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Please love me!

von Chiyoku
GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
04.06.2021
18.09.2021
34
107.585
12
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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21.07.2021 2.871
 
Christian bemerkte schon die Sonne, die sich schüchtern durch das Fenster stahl. Mit einem Blick auf die Uhr wusste er, dass er die ganze Nacht nicht geschlafen hatte. Sein Kopf war zementschwer und er fühlte sich merkwürdig verlassen, ohne Liam, der sonst neben ihm aufwachte und ihn mit seinem süßen schläfrigen Lächeln begrüßte. Er vermisste ihn schon die ganze Nacht über und konnte es kaum erwarten, bis er wieder zurück war. Natürlich lag Liam die letzten Nächte auch nicht bei ihm, aber das Wissen, dass er keine fünf Meter von ihm weg lag, war dennoch beruhigend.

Die letzten Tage war Christian etwas auf Abstand gegangen, um zu verstehen, weswegen er Liams Liebeserklärung nicht erwidern konnte. Seine einzige, plausible Erklärung war, dass er viel zu überrumpelt war, von dem kleinen Techtelmechtel, dem unerwarteten Geständnis und zusätzlich wäre Liam der erste Mensch, zu dem er diese drei Worte in einer romantischen Art sagen würde. Christian war bewusst, dass er sich mal wieder einen viel zu großen Kopf darum machte, denn er liebte Liam. Und wie er ihn liebte! Aber aus irgendeinem Grund hatte es an jenem Abend nicht über seine Lippen kommen wollen. Und seitdem ergab sich keine richtige Situation mehr, in der er es erwidern konnte.

Er hoffte, dass er es ihm heute sagen konnte, mitsamt der Neuigkeit, dass sie sich nicht mehr verstecken brauchten und vor allem hatte er die Hoffnung, dass Liam nicht mehr wütend auf ihn sein würde. So wie er am vorherigen Abend abgerauscht war, wirkte er alles andere, als entspannt. Seitdem plagten ihn die Gewissensbisse, dass er es doch vorher hätte sagen sollen, doch er empfand es als äußerst schäbig, es zwischen Tür und Angel zu sagen. Ach übrigens liebe ich dich auch! Das wäre Liam definitiv nicht würdig gewesen.

Christian öffnete die Schranktüren, um sein bestaussehendes Hemd herauszusuchen. Schließlich wollte er nicht wie ein Bauer aussehen, wenn er ihm seine Liebe gestand, auch wenn er sich selbst dafür rügte, wieder einmal viel zu romantisch zu sein. Auch das, was er geplant hatte, war so unglaublich kitschig und Christian-untypisch, dass man davon ausgehen könnte, er hätte jemanden dafür arrangiert.

Zuerst wollte er mit Liam zu dem Waffelladen in Portland, bei dem sie ab und zu bestellten und den er so liebte, dass er – laut ihm selbst – darin baden könnte. Anschließend wollte Christian etwas klassisches, aber auch etwas, was Liam sich gewünscht hatte. Er erzählte Christian, dass er noch nie einen dieser Disneyfilme gesehen hatte und ihn vor allem „das mit der Meerjungfrau und den Löwen“ interessierte. Außerdem war er noch nie in einem Kino gewesen. Als wäre es Schicksal gewesen, lief – zwar eine Neuverfassung, aber besser als nichts – König der Löwen gerade im Kinoprogramm, sodass er auch dafür zwei Tickets reserviert hatte. Christian war es seltsamerweise wichtig, einen Kuschelsitz zu reservieren.

Er hatte es so ausgerechnet, dass sie bei Sonnenuntergang das Kino wieder verließen und danach wollte er ihn zum hiesigen Wasserfall führen. Den er mochte, da er ihm ein bisschen das Gefühl von Heimat gab. Oder zumindest die Erinnerung mit seiner Schwester. Etwas, das ihn mit Freude erfüllte. Und dort wollte Christian ihm schließlich alles beichten, von Anfang bis Ende. Vor allem, was er für Liam fühlte.

Ihm war klar, dass er einen viel zu großen Zirkus darum machte. Aber selbst wenn es von außen betrachtet etwas übertrieben war, war es dennoch nicht genug. Wenn es nach Christian ginge, wäre er mit Liam über die halbe Welt gereist, um ihm den schönsten Ort zu zeigen, der existierte. Und anschließend hätte er die Welt eingepackt, um sie ihm zu schenken. Allerdings hatte Liam Schule und an einem Tag über die halbe Erdkugel zu fliegen war – Überraschung – eher unwahrscheinlich.



Christian blickte nervös auf die Uhr. Liam sagte, dass er spätestens um zwölf zu Hause sein wollte, doch zwölf war bereits seit einer dreiviertel Stunde vorüber. Er machte sich ziemliche Sorgen, da Liam weder Bescheid gab, dass er später kam, noch sich in irgendeiner anderen Form meldete. Aber was war schon dabei, wenn er fünfundvierzig Minuten zu spät kam? Vielleicht waren sie einfach nur spät aufgestanden oder hatten sich verplappert. Aber würde Liam ihn dann nicht darüber informieren? Christian wollte nicht schon wieder den überbesorgten Freund spielen, der ihn einkesselte. Doch je mehr Sekunden verstrichen, desto mehr wuchs die Sorge, bis sie ihn schließlich dazu zwang, das Handy in die Hand zu nehmen und Liam anzurufen.

Doch gerade in diesem Moment, als er die Nummer durchwählen wollte, kam eine Nachricht von ihm rein, die knapper nicht hätte sein können.

Ich komm später.

Christian starrte verwirrt auf diese drei Worte und wartete auf mehr, aber er wurde enttäuscht. Normalerweise spamte Liam ihn voll mit diesen Emojis, er war es absolut nicht gewohnt, dass er so trocken schrieb. Mit nervösen Fingern schrieb er „Wann später?“ zurück, doch nach zwanzig Minuten blieben die Häkchen immer noch grau, sodass er aufhörte, dumm und hoffnungslos auf den Display zu schauen. Stattdessen saß er am Esszimmertisch und tat nichts, außer sich seinen giftigen Gedanken hinzugeben, während er stundenlang auf Liam wartete. Die Zeit verging mal schnell, mal endlos langsam, wie zäher Kaugummi, doch Christian blickte unentwegt auf die weiße Haustüre. Bekam Herzflattern, wenn er im Treppenhaus jemanden hörte, nur um dann enttäuscht zu werden, dass es nur ein Nachbar war. Vielleicht würden sie es wenigstens noch zum Wasserfall schaffen.

Doch auch nach Sonnenuntergang kam Liam nicht nach Hause. Betrübt blickte er auf seine Nachricht, die ungelesen und unbeantwortet vor sich hin säuerte. Hatte Liam sich doch nicht wirklich auf ihr Date gefreut? Oder nahm er es ihm tatsächlich so übel, dass er seine Gesellschaft nicht ertrug? Egal wie, Christian nahm es als seine Strafe  hin, dass er ihm nicht sofort sagen konnte, wie sehr er ihn liebte. Aber das würde er unter jedem Umstand an diesem Tag tun. Und wenn es sein musste, würde er die ganze Nacht warten. Schließlich wartete Liam fast eine Woche schon auf seine Antwort.

Und dann endlich – ein sich im Schloss drehender Schlüssel, das Klacken der Tür und Liam trat bepackt mit seiner Tasche in die Wohnung. Er schaltete das Licht an und zuckte erschrocken zusammen, als er Christian am Esstisch sitzen sah.

„Wieso sitzt du im Dunkeln?“, keuchte er und griff sich an die Brust, als würde er an einem Herzinfarkt leiden.

„Ich hab auf dich gewartet“, murmelte Christian, der nicht vorwurfsvoll klang, eher erleichtert, dass Liam endlich zu Hause war.

„Oh. Warum das denn?“, wollte Liam wissen und stellte seine Tasche ab, um anschließend zum Kühlschrank zu gehen, nur um seufzend festzustellen, dass dieser leer war.

Christian fühlte sich schmerzhaft zurückgewiesen. „Hast du vergessen, dass wir heute was vor hatten?“, fragte er leise, die Hände zu Fäusten ballend.

„Du hast nichts mehr gesagt, also bin ich davon ausgegangen, dass sich das erledigt hat“, erwiderte Liam mit dünner Stimme. „Sonst wäre ich nicht mit Noel…“ Liam presste die Lippen aufeinander und fühlte sich erwischt.

Wenn Liam ihm das Herz mit bloßen Händen herausgerissen hätte, um darauf herumzutreten, wäre es wohl angenehmer gewesen, als dieser grauenhafte Schmerz, der ihn stechend zu erwürgen versuchte. „Also weil du dachtest, dass das nichts wird, hast du gleich die Chance ergriffen, um mit diesem Kerl auf eins zu gehen?“, fragte er leise bebend und diesmal machte er ihm definitiv einen Vorwurf.

„Und wenns so wäre?“, meinte Liam schnippisch und verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust.

„Ich verstehe“, sagte Christian nur und versuchte die Tränen wegzublinzeln, die plötzlich in seine Augen schossen. „Ich dachte, dass du es ernst gemeint hast, als du gesagt hast, dass du mich liebst. Aber scheinbar hätte ich nichts erwarten dürfen.“

Mit jedem Wort brach seine Stimme mehr und er musste sich für einen Moment von Liam wegdrehen, da er ihm nicht zeigen wollte, wie tief es ihn verletzte. Die Angst, die seit Anfang der Woche stetig in ihm zu einem Tumor heranwuchs, bewahrheitete sich. Liam sah es wohl genauso, dass er es mit diesem Noel einfacher haben würde, als mit ihm. Wenn es Liam glücklich machte, würde sich Christian unter anderen Umständen nicht dagegen wehren. Doch die Tatsache, dass Liam ihm fünf Tage zuvor gesagt hatte, dass er ihn liebte, änderte die Lage, sehr sogar. Er fühlte sich auf's übelste verarscht und belogen. Wie sollte er sich auch nicht so fühlen, wenn Liam direkt zu einem anderen Kerl rannte?

„Was soll ich deiner Meinung nach anders machen? Soll ich noch drei Monate warten, bis du mich dann vielleicht auch mal liebst? Wie oft willst du mich zwischendurch küssen und es dann wieder sein lassen?“, feuerte Liam zurück und Christian spürte sofort, dass sich diese Wut über die Tage, wenn nicht sogar über Wochen angestaut hatte. Seine Worte, genau wie seine Blicke erdolchten ihn geradezu.

„Du weißt, dass ich dich küssen will und gerne mit dir zusammen wäre“, brummte Christian, der sich sehr unverstanden und ungerecht behandelt fühlte. Dachte Liam denn, dass es für ihn einfach war, sich von ihm fernzuhalten?

„Getan hast du es aber nicht, würdest du mich lieben, dann würdest du darauf scheißen. Keiner kommt zu uns nach Hause und beobachtet uns, keiner!“, giftete Liam und seine Brauen schoben sich verärgert zusammen.

„Liam, darum geht es doch nicht! Ich hatte verdammt noch mal Angst dich zu verlieren, wenn jemand das herausgefunden hätte!“, rief Christian aufbrausend und riss sich nun energisch von dem Holzstuhl hoch. „Nicht einmal wegen mir! Hauptsächlich wegen dir! Du bist immer noch auf der Flucht vor einem geplanten Doppelmord und wenn wir uns gemeinsam in der Öffentlichkeit gezeigt hätten und uns die Polizei sehen würde, dann würde es nicht lange dauern, bis sie herausfinden, wer deine Eltern sind!“

Liam starrte ihn mit offenem Mund an und selbst Christian konnte das laute Klicken in seinem Kopf hören. Dennoch presste er seinen Mund zu einer schmalen Linie, bevor er sagte: „Das ändert nichts daran, dass wir hier zu Hause unsere Privatsphäre haben und es keiner mitbekommen hätte.“

Christian fühlte sich nur noch unverstandener, wofür Liam natürlich nichts konnte, schließlich hatte er es ihm nie gesagt, doch es nervte und ärgerte ihn, dass er darauf nicht selbst kam. „Ich wollte nicht, dass deine erste Erfahrung mit der Liebe so aussieht. Ich will mich nicht mit dir verstecken müssen, dich küssen können, wann ich will und dich genau so lieben, wie du es verdienst. Ohne dass uns irgendjemand dafür wortwörtlich verurteilt!“

Liams Augen füllten sich mit Tränen, die geräuschlos zu Boden tropften. „Und wieso wolltest du dann heute mit mir etwas unternehmen, wenn es dir so Angst macht? Und warum sagst du mir nicht, dass du mich auch liebst?“, fragte er schniefend, was Christians Herz weich werden ließ, obwohl er unglaublich wütend auf ihn war.

„John hat gesagt, dass er die Gesetzlage überprüft hat und es erlaubt ist, mit einer minderjährigen Person über sechzehn eine romantische Beziehung ohne Sex zu führen. Ich wollte es dir heute erzählen, auch das andere wollte ich dir sagen, aber du bist mir zuvor gekommen“, erklärte Christian verbittert, während sein Hirn ihm Bilder vor den Augen abspielte, wie sich Liam mit Noel amüsierte, sie schüchterne kleine Küsse austauschten und sich voller Liebe in den Armen hielten.

„Wieso sagst du mir das erst jetzt…? Dann wäre ich nicht… ich hätte nicht…“, stammelte Liam schluchzend und sank auf die Knie. Christians Instinkt schrie, dass er ihn doch in den Arm nehmen sollte, doch er rührte sich keinen Millimeter. Er war viel zu verletzt davon, dass sich Liam so schnell Ersatz suchen würde. Und dann auch noch mit jemandem, der ihm von vorneherein ein Dorn im Auge war und es ihn am meisten treffen würde.

„Du hättest nicht, aber du hast“, sagte Christian zittrig und wischte sich energisch mit dem Hemdärmel über die Augen. „Vielleicht hätte ich es dir früher sagen sollen, aber vielleicht war es auch besser so. So weiß ich wenigstens, dass ich für dich einfach ersetzbar bin.“ Nun brachen die Dämme auch bei Christian und die heißen Tränen fanden schwallartig ihren Weg über seine Wangen. Scheiße…

„Nein! Das stimmt doch gar nicht! Ich war nur so… es hat mir so wehgetan, weil ich dachte, dass du mich nicht liebst und die ganze Zeit nur so getan hast, als ob! Oder dass du meinen Körper nicht schön fandest und deswegen aufgehört hast, mich zu lieben. Ich hab dir immer gezeigt, dass ich dich liebe und ich nur mit dir zusammen sein will, auch wenn du mich abgewiesen hast! Aber das hat mir so wehgetan, dass ich das nicht mehr konnte und er hat mich… Er hat mich eben das fühlen lassen, was du nicht getan hast“, sagte Liam verzweifelt und hob das aufgelöste Gesicht an, um direkt in Christians sich erkühlende Augen zu blicken. Die Realisation, dass er das Falsche sagte und dass er alles nur noch zehntausendmal schlimmer machte, spiegelte sich jäh in seiner Miene wider.

„Was denkst du eigentlich von mir? Du sagst mir du liebst mich, keine Woche später rennst du zum nächsten und geilst dich bei seiner Liebe auf, weil du sie bei mir nicht bekommen hast? Weil ich einfach nur überrascht darüber war und darüber nachdenken musste, wieso ich es nicht sagen konnte, obwohl es so ist? Was glaubst du wie ich mich gerade… Obwohl ich dir seit Wochen zeige, wie sehr ich dich… Auch wenn ich nicht… Ich muss hier raus“, würgte Christian zornig hervor, während er in Richtung Haustür stürmte.

„Bitte bleib… Wir können nochmal reden, es tut mir leid. Er war nur so nett…“, piepste Liam flehend, doch Christian unterbrach ihn.

„Ich wills nicht hören, Liam. Lass dich von ihm knutschen, vögeln, was auch immer, es interessiert mich nicht mehr“, fauchte Christian und verließ ohne Handy, nur mit seinem Geldbeutel und Hausschlüssel die Wohnung, ohne noch einen einzigen Blick auf den verzweifelt wimmernden Liam zu werfen.



Seine Beine trugen ihn wie von selbst in den Irish Pub, in dem er das letzte Mal mit Kevin war, doch selbst wenn die Erinnerung in ihm brannte; nichts war so schmerzhaft wie das Bild, welches Liam von ihm hatte. Als wäre er ein verdammtes Arschloch, der nur so tat, als würde er jemanden lieben. Es tat weh, das Liam ihn so sah, obwohl er alles für Christian war und alles für ihn bedeutete. Die Tatsache, dass er nicht mehr, als ein kleiner Abschnitt aus Liams Leben war, während er für ihn sein eigenes Leben opfern würde, legte sich wie ein Steinmantel schwer um sein Herz.

Er setzte sich an einen Tisch in der Nähe der Bar, nickte Peter nur kurz angebunden zu und starrte gedankenverloren auf einen dicken Brandfleck im Holz. Er bemerkte Sam erst, als sie ihn anstupste.

„Wow, das muss ja eine richtig fette Laus gewesen sein, die dir über die Leber gelaufen ist“, meinte Sam, als er sie mürrisch anblickte.

„Meine Leber will gerade einfach nur Alk. Lass mir was mischen, was mich so schnell wie möglich aus dem Leben knallt, bitte“, grummelte er und wandte sich wieder seinem Brandfleck zu.

„Einmal aus dem Leben schießen, kommt sofort. Bist schon der Zweite, der danach verlangt“, meinte Sam belustigt und zuckte mit dem Kopf in Richtung des Tisches gegenüber. Dort saß Jean, nicht weniger schlecht gelaunt, als Christian selbst. Man sah, dass er schon einiges intus hatte, denn er schwankte selbst im Sitzen.

Christian hatte wenig Lust, sich noch Jeans Probleme aufzuladen, daher begrüßte er ihn gar nicht erst. Sam kam mit einem riesigen Glas mit klarer Flüssigkeit wieder und stellte es stolz vor ihm ab.

„Den hab ich für dich gemischt. Ich nenne ihn liebevoll Death Punch. Also da ist alles klare Hochprozentige drin, was ich finden konnte. Wird ziemlich eklig schmecken, aber… TRINK DAS NICHT AUF EX!“, rief sie entsetzt, als Christian sich das tatsächlich sehr widerwärtige Getränk in den Hals kippte und zwischen jedem Schluck beinahe würgte. „Wer auch immer der Kerl ist, er ist es nicht wert, dass du dich besäufst“, schimpfte sie mit drohendem Finger.

„Das ist das Problem. Er ist alles und noch viel mehr wert“, brummte Christian seufzend und ignorierte seinen rumorenden Magen, dem die Todesmischung absolut nicht gefiel.

„Na, wenn du das sagst. Wenn du hier alles vollkotzt, lass ich es dich fressen, das schwör ich dir!“, stichelte sie und setzte sich ihm gegenüber. „Willst du darüber reden?“

„Nö, ich will mich betrinken und mich auf die Suche nach irgendwas fickbarem machen“, sagte Christian, bereits mit Sprechschwierigkeiten. Eigentlich hatte er absolut keine Lust auf Sex, doch er wollte sich ablenken. Auch wenn er zu einem grauenhaften Romantiker mutiert war, musste doch auch noch immer etwas von dem alten Christian in ihm stecken, der sich nach schlechten Ereignissen immer etwas zum Vögeln suchte. Das hatte er bei John immer getan, wieso sollte es bei Liam dann nicht auch funktionieren?

„Bring mir noch nen Drink, vielleicht einer der nicht nach Scheiße schmeckt“, orderte Christian genervt, woraufhin Sam nur seufzte und zurück zu Peter zuckelte.

Während Christian auf seinen Drink wartete, ließ er seinen verschwimmenden Blick durch die urige Bar schweifen und durchforstete sie nach potenziellen Bettgenossen.

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Typischer Fall von: "Ich liebe dich mehr als du mich!" oder? Und sie sprechen irgendwie aneinander vorbei, können beide nicht klar ausdrücken, was sie sich überhaupt vom anderen wünschen. So eine Situation kennen wir wohl auch alle. Ich kann irgendwie Liams und Christians Sicht auf die Dinge verstehen. :D
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