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Ein zweites Versprechen

OneshotAngst / P12 / Gen
Atsushi Nakajima Ryunosuke Akutagawa
30.05.2021
30.05.2021
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[A/N: In dieser Geschichte finden sich Referenzen zu Kapiteln, die bisher nicht auf Deutsch erschienen sind, ich glaube aber, dass etwaige Spoiler sehr vage gehalten sind. Zudem ist es bei weitem weniger traurig, wenn man die Anspielungen nicht versteht, glaube ich zumindest, haha. Ich hab mich jedenfalls zum Weinen gebracht.
Kurz gesagt: Lesen auf eigene Gefahr. ^^]

***

Er hatte keine Angst vor dem Tod.

Wann genau er begonnen hatte, so zu denken, wusste Atsushi nicht mehr. Irgendwann, noch im Waisenhaus, war ihm manchmal der Gedanke gekommen, dass es vielleicht sogar schöner wäre, zu sterben. Und auch, wenn er einen Grund hatte, zu kämpfen, und auch, wenn wenn er nicht sterben wollte- Angst hatte er nicht.

Vielleicht war das der Grund, warum er auch keine Angst vor diesem Tag gehabt hatte. War er wirklich darauf vorbereitet gewesen, zu sterben? Egal, wie oft Atsushi sich diese Frage stellte, er fand keine Antwort darauf. Aber nach allem, was seit ihrem Versprechen passiert war, war es wohl ohnehin sinnlos, darüber nachzudenken. Die Situation, in der er sich gerade befand, hätte Atsushi sich nie ausmalen können.

Sechs Monate waren vergangen, seit sie sich ihr Versprechen gegeben hatten, und Akutagawa hatte seinen Teil erfüllt. Jetzt lag es an Atsushi, das gleiche für ihn zu tun.

Und jetzt, wenn er die Tür vor ihm ansah, die einzige Tür, die ihn noch von Akutagawa trennte, wenn er das Brennen der scharfen, sterilen Luft in seiner Kehle spürte und die Geräusche hörte, die in dem Gang wie ein Echo hallten, wurde ihm bewusst, dass er falsch gelegen hatte. Er hatte Angst vor dem Tod, wenn es nicht er war, der starb.

Eine leichte Berührung an seiner Schulter, und Atsushi drehte den Kopf wieder zur Seite. Gin sagte nichts, doch der Ausdruck in ihrem Blick sprach Bände. Wobei selbst das aufmunternde Glänzen in ihren Augen den Schmerz dahinter nicht ganz verstecken konnte.

Atsushi hatte nicht viel mit Gin zu tun gehabt, nicht einmal genug, um sich an ihren Stil außerhalb der Arbeit gewöhnt zu haben. Eigentlich hatte er sie nur einmal getroffen, seit in Yokohama wieder Ruhe eingekehrt war, und zwar, als er zum ersten Mal an diesen Ort gekommen war. Es war Zufall gewesen, genau wie heute, aber irgendwie war er froh darüber. Es fühlte sich gut an, jemanden bei sich zu haben, der…

„Ist das in… in Ordnung für dich?“, fragte Atsushi leise, mehr, um sich selbst abzulenken, als weil er jetzt in dieser Sekunde eine Antwort brauchte. Eigentlich zwang ihn das nur, das Zimmer hinter der Tür zu betreten. „Dass ich allein gehe?“

Gin sagte immer noch nichts, nickte nur und öffnete die Tür. Sie selbst blieb an ihrem Platz stehen.

Atsushi schloss die Augen und atmete einmal tief durch. Dann galt es jetzt also. Er hatte keine Ahnung, was passieren würde, sobald er diesen Raum betrat, aber jetzt gab es kein Zurück mehr.

Das Zimmer war hell, weiß gestrichen, und der Mangel an Möbeln ließ es größer scheinen, als es war. Atsushi fühlte sich verloren, als Gin die Tür hinter ihm wieder schloss und ihn allein ließ. Allein in diesem Raum, nur mit Akutagawa.

Akutagawa…

Sein Gegner lag auf dem Bett am anderen Ende des Raums, die Augen geschlossen. Er trug nur ein weißes Hemd, mit dem er so wenig wie er selbst aussah, aber so gut in die Umgebung passte, dass sich Atsushis Herz zusammenzog. Sein Mantel hing über einem Stuhl neben dem Bett, der Wind, der durch das gekippte Fenster an der gegenüberliegenden Wand kam, ließ ihn sich leicht bewegen.

Wenn Akutagawa irgendetwas davon mitbekam, was um ihn herum geschah, reagierte er nicht darauf. Er lag ganz ruhig da, an eine Reihe von Geräten angeschlossen, die Atsushi nicht benennen konnte. Eigentlich hätte er genauso gut tot sein können, wenn das stetige Geräusch des Herzmonitors nicht das Gegenteil verkündet hätte.

Der Anblick sollte in Atsushi nichts auslösen. In gewisser Weise war das sein Ticket, den heutigen Tag zu überleben, und eigentlich sollte es ein Opfer sein, dass er ohne weiteres bringen würde. Immerhin hasste er Akutagawa, genauso, Akutagawa ihn hasste. Sie waren Feinde.

Und trotzdem spürte Atsushi, wie etwas in ihm zerbrach. Das alles… hätte nicht so ausgehen sollen. Akutagawa hätte einsehen sollen, dass man mit Töten nicht weiterkam, und wenn nicht, hätte Atsushi sterben sollen. Ganz egal, wie dieser Tag hätte ausgehen sollen, das hier war nicht das richtige Bild.

„H…“ Atsushi schluckte. Sein Hals brannte, die Luft fühlte sich mit einem Mal merkwürdig dünn an. „Hallo, Akutagawa.“ Seine Stimme war rau.

Zum ersten Mal, seit er den Raum betreten hatte, reagierte Akutagawa auf etwas, das passierte. Er öffnete die Augen und sah zu Atsushi hinüber; als er ihn erkannte, richtete er sich langsam auf. Die Anstrengung, die ihn diese Bewegung zu kosten schien, schoss einen weiteren Stich durch Atsushis Brust. „Jinko.“ Akutagawas Stimme klang leise und tonlos, und hatte wirklich nichts mehr mit dem, was Atsushi von diesem Tag erwartet hatte, gemein. „Du bist gekommen.“

Atsushi biss sich auf die Zunge. „Wir haben ein Versprechen.“ Mehr sagte er nicht. Nichts von den tausend Gedanken, die in diesem Moment durch seinen Kopf kreisten. Ein Teil von ihm hatte das Gefühl, diese Worte würden alles nur noch schlimmer machen, würden seine Sorgen nur bestätigen und verwirklichen, während er gleichzeitig wusste, dass er sich nicht dazu durchringen hätte können, irgendwelche Worte zu formen. Irgendetwas von dem, das er gerade fühlte, auszudrücken.

Es sah aus, als würde Akutagawa darauf antworten wollen, doch alles, was er hervorbrachte, war ein erstickter Laut, der in einem Hustenanfall endete.

Atsushis Herz setzte einen Schlag aus. Aus einem Impuls heraus machte er einen Schritt vorwärts, auf Akutagawa zu, blieb jedoch stehen. Er wusste nichts über die Krankheit, er wusste nicht, wie- ob- er helfen konnte. Und damit blieb ihm nichts anderes übrig, als hilflos zuzusehen, wie Akutagawas Körper unter der Einwirkung zuckte.

Wie viel Zeit genau verging, bis Akutagawa sich wieder fing, konnte er unmöglich sagen. Die Krallen in seiner Brust zogen sich nur enger um sein Herz, als er sah, wie Akutagawa den Kopf langsam wieder hob, Augen trüb und nur halb geöffnet. „Mantel“, murmelte er, seine Stimme so verzerrt, dass die Aufforderung kaum zu verstehen war.

Atsushi nickte nur. Sein Körper fühlte sich taub an, als er wortlos den Mantel vom Stuhl nahm und ihn über Akutagawas Schultern hängte, bevor er wieder einige Schritte zurücktrat. Weder er noch Akutagawa sagten etwas, keiner von ihnen brach den Blickkontakt. Rashoumon formte sich zu einer Klinge, die einige Millimeter vor Atsushis Kehle stehen blieb.

Atsushi bewegte sich nicht. Er hatte sich auf diese Situation vorbereitet, seit sechs Monaten wusste er, dass es so kommen würde. Auf eine schräge, schmerzhafte Weise fühlte sich Rashoumons Energie auf seiner Haut an wie das einzige, das ihm in diesem Moment ein Stück Normalität gab. Das einzige, das ihn daran erinnerte, dass es noch Dinge gab, die waren, wie sie sein sollten.

„Du willst nicht kämpfen?“ Akutagawas Stimme war nach wie vor matt und tonlos, doch in seine Augen war eine schwache Flamme zurückgekehrt, die Atsushi an das frühere Ich seines Rivalen erinnert hätte, wenn… wenn er es schon einmal an ihm gesehen hätte.

Aus irgendeinem Grund bestätigte dieser Anblick nur die Emotionen, die er schon die ganze Zeit über gespürt hatte. Er musste nicht über seine Worte nachdenken, als er antwortete. „Nein“, meinte er ernst. „Du hast dein Versprechen gehalten, und…“ Er hielt kurz inne, ohne den Augenkontakt zu unterbrechen. „Heute werde ich meinen Teil erfüllen.“

Einige Sekunden lang geschah nichts. Weder Atsushi noch Akutagawa bewegten sich, keiner von ihnen wandte den Blick ab, keiner sagte etwas.

„Tch.“ Akutagawa war es, der den Moment brach. Rashoumon zog sich zurück, er schloss die Augen und schüttelte langsam den Kopf. „Das ist es, was ich an dir hasse, Jinko“, meinte er, und Atsushi bildete sich ein, die Andeutung eines Lächelns in seiner Stimme zu hören.

Atsushi blinzelte langsam. „Du wirst nichts tun?“ Seine Stimme klang belegt.

Vor sechs Monaten hatte er keine Angst vor diesem Tag gehabt. Er hatte nicht gewusst, was bis dahin passieren würde, und selbst, wenn er sterben sollte… nein, es hatte keinen Sinn, sich darüber Gedanken zu machen. Auf diese Situation wären seine Vorstellungen nie gekommen.

Akutagawa öffnete die Augen wieder, hielt den Kopf jedoch gesenkt. Atsushi hatte beinahe das Gefühl, als würde er seinem Blick ausweichen, doch er ließ von diesem Gedanken ab, bevor er wirklich Gestalt annehmen konnte. Das passte so wenig zu dem verbissenen, egoistischen Mörder, den er in Akutagawa kannte.

„Ich hasse dich“, murmelte Akutagawa, „genauso, wie du das tust.“

Atsushi schluckte. Es waren nicht die Worte an sich, die ihn verunsicherten. Er wusste, dass Akutagawa ihn immer gehasst hatte, und dass dieses Gefühl allemal auf Gegenseitigkeit beruhte. Wenn sie zusammenarbeiteten, dann nur, weil Dazai es ihnen aufgetragen hatte, oder um Yokohama zu beschützen. Sobald dieses Gerüst fiel, waren sie Feinde.

„Du Idiot, beeil dich und geh.“ Wenn es stimmte, dass sie sich hassten, wieso… war es damals dann so verlaufen? Warum war es nicht Atsushi, der an Akutagawas Stelle gestanden hatte?

Warum hatte Akutagawa… das getan?

„Und genau deshalb“, fuhr Akutagawa fort, mit einem Mal lag neue Kraft in seiner Stimme. Als er den Kopf hob und Atsushi direkt ansah, glänzten seine Augen schwach. „…werde ich dich nicht töten. Nicht heute.“ Er machte eine kurze Pause. Als er wieder zu sprechen begann, klang er leiser als noch zuvor, doch sein Ton war klar und ernst. „Wenn du kämpfen wirst, und wenn ich ein Gegner für dich sein kann, sprechen wir weiter.“

Atsushi wusste nicht, was Akutagawa wirklich dazu bewogen hatte, diese Entscheidung zu treffen. Denn der Unterton, die Botschaft, die in diesen Worten lag, passte nicht zu ihrer Bedeutung, und bohrte sich in einem bittersüßen Schmerz in seine Brust.

Sechs Monate, in denen Akutagawa sein Versprechen gehalten hatte. Sechs Monate, in denen er niemanden getötet hatte. Sechs Monate, in denen sie beide gewusst hatten, dass Atsushi am Ende sterben würde.

Wann… hatte er seine Meinung wirklich geändert? Wann hatte Akutagawa beschlossen, ihn am Leben zu lassen?

Diese Gedanken füllten Atsushis Kopf gegen seinen Willen. Er wollte daran glauben, dass Akutagawa die Wahrheit gesagt hatte, während er gleichzeitig nicht wusste… warum er das tat.

Er hasste Akutagawa, genau so, wie er das tat.

Wenn das stimmte, wäre dieser Ausgang der Situation die beste Lösung für Atsushi. Er lebte, und was mit Akutagawa passierte, könnte ihm egal sein. Aber aus irgendeinem Grund war es das nicht, und aus irgendeinem Grund schaffte es Atsushi nicht, sich einzureden, dass es nur um sein Pflichtgefühl ging. Immerhin hatten sie ein Versprechen, das er gerade brach, sei es auch durch Akutagawas Entscheidung.

Aber das war es nicht. Atsushi wusste nicht, wann er begonnen hatte, so zu denken. Wann Akutagawa… ihm so wichtig geworden war, dass er solche Angst hatte, ihn zu verlieren. Sicher, er hatte ihm nie den Tod gewünscht, oder für den Rest seines kurzen Lebens an ein Krankenhausbett gefesselt zu sein, aber… aus irgendeinem Grund konnte er sich auch hier nicht vollkommen überzeugen, dass es nur darum ging. Dass er einfach niemanden ein solches Schicksal wünschte.

Und trotz all dem, trotz all diesen Gedanken und Gefühlen, blieb er still. Er sprach nichts davon aus, nickte nur langsam. „Verstanden.“ Doch ein schwaches Stechen in seiner Brust erinnerte ihn daran, dass auch das eine Lüge war. Dass er sich nicht darauf verlassen konnte, dass es ein nächstes Mal gab. Und dass er nichts dagegen tun konnte.

„Dann solltest du jetzt gehen.“ Akutagawa zog die Oberlippe zurück; Atsushi war sich nicht vollkommen sicher, was er damit ausdrücken wollte. Denn seine Interpretation war es, dass es fast aussah wie ein Lächeln. „Du hast ein Leben, in das du zurückgehen solltest, Jinko.“ Auch in seiner Stimme, obwohl sie nach wie vor kraftlos und leer klang, lag ein entfernter friedlicher Unterton, den Atsushi aus dem gleichen Grund nicht deuten konnte.

„Akutagawa…“ Atsushi verstummte. Er wusste nicht, was er noch sagen sollte. Alles von dem, was er dachte, was er fühlte, war unausgesprochen geblieben.

Als er den Blick von Atsushi abwandte und langsam den Kopf schüttelte, wurde Akutagawas Ausdruck zu einem wirklichen Lächeln. „Du Idiot“, meinte er leise. „Beeil dich und geh.“

Atsushi blinzelte. „In…“ In Ordnung, hatte er sagen wollen, doch seine Stimme brach. Er drehte sich um, schneller, als er eigentlich dazu bereit gewesen wäre; einfach, weil er nicht wollte, dass Akutagawa die Tränen in seinen Augen sah, die er selbst nicht ganz erklären konnte. Als er diese Worte zum letzten Mal gehört hatte… „In Ordnung.“ Seine Stimme war tonlos, er ging langsam einige Schritte zur Tür. Wartete darauf, dass Akutagawa noch etwas sagte, dass dieser Satz nicht zum zweiten Mal zu einem Abschied werden würde, zu dem es keine weitere Begrüßung geben sollte. Doch Akutagawa blieb still.

Atsushi hatte die Hand bereits auf der Türklinke, als er noch einmal innehielt. Nein, so würde er nicht gehen. Nicht, bis er nicht eine Antwort auf die eine Frage, die ihm die ganze Zeit über nicht aus dem Kopf gehen wollte, bekam. Die Frage, nein, vielmehr die Bitte, die seinen Kopf nicht mehr verlassen wollte seit dem Moment, in dem er dieses Zimmer betreten hatte.

Er drehte sich noch einmal zu Akutagawa um. Sein Rivale, sein Gegner, die Person, die ihn heute eigentlich hätte töten sollen, saß immer noch mit seinem Mantel über den Schultern auf dem Bett, unnatürlich blass und mit vor Anstrengung zitternden Armen. Er hatte den Kopf zu Atsushi gedreht, doch seine Augen waren leer und sein Blick ging direkt durch ihn hindurch.

Nein, das war falsch. Sie hätten ihr Versprechen an diesem Tag einlösen sollen, und es hätte nicht so enden dürfen. Dieser Gedanke war es, der Atsushis Entscheidung besiegelte, und ihn seine Frage, seine Bitte, aussprechen ließ.

„Kannst du mir ein neues Versprechen geben?“ Atsushi konnte hören, wie seine Stimme wackelte, aber er versuchte nicht mehr, es zu verbergen. Akutagawa sollte ruhig die Wahrheit kennen. Er sollte ruhig wissen, wie viel Angst Atsushi vor der Antwort hatte.

Eine Weile lang blieb es still. Akutagawa musterte ihn mit glasigen Augen, und in diesem Moment wünschte Atsushi sich, sie hätten ihre Plätze getauscht. Wenn einer von ihnen diesen leblosen, schwachen Blick an diesem Tag hätte haben sollen, wäre er das gewesen. Sie hatten ihr erstes Versprechen nicht gehalten, aber vielleicht würde es diesmal ja anders laufen. Vielleicht könnten sie ihr zweites Versprechen erfüllen. „Und zwar?“

Atsushi schluckte. „Versprich mir, dass wir uns wiedersehen werden.“ Akutagawa, das Zimmer, alles verschwamm, und Atsushi schloss die Augen. Erst jetzt, wo er es ausgesprochen hatte, spürte er den drückenden Schmerz der Angst, die ihn die ganze Zeit über verfolgt hatte, mit einem Schlag so greifbar. „Versprich mir, dass du mich töten wirst.“ Er spürte die Tränen, die von seinen Wangen nach unten tropften. „Dass wir noch einmal miteinander sprechen können.“ Seine Worte vermischten sich ineinander. „Versprich mir einfach, dass es ein nächstes Mal geben wird.“ Nein, er hatte keine Angst vor dem Tod. Wenigstens nicht, wenn es er selbst war, der sterben sollte.

Die Pause, die auf diese Worte folgte, war länger als zuvor. Lang genug, um Atsushis Tränen versiegen zu lassen. Lang genug, um ihm einen Sinn für seine Umgebung zurückzugeben. Lang genug, um den Mantel von Akutagawas Schultern rutschen zu lassen.

Lang genug, um Atsushi eine Antwort zu geben, noch bevor sie ausgesprochen wurde.

Akutagawas Stimme war kraftlos, so leise, dass sie fast von den Geräuschen des Krankenhauses verschluckt wurde. Doch egal, wie still sie gewesen wären, Atsushi hätte sie gehört, und sie hätten sich immer noch in seinen Verstand gebrannt.

„Leb wohl, Atsushi.“
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