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Affairs & Betrayals

von mairio
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Yamato Minazuki
28.05.2021
08.07.2022
20
77.143
5
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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17.06.2022 4.240
 
SEVENTEEN

„Es sieht so aus als wären Sie in der achten Woche ungefähr schwanger, Maron.“
Maron starrte ihre Frauenärztin wie vom Blitz getroffen an.
„Schwanger?“, wiederholte sie, als sie nach einigen Sekunden ihre Sprache wiederfand.
Dr. Shinobu lächelte immer noch und nickte.
Maron fiel der Mund auf. Wie konnte das sein?
Sie war schwanger? Und das schon in der achten Woche?
In ihren früheren Schwangerschaften hatte sie immer recht früh die typischen Symptome verspürt...
Maron realisierte, dass es ungefähr in dem Zeitraum gezeugt sein musste, als sie zum ersten Mal mit Chiaki schlief.
„Schauen Sie.“ Dr. Shinobu lenkte ihre Aufmerksamkeit auf den Ultraschall. „Sehen Sie das? Das ist der Embryo. Das Herz schlägt.“
Mit großen Augen und halboffenen Mund starrte Maron auf den Bildschirm.
Sie war schwanger. Und da war ihr Baby.
Die Realisation traf nun komplett auf sie ein und verfestigte sich in ihrem Bewusstsein.
Sie war schwanger mit Chiaki’s Kind!
Ein fassungsloses Lächeln bereitete sich zunächst auf Maron’s Gesicht aus und die Freudentränen stiegen ihr hoch. Glücklich hielt sie sich beide Hände vor den Mund.
Im nächsten Moment fiel ihr Lächeln jedoch schnell wieder. Die Erinnerungen an ihre Fehlgeburten holten sie ein und die Angst einen weiteren Verlust zu erleben nahm Überhand. Sie begann zu zittern.
„Alles in Ordnung?“, fragte Dr. Shinobu.
„Was ist…wenn ich es wieder verliere?“, fragte Maron mit bebender Stimme.
Die Ärztin blickte sie verständnisvoll an. „Ich habe ein gutes Gefühl hierbei. Ihre früheren Schwangerschaften gingen nur bis zur sechsten oder siebten Woche“, sagte sie und schob ihre Brille die Nase hoch. „Wir werden das natürlich genaustens beobachten. Aber ich bin mir sicher, dass Sie okay sein werden. Und dem Fötus -dem Baby- scheint es gut zu gehen. Es entwickelt sich gut.“
Maron blickte auf das kleine Flimmern, welches den Herzschlag darstellte und kämpfte mit den Tränen. „Danke. Danke vielmals.“
„Nichts zu danken. Ich würde Sie nächste Woche wiedersehen. Wenn Sie in der Zwischenzeit Schmerzen verspüren oder bluten, rufen Sie sofort an oder gehen ins Krankenhaus.“
Sie nickte. „Okay, werde ich.“

Am Abend hatte Chiaki das Essen für sie vorbereitet und saß ihr am Tisch gegenüber. Er erzählte ihr von der Arbeit und Maron versuchte ihm zuzuhören, aber ihre Gedanken waren ganz woanders. Jeglicher Gedanke in ihr war an das Baby gerichtet, welches in ihr zum Leben erwachte und sie dachte angestrengt darüber nach, wie sie Chiaki die Neuigkeit überbringen sollte. Wie würde er reagieren? Wollte er überhaupt Kinder? Dass Maron welche wollte, war bekannt, aber sie hatten noch nie darüber geredet, ob er welche wollte.
„Wie war’s beim Arzt?“
Maron zuckte bei der Frage leicht zusammen. „Hm?“ Verdutzt sah sie von ihrem Teller zu ihm auf.
„Ich habe gefragt, wie es beim Arzt war?“, wiederholte Chiaki leicht schmunzelnd.
Das war wohl ihre Chance es ihm jetzt zu sagen, dachte sie sich. Zögernd biss sie sich kurz auf die Lippe.
„Oh, ehm, so wie immer“, antwortete Maron schulterzuckend. „Es- Es war ein gewöhnlicher Kontrolltermin. Weiter nichts. Alles sieht gut aus.“ Sie lachte nervös.
„Da bin ich erleichtert“, sagte er. „Ich habe mir schon Sorgen gemacht, weil du so abwesend aussiehst.“
Sie schüttelte leicht den Kopf. „Es ist nichts“, sagte sie schnell. „Aufgrund von meinen Vorgeschichten, mag ich Arztbesuche nur nicht.“ Ganz gelogen war das nicht. Auch wenn Maron heute weniger Probleme hatte zur Frauenärztin zu gehen, so war das früher schon etwas schwieriger für sie gewesen.
Chiaki nickte verstehend. „Verständlich. Ist das etwas, was du mit Dr. Kirishima in der Therapie schonmal besprochen hast?“
Sie schüttelte den Kopf. „Ich versuche das beim nächsten Mal anzusprechen. Aber ich will auch nicht länger darüber reden“, entgegnete sie ausweichend. „Hey, heute Abend läuft dieser Superheldenfilm, in der die Bösewichte für das Gute arbeiten. Wollen wir den zusammen schauen?“
„Klar. Was auch immer du möchtest“, schmunzelte er.

Einige Zeit später lagen sie gemeinsam eingekuschelt auf der breiten Couch und schauten den Film an. Maron konnte sich eigentlich gar nicht darauf konzentrieren. Noch immer schweiften ihre Gedanken zu ihrem gemeinsamen Baby ab und ihr Blick wanderte immer wieder zu ihrem noch flachen Bauch runter.
Chiaki schien dem Film auch nicht viel Aufmerksamkeit zu geben. Er war damit beschäftigt, seine Freundin an sich zu kuscheln und ihr zärtlich über der Seite zu streicheln. Seine Lippen streiften ihr Ohr und er drückte ihr einen sanften Kuss auf den Kopf.
„Ich habe dich vermisst“, flüsterte er, glitt mit seinen Fingern durch ihre langen Haare und presste sie noch enger an sich. „Ich habe den ganzen Tag an dich gedacht.“
Maron schmiegte sich kichernd an seine Brust an, genoss dabei seine Streicheleinheiten. „An was genau hast du denn gedacht?“, fragte sie.
Chiaki schenkte ihr ein schiefes Lächeln. „An dich und wie ich dich am liebsten den ganzen Tag küssen würde“, sagte er ihr mit rauer Stimme. Sein Gesicht kam ihr näher und sie spürte seinen warmen Atem. „Deine Lippen sind so schön und weich. Jedes Mal, wenn du mich küsst, fühlt es sich an, als könnte ich mich in dem Gefühl, dass du mir gibst, verlieren.“
Zur Demonstration nahm er langsam seine Hand von ihren Haaren, legte sie unter ihr Kinn und brachte Maron dazu zu ihm aufzuschauen. Ihre Blicke trafen sich und ehe sie sich versah, senkte er seine Lippen auf ihren, küsste sie liebevoll.
Der Geschmack ihres Mundes war wie eine Droge, von der er nie genug bekommen konnte. Mit steigendem Verlangen vertiefte er den Kuss, als sie ein Bein über seines legte und sich noch mehr an ihn presste. Er schlang seinen Arm wieder um sie und seine Hand fand sich in ihren Haaren wieder. Er löste den Kuss, aber ihre Lippen berührten einander dennoch.
Ihre Lider flatterten auf und er verlor sich in dem warmen Braun ihrer Augen.
Er beugte sich wieder zu ihrem Ohr herunter.
„Du bringst mich wirklich um den Verstand, wenn du mich so anschaust“, wisperte er.
Maron erschauderte und seufzte, als er seine Hand auf ihrem Nacken legte und sie zu einem innigen, leidenschaftlicheren Kuss zu sich zog. Seine andere Hand glitt über ihren Rücken und wanderte weiter herab. Sie spürte, wie seine Hand den Bund ihrer Shorts entlangfuhr und ihr T-Shirt dabei etwas hochrutschte. Da sie oft bei Chiaki war, hatte sie einige ihrer gemütlichen Haussachen bei ihm gebunkert.  Auch er war simple bekleidet, trug ein T-Shirt mit dunkler Jogginghose.
Sanft strich er mit den Fingerkuppen über ihren unteren Rücken, küsste ihre Lippen, ihr Gesicht, ihren Hals und dann wieder ihre Lippen.
Seufzend strichen ihre Hände über seine Brust und sie konnte seine definierten Muskeln durch das T-Shirt, welches er trug, fühlen. Die Berührung brachte ihm leicht zum Schaudern, ein genussvoller Laut entkam seiner Kehle. Unterdessen schlüpften seine Hände unter ihr Shirt, wanderten ihren Rücken weiter hoch und hinterließen heiße Spuren auf ihrer Haut.
Ihre Augen fielen zu und sie ließ sich in dem Gefühl, das seine Berührungen ihr boten, fallen. Ihre Sorgen wurden für den Moment vorerst beiseitegelegt.
Es fühlte sich an wie Stunden, in der sie eng umschlungen da lagen und sich heiße Küsse austauschten. Atemlos blickten sie einander in die Augen, die Lippen rot geschwollen.
„Ich krieg nicht genug von dir“, flüsterte Chiaki mit tiefer Stimme und strich ihr mit einer Hand zärtlich die Haare vom Gesicht.
Maron lächelte über seine Worte und umarmte ihn liebevoll.
Alles, woran sie in diesem Moment denken konnte, war, wie sie nie genug von ihm bekommen konnte. Wie sie jeden Moment von hier bis zum Ende ihrer Tage mit ihm verbringen wollte. Wie sie jeden Abschnitt ihres Lebens mit ihm teilen wollte – egal, ob gut oder schlecht.
Als er die Kurve ihrer Taille umfasste, wurde sie daran zurückerinnert, was sich in ihrem Körper befand. Sie spürte, wie ihr Magen sich vor Nervosität zusammenzog, und sie hielt sich fester an Chiaki’s Körper fest. Sie versuchte mit einem tiefen Atemzug ihre Nerven zu beruhigen, als sie zu ihm aufschaute.
„Chiaki...ich will mit dir über etwas reden“, setzte Maron an.
„Hmm-mh“, entkam es ihm selig lächelnd. Er öffnete seine Augen und blickte sie an: „Was ist, mein Engel?“
Sie biss sich zögernd auf die Lippe. Für einige Momente brodelte ihr Kopf. Ihr Verstand fuhr Achterbahn und sie versuchte, die Kraft zu finden, das was in ihr wuchs und lebte laut auszusprechen. Umso mehr ihre Bindung mit Chiaki stärker wurde, umso wirklicher fühlte es sich an. Und umso unmöglicher war es, dieses Geheimnis allein zu ertragen, ohne wenigstens zu wissen, wie er dazu stand.
Sie nahm all ihren Mut zusammen. „Chiaki, ich-“
Das Klingeln seines Handys unterbrach sie. Chiaki setzte sich stöhnend auf, hielt ihr wartend einen Finger hoch, griff nach seinem Handy auf dem Wohnzimmertisch und nahm ab. „Kagura, was- … Oh... Und das kann nicht bis morgen früh warten? ...Na gut, ich bin gleich da.“
Genervt stand er augendrollend auf, nachdem er aufgelegt hatte und blickte Maron entschuldigend an. „Sorry. Ich muss kurz ins Krankenhaus, aber es wird nicht länger als eine oder zwei Stunden dauern“, sagte er zu Maron, die noch auf der Couch saß. Sie war die Worte, die sie ihm sagen wollte, nochmal durchgegangen, aber mit jedem verstreichenden Moment verlor sie ihren Mut.
„Ist schon okay“, entgegnete sie, umarmte ihre Knie. „Ich werde hier sein und auf dich warten.“
Chiaki fuhr sich seufzend durch die Haare. Für ihn war der Abend gelaufen. Er begann sich umzudrehen und war kurz davor zu gehen, als er jedoch stehen blieb und sich nochmal zu ihr wandte. „Was wolltest du mir vorhin sagen, Maron?“, fragte er, blickte sie hochgezogener Augenbraue an.
Ihr Mund öffnete sich, aber es kam nichts raus. All ihre Nerven waren blank und jegliche Entschlossenheit hatte sich in Luft aufgelöst. Warum war sie nur so feige?
„Nicht so wichtig“, winkte sie ab. „Habe ich schon vergessen.“
Länger als nötig beobachtete er ihren Gesichtsausdruck. Schließlich nickte er und küsste zum Abschied ihre Wange sowie ihre Stirn. „Bis gleich.“
Als Chiaki weg war, saß Maron noch eine Weile auf der Couch und blickte durch das Fenster zum Nachthimmel raus. Sie ließ ihre Hand auf ihren Bauch fallen.
„Ist schon okay, Baby“, flüsterte sie in einem süßen Ton. „Wir werden es ihm bald sagen.“
***

„Dich scheint etwas zu bedrücken, Maron.“
Maron blickte zu Dr. Kirishima, die ihr in ihrem Stuhl gegenübersaß. „Hmm...“, brachte sie zögerlich entgegen, knetete unbewusst mit ihren Händen auf dem Schoß.
„Möchtest du darüber reden?“, fragte ihre Therapeutin. „Du weißt, dass alles, was in diesen vier Wänden besprochen wird, im Vertrauen ist. Du brauchst dir also keine Sorgen zu machen.“
Maron biss sich auf die Lippe. „Sie behalten es wirklich für sich?“, fragte sie unsicher nach.
Dr. Kirishima nickte.
Für einige Momente haderte Maron mit sich selbst. Kopfschüttelnd schloss sie kurz ihre Augen, holte tief Luft und atmete diese langsam wieder. Sie sah, wie ihre Therapeutin ihr ein ermutigendes Lächeln schenkte.
„Ich bin schwanger“, sagte sie.
„Du meine Güte. Herzlichen Glückwunsch“, lächelte Dr. Kirishima erfreut.
Ein kleines, verlegenes Lächeln huschte über Maron’s Lippen, ehe ihr Gesichtsausdruck wieder unsicher wurde. „Ich habe es Chiaki noch nicht gesagt“, gestand sie leise. „Oder überhaupt jemand. Sie und meine Frauenärztin sind die Einzigen, die es jetzt wissen.“
„Oh. Und woran liegt das?“, fragte Dr. Kirishima interessiert.
Maron zuckte mit den Schultern. „Ich...weiß nicht...Ich weiß nicht, wie ich es ihm sagen soll“, murmelte sie.
Yamato hatte sie es immer direkt gesagt, nachdem sie wusste, dass sie schwanger war (ehe es nach kürzester Zeit abrupt wieder zu Ende ging). Aber bei Chiaki…
Bei ihm zerbrach Maron sich seit Wochen den Kopf, wie und wann sie es ihm endlich sagen würde. Sie war jetzt etwas über der zehnten Woche. Bei ihrem letzten Termin sagte ihr die Frauenärztin, dass alles nach wie vor gut aussah und dass das Baby sich gut entwickelte. Kopf sowie Arme und Beine konnte man wohl schon allmählich sehen, was das alles für Maron noch realer machte.
Aktuell tat sie dennoch ihr Bestes, um die subtilen Anzeichen der Schwangerschaft auf ihren Körper vor Chiaki und allen anderen zu verbergen. Es war leichter gesagt als getan. Und machte die Sache, es Chiaki zu sagen, nur noch schwieriger.
Die Tage und Nächte, die sie zusammen verbrachten, wurden von seinem ständigen Bedürfnis unterbrochen, sicherzustellen, dass sie okay sei. Er merkte, dass etwas nicht stimmte. Und je mehr er sich Sorgen machte, umso mehr befürchtete Maron, dass er ihr Geheimnis aufdecken würde. Und umso mehr hatte sie Angst davor, wie er reagieren würde.
Das letzte, was sie tun wollte, war ihn wegzustoßen. Nicht jetzt. Nicht nach allem, was sie durchgestanden hatten.  
Dennoch war Maron froh, dass Chiaki ihr Freiraum gab, wenn sie ihn darum bat und ihre Beschwichtigungen akzeptierte, trotz der Sorge, die sich in seinen Augen sammelte. Sie verschaffte sich Zeit, argumentiert Maron mit sich selbst.
Irgendwann, irgendwie würde sie es ihm sagen, und sie würden beide einen Weg finden, damit klarzukommen. Wenn sie das nicht konnten, wusste Maron nicht, was sie mit sich machen würde. Die elende Vorstellung sich diesem oder irgendeinem Lebensabschnitt, ohne seine Unterstützung zu stellen, war unerträglich.
Und trotzdem waren nun zwei Wochen vergangen, seit Maron erfahren hatte, dass sie sein Kind unter ihrem Herzen trug, und sie hatte immer noch nicht den Mut oder die richtigen Worte gefunden.
„Maron.“ Die Stimme ihrer Therapeutin riss sie ins Hier und Jetzt zurück. „Ich sage dir nie, was du tun sollst“, hörte sie Dr. Kirishima in einem ernsten Ton sagen. „Aber ich rate dir, dass du mit ihm redest und ihm von deiner Schwangerschaft erzählst, bevor er es selbst merkt und herausfindet. Es geheim zu halten, wird der Beziehung und deinem seelischen Zustand nicht guttun. Was dem Baby womöglich nicht guttun würde.“ In einer sympathischeren Tonlage fügte sie hinzu: „Kommunikation ist das wichtigste in einer gesunden Beziehung. Das weißt du, Maron.“
„Ja...Ich weiß“, seufzte Maron.
Dr. Kirishima lächelte sie warm an. „Ich denke, wir belassen es hiermit für heute.“
Wortlos stimmte Maron dem zu. Sie vereinbarten noch den nächsten gemeinsamen Termin miteinander, ehe Maron die Praxis verließ.
Anstatt zu ihrem Auto zu gehen, beschloss Maron sich in der naheliegenden Parkanlage auf eine Bank hinzusetzen, um ihre Gedanken zu sortieren. Höchstwahrscheinlich machte sie sich mit der ganzen Sache viel zu verrückt...
Geistesabwesend blickte sie zum Spielplatz, welcher sich vor ihrem Blickfeld befand. Kinder kreischten und lachten aus vollem Herzen, spielten mit ihren Vätern am Klettergerüst, während die meisten Mütter am Rande amüsiert zuschauten.
Ein kleines Lächeln formte sich auf ihren Lippen. Maron dachte an Chiaki und dachte daran zurück, wie lieb er mit Yuki umging. Im nächsten Augenblick stellte sie sich vor, wie er mit ihrem gemeinsamen Kind umgehen würde. Wie er mit dem Kind spielen und sich um es Sorgen würde.
Maron merkte, dass sie ihre Hand nicht von ihrem Bauch nehmen konnte. Als ob ihr Kind ihre Hand zu sich anzog und die Wärme ihrer Berührung forderte. Sanft lächelte sie auf ihren Bauch herab. Sie konnte diese Empfindung voll und ganz nachvollziehen, dachte dabei an Chiaki und wie jede Faser ihres Körpers sich immer nach seiner Wärme sehnte.
Ob es ihrem Kind genauso ging?
Bei dieser Erkenntnis hatte sie einen Entschluss gefasst.
Sie würde es ihm heute Abend sagen.
***

Als Maron ins Orleans zurückkehrte, bemerkte sie ein Paket, welches vor ihrer Tür lag.
Sie nahm das Paket mit in die Wohnung und öffnete es. Überrascht schnappte sie nach Luft und ihre Augen wurden riesig.
Ihr Verlag hatte ihr ein Dutzend Exemplare von ihrem Buch geschickt.
„Oh mein Gott.“ Sprachlos nahm sie ein Buch heraus, begutachtete das Cover und ging mit den Daumen durch die Seiten. Ein riesengroßes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.
Sie konnte es nicht glauben. Ihr erstes Buch, welches bald veröffentlicht wird!
Im nächsten Moment kreischte sie vor Freude.
Mit dem Buch dicht an ihre Brust gehalten, lief sie eilig aus der Wohnung und klopfte aufgeregt an Chiaki’s Tür.
Kaum hatte er aufgemacht, hielt sie ihm das Buch vor die Nase, bevor er einen Laut von sich geben konnte. „Guck mal!“, sagte sie freudestrahlend.
Chiaki blinzelte verdutzt, brauchte einen Moment, um zu registrieren, was er vor sich sah.
„Mein Buch!“, sagte Maron, nahm ihm den Wind von den Segeln. Sie betrat seine Wohnung und hüpfte aufgeregt auf der Stelle. „Es ist endlich hier!“
Ein riesiges, ungläubiges Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. „Das ist super!“ Keinen Augenblick später hatte er sie in seine Arme genommen und hochgehoben. Maron kreischte kurz auf und dann lachten beide. Als Chiaki seine Freundin wieder auf dem Boden absetzte, nahm sie seine Hand und zog ihn ins Wohnzimmer.
„Ich schenke dir den“, sagte sie, als sie sich hingesetzt haben.
Mit geweiteten Augen sah er sie überrascht an.
„Ich habe noch ein paar Exemplare daheim“, erklärte sie, „Mein Verlag hat mir mehrere geschickt.“ Maron grinste ihn an. „Du bist der Erste auf der Welt, der ein Exemplar jetzt besitzt. Abgesehen von mir“, lachte sie.
Chiaki nahm das Buch in die Hand and blickte drauf. Mit einem warmen Lächeln legte er das Buch auf dem Wohnzimmertisch vor ihnen ab und lehnte sich zu ihr vor.
„Komm her.“ Er nahm sie bei der Taille und zog sie zu sich. „Ich bin stolz auf dich“, sagte er, küsste zuerst ihre Schläfe, ihre Stirn und dann ihre Lippen. Augenblicklich verlor Maron sich in dem Kuss.
Hitze und Leidenschaft breitete sich zwischen ihnen aus, doch Maron versuchte sich noch nicht ganz ihrem inneren Empfindungen hinzugeben. Sie rief sich ihren Vorsatz ins Gedächtnis zurück, stoppte ihren Freund, packte ihn am Unterarm und drückte ihn sachte von sich.
Ihre Blicke trafen sich und wieder stellte Maron fest, dass ihr Mut nachließ. Aber die tickende Uhr in ihrem Inneren, brachte sie gerade so noch dazu mit leiser Stimme zu sagen: „Chiaki...Es gibt da noch etwas.“
Er legte verwundert den Kopf schief. „Was denn?“
„Ehm...eh...“ Frustriert über sich selbst schüttelte sie ihren Kopf. „Ich möchte dir etwas sagen.“
Sorge breitete sich bei dem Satz in seinem Gesicht aus. Maron hielt immer noch seine Hand, und er neigte leicht den Kopf, blickte sie an und wartete geduldig.
Chiaki’s Schweigen setzte sie noch mehr unter Druck. Ihr Herz klopfte vor Aufregung und sie versuchte bestmöglich ihre Gedanken und Worte zu sammeln. Und je länger Maron ihm in die Augen schaute, desto mehr erkannte sie, dass sie das nicht länger für sich behalten konnte, ohne es am Ende zu bereuten.
Also brachte sie die Worte kurz und schnell über die Lippen: „Ich bin schwanger.“
Es war vollkommen still und jegliche Ausdrücke auf Chiaki’s Gesicht waren ihm entglitten.
Alles, was Maron in diesen Momenten hören konnte, war ihr Herzschlag. Laut rasend klopfte es in ihren Ohren.
Er machte den Mund auf, dann wieder zu und dann wieder auf. „Ist- Ist es das, was du mir die ganze Zeit sagen wolltest?“, brachte er heraus.
Ein wenig beruhigte es sie, dass er so aufmerksam war. Sie nickte beschämt.
Sein Blick wanderte von ihrem Gesicht zu ihrem Bauch runter. „Wie-...Wie lange-“
„Zehn Wochen“, sagte sie. Tränen schimmerten in ihren Augen. „Uns geht es gut. Dem Baby geht es gut, Chiaki. Es ist ein Wunder.“ Hoffnungsvoll blickte sie auf sich herab und umarmte ihren Bauch.
Noch immer starrte Chiaki sie an, als hätte man ihm den Boden von den Füßen gerissen. Als müsste er das Gesagte immer noch registrieren und verarbeiten.
Die darauffolgende Stille zog sich noch einige Sekunden lang hin, als Chiaki schließlich sein Gewicht auf der Couch verlagerte und zu ihr heranrückte. Er war ihr plötzlich viel, viel näher als vorher. Sein Arm schlang sich um ihre Taille und zog sie an seine Brust. Im nächsten Moment hielt er sie fest in seinen Armen.
Maron wusste nicht, wie sie reagieren sollte, also schloss sie ihre Augen und ließ die Umarmung geschehen. Jegliche Anspannung in ihren Schultern löste sich, als seine Wärme sie umhüllte und sie spürte, wie seine Arme sich schützend um sie legten.
Maron war sich nicht sicher, wie viel Zeit vergangen war, als Chiaki seinen Griff um sie herum endlich lockerte, und er von ihr zurückwich. Eine Hand hielt sie am Arm sachte fest, die andere senkte sich langsam zu ihrem Bauch herunter. Mit gespreizten Fingern drückte er leicht dagegen.
„Wir bekommen wirklich ein Baby?“, sprach er schließlich, die Stimme leise und sanft.
Maron blickte ihn mit zugeschnürter Kehle an und nickte. „Ja“, wisperte sie berührt.
Ein riesiges Lächeln breitete sich bei der Antwort auf seinen Lippen aus und seine blauen Augen leuchteten vor Freude. Einen Augenblick später, nahm Chiaki ihr Gesicht in die Hand und küsste sie liebevoll.
Erleichtert legte Maron ihre Stirn auf seine Schulter ab und schlang ihre Arme um seinen Nacken, als sie sich lösten. Er drückte sie an sich, umarmte sie. Danach nahm Chiaki sie hoch und trug sie ins Schlafzimmer.

Die Tür fiel leise hinter ihm zu.
Er setzte sie auf das Bett ab, hielt inne und zog sich sein Shirt aus. Maron griff hinter sich, hatte vor die Träger ihres Kleides am Hals zu lösen, aber Chiaki stoppte sie, nahm sanft ihren Arm weg und hielt ihn fest, während er sich neben sie setzte und dies für sie übernahm.
Maron beobachtete ihn wortlos dabei, wie er sie auszog und ihr Kleid bis zur Taille runterschob. Chiaki’s Hände brachten sie dazu, kurz aufzustehen, damit er das Kleid bis zu ihren Füßen heruntergleiten lassen konnte.
Leicht runzelte Maron die Stirn, als er sich vor ihr kniete und seine Augen ihren Bauch fixierten, der noch recht flach war. Seine Finger hakten sich bereits in den Bund ihrer Slips ein. Als sie spürte, wie ihre Unterwäsche ihre Knöchel erreichte, schloss sie ihre Augen und atmete einen leisen Seufzer aus. Ihre Knie wurden weich, als seine Hände sich wieder um ihre Taille legten und sie näher heranzogen. Im nächsten Moment spürte sie, wie seine Lippen ihren ganzen Bauch mit sanften Küssen bedeckten.
Kurz stand er auf, um seine restlichen Klamotten loszuwerden. Anschließemd zog er Maron mit sich runter aufs Bett, als er sich mit den Rücken gegen die Kissen am Kopfende zurücklehnte. Sie saß vor ihm, lehnte mit dem Rücken an seine Brust an und seine Arme wickelten sich um ihren Körper.  
Ganz entspannt ließ Maron sich von ihm umarmen, eine Hand von ihm ruhte auf ihrem Bauch und die andere glitt über die Vorderseite ihres Körpers.
„Maron“, flüsterte er ihr ins Ohr und legte sein Kinn auf ihre Schulter ab.  „Ich liebe dich so sehr. Dich und...“ Seine Worte verstummten und sie spürte, wie seine Finger in einem sanften Rhythmus über ihren Bauch strichen. Dann vergrub er sein Gesicht in ihre Haare und atmete ihren Duft ein.
„Ich liebe dich auch“, wisperte sie zurück. Sie legte ihre Hand über seiner, die sich auf ihrem Bauch befand. „Dich…und unser Baby“, vollendete sie leise. „Vom ganzen Herzen.“
Für die restliche Nacht wurden keine Worte mehr ausgetauscht. Chiaki’s Hände wanderten ungezähmt über jede Kurve und jedes sensible Stück Haut an ihrem Körper, das er finden konnte, bis sie sich in seinen Armen rekelte und ihr Seufzen ungehemmter wurde. Gleichzeitig küsste er ihren Hals, knabberte gelegentlich daran und sorgte dafür, dass diese Hautstellen sich dunkel verfärbten. Das Verlangen nach ihm steigerte sich mit jeder weiteren Berührung und sie spürte seine erregte Männlichkeit hinter sich.
Lustvoll stöhnte sie auf, als eine Hand zwischen ihren Beinen verschwand und seine Finger über ihre heiße Mitte strichen. Ihre Atmung wurde schneller und zeitgleich wurden seine Handlungen fordernder. Mit der freien Hand nahm er ihr Kinn und drehte sie für einen leidenschaftlichen Kuss zu sich. Keuchend warf Maron ihren Kopf nach hinten, gegen seine Schulter. Laut stöhnend erreichte sie dann ihren Höhepunkt, während Chiaki sie festhielt.
Sie keuchte und schnappte atemlos nach Luft, während er seinen und ihren Körper so verlagerte, dass sie beide auf der Seite lagen, unter dem Gewirr seiner Decken. Ihr Rücken war immer noch an seine Brust gepresst und er verstärke seinen Griff um sie. Seine Lippen befanden sich auf ihrer Schulter und ihrer Halsbeuge, lenkten sie ab, während eine Hand ihren Oberschenkel hob und er von hinten in sie hineinglitt.
Maron stöhnte vor Lust, als sie spürte, wie tief er in ihr war und er begann sich in einem stetigen Tempo zu bewegen. Eine Hand von ihm war wieder auf ihrem Bauch und streichelte sie sanft auf und ab, während die andere auf ihrem Oberkörper sich befand und sie festhielt. Sie kniff sich ihre Augen zusammen und ließ sich mit ihm fallen.
Beide ließen von ihren tiefsten Gefühlen leiten und wurden die ganze Nacht über immer wieder eins.
Die Sonne spähte geradeso über Momokuri’s Skyline und hüllte die Atmosphäre in ein trübes grau-rosa, als sie erschöpft im Bett lagen. Arm in Arm in vertrauter Zweisamkeit, während die Decken kreuz und quer um sie herum verteilt waren.
„Danke, Maron“, durchbrach Chiaki die Ruhe.
Überrascht blickte Maron zu ihm auf. „Hm?“
„Du machst mich so glücklich“, sagte er nach einigen langen Momenten und ihr Herz machte einen freudigen Sprung.
Er verstummte und drückte sie wieder. Mehr brauchte er nicht mehr zu sagen. Seine Worte füllten ihr Herz mit so viel Liebe und Glück, dass es für alle Lebenszeiten ausreichte.  
Kurze Zeit später war Chiaki eingeschlafen, schlummerte still an ihrer Seite, die Arme immer noch eng um sie geschlungen. Maron, die ihren Kopf auf seinen Arm hatte, beobachtete für einen letzten Augenblick sein friedliches Gesicht, betrachtete ein letztes Mal seine feinen Züge, bevor sie müde ihre Augen schloss. Sie kuschelte sich dicht an ihn. Ihre Hand setzte sich auf ihrem Bauch ab, wo auch seine Hand sich befand.
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