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In another life

von jessiqa
GeschichteAllgemein / P16 / Het
Caroline Forbes Elena Gilbert Elijah Mikaelson Jeremy Gilbert Niklaus "Klaus" Mikaelson Rebekah Mikaelson
06.06.2021
12.06.2021
13
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11.06.2021 882
 
Elena



Regen umfing uns, als wir aus dem Restaurant in die Dunkelheit traten. Es war recht kühl und ich spürte direkt, wie Elijah mir seinen Mantel um die Schultern legte. Wir schlenderten die Straße entlang zu dem Wagen, den wir hier ausgeliehen hatten. Es waren noch unzählige andere Menschen auf den Straßen unterwegs, selbst zu so später Stunde. Seattle war ein extremer Kontrast zu der privaten Insel, wo wir vorher gewesen waren. Ich musste Elijah unbedingt fragen, ob ich dorthin einmal zurückkehren könnte. Vielleicht mit Bonnie und Caroline. Für ein Mädels-Wochenende oder so. Sie würden es sicher ebenso genießen wie ich. Das sollte ich hiernach in Angriff nehmen. Zeit für mich, Bonnie und Caroline rausschlagen. Damon und die anderen würden dann sicher wieder durchdrehen. Stefan war es ja egal. Ich wusste, dass er versucht hatte, Klaus auszuschalten. Caroline hatte ihn stoppen können. Leider überwog sein Hass gegenüber Klaus noch all seine restlichen Empfindungen. Tyler war Caroline und Klaus nachgereist. Stefan war mir jedoch nicht gefolgt. Als ich das hier begonnen hatte, war ich nicht bereit gewesen, Stefan aufzugeben. Jetzt, nach mehr als sechs Wochen, in denen ich nichts von ihm gehört hatte und er sich auch nicht selbst bei mir meldete, fing meine Entschlossenheit langsam an, zu bröckeln. Ich hatte gehofft, dass ihm durch meine Abwesenheit seine Liebe zu mir wieder bewusst werden würde. Anscheinend hatte ich mich geirrt. Ein Gedanke, der mich traurig stimmte.
„Elena!“, ich sah auf, in die Wirklichkeit zurück gezerrt. Grelles Licht blendete mich, Lärm umgab mich. Lautes Quietschen und Pfeifen.
Hände packten mich, ehe ich realisierte, was geschah. In der einen Sekunde war ein Auto direkt auf mich zu gerast, in der nächsten stand ich Meter weit weg, als es gerade in die Gebäudemauer stieß, vor der ich noch im Moment zuvor gelaufen war. Elijah hatte mich in Sicherheit gebracht. Ich blickte zu ihm auf, uns beide trennten nur wenige Zentimeter. Mein Herz raste und kurz glaubte ich, nicht atmen zu können. Strähnen hatten sich aus meinem Dutt gelöst und hingen mir wild im Gesicht umher. Ich wäre gerade fast draufgegangen!
„Alles ok?“, da ich meiner Stimme nicht traute, nickte ich erstmal nur. Ja, alles ok. Ich war erschrocken, aber unbeschadet. Elijah sah mich eine Weile an. Wir standen da, sagten nichts und regten uns auch nicht. Dann hob er langsam seine Hand und strich mir die wirren Strähnen etwas aus dem Gesicht.
„Danke.“, mehr bekam ich nicht über die Lippen. Ich schüttelte mich kurz und trat einen kleinen Schritt zurück. Er verschwand kurz, um nach dem Autofahrer zu sehen, aber andere Passanten boten bereits ihre Hilfe an und jemand hatte einen Krankenwagen und die Feuerwehr angefordert. Also kam er zu mir zurück. Das Adrenalin verabschiedete sich aus mir und ich fühlte mich müde. „Können wir zurück? Ich… bin müde.“
„Natürlich.“




„Gute Nacht, Elena.“, Elijah lief zu seinem Zimmer. Ich sah ihm noch kurz nach und flüsterte ihm leise Gute Nacht zu, wissend, dass er es hörte, wie auch in den letzten Wochen. Dann verschwand ich in meinem Zimmer und zog mir die Schuhe aus. Das Bett wirkte einmal mehr bequem und einladend. Jetzt darin liegen und schlafen. Nein, noch nicht schlafen. Meine Finger umschlossen mein Handy und dann wählte ich bereits Stefans Nummer. Es klingelte. Immer weiter. Er ging wieder nicht ran. Ich sank traurig auf das Bett und mir wurde bewusst, dass ich immer noch Elijahs Mantel trug. Sollte ich ihm den zurückbringen? Jetzt? Nein, erst was Bequemeres anziehen und dann. Also löste ich den Dutt und verschwand im Bad, um mich abzuschminken. Zuletzt tauschte ich das Cocktailkleid gegen etwas Loungewear aus, dann schlurfte ich auf Socken los, den Mantel in den Händen, zu Elijahs Zimmer. Meine Faust zum Anklopfen erhoben, zuckte ich zusammen, als sich die Tür öffnete, ohne dass ich sie berührt hatte.
„Hey, ich… hab noch deinen Mantel. Ich dachte, du könntest ihn besser gebrauchen als ich.“
„Danke Elena. Ist alles ok?“, nein. Nichts war ok. Wenn ich an Stefan dachte, war nichts ok.
„Nein. Also, ja, aber eigentlich nicht.“, er nickte und trat etwas zurück.
„Möchtest du ein wenig bleiben? Wir können reden oder du bleibst einfach etwas, bis du dich besser fühlst.“, ich nahm sein Angebot dankbar an und folgte ihm in sein Zimmer. Es war beinahe identisch dem meinen, was in einem Hotel natürlich nicht sehr verwunderte.
Sobald ich saß, brachen sich meine Tränen Bahn. „Ich glaube, ich kann Stefan nicht retten.“, Elijahs Hände umfingen meine, sodass sie nicht mehr zitterten und er blickte mich ein paar Momente lang an, ohne etwas zu sagen. Sein Blick zeigte, dass er mich in dem, was ich sagte, scheinbar gut verstehen konnte.
„Er scheint momentan keine Rettung zu wollen, aber es ist nicht zu spät, Elena.“
„Nicht? Wie oft habe ich in den letzten Wochen mit ihm geredet? Tyler ist Caroline sogar nachgereist und Damon hat mich auch angerufen und gesagt, dass er am liebsten vor mir aufschlagen würde und sei es nur, um zu sehen, dass es mir auch tatsächlich gut geht. Stefan ist Klaus hinterher, aber mich gibt es in seiner Welt nicht mehr.“
„Elena, du liebst diesen Mann und glaube mir, er ist es wert, zu kämpfen und nicht aufzugeben.“
„Ich kann gerade nicht mehr kämpfen, Elijah. Ich kann nicht mehr. Ich habe keine Kraft mehr.“
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