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The Elder Scrolls Skyrim: Drachenblut und Dieb

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Mix
29.05.2021
22.07.2021
3
22.266
 
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Dieses Kapitel
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29.05.2021 4.897
 
Anmerkung vom Autor:

Hallo zusammen,

danke für Eure tollen Rückmeldungen, ich habe das erste Kapitel doch noch Mal bearbeitet.

LG Finduilas
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Kapitel 1: Helgen fällt

Kälte. Rauschen von Bäumen, die sich im Wind wiegten. Der Geruch von Moos und frischgeschlagenem Holz drang in meine Nase. Langsam kam ich zu mir. Mit einem leisen Stöhnen öffnete ich die Augen. Erst jetzt bemerkte ich das schaukeln und hörte das Aufschlagen von Hufen und das Knattern und Knarzen der Räder. Ich saß auf einer Kutsche. Meine Augen gewöhnten sich langsam an das Licht, bis ich sie ganz öffnen konnte. Mir gegenüber sah ich einen Mann, ein Nord. Blonde Haare mit einem geflochtenen Zopf an der linken Seite. Er trug eine blaue Rüstung mit einem Kettenhemd darunter. Seine Hände waren gefesselt. Ein Schock durchfuhr mich. Ich hatte es gar nicht bemerkt, aber als ich auf meine Hände sah. Ein Schauder durchfuhr mich. „Was?“Jemand riss mich aus meinen Gedanken. „Na endlich wach?“ Ich schaute auf. Stahlblaue Augen blickten mich an. Es war der Nord mir gegenüber. Mein Kopf bewegte sich nur zu einem Nicken. „Ihr wolltet die Grenze überqueren oder? Nur das ihr, wie wir in einen Hinterhalt der Kaiserlichen geraten seid. Genau wie dieser Milchtrinker von einem Dieb.“ Ich schaute in dieselbe Richtung wie er. Mit uns waren zwei weitere Personen auf der Kutsche. Neben mir saß ein Mann in edler Gewandung. Ein blauer Mantel mit einem grauen Fellkragen und zurückgeflochtenen roten Haaren. Im Gegensatz zu uns war er zusätzlich noch geknebelt.Dann fiel mein Blick auf sein Gegenüber, der säuerlich auf die Äußerung des Nords antwortete. „Ihr verdammten Sturmmäntel. Das Kaiserreich hat uns in Ruhe gelassen, bis ihr daher gekommen seid. In Himmelsrand war alles so friedlich. Hätten sie nicht nach Euch gesucht, wäre das Pferd jetzt mein und hätte bereits den halben Weg nach Hammerfell zurückgelegt“, fügte er schnippisch hinzu. Er war völlig verdreckt, trug nur Lumpen. Er wandte sich mir zu und schaute mir fest in die Augen „Sie sind gar nicht hinter uns her gewesen, sondern nur hinter den Sturmmänteln. Ihr und ich, wir sollten gar nicht hier sein. Wenn sie feststellen, dass wir nicht zu Ihnen gehören, lassen uns die Kaiserlichen mit Sicherheit gehen.“ Ein komisches Gefühl breitete sich in mir aus. Ich konnte seine Selbstsicherheit und Zuversicht nicht teilen, es war eher das Gegenteil. Ich schluckte nur. „Seid ruhig, wir sind jetzt alle Brüder und Schwestern in den Fesseln“, kam es bitter von dem Blonden. Der Kutscher fuhr uns mit einem Mal an, dass wir ruhig sein sollten. Ein Blick nach vorn und ich sah eine zweite Kutsche, die ebenfalls Gefangene befördern musste, auch wenn ich ihre Hände nicht sah. Ich sah nach hinten, aber uns folgte nur ein Reiter. „Und was ist mit dem Alten?“ Der schwarzhaarige Dieb deutete auf seinen Gegenüber. „Passt auf was ihr sagt“, fuhr der blonde Nord ihn zornig an.“Das ist Ulfric Sturmmantel, der Jarl von Windhelm. Der einzig wahre Großkönig.“ Die Augen des Mannes weiteten sich und wiederholte schockiert:“Ulfric Sturmmantel?“ Mit einem Mal begann er am ganzen Körper zu zittern und es kam schrill aus ihm heraus „Ihr seid der Anführer der Rebellion. Wenn sie euch gefangen haben, wohin bringen sie uns dann?“ „Nach Sovngarde“, antwortete der Blonde kühl. Der zerlumpte Nord sah ihn geschockt an. Mir stiegen die Tränen in die Augen und ich blickte auf den Boden. „Das kann nicht sein. Nach allem, das kann nicht sein“ hämmerte es in meinem Schädel. „Woher kommt ihr, Pferdedieb“, fragte der Nord. „Rorikstatt“, antwortete der Schwarzhaarige matt.

In diesem Moment passierten wir ein mächtiges Holztor, das in einer gewaltigen Mauer verankert war. „General, der Scharfrichter wartet.“ Ich fuhr hoch und konnte einen Mann auf einem Pferd in Rüstung mit Silbernem Haar ausmachen. Er sprach mit einer weiteren Person, die in Schwarz gehüllt auf einem Pferd ihm gegenüber stand. Hinter ihr zwei Soldaten in goldenen Rüstungen. Ich erkannte diese Rüstungen und die Wut stieg in mir hoch. „Beruhige dich, du kannst eh nichts mehr ausrichten.“ Ich sog die Luft tief ein, dreimal, und meine Wut ebbte ab. Der Lumpen-Nord betete zu den Göttlichen und flehte um Hilfe. Mir war nach der Andeutung des Blonden bewusst geworden, dass ich den Tag nicht überleben würde. Ich betete nicht. So oft hatte ich um Beistand oder Hilfe gebetet, gefleht, gebettelt, bis ich es aufgab. Für mich gab es nur noch Sovngarde. Mit den Göttern wollte ich nichts mehr zu schaffen haben. Die Kutsche hielt. Der Nord mir gegenüber stupste mich an „Das ist Helgen. In ganz Himmelsrand ist es für seinen Wachholderbeerenmet bekannt.“ Er seufzte. Seine Miene verfinsterte sich mit einer Andeutung nach hinten zu der kleinen Gruppe. „Das sind die Thalmor. Verdammte Elfen. Haben mit dem Kaiserreich gemeinsame Sache gemacht, um uns zu schnappen“ zischte er. Wir blickten uns einen Moment direkt an. Doch ich nickte wieder nur.

Was für eine schöne Frau. Ralof musterte sie. Man hatte ihr die Kleider abgenommen und nur die Unterbekleidung gelassen, die nur aus Lumpen bestand. Er ballte die Hände, als er an den Überfall zurückdachte und sie tat ihm leid. Denn sie gehörte nicht zu ihnen, den Sturmmänteln. Er hatte sich die Seele aus dem Leib gebrüllt, dass die Soldaten sie gehen lassen sollten, und er schwor, dass sie nichts mit ihnen zu tun hatte. Doch die Kaiserlichen hatten ihn nur ausgelacht. Die junge Frau lag auf dem Boden. Einer der Soldaten hatte sie mit einem Knüppel auf den Hinterkopf getroffen, sodass die Frau, mit Maras Gnade, nur ohnmächtig war. Ein noch sehr junger Soldat trat an sie heran und feixte mit einem hässlichen Grinsen, dass er ihr noch ein Geschenk machen wollte, bevor sie die Welt verlassen wird. Er hockte sich hin und begann an Ihrer Unterbekleidung zu hantieren. Seine Kameraden sahen ihm mit gierigem Blick zu, als er die ohnmächtig Gefesselte nehmen wollte. Niemand achtete auf ihn. Er konnte es nicht mit ansehen und nahm all seine Kraft zusammen, um ihr zu helfen. Blitzschnell sprang Ralof mit einigen Sätzen vor. Sie hätten ihm besser zusätzlich die Beine fesseln sollen. Er traf den Kaiserlichen mit seinem ganzen Gewicht und stieß ihn zu Boden. Völlig irritiert lag der Mann unter ihm, als sein Kopf am Schopf gewaltsam zurückgerissen wurde. Ein Soldat war seinem Kameraden zu Hilfe geeilt und wollte ihm gerade die Kehle aufschlitzen, als eine Stimme hinter ihm donnerte „Sofort wird mit diesem Scheiß aufgehört. Und ihr Crassius, wenn ihr es noch einmal wagt, eine Gefangene anzufassen, werde ich euch kastrieren. Habt ihr mich verstanden?“ Ein Reiter kam heran. Crassius ballte die Hände zu Fäusten, aber seinem Kommandanten durfte er nicht widersprechen.“Jawohl, sagte er nur und wandte sich um. „Lasst den Mann los, Titus. Und verladet sie endlich auf die Kutschen. Ich will nicht noch mehr Zeit verschwenden.“ Zwei Männer traten hinter dem Reiter hervor und hielten die Hände an ihre Schwerter. Titus ließ von Ralof ab. „Jorunn, Irnskar hebt sie auf den Wagen.“ Die Männer zu seiner rechten und linken eilten zu der Frau, die am Boden lag. Einer der beiden band die Schnüre wieder zusammen und verknotete diese, nahm die Frau auf seine Arme und trug sie zur Kutsche, während der andere eilig die Kutschfläche bestieg und die Bewusstlose ihm abnahm und hinten auf die Fläche in eine Position setzte, die einigermaßen stabil war, damit die junge Frau nicht umkippte.Der andere führte Ralof, Ulfric und den Dieb heran und half Ihnen hoch. Der Reiter blickte missmutig die anderen Soldaten an, die die anderen Gefangenen mehr oder weniger zu der zweiten Kutsche geschubst und getreten hatten. Titus und Crassius setzten sich auf ihre Pferde und gingen ein paar Schritte vorne weg. Die drei anderen Kameraden taten es ihnen gleich, nur, dass sie weiter hinten ihre Position einnahmen. Dann setzte sich die zweite Kutsche mit Jorunn als Kutscher in Bewegung und folgte den Reitern. Irnskar setzte sich auf den Kutschbock und trieb die Pferde an, die der zweiten Kutsche folgten. Ralof sah nach hinten. Der Reiter und er sahen sich an, sie ließen beide nicht zu, dass irgendetwas verriet, dass sie sich kannten. Aber beide wussten, dass sie richtig gehandelt hatten. Ralof wandte sich der Frau ihm gegenüber zu. Sie war eine Schönheit. Ihre Haut war schneeweiß und ihre kastanienbraunen Haare waren zu einem einfachen Zopf zurückgebunden. Ihre Lippen hatten eine natürliche Rötung und ihre Gesichtszüge waren fein. Sie hatte nicht wie die üblichen Nordfrauen ein kantiges Gesicht. In Ihrem war es wie ein einheitlicher Fluss. Er musste schlucken, als er daran dachte, was das Mädchen erwartete, sobald sie aufwacht. Er fühlte sich mitverantwortlich.

„Jarl Ulfric Sturmmantel von Windhelm.“ Ich erhob meinen Blick. Wir stiegen gerade alle von der Kutsche, als der Reiter sich mit einer Liste näherte und begann vorzulesen. Der Nord neben mir murmelte „Es war mir eine Ehre Jarl Ulfric Sturmmantel.“ <„Ralof von Flusswald.“> (Zitat) Der blonde Nord setzte sich in Bewegung. Zumindest kannte ich jetzt seinen Namen. <„Lokir von Rorikstatt“> (Zitat) „Nein, ich bin kein Rebell, dass könnt ihr nicht tun, das ist Unrecht“, rief Lokir panisch und schüttelte den Kopf. Mit einem Mal stürmte er nach vorn und rannte. Er lachte wie ein Wahnsinniger und rief noch „Ihr werdet mich nicht“ als ein Pfeil ihm von hinten das Herz durchbohrte.

Augenblicklich brach er zusammen und blieb liegen. „Ihr da.“ Erschrocken blickte ich den vor mir Stehenden an. „Nennt mir euren Namen.“ Ich war verdutzt. Alle anderen hatte er von seiner Liste gerade abgestrichen, warum fragt er mich jetzt nach meinem Namen. Ralof drehte sich um, als er das hörte und hoffte inständig auf das Beste für Sie. „Elfhild mein Herr, ich bin eine Nord“ sagte ich zögerlich. Der Mann sah mich kurz an und drehte sich zu einer Frau um, die neben ihm in ihrer Offiziersrüstung stand. „Sie ist nicht benannt, was tun wir Hauptmann?“ Die Angesprochene lachte düster. „Sie geht natürlich zum Block, was denn sonst, scheiß auf diese Liste. Niemand wir hier freigelassen nur weil er nicht drauf steht. Ob unschuldig oder nicht, sie geht zum Henker Hadvar. Das steht nicht zur Diskussion.“ Sie bedachte Elfhild mit einem kalten Blick. „Selber schuld.“, sagte sie noch arrogant und ging hinüber zu einem mächtigen Turm, vor dem ein Henker mit seiner gewaltigen Axt stand und einem einfachen Holzblock. „Komm, wenigstens stirbst in deinem Heimatland.“ Der Mann hinter ihr, Hadvar, legte ihr sacht seine Hand auf den Rücken und führte die junge Frau nach vorne. Er selbst hasste diese Momente. Sie waren nur zu oft vorgekommen, in denen Leute, die nichts mit dem Bürgerkrieg zu tun hatten und auf keiner Seite standen, hingerichtet wurden. Ein komisches Echo war zu hören, nur keiner reagierte darauf. Hadvar führte sie neben Ralof und einen rothaarigen zweiten Nord, der dieselbe Rüstung wie Ralof trug, so wie die anderen acht Männer und Frauen, die neben ihnen standen. Jarl Ulfric stand weiter vorne und wurde von General Tullius angesprochen. „Jarl Ulfric Sturmmantel, dass Kaiserreich wird euch für eure Verbrechen hinrichten und den Frieden in Himmelsrand wiederherstellen, den ihr vernichtet habt, als ihr den Großkönig mit der Stimme ermordet habt.“ Laut und ohne eine Andeutung von Aggression oder Vorwurf hatte der General gesprochen. Es war Fakt. Punkt aus Ende. „Erteilt den Gefangenen ihren letzten Segen.“ Der General wandte sich an eine Frau, die in ein gelb-orangenes Gewand gekleidet war.Wieder war ein Echo zu hören. Diesmal schauten einige verdutzt in alle Richtungen. „Macht schon“, bellte der General. „Mögen die Acht euch segnen und über euch wachen, während wir“ weiter kam die Priesterin nicht. „Haltet das Maul und lasst es uns hinter uns bringen.“ Der Rothaarige rechts neben mir ging nach vorne und stellte sich vor den Block. Er wurde von der Offizierin auf die Knie gedrückt und sein Kopf legte sich auf den Block. „Heute gehe ich nach Sovngarde“, sprach er noch, als auch schon die Axt seinen Kopf vom Rumpf trennte. Abfällig trat die Frau den leblosen Körper an die Seite und deutete auch mich. „Ihr seid dran.“ Schweren Schrittes ging ich nach vorn und stellte mich wie der andere vor den Block. Die Offizierin trat mir in die Kniekehle, was mich mit einem stöhnen auf den Boden sacken ließ. Ich legte meinen Kopf auf den Block und sah, wie der Henker seine Axt hob. Ich sah ihn fest an, als sich etwas in mein Sichtfeld schob. Ich blinzelte und als der Henker gerade mit seiner Axt herunterfahren wollte, landete etwas auf dem Turm und brachte ihn durch die Verwehungen, die verursacht wurden, ins Straucheln. Es war ein Drache. Ein pechschwarzer Drache. Er brüllte und der Himmel verfinsterte sich und brennende Steine fielen herab. Ich versuchte mich noch aufzurichten, wurde aber von dem Schrei zu Boden gerissen. Der Aufprall war so hart, dass ich für einen Moment völlig benebelt war. Ich hörte, wie jemand mich anschrie. „Hey hoch mit euch.“ Es war Ralof, ich schaute ihn an und versuchte aufzustehen, doch nach ein paar Schritten strauchelte ich und fiel. Ein Schrei, Flügelschlagen und ich sah, wie der Drache auf mich zukam. Meine Augen weiteten sich vor Schrecken. „VORSICHT“ Ralof warf sich auf mich und drückte mich flach auf den Boden. Der Drache flog über uns, seine Klauen erwischten nur Stein. Mit einem wütenden Gebrüll stieg er wieder hoch und legte sich nach rechts, um eine Kurve zu fliegen. Der Nord legte mich über seine Schultern und rannte so schnell er konnte mit mir in einen Turm, die Tür fiel zu und ein weiteres bösartiges Gebrüll war zu hören. Keuchend setzte er mich ab. „Ich dachte Drachen wären nur Legenden“, brachte er hervor. „Legenden brennen keine Mauern, Türme und Dörfer nieder“, antwortete jemand hart. Es war Ulfric Sturmmantel. Mir war der Kerl unsympathisch. Er hatte etwas in seiner Stimme an sich, die mir die Nackenhaare zu Berge stehen ließ. „Wir müssen hier weg, kommt hoch in den Turm.“ Ralof zog mich am Arm mit sich. Einer seiner Kameraden stand auf einer Plattform, der Weg nach oben war verschüttet. „Los helft mir, wir müssen„ in diesem Moment brach der Drache durch die Turmmauer und spie Feuer. Wir wichen zurück. Der Drache flog fort, Ralofs Kamerad lag tot unter einem Haufen Steinen. „Springt, Ihr müsst springen.“ Er zeigte auf ein Gebäude neben dem Turm, das halb zerstört war. Meine Knie wurden weich „Ich kann nicht“ flüsterte ich.

„Ihr müsst oder wollt ihr gefressen werden?“ Er sah mich fest an. Ich sammelte all meinen Mut, nahm etwas Anlauf und stieß mich dann so fest ich konnte ab. „Rennt weiter, wir sind hinter euch.“, rief Ralof. Ich war wirklich in dem Gebäude gelandet, blickte nicht zurück und rannte die Stufen hinunter und raus ins Freie. Ein kleiner Junge schrie weinerlich. Der Mann, der mit dem Namen Hadvar angesprochen wurde, schrie ihn an, als der Drache näher kam. In dem Moment versuchte einer der Bogenschützen den Drachen direkt zu treffen und stellte sich zwischen den Jungen und den Drachen. Und wurde anstatt des Jungen in die Luft gehoben, nur um dann fallen gelassen zu werden. Der angsterfüllte Schrei endete abrupt. „Na, am Leben?“ Hadvar hatte sich mir zugewandt und trug den Jungen. Ein älterer Mann kam heran und nahm ihm den Jungen ab und rannte mit dem Kind davon. „Kommt mit, sofort.“ Wir rannten über die Straße, an brennenden Überresten von Leichen und Häusern vorbei und pressten uns gerade rechtzeitig an die Wand, als der Drache über uns auf der Mauer landete. Ich hielt die Luft an, bewegte mich keinen Millimeter und machte mich stocksteif. Ich blickte auch nicht zu Hadvar.

Der Drache spie abermals Feuer und schwang sich wieder in die Lüfte. „Weiter.“ Brüllte Hadvar. Wir rannten weiter durch die brennenden Überreste eines Hauses. „Ralof ihr Verräter. Hoffentlich trägt der Drache euch alle nach Sovngarde.“ Die beiden Männer standen sich gegenüber. Der Drache stürzte wieder heran und holte sich die restlich verbliebenen Bogenschützen von der Mauer. „Tja Hadvar, bis zum nächsten Mal“ rief Ralof ihm entgegen und war in einer Feste verschwunden. Ich folgte Hadvar, der uns weiter führte und durch eine Tür in eine Feste. Ob es eine Zweite war oder dieselbe, vermochte ich nicht zu sagen. Nach kurzem Umsehen erkannte ich diverse Betten, Schränke und Truhen. Um zu Atem zu kommen, setzte ich mich auf eines der einfachen Betten und holte tief Luft. Erst jetzt spürte ich, wie die Angst auf mich eindrang. „Bei den Göttern. Oh bei den Göttern“ kam es mir und legte mein Gesicht in die Hände. Lokir hatte Glück gehabt. Eine Hand legte sich auf meine Schulter und ich drehte mich erschrocken um. Hadvar sah auf mich herab und zog einen Dolch. Meine Augen weiteten sich vor Entsetzen, denn ich fürchtete, dass er das Urteil noch vollstrecken würde. Doch das geschah nicht. Meine Fesseln fielen zu Boden und völlig irritiert starrte ich ihn an. „Reißt euch zusammen. Nehmt euch eine Rüstung und ein Schwert oder zwei Schwerter, wenn ihr damit umgehen könnt und dann folgt mir. Wir müssen hier weg.“ Mit tiefen Atemzügen beruhigte ich mich wieder, nickte und sah in den Truhen nach. Rüstung, Stiefel und Helm waren schnell gefunden. „Die Zeit rennt ich weiß, würdet ihr euch dennoch bitte umdrehen.“ Hadvar wurde rot. „Natürlich“ und drehte sich dabei hastig um. So schnell sie konnte, zog die Frau sich die kaiserliche Rüstung an und schloss die Schnallen, setzte sich und zog schnell die Stiefel an. Ihr Blick fiel auf eine Wandhalterung, in der ein Schwert steckte. „Wir können weiter.“ Nahm das Schwert und setzte sich den Helm auf. Hadvar zog an einer Kette und das Tor ins Innere öffnete sich. Sie schauten sich noch einmal an und gingen festen Schrittes in den Bauch der Festung.

Die beiden wussten nicht, wie lange sie gebraucht hatten, um aus der Festung zu gelangen. Zuletzt hatten sie sich noch an einem schlafenden Bären vorbeischleichen müssen, um ihn nicht aufzuwecken. Was den Göttern sei dank glückte. Sie atmeten tief durch, als sie aus der Höhle traten und der frische Wind ihnen durch das Gesicht fuhr. Elfhild blickte nach oben und sah den Drachen über ihnen der Richtung Norden flog. Sie stürzte auf Hadvar und hielt ihm den Mund zu und zeigte zeitgleich mit dem Finger nach oben. Er wollte erst protestieren, aber als er sah, wohin Elfhild deutete, nickte er nur. Als der Drache außer Sicht war, nahm sie die Hand aus seinem Gesicht. Die junge Frau stützte sich auf die Knie und atmete erleichtert aus.

Als sie sich aufrichtete, sah Hadvar sie unsicher an. Er wiegte auf den Füßen hin und her, als er unsicher begann „Mein Onkel lebt in Flusswald, was nicht weit von hier liegt. Würdet ihr mich begleiten?“ Ich nickte einfach nur. Langsam stiegen wir den Höhleneingang hinab und kamen zu einer gepflasterten Straße, die uns nach Norden führte. Unterwegs hatten einige Wölfe das Pech, unseren Weg zu kreuzen. Ich zog ihnen das Fell ab und Band es mir mit einigen Ledergurten auf dem Rücken fest. „Seht mal dort“ sprach Hadvar mit einem Mal. „Das ist das Ödsturzhügelgrab.“ Ich schaute in die gewiesene Richtung und sah gewaltige Steinbögen in der Ferne. Hadvar ging unschlüssig weiter, als er sich auf einmal umdrehte. „Ich weiß, das Kaiserreich hat sich euch gegenüber nicht von seiner besten Seite gezeigt, aber nach der Sache mit dem Drachen und da ihr mir das Leben gerettet habt, ist euch eure Begnadigung sicher. In Einsamkeit hat General Tullius seinen Sitz. Schließt euch doch unserer Armee an. Der General wird euch mit Sicherheit aufnehmen und dann begnadigen.“ Ich stutzte und war völlig vor den Kopf gestoßen. „Verstehen wir uns da richtig Hadvar, dass ich nur begnadigt werde, wenn ich mich der kaiserlichen Armee anschließe, obwohl ich völlig zu Unrecht festgenommen wurde, ohne irgendeine Anklage, ohne irgendein Verbrechen begannen zu haben? Wenn weglaufen neuerdings ein Verbrechen ist, dann ist das in meinen Augen mehr als fragwürdig.“, knurrte ich. „Nein, nein so meinte ich das nicht“ stammelte er. „Ich wollte nur“ Er blickte mich an und schwieg. „Entschuldigt bitte meine Taktlosigkeit.“ Er wand sich um und ging weiter. Die Stimmung war gekippt. Aus der Freude entkommen zu sein, kam nun das bittere Gefühl auf, dass man auch noch selber Schuld sei an seiner eigenen Situation und das man sich rechtfertigen musste und auf die Gnade des Generals angewiesen war, um wieder frei zu sein. In Elfhild kochte die Wut hoch. Sie kamen bei Anbruch der Dunkelheit in ein kleines Dorf, wo auf einmal eine alte Frau einen jungen Mann anschrie, dass sie einen Drachen gesehen hat und sie sich nicht erzählen lassen würde, sie wäre senil. Hadvar ging festen Schrittes auf eine Schmiede zu.

„Grüß euch Onkel Alvor“ rief er und winkte einem älteren Mann zu. Er kam auf sie zu. „Hadvar mein Junge, wie geht es euch? Ist das schön, euch wiederzusehen, kommt doch herein.“ Elfhild wollte weiter gehen, doch Hadvar hielt sie zurück. „Kann sie mitkommen, bitte?“ Der Schmied stutzte nur kurz und nickte. Der Alte ging durch eine Tür und rief „Sigrid, komm wir haben Gäste.“ Eine blonde Frau kam aus dem Keller zu Ihnen hochgeeilt. „Hadvar“ rief sie freudig und umarmte ihn. „Ist das schön euch wiederzusehen.“ Elfhild war als Letzte eingetreten und schloss gerade die Tür, als die Frau namens Sigrid fragte „Und wer ist das? Wehe, ihr macht euch an meinen Mann heran, auch wenn ihr eine Schönheit seid.“ Die junge Frau drehte sich erschrocken um und fühlte sich mit einem Mal ziemlich fehl am Platz. „Beruhigt euch Tante. Sie hat mir das Leben gerettet. Ein Drache hat Helgen angegriffen.“ Mit einem Mal war es still in der Hütte, bis der Schmied auf einen Stuhl sackte. „Also haben wir doch richtig gesehen. Sigrid.“ Seine Frau schluckte. „Ich gebe euch beiden so viel Proviant wie ihr benötigt, ich schleife eure Schwerter, repariere eure Rüstungen. Doch ihr müsst für mich für Flusswald etwas tun. Bitte geht zum Jarl und sagt ihm, was vorgefallen ist und das wir völlig schutzlos sind. Wie ihr sicher bemerkt habt, haben wir keine Wachen.“ Alvor schaute die beiden verzweifelt an. Hadvar ergriff als Erster das Wort. „Ich habe mich der kaiserlichen Armee angeschlossen. Ich kann nicht einfach nach Weißlauf spazieren. Aber sie kann es, wenn sie eine andere Rüstung bekommt.“ „Ach ist dem so“, kam die säuerliche Antwort der Gattin.

Alvor schaute unschlüssig zwischen den beiden hin und her. Bis er sich an Elfhild direkt wandte. „Ich bitte euch, wir brauchen euch, Flusswald braucht euch. Ich gebe euch alles, was ich kann, ich bezahl euch auch.“ Sigrid warf ihrem Mann einen wütenden Blick zu. Ich bekam ein schlechtes Gewissen. „Schmied, wenn ihr mir bitte eine Rüstung geben würdet, die nicht nach kaiserlicher Armee schreit, wäre ich euch sehr dankbar. Ich möchte nicht, dass ihr mich bezahlt. Ich werde euch das Geld für die Rüstung bringen, sobald ich die Münzen zusammen habe oder würden euch diese Wolfspelze reichen?“

„Natürlich werdet ihr das“ schrie Sigrid sie aufgebracht an. Elfhild blieb ruhig. Ihr war das schon sehr oft passiert, dass Frauen auf sie so reagierten. „Wo muss ich hin?“ „Nach Weißlauf zu Jarl Balgruuf. Es ist nicht einmal weit. Folgt einfach der Straße über die Brücke, haltet euch rechts und an der Honigbräubrauerei links und dann seht ihr schon die Drachenfeste. Ihr könnt Weißlauf nicht verfehlen. Die Rüstung gebe ich euch morgen früh und schaue mir dann die Felle an. Wir werden uns schon einig. Nachts sind die Straßen viel zu gefährlich. Banditen und so weiter.“ „ALVOR“ „SIGRID“ Das Ehepaar sah sich wütend an. „Sigrid, wir müssen jemanden schicken. Oder willst du gehen? Du weißt genau wie ich, seit dem Ausbrechen des Bürgerkriegs ist es anders als früher. Willst du dich durch die Straßen kämpfen, wenn es sein muss oder soll einer unserer Nachbarn das tun, die ebenfalls keine Kriegserfahrungen haben?“ Seine Gattin senkte beschämt den Kopf. „Nein natürlich nicht“ murrte sie. „Ich schau eben nach dem Essen.“ Und war somit rasch im Keller verschwunden. „Es tut mir leid.“, sagte Alvor und ging ihr nach. Sie hörten, wie sie unten miteinander flüsterten und wenig später kam ein glücklicherer Alvor zurück, als der, der Sigrid gefolgt ist. „Ihr beide müsstet euch unten ein Lager teilen. Wir haben leider nicht genug Bettzeug.“, sagte der Schmied und stellte jedem eine Schüssel Suppe hin. „Auch das noch“ dachte ich bei mir und löffelte die Suppe. Sie war köstlich. Hadvar hatte ebenso schnell seine Suppe auf. Das Ehepaar setzte sich zu uns und Hadvar erzählte die Geschichte vom Angriff auf Helgen. Ich saß nur daneben und schwieg und starte in das Kaminfeuer. „Das Helgen gefallen ist, wird sich sehr schnell herumsprechen, und dann werden es sich Banditen dort gemütlich machen“, bemerkte Alvor säuerlich. „Wird ein schöner Auftrag für die Gefährten werden, sollten diese Banditen uns belästigen.“ „Habt Dank für die Unterkunft, morgen früh würde ich gerne so schnell wie möglich aufbrechen wollen.“ „ Ja natürlich.“ Sigrid sah der Fremden noch einen Moment nach und kam sich töricht vor, dass sie in ihr eine Gefahr für ihre Ehe gesehen hatte. „Entschuldige dich morgen.“ Ihr Mann drückte zärtlich ihre Hand. Es war, als hätte er ihre Gedanken gelesen.

Elfhild zog sich die Stiefel aus, legte die Armschienen, die Sie dem toten Folterknecht abgenommen hatte, sowie den Helm ab. Köcher und Bogen lehnte sie an die Wand. Das Schwert legte sie auf das Bett, ging zum Wasserbecken und wusch sich das Gesicht und die Arme. Die junge Frau kletterte über das Schwert und legte sich mit dem Rücken zur Wand, dass Schwert vor sich. Schnell fiel sie in einen tiefen Schlaf.

Sie hatten noch eine Weile beieinander gesessen, bevor auch Hadvar in den Keller kam. Er trug eine kleine Kerze zur Beleuchtung, denn das Herdfeuer, was für die Beleuchtung eigentlich ausreichte, war bereits erloschen. Er sah auf das Bett und stutzte. Er erblickte das Schwert, was auf dem Bett lag. Elfhild hatte es im Schlaf losgelassen. Aber Hadvar verstand auch so. Er nahm das Schwert und legte es zu Ihren Sachen. Zielstrebig ging er auf eine Truhe in der Nähe der Feuerstelle und holte einige zusammengebundene Felle heraus. Diese legte er neben sie. Er ließ ebenfalls seine Rüstung an und legte sich dann auf die freie Stelle des Bettes und fiel in einen unruhigen Schlaf. Dominiert von einem schwarzen Drachen.

„Hey ihr beiden, wacht auf, das Frühstück ist fertig.“ Hadvar blickte seinen Onkel schlaftrunken an und nickte nur. Der Alte stieg die Treppe wieder empor. Hadvar richtete sich langsam auf und streckte sich, bevor er aufstand. Er fuhr sich durch die Haare, um diese zu richten und ging zum Waschbecken, als jemand sich hinter ihm bewegte. Die junge Frau wurde langsam wach. Als sie die Felle erblickte, war Elfhild erst irritiert, aber verstand, was wohl in der Nacht geschehen war. Sie nickte Hadvar nur zu, was er erwiderte, bevor er sich seiner Morgenwäsche widmete. Das Frühstück war sehr einfach. Brot, ein bisschen Butter und Honig. Elfhild verdrückte vier Stück und zwei Tassen Tee, bevor sie den Schmied, fragte ob sie gleich aufbrechen könnte. Die Felle hatte sie am Abend zuvor oben gelassen, sodass der Schmied sich die Pelze in aller Ruhe bereits betrachtet hatte, als die beiden zum Frühstück kamen. Sigrid hatte noch mal mit ihm gesprochen und da die Felle die Rüstung nicht vollends bezahlen würden, wollte das Paar sie ihr schenken. Was hauptsächlich an Sigrids schlechtem Gewissen lag. Aber die Familie würde auch kein Hunger leiden. Denn es waren nur geschätzte 50 Septime, die fehlten.

„Elfhild“,  begann die Gattin und die junge Frau schaute sie an: „entschuldigt bitte mein Verhalten gestern Abend. Das war nicht meine netteste Art gegenüber einem Gast.“ Sie nickte nur. „Es ist schon gut Sigrid.“ Und reichte ihr dabei die Hand. Alvors Frau sah sie erstaunt an. Nahm die Hand entgegen und die beiden lächelten sich an. „Mein Mann und ich haben miteinander gesprochen und die Felle sind ausreichend für die Bezahlung der Rüstung.“ Was nicht so ganz stimmte. „Ich danke euch.“ Etwas irritiert blickte Elfhild zwischen den beiden hin und her, wollte das Thema auch nicht ansprechen, da sie sich gerade mit Sigrid versöhnt hatte. „Na dann probiert sie gleich mal an.“ Hadvar kam mit einem Bündel heran. Was ihr mit einem Mal klar war, dass die Felle niemals für die Rüstung gereicht haben. Sie enthielt Stahl. „Danke“ stammelte sie und entschuldigte sich kurz vom Tisch, um den Schutz im Keller anzulegen. Die Stahlrüstung hatte als Unterfutter Leder, dann Brust-, Rückenplatte sowie Schulterschutz. Der Gürtel und die Oberschenkelplatten waren feingearbeitet. Dazu hatte ihr Alvor noch die passenden Stiefel und Armschienen gegeben. Die Kleidung saß wie angegossen. Als sie wieder nach oben kam, staunte Hadvar nicht schlecht. „Jetzt seht ihr aus wie eine echte Nord-Kriegerin.“ Sie lächelte unsicher. Das Schwert aus Helgen hatte sie angelegt, sowie den Bogen und den Köcher, den sie einem der Sturmmäntel abgenommen hatte. Ihre Haare trug sie offen, den Zopf hatte sie entfernt. „Also, dann mache ich mich mal auf den Weg.“ Sie nahm das Bündel von der Ecke, vom Tisch, was Sigrid ihr gepackt hatte und ging zur Tür. „Ich wünsche euch eine gute Reise und passt bitte auf euch auf, vor allen Dingen nehmt einen ordentlichen Abstand von kaiserlichen Soldaten. Schreitet nicht zu nah an Ihnen vorbei, nicht dass sie euch angreifen. Ich werde nicht bei euch sein und euch helfen können.“ „Ist schon gut Hadvar.“

Elfhild wand sich noch einmal um und verabschiedete sich, ehe sie zur Tür hinaus in die Sonne trat.
 
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