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Traumskurrilität

Kurzbeschreibung
SammlungHumor, Action / P12 / Gen
05.06.2021
20.07.2021
2
2.591
 
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05.06.2021 1.741
 
Traum vom 05. Juni 2021

Ich hab coole Träume. Ob sie meine innersten Wünsche repräsentieren? Keine Ahnung. Ich meine, wer träumt schon von Sport?! Ich habe von Sport geträumt. Aber nicht um des sportlichen Willens sondern um des Gemeinschaftswillens. Klingt komisch, ich weiß. Aber es ist verdammt cool, mit anderen Leuten zu spielen, die die Regeln kennen und mit denen man einfach nur spielen braucht.

Der Traum fing an, dass ich mit einigen mir unkenntlichen Leuten Basketball spielte. Es war… nett. Im Sinne von Nett – die kleine Schwester von Scheiße. Nichts Besonderes. Aber dann wurde ich mit sieben weiteren Leuten zu einer Art Casting eingeladen. Eine Person davon war mein Patenonkel Henning. Wir standen erst alle hinter einem roten Vorhang und ich hab mich voll dick gefühlt. Alle sahen sehr dick aus, außer Henning, und wir hatten Heliumballons in der Hand. Man hörte das Publikum draußen toben und eine (natürlich) gertenschlange Moderatorin kam herein und trat aus dem Vorhand hinaus. Kurz sagte sie was, da ging auch schon der Vorhang auf. Wir drängten uns irgendwie in zwei Reihen, immer noch irgendwie dick, als ob man diese Fett-mach-Anzüge trägt, die dann mit Luft gefüllt werden und einen so dick erscheinen ließen. Kurz standen wir uns mit unseren überproportionalen Körpern und Ballons gegenüber, da wurden wir auch schon weiter nach vorn gedrängt.

Sobald wir jedoch vorne ankamen, waren wir wieder dünn. Wir mussten uns, von der Moderatorin mit harschen Anweisungen geleitet, auf eine Stufe vor der Bühne stellen. Die Bühne war nämlich rundherum durch diese mit dem Zuschauersaal verbunden. Im Nachhinein war das mehr als dämlich, was mein Unterbewusstsein da praktiziert hatte, vor allem bei der Größe meines Patenonkels. Jedenfalls wurden wir dann zu einer Vorstellung einzeln auf die Bühne gerufen (hinter die Reihe, in der wir am Bühnenrand standen). Einige standen in den paar Sekunden einfach still da (mich eingeschlossen), während andere sich wie bei einer Charakterwahl im Videospiel hin und her wiegten. Schließlich wurden wir auf den Court gelassen. Wir spielten Basketball.

Den Tip Off bekam ich nicht mit. Ich weiß gar nicht, ob ich zu dem Zeitpunkt überhaput schon auf dem Feld stand. Teams… ja wer weiß. Man spielte einfach auf einen Korb und dann kommen schon Verteidiger. Ich hatte mich entschieden, auf den linken Korb zu spielen und den rechten zu verteidigen. Das Spiel ging hitzing los. Es gab die unterschiedlichsten Bälle (ja, mehrere auf einmal) und teilweise war es auch so lächerlich, dass es nur ein Traum sein konnte. Eine positive Sache, die mein Unterbewusstsein fabriziert hatte: Ich habe nicht geschwitzt. Ich bin nicht rot geworden! Ich konnte einfach entspannt spielen und Spaß haben!! Henning verlor ich aus den Augen, doch ich war dabei, einem fülligeren Spieler seinen Ball abzunehmen. In der Verteidigung um seinen Ball war er jedoch immer in meinem Rücken und kam nicht an den Ball ran. Schließlich hat er einen Drehwurm bekommen und ist platt auf den Boden gefallen. Im gleichen Moment kam eine riesige fleischige Pranke eines anderen Mitspielers auf mich und den Ball zu. Ich prellte diesen immer noch und konnte geradeso ausweichen. Der Angreifer fiel ebenfalls platt hin und rührte sich nicht mehr. Allerdings hatte ich mit meinem Ausweichmanöver das Momentum des prellenden Balls eingebüßt, der plötzlich unglaublich schwer zu führen war. Bis zum Korb schaffte ich es nicht, ihn in eine ordentliche Prellhöhe zu bekommen.
Am Korb meldete sich die Moderatorin mal wieder: „Ohh, der sechs Tonnen Ball. Wird sie es schaffen, liebes Publikum?“ Irgendwo machte die Schwerfälligkeit jetzt Sinn, doch eine Niederlage schon allein gegen den Ball einzugestehen schmeckte mir gar nicht, sodass ich einen Korbwurf probierte. Ein Satz mit x… das war wol nix. Aber davon ließ ich mich nicht entmutigen. Ich stemmte den Ball erneut hoch und erneut! Beide Male traf ich nicht und danach hatte ich Schwierigkeiten, den Ball allein schon zu heben. Ein anderes Mädchen kam an. Sie war etwas fülliger, als die Gesellschaft für gut befände, mir jedoch sofort sympathisch mit ihren kurzen glatten blonden Haaren, bei dem sie einen Teil zurückgebunden hatte, der dann zwei kleine pinke Strähnen offenbarte. Die Moderatorin trällerte wieder. „Das besondere an diesem Ball: er wird so schwer, wie ich es sage! Wenn man ihn nämlich an die Waage hängt, wiegt er nur noch sechs Kilo! Ahh-haha!“ Ich zog im Bruchteil einer Sekunde eine Zugwaage hervor und wog den Ball. Tatsache, sechs Kilo, schoss mir durch den Kopf, bevor das Mädchen den Ball auch schon hob und ihn souverän im Korb versenkte. In dem Moment spürte ich nichts. Oder es überwog nichts. Einmal natürlich freute ich mich über den gelungenen Korb, andererseits war ich von mir selbst enttäuscht und das wog sich gegeneinander auf, sodass nichts überwog.

Ich konnte mich, so dachte ich jedenfalls, gleich in der nächsten Situation beweisen, als ich einem in der Mitte Herumstehenden seinen Honigmelonenball aus der Hand nahm, mich umdrehte und endlich meinen Korb warf. Der Spieler fragte mich dann ganz verwirrt: „Du spielst auch auf den Korb?“, worauf ich nichts erwiderte. Bei meinem Wurf spürte ich hinter mir für einen Moment noch einen Gegenspieler, doch der konnte mich nicht aufhalten. Nachdem der Ball durch den Korb gefallen war, drehte ich mich sofort um und jagte dem Vleskverschnitt hinterher. Unter dem gegnerischen Korb stand nämlich jemand, der den Ball sofort wieder ins Spiel bringen wollte. Nur so zur Info: ja, es gibt mehr als mehrere Bälle in diesem Spiel! Die anderen Spieler kloppten sich unter dem Korb meiner Mannschaft, auf dessen Seite ich gerade hinter Vlesk rannte. Was will mir mein Unterbewusstsein mit Vlesk sagen? Soll ich mehr Among Us gucken? Egal, denn er bekam gerade den Ball in seine rechte Hand. Ich sprang und flog auf ihn zu, in der Hoffnung, ihm den Ball aus der Hand zu schlagen. Doch mein linker Arm verfehlte, während meine rechte Hand auf seiner Schulter ruhte. Ich grinste aus irgendeinem Grund, und flog einen Moment schwerelos, bevor Vlesk mit erhobenen Armen zur Seite trat und ich volle Kanne an ihm vorbeikachelte. (Den Korb versenkte er natürlich kurz darauf von der Dreier-Linie, weit entfernt und ungestört von dem Knäuel unter dem Korb.)

Ich unterdessen entschied mich, mich ins Getümmel zu werfen. Plötzlich war wieder dieser Vleskverschnitt da, der seine Hand zum Dunk erhoben hatte – vielleicht war es auch ein anderer junger Mann. Ich sprang erneut und versuchte, ihm den Ball aus der Hand zu nehmen. Aber es war, als ob der Ball dort festgeklebt wäre, er ließ sich keinen Zentimeter bewegen und auch als ich mein volles Körpergewicht ranhing, schien ich Luft zu sein. Er lachte kurz und drehte mich zur Seite – weg von seinem Weg. Dort setze er mich ab und dunkte ganz entspannt. Trotz dieser Niederlage hatte ich meinen Spaß und grinste von einem Ort zum anderen, während ich amüsiert den Kopf schüttelte.

Wir sind schon fast am Ende des Spiels, wobei nicht einmal Punkte gezählt werden. Jedenfalls tauchte vor mir ein weißhaariger Cosplayer auf. Wir lieferten uns ein Battle der Extraklasse. Was genau wir machten, wusste ich nicht. Von einem Ballkampf bis zum gegenseitigen Angrinse-Wettbewerb und alles dazwischen – es war auf jeden Fall ultra cooooool. Ich schaffte es dann, ihm den Ball abzunehmen und … ja…
der Ball verschwand einfach kurzzeitig. Ob ich selbst einen Korb gemacht hatte, oder den Ball wegwarf, um einen Ball aufzufangen, der vom Korb herunter kam… keine Ahnung. Jedenfalls führte es dazu, dass mein weißhaariger Cosplayer mit zwei seiner Freunde die Seiten wechselte und zum anderen Korb rannte, als den, den er gerade noch angegriffen hatte, kaum dass er den Ball in meinen Händen gesehen hatte. Woher er die Überzeugung nahm, dass ich zu ihnen bzw. mit ihnen spielte, wusste ich nicht. Aber ich warf den Ball mit aller Kraft auf das Cosplayertrio zu. Der Cosplayer, der den Ball schließlich fing, war eine Mischung aus der Sunflower, der Cosplayer*in, der/die den süßen Deku cosplayt und einer Cosplayerin, die schmale Gesichtszüge hat und gerne Killua cosplayt. Quasi die Gesichtszüge der Killua-Cosplayerin und die ungeschickten Bewegungen von Sunflower. Ich konnte genau den überraschten Gesichtsausdruck sehen, mit dem der Ball in siers Händen landete. Clumsy, wie Sunflower nun mal ist, fing sier jedoch nicht, sodass er ihm/ihr fast wieder aus der Hand sprang. Schließlich bekam sier den Ball doch richtig zu fassen – er war anscheinend doch nicht so heiß, wie sier vermutet hatte – und spielte zu meinem weißhaarigen Freund. Dieser versenkte den Ball und ich kam hinterher. Wir trafen uns kurz nach der Mittellinie und ich wollte ein kurzes Händeschütteln machen, weil mich seine Skills echt beeindruckt hatten. Er jedoch vollführte mit meiner Hand eine recht kurze doch für mein Gehirn in dem Moment sehr komplizierte Handschlagabfolge und grinste süffisant über meinen verwirrten Ausdruck, den ich ganz sicher zur Schau gestellt hatte, bevor er meine Hand doch noch einem normalen Händeschütteln unterzog.

Die Zeit war am Ablaufen, da sah ich endlich meinen Patenonkel wieder. Er stürmte an unserer kleinen Runde vorbei auf den Korb, den ich eben noch mit dem weißhaarigen Wendepelz angegriffen hatte. Mit seiner Größe konnte er gut die Dunks meiner ''Mannschaft" bzw. seiner Gegner, da die Mannschaften sich ja nach Lust und Laune zu wechseln schienen, abwehren. Doch dann kam ich! Aus irgendeinem Grund, den ich jetzt nicht hinterfragen wollte, hatte er zwei Handsägen um den (von mir aus) rechten Arm. Und je näher ich kam, desto größer wurde er. Schließlich stand ich mit der Größe einer Zweijährigen vor ihm und er hob mich lachend hoch. Ich bastelte vorsichtig, und dennoch schimpfend wie ein Rohrspatz, wegen der Gefahr einer Säge am Arm zu haben, die kleinere Säge ab und warf sie als Spielball in den Korb. (Die Säge verschwand und kam reforged, als anderer Spielball unten heraus.) Dann ließ Henning mich herunter, mit den Worten, dass ich Glück gehabt hätte, mich nicht an der zweiten Säge versucht zu haben. Diese hatte er nämlich irgendwie mit seiner Handfläche und dem Unterarm eingeklemmt, sodass sie sich kein Stück mehr rührte. Ich hatte wieder Normalgröße, als ich den Boden berührte und das Spiel war auch beendet.

Insgesamt hat es aber unglaublich viel Spaß gemacht. Das tut es immer, wenn man mit Leuten spielt, die die Regeln kennen. Man kennt die anderen nicht und es ist aufregend, neue Spielweisen kennenzulernen, selbst wenn große Spielzüge ausfallen. Aber es ist ja weder der Angriff noch die Abwehr aufeinander eingespielt, sodass immer Lücken entstehen und alle Spaß an dem spannenden Hin und Her haben können!
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