Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Bestimmung

GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger
28.05.2021
11.06.2021
3
7.143
20
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
11.06.2021 2.419
 
Kapitel 3

Schweißgebadet und mit einer Erektion wachte Harry am Morgen auf. Er hatte keine Ahnung, was in seinem Traum wirklich los gewesen war. Er konnte sich einzig daran erinnern, dass dieser Zeuge ... Malfoy eine Rolle gespielt hatte. Er hatte irgendetwas gesagt und getan ... Harry wusste es wirklich nicht mehr. Und das war eigentlich auch besser so, immerhin war der Kerl nur ein Zeuge in einem seiner Fälle. Ein ziemlich arroganter und nicht gerade sympathischer dazu. Er wusste eigentlich nicht einmal, was ihn an Malfoy so anzog. Ja, sicher, er sah gut aus und machte sicher auch mit deutlich weniger Kleidung eine gute Figur, doch das würde Harry nie erfahren, denn es würde mehr als unprofessionell wirken, wenn er sich mit einem Zeugen, den er verhört hatte einlassen würde. Mal davon abgesehen, dass Malfoy da auch noch ein Wörtchen mitzureden hatte. Sicher, er hatte Harry angeflirtet, doch Harry vermutete sehr stark, dass er das nur getan hatte, um seinen eigenen süßen Arsch zu retten. Harry war nicht dumm. Malfoy kam aus einer komplett anderen Welt, und das nicht nur, weil er ein Muggel war. Das alleine würde Harry nicht stören. Er hatte schon was mit Muggeln gehabt und war auch mit welchen befreundet, doch dieser Kerl ... nein, der war anders. Privatschule, Freunde, mit denen man ausschweifende Drogenpartys feierte, aus Jux und Dollerei irgendwelche Fächer studieren, die einem gerade Spaß machen, nur um hinterher doch irgendwie in Papis Firma einzusteigen, oder was auch immer dieses seltsame Unternehmen der Malfoys war. Es war ein völlig anderes Leben als das, was Harry führte und was er führen wollte. Malfoy wohnte noch bei seinen Eltern! Nicht auszudenken, wenn er wieder am Morgen nach einer netten Nacht die Eltern des Partners am Frühstückstisch traf. Es gab wirklich nichts Abtörnenderes. Zumindest ab einem gewissen Alter.

Harry machte sich fertig und trank einen Kaffee im Stehen, da er mal wieder zu spät war. Hermine würde ihm die Hölle heiß machen. Er wusste, sie wartete auf ihn, damit sie ihre Erkenntnisse wegen des Drogenfalles zusammentragen konnten. Vielleicht sollte er sie nach ihrer Meinung fragen ... ob man etwas mit einem Zeugen anfangen durfte.



Hermines Ansicht war eindeutig gewesen. Es war ein absolutes No-Go, jemanden zu daten, den man in dieser Art von der Arbeit kannte. Und sie hatte ja recht, auch wenn Harry sich vielleicht insgeheim eine andere Antwort erhofft hätte.

Doch nun musste er sich wieder fertigmachen, denn heute Abend würde er mit Hermine gemeinsam sozusagen undercover gehen. Sie würden in dem Club, in dem Malfoy die Drogen verteilt hatte nach dem gesuchten Zauberer Ausschau halten, um ihn endlich dingfest zu machen. Mehrere andere Auroren wären auf Abruf bereit, einige verteilt unter den Gästen des Clubs, andere im Ministerium, jederzeit bereit, auf Abruf zu apparieren. Harry hatte sich das Phantombild genau eingeprägt, ebenso wie Hermine, und sie würden diesen Kerl finden, wenn er dort war. Entschlossen apparierte er zu Hermine, die ihn mit einem unglücklichen Gesicht im Flur empfing. „Kann ich so gehen? Ich gehe sonst nicht in solche Clubs und ...“, sie beugte sich vor und raunte ihm zu: „Ron ist auch keine große Hilfe.“

Das konnte Harry sich vorstellen, doch nickte nur, nachdem er Hermine angesehen hatte, die deutlich mehr geschminkt war als normalerweise. Denn normalerweise sah man nicht ob sie geschminkt war. Heute schon. Sie trug ein schmales schwarzes Kleid, das ein Stück über dem Knie endete und für ihre Verhältnisse recht tief ausgeschnitten war. „Denke das geht.“

„Nicht zu ...“, sie blickte unglücklich in den Spiegel und seufzte. „Ich komme mir blöd vor.“

„Du siehst gut aus“, versuchte Harry sie zu beruhigen. „Komm, bringen wir es hinter uns.“

In dem Club angekommen fiel Harry, der solche Läden ebenso wenig gewöhnt war wie Hermine, als Erstes die viel zu laute Musik auf, die wohl jede aufkommende Unterhaltung sofort im Keim erstickte. Wieso kamen also Leute hierher, wenn sie sich doch nur anschweigen konnten? Doch das war nicht sein Problem. Er nickte Hermine zu, und sie begannen, sich aufmerksam umzusehen, während sie durch den großen Raum schlenderten, der mehrere Bars sowie eine große Tanzfläche enthielt. Doch der potentielle Dealer würde wohl kaum dort sein Unwesen treiben, sondern sich eine etwas intimere Stelle suchen.

Er ergriff Hermines Hand, um sie in dem Gedränge nicht zu verlieren und zog sie hinter sich her. Ihm entging dabei nicht, dass der ein oder anderen neugierige Blick seine beste Freundin traf, auch wenn sie es gar nicht zu bemerken schien. Zu sehr war sie dabei, aufmerksam die Umgebung nach dem gesuchten Dealer abzusuchen. Doch Harry würde ein Auge auf sie haben, denn er wusste, dass Ron genau das von ihm erwarten würde, auch wenn Harry durchaus klar war, dass Hermine mit jedem hier auch locker alleine fertig werden würde. Schon alleine, weil sie in ihrer kleinen eleganten Tasche, die über ihrer Schulter hing ihren Zauberstab bei sich trug.

In der Ecke bei den Toiletten drückte sich jemand herum, und Harry entschied, dass es einen Versuch wert war. Doch als sie dort waren stellte sich heraus, dass der Mann, der dort herumgelungert hatte, nur auf eine junge Frau gewartet hatte, mit der er nun vor den Klotüren herumknutschte ... ein wunderbar stimmungsvoller Ort dafür. Hermines Blick sagte auch alles, anscheinend sah sie es ebenso wie Harry. Sie gingen langsam zurück in den Hauptraum des Clubs, und Harry stieß mit jemandem zusammen, wollte sich gerade entschuldigen, als sein Herz auf einmal einen Hüpfer machte.

„Mister Malfoy!“

„Inspektor Potter! Wie schön, Sie zu sehen ...“ Der gut aussehende junge Mann lächelte einnehmend, was Harrys Knie ein wenig weich werden ließ. Malfoy sah noch besser aus, als bei ihrem Gespräch bei ihm zuhause, was sicherlich an der figurbetonten Kleidung lag ... die schwarze, leicht glänzende Hose und das schwarze Hemd setzten Malfoys körperliche Vorzüge vorzüglich in Szene. Harry räusperte sich und deutete dann hastig auf Hermine. „Das ist meine Freundin und Kollegin Hermine Granger.“

Der Blick aus den eisgrauen Augen, der nun Hermine traf wirkte nicht mehr so einnehmend. Malfoy nickte ihr wortlos zu, musterte sie von oben bis unten und sah dann wieder Harry an. „Dann kann ich Ihnen wohl gratulieren.“

„Gratulieren?“ Harry runzelte die Stirn.

„Na zu Ihrer charmanten besseren Hälfte.“ Er nickte mit dem Kopf in Hermines Richtung, und Harry verstand. Er ließ Hermines Hand los und hob abwehrend die Hände. „Nein! Sie ist wirklich nur eine Freundin. Sie ist mit meinem besten Freund verlobt.“ Er hatte wirklich keine Ahnung, wieso er das so offen ausplauderte, denn es ging diesen doch eigentlich Fremden nicht das Geringste an. Sofort klarte das Gesicht seines Gegenübers wieder auf und er lächelte. „Ach so ... ich dachte schon ...“, er brach ab und sah zu Boden. „Nicht, dass es schlimm wäre ... ich meine ... Sie können ja tun, was Sie wollen.“

So war es definitiv. Doch Harry wollte beispielsweise nicht, dass dieser Mann dachte, er habe eine Freundin. Unsicher stand Harry nun da, tauschte einen Blick mit Hermine, die sichtlich irritiert war, und sah dann wieder Malfoy an, der keine Anstalten machte, weiterzugehen. „Was machen Sie hier?“, fragte Harry nun ziemlich ungeschickt und hätte sich am liebsten vor die Stirn geschlagen. Was für eine Frage, wenn man jemanden in einem solchen Club traf. Was sollte Malfoy wohl hier tun?

„Ich bin mit ein paar Freunden hier.“ Er beugte sich vertraulich vor und raunte Harry zu: „Aber wir sind ganz artig. Ich hatte nur ein Bier, Sir. Ich schwöre.“ Er lächelte vertraulich, und Harry fand es wirklich angenehm, ihn so dicht bei sich zu haben, auch wenn sie sich gar nicht kannten. Das kannte er gar nicht von sich. Normalerweise brauchte er ein wenig, bevor er sich mit einem Mann wohl fühlte. Doch bei Malfoy war das bereits jetzt der Fall ... verdammt, er durfte nicht so denken. Bereits jetzt ... als würde noch mehr kommen. So ein Blödsinn.

„Und was machen Sie hier?“, wollte der andere nun wissen, und Harry beugte sich ebenso vor, wie Malfoy es eben getan hatte, um nicht so schreien zu müssen, um die laute Musik zu übertönen. „Wir sind hier, um den Kerl vom Phantombild zu finden.“

„Der ist heute nicht hier“, meinte Malfoy nur, und Hermine fragte nun nach: „Woher wissen Sie das?“

„Nun, Miss, wenn er hier ist, steht sein Kollege ... Komplize dort drüben. Aber heute ist er nicht da.“ Malfoy deutete hinter sich und lächelte sie unverbindlich an. Das Lächeln änderte sich, als er wieder Harry ansah, es wurde wärmer und ehrlicher. Einnehmender. So als wolle er lächeln und fühle sich nicht verpflichtet, es aus Höflichkeit zu tun. Harry erwiderte es und fragte dann: „Sind Sie sicher? Auch dass er heute nicht mehr kommt?“

„Denke ich nicht. Aber hundertprozentig kann ich es natürlich nicht sagen.“

Dann hatte ihr Einsatz wohl keinen Sinn mehr. Sie würden an einem anderen Tag wiederkommen müssen, denn sie hatten keinen Grund, Malfoy in diesem Punkt nicht zu glauben. „Was denkst du?“, fragte Harry Hermine, und dieser zuckte mit den Schultern. „Ich denke, wir sollten ganz sicher sein, dass Mister Malfoy hier … auch wirklich weiß, wovon er da spricht.“ Sie wandte sich direkt an Malfoy: „Wir können uns nicht einfach blind auf Ihr Wort verlassen. Wir haben noch andere Leute im Einsatz. Was können Sie uns darüber erzählen, wie der Kerl sonst hier arbeitet?“

Malfoy nickte und deutete in die hintere Ecke. „Dort, Miss, dort ist seine Ecke, wenn man das so sagen kann. Sein einer Kollege steht dort drüben, der andere an der Tür. Und glauben Sie mir, er ist nicht da. Sie sind auch nicht da. Meine Freunde wollten heute wieder was bei ihm kaufen … die Chance hätte er sich sicher nicht entgehen lassen. Er kriegt das immer mit. Ich weiß nicht wie, aber er scheint die Szenerie irgendwie zu beobachten … zu belauschen, keine Ahnung ...“ Er zuckte mit den Schultern.

„Sie meinen, er weiß Dinge, auch wenn er eigentlich nicht da ist?“, fragte Hermine nun und tauschte einen Blick mit Harry, der vermutlich ähnlich dachte wie sie … der Dealer war ein Zauberer, also konnte er auch Dinge, die den Muggeln verborgen blieben … Tarnzauber, Abhörzauber … „Müssen Sie denn immer warten, bis er hier ist, oder können Sie irgendwie mit ihm Kontakt aufnehmen?“, fragte Harry nun, und Malfoy leckte sich über die Lippen, was Harry sehr aufmerksam beobachtete, und antwortete, nachdem er sich umgesehen hatte: „Einer der Barkeeper … heute ist er auch nicht da … man kann ihm sagen, wenn man was will. Er setzt sich mit dem Kerl in Verbindung.“

„Und das sagen Sie erst jetzt?“, fragte Hermine barsch und stemmte die Hände in die Hüften.

„Ich wusste nicht, dass es auch wichtig ist … habe nicht dran gedacht. Ich war so nervös bei unserem Gespräch.“ Malfoy warf Harry einen Blick zu, der dessen Bauch in Aufruhr brachte, und erklärte dann: „Er heißt Joseph … vielleicht hilft Ihnen das weiter.“

„Oh ja, das wird es.“ Harry nickte. „Wir holen uns den Namen und die Adresse von diesem Barkeeper.“

Hermine nickte. „Das machen wir. Ich spreche gleich mit Nitter, er soll die anderen zurückpfeifen und den Namen rausfinden. Und dann können wir für heute abbrechen.“

„Denke ich auch.“ Harry lächelte wieder Malfoy zu, der es noch immer nicht eilig zu haben schien, zu seinen Freunden zurück zu kommen. Er stand da und lächelte Harry an.

Hermine strich ihr Kleid glatt und ergriff wieder Harrys Hand. „Dann gehen wir, oder?“

„Ja ... geh ruhig schon vor ... ich ...“ Er leckte sich über die Lippen und sah zu Malfoy, was Hermine mit dem Hochziehen einer Augenbraue kommentierte. Dann beugte sie sich vor, küsste Harry auf die Wange und sagte leise: „Mach nichts Dummes. Er ist dein Zeuge. Du darfst nicht befangen sein.“  Sie sah ihn noch einmal eindringlich an, dann verabschiedete sie sich, ging zu den Toiletten und würde sicherlich aus einer der Kabinen apparieren, wenn kein anderer auf sie achtete.

„Nun ... Inspektor ...“, Malfoy trat ein wenig dichter an Harry heran, was dieser erneut als sehr angenehm empfand. Beinahe könnte er den Krach um sich herum vergessen. Doch leider nur beinahe. „Wollen Sie vielleicht tanzen?“

Tanzen? Ach du ... Harry schluckte nervös. Gefragt zu werden, ob man tanzen wolle war nicht das, wobei Harry sich wohl fühlte. „Ähm ... nein, tut mir leid. Tanzen ... das würde Ihnen nicht gut bekommen, wenn ich das versuche.“ Harry lächelte entschuldigend, und Malfoy versuchte, sich seine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen. Harry lächelte. „Wie wäre es aber, wenn wir was zusammen trinken? Ich lade Sie ein, weil Sie uns helfen.“

„Gerne, Sir.“ Malfoy grinste, und wenig später fanden sie sich zusammen in einer dunklen Ecke neben der Bar wieder, wo sie einen kleinen Tisch hatten ergattern können. Auch war die Musik hier nicht ganz so laut, was Harry wirklich entgegen kam. „Was halten Sie davon, wenn wir uns beim Vornamen nennen? Ich muss zugeben, ich komme mir langsam komisch vor, wenn Sie mich Mister Potter nennen. Ich bin Harry.“ Harry grinste, und sein Gegenüber strahlte ihn über die einsame Kerze, die auf dem Tisch flackerte an. „Das würde mich sehr freuen Harry. Ich bin Draco. Aber das weißt du ja schon.“

„Schön, dich kennenzulernen, Draco.“ Harry trank einen Schluck von seinem Bier und fragte: „Der Name klingt ungewöhnlich. Woher kommt der? Draco meine ich.“

„Keine Ahnung. Meine Eltern stehen manchmal auf etwas Ausgefallene Sachen. Also musste auch mein Name was Besonderes sein. Nicht auszudenken, ich würde Chris heißen, oder ...“ „Harry“, ergänzte Harry lachend, und Draco nickte. „Genau.“

Es war überraschend leicht, sich mit Draco, wie er ihn jetzt nannte, zu unterhalten und ihn kennen zu lernen. Er war wirklich lustig, ihr Gespräch war kurzweilig, das hinter der arroganten Fassade des reichen Sohnes ein intelligenter junger Mann zu stecken schien, der durchaus vernünftige Ansichten vertrat. Wenn man mal über das Verteilen der Drogen an seine Freunde am letzten Wochenende hinweg sah. Doch auch das fiel Harry beinahe erschreckend leicht.

Hinzu kam natürlich, dass dieser Draco unglaublich aussah und heiß war wie selten eines seiner Dates zuvor. Auch wenn Harry versuchte, sich einzureden, dass er kein Date hatte. Sie hatten sich zufällig getroffen, und weil sie sich kannten, hatten sie beschlossen, etwas zu trinken ... nichts weiter. Doch der Typ war heiß, und Harry konnte nicht anders, als sich immer wieder vorzustellen, wie es wäre, wenn er diesen Mund nicht nur ansehen, sondern auch küssen könnte. Wie es wohl wäre, wenn er Draco mit nach Hause nehmen würde, um den Abend dort ausklingen zu lassen. Doch es war völlig undenkbar. Sie würden es bei diesem unschuldigen Beisammensein belassen müssen. Und er hoffte sehr, dass Draco das auch so sah, denn die Art, wie er Harry ansah sagte eigentlich das Gegenteil – und machte Harry ein wenig kribbelig.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast