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Vergangenheit oder Zukunft?

von Achanti
GeschichteAllgemein / P18 / Het
31.05.2021
22.07.2021
25
76.577
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22.07.2021 3.121
 
Der Samstagmorgen verlief relativ ereignislos und doch lag eine nervöse, aber positive Anspannung in der Luft. Die beiden Freundinnen frühstückten gemeinsam und unterhielten sich über belanglose Sachen. Doch dann drängte Fiona Harper dazu ins Bad zu gehen.

„ Jetzt mach doch keinen Stress Fiona. Es ist noch nicht einmal zwölf Uhr und du machst schon wieder Stress.“ „ Was heißt Stress? Du musst duschen, du musst deine Haare richten, du musst dich rasieren, du musst…“ „ Ganz entspannt diesen Abend genießen. Außer einem guten Essen wird nichts passieren.“

Harper versuchte die Erwartungshaltung ihrer Freundin zu dämpfen, doch diese schien davon nichts wissen zu wollen. Fiona starrte nur völlig erschrocken auf ihre Freundin und murmelte dann irgendetwas vor sich hin, während sie den Tisch abräumte.

Harper schüttelte grinsend den Kopf, half ihr dabei und verschwand dann im Bad. Dort ließ sie sich tatsächlich etwas mehr Zeit, allerdings schlüpfte sie erst in eine bequeme Jogginghose und verschwand wieder in ihrem Zimmer. Dort griff sie nach ihrem Handy und fand eine Nachricht ihres Chefs vor. Überrascht öffnete sie sie und wählte anschließend seine Nummer.

„ Hey, schön, dass du anrufst. Ich habe für halb sieben einen Tisch reserviert. Ich hoffe das ist für dich in Ordnung.“ „ Sagst du mir auch wo wir hingehen?“, fragte sie nach. „ Oh nein, sicher nicht. Es soll doch eine Überraschung sein und ich möchte einen angenehmen Abend mit dir verbringen. Mach dir keine Sorgen, es wird dir gefallen.“ „ Du weißt doch gar nicht was ich mag“, erwiderte Harper schmunzelnd. „ Da muss ich dir zustimmen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich deinen Geschmack getroffen habe. Ich wollte dir das eigentlich auch nur kurz mitteilen, denn ich treffe mich gleich noch mit Marcus. Er wollte noch etwas mit mir besprechen.“ „ Geht es um Caroline?“ „ Das weiß ich nicht, aber es könnte gut sein. Du musst dir aber keine Sorgen machen.“

Vincent versuchte sie sofort zu beruhigen, doch Harpers Gedanken irrten schon wieder wild umher. Obwohl Vincent ihr versichert hatte, dass er keinerlei Gefühle für diese Frau hegte, hatte sich doch ein Tropfen Eifersucht in ihr niedergelassen. „ Ist schon gut, du musst nicht weiter darüber reden. Hol mich einfach pünktlich ab und alles ist in Ordnung.“

Vincent atmete tief durch und beendete dann schnell das Gespräch. Er konnte nur hoffen, dass dieser Abend wirklich funktionierte. Er wollte Harper tatsächlich näher kennenlernen. Jetzt saß er in seinem Arbeitszimmer und wartete darauf, dass sein Bruder bei ihm auftauchte.

Dieser erschien eine gute halbe Stunde später und wirkte regelrecht verzweifelt. Vincent führte ihn ins Wohnzimmer, schenkte ihm ein Glas Wasser ein und setzte sich zu ihm. „ Okay, was hast du auf dem Herzen kleiner Bruder?“ „ Ich habe dir doch erzählt, dass Caroline mich beauftragt hat, oder?“, begann Marcus stockend. „ Das hast du. Aber warum wirkst du jetzt so verzweifelt?“, wollte Vincent wissen. „ Weil sie wahnsinnig ist Vince. Du kannst dir nicht vorstellen um was sie mich gebeten hat.“ „ Spann mich nicht auf die Folter. Was ist passiert?“

Marcus atmete tief durch und erzählte dann was ihm aufgetragen wurde. „ Sie will, dass ich ihr neues Heim genauso einrichte wie dein eigenes Domizil, oder vielmehr das was sie für dein Domizil hält. Du hast sie doch nie hierher mitgenommen, oder?“

Vincent erhob sich und tigerte durch den Raum. „ Um Gottes Willen, ich bringe keine Frauen mit hierher, außer… naja egal. Aber wie… wie willst du das Haus denn jetzt einrichten?“ „ Genau deshalb bin ich hier. Sie hat mir keine genauen Vorgaben gemacht, außer der Tatsache, dass es möglichst so aussehen soll wie bei dir. Deshalb muss ich unbedingt wissen wo du mit ihr warst.“

Vincent überlegte einen Moment lang, denn es war lange her, dass er sich mit Caroline getroffen hatte. Es war nur eine kurze Affäre und er war froh, als sie vorüber war. Jetzt fiel ihm aber auch wieder auf, wo er mit ihr hingegangen war.

„ Ich war mit ihr in einer kleinen Stadtwohnung. Warte, ich glaube ich habe hier irgendwo noch Bilder davon.“ „ Du hast die Wohnung nicht mehr?“, hakte Marcus vorsichtshalber nach. „ Nein, dafür habe ich mir eine andere Immobilie angeschafft“, erwiderte Vincent und verschwand in seinem Arbeitszimmer. Kurze Zeit später erschien er wieder im Wohnzimmer und reichte seinem Bruder ein paar Fotos.

„ Das sind die Bilder, die der Makler mir damals gegeben hat. Vielleicht können die dir helfen.“ Marcus blickte auf die Fotos und nickte langsam. „ Ich denke schon. Ich hoffe nur, dass sie es dabei belässt.“ Vincent raufte sich die Haare. „ Das hoffe ich auch. Ich weiß selbst nicht warum sie jetzt auf einmal auftaucht. Ich schätze ich werde mich mal mit meinen Sicherheitsleuten unterhalten.“

Marcus wurde ernst und lehnte sich langsam zurück. „ Wenn du so anfängst hast du andere Hintergedanken. Willst du darüber reden?“ Vincent lehnte sich ebenfalls zurück und zuckte die Schultern. „ Ich werde dir alle Infos geben, wenn es sinnvoll erscheint. Aber jetzt würde ich dich bitten zu gehen, denn ich muss noch ein paar Dinge organisieren, damit ich einen ruhigen Abend haben kann.“

Jetzt beugte Marcus sich doch wieder vor und grinste amüsiert. „ Du willst einen ruhigen Abend haben? Muss ich da etwas wissen?“ Vincent verdrehte die Augen, denn er wusste ganz genau, dass er ihm jetzt ein Häppchen hingeworfen hatte, den sein Bruder nicht einfach links liegen ließ.

„ Ich lasse mich heute Abend einfach überraschen. Ich… ich habe Harper gefragt, ob sie mit mir essen gehen möchte.“ „ Verdammt du hast ein Date!“, entfuhr es Marcus lachend und schon stand er auf. „ Ich bin weg Bruder, aber ich drücke dir die Daumen. Und sobald du Harper an der Angel hast, sag mir Bescheid. Dann kann ich mich nämlich um ihre Freundin kümmern.“

Jetzt lachte Vincent. „ Darum geht es dir also. Du willst nur ihre Freundin rumkriegen. Ob es bei mir funktioniert ist dir vollkommen egal.“ Blitzartig wurde Marcus wieder ernst. „ Das stimmt nicht und das weißt du auch. Ich drücke dir die Daumen Vince. Du hast es verdient glücklich zu werden. Und auch wenn ich Harper nicht genau kenne, glaube ich dennoch, dass sie dir gut tut. Sie erdet dich und genau das brauchst du.“ Damit nickte er ihm zu und verließ das Penthouse.





Harper hatte sich umgezogen, etwas Make-Up aufgelegt und wartete jetzt nervös mit Fiona auf Vincent. Immer wieder wanderte ihr Blick zur Uhr, bis Fiona schließlich genervt aufseufzte. „ Er wird schon pünktlich auftauchen. Er hat sich nicht umsonst so viel Mühe mit dir gegeben.“

Gerade als Fiona geendet hatte, klingelte es, woraufhin Harper erschrocken zusammenzuckte. Ihre Freundin lachte nur und öffnete die Tür. Wenig später erschien auch schon Vincent und wurde von ihrem strengen Blick begrüßt.

„ Du darfst sie heute Abend ausführen, aber wehe du tust ihr weh. Dann wirst du dir wünschen mich nicht kennengelernt zu haben.“ Vincent verstand ihr Verhalten absolut, sodass er nur ernst nickte. „ Ich werde ihr nicht wehtun Fiona, das verspreche ich dir.“

Fiona überlegte kurz, dann trat sie zur Seite, sodass er eintreten konnte. Dies tat er dann auch und ging geradewegs ins Wohnzimmer, wo Harper langsam aufstand. Vincent musterte sie von oben bis unten und musste einmal tief durchatmen.

„ Ich… ehrlich gesagt bin ich sprachlos“, gestand er ihr und lächelte entschuldigend. Er wusste ganz genau, dass jeglicher Kommentar seinerseits jetzt zu viel wäre, vor allem deshalb, weil sie es langsam angehen wollten.

Harper erwiderte sein Lächeln und erhob sich jetzt. „ Dann lass uns einfach gehen, okay?“ Harper ging ihm voraus zur Tür, denn auch sie wollte nichts überstürzen. Vincent hatte sich auch in Schale geschmissen und das wollte etwas heißen, wo er doch auch sonst schon immer im Anzug herumlief. Aber heute hatte er auf die Krawatte verzichtet und die obersten Knöpfe des Hemdes offen gelassen.

Schnell folgte er ihr, nickte Fiona noch einmal zu und begleitete Harper dann nach unten, wo er sie geradewegs zu seinem Auto führte. Er öffnete ihr die Tür und wartete darauf, dass sie einstieg. „ Wie viele Autos hast du eigentlich?“, fragte Harper überrascht. „ Einige“, entgegnete Vincent schmunzelnd und stieg nun selbst ein. Er war heute mit seinem Mercedes vorgefahren und startete nun den Motor.

Harper lachte leise und fuhr über die noble Innenausstattung. „ Der Wagen gefällt mir“, meinte sie dann. „ Wenn du willst kannst du ihn gerne auf dem Rückweg fahren“, schlug er vor. „ Oh nein, das kannst du vergessen. Ich werde bestimmt nicht fahren.“ „ Hey, ich bin versichert, also musst du dir keine Sorgen machen.“ „ Ich werde nicht fahren“, wiederholte Harper und blickte lieber wieder aus dem Fenster. Sie war schon gespannt wohin Vincent sie bringen wollte.

Eine gute Viertelstunde später bog er auf einen Parkplatz und schaltete den Motor aus. Harper sah sich neugierig um und staunte nicht schlecht, als sie das kleine, aber feine Restaurant erkannte. „ Na komm, ich habe einen Tisch reserviert.“

Schüchtern folgte sie ihm und war nicht weiter verwundert darüber, dass der Mann am Eingang ihn sofort erkannte. Ungefragt führte er sie zu einem abgelegenen Tisch, damit sie ihre Ruhe hatten. Dennoch konnte man von hier aus das ganze Lokal überblicken und die gemütliche Atmosphäre in sich aufsaugen.

„ Darf ich Ihnen schon etwas zu trinken anbieten?“ Vincent nickte seiner Begleitung aufmunternd zu. Diese war leicht überfordert, sodass sie sich erst einmal für ein Glas Wasser entschied. „ Machen Sie eine Flasche draus“, ergänzte Vincent und widmete sich dann mit voller Aufmerksamkeit der Speisekarte.

„ Du trinkst keinen Alkohol?“, kam es verwundert von Harper. Vincent legte den Kopf schief und wedelte dann mit seinem Autoschlüssel. „ Auch wenn ich mit Sicherheit das ein oder andere Glas vertragen würde, aber ich bin ein Verfechter der Null Toleranz. Wenn ich fahre, trinke ich nicht. Und wenn ich doch mal dazu genötigt werde etwas zu trinken, dann trinke ich umso mehr Wasser, in der Hoffnung, dass die Wirkung schneller verfliegt.“

Erstaunt sah sie ihn an und konnte ihm nur noch mehr Pluspunkte geben. „ Warum willst du nichts trinken?“, fragte er jetzt im Gegenzug. Sie errötete leicht und war froh, dass genau in diesem Moment das Wasser kam. Schnell trank sie einen Schluck und lächelte dann verlegen.

„ Ich möchte heute Abend lieber einen klaren Kopf behalten“, gestand sie ihm dann. „ Das ist vernünftig“, erwiderte er und blätterte weiter in der Karte. Als der Kellner ein weiteres Mal an ihren Tisch kam, legte er die Karte zur Seite und deutete auf seine Begleitung.

„ Nach dir.“ Harper überlegte noch kurz und nickte dann entschlossen. „ Ich nehme die Bandnudeln mit dem mediterranen Gemüse.“ Der Kellner notierte sich diesen Wunsch und wartete dann auf Vincents Bestellung. „ Ich nehme das Filet des Hauses, anstatt Bohnen hätte ich aber gerne Erbsen, wenn es möglich ist.“ „ Das wird sicherlich möglich sein Sir.“ Damit verschwand der Kellner und Vincent blickte in Harpers grinsendes Gesicht.

Irritiert runzelte er die Stirn. „ Was guckst du so?“ „ Magst du etwa keine Bohnen?“ Jetzt lächelte er und trank einen Schluck seines Wassers. „ Jeder Mensch hat irgendetwas was er nicht mag.“ „ Oh, davon kann ich ein Lied singen“, erwiderte sie. „ Ach ja? Dann klär mich auf. Du weißt jetzt schon, dass ich keine Bohnen mag, also bist du mir etwas schuldig.“

Grüblerisch legte sie ihren Finger ans Kinn, doch dann erlöste sie ihn. „ Ich mag absolut keinen Spinat.“ Angeekelt verzog er jetzt das Gesicht. „ Welcher normale Mensch mag denn auch Spinat? Bei aller Liebe, aber das geht gar nicht.“

Die beiden brachen in schallendes Gelächter aus, sodass sogar einige der anderen Gäste sich verwundert nach ihnen umdrehten. Beschämt senkte Harper den Blick, doch Vincent war es egal. Er liebte es, wenn Harper so locker und sorglos war. Außerdem gefiel es ihm, dass sie bei diesem Essen tatsächlich über belanglose Dinge sprechen konnten und sich so besser kennenlernen konnten.

Harper trank einen Schluck von ihrem Wasser und sah sich dann neugierig in dem Lokal um. Sie war noch nie hier gewesen, doch es gefiel ihr. Sie fühlte sich wohl und die gemütliche Atmosphäre lud geradezu dazu ein hier zu verweilen.

„ Gefällt es dir hier?“, wollte Vincent denn auch prompt helfen. Ertappt sah sie ihn an und lächelte leicht. „ Es ist richtig schön. Ich war noch nie hier, aber es gefällt mir.“ Erleichtert atmete er auf und lehnte sich entspannt zurück. „ Dann habe ich ja eine gute Wahl getroffen.“ „ Hast du“, bestätigte sie ihm lächelnd und überlegte im gleichen Atemzug was sie ihn noch fragen könnte. Sie wollte keine unangenehme Stille zwischen ihnen, doch sie wusste nicht so recht was sie ihn fragen sollte.

„ Was hast du eigentlich für Hobbys?“, platzte es dann aus ihr heraus und sie wünschte sich sofort das berühmte Loch im Boden, in welchem sie umgehend verschwinden konnte. Doch entgegen ihrer Erwartungen beugte der junge Mann sich vor.

„ Ich schwimme gerne. Außerdem… naja, ich sage es nicht gerne und ich hoffe du behältst Stillschweigen darüber, ich mag Tiere.“ Überrascht starrte sie ihn an. „ Du magst Tiere? Das hätte ich nie gedacht.“ Er zuckte nun doch etwas verlegen die Schultern. „ Es ist aber so.“ „ Und du hast wahrscheinlich keine eigenen Tiere, weil du ihnen momentan nicht gerecht werden könntest“, vermutete sie und erntete ein anerkennendes Nicken.

Bevor sie sich jedoch noch weiter unterhalten konnten, wurde das Essen vor ihnen abgestellt und Harpers Augen weiteten sich. Der Teller sah atemberaubend aus und ihr war sofort klar, dass sie nicht alles aufessen konnte. „ Guten Appetit“, wünschte Vincent und begann damit sich den ersten Bissen auf die Gabel zu laden.

Die beiden aßen in einvernehmlichem Schweigen und tatsächlich blieb noch einiges auf ihrem Teller liegen. „ Ich hoffe du hast nur so viel liegenlassen, weil du nicht mehr kannst und nicht, weil es dir nicht schmeckt.“ „ Es war hervorragend, aber ich kann wirklich nicht mehr Vincent. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich mein Wasser noch austrinken kann.“

Er lachte leise und leerte sein Glas. „ Was hältst du dann von einem kleinen Verdauungsspaziergang durch den kleinen Park hier nebenan?“ „ Es gibt hier einen Park? Den habe ich ja noch gar nicht gesehen.“ „ Wie auch? Wir müssen noch ein paar Meter gehen. Ich hoffe das kannst du in deinen Schuhen.“

Harper überlegte kurz. Sie hatte zwar einen leichten Absatz, am Schuh, doch sie war sich sicher, dass ein paar Meter sie nicht umbringen würden. Deshalb nickte sie jetzt. „ Ich würde gerne noch ein paar Meter gehen.“

Vincent winkte der Bedienung und zahlte sofort die Rechnung. Empört setzte Harper an zu sprechen, doch er winkte nur lässig ab. „ Ich bin ein Mann alter Schule. Widersprich mir bitte nicht.“

Ergeben hob sie die Hände und folgte ihm lieber nach draußen. Dort deutete er nach rechts und schon machten sie sich gemeinsam auf den Weg zum Park. Es handelte sich tatsächlich nur um einen kleinen Stadtpark, doch er wirkte einladend und gemütlich.

Durch den wolkenlosen Himmel kamen die Sterne auch wunderschön zur Geltung und Harper fühlte sich so entspannt wie lange nicht mehr. Sie schlenderten über die schmalen Pfade und genossen den lauen Abend miteinander.

Plötzlich blieb Vincent stehen und drehte sich zu ihr. „ Du hast mir noch gar nicht verraten ob du auch Tiere magst.“ Erstaunt sah sie ihn an, denn mit dieser Frage hatte sie am allerwenigsten gerechnet. „ Ich… natürlich mag ich Tiere. Wie könnte ich nicht?“ „ Da haben wir doch schonmal eine Gemeinsamkeit gefunden.“ Er lächelte und ging langsam weiter.

Schließlich standen sie nach einiger Zeit wieder vor dem Restaurant. „ Ich würde sagen wir machen Schluss für heute und ich bringe dich nach Hause, oder?“ Harper nickte knapp und stieg ins Auto. Anschließend fuhr Vincent sie nach Hause und hielt vor ihrer Wohnung.

„ Da wären wir“, murmelte er und drehte sich zu ihr um. Sie nickte nachdenklich und drehte sich dann auch zu ihm. „ Willst du… willst du vielleicht noch mit hoch? Wir könnten noch etwas trinken.“

Vincent schüttelte lächelnd den Kopf. „ Ich würde liebend gerne mitkommen, aber wir wollten es langsam angehen lassen und aus diesem Grund werde ich dich jetzt auch verlassen. Glaub mir, es fällt mir verdammt schwer, aber ich möchte mich an unsere Abmachung halten. Allerdings… was hältst du davon, wenn wir nächstes Wochenende gemeinsam in den Zoo gehen?“

Harper staunte nicht schlecht, doch der Vorschlag gefiel ihr. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass Vincent sich so eisern an ihre Vorgabe hielt, doch genau aus diesem Grund stieg er in ihrer Gunst immer weiter nach oben. Jetzt nickte sie leicht und öffnete die Beifahrertür.

„ Ich würde mich freuen“, erwiderte sie und stieg aus. „ Gute Nacht Harper, schlaf gut.“ Harper beugte sich noch einmal zu ihm in den Wagen. „ Gute Nacht Vincent, schlaf gut.“ Damit schlug sie die Tür zu und betrat ihr Wohnhaus. Sie stieg die Treppen zu ihrer Wohnung hoch, welche sie wenig später betrat.

Tatsächlich hatte Vincent noch so lange gewartet, bis sie ihre Tür aufgeschlossen hatte und dafür schätzte sie ihn noch mehr. Es wunderte sie allerdings auch nicht, dass Fiona noch wach war und jetzt mit großen Fragezeichen in den Augen auf sie zu kam.

„ Okay, ich will alles wissen. Was habt ihr gemacht, wie war’s und wann trefft ihr euch wieder?“ Harper lachte leise, legte ihre Handtasche zur Seite, zog ihre Schuhe aus und ging dann in die Küche, um sich ein Glas Wasser einzuschenken.

„ Wir treffen uns Montag“, antwortete sie ehrlich und schmunzelte leicht. Prompt verdrehte Fiona die Augen. „ Ich meine wann ihr euch außerhalb des Büros nochmal trefft. Mir ist auch so klar, dass ihr euch die ganze Woche über sehen werdet.“

Harper setzte sich an den kleinen Küchentisch, woraufhin Fiona sich sofort zu ihr setzte. Neugierig wartete sie auf weitere Informationen ihrer Freundin. „ Wir wollen uns nächstes Wochenende treffen“, gestand Harper dann leise.

Fiona grinste siegessicher. „ Aha, nächstes Wochenende also. Und was werdet ihr machen?“ „ Warum bist du nur so verdammt neugierig?“, beklagte Harper, musste dabei allerdings grinsen. „ Weil du nicht nur meine Mitbewohnerin bist, sondern auch meine beste Freundin. Also, was macht ihr nächstes Wochenende?“

Harper seufzte nur. „ Wir wollen in den Zoo gehen.“ Fiona stutzte kurz, doch dann nickte sie verstehend. „ Wahrscheinlich macht das bei euch beiden sogar Sinn. Allerdings wirst du nächste Woche auf dich alleine gestellt sein was die Klamottenwahl angeht.“ „ Auf einmal? Vertraust du jetzt meinem Geschmack, oder habe ich etwas verpasst?“

Fiona tat so als müsse sie ihre Fingernägel polieren. „ Marcus und ich werden uns nächstes Wochenende auch treffen.“ Erstaunt sah Harper ihre Freundin an, doch dann grinste sie. „ Pass bloß auf, dass er dir nicht wehtut. Ich glaube er ist der reinste Casanova.“ „ Ich kann schon auf mich aufpassen Harper, mach dir keine Sorgen.“ „ Tja, wahrscheinlich muss ich das wirklich nicht. Sei mir nicht böse, aber ich bin ziemlich müde. Aber… woher hast du überhaupt Marcus‘ Kontaktdaten?“ „ Die habe ich Vincent klammheimlich abgezwackt, als er dich abgeholt hat“, erwiderte Fiona zwinkernd.

Harper verdrehte die Augen, nickte aber wissend und erhob sich, stellte das Glas in die Spülmaschine und ging in ihr Zimmer. Dort zog sie sich um und legte sich völlig geschafft ins Bett und war schon sehr bald eingeschlafen.
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