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The Elder Scrolls Skyrim: Drachenblut und Dieb

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Mix
29.05.2021
22.07.2021
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22.266
 
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22.07.2021 8.232
 
Gudbrand seufzte, ehe er sich in der Scheune auf seinen Schlafplatz legte. Seit ungefähr zwei Wochen war hier sein Lager, seit die Albträume angefangen hatten. Anfangs hatte er nur keinen Schlaf gefunden und war des Nachts rastlos durch die Wohnstube gestreift oder hatte ein Buch gelesen. Tagsüber war der Mann dann so müde, dass ihm bei der Arbeit die Augen zufielen. Doch das Grauen kam zur Nachtruhe. Zu Beginn war es immer nur ein Bild. Eine Schlafstube und ein blutdurchtränktes Bett. Er schreckte immer wieder aus dem Schlaf hoch, sodass Aada irgendwann ihn entnervt gebeten hatte, in der Scheune zu schlafen. Der Nord wickelte sich in seine Decke ein und drehte sich auf die Seite. Er wollte nicht schlafen, aber der starke Regen sorgte mit seinen Trommelgeräuschen dafür, dass ihm schnell die Lider zufielen.

Wieder war es der Raum mit dem blutdurchtränkten Bett. Doch dieses Mal war etwas anders. Auf dem Laken lag eine Frau, ihre linke Hand ruhte auf ihrem Herzen, ihre Rechte umschloss ein kleines Bündel, welches sich bewegte. Noch ehe der braunhaarige Mann einen genaueren Blick auf die Frau werfen konnte, hörte er Kinderlachen. Er drehte sich um, konnte aber niemanden entdecken. Wieder das Lachen. Der Mann sah sich im ganzen Raum um, bis eine Tür auftauchte. Durch den Türspalt fiel Licht. Zögernd trat er heran und öffnete sie. Ein klarer blauer Himmel empfing ihn. Als seine Augen sich an das Licht gewöhnt hatten, erblickte er eine große bunte Wiese vor sich. Staunend ging er ein paar Schritte. Der Wind wehte ihm um die Nase. Es fühlte sich alles so real an. Plötzlich entstand einige Meter vor ihm ein Flimmern und drei Personen erschienen. Eine Sehnsucht erfüllte den Mann, als er seine tote Frau erkannte. Der Witwer flüsterte: "Eldrid."

Sie küsste ein kleines Mädchen mit kastanienbraunen Haaren. Es pflückte ein paar Blumen, brachte sie ihrer Mutter und wandte sich dann an die dritte Person. Gudbrand erstarrte, als er sich selber erkannte. Das Ebenbild nahm die Kleine in die Arme und drückte sie, lachte seine Frau an und sie küssten sich. Eldrid lächelte freudestrahlend. Der Himmel verfinsterte sich augenblicklich und der Wind wurde stärker. Der Nord schaute weiter gebannt auf das Szenario. Das zweite Ich hielt noch das kleine Mädchen, als der Blick der Mutter traurig wurde. Sie fuhr dem Anderen durch das Gesicht, während sie versteinerte und zu Staub zerfiel. Elfhild fing an zu schreien, der Mann setzte sie ab. Seine Augen begannen rot zu glühen. Die Augen des Kindes weiteten sich und es schrie aus vollem Hals "Papa!", ehe der Andere ebenfalls zu Staub zerfiel. Die Kleine lief schreiend zwischen ihren Eltern hin und her. Der Nord ging auf seine Tochter zu. Sie drehte sich um, erkannte ihn und wollte gerade auf ihn zu rennen, als die Erde sich mit einem Mal auftat. Gudbrand rannte schneller und streckte seinen Arm aus. Er hatte die Kleine gerade gepackt, als die Erde unter ihr ganz wegbrach. Sie schrie. Er drehte sich um und sprintete zu der Tür zurück, die in das kleine Zimmer führte. Der Himmel war nun pechschwarz und die Wiese war verdorrt. Als die beiden die sichere Tür erreichten, öffnete sich diese von alleine und er stolperte mit Elfhild in das Zimmer. Mit einem lauten Knall schloss sich die Holztür und verschwand. Der Vater keuchte und blickte auf das Kind in seinen Armen. "Papa?", die Kleine blickte ihn fragend an, als sie, wie die anderen beiden, plötzlich zu Stein wurde und zerfiel. Dem Nord gefror das Blut, als der Staub seines Kindes durch die großen Pranken rieselte. Er kniete auf dem Boden und starrte weiter auf seine Hände, als sich mit einem Mal unter ihm ein gleißendes Licht auftat und immer größer wurde. Der Bauer fühlte sich federleicht. Wieder verließ er den Raum und schwebte auf ein großes Bauernhaus zu. Er entdeckte Aada, Verdandi und Sten. Ein Ebenbild von ihm war wieder dabei. Der Mann nahm die beiden Kinder in den Arm. Suchend nach Elfhild schaute der Vater sich um. Er entdeckte sie an einer Hauswand. Ihr von Tränen gezeichnetes Gesicht war auf die Szenerie gerichtet. Gudbrand folgte dem Blick. Unerwartet spürte er Verzweiflung und Traurigkeit, als er sich wieder seinem Kind zuwandte. Das ganze Umfeld verschwand abrupt. Alles wurde schwarz, bis sie von Dunkelheit umhüllt waren. Die beiden Personen standen in einem Lichtkegel. Das kleine Mädchen weinte. Der Nord stutzte, denn während die Kleine schluchzte, wuchs sie. Er wollte auf sie zugehen, doch er kam nicht von der Stelle. Der Mann blickte an sich hinab, Panik stieg in ihm hoch. Er versank in der Schwärze. "Hilfe", schrie er aus vollem Halse. Er hatte Angst, wollte aus diesem Morast heraus. Die Blicke der beiden trafen sich. "Bitte Elfhild, hilf mir." Verzweifelt schaute er sie an. Die junge Frau tat erst zwei Schritte, als ihr Blick sich verfinsterte und sich von ihm abwand. Der Vater schüttelte den Kopf. "Bitte es tut mir leid, hilf mir doch, bitte." Doch die junge Frau schritt weiter und war irgendwann verschwunden. Die schwarze Masse hatte den Nord schon bis zum Hals in sich hineingezogen. Er hatte keine Kraft mehr seine Arme zu heben. Mit einem Schluchzen schloss er die Augen und spürte, wie er nach unten gesogen wurde. Flüstern, Lachen und Weinen empfing ihn, er öffnete die Augen. Wieder in diesem einen Raum. Hastig erhob er sich und blickte umher. Die Laken tropften vor Blut, Eldrid lag tot in dem Bett. Gudbrand trat an sie heran. Tränen stiegen ihm in die Augen. Ganz leicht berührte er ihre Wangen. Sie keuchte auf und er schrak zurück. Geschockt blickte er auf die Frau. "Eldrid", flüsterte er hoffnungsvoll. Tränen stiegen ihr in die Augen. "Ich dachte, du würdest unser Kind lieben." Sie verschwand. Zurück blieb das tropfende Blut. Der Nord schrie laut auf und warf das Bett um. Er gab sich ganz seinen Gefühlen hin und weinte bitterlich. Der Schmerz in seiner Brust riss nicht ab. Ruckartig erbebten die Wände, bekamen Risse, die Dielen brachen, das Dach hob sich und die Wände lösten sich in Staub auf. Eine riesige Pranke kam zum Vorschein, die ihn hochhob. Der nervlich angeschlagene Mann spürte einen Atemzug in seinem Rücken. Angsterfüllt blickte er hinter sich und sah ein Gesicht mit Hörnern. Die Augen, Nase und der Mund waren durch blaue Flammen erkennbar. Die Hand führte ihn zusammen mit den restlichen Dielen zu dem blicklosen Gesicht. Der Nord suchte nach einer Fluchtmöglichkeit, doch es gab keine. Der offene Mund kam unaufhaltsam näher. Der Mann schrie auf. Er schrie immer noch, als ein Geräusch ihn aufhorchen lies. Der Vater war wieder in dem Zimmer. Das Bett war leer, keine Laken, keine Eldrid und auch keine Elfhild. Nur das Bett mit Fellen bedeckt. Ein Lachen dröhnte in seinen Ohren. "Ihr Sterblichen seid so drollig. Es war wirklich lustig anzusehen, wie du auf einmal dein Herz für das Kind geöffnet hast." Gudbrands Blick wanderte zu der Stimme. Es war ein Mann, der komplett in ein eigenwilliges lila-rotes Gewand gehüllt war. Er trug einen Schnurrbart und seine Haare waren weiß. Keuchend wich der Nord zurück:"Sheogorath." "Oh der Herr kennt mich auch noch, sehr schön. Wir haben viel zu bereden. Tee?" Sheogorath winkte ihn zu einem Tisch, der mit Käse, Gebäck und Tee gedeckt war. Vorsichtig erhob sich der Landwirt und blieb an der Wand stehen. "Jetzt komm schon her. Oder möchtest du das ich dich in eine Konkubine verwandel? Momentan steht mir der Sinn nach etwas argonischem, aber nach einer Dunmer hab ich mehr Lust." Der Nord erbleichte und setzte sich augenblicklich zu dem Herrn des Wahnsinns. Die Teekanne bewegte sich und wanderte zu den Tassen und füllte sie. "Prost", lächelte Sheogorath. Gudbrand nahm einen großen Schluck, er wollte den Daedra nicht verärgern. Dieser lachte laut auf. "Euer Blick erinnert mich an den guten Onkel Leo. Eine lustige Geschichte. Er war zu seiner Zeit ein Frauenheld, in jeder Stadt eine Braut über ganz Tamriel verteilt. Aber wie das bei Sterblichen so ist, irgendwann vergeht ihre Zeit. Und als er sein Alter spürte und immer seltener zu seinem Vergnügen kam, da hab ich ihm geholfen. Leo war einer von meinen wenigen Lieblingssterblichen. Es war ein einfacher Handel. Er bekam seine Jugend wieder, im Gegenzug durfte er niemals mehr als einmal mit derselben das Vergnügen haben. Tja, und dann traf er Mjoll. Die Hochzeitsnacht war schrecklich, muss ich euch sagen. Seine Haut hat sich verflüssigt und so weiter. Armer Onkel Leo, ein Fleischatronach wurde er. In der zweiten Ära habe ich ihn dann von einem Helden töten lassen. Ah diese Helden Gudbrand, ich muss sagen, ich habe eine Schwäche für sie." Sheogorath nahm einen Schluck Tee. "Käse?" Der Bauer nahm hastig ein Stück. Der Weißhaarige lachte. "Hast du so eine Angst vor mir Sterblicher? Du brauchst dir keine Sorgen machen. Diesen kleinen Trick mit dem Beeinflussen von Träumen habe ich mir von Vaermina abgeschaut. Die ist nicht so nett wie ich. Die hätte dich sterben lassen", sagte der Mann süffisant. Der Nord beäugte den Herrn des Wahnsinns misstrauisch. Er kannte ihn nur aus Büchern. Manche berichteten, wie er alten Helden half, andere berichteten, wie sie unzählige Prüfungen bestehen mussten, bevor sie Hilfe von ihm erhielten und wieder andere wurden ohne Vorwarnung von ihm getötet. Der Vater nippte am Tee. Als er den Eindruck hatte, dass der Mann nicht weiter reden wollte, fragte er ihn: "Herr, Sheogorath, was wollt ihr von mir?" "Hm? Oh vielleicht mit deinen Eingeweiden Seilspringen, obwohl das können wir auf später verschieben. Ich war interessiert daran, wie du auf die Träume reagierst, besonders auf mein letztes Stück. Du durftest in den Genuss einer Premiere kommen. Wie fandest du sie? Ganz ehrlich." Der Landwirt bekam es mit der Angst. Sheogorath lachte ihn an. "Ha ich wusste doch, dass es dir gefallen hat. Nun denn." Der Daedra sah ihn überlegend an bevor er ernst wurde. "Ich hoffe für dich du hast verstanden worauf ich hinauswollte und vor allem die Warnung. Es würde mir wirklich zusagen, Balti einen Strich durch die Rechnung zu machen und deiner Seele nach Sovngarde zu verhelfen. Davon träumt ihr Nord doch oder? Seit Lyris Titanenkind und ihre Gefährten ihm damals diese Wunde zufügten, ist er sehr erpicht auf die Nord. Ihm eine Seele zu klauen, würde mein Herz vor Freude weinen lassen." Der Nord wusste nicht wirklich, was der Mann damit meinte. Er wusste nur, was er zu tun hatte, sobald der Tag anbrach. "Handel schnell Gudbrand. Sonst wird dir das hier blühen." Ein Stecken mit drei Gesichtern war in der Hand des Mannes aufgetaucht, mit dem er einmal auf den Boden schlug. Der Nord fand sich in einem weichen Bett wieder. Der Raum und das Bett waren riesig. Das Zimmer bestand aus kaltem, blauschwarzem Stein, erhellt von Feuerschalen mit grellblauen Flammen. Gegenüber der Schlafstätte war eine riesige blanke metallene Tür, die sich mit einem Mal öffnete. Molag Bal trat ein. Gudbrands Augen weiteten sich vor Schrecken, er wollte weg, wollte fort. Doch der Herr Kalthafens war mit einem Satz bei ihm und drückte den Nord in die weichen Laken. Sein Herz schnürte sich zu und pure Angst erfasste ihn, die sich steigerte, als der Vater der Vampire ihm in den Schritt fasste. "NEIN!" "Wach auf Vater, wach auf", schrie Sten und schüttelte seinen Vater so fest er konnte. Unerwartet schrie Gudbrand, öffnete die Augen und setzte sich schweißgebadet auf. Seine Frau und seine Tochter waren mit in die Scheune gekommen und blickten besorgt auf ihn herab. Sein Sohn war zurückgeschreckt und kam nun wieder näher. Aada ergriff als Erste das Wort. "Schatz, hattest du wieder einen Albtraum?" Ihr Ehemann war kreidebleich und stürzte zu einem Eimer, in den er sich übergab. Keuchend
sackte er zu Boden. Die Sonne stand noch tief im Osten, schwache Strahlen waren über dem Wald zu erkennen. Verdandi trat an ihren Vater heran, nahm ihn an der Hand und zog ihn mit sich ins Haus. Die beiden anderen folgten.

Seine Frau schürte das Feuer und hängte einen Kessel mit Wasser auf. "Das Unwetter hat aufgehört", bemerkte das Mädchen. "Drei Tage am Stück sind auch genug. So ein schlimmes Unwetter hatten wir schon lange nicht mehr", kam von ihrem Bruder. Er folgte dem Blick seiner Schwester aus dem Fenster. "Was für ein Traum war es dieses Mal", fragte seine Gattin zärtlich während sie den Frühstückstisch deckte. Der Mann schluckte. Er hatte ihr und seinen beiden Kindern nur das Nötigste über seine verstorbene Frau erzählt. Zu schmerzhaft waren die Erinnerungen an Eldrid gewesen und das waren sie immer noch.

"Ich habe Eldrid gesehen." Die Rothwardonin sah ihren Mann besorgt an. Ein Schmerz durchfuhr den Nord und er brach in Tränen aus. Der große starke Bauer sackte zusammen und vergrub das Gesicht in den Armen und weinte bitterlich. Aada trat an ihn heran und nahm ihren Mann in die Arme. Die Kinder schauten ihren Vater bleich an. So saßen sie da, bis das Familienoberhaupt ihnen vom Traum erzählte, von Sheogorath und was zum Ende hin passiert war. Sie sahen ihn geschockt an. Alle hatten gespürt, dass sich etwas geändert hatte, seit dem Tag des Streits und des Unterzeichnens des Vertrages. Sie alle hatte eine unergründliche Traurigkeit im Griff. Aber das es so ein Ausmaß angenommen hatte, ließ ihnen die Knie erzittern. "Ich muss meinem Kind helfen, ich muss, ich muss alles wieder gut machen", schluchzte der Vater.

"Dann soll Elfhild ihm vergeben und alles ist gut, oder", sagte Verdandi schnippisch. Sten antwortete darauf in einem Anflug von Arroganz:"Wenn wir so tun das sie zur Familie gehört bestimmt." "Hört auf ihr beiden!" Erschrocken sahen die Kinder ihre Mutter an. "Was ist denn mit dir los, du bist doch sonst auch nicht so, wenn es um sie geht. Woher der plötzliche Sinneswandel", beschwerte sich die Tochter. "Sie hat ja immer versucht, dazu zu gehören. Als ihr beide noch ganz klein wart, hat sie euch selbst gemachte Geschenke oder Blumen mitgebracht. Ihr hattet euch damals so gefreut", sie schluckte und hielt die Hand vor den Mund. "Ich habe die Sachen dann immer weggenommen und verbrannt. Als ihr älter wurdet, habe ich euch immer weiter mit meinem Gram ihr gegenüber aufgestachelt. Ich wollte ihr nie eine Mutter sein und ich wollte auch nicht, dass meine Kinder sie mögen." Aada kamen die Tränen. "Die Streiche, wie mit den Eiern oder neulich die Brombeeren, ich wusste immer das ihr es gewesen seit. Mir war das nur recht gewesen, es wurde immer leichter das Mädchen nicht anzuerkennen. Und jetzt haben wir sie weggegeben und seht nur was passiert ist. Hätten die beiden nicht diesen Streit gehabt und wäre ich ihr damals eine bessere Mutter gewesen, vielleicht wäre all das nie passiert." Sten nahm seine Mutter in die Arme, während Verdandi sich kreidebleich auf eine Bank am Fenster setzte. "Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, zweiundzwanzig Jahre sind eine sehr große Spanne." Gudbrand war mit den Nerven am Ende. All die Jahre hatte er das Mädchen, was sein Herz mit dem ersten Tritt im Mutterleib erobert hatte ignoriert. Es beschimpft, es wie Dreck behandelt. Verdandi fragte weinerlich: "Meint ihr, Oyn nimmt das Geld zurück?" Die drei starrten sie an. "Ich habe gelogen, Elfhild hat damals wirklich die Thalmor getötet", brach es aus ihr heraus und die Tränen liefen in Strömen.

Die Eltern und ihr Bruder kamen und nahmen sich gegenseitig in den Arm. "Wir bringen das wieder in Ordnung Verdandi, alle zusammen. Und dann entschuldige ich mich bei Elfhild. Die Jahre sind mit einer Entschuldigung nicht aus der Welt aber vielleicht ist es ein Anfang, wenn sie mich lässt." "Wir müssen uns aber auch entschuldigen", schnieften diese. Die vier drückten sich noch lange bis sie sich ihrem Frühstück zuwandten.

Sten und Verdandi kümmerten sich um Feld und Vieh, während ihr Vater mit dem Kaufvertrag in der Hand zum Stadtsprecher unterwegs war. Auf dem Weg sah er einen großen Strauch Lavendel. Nach kurzem Überlegen zückte er seinen Dolch und trennte ein paar Zweige vom Strauch. Nach wenigen Metern kam er am Friedhof vorbei. Niedrige Mauern mit einem kleinen Eisentor umschlossen das mit gepflegten Grabsteinen gesäumte Feld. Es war ein kleiner Friedhof, da in Grychwalth nicht mehr als dreihundertfünfundsiebzig Leute lebten. Jeder kannte hier fast jeden. Der Mann trat durch das kleine Tor, das ein wenig knarzte. Nach den Beerdigungen war er nicht mehr hier gewesen. Grim, Adelhild und der Friedhofsgärtner kümmerten sich um die Gräber von seinen Eltern und Eldrid. Seine Frau wurde damals neben seiner Mutter gebettet, ehe der Vater folgte. Als der Nord an die Gräber kam, füllte sein Herz sich mit Trauer und Schwermut. Einen Teil des Lavendels legte er bei seinen Eltern auf das Grab. Er war sich unsicher, ging dann aber in die Hocke und sprach lange mit dem Grabstein seiner Frau. "Es tut mir so leid, was ich unserem Kind angetan habe. Bitte verzeih mir." Nach einigem zögern legte er den Lavendel neben einen frischen Strauß Blumen. Wahrscheinlich war Adelhild oder Grim vor Kurzem hier, dachte er bei sich. Während der Mann sich erhob wehte eine starke Brise durch sein nussbraunes Haar und ließ den Lavendel ein wenig davon rollen. Den Weg zurück folgend ging er nach der Eisentür links gewandt weiter zum Dorfplatz. Der Lavendel auf Eldrids Grab leuchtete kurz in gleißendem Lila, ehe Gudbrands Geschenk verschwand. Zurück blieb der frische Blumenstrauß.

Auf dem Dorfplatz war ein reges Treiben, als der Landwirt ihn erreichte. Zielstrebig ging er auf das große Gebäude zu, das auf der anderen Seite lag. Ein Flüstern begleitete ihn, als der Mann den Platz überquerte. Die Dorfbewohner hatten ihn gesehen und waren verwundert. Denn er ließ sich mit seiner Familie nur noch zu den großen Festen und zum Wochenmarkt sehen. So vertieft in sein Vorhaben bemerkte er gar nicht, wie er von Grim beobachtet wurde. Der Alte hatte sich am frühen morgen aufgemacht, um weitere Vorräte für sich und seine Tochter zu besorgen. "Was er wohl will", sagte die alte Habasah von der er gerade Käse kaufte. "Ich weiß es nicht." Der Ohm war mit einem Mal beunruhigt. Er setzte sich mit seinem Einkauf auf eine steinerne Bank vorm Brunnen, von der man das Haus des Stadtsprechers im Blick hatte. Verwundert blickte der Stadtsprecher von seinem Schreiben auf, was er gerade verfasste."Gudbrand, was verschafft mir das Vergnügen?" Der Nord trat von einem Fuß auf den anderen, bevor er seinen Mut zusammenfasste. "Hartmin, ich habe einen schlimmen Fehler begangen. Und jetzt", der Braunhaarige brach ab. Er schämte sich. "Und jetzt weiß du nicht mehr wie du den Fehler wieder gutmachen kannst", vollendete der Stadtsprecher. Hartmin war in jungen Jahren für das Dorf ernannt worden, doch er war für sein Alter schon sehr weiße und umsichtig. Nun ging er auf seinen neununddreißigsten Herbst zu. Wenn er einen Rat gab, dann nicht ohne sich vorher alles haarklein berichten zu lassen.

Der junge Mann war wie Aada Rothwardone, seine Haut hatte eine edle dunkle Farbe. Er hatte nicht wie andere Rothwardonen schwarzes, sondern weißes Haar. Von den Göttern geküsst, hatten seine Eltern immer gesagt, wenn sie auf seinen weißen Schopf angesprochen wurden. Der Stadtsprecher war sehr stolz auf seine weißen Haare, denn er wurde dadurch von vielen Händlern und Wachen unterschätzt, die seine Autorität untergraben wollten. Seine Augen hatten ein klares Braun und er blickte nicht so finster wie andere aus seinem Volk. Der Mann erhob sich und führte den Nord zu einer Sesselgruppe vor einem Kamin, in dem ein kleines Feuer brannte. Während sein Besucher sich setzte, schenkte er ihnen einen Wein ein. "Geht es um Elfhild?" Gudbrand nickte. Der Stadtsprecher blickte bekümmert ehe er dem Mann mit den braunen Haaren das Glas reichte. Er wusste bereits über die Situation Bescheid, da Grim und Adelhild ihn ins Vertrauen gezogen hatten. Wenn Oyn erfährt das die Kleine fort ist, könnte sonst was passieren. Doch er wollte vor dem Mann nichts preisgeben, bevor der Nord ihm nicht von seinem Anliegen berichtet hatte. Eine Weile saßen die beiden Männer schweigend am Feuer. Der Braunhaarige leerte mit einem Zug sein Glas. "Das ist kein Schnaps", empörte sich Hartmin. "Nach dem Thalmor-Überfall habe ich einen Kaufvertrag mit Oyn geschlossen. 3000 Septime für neues Vieh und Korn. Dafür sollte ich ihm mein Kind überlassen." Gudbrand hielt dem Stadtsprecher das Schriftstück entgegen. Das Oberhaupt des Dorfes sah ihn erstaunt an. Noch nie hatte der Nord Elfhild in Anwesenheit anderer als sein Kind bezeichnet. Der Sprecher nahm das Schriftstück und betrachtete sein Gegenüber. Der Mann wirkte irgendwie anders. Hoffnung lag in seinem Blick aber auch Verzweiflung, so viel war zu erkennen. Aber was der plötzlichen Wandel ausgelöst hatte, blieb Hartmin ein Rätsel. Er stellte sein Glas an die Seite und las den Vertrag durch. "Wenn ich Oyn das Geld wiedergebe, ist der Vertrag dann nichtig?" Angst schwang in der Stimme mit. Dem Sprecher war dieser Nord mit einem Mal fremd. Er hatte ihn so noch nie erlebt. "Können sie mir bitte sagen wer sie sind und was sie mit dem Nord gemacht haben der keinen Finger für seine Tochter gekrümmt hätte?" "Ich mein es ernst Hartmin." "Das ist es mir auch gerade. Was ist passiert? Woher kommt auf einmal das Interesse an "deinem" Kind?" Das >>deinem<< hatte der Sprecher mit händischen Gänsefüßchen versehen.

Gudbrand überlegte kurz. Bevor er mit einem Seufzen berichtete, was vor mehr als zwei Monaten vorgefallen war. Vom Streit mit seiner Tochter, dem Verkauf und den darauffolgenden Albträumen. Auch den von letzter Nacht ließ er nicht aus. Er zog ein Taschentuch aus der Tasche seines Mantels und schnäuzte kräftig. "Ich schäme mich so für die Jahre, was ich meinem Kind angetan habe." Hartmin blieb der Mund offen stehen. All die Jahre hatte er über Berichte und auch selber mitbekommen wie Gudbrands Familie mit dem Mädchen umsprangen. Und auf einmal eine totale Wendung. "Jetzt hohl ich erst mal den Schnaps", brachte er fassungslos hervor. Er ging zu seinem Schreibtisch, wo seine Lieblingsflasche gelagert war. An den großen Fenstern vorbeigehend sah er nach draußen und erspähte die Person, die jetzt gerade gebraucht wurde. "Moment." Er stürmte zur Tür hinaus. Der Landwirt schaute im völlig verdattert hinterher. Bald darauf kam der Rothwardone wieder. "Wir bekommen gleich Besuch." Mit diesen Worten holte er drei Gläser hervor.

Sie mussten nicht lange warten, bis es an der Tür klopfte. Auf das "Herein", folgte ein Grim mit skeptischem Blick. Hartmin deutete ihn auf einem der Sessel Platz zu nehmen. Der Alte tat wie geheißen und beäugte den gebeutelten Nord mit einem Blick, der diesen tief in seinen Sessel sinken ließ. "Was ist hier los?" "Gudbrand bat mich um einen Rat. Der Verkauf von Elfhild." Der Nord stutzte. Es war die Art, wie der Sprecher den Verkauf betonte. Ängstlich sah er zwischen den beiden hin und her. Der Ohm schaute den Sprecher an. "Nichts von dem was wir jetzt hier bereden darf Oyn zu Gehör bekommen." Hartmins Stimme war ernst an Gudbrand gerichtet. Der Landwirt nickte ehrfürchtig. Der Alte gönnte sich erst den Schnaps bevor er von Ulfsild berichtete. "Ja die hat uns gesagt, was ihr getan habt." Der Alte schaute den jüngeren Böse an. "Und warum auf einmal das plötzlich erwachte Interesse? Spät erweckte Vaterliebe oder was?" "Bitte Gudbrand berichte noch mal was du mir gesagt hast." Grims Reaktion war dieselbe wie vom Sprecher. Er nahm sich noch einen Schnaps. "Da muss dir erst der Alte Sheogorath Molag Bal auf den Hals hetzen damit du aufwachst." Der Ohm schüttelte den Kopf. "Was mach ich den jetzt? Wäre die Geschichte denn aus der Welt geschafft, wenn ich ihm das Geld zurückgebe?" "Nach dem Gesetz ist dieser Kaufvertrag sowieso nichtig. Wenn es in dem Schriftstück darum ginge, dass das geliehene Gold abgearbeitet wird hätten wir eine schlechtere Ausgangslage. Gib ihm das Geld zurück und damit ist die Sache vom Tisch. Das sage ich dir als Sprecher. Als Freund sage ich dir, er wird keine Ruhe geben. Wir wissen alle was er will und er wird es durchsetzen wollen." "Vor allem da es Eldrids Tochter ist wird er keine Ruhe geben", murrte der Alte. Die beiden Jüngeren starrten ihn an. "Er hatte bereits ein Auge auf deine Liebste geworfen, bevor ihr euch kennengelernt hattet. Ich war ja so eine Art Vormund, also habe ich jede seiner Werbungen unterbunden. Und dafür gesorgt, dass Eldrid niemals alleine unterwegs war." "Warum hast du mir das nie gesagt", fuhr Gudbrand ihn böse an. "Sie hat dich kennengelernt. Und als ihr geheiratet habt war für mich alles gut. Aber nie im Leben hätte ich dir jemals zugetraut das du dein eigen Fleisch und Blut verkaufen würdest. Und das an diesen arroganten, fetten, schwitzigen, ekelhaften Sack", die letzten Worte würgte der Ohm mit ekel hervor. "Sag mir, hättest du Verdandi genauso einfach verkauft?" Der Nord sank in den Sessel und schüttelte traurig den Kopf. Hartmin hatte den beiden zugehört. "Kannst du denn das Geld aufbringen?" "Es ist noch etwas übrig. Etwa die Hälfte. Aada und Verdandi wollen ihren Schmuck zum Juwelier bringen. Was von großem Wert ist, wollen sie dann verkaufen. Ob es dann reichen wird, werden wir sehen." Der Rothwardone reichte dem Landwirt noch einen Schnaps. "Aber wenn Oyn keine Ruhe geben wird, dann ist sie in Grychwalth nicht mehr sicher", schluckte er. Der Alte und der Sprecher tauschten sich wortlos untereinander aus. Grim rückte mit einem Sessel an den Nord heran und legte eine Hand auf seinen Arm. Gudbrand schaute ihn verblüfft an. "Sie ist fort. Adelhild und ich wissen wo dein Kind sich aufhält." Der Ohm legte eine Pause ein. "Wenn das Geld nicht reicht, biete unseren Hof mit an." Der Landwirt fiel seinem ehemaligem Freund um den Hals und schluchzte. "Danke." Der Alte drückte ihn. Er war irgendwie erleichtert, denn es war so, als ob etwas in Gudbrand zurückgekehrt sei. Der Stadtsprecher räusperte sich. "Ich weiß zwar nicht ob das eine gute Idee ist und was deine übrigen Familienmitglieder davon halten, aber was ist, wenn ihr mit Grim und Adelhild weggeht. So wie wir Oyn kennen, denke ich, dass ihr genauso in Gefahr sein könntet." Der Nord schaute Hartmin aus großen Augen an. "Ich weiß nicht", stammelte er. Bevor der Nord weiter darüber nachdenken konnte, klopfte es an der Tür. Eine Wache trat ein. "Verzeihung, Herr, aber hier ist ein Notar aus Elinhir." Hinter dem Mann kam ein Greis auf einen Stock gestützt zum Vorschein, mit einem länglichen Bündel auf dem Rücken.

"Guten Tag meine Herren, mein Name ist Abnur Tharn und ich müsste wissen, wo ein Herr Gudbrand zu finden ist." Die Stimme des Alten war heiser und piepsig. Hartmin räusperte sich. "Guten Tag Herr Tharn, ich bin der Stadtsprecher von Grychwalth. Der Herr hier neben mir ist der Mann, den ihr sucht." Der Nord erhob sich und grüßte den Notar. "Ah ja sehr schön, sehr schön. Ich komme um den letzten Willen von Frau Eldrid zu erfüllen." Gudbrand glaubte ihn trifft der Schlag. Er öffnete den Mund um etwas zu sagen doch der Greis Schritt an den dreien vorbei und setzte sich an Hartmins Tisch.

"Ihr könnt gehen junger Mann", sagte er zur Wache. Die Wache blickte vielsagend zum Stadtsprecher, der ihn aber nur herauswinkte. "So meine Herren, dann wollen wir gleich mal zum Punkt kommen. Wer sind sie?" "Grim." "Herr Grim, sie werden zwar nicht genannt, ein Zeuge kann aber nicht schaden. Aber kommen sie meine Herren, laut sprechen kann ich nicht mehr." Er winkte die Drei zu sich und deutete auf die Stühle vor dem Schreibtisch. Grim und Gudbrand schauten zu Hartmin, der sichtlich entrüstet über das Verhalten des Notars war. "Es fehlt noch jemand, eine junge Frau namens Elfhild." Der Ohm stieß dem Landwirt in die Seite. "Meine Tochter ist zur Zeit unpässlich", stammelte er. "Ah sie sind der Vater sehr fein. Wo bin ich mit meinen Gedanken hier steht es ja, Gudbrand Kindsvater von der Benannten. Ja schön, dann lassen sie uns mal anfangen." "Entschuldigung, woher wissen sie denn wie meine Tochter heißt?" "Na ich habe hier eine Zweit-Ausfertigung der Geburtsurkunde." Der Greis hielt ein Blatt Papier hoch, das er aus einem Buch zog. Die drei Männer nahmen vor dem Schreibtisch Platz. "Dies ist das Testament und letzter Wille von Eldrid, Schildmaid von Grychwalth. Ich, Eldrid, verfüge hiermit meinen letzten Willen, der zwei Monate vor meinem zweiundzwanzigsten Todestag verkündet werden soll.

Mein geliebter Ehemann Gudbrand soll mein Vermögen erhalten, das ich zu meinen Lebzeiten in einem Lederbeutel aufbewahrt habe, sowie diesen Brief." Der Notar hielt besagten Brief hoch. "Er wird ihn erkennen, da er ihn mir gemacht hatte." Der Notar hielt dem Nord ein Ledersäckchen vor die Nase, auf dem ein Hirschkopf geprägt war. "Haben sie der Verstorbenen diesen Beutel gefertigt?" "Ja." "Wann haben sie ihn ihr geschenkt?" "Das war bei unserem dritten Treffen. Wir waren damals auf einer Wiese, wo jede Menge Lavendel wuchs. Sie liebte Lavendel." Der Mann musste bei den Worten lächeln, als er an den Tag zurückdachte. "Ja schön, das reicht mir als Beweis aus", sagte der Greis und strich auf einer Liste etwas ab. Der Notar holte nun das Bündel auf den Schreibtisch und löste die Verschnürungen. Was zum Vorschein kam, verschlug Grim und Gudbrand den Atem. "Mein Schwert Wyrd vermache ich unserem Kind Elfhild, auf das es ihr gute Dienste leisten möge. Des Weiteren vermache ich ihr die Kette, die mein Liebster mir zur Verlobung schenkte." Der Greis holte ein zweites Säckchen hervor und reichte es dem Nord. "Bitte meine Lieben seid nicht zu traurig, dass ich gegangen bin. Denkt daran, wir sehen uns alle in Sovngarde wieder. In Liebe Eure Eldrid." Als der Notar geendet hatte herrschte betretendes Schweigen. "So meine Herren, damit wäre meine Aufgabe hier erledigt. Sehr schön. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag. Meine Kutsche wartet und ich möchte nicht bei Nacht zu Hause sein." Er war so schnell zur Tür draußen, wie er hinein gekommen war. Verwunderlich für einen Greis mit Stock. Die drei blieben zurück. Der Braunhaarige starrte auf die beiden Säckchen in seiner Hand. Zittrig nahm er das mit dem Hirschkopf und öffnete die Verknotung. Zum Vorschein kamen wunderbare Edelsteine. Die Augen der beiden Anderen wurden groß. "Damit kannst dich bestimmt von Oyn lösen", pfiff der Stadtsprecher. "Und was ist in dem Anderen?" Der Nord entfernte den Knoten. Nach einem Blick hinein rutschte ihm das Herz in die Hose. Er drehte das Säckchen um und heraus fiel ein goldenes Kettchen in dem Zwei Wolfsköpfe miteinander verschlungen waren. Laut schniefend tat er die Kette zurück in den Beutel und nahm den Brief und begann ihn zu lesen. Was dort stand, gab ihm den Rest. Die Verstorbene schrieb in ihrem letzten Brief, dass die Priesterin bei einer Untersuchung 2 Monate vor der Niederkunft eine Schwäche an ihrem Herzen gespürt hatte. Sie konnte ihn allerdings nicht beheben. Das schlimmste war der Schlusssatz. >>Mein Liebling, ich weiß es wird schwer, doch ihr habt euch. Du wirst dich liebevoll um unser Kind kümmern, da bin ich mir sicher. In Liebe, Eldrid<< Der Nord weinte zum 2ten Mal bitterlich, sein Taschentuch war schon ganz nass, sodass Hartmin ihm ein frisches reichte.

Die drei ließen die Zeit außer acht. Erst als der Koch eintrat und fragte, ob er servieren könnte, bemerkten sie, dass es bereits Mittag war. "Wenn ihr zu Oyn geht, gebt mir Bescheid. Ich werde euch mit meinen Wachen Rückendeckung geben. Da ist ein ganz mieses Gefühl in der Magengegend." Grim und Gudbrand bedankten und verabschiedeten sich von ihrem Stadtsprecher und traten hinaus. "Ich gehe sofort zum Juwelier und lass die Steine schätzen. Würdest du mich begleiten?". Der Ohm nickte.

Die beiden betraten Kalmens Geschäft. Der Juwelier war ein Segen für das Dorf. Er und seine Frau waren die Besten ihres Handwerks gewesen. Wegen ihnen waren Leute aus Elinhir und der ganzen Umgebung gekommen und hatten sich von den beiden Feinschmieden die edelsten Schmuckstücke fertigen lassen.

Die Ehe der beiden blieb kinderlos und vor 15 Jahren verstarb seine Frau. Da hatte er das Handwerk aufgegeben und kaufte und verkaufte nur noch Schmuckstücke und Edelsteine. Was dem Geschäft aber keinen Abbruch tat, denn seine Kenntnisse wurde hoch geschätzt, was die Leute weiterhin dazu veranlasste, weite Reisen auf sich zu nehmen. Egal ob es um die Echtheit eines Edelsteines ging oder einen Wert eines Familienerbstückes zu erfahren. Der Greis kam auf sie zu. Siebzig Winter hatte er hinter sich. Er wirkte aber so fit, dass die Dorfbewohner glaubten, er würde noch siebzig weitere Winter erleben.

"Guten Tag meine Herren, was kann ich für sie tun?" Der klare Blick des alten Mannes ruhte auf Gudbrand. "Wir kennen uns doch oder? Meine Frau und ich haben ihnen ein Goldkette mit zwei Wolfsköpfen gefertigt oder?" "Ja Meister Kalmen, dass ist aber schon etwas länger her." Der Mann winkte ab. "Lasst es gut sein junger Mann, ich bin kein Meister mehr. Ich bin alt und meine Hände wollen nicht mehr wie früher und mein Gedächtnis, was Personen angeht, ist auch nicht mehr das Beste. Nur wenn für sie in unserer Werkstatt etwas gefertigt wurde kann ich mich schwach erinnern. Aber ich kann immer noch einen Amethyst von einem Makellosen Amethyst unterscheiden." Der Greis grinste. Der Nord trat an ihn heran, holte den Beutel mit dem Hirschkopf hervor und reichte ihn dem Juwelier. "Könnt ihr mir bittet sagen, was diese Steine Wert sind?" Kalmen holte ein Samttuch unterm Tresen hervor und breitete vorsichtig den Inhalt des Beutels darauf aus. Als er den ersten Stein, es war ein klarer durchsichtiger, hoch gegen das Licht hielt, stockte ihm der Atem. "Das ist ein Makelloser Diamant. So ein Stein ist hier bei uns eine Seltenheit." Der Greis schaute auf die übrigen Steine. Ein zweiter klarer Stein war noch zwischen den anderen Edelsteinen. Der alte Mann musste sich nach der Prüfung dieses Steines setzen. "Das ist unfassbar. Ich habe in meinem ganzen Leben nur zwei Mal einen Makellosen Diamanten gesehen. Das erste Mal war, als wir für eine Adelige von Elinhir ein Collier fertigten." Nachdem sich der Juwelier wieder gefasst hatte, fuhr er mit den anderen Steinen fort. Er stellte noch fünf Smaragde, sechs Saphire und vier Rubine, allesamt Makellos, fest. Der alte Mann zitterte sichtlich vor Erregung. Der Bauer traute sich gar nicht zu fragen wie viel die Steine wert waren, da er befürchtete, der Greis würde gleich einen Herzanfall bekommen. "Guter Mann, woher habt ihr die Steine?" Gudbrand wurde blass und er erzählte ihm von wem die Steine waren. Kaleman lächelte. "Ah ja. Ich kann euch auch sagen woher sie dieses kleine Vermögen hat. Sie hatte einen sehr reichen Adeligen mit seiner Familie von Elinhir nach Taneth als Leibgarde begleitet. Unterwegs gab es unzählige Überfälle und was weiß ich noch alles. Sie hatte dann die Steine von ihm als Lohn bekommen. Jetzt erinnere ich mich. Sie hatte damals genau diesen Beutel dabei, als sie zu uns in den Laden kam um die Steine schätzen zu lassen. Der Gesamtwert des Inhaltes des Beutels sind zehntausendzweihundert Septime." Dem Nord wurden die Knie weich und der Alte neben ihm schluckte hörsam."Wann war Eldrid denn mit einem Adeligen unterwegs?" "Das war zwei Tage nachdem ich ihr den Beutel geschenkt habe. Sie hatte damals nur gesagt, dass sie für einen Auftrag länger fort sein würde. Das war ihre letzte Reise gewesen." Der Mann holte tief Luft. Er überlegte, wie viele er von den Steinen verkaufen sollte. Sollte er alle verkaufen? Wie viel würden sie für die Reise nach Himmelsrand brauchen? Grim hatte wohl seine Gedanken erraten. "Könnten wir uns für einen Moment beraten?" "Aber natürlich. Läutet einfach die kleine Glock hier, wenn ich wiederkommen soll", er deutete auf eine kleine Handglocke und zog sich zurück. Der Ohm wandte sich dem Vater zu. "Du hast doch noch Bell und Kara und einer der beiden alten Heuwagen ist noch in Ordnung oder?" "Ja." Der Alte überlegte. "Es könnte längstens acht Tage dauern, bis wir nach Falkenring kommen. Das liegt ganz daran, wie befestigt die Straßen sind. Dort können wir unsere Vorräte wieder auffüllen. Wir schicken die Frauen und Kinder vor, bevor wir zu Oyn gehen. Denn wenn er so reagiert wie ich es ahne, müssen wir schnell fort und ein Gespann würde uns dann nur behindern. Wir haben schon alles zusammen." "Unsere Speisekammer ist gut gefüllt. Aada hatte vor dem Sturm unsere Vorräte erst aufgestockt." "Sehr gut. Dann schlage ich folgendes vor. Du verkaufst so viele Steine, dass du möglichst fünftausend Septime erhältst, wenn es geht. Gabir, der Pferdezüchter aus Elinhir ist heute da. Er steht am anderen Ende des Dorfes. Da holen wir uns zwei Pferde. Wenn das Geld nicht reicht, vielleicht nimmt er Edelsteine an oder meinen Hof. Werden wir dann sehen." Gudbrand nickte. Er schüttelte das Glöckchen und besprach mit Kalmen alles Weitere. Der Alte kaufte ihm die Smaragde und Diamanten ab, was mehr als genug in die Reisekasse spülte. Die beiden machten sich auf den Weg zu Gabir. Dieser empfing sie freundlich und gab ihnen zwei Tiere mit Sattel und Zaumzeug für je eintausendfünfhundert Septime. Die Ausstattung hatte schon bessere Zeiten gesehen, weswegen sie so günstig gewesen war. Der Nord wollte die Steigbügelriemen zu Hause austauschen. Zufrieden gingen die beiden Männer aus dem Dorf hinaus. Unerwartet blieb Gudbrand stehen. "Danke dir Grim für alles. Ich weiß ich war nicht der beste Freund oder Vater in den letzten zweiundzwanzig Jahren. Es tut mir leid. Und ich bin froh, dass Elfhild jemanden hatte, dem sie sich anvertrauen konnte." Der Nord sah verschüchtert zu seinem ehemaligen Freund. Der Ohm sah ihn betrübt an und nahm ihn mit einem Mal in die Arme. Dem Jüngeren kamen die Tränen und er herzte seinen ehemaligen Freund. "Du tust jetzt das Richtige und das ist Wichtig. Alles andere sehen wir später." Der Nord nickte schniefend. Sie wandten sich nun dem Weg zu der vor ihnen lag.

Kaum das Gudbrand seiner Familie die Neuigkeiten überbracht hatte, fingen sie an zu packen. Sten half seinem Vater bei einem der Heukarren, der ein schadhaftes Rad hatte, der zweite hatte einen Achsenbruch. Gleich am nächsten Morgen machten sie sich auf zu Grim. Bell zog den Karren, während Kara festgebunden hinterher trottete. Sie hatten nur das nötigste an Kleidung mitgenommen. Bei den Vorräten war die Gattin eigen gewesen. Zumindest alles an Fleisch was haltbar war, musste mit. Der Rest setzte sich aus Brot, Käse und etwas Gemüse zusammen. Der Nord klopfte und eine säuerlich dreinblickende Adelhild empfing ihn. Sie drückte ihm mit Schwung ihren Rucksack gegen die Brust, was ihn auf keuchen lies. Eingeschüchtert blickte er sie an, was sie mit einem süffisanten "Guten Morgen", quittierte, bevor sie das restliche Gepäck mit ihrem Vater hinaus auf den Karren trug. Die Frau hatte ihre alte Rüstung angelegt, die hier und da ein paar Stellen aufwies, die vermuten ließen, dass sie angepasst werden musste. Ihr Aschblondes Haar hatte sie zu einem Dutt gebunden. Sie musterte den Braunhaarigen mit ihren ockerfarbenen Augen und schüttelte den Kopf. Als die beiden zum Haus gingen um die letzten zwei Bündel zu holen, fuhr sie aus der Haut.

"Meinst du wirklich, dass mal eben mit einer Entschuldigung alles so einfach vergessen ist oder was?" Der Mann schüttelte den Kopf. "Wir haben uns um sie die ganzen Jahre gekümmert, sie getröstet bei Angst oder Traurigkeit, mit ihr ihre Geburtstage gefeiert. Und jetzt, wo sie endlich ihr eigenes Leben haben könnte fern ab von euch und euren Gemeinheiten kommst du daher, nur weil dir der Herr des Wahnsinns zeigt, dass du Molag Bal sich mit dir Vergnügen könnte, und meinst dich mit Gewalt in dieses neue Leben reinzudrängen?" Adelhild funkelte ihn zornig an. "Es ist nicht nur das was Sheogorath mir gezeigt hat. Gestern war ein Notar bei Hartmin und hat Eldrids Letzten Willen vorgelesen." Verächtlich schnaubte die Nord. Gudbrand zog den Brief hervor und gab ihn ihr. Die Frau riss ihm den Umschlag aus der Hand und begann erst gelangweilt zu lesen. Jedoch wurde ihr Blick mit jeder Weiteren Zeile des Briefes trauriger. "Ich habe es damals nicht gewusst." Nachdem Adelhild geendet hatte, nahm er den Brief wieder an sich und verstaute ihn sicher. Der Nord liefen die Tränen über die Wange. "Auch wenn du es nicht wusstest, es macht trotzdem die Zeit nicht wieder gut." "Es tut mir leid." "Wenn Elfhild dir verzeiht werde ich deine Entschuldigung annehmen. Nicht vorher." Die Frau wischte sich die Wangen trocken und packte eines der Bündel und trug es hinaus. Der Nord folgte mit dem zweiten. "Ich denke dann habt ihr alles oder?" Adelhild die sich neben Sten auf den Kutschbock setzte nickte. "Also, wenn wir uns nicht vorher auf der Straße treffen, dann in Falkenring. Haltet am Tag nicht an, außer ihr müsst die Pferde tauschen. Wir brechen übermorgen auf." Grim sah seiner Tochter aufmunternd zu. Gudbrand gab Aada einen Kuss und drückte seine Kinder. Dann setzte sich der Karren Richtung Grenze in Bewegung. Zurück blieben die beiden Männer.

"Dann mach ich mich mal auf dem Weg zum Stadtsprecher." "Ich komm mit. Allein zu Hause behagt mir nicht. Fühle mich jetzt schon einsam." So machten sich die beiden auf den Weg und erzählten Hartmin was sie vorhatten. Da keiner der beiden alleine sein wollte, beschlossen sie, die restliche Zeit auf Grims Hof zu verbringen. Am nächsten Tag ritten sie einen Teil der Strecke und zogen ihre Bündel mithilfe eines Seils bis in die Baumkrone einer gewaltigen Eiche. Sie wollten am nächsten Tag so schnell wie möglich sein und sich gegenüber Oyn nicht verdächtig machen, in dem sie mit vollem Gepäck bei ihm auftauchten. Der Ohm würde mit Gudbrands Pferd weit genug weg auf ihn warten. Sie hatten bereits eine Stelle ausgemacht, von wo er nicht gesehen werden konnte. Der Nord war am Abend sichtlich nervös. "Beruhige dich. Komm, iss etwas und trink." Der Alte reichte ihm eine Schale mit Brot und Pökelfleisch. "Wenn du mir morgen vom Pferd fällst, weil du geschwächt bist, reite ich nicht zurück." Der Mann sah ihn entrüstet an, setzte sich aber und tat wie ihm geheißen.

Die Nacht über schlief der Nord nur sehr wenig. Mit dem ersten Sonnenstrahl der durch das Fenster fiel stand er auf und machte ihnen Frühstück. Dann brachen sie auf. Grim bezog seinen Posten, während Gudbrand den restlichen Weg zu Fuß ging. Auf der Hälfte traf er auf den Stadtsprecher und seine Leute. Der Dorfvorsteher hatte ebenfalls wie seine Männer ein Schwert an seiner Seite. Der Vater hatte sein Schwert und Wyrd zu dem Beutel getan, den sie am vorigen Tag den Baum hinaufgezogen hatten. Zwanzig Soldaten würden sie begleiten, zehn Bogenschützen hatten sich bereits um Oyns Hof im Dickicht versteckt und hielten sich bereit.

Der braunhaarige Mann wurde mit jedem Schritt zittriger. Der Beutel mit dem Geld an seiner Seite wurde gefühlt immer schwerer. Hartmin merkte die Anspannung und sprach dem Nord gut zu. "Gleich ist es vorbei." Als sie an Oyns Hof kamen, sahen sie, wie er sich gerade an einer seiner Mägde vergehen wollte, die sich vehement wehrte. "Oyn, wir müssen reden", schrie der Nord. Der Gerufene fuhr herum und ließ von der Frau ab, die weinend davon lief. "Hast mich gerade um mein Vergnügen gebracht." "Kann nicht sagen, dass es mir leid tut." Feindselig starrte er den Käufer seiner Tochter an. Der Bauer schaute sich die Szenerie die vor ihm erschien genau an. "Was willst denn mit unserem Dorfluftikuss hier. Verschwinde. Wenn der Mann etwas mit mir zu bereden hat, dann nur unter vier Augen." Allen blieb der Mund offen stehen. So hatte sich der reichste Mann des Dorfes noch nie aufgeführt. Er hatte zwar immer so getan als ob ihm alles gehörte, aber jetzt wirkte es so, als ob dem nun wirklich so wäre. "Ich gebe dir dein Geld zurück, damit ist unser Kaufvertrag nichtig." Der Stadtsprecher sah den Nord verwundert an. Er hatte mit so sicherer Stimme gesprochen, dass kein Zweifel daran bestehen sollte, dass die Sache damit erledigt ist. Oyn lachte wie ein Wahnsinniger auf. "Als ob ich das zulassen würde." Der Mann warf ihm den Geldbeutel zu, zerriss den Vertrag und sah ihn fest an. "Doch." Er wandte sich zum gehen um. "Du glaubst doch nicht wirklich, dass mir Elfhild entkommen wird." Er legte zwei Finger an die Lippen und pfiff. Jäh sprangen zehn Thalmor aus der naheliegenden Scheune und bauten sich vor Oyn auf. "Grychwalth und dein Kind gehören jetzt mir und alles wird nun nach meinen Vorstellungen verlaufen." Zwei weitere Thalmor kamen auf sie zu. Zwischen ihnen eine entkräftete Ulfsild, deren Kleider zerrissen und der Unterrock blutgetränkt war. "Sie durften mit ihr spielen, da ich für sie keine Verwendung mehr habe." Er baute sich hinter ihr auf und riss ihren Kopf in die Höhe. Kreidebleich starrten die Männer auf ihr Gesicht. Man hatte ihr eine tiefe lange Wunde, die über das ganze Gesicht führte, beigefügt. Hässlich grinsend rief der Bauer: "Tötet sie!" Drei der Thalmor begannen Zauber zu weben, doch sie wurden schnell und zielsicher von den Bogenschützen eliminiert ehe sie ihre fürchterlichen Sprüche loslassen konnten. "Lauf. Gudbrand lauf", keuchte Hartmin während er sein Schwert zog. Der Nord schaute den Jungen an. Der schlug ihn und schrie: "Lauf." Der Mann nahm seine Beine in die Hand und rannte, gefolgt von den Kampfschreien. Er erreichte die Stelle wo der Alte auf ihn wartete, schwang sich auf das Pferd und im vollen Galopp zu ihrem Versteck. Der Braunhaarige sprang von seinem Pferd, warf die Zügel dem Ohm zu und beeilte sich mit ihren Sachen. Der Ohm war nicht abgestiegen, er nahm den Mantel der ihm gereicht wurde und den Rucksack. Beides legte er so schnell wie möglich an. Als der Vater wieder auf seinem Pferd saß, gab er dem Tier schon wieder die Sporen. Sein Freund hatte Mühe mitzuhalten. Erst als die Pferde vor Erschöpfung langsamer wurden, hielt er an. Sie suchten sich eine geschützte Stelle, an der die Männer rasten konnten. Der Jüngere keuchte. "Was ist auf dem Hof passiert?" Der Mann sah seinen alten Freund mit entrücktem Blick an und berichtete von den Geschehnissen. "Ich habe mir gedacht, dass es schlimm wird, aber so schlimm. Wie kommen Thalmor zu ihm auf den Hof?" Der Mann zuckte mit den Schultern. Ihm ging Ulfsilds Anblick nicht aus dem Kopf. Die alten Freunde beschlossen, noch ein Stück zu Fuß zu gehen, ehe sie sich ein sicheres Nachtlager suchten. Am nächsten Tag erreichten sie schon die Grenze, die sie gefahrlos passierten und am darauffolgenden holten die beiden Männer ihre Familien ein. Es dauerte noch zwei Tage, bis die Familien Falkenring erreichten.Sie ließen vorerst alles auf dem Karren und betraten das Wirtshaus mit dem Namen Totmannstrunk. Sten besorgte Speisen und erkundigte sich bei der Wirtin nach Schlafplätzen, sowie einen Unterstand für das Gespann. Beim Essen berichtete Gudbrand was vorgefallen war. Geschockt saßen die Familie am Tisch. "Wie gehen wir nun weiter vor", wollte Sten wissen. Er hatte sich Gedanken gemacht, wie es ab Falkenring weitergehen soll. Der Ohm ging an die Theke und sprach mit der Wirtin Valga Vinicia. Als er zurück kam murrte er: "Um nach Weißlauf zu kommen, müssen wir einen großen Umweg in Kauf nehmen. Der Weg über Helgen ist versperrt." "Und wenn wir drei vorerst hierbleiben und ihr macht euch auf den Pferden auf den Weg nach Weißlauf? Für Elfhild wird es sicherlich ein Schock sein, wenn wir alle auf einmal auftauchen." Aada sah Adelhild an. Auf der Reise hatten die beiden vieles besprochen, bis sie übereinkamen, dass es wahrscheinlich erst Mal das Beste wäre, dass Gudbrand mit ihr und dem Alten nach Weißlauf reiste. Ihr Mann sah fragend zu den beiden, die einstimmig nickten.
Nachdem sie sich zwei Tage Ruhe gegönnt hatten und ihre Vorräte neu gepackt waren, brachen sie auf. Grims Tochter saß auf Kara, während die beiden Männer ihre Rösser bestiegen. Gemeinsam passierten sie das Westtor und machten sich auf den langen Weg nach Weißlauf.
 
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