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Verbundenheit

von qNicole
GeschichteAllgemein / P16 / Het
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
28.05.2021
18.09.2021
18
33.084
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02.07.2021 1.727
 

Skinny saß auf der Fensterbank seiner kleinen Küche und blies den Rauch aus dem weit geöffneten Fenster.
Heute war Sonntag. Der Zettel, den ihm die Frau in dem Wagen überreicht hatte lag auf dem Küchentisch. Eine Anschrift, das Datum und eine Uhrzeit waren darauf notiert. Er hatte eine Anzahlung in Höhe von 500 Dollar erhalten, wobei Anzahlung nicht ganz korrekt war. Er musste die Utensilien, die er für den Brand benötigte selber besorgen. Er hatte bereits eine Idee. Die meisten dieser Dinge würde er bei Jonas Schrottplatz bekommen. Der Dicke war beim Studieren, somit müsste er keine dummen Fragen erwarten und der alte Titus Jonas war doch über jeden Verkauf froh.
Skinny hatte keine weiteren Fragen gestellt, warum hätte er das auch tun sollen. Es war ein Auftrag, der ihm viel Geld bringen würde. Die restlichen 500 Dollar würde er bekommen, sobald der Job erledigt war.
Er drückte seine Kippe im Aschenbecher aus und schwang seine Beine vom Fensterbrett.

Camira griff nach ihrem Handy.
„Ja“, sagte sie verschlafen.
„Schläfst du etwa noch?“
„Ja, äh nein. Brad.“
„War die Party etwa so gut, dass du deinen besten Freund darüber vergisst?“, er lachte.
Camira hatte sich in ihrem Bett aufgesetzt, wobei sie das Handy kurz von ihrem Ohr genommen hatte, um nach der aktuellen Uhrzeit zu schauen.
„Es ist 13:00 Uhr?“
„Wie ich höre scheint dich das zu überraschen. Camira, alles in Ordnung?“, Brad klang nun besorgt.
„Ja, alles gut. Ich glaube ich brauchte nur ein wenig Schlaf.“
„Wohl ein wenig mehr Schlaf.“
„Brad, es tut mir leid. Ich weiß, wir waren heute verabredet.“
„Wenn du mich reinlässt können wir auch los.“
„Du stehst vor meinem Apartment?“
„Als du nicht kamst habe ich mir Sorgen gemacht.“
„Aber warum hast du nicht einfach geklingelt?“
In diesem Moment ertönte die Türklingel.
Camira erhob sich und betätigte den Summer, um wenig später Brad die Tür zu öffnen.
„Noch nicht einmal angezogen. Wenn das deine Eltern wüssten.“
„Tun sie aber nicht. Und ich werde das auch nicht zur Gewohnheit werden lassen. Und deine Party. Diese Party war nicht gut.“
Er schloss die Tür und folgte ihr.
„Wo warst du eigentlich? Ich habe dich auf der Party nicht gesehen.“
„Mir ist etwas dazwischen gekommen.“
Camira hatte Brad hier an der Uni im ersten Semester kennengelernt.
Er war wahnsinnig attraktiv mit seinen dunklen schwarzen Haaren, seinem durchtrainierten Körper, seinem warmherzigen Lächeln, aber sie hatte kein Interesse und hätte auch keine Chance bei ihm gehabt, da er ihr schon ziemlich zu Beginn gesagt hatte, dass er auf Männer stehen würde.
„Ich bin gleich soweit.“
„Camira. Ich rieche CK one.“
Er lächelte.
„Hattest du Männerbesuch? Ich möchte alles wissen.“
„Ich glaube nicht, dass du alles wissen willst“, kam ihre Stimme aus dem Schlafzimmer.
Er war ihr gefolgt und stand nun in der Schlafzimmertür.
„Camira. Seit wann hast du ein Tattoo?“
Sie drehte sich langsam zu ihm um.
„Es ist kompliziert.“
„Du hast mir doch immer gesagt, dass du es bei Männern durchaus attraktiv findest, aber dir selber nie eins stechen lassen würdest.“
„Dazu stehe ich auch. Hätte ich auch nie.“
„Camira, du kannst mit mir über alles reden. Das weißt du.“
„Es ist ein Andenken aus Mallorca.“
„Aber wieso versteckst du es dann?“
„Weil ich nicht zugestimmt habe. Ich wurde auf Mallorca entführt. Ich war am Strand und hatte mich auf eine Liege gesetzt um das angekündigte Feuerwerk anzuschauen. Vom Strand aus sollte man den besten Ausblick haben. Eine Frau setzte sich neben mich und reichte mir eine Sangria. Wir haben uns angeregt unterhalten. Das nächste an was ich mich erinnere ist, dass ich einem Jungen gegenüberstand und zu einer Entscheidung gezwungen wurde. Ich sollte ein Glas mit einer unbekannten Flüssigkeit trinken, nur dann würde er am Leben bleiben. Was mit mir geschehen würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Aber Brad. Es war das Richtige. Ich würde wieder so entscheiden.“
Brad sah sie mit geweiteten Augen an.
„Camira, warst du bei der Polizei? Entführung und Misshandlung.“
„Nein. Ich habe Angst. Ich weiß nicht, was mit mir passiert. Und auf dieser Party and er USC. Ich habe den Jungen wieder getroffen, dem ich auf Mallorca gegenüberstand.
Er war gestern hier. Er hat mich nach Hause gebracht.“
„Warte. Gestern? Die Party war doch Freitag.“
„Das ist jetzt nicht so wichtig. Seine Freunde und er sind Detektive. Sie wollen herausfinden, was es mit den Tätowierungen auf sich hat.“
„Das kann unmöglich dein Ernst sein. Du musst zur Polizei. Camira. Wie wahrscheinlich ist es, dass du diesen Jungen zufällig auf einer Party hier in L.A. wiedertriffst.“
Sie hatte sich mittlerweile ein weißes Sommerkleid angezogen und war wieder in den Wohn-/Essbereich gegangen.
„Brad, bitte. Es gibt noch mehr Menschen mit Tattoos. Mit einer Sanduhr. Sie sind alle tot.“
„Tot?“
Brad setzte sich auf das Sofa. Er war sichtlich geschockt.
„Camira, wir fahren jetzt zur Polizei. Irgendein Verrückter ermordet und tätowiert Menschen. Da kannst du unmöglich von drei dir unbekannten jungen Hobbydetektiven erwarten, dass sie diesen Fall lösen.“
In diesem Moment klingelte es an der Tür.
Camira stand auf und betätigte die Anlage.
„Bob? Wie ich sehe kommst du nicht alleine. Sind das deine Detektivfreunde?“
„Ja, das sind sie. Dürfen wir hereinkommen?“
Sie betätigte den Summer.
Brad hatte sich neben Camira gestellt als die Drei eintraten.
„Wollt ihr etwas trinken?“
„Wer ist das?“, fragte Bob, während er Brad musterte.
„Oh entschuldige, das ist Brad mein bester Freund.“
Brad sah, wie Bobs Gesichtsmuskeln sich anspannten, als er ihm die Hand entgegenstreckte.
„Bob Andrews.“
„Brad Lewis.“
„Justus Jonas.“
Justus streckte ebenfalls seine Hand aus.
„Und du bist?“, er lächelte Peter besonders intensiv an.
„Peter, Peter Shaw“, stammelte dieser.
Justus und Bob wechselten einen kurzen fragenden Blick.
„Camira. Grund unseres Erscheinens ist der Rätselvers, den dein Vater dir geschickt hat, sowie die Frage, an was du dich erinnern kannst.“
„Ich unterbreche euch ja nur äußerst ungern, aber wir wollten gerade zur Polizei gehen.“
„Und dann? Was dann? Dann werden wir stundenlang von Interpol verhört“, fuhr Bob ihn ungemein harsch an.
„Interpol?“
„Die anderen Opfer. Sie stammen aus Japan und von der Ostküste.“
„So weit verbreitet?“, fragte Brad.
„Ja, die Morde geschehen seit drei Jahren.“
„Brad“, Camira legte ihre Hand auf seinen Unterarm.
„Bitte verstehe doch, dass wir nicht zur Polizei gehen können. Noch nicht.“
„Noch nicht? Worauf wollt ihr warten? Das sie euch auch noch ermorden?“
Er sah zu Bob.
„Ich gehe davon aus, dass dir auch eine unbekannte Flüssigkeit angeboten wurde, die du getrunken hast um Camira zu retten. Sehe ich das richtig?“
„Ja, das stimmt.“
„Hast du auch vor deinem Verschwinden mit einer Frau gesprochen?“
„Moment. Eine Frau?“, mischte Justus sich ein.
„Wie sah sie aus?“
Camira schloss die Augen und versuchte sich an die Frau zu erinnern.
„Sie hatte mittellanges blondes Haar. Trug einen knielangen schwarzen Rock und eine weiße Bluse. Dazu viel zu große Kreolen. Was mich noch gewundert hatte, war, dass sie akzentfrei Englisch sprach.“
„Bob, kannst du dich ebenfalls an eine solche Frau erinnern?“
Er schüttelte den Kopf.
„Nein, das kann ich nicht.“
„Das heißt es gibt sogar eine Beschreibung der mutmaßlichen Täterin. Wollt ihr immer noch nicht zur Polizei gehen?“
„Ich denke Brad hat recht“, begann Peter, „ihr solltet zur Polizei gehen.“
Bob knetete seine Hände.
„Vielleicht habt ihr Recht. Im Zusammenhang mit dem Rätsel.“
„Du sagtest, dass sie uns verhören werden. Vermutlich stundenlang. Ich muss am Dienstag mit meinem Vater zu einer Veranstaltung. Ansonsten muss ich mir keine Gedanken um diesen Verrückten machen. Mein Vater dreht durch, wenn ich ihn nicht begleite, nachdem ich die Familie am Freitag bereits versetzt habe. Ich verspreche, danach gehen wir zur Polizei.“
„Was ist das für ein Rätsel, von dem ihr sprecht.“
„Mein Dad, er hat einen Vers zugeschickt bekommen. Er hat ihn mir geschickt. Warte.“
Sie holte ihr Handy aus dem Schlafzimmer und hielt es Brad hin.

„Wenn der Pfeil sich verstärkt,
hat er sich der Blume angenähert.
Wenn sie überlebt das Feuer welches ist entfacht,
wird die Blume erstrahlen in neuer Pracht.“

las Brad laut vor.
„Was soll das bedeuten?“
„Eben genau das versuchen wir herauszufinden.“
„Was, wenn andere diesen Vers auch bekommen haben? Bob? Hast du mit deinen Eltern gesprochen?“
Auf diesen Gedanken waren die Drei ??? bisher tatsächlich nicht gekommen.
Er griff nach seinem Handy und wählte sofort die Nummer seines Vaters.
„Hi Robert, wie schön, dass du dich meldest. Ich wollte dich auch noch anrufen.“
„Warum?“
„Ich habe eine Einladung zu einem Bankett am hiesigen Dienstag erhalten. Ich soll einen Bericht über die einflussreichsten Geschäftsleute verfassen. Ich dachte du hättest Lust deinen Vater dabei zu unterstützen. Es wäre auch eine gute Gelegenheit für dich Kontakte zu knüpfen.“
„Dienstag? In Los Angeles?“
„Ja, um 18 Uhr. Ich würde um 16 Uhr bei dir sein, sofern du Lust und Zeit hast. Dann kann ich dir noch ein wenig mehr zu den Hintergründen erzählen.“
„Ich begleite dich gerne.“
„Und Robert, Abendgarderobe ist gewünscht.“
„Kein Problem.“
„Aber wieso hast du eigentlich angerufen?“
„Dad, habt ihr einen Brief bekommen?“
„Junge, ich bekomme häufig Post, da musst du schon etwas genauer werden.“
„Ein Brief mit einem Reim.“
„Nein, da muss ich dich enttäuschen, da war nichts in der Post.“
„Okay, danke Dad. Wir sehen uns dann am Dienstag.“
Er blickte zu Camira.
„Wie es scheint gehen wir zu der gleichen Veranstaltung. Mein Dad soll einen Bericht  schreiben.“
„Dann sind wir uns also einig? Mittwoch gehen wir zur Polizei. Nicht vorher.“
Bob nickte.
Justus knetete seine Unterlippe.
„Just? Was hast du?“, fragte ihn Bob, der die Geste des ersten Detektiv nur zu genau kannte.
„Passt auf, wenn ihr dahingeht. Du weißt, dass ich nicht an Zufälle glaube. Und nun seid ihr beide auf der gleichen Veranstaltung? Camira, wo findet diese statt?“
„Das Bankett findet im Hotel in Downtown statt.“

Aleli Martinez saß in der Business Class. Der Brief hatte sie aufgewühlt. Nicht, dass die Trauer über den Verlust ihrer Tochter schon tief genug saß. Allen Anschein nach reichte es dem Täter nicht aus. Er musste ihr auch noch diesen Brief zukommen lassen. Sie sah hinüber zu ihrem Sohn, Mitch, der sie zum Bankett begleiten würde. Sie trug ein blaues Kostüm, welches perfekt saß. Sie hatte ihm nichts von dem Brief erzählt. Sie hielt es für besser ihm nichts davon zu sagen. Schließlich hatte auch er mit dem Verlust seiner Schwester zu kämpfen.
Sie sah aus dem Fenster hinunter auf die Stadt. Der Flieger setzte bereits zur Landung an.
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