicht selbst angetan hatte, wovon er nicht ausging, musste Catarina es getan haben.
„Du hattest vielleicht gute Gründe dafür, sie mir zu nehmen, aber ich brauche sie unbedingt wieder. Ich brauche ihn.“
Tränen sammelten sich in Catarinas Augen. „Ich war so gründlich, aber…es gibt Abhandlungen über die Extraktion von Erinnerungen die sagen, dass manche davon nicht in unserem Gehirn aufbewahrt werden, sondern so tief mit Emotionen verknüpft sind, dass sie Teil unserer Seele werden…vielleicht ist es deshalb möglich, dass du…“
Catarina!“
Die Hexe zuckte zusammen und besann sich endlich. Wortlos drehte sie sich um und ging zu einem Schreibtisch, dessen Schublade sie mit Magie öffnete.
Dort holte sie etwas hervor, das Magnus als aufklappbares Amulett erkannte. Offenbar konnte man es als Halskette tragen.
„Es tut mir unendlich leid, Magnus“, sagte sie leise und übergab es ihm.
„…“ Schweigend nahm Magnus das Amulett an sich und spürte eine vertraute Wärme in seinen Fingerspitzen.

Ein Abendessen, ein Buch, ein Lächeln.

Als Magnus es öffnete, hatte er nur einen kurzen Moment, um das Foto von sich und einem anderen Mann – seinem Mann – zu betrachten, das sich darin befand, ehe ein Strudel aus silbrig schimmernden Lichtern aus dem Anhänger stieg.

Catarina war zurückgetreten, als Magnus das Amulett öffnete und so seine Erinnerungen freilegte. Sie wusste selbst nicht wieso, aber sie hatte sie tatsächlich nicht vernichtet, sondern in dem Amulett eingeschlossen.
Sie waren ihr zu kostbar, zu heilig erschienen, um sie einfach zu zerstören.

Vielleicht hatte ein Teil von ihr sich genau das hier erhofft.

Ehrfürchtig sah sie dabei zu, wie die Erinnerungen in Magnus‘ Kopf gesogen wurden und so wieder Teil von ihm wurden.
So viele Bilder…sicher war es schmerzhaft.

Das war es.

Magnus keuchte und torkelte etwas zurück, als all die Erinnerungen gleichzeitig über ihn hinwegrollten, wie in einem Ozeanwirbel durch seinen Verstand rotierten und Wellen an Emotionen über ihn spülten, die ihn mitzureißen drohten.
„Ich brauche deine Stärke…“
…nimm was du brauchst.“
„Ich wollte dich wiedersehen.“
„…wieso?“
„Wieso bist du gekommen?“
„Ich vertraue dir.“
„Vertrauen lässt einen seltsame Dinge tun.“
„Ich weiß, dass du fühlst, was ich fühle!“
„Soll ich mein Leben für dich aufgeben? Ich könnte alles verlieren!“
„Bitte, komm zurück…ich habe alles versucht!
„Beziehungen erfordern Mühe…“
„…ich bin bereit, mich zu bemühen.“
„Sie sind wunderschön. Du bist wunderschön.“
„Auf was für einer Mission ich auch immer war, ich hatte nie zuvor so viel Angst…niemals.“
„Du hast mich einst gefragt, wovor ich Angst habe…vor dem hier.“
„Magnus, bitte…bisher haben wir immer einen Weg zueinander zurückgefunden.“
„Ich glaube nicht, dass ich ohne dich leben kann.“
„Ist das nicht alles, wovon du immer geträumt hast?“
…ich habe immer davon geträumt, jemanden wie dich zu treffen.“
„Mir ist egal, wer dein Vater ist, für mich zählt, wer du bist.
„Solange du hier bist, gehe ich nirgendwo hin.
„Bleib bei mir.“
„Ich meine, schau mich an! Willst du wirklich sagen, dass dir das gefällt?!“
Ja! Wenn du einen Raum betrittst, ist da dieser Funke in dir – Magie oder nicht – der alles und jeden um dich herum erhellt! Ich werde dich nicht verlieren – ich kann nicht!“
„Es ist nur Edom. Du kommst immer zurück…“
„Ich bin und werde es immer sein – dein dich liebender Ehemann.“
„Da bist du…“
„Du hast mir gefehlt, Alexander.“
„Ich würde eher einen Teil meiner Seele opfern als dich…“
„Glaub einem Hexenmeister mit jahrhundertelangen Erfahrungen, der dir sagt, dass du einzigartig bist, Alexander. Ganz besonders für mich.“
„Übertreib nicht, es ist nur eine Spinne.“
„Aber du hast dich deiner Furcht gestellt, das ist immer lobenswert.“
„Es wärmt mein Herz zu sehen, wie ernst du dein Ehegelübde nimmst. In Gesundheit und Krankheit, hm?“
„Korrekt. Ich stehe zu meinem Versprechen. Also…ich schulde dir einen Tanz.“
Man gründet eine Familie, wenn man sich…sicher ist. Ich bin mir schon lange sicher.“
Halt einfach noch etwas durch, dann wird alles gut. Ich werde dich nicht sterben lassen, das verspreche ich dir.“
„Ich liebe dich.“

„URGS!“ Schwer atmend hielt Magnus sich mit beiden Händen den Kopf.

Ihm war schwindlig und übel zugleich, als wäre er aus einer dieser Mundie-Achterbahnen gefallen. Trotzdem hatte er sich selten im Leben besser gefühlt, denn es war wieder alles an seinem Platz – Alec nahm wieder den größten Teil seines Denkens und Fühlens ein, so, wie es richtig war.

Endlich fühlte Magnus sich wieder wie er.

Er war vollständig.

„Magnus…alles in Ordnung?“, fragte Catarina besorgt, die zwischendurch Sorge gehabt hatte, ihr Freund würde einfach umkippen. Noch immer wirkte er gefährlich blass.
„Ja“, antwortete dieser und lächelte sogar, während er sich das Amulett wieder um den Hals hängte. Dort gehörte es hin. Über sein Herz.
„Das heißt, noch nicht ganz. Was ist passiert, dass du mir das angetan hast? Ist Alexander…“
Magnus traute sich gar nicht, es auszusprechen, weil sich all seine Eingeweide bei dem Gedanken verkrampften, doch er hielt den Blick aufrecht. Er musste es einfach wissen, das war er Alec und allem, was sie erlebt hatten, schuldig.
Catarina schluckte. „Ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein.“
Jetzt gab es keinen Grund mehr, länger zu lügen, also erzählte sie von Alecs Beschwörung von Asmodeus, dem Pakt und dem Plan, Magnus vor ihm zu schützen, indem Catarina ihm die Erinnerungen nahm.
„Es war also Alecs Plan…sicher doch.“ Das hätte Magnus wissen müssen.
Alec hatte schon einmal bewiesen, dass er alles für Magnus‘ Glück und Sicherheit tun würde, selbst, wenn er es über seinen Kopf hinweg entschied.

Er würde seinen Mann umbringen.

Aber erst musste er ihn retten.

„Was hast du jetzt vor?“, fragte Catarina, als Magnus nickte und sich abwandte.
„Was ich ohne eure völlig fehlgeleitete Fürsorge schon vor Wochen getan hätte: Ich hole Alexander zurück.“

~*~


____________________________________________________________
* Das ist tatsächlich was, das Buchwissen ist, wie ich dem Internet entnahm, kam mir aber gerade recht. In der Serie haben sie es eher mit diesem Paralleluniversum gelöst, aber ich finde dennoch nicht, dass sich das widerspricht, kann ja unendlich viele Dimensionen geben, so what XD


Tja, auf geht’s XD

Falls ihr nicht alle Zitate im Flashback erkannt habt, das sind Sätze aus den FFs meiner vierten Staffel. Wenn ich so tue, als würde die Serie so weiter laufen, wäre es ja nur folgerichtig, dass sich neue Malec Zitate etablieren und in die ikonische Reihe einordnen würden, wobei ich fast frustriert war festzustellen, dass sie nicht so episch sind wie jene aus der Serie. Da muss ich mir wohl mehr Mühe geben XD

Wie immer sind die Informationen über die Tore und Reiche eine Mischung aus richtiger Recherche (z.B. die Worte in der Thora) und meiner Fantasie (teilweise Namen der Reiche und Fürsten).

Sind halt alle Legenden wahr ;)
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