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Please love me!

von Chiyoku
GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
04.06.2021
09.11.2021
47
140.900
19
Alle Kapitel
104 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
20.10.2021 3.692
 
Christian dribbelte nervös mit den Fingern auf seinem Knie herum, als er im Wartebereich der Klinik saß. Er wusste nicht einmal, warum er so aufgeregt war. Wobei, eigentlich schon. Schließlich durfte er seinen Liebsten wieder nach Hause nehmen. Das Erste, was er tun würde, wäre Freiheitsberaubung. In der Wohnung einsperren und nicht mehr rauslassen, bis seine Gier nach Kuscheln gestillt war. Also nie, voraussichtlich. Zu seinem Dribbeln gesellte sich noch ein nerviges Beinwippen hinzu, weil er es kaum erwarten konnte, bis Liam sein hübsches Gesicht zeigte.

Laut der netten Empfangsfrau würde er noch ein verabschiedendes Gespräch führen, bevor er endgültig entlassen wurde – nur um sicher zu gehen, dass er auch so weit war. Christian versuchte gar nicht erst darüber nachzudenken, dass Liam nicht bereit sein könnte. Nicht nur, weil Christian, sondern auch weil die eher schlecht als recht gehaltene Ordnung und sein, von seinen eigenen Kochkünsten angefressener Magen ihn vermissten. Wie viel einfacher das Zusammenleben mit Liam war, zeigte sich allerspätestens darin, wenn es hieß, sich selbst zu versorgen. Eigentlich ziemlich peinlich, dass er, was das anging, auf einen 17-jährigen angewiesen war. Dennoch hatte Christian heute vor, etwas zu bestellen, damit Liam in Ruhe ankommen könnte und sich nicht noch den Stress mit dem Kochen geben musste.

Nur zehn Minuten – gefühlte hundert Jahre – später, hörte er Liams Stimme ein „Danke für alles“ sagen und Christian erhob sich von seinem Sessel, um wie gebannt auf die Treppe zu glotzen. Als Liam mit einem breiten, strahlenden Grinsen die Treppe hinunterstieg, schmolz Christians Herz dahin und seine Füße trugen ihn wie automatisch in rennender Geschwindigkeit in Liams Richtung. Es war fast wie in einer schmierigen Liebesschnulze, denn Liam ließ den Koffer fallen und sprang regelrecht in seine Arme. Sein leises, genießerisches Brummen an seiner Brust machte Christian so glücklich, dass er für einen Moment vergaß, dass sie nicht allein waren und küsste Liam mit all seiner Sehnsucht, die er in den sechs Wochen verspürt hatte.

„Wie geht’s dir?“, flüsterte Christian liebevoll und strich mit dem Daumen über Liams Kinn.

„Könnte nicht besser sein“, strahlte Liam, was seinem armen Herz den Rest gab. „Ich freue mich auf zu Hause.“

„Zu Hause freut sich auch auf dich“, murmelte Christian und kratzte sich verlegen den Hinterkopf, bevor er Liams Koffer vom Boden hob, um noch einmal zu verdeutlichen, wie sehr sich zu Hause und auch er sich auf ihn freuten. Liam grinste und sie verabschiedeten sich noch einmal von der Empfangsdame, bevor sie der Klinik endlich den Rücken zukehrten.

„Was wollte der Therapeut noch wissen?“, fragte Christian, als sie den Koffer verstauten und sich auf den Heimweg machten.

„Eigentlich nicht viel. Nur dass ich mir auf jeden Fall weiterhin helfen lassen sollte und ich gute Fortschritte gemacht hab“, erklärte Liam stolz. „Irgendwie ging die Zeit so schnell rum, oder?“

Christian kräuselte die Lippen. „Für dich vielleicht. Noch nie haben sich sechs Wochen so lange für mich angefühlt.“

Liam lächelte sonnig und legte seine warme Hand auf Christians, die auf dem Steuerknüppel verweilte. „Nachts war für mich auch am schlimmsten.“

„Dann wirst du wohl nichts dagegen haben, dass der erste Weg die Couch oder das Bett sein wird“, brummte Christian.

„Absolut nicht!“



Kaum war die Tür aufgeschlossen, schob Christian Liam auf die Couch – das Bett war zu weit weg – und schmiegte sich eng an ihn, sodass kein Blatt Papier zwischen sie gepasst hätte. Erneut schimpfte er mit sich selbst, weil er so egoistisch war und Liam nicht einmal eine Sekunde ließ, um erst einmal anzukommen, aber das war ihm in diesem Moment schlichtweg egal. Außerdem würde Liam schon etwas sagen, wenn es ihn störte.

Aber dieser seufzte nur genüsslich und klammerte sich mit vollem Körpereinsatz an Christian, als wäre er ein kleines Äffchen. „Ich hab das so vermisst…“

„Wem sagst du das“, nuschelte Christian, während er sein Gesicht mit kleinen Küssen übersäte. Sogar das Gefühl der weichen Haut unter seinen Lippen hatte er vermisst. Ganz zu schweigen von der wohligen Körperwärme, Liams eigener Geruch und seine zarten Hände, die an seinem Rücken entlangstrichen. Ein leises, genießerisches ‚Hmm‘ ertönte aus Christians Kehle.

„Ich geh nie wieder weg“, murmelte Liam leise. Seine Hände verschwanden plötzlich unter Christians T-Shirt und streichelten ihm sanft über die Wirbelsäule.

„Ich lass dich auch nicht mehr irgendwo hingehen…“, erwiderte Christian, und erschauderte leicht unter dieser lang ersehnten Berührung. „Zumindest nicht so lange.“

Liam hob den Blick und lächelte ihn weich an. Christians Herz schlug Purzelbäume, als er das glückliche Leuchten in Liams blauen Augen bemerkte. Das zählte auch zu den Dingen, die er vermisst hatte. „Eine gute Sache hat es aber… Ich bin in fünf Tagen achtzehn.“

„Ich weiß. Ich zähle schließlich die Tage.“ Christian tippte grinsend auf seine Armbanduhr. „Genau genommen sind es noch 112 Stunden, 34 Minuten und 57 Sekunden.“

Glucksend schmiegte sich Liam noch näher an Christian, als würde er in ihn hineinschlüpfen wollen. „Was machen wir an meinem Geburtstag?“, fragte er erwartungsvoll.

„Lass dich überraschen“, säuselte Christian geheimnistuerisch. „Ich hoffe, du freust dich.“ Eigentlich hatte er selbst keine Ahnung, was Kayla plante. Vielleicht sollte er ab und an mal nach dem Rechten fragen, bevor sie komplett eskalierte und die My Super Sweet 16-Sendung von MTV nachspielte.

„Verrat es mir!“, drängelte Liam aufgeregt. „Gehen wir essen? Ins Kino? Oder sogar in eine Disco? Ich hab noch nie was an meinem Geburtstag gemacht!“

„Da musst du dich wohl gedulden.“ Es war schon niedlich, wie sehr sich Liam freute. Essen und Kino wäre etwas, was er sich gewünscht hätte? Dann lag er mit seinen ursprünglichen Plänen für das erste Date – in das Noel grätschte – gar nicht so verkehrt. Wenn es nach Christian ginge, dann wäre das auch jetzt seine erste Wahl, anstatt eine große Feier, aber man wurde schließlich nur einmal volljährig und da durfte man auch ein bisschen auf den Putz hauen.

„Ich mag keine Überraschungen“, jammerte Liam und zog seine Hände aus Christians Shirt hervor, um sie an seine Wangen zu legen. „Sag es mir! Biiiiitte!“

„Sei nicht so ungeduldig. Sind doch keine fünf Tage mehr“, tadelte Christian und kniff die Augen zusammen, um Liams Hundeblick auszuweichen, was eher semigut gelang und er nur nach wenigen Sekunden, zu seinem Verdruss, erweichte. „Na gut. Kayla wurde damit beauftragt dir eine Party zu organisieren. Jeder, dem du wichtig bist, wird dort sein.“ Er ärgerte sich maßlos über sich selbst, dass er nicht ein einziges Mal diesem niedlichen Gesicht standhalten konnte. Fast so, als würde er ihn damit hypnotisieren.

Liams Lächeln wich von seinem Gesicht und er wirkte plötzlich nachdenklich. „Eine Party also?“, wiederholte er gedankenverloren.

„Nicht gut? Ich kann es noch absagen“, sagte Christian hastig und fühlte sich plötzlich bescheuert. Er hätte vielleicht von vorneherein auf sein Bauchgefühl hören sollen, dass Liam keine Feier wollte.

„Doch! Ich freue mich natürlich!“, widersprach Liam und rosa Flecken zeichneten sich auf seinen hellen Wangen ab. „Aber… Ich dachte, wir… gehen auf ein Date und in der Nacht…“ Er versteckte sein Gesicht an Christians Brust, doch er konnte schon an den roten Ohren erkennen, was er nicht aussprechen konnte.

Was sollte er jetzt darauf antworten? Vor sechs Wochen war das schließlich absolut kein Thema gewesen, so sehr wie Liam Probleme damit bekam, ihn zu berühren. Daher war er davon ausgegangen, dass es noch immer erst einmal auf Eis lag. „Rennt uns doch nicht weg“, sagte er dann, und zwirbelte eine schwarze Haarsträhne um seinen Finger. „Du solltest außerdem auch wirklich bereit dafür sein.“

„Hm“, machte Liam leise. „Ich bin bereit dafür… Vielleicht nach der Party. Oder vielleicht schon vorher…“

„Wir werden sehen“, seufzte Christian, dem die Party plötzlich nicht schnell genug kommen konnte und sein verräterischer Körper höchst empfindlich auf diese Voraussicht reagierte. Es war schon seitdem sie auf der Couch lagen eine ziemlich große Zerreißprobe, Liam nicht sofort das Gesicht ins Kissen zu drücken. Warum zum Geier fiel es ihm noch schwerer, obwohl die metaphorische Zielflagge schon in Sicht war? Womöglich war es das selbe Prinzip, wenn man sich fast in die Hose machte, obwohl man bereits vor der Badezimmertür stand. Abgesehen davon war die Liam-Abstinenz zu lange gewesen. Nicht, dass sein Körper sonst jemals auf ihn hörte.

Auch jetzt konnte er es nicht lassen, seine Griffel nicht bei sich zu behalten und streichelte – relativ keusch – über Liams Hüfte. Doch dabei würde es auch bleiben, zumindest ermahnte er sich innerlich mehrmals, selbst wenn Liams Körpersprache eindeutige Worte schrie. Natürlich, schließlich war Liam nicht dumm und konnte das harte Ding an seinem Oberschenkel pieken spüren. Dessen Hände wanderten schüchtern an Christians Seite entlang, und er konnte spüren, wie Liam sich immer fester an ihn presste. Es war ziemlich schwer, sich zusammenzureißen, allerdings wollte er Liam keinen Korb geben, wenn er sich schon dazu aufraffen konnte, ihn anzufassen. Da wäre eine Abfuhr eher kontraproduktiv für zukünftige Pläne, sodass sich Christian eher auf unschöne Dinge konzentrierte, um nicht seinen – zugegebenermaßen – Teenie-Hormonen zu erliegen, die auf ihn herab hagelten.

Liam schien jedoch ganz andere Pläne zu haben, als seine Lippen fordernd auf die Christians trafen und seine grundsätzlich zum Scheitern verurteilten Bemühungen um Selbstkontrolle stark zum Schwanken brachte. Jedoch würde er Liam so weit lassen, wie er sich traute und da er aus vergangenen Erfahrungen gelernt hatte, dass das nicht sonderlich weit war, wäre es wohl in Ordnung. Solange er selbst nichts unternahm. Zumindest versuchte er es sich einzureden.

Denn Liam wusste offenbar ganz genau, was, oder besser gesagt, wohin er wollte – nur wurde er von dem Endgegner namens Gürtelschnalle gestoppt, was ihn frustriert in den Kuss schnauben ließ, während er noch immer verzweifelt an dem Metall herumnestelte. „Hilfst du mir bitte?“, fragte er mit hochrotem Gesicht und biss sich verlegen auf die Unterlippe.

Eigentlich müsste Christian das als Zeichen sehen, jetzt aufzuhören. Was sollte das auch? Es waren nur noch fünf Tage, die sie aushalten mussten! Einerseits wusste er, dass es vernünftig war, den Riegel vor zu schieben, andererseits war er doch neugierig, wie weit Liam wirklich gehen würde. Ergeben seufzend öffnete er seinen Gürtel. Schließlich war Christian derjenige, der vorgeschlagen hatte, dass Liam sich herantasten dürfte und solange er seine eigenen Hände in gewissem Maße bei sich behielt, wäre das ja kein Problem… Er wusste, dass er sich das nur einredete, um sich nicht selbst wie ein triebgesteuerter Idiot zu fühlen. In Wahrheit war er unsagbar scharf darauf, dass Liam ihn berührte. Allerdings musste er Liams Tempo berücksichtigen, der sich zögernd am Hosenknopf zu schaffen machte, welcher ihm leichter zu öffnen fiel, als der Gürtel. Christian ging felsenfest davon aus, dass Liam spätestens hier kalte Füße bekommen würde, was auch völlig in Ordnung wäre, doch er täuschte sich gewaltig.

Nachdem auch der Reißverschluss geöffnet war, zupfte ihm Liam stückchenweise und auch ein wenig unbeholfen die Hose von der Hüfte. War es seltsam, dass Christian diese unschuldige, fast schon überforderte Weise irgendwie nur noch mehr anmachte?

„Es wäre leichter, wenn du dich hinsetzen würdest“, sagte Liam leise und blickte ihn aus glasigen, erregten Augen an.

Die Frage, wie weit er gehen würde, brannte Christian auf der Zunge, doch er sprach sie nicht aus, sondern tat einfach wie geheißen. Er hob leicht den Unterkörper, damit Liam es einfacher hatte, ihm die Hose herunterzuziehen und betrachtete ihn währenddessen eindringlich, um vielleicht eine Spur von Zweifel in seinem Gesicht herauslesen zu können. Irgendein Hinweis darauf, dass er einschreiten sollte, um das Ganze zu unterbrechen, was so viel schlauer wäre, als es zuzulassen… Aber da war nichts.

„Du musst das nicht machen“, versuchte Christian es nun dennoch. „Vor der Klinik warst du alles andere, als bereit dafür und du bist gerade einmal eine Stunde zu Hause.“

„Ja, weil ich Angst habe, etwas falsch zu machen oder dir ausversehen wehzutun… Aber ich will wissen, wie du dich anfühlst und was… dir gefällt, bevor wir…“, Liam unterbrach sich selbst und presste die Lippen aufeinander. „Ich will das wirklich und es kann ja nur funktionieren, wenn ich mich damit auseinandersetze und mich… herantaste.“

„Und du willst das jetzt?“, bohrte Christian nach, um wirklich sicher zu gehen. Dass sie auf ihre ‚Bisschen‘ Art und Weise übereinander herfallen würden, war tatsächlich nur eine Frage der Zeit gewesen, schließlich konnte Liam während der Klinik nicht wirklich Dampf ablassen, da er einen Zimmergenossen hatte, und Christian war die ganze Zeit über, aus Sehnsucht nach ihm, nicht in der Stimmung gewesen.

„Sonst würde ich das nicht tun“, beteuerte Liam schüchtern lächelnd. „Auf die paar Tage kommt es nicht mehr an, oder?“

„Nein…“, flüsterte Christian und zog Liams Gesicht an sich heran, um ihn sanft zu küssen. Eigentlich wäre das für ihn schon genug gewesen, diese zarten Lippen unter seinen zu erfühlen, doch Liam schien sich seiner Sache sicher zu sein, als seine Hand von Christians Knie zu seinem Oberschenkel hochwanderte.

Liams Handfläche brannte sich regelrecht in seine Haut, als sie sich zaghaft unter den Saum seiner Boxershorts schob und am Bund wieder herauslugte. Es waren eigentlich sehr leichte Berührungen, die über seine erhitzte Haut schwebten und doch fühlte er sie intensiv genug, dass sie kleine elektrisierende Wellen in seine Körpermitte sandten. Christian legte seine Hand ebenfalls auf Liams Oberschenkel ab, verweilte dort jedoch.

Mit entzückend geröteten Wangen löste Liam den Kuss und zupfte an Christians Shirtkragen herum, womöglich um zu bedeuten, dass er es ausziehen sollte, was dieser auch tat. Es war ein merkwürdiges Gefühl, sich voll und ganz für Liams Erkundungen fallen zu lassen, normalerweise nahm er sich einfach das, was er wollte – natürlich nur unter beidseitigem Einverständnis. Doch er sah es als eine Geduldsprobe, sich zurückzuhalten und Liam einfach machen zu lassen. Wie es aussah, konnte auch er ihm noch etwas beibringen.

Liam blickte ehrfürchtig an Christians Körper herab, als würde er ihn das erste Mal richtig sehen. Er rutschte näher an ihn heran und lehnte seinen Kopf auf seiner Schulter ab, bevor er mit den Augen seinem Finger folgte, der über Christians Schlüsselbein glitt.

„Du hast eine schöne Haut“, murmelte Liam, während sein Finger nun den Verlauf der Brustkontur nachmalte.

„Das denke ich mir bei dir auch immer“, sagte Christian heiser, und würde in diesem Moment alles dafür geben, um Liams Körper auch unter seinen Händen spüren zu können. Er schloss die Augen, um der Versuchung standzuhalten und sich komplett auf Liams Berührungen zu konzentrieren.

Ein wohliges Seufzen ertönte neben ihm, als Liam über Christians Bauch streichelte. Immer wieder spürte er an seiner Schulter, wie Liam den Kopf hob, wahrscheinlich um ihm in das Gesicht zu sehen, wenn sein Körper leicht zuckte, weil er eine empfindliche Stelle traf. Beispielsweise die Seite von seinen Rippen oder kurz vor seiner Hüfte.

Jeden Millimeter Haut schien Liam als Information in sich aufzusaugen, fuhr mehrmals über die Stellen, die Christian gefielen, als würde er nach seinen Reaktionen lechzen. Offenbar machte ihn das selbstsicherer, noch tiefer zu gehen. Christians Griff an Liams Oberschenkel verstärkte sich reflexartig, als er schüchtern gegen die, in der schwarzen Boxershorts deutlich abzeichnende Erektion stupste.

Mit der Zeigefingerspitze fuhr Liam zögernd die herausstehende Kontur am Stoff nach, was selbst ihn zappeliger werden ließ, während Christian schon unter einem unkontrollierbaren Körperbeben litt. Er musste einige Male tief durchatmen, damit nicht wieder so ein peinliches Malheur wie damals in der Küche passierte, obwohl Liam ihn nicht einmal direkt berührte.

Vorsichtig zog Liam ihm die Shorts herunter und japste leise nach Luft, als Christian nun vollkommen entblößt vor ihm lag. Christians Hand streichelte nun doch an Liams Oberschenkel entlang, um sich ein wenig davon abzulenken, wie intensiv Liam ihn inspizierte. Es war seltsam, sich wie auf dem Präsentierteller zu fühlen, auch wenn er sich in seinem Körper eigentlich recht wohl fühlte. Aber er hatte sich nie Gedanken darüber gemacht, ob Liam gefallen würde, was er sah. Er betrachtete prüfend Liams Gesicht, in dem sich einige Emotionen im Wechsel widerspiegelten. Neben der Erwartung und Erregung flackerte immer wieder ein leicht panischer Ausdruck durch.

„Du musst nicht“, sagte Christian sanft, während Liam sich offenbar dazu durchzuringen versuchte, ihn zu berühren.

„Ich will aber“, erwiderte Liam flüsternd. „Ich will dir nur nicht wehtun…“

„Das wirst du nicht. Und wenn, dann sag ich es dir. Eigentlich musst du es genauso machen, wie bei dir selbst.“

Liam holte Mut suchend Luft und legte seinen zitternden Finger auf die Mitte von Christians Schaft, der ihm prompt entgegenpulsierte. Verunsichert glitt er mit dem Zeigefinger daran entlang und schaute Christian immer wieder dabei an, um sicher zu stellen, dass es okay war. Dass diese Berührungen eigentlich viel zu übervorsichtig waren, behielt er lieber noch für sich, solange Liam ihn erforschte.

Christian entwich ein leises Stöhnen, als Liams Finger zaghaft über seine leicht nässende Eichel streifte und die Feuchtigkeit langsam, und doch neugierig auf ihr verteilte, bevor er jedes kleine Bisschen erkundete und Christians Laute ihm die Antworten gaben, nach denen er suchte. Vor allem über das Eichelbändchen strich er öfter, drückte einige Male hinein, da er merkte, dass es Christian besonders gefiel. Egal wie sanft diese Berührungen waren, sie verfehlten ihre Wirkung definitiv nicht. Motiviert davon, dass er es richtig machte, nahm Liam den Rest seiner Hand hinzu und begann nun seinen Schwanz mit etwas mehr Druck zu massieren, während er dabei genauestens Christians Reaktion beobachtete.

„Du machst das gut“, seufzte Christian zufrieden und drückte kaum merklich seinen Rücken durch.

Diese Worte schienen Liam die Unsicherheiten endgültig zu  nehmen, denn seine Handbewegungen wurden fließender, der Druck seines Griffes perfekt, fast so, als hätte er nie etwas anderes getan. Dennoch blieb er auf seiner langsamen Geschwindigkeit, was Christian beinahe in den Wahnsinn trieb. Im positiven Sinne. Er konnte spüren, wie sich seine Hoden zusammenzogen und er kurz davor war…

Doch Liam hielt plötzlich in der Bewegung inne und richtete sich abrupt auf. „Schlaf mit mir“, sagte er in einem lustvollen Flüstern, nachdem er sich die graue Jogginghose mitsamt der Boxershorts abstreifte und Christian seine wippende Erektion auf Augenhöhe präsentierte. „Bitte…“

Christian zog ihn sanft zu sich auf den Schoß und nahm liebevoll sein Gesicht in die Hände. „Fünf Tage noch“, wisperte er, wenn auch widerwillig.

„Du hast zugestimmt, dass die auch nicht mehr wichtig sind“, murmelte Liam und rutschte näher an ihn heran. „Ich hab dich so vermisst, dass ich dich ganz nah fühlen will.“

Der letzte dünne Faden, an dem Christians Selbstkontrolle hing, drohte abzureißen. „Wir haben es schon so weit geschafft, da sind diese fünf Tage doch nichts“, widersprach er leise und eher zu sich selbst, als zu Liam. Er blickte tief in seine blauen, durch die Lust dunkel getrübten Augen. „Aber ich zeig dir was…“

Vorsichtig drückte er Liams Schwanz an seinen eigenen, was ihn vor Erregung fast platzen ließ. Vor allem, als er das lüsterne Zucken an sich spürte. Liam seufzte schwer und rückte noch ein wenig näher, um leichter an Christians Lippen zu gelangen, die er unter seinen vergrub.

Tausende voltschwere Blitze pulsierten durch Christians Unterleib, als er geschmeidig seine Hand an ihnen bewegte und mit einer massierenden Handbewegung ihre Eicheln aneinander rieb. Liam hing verloren vor Entzückung an Christians Lippen und stöhnte ihm leise in den Mund, bevor er erneut nach seiner Zunge verlangte.

Es dauerte keine Minute, als Liam den Kuss ein weiteres Mal unterbrach und hastig nach Christians Handgelenk griff, um seine Bewegungen zu stoppen, doch da war es schon zu spät. Wimmernd und gleichzeitig fluchend schoss das zähflüssige Sperma über Christians Penis und seine Hand, bis hin zu seinem Kinn, während Liam sich fest in sein Schulterfleisch krallte. Das warme, feuchte Gefühl, Liams zuckersüßes Stöhnen und das unaufhörliche Pulsieren an ihm, setzten auch bei Christian den Startschuss frei, indem sich der feste Knoten in seiner Brust löste und er ungewohnt geräuschvoll sein eigenes Sperma über sie beide pumpte.

Er fühlte sich gar nicht wirklich anwesend, während er in den Nachbeben des Orgasmus hing und streichelte nur mantraartig über Liams Rücken, der sein Gesicht an Christians Brust ablegte und schwer atmete. Nur der Fakt, dass das Sperma langsam eklig antrocknete, ließ wieder Bewegung zu.

Nach einem Stirnkuss schob er Liam von sich herunter, schnappte sich die Küchentücher aus der Küche und reichte sie Liam. Dieser grinste frech, als er seine Spur von Christians Kinn wischte. „Ups.“

„Ups“, wiederholte Christian unter kehligem Lachen, und zupfte an Liams Shirt, welches ebenfalls besudelt war, allerdings von ihm.

Kichernd stülpte sich Liam das Shirt über und warf es über die Couch. „Ich hab Hunger“, seufzte er und betrachtete lustlos den Kühlschrank. „Aber keine Lust zu Kochen.“

„Ich dachte sowieso, dass wir uns heute was bestellen“, meinte Christian, während er sich wieder anzog  und sein Handy aus der Hosentasche angelte.

„Waffeln?“, fragte Liam mit leuchtenden Augen. „Ich hab schon Entzugserscheinungen.“

Christian gluckste. „Können wir als Nachtisch bestellen. Wie wärs mit asiatisch?“

Liam nickte eifrig und lächelte glücklich. „Aber wieso hast du dich angezogen? Bis es kommt können wir das doch bestimmt nochmal machen“, säuselte er spitzbübisch und setzte sich, noch immer nackt, breitbeinig auf Christians Schoß, während dieser bestellte.

„Hat dir das gefallen?“, gurrte Christian, als er die Bestellungen abgeschickt hatte und Liam in das leicht gerötete Gesicht blickte.

„Mhm“, machte Liam zustimmend, während er sich mit begehrenden und absolut nicht mehr unsicheren Küssen an Christians Hals zu schaffen machte. Wer konnte da schon widerstehen?

Doch das penetrante Schrillen der Türklingel unterbrach sie, noch bevor sie wirklich loslegen konnten. „Das ging aber schnell“, sagte Christian mit einem irritierten Blick auf seine Handyuhr. Liam rutschte schmollend von ihm herunter und zog sich hastig wieder an.

Ebenfalls genervt davon, dass sie so schnell unterbrochen wurden, schlurfte Christian an den Türsprecher. „Ja?“, schnauzte er gereizt.

„Hallo, Mr. Walker“, ertönte die gedehnte Stimme von Suarez, was ihn so sehr überraschte, dass er fast den Hörer fallen ließ. „Lassen Sie mich rein.“

„Warum sollte ich?“, brummte Christian schnippisch und war kurz davor, den Hörer aufzuhängen, doch die nächsten, leise drohenden Worte ließen ihn zu Eis gefrieren.

„Ich schätze, wir müssen uns über Liams Eltern unterhalten.“

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Für ein 40. Kapitel sollten sie sich ja doch nochmal näher kommen. Wobei ich sagen muss, dass ich das eigentlich nicht geplant hatte. xD Es kommt auch meiner Meinung nach ein bisschen stumpf rüber, aber da ich ja jetzt einen Upload-Plan habe, an den ich mich schon gerne halten möchte, musste das Kapitel raus. Ich kämpfe noch bisschen mit den Müdigkeitsnebenwirkungen meiner zweiten Covid-Impfung, also war ich beim Schreiben nicht ganz auf der Höhe - verzeiht!

Wird wieder besser, versprochen.
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