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More Days Gone by

GeschichteDrama / P18 / Gen
Deacon Lee St.John Rikki Patil Sarah Irene Whitaker William Gray / Boozer
30.05.2021
10.06.2021
3
9.579
 
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10.06.2021 3.282
 
Der Stößel drehte sich behutsam im Mörser, während das Geräusch von zu grobem Pulver geriebenen Pflanzenblüten leicht durch die Krankenstation hallte. Der Regen hatte nachgelassen, endlich. Sarah stand an ihrem Arbeitstisch und war dabei, neue Arzneimittel herzustellen. Sie arbeitete immer, wenn Deacon mal wieder weg war. So konnte sie ihre Sorgen verdrängen und Sorgen machte sie sich natürlich. „Wie geht’s dir? Schon etwas besser? In letzter Zeit hattest du es ja ganz schön mit dem Magen.“, hörte sie Addy fragen als sie von ihrer Visite bei den Patienten zurückkam. Addy stellte sich neben Sarah und begann die Blüten der Pflanzen zu säubern und vorzubereiten. „Ja, danke. Körperlich fühle ich mich schon besser. Aber dass Deacon mal wieder weg ist, ohne mir was Genaues zu sagen, ärgert mich wieder. Warum macht er das immer? Vertraut er mir nicht?“  - „Natürlich vertraut er dir. Ich glaube, dass er nur will, dass du dir keine allzu großen Sorgen um ihn machst. Er ist ein Dickschädel, er kommt schon klar. Er hat dich immerhin nach dem Weltuntergang wiedergefunden.“, sprach Addy beruhigend auf Sarah ein. „Ich hab den Test gemacht“, sagte Sarah leicht nervös, „und er war positiv.“ Addy bekam große Augen und schluckte. Sie nahm Sarah bei der Hand und zog sie hinter ihr her bis auf die Veranda der Krankenstation. „Ich gratuliere euch! Großartig! Weiß Deacon es schon?“, fragte Addy flüsternd aber mit voller Begeisterung. „Nein, es hat sich noch keine passende Möglichkeit ergeben und vor seiner Abfahrt wollte ich ihn nicht beunruhigen. Wenn er zurückkommt, sag ich es ihm.“ Sarah blickte Addy hoffungsvoll und voller Vorfreude an. Jetzt, da sie ihr Geheimnis mit jemanden geteilt hatte, konnte sie ihre Freude nicht mehr verbergen. Addy versuchte ihren Blick mit Optimismus zu begegnen. Angesicht der Gerüchte, die die Neuen mit ins Camp brachten, fiel es ihr jedoch schwer. Sie nahm all ihren Optimismus zusammen und antwortete ihr: „Komm, wir gehen rein, ich untersuche dich mal, soweit es mir möglich ist, und wir reden über ein paar grundlegende Dinge.“. Die beiden gingen wieder in die Krankenstation, während die Bewohner des Lost Lake Camps ihren gewohnten Tätigkeiten nachgingen. Boozer hatte den Wachmannschaften verstärkt, ihnen mehr Magazine zugewiesen und war mit ein paar Freiwilligen daran, den Sumpf von Freakern zu befreien, die sich immer wieder dort festsetzten. Erst wenn der Sumpf freakerfrei wäre, könnte Rikky mit ihrem Bautrupp reingehen und versuchen Hindernisse aufzustellen, die die Freaker, so sagte man den Campbewohnern, in Zukunft den Weg ins Camp erschweren sollten. Die Stimmung im Camp war gut, fast optimistisch, und viele Bewohner freuten sich, dass ihr Leben sich in den letzten Monaten wieder etwas normalisiert hatte.

Das konstante Tropfen von Wasser war das erste Geräusch, das Deacon hörte, als er langsam wieder zu sich kam. Es war kein schnelles Tropfen, es trat ungefähr im 5 Sekunden Takt auf. Er öffnete seine Augen und sah eine schimmlige Decke über sich, in deren Ecken sich bereits überwältigende Spinnweben gebildet hatten. Sein Kopf schmerzte noch immer und als er versuchte ihn zu drehen, überkam ihm leichte Übelkeit. Er wollte sich auf den Kopf greifen, um gegen die Schmerzen andrücken zu können. Dabei bemerkte er, dass seine Hände mit Handschellen vor seinem Bauch gefesselt waren. Er versuchte die Beine zu bewegen, aber auch das funktionierte nicht, da sie mit Seilen zusammengebunden waren. Wo war er? Was war passiert? Er erinnerte sich nur noch an die schwarzen Stiefel, bevor es dunkel wurde. Und jetzt lag er gefesselt auf dem Boden eines schimmligen Hauses. Er witterte sofort die Gefahr und versuchte sich aufrecht hinzusetzen. Dabei bemerkte er, dass man ihm alle seine Waffen abgenommen hatte. Seine MC-Jacke hatte man ihm gelassen, während seine Stiefel fort waren. Er hatte es schon mit vielen Banditen und Wegelagerern zu tun, aber in einer solchen Situation hatte er sich noch nie befunden. Und plötzlich schmerzte die Wunde auf seinem rechten Arm wieder. Da war es wieder, das Gefühl der Angst, der Machtlosigkeit. „Ah, du bist wach“, klang es plötzlich aus einer der dunklen Ecken des Raumes an sein Ohr. Er erkannte die Umrisse einer Gestalt in der Dunkelheit, die wie er aufrecht saß und nun mit ihm zu sprechen begann.

„Wer bist du und was willst du von mir?“, blaffte Deacon die Gestalt an. Seine Kenntnisse, die er während seiner Ausbildung beim Militär sammeln konnte, lösten in ihm sofort den Drang aus, nach einem Mittel zur Selbstverteidigung zu suchen. Ihm fiel lediglich ein zerbrochenes Fenster auf der anderen Seite des Raums auf. Direkt hinter der Gestalt in der Dunkelheit. „Ich will gar nichts von dir. Nur ein paar Tipps geben, damit du möglichst lange am Leben bleibst.“, begann die Gestalt mit ihm zu sprechen. „Äh... ja... Danke. Aber ich habe vor noch lange zu Leben. Vielen Dank!“, antwortete Deacon. Er versuchte aufzustehen, um in Richtung des kaputten Fensters zu gehen. Seine gefesselten Beine machten es ihm jedoch unmöglich und als er versuchte sich nach vorn zu bewegen, fiel er sofort wieder um. Mit „Das mit dem weiterleben wird schwierig. Glaub mir. Das sind ziemliche Bastarde, hungrige Bastarde.“, redete die Stimme weiter auf ihn ein. „Es sind Sadisten, die ihre Triebe ausleben. Komm näher und du siehst was ich meine.“ Deacon, von der Erzählung der Gestalt unbeeindruckt begann damit, in Richtung des Fensters zu robben. Dazu legte er seine gefesselten Hände nach vorne und zog seine zusammengebundenen Beine nach. Es war eine mühsame Art der Fortbewegung, aber sie funktionierte. Langsam näherte er sich seinem Ziel, während die Stimme weiter auf ihn einredete: „Wenn sie sehen, dass du dich bewegst, werden sie mit dir weitermachen, nicht mit mir.“ Ungeachtet des Geredes robbte Deacon weiter und erreichte nun den Bereich, in der die Gestalt am Boden saß. Sein Herz schlug schneller. Er war bereit sich gegen einen Angriff zu wehren, doch wenn diese Gestalt ihn angreifen wollte, warum sollte sie warten, bis er wieder wach war? Als er nur wenige Zentimeter von ihr entfernt am Boden an ihr vorbei robbte, fiel die Gestalt plötzlich in seine Richtung und flüsterte ihm weinend zu: „Ich hoffe du weißt, was du tust. Sieh dir mein Schicksal an und du weißt, worum es hier geht.“ Trotz der Dunkelheit in dem Keller erkannte Deacon nun, wovon die Gestalt gesprochen hatte. Es war ein Mann, abgemagert, ohne Arme, ohne Beine. „Was zum ...“, erschrak Deacon und rollte sich instinktiv weg. „Was zum Teufel ist mit dir passiert? Was haben die mit dir gemacht“, fragte er erschrocken. Sein Gesicht wurde bleich, der Schweiß begann ihm über sein Gesicht zu laufen. „Wir waren zu zweit. Ich und mein Freund Marvin. Sie haben uns in der Wildnis gefunden, kurz vor Wizard Island. Sie haben uns gefunden, uns aufgelauert und uns entführt.“ Deacon starrte ihn voller Entsetzen an. „Dann haben sie uns hierhergebracht. Wie ich schon sagte: Es sind Sadisten, hungrige Sadisten. Offensichtlich geht ihnen regelmäßig die Nahrung aus. Sie haben also damit begonnen uns abwechselnd Stück für Stück Arme und Beine abzunehmen. Von dem Fleisch ernähren sie nicht nur sich selbst, sie fütterten auch uns damit. Sie wollten uns nicht töten, da unser Fleisch ja sonst zu verrotten beginnen würde. Wenn sie uns am Leben erhalten, dienen wir als so etwas wie ein biologischer Kühlschrank für sie. Marvin hat die letzte Ernte, wie sie es nennen, nicht überlebt und das ist auch besser so. Ich wünschte ich hätte es auch hinter mir.“ Deacons Puls raste. Er konnte nichts sagen, während die Gestalt leise schluchzend in sich zusammenfiel. Er robbte weiter in Richtung des kaputten Fensters. Dort angekommen musste er erst zu Kräften kommen. Er atmete mehrere Male tief ein und aus. Sein Trieb zu Überleben zwang ihn dazu weiterzumachen. Er raffte sich auf und sah sich die zerbrochene Fensterscheibe genauer an. Das Glas war dick, wie es für Kellerfenster in dieser Gegend üblich war und eine Scherbe des Fensters war rund 12 cm lang, hang jedoch noch am Rahmen. Er fasste diese Scherbe an und versuchte sie möglichst lautlos zu lösen. Sollte jetzt einer seiner Entführer den Raum betreten, wäre er in einer denkbar schlechten Lage, um sich zu verteidigen. Es musste schnell gehen, die Scherbe durfte jedoch nicht allzu sehr beschädigt werden. Er bog an der Scherbe herum, während diese sich in seine Hand schnitt. Das Blut tropfte auf den Fenstersims und ran langsam die verdreckte Kellerwand hinunter. Unter leichtem Knarzen gab die Scherbe schließlich nach. Deacon setzte sich wieder auf den Boden und begann damit seine Fußfesseln durchzutrennen.

Wieder musste er sehr vorsichtig, aber rasch vorgehen. Er bohrte und schnitt mit der Scherbe an seiner Fessel herum und erste Erfolge waren bereits sichtbar, da hörte er plötzlich Stimmen von draußen: „Ja, das war schon ziemlich geil. Und als der Freaker dann auf Mac zulief und der ihm mit seiner Schrottflinte einfach mal so den Kopf weggeschossen hat, das war wohl das beste heute.“ – „Jaja, aber Freaker können wir nicht essen.“ – „Aber wir haben doch noch die zwei Typen im Keller.“ – „Und wer geht ernten?“ – „Ich geh! Das wird wieder geil“. Seine Entführer waren wohl gerade zurückgekommen. Seine Fessel hing nur noch an wenigen Fäden. Deacon blendete innerlich seine Umgebung kurzzeitig voll aus und fokussierte sich auf dieses letzte Stück. Mit chirurgischer Präzision durchtrennte er das Seil, sprang auf und eilte leisen Schrittes auf seinen Platz zurück. Dort angekommen legte er sich wieder in der Position hin, in der er aufgewacht war und drapierte das Seil über seine Beine. „Wenn einer von denen runterkommt, musst du still sein. Ich hol uns hier raus.“, flüsterte Deacon seinem Mitgefangen zu und schloss seine Augen, zumindest so weit, dass er noch das Geschehen um ihn herum mitverfolgen konnte. Er wurde gerade rechtzeitig fertig, als er eine sich öffnende Türe und Schritte hörte, die in den Keller kamen. Der Mann, der genau wusste, welches Martyrium jetzt auf sie zukommen würde, hatte einen kompletten Zusammenbruch und begann fürchterlich zu weinen. „Nana Billy, wer wird den heulen“, sprach der Mann, der gerade den Keller betreten hatte, während er sich auf Deacon zubewegte. „Der faule Sack pennt ja noch immer.“, raunzte er und drehte sich zu Deacons Mitgefangenen. „Naja wir wollen ja nichts riskieren und du weißt, dass man für die Ernte bei Bewusstsein sein sollte. Also Billy du entscheidest: linker Schenkel oder rechter Flügel? Hahaha“ – „Nein, bitte.... ich halts nicht mehr aus, bitte tötet mich“ – „Du weißt, dass das nicht geht.“ Der Mann hockte sich vor sein Opfer und zog ein Tourniquet, ein Werkzeug zum schnellen, professionellen Abbinden bei Blutverlust, aus seiner Jackentasche. Deacon nutzte die Gelegenheit und begann leise aufzustehen und sich auf den Mann zuzubewegen. Seine Hände waren immer noch mit Handschellen gefesselt. Es würde ihm also nicht möglich sein, ihn mit der Scherbe zu erstechen und ihm gleichzeitig den Mund zuzuhalten, sollte er um Hilfe rufen können. Der Mann hatte das Tourniquet bereits an einem Stumpf befestigt und eine Machete ausgepackt. „Das wird mir sicher mehr Spaß machen als dir.“, lachte er Deacons Mitgefangenen ins Gesicht. Deacon hatte sich in der Zwischenzeit hinter ihm aufgebaut, holte aus und stach ihm mit der Scherbe von leicht schräg rechts in den Hals. Seine linke Hand umklammerte dabei sein rechtes Handgelenk, da sie sonst störend im Weg gewesen wäre. Als er merkte, dass die Scherbe direkt im Hals des Folterers stecken geblieben war, legte er sofort seinen link Arm um seinen Kopf und begann, seine Handschellen als Strick zu verwenden. Er würde nicht aufhören zuzudrücken, bis der letzte Funken Leben aus dem Körper entwichen war. „Ich heiße nicht Billy. Mein Name ist David. Und mein Freund hieß Marvin, du Arschloch.“, flüsterte der Mann, der von seinen Peinigern so vieles ertragen musste, während er zusah, wie das Licht in den Augen des Mannes erlosch. Der Körper sackte zusammen. Deacon hörte dennoch nicht auf da er auf Nummer sicher gehen wollte. „Du musst jetzt so tun, als ob er dich foltern würde. Sie müssen glauben, dass alles in Ordnung ist.“, versuchte Deacon auf David einzureden. Während er die Leiche des Mannes durchsuchte. David, dem die Tränen in den Augen standen nickte und begann zu rufen: „AAAHH bitte nein, du musst das nicht machen, hör bitteeee auf!!“. Deacon fand in der Jacke nicht nur den Schlüssel zu seinen Handschellen, den er sofort verwendete, sondern auch eine Pistole. Voller Zorn und größter Entschlossenheit bestieg er die Kellertreppe und näherte sich der Tür.


An der Türe angekommen horchte Deacon daran. Waren Stimmen zu hören? Sah er Schatten unter der Tür? Nein, es machte einen sicheren Eindruck. Also öffnete er die Tür und blickte hinaus. Er sah eine Küche mit alter Einrichtung, die schon lange nicht mehr gesäubert worden war. Überall auf den Holzmöbeln waren Blutflecken zu erkennen. Er ging hinein und schloss die Tür hinter sich, während David im Keller noch immer panisch um Hilfe rief und seinen vermeintlichen Folterer um Gnade bat. Die Pistole fest in der rechten Hand bewegte sich Deacon durch die Küche. Überall standen blutverschmierte Kühlboxen, um die bereits unzählige Fliegen kreisten. Auf einem der Arbeitsplatten lag ein Messer, das Deacon sofort einsteckte, bevor er seine Suche fortsetzte. „Lange werden wir von dem nichts mehr haben und an dem Neuen ist ja auch kaum was dran“ hörte er nicht weit entfernt von ihm. „Jetzt warte mal ab, die anderen kommen sicher auch gleich. Dann können wir die ganze Situation ja besprechen.“ – „Ach besprechen, was willst du besprechen. Wir sind zu dumm zum Jagen und finden immer weniger Menschen. Wir müssen was tun.“ – „Ja, ich weiß aber dein Geschrei macht es nicht besser. Ich muss schiffen.“ und Deacon hörte Schritte und eine schwerere Tür, die sich öffnete und ins Schloss fiel. Er stand im Türrahmen der Küche, beugte sich nach vorne und blickte nach links. Er sah einen der Entführer, wie er gerade dabei war sich die Stiefel auszuziehen. Mit schnellem Schritt war Deacon hinter ihm und flüsterte ihm „Hey Arschloch!“ ins Ohr. Als sich der Entführer umdrehte, spürte er nur noch die Klinge, die sich in seine Brust bohrte und Deacon sah die Angst und die Ungläubigkeit in seinen Augen, bevor auch er zusammensackte und auf den Boden fiel. Deacon verschwand im Nebenraum, konnte von dort aber die Leiche gut sehen, da sie keine zwei Meter von ihm entfernt lag. Als der Dritte wieder das Zimmer betrat und seinen Kameraden tot am Boden liegen sah begann er zu schreien und wollte hinauslaufen, um nach Hilfe zu rufen. Seine Tarnung vollkommen vergessend hechtete Deacon im hinterher und schaffte es ihn vor der Tür einzuholen, ihn mit dem linken Arm in einen Würgegriff zu nehmen und mit dem Messer in seiner rechten mehrfach auf ihn einzustechen. Auch der Dritte stellte somit keine Gefahr mehr da. Deacon griff seine Waffe und begann das obere Stockwerk zu durchsuchen. Vorsichtig öffnete er jede Türe, doch es war keiner der Banditen mehr zu finden. Er konnte jedoch seine Ausrüstung aufspüren und legte sie sofort wieder an. Er war wieder fertig ausgerüstet und rief gerade David quer durchs Haus zu, dass die Luft jetzt wohl rein sei und er aufhören könne zu schreien als er aus dem Fenster blickte und sah, dass sich 5 weitere Gestalten dem Haus näherten.

Er zögerte nicht lange und nahm sein Gewehr in die Hand. Wie er es bei seiner Ausbildung gelernt hatte, lehnte er nicht am Fenster, sondern schoss aus der Tiefe des Raumes heraus. Durch das hervorragende Zielfernrohr konnte er den ersten Treffer gezielt anbringen und sein Ziel fiel sofort tot um. Die anderen Vier reagierten sofort darauf, verteilten sich und stürmten auf das Haus zu, während sie aus der Bewegung heraus auf das Haus feuerten. „Was zum Teufel ist das denn? Spinnen diese Hurensöhne jetzt komplett! Was soll der Scheiss!“, hörte er von draußen, während er zu seinem zweiten tödlichen Schuss ansetzte. Die Drei, die das Haus erreichten, brachen durch die Vordertüre. „Was ist das? Wer war das? Na los! Sucht sie. Ich seh nach den Gefangenen!“, hörte er, während er seine Maschinenpistole in die Hand nahm und entsicherte. Er wusste, dass er im Vorteil war. Die Angreifer kannten zwar das Gebäude, aber sie wussten nicht, dass er allein war und auch nicht, wo er sich versteckte. Also wartete er mit Blick auf den Treppenaufgang, seine Maschinenpistole in der Hand, auf die Gelegenheit das Feuer zu eröffnen. „WAASS! DU MIESES SCHWEIN! WAS HAST DU DAMIT ZU TUN NA WARTE!“- „AAAHH BITTE HILF MIR NEEIIINN AAHHAAA!!“ – „NIEMAND KANN DIR MEHR HELFEN“- „AAAHHH AHhh ahh..“, hörte Deacon aus Richtung des Kellers bis es plötzlich ruhig wurde. Er bewegte sich nicht. „Er muss oben sein, Boss“ – „Na dann rauf und holt ihn! Ich will mich dafür revanchieren, dass er meine Leute getötet hat“. Die Schritte waren auf der Holztreppe gut hörbar, als sich zwei der Kannibalen in den ersten Stock aufmachten. Deacon kauerte hinter der Treppe. Von dort konnte er den Eingangsbereich im Erdgeschoss durch eine Spiegelung in den Fenstern beobachten und gleichzeitig den Treppenaufgang. Der erste war im Feuerbereich. Wollte er beide gleichzeitig ausschalten, musste er noch kurz warten. Als die Handlanger beide im Feuerbereich waren, drückte Deacon ab und schoss wie von Raserei getrieben auf die beiden. Sie hatten keine Chance, die Projektile flogen auf sie zu und durch sie durch. Als das Deacon das Feuer einstellte lagen beide in eine Lache aus ihrem eigenen Blut am Boden. In seinem Augenwinkel sah Deacon, dass der Letzte der Bande sich auf den ersten Treppenabsatz geschlichen hatte und das Feuer auf ihn eröffnen wollte. Er lehnte sich kurz zurück, um aus dem Wirkungsbereich des Feindfeuers zu sein und gab blind eine Salve in Richtung Erdgeschoss ab, bevor er sich über das Geländer in Richtung seines Gegners stürzte. Dieser hatte nicht damit gerechnet, dass Deacon plötzlich von oben fast auf ihn fallen würde und musste daher die ersten Schläge einstecken, die Deacon austeilte. Völlig geschockt lies er seine blutgetränkte Machete fallen und konnte sich nur mit Mühe den Faustschlägen erwehren. Es entbrannte ein Faustkampf zwischen den beiden. Deacon stellte ihm ein Bein, woraufhin der Anführer der Verbrecher zu Boden fiel. Sofort saß Deacon auf seinen Schultern, packte ihn am Kopf und schmetterte ih immer wieder gegen den Boden, bis sein kompletter Hinterkopf platt und eingedrückt war. Völlig erschöpft, aber noch immer mit Adrenalin durchdrungen setzte sich Deacon auf Boden und atmete durch. Welcher Hölle war er hier entkommen... und was war mit David? Er machte sich auf in den Keller. Als er die Treppe auf halber Strecke hinunter Schritt sah bereits, was man ihm angetan hatte. Von dem Menschen, den er kurz kennen gelernt hatte war nichts mehr übrig. Offensichtlich hatte die Machete ihn vollkommen entstellt und entsetzliche Wunden hinterlassen. „Da...David?“, fragte er ruhig in den Keller, obwohl er wusste, dass er keine Antwort mehr bekommen würde. Deacon ging daraufhin auf die Veranda des Hauses. Rechts neben dem Haus stand ein Schuppen, vor dem die fahrbaren Untersätze der Verbrecher standen. Darunter war auch sein Bike. Es sprang noch an. Doch so konnte er diesen Ort nicht verlassen. Er durchsuchte das Haus und den Schuppen nach verwertbaren Materialien und wurde fündig. Neben diversen Ersatzteilen für Motorräder fand er auch Treibstoff. Er füllte den Tank seines Bikes voll auf und verteilte den Rest im Haus. Er verwendete dazu auch den Treibstoff in den Motorrädern der Gang. Kurz bevor er sich auf sein Bike schwang, um seiner eigentlichen Aufgabe weiter nachzugehen, entzündete er eine Streichholzschachtel und benutzt sie, um eine Treibstofflacke anzuzünden. Das Feuer breitete sich rasch im ganzen Haus aus. Er lehnte noch einige Zeit an seinem Bike und sah zu, wie das Feuer um sich Griff, bevor er sich anhand der Karte zu seinem eigentlichen Ziel aufmachte. Mittlerweile war es Abend geworden und ein erster Funkspruch seinerseits wurde im Lost Lake Camp erwartet. „Mach’s gut David. Es tut mir leid!“, sagte er, bevor das Haus aus seinem Rückspiegel verschwand.
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