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Faith makes all things possible, love makes them easy

GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Mick Schumacher
31.05.2021
26.07.2021
57
130.674
7
Alle Kapitel
115 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
22.07.2021 2.152
 
Vielleicht ist der Umgang von Robert und Mick falsch in diesem Kapitel, aber lügen bringt bei dem Thema nichts. Er kann nicht heute so darüber reden und sie bekommt die Wahrheit in 10 Jahren raus, aber hat immer gedacht, dies sei die Wahrheit. Aus Erfahrung im Bekanntenkreis kann dies im schlimmsten Fall die ganze Familie zerstören und vorallem die betroffene Person.

Ich wollte es auch nicht zu dramatisch machen und hatte mich versucht in ein dreijähriges Kind zu versetzten, die es nicht ganz verstehen kann.

Ich hoffe es gefällt euch trotzdem, denn eigentlich wollte ich dieses Kapitel erst garnicht hochladen. Ich bin selbst beim hochladen immer noch skeptisch, aber über 2000 Wörter einfach zu löschen, wäre irgendwie falsch.

Robert

Ich fuhr gerade zum Kindergarten, Ana abholen. Sie hatte sich dort super eingelebt, es tat ihr sehr gut so viele Kinder in ihrem Alter um sich zu haben.

Traurig war sie manchmal aber doch, dass sie eine Woche nicht gehen konnte, weil sie mit zu rennen flog. Uns ging es nicht unbedingt um die Betreuung, wobei es wirklich gut war. Wir hatten Zeit für das Training und Lana brauchte jetzt mit knappen 6 Monaten auch viel Aufmerksamkeit. Ana sollte einfach soziale Kontakte knüpfen, sich austoben können und Freunde finden.

Sie waren so unterschiedlich, Ana war manchmal froh, alleine im Bett zu liegen und zu schlafen, Lana konnte mittags nur einschlafen, wenn Mick oder ich dabei waren. Ich glaube aber, es war gut Ana zu haben, da sie wirklich ein Anfängerbaby schlecht hin war. Wenn ich mir manche Storys von Gina anhörte, wo sie verzweifelte, war Ana schon ein Engel gewesen.  Lana wollte auch nicht wirklich viel auf den Arm anderer, Corinna ging noch, aber bei meiner Mutter zum Beispiel, die sie selten sah, war es nicht möglich, zumindest nicht die ersten paar Stunden.

Ich parkte und lief dann zum Eingang. Nachdem ich geklingelt hatte, kam ihre Erzieherin und öffnete mir die Tür. „Wir haben ein Problem." sagte sie, ohne Begrüßung. „Was ist passiert?" fragte ich nach, sah dann Ana aus dem Raum, in dem ihre Gruppe war kommen.

Sie hatte geweint, sah mich traurig an und ging dann zu denn Garderoben. „Sie wurde von einem älteren Kind darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht geht, dass man zwei Väter hat, es gehört immer eine Mama dazu. Ich habe schon mit ihr gesprochen, aber verstehen tut sie es nicht." erklärte sie mir.

Ich musste schlucken, hatte die ganzen Jahre Angst, vor diesem Tag. „Oh fuck." murmelte ich leise und sah dann Ana wieder aus der Garderobe kommen, blickte mich traurig an. „Wenn etwas sein sollte, oder ihr Hilfe braucht bei dem Thema, meine Handynummer habt ihr. Meldet euch, auch wenn es spät ist." lächelte sie mich beruhigend an.

Sie war echt eine liebe, knapp 50 jährige. Hatte eigentlich ihr lebenslang nichts anderes gemacht und konnte Kinder schneller einschätzen, als man sich überhaupt denn Namen merken konnte.

„Kommst du Maus?" fragte ich Ana, ging in die Hocke und blickte sie an. „Bist du mein papa?" fragte sie leise und man merkte ihr an, dass sie wieder weinen würde. „Ja das bin ich und Papa auch, wir erklären es dir zuhause, ok?" ich hielt ihr eine Hand entgegen, die sie dann nahm und mit mir zum Auto ging.

Die Fahrt war ruhig, Ana weinte leise, blickte auf ihre Schuhe. Mir aber auch flossen die Tränen, wusste ich einfach nicht, wie wir dieses Thema für sie gerecht erklären sollten. Mick und ich hatten oft drüber gesprochen, aber jetzt wo es so weit war, war ich komplett überfordert, dabei wollte ich stark für sie sein.

Als ich die Auffahrt hoch fuhr, erblickte ich Mick. Er machte gerade Angie und Nila die Leinen ab, während vor ihm der Kinderwagen stand. Lana konnte nicht schlafen, weshalb er mit ihr spazieren wollte und gleich die Hunde mitnahm.

Er sah hoch und erblickte wohl nur mein Gesicht, bemerkte als ich ausstieg, dass etwas war. „Alles gut?" fragte er die paar Meter rüber zu mir rüber. Ich ging um das Auto und öffnete die Tür, schüttelte nebenbei denn Kopf, Ana hatte sich schon abgeschnallt und kletterte langsam raus.

Mick sah, dass sie auch weinte, sah ihr dabei zu, wie sie zum Kofferraum ging, denn Knopf drückte, damit er sich öffnete. Sie nahm ihren Rucksack raus, schloss ihn mit dem Knopf wieder und lief zur Haustür.

„Es gibt immer eine Mama und einen Papa." gab ich von mir, als ich an ihm vorbei lief. Ich ging zu Tür, schloss diese auf. Ana war schnell drin, zog sich die Schuhe aus und ging nach oben.

Mick stand plötzlich hinter mir, legte eine Hand auf meine Schulter. Als ich mich umdrehte, sah ich dass es ihm gerade auch nicht so gut ging. „Wir haben es öfters besprochen, wie wir es ihr erklären. Keine Lügen, ob sie es versteht oder noch nicht." sagte er leise. Wir hatten uns auch darüber informiert, wie wir dieses Thema behandeln und auch dort kam heraus, irgendeine Geschichte erfinden, brachte nichts.

Auf dem Weg nach oben, schrieb ich Corinna, dass sie Lana abholen müsste, weil der Tag gekommen war. Sie wusste was gemeint war und meinte sie wäre für uns in der Situation da. Sie antwortete sofort, dass sie sich auf denn weg machte, da sie am Stall war, ging es schneller, als von zuhause aus.

Ana lag auf ihrem Bett, hatte denn Teddy, der ihr immer noch alles bedeutete im Arm und hatte riesige Tränen in denn Augen. Ich ging auf sie zu, setzte mich auf die Bettkante und strich ihr, ihr Haare aus dem Gesicht.

„Und wo ist meine Mama?" fragte sie leise. „Deine Mama ist im Himmel, sie ist ein Engel und passt jede Sekunde auf dich auf." sagte ich gerade heraus. „Warum ist sie da?" Ana ließ denn Teddy los und kam zu mir, setzte sich auf meinen Schoß sind schloss ihre Arme so gut es ging um mich.

Fest drückte ich sie an mich, strich ihr über denn rücken und überlegte, ob ich es ihr alles jetzt schon und ohne Mick erklären sollte.

„Deine Mama war krank, sie musste ein Engel werden, konnte nicht mehr bei dir bleiben. Sie wäre aber sehr gerne bei dir geblieben, aber hier konnte sie nicht auf dich aufpassen." ich musste schlucken, wusste nicht wie sie es empfand, wusste nicht wie eine dreieinhalb jährige dies alles verstand und in ihrem Kopf ankam.

„Also war es gut das sie ein Engel geworden ist?" fragend sah sie mich an, aber immer noch traurig. „Ja es war das beste für sie." antwortete ich ehrlich und sah Ana einfach an.

„Und warum habe ich zwei Papas?" jetzt kam doch wieder ihre neugierige Seite zum Vorschein. „Zwei Papas können nicht zusammen Eltern werden, außer man macht es wie wir es bei Lana gemacht haben." fing ich an. „Aber Lanas Mama wollte sie nicht haben, deshalb geben wir ihr doch liebe." sagte sie lächelnd.

Ana war wirklich die beste große Schwester, die man haben konnte. „Ja, bei ihr ist es etwas anders. Wir wollten Lana aber haben, weshalb sie unsere Tochter ist. Du warst immer meine Tochter, aber ich habe deinen Papa lieb gehabt und deine Mama kannte ich nicht gut." ok jetzt kam das ehrlich sein, dass es nicht böse klang.

„Du hattest Papa lieber als Mama. Das ist aber doch nicht schlimm, ich habe Lana auch lieber als Lyan. Lyan klaut mir immer meine Spielsachen." sagte sie. Ich liebte in diesem Moment einfach ihre kindlichen Gedanken, sie vereinfachten es mir.

„Dein Papa war von der ersten Sekunde an für dich da, als deine Mama dich zu mir gebracht hat. Er liebt dich und du bist seine Tochter, genau wie meine." sagte ich lächelnd und drückte sie an mich. „Ich habe Papa auch genauso lieb, wie ich dich lieb habe."

Ich erklärte ihr immer mehr und hoffte, dass sie es verstand. Sie war jung, ich hatte gehofft das wir noch mehr Zeit hatten uns darauf vorzubereiten, aber leider nicht. Ich hatte noch die Klingel gehört unten, auch Corinnas Stimme, kurz darauf kam Mick ins Zimmer, hatte seinen Laptop dabei.

Ana kletterte von meinem Schoß und lief zu Mick, der sie sofort an sich zog, nachdem er sie auf denn Arm genommen hatte. „Hab dich lieb Papa." sagte sie und gab ihm einen Kuss. „Ich dich auch Prinzessin." mein Herz schmolz, als ich dies sah.

Ich hatte es mir wirklich schlimmer vorgestellt, dachte Ana wäre trauriger, oder würde sich zurück ziehen. Natürlich wird sie noch Fragen stellen, wohl auch das ganze Leben, aber wir wären immer ehrlich zu ihr.

Dann wird sie in 10 Jahren halt doch erfahren, dass sie bei einem one night stand entstanden ist, aber es war nun mal so und ich konnte mich auch vor ihr, da niemals rausreden. Sie sollte nur immer wissen, dass wir sie liebten und glücklich waren, dass sie unser Leben so perfekt gemacht hat. Sie war unser erstes Kind und hat uns gezeigt, wie toll es sich anfühlt, gebraucht zu werden.

Mick kam mit Ana zu mir rüber, setzte sich so hin, dass er an die Wand anlehnte. Ana saß neben ihm und ich lehnte mich neben ihr auch dazu. „Ich zeige dir mal ein paar Bilder." sagte Mick, als er sein Laptop aufklappte.

Er war so unglaublich organisiert, hatte alle Bilder nach Jahren und Unternehmungen sortiert, was bei mir nie der Fall war. Er hat sogar ein Bild von Anas Mutter, was ich nicht mal kannte. „Habe ich extra damals schon raus gesucht." erklärte er mir schnell.

„Sie ist schön." lächelte Ana und sah sich das Bild genauer an. „Wenn ich auch mal ein Engel werde, dann spielt sie mit mir oder?" fragte sie und blickte Mick an. „In 90 Jahren bestimmt." lächelte er genauso und legte einen Arm um sie.

„Das war unser erster Spaziergang." erzählte er, als er ein Bild öffnete, welches ich gemacht hatte, als Mick Ana gerade auf dem Arm hatte und ich denn wagen schob. Ich erinnere mich dran, als wäre es gestern gewesen, als wir Ana von der Pflegefamilie abholten und in denn Park gingen. Ich hatte Angst alleine zu gehen und Mick hatte es sofort angeboten, ich war ihm so dankbar.

Mick hatte Fotos von denen ich nichtmal etwas wusste. Es war schön, diese Erinnerungen nochmal durchzugehen. „Marcus!!" rief sie erfreut, als sie ein Bild von ihm und ihr sah.

„Da hat er ihr kurz vorher das SCH Wort beigebracht." lachte ich und sah Mick an. „Er hat sich halt denn kleinen zeh angestoßen, da kann man es verstehen, wenn sowas raus rutscht." lachte mein Mann.

Wir hatten echt schon viel erlebt, Ana war glücklich diese Bilder zu sehen und konnte sich an kleine Dinge auch erinnern. „Da habe ich bei Gina geschlafen." lachte sie freudig und sah sich selber, mit einer Gesichtsmaske und einem Kakao in der Hand.

Ich glaube es bedeutete ihr viel zusehen, dass Mick und ich die ganze Zeit schon bei ihr waren.

Der Nachmittag war wirklich schön, es war toll diese Erinnerungen nochmal zu erleben und Ana vieles zu erzählen. Sie hat alles nicht verstanden, wusste aber dass wir sie lieben und sie unsere Tochter ist, genauso wie wir ihre Väter. Irgendwann wird sie es verstehen und hoffentlich trotzdem ihr Lachen nie verlieren.

Mick bestellte zum Abend hin ihre Lieblingspizza, die wir mir filmen und Fanta auf dem Sofa genossen. Ana bedeutete die Zeit mit uns beiden alleine viel, war aber glücklich als ihre Oma mit Lana wieder kam.

Auch Corinna sprach nochmal mit ihr, aber auch sie war der Meinung, dass Ana es alles normal aufnahm, so wie es in dem Alter sein konnte. Sie kannte das Leben nicht anders, hatte immer zwei Väter und wollte dies auch nicht ändern, wie sie mitteilte.

Bei uns schlafen wollte sie trotzdem, auch denn Film im Bett verwehrten wir ihr nicht. Sie sollte glücklich sein und regeln machen nicht immer glücklich, jeder verstößt da mal gegen und dies war auch gut so.

Die Wochen darauf, fragte sie immer etwas, aber bekam auch ehrliche Antworten. Sie begriff es immer mehr, hatte mal Tage an denen sie trauriger war, wegen ihrer Mama, aber auch Tage in denen sie es so hinnahm.

Wir wollten ihr eine unbeschwerte Kindheit geben und dies versuchten wir mit allen Mitteln. Dieses Thema konnte man ihr und ihrem Leben nicht mehr nehmen, aber man konnte es so gestalten, dass es in Ordnung war und sie die Chance hatte, immer mal offen darüber zu reden.

Das Thema wird bei Lana auch irgendwann kommen und ich hoffte, dass sie es genauso aufnehmen würde wie Ana. Eltern werden konnte jeder, aber Eltern sein nicht. Lanas Eltern waren nicht bereit dazu, also übernahmen wir dies und gaben ihr diese Liebe, die sie verdiente.
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