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Verbundenheit

von qNicole
GeschichteAllgemein / P16 / Het
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
28.05.2021
22.07.2021
9
16.973
5
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22.07.2021 993
 


Genüsslich nahm er einen Schluck seines Scotchs.
Sein Blick verharrte dabei einen Moment auf dem Skorpion auf seiner rechten Hand. Dieses Tattoo, welches schon sein Vater getragen hatte.
Es war wegweisend für ihn. Angriffslustig und willensstark.
Dafür stand nicht nur der Skorpion, auch er selbst war dazu geworden.
Sie würden sich noch wundern. Er fuhr mit seinem Zeigefinger den Glasrand nach.
William.
Aleli.
Chiko.
Sie alle trugen die Schuld an dem, was passiert war.
Er schloss die Augen und seine Gedanken glitten zurück zu dem Tag, als seine Welt aus den Fugen geriet, während sie sich für die Drei weiterdrehte.

„Komm schon Tayeb“, rief William.
Sie wollten in das alte verlassene Haus, welches nahe dem Friedhof stand. Ihre Eltern hatten es ihnen untersagt. Es war baufällig. Es stand schon seit mehreren Jahren leer. Sie bahnten sich dennoch ihren Weg, durch das Gestrüpp auf dem Grundstück, bis zur Haustür.
„Verschlossen“, sagte Chiko.
„Was hast du erwartet?“
William kniete sich hin und öffnete die Tür kurzerhand mit einem seiner Dietriche.
„Lass das nicht zur Gewohnheit werden“, Aleli lachte ihn an und trat dann an ihm vorbei in das Gebäude.
Dicke Staubschichten lagen auf dem Mobiliar.
„Schon ein wenig unheimlich hier“, sagte Tayeb, der sich vorsichtig umsah.
„Du wolltest doch unbedingt mit uns mitkommen“, Aleli grinste ihn an und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
Sie hielt vor einer großen mahagonifarbenden Kommode inne und zeichnete mit ihrem Finger eine Blume in den Staub.
Chiko war neben sie getreten und zeichnete ein Pfeil durch die Blume, ohne diese zu verwischen.
„Jetzt sind wir auch hier vereint.“
„Das ist echt kitschig“, sagte William.
„Ich finde es romantisch“, erwiderte Aleli.
William trat an die beiden heran.
Er zeichnete.
„Eine Herzschlaglinie mit einer Träne?“, fragte Chiko skeptisch.
„Was schaut ihr denn so? Das ist mein Herzschlag. Meine Linie, die meinen Lebenswillen symbolisiert. Und die Träne, wie ihr sie gedeutet habt sollte eigentlich einen Helm darstellen. Nicht nur ihr könnt euren Namen zeichnen.“
Tayeb stand unschlüssig daneben und betrachtete das Gemalte.
„Seht mal hier“, wurde er aus seinen Gedanken gerissen.
William hatte eine alte Vitrine geöffnet, in der einige Flaschen Alkohol standen.
„Ist das Zeug noch gut?“ Chiko trat an seine Seite.
„Probieren wir es doch aus.“
„Vielleicht wird Tayeb dann auch etwas lockerer für seine Mutprobe.“
William nahm eine Flasche alten Scotch aus der Vitrine, öffnete sie und roch daran, dann nahm er einen ordentlichen Schluck.
Er reichte die Flasche weiter an Aleli.
„Schmeckt ja scheußlich.“
Sie schüttelte sich, nachdem sie einen Schluck genommen hatte. Niemals wollte sie den Jungen in etwas nachstehen.
Chiko nahm ihr die Flasche aus der Hand und nahm einen besonders großen Schluck.
„Na Tayeb, traust du dich?“
Er besah die Flasche in Chikos Hand. Ihm war überhaupt nicht danach dieses Gesöff zu trinken. A, weil es hier schon Ewigkeiten stand und B, weil er grundsätzlich Respekt vor der Wirkung von Alkohol hatte.
„Na, was ist?“
Tayeb nippte zaghaft an der Flasche. Nur wenige Tropfen des Scotchs hatten den Weg in seinen Mund gefunden und dennoch musst er schrecklich husten.
„Urgh! Wie bekommt ihr das nur runter?“
William nahm ihm die Flasche wieder aus der Hand.

Die drei wurden immer heiterer und ausgelassener. Bereits die zweite Flasche war geöffnet und der Inhalt verteilte sich beim Weiterreichen zum Teil auf dem Boden.
„Nun also zu deiner Mutprobe.“

Er öffnete die Augen wieder. Die Mutprobe. Die, die sein Leben verändern sollte.

„Du magst ihn?“, fragte Brad Camira, als sie sich auf dem Campus in einer Freistunde trafen.
„Ich kenne ihn kaum.“
„Du hast ihn zu dir nach Hause eingeladen.“
„Er hat mich bloß nach Hause gebracht.“
„Lass mich kurz überlegen. Welchen Mann hast du außer mir, je alleine in dein Apartment gelassen?“
„Na gut, ja, er gefällt mir. Er hat so himmlisch blaue Augen.“
„Mir gefallen die grünen von diesem Peter Shaw besser.“
„Echt jetzt?“
„Komm, er sieht verdammt gut aus.“
Camira musste lachen.
„Camira“, seine Stimme klang nun ernst.
„Bitte geht zur Polizei. Wirklich. Ich habe Angst um dich.“
Camira legte ihre Hand an seine Wange.
„Lass mich erst dieses Bankett hinter mich bringen. Ich muss es meinem Vater noch beichten. Er wird ausrasten.“
„Camira. Dein Dad liebt dich.“
„Weißt du was ich mich gefragt habe?“
Er sah sie interessiert und abwartend an.
„Was hätte mein Vater getan?“
„Wie was hätte dein Vater getan?“
„Wenn er mir gegenübergestanden hätte. Meinst du er hätte getrunken?“
„Camira? Willst du jetzt Allen diese Frage stellen?“
„Du hättest getrunken. Ohne zu zögern.“
Er nickte.
„Aber Camira, ich hätte getrunken, weil es um dich ging. Ich hätte nicht für einen Fremden getrunken.“
„Würdest du, ich meine Peter. Er ist ein Fremder für dich. Wenn ER dir gegenübergestellt werden würde.“
Brad hatte sich erhoben.
„Camira. Du weißt ich liebe Gedankenexkursionen, aber das geht zu weit. Das ist wie die Macht über Leben und Tot zu haben. Diese Macht will ich nicht haben, noch nicht einmal in meinen Gedanken. Gedanken können Wirklichkeit werden und das möchte ich mir einfach nicht vorstellen.“

Bob ließ sich müde auf sein Bett fallen.
Er hatte sich heute nicht gut konzentrieren können.
Der Rätselvers ging ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf.

„Wenn der Pfeil sich verstärkt,
hat er sich der Blume angenähert.
Wenn sie überlebt das Feuer welches ist entfacht,
wird die Blume erstrahlen in neuer Pracht.“

„Verdammt!“, fluchte er laut und wischte sich mit seiner Hand über seine Augen.
Und noch jemand Anderer ging ihm nicht aus dem Kopf. Brad.
Der Umgang zwischen ihm und Camira wirkte so vertraut. Aber was hatte er sich auch gedacht. Camira und er waren nur zufällig in Kontakt gekommen.
Wobei… sie hatte ihm geholfen. Da wusste sie noch nichts von dem Tattoo. Andererseits wollte sie Ärztin werden, also war sie doch verpflichtet gewesen zu helfen.
Sie mussten dieses Rätsel lösen. Vermutlich war es doch der richtige Weg zur Polizei zu gehen. Nur von Skinny. Von dem würde er nichts erzählen.
Am besten sie würden Cotta am Mittwoch anrufen.
 
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