Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Tag der Entscheidung

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
26.05.2021
22.07.2021
10
15.544
10
Alle Kapitel
31 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
22.07.2021 2.270
 
Den letzten Sonnenstrahlen der Abendstunde entgegen streitend, horchte Arthur tief in sich hinein, um das lenkende Ziehen zu spüren, was ihn zu Lady Freya führen würde. Es war weder unangenehm, noch schmerzhaft, aber dafür bestimmt und genau.

Leon und Percival waren sich nicht sicher wie sie auf Arthurs Führungsqualitäten reagieren sollen. Er konnte ihnen nicht sagen wohin sie gingen, weil er es selbst nicht wusste. Er konnte ihnen nicht sagen zu wem, weil er als König von Camelot nicht mit solchen Leuten gesehen werden konnte. Und er konnte ihnen auch nicht sagen warum. Aber wenn sie ein Problem damit hatten, sagten sie nichts.

Aber Leon sagte generell nichts. Er war erst vor kurzem zu Arthur und Percival gestoßen. Mit aufgeschrammten Armen, zerzausten Haaren und einem blauen Auge. Arthur hatte versucht zu fragen, was passiert war, aber er hatte verbittert geschwiegen. Vielleicht war er noch sauer wegen dem Pudel? Und was mit Erik war, konnten Arthur und Percival auch nicht rausfinden.

Plötzlich wurde es mit einem Schlag Dunkel. Wo eben noch die Sonne schien, herrschte nun tiefe Finsternis. Die Sonne wäre eigentlich erst in etwa einer Stunde unter gegangen. Da konnte nur Magie mitspielen.

Arthur ertappt sich bei dem Gedanken, dass er es faszinierend fand solche Macht zu beobachten. Dann lösten sich die Sterne vom Nachthimmel und sammelten sich an einem Punkt weit vor ihnen. Dort lag irgendwo auch der See von Lady Freya.

“Das Suchen wir!”, präsentierte er seinen Kameraden und deutete nach vorne. “Wir suchen nach etwas was wir noch nie zuvor gesehen haben. Emrys.”

Damit näherten sie sich immer weiter dem Zentrum der Sterne.






Atemlos beobachtete Gwaine, wie die Sterne um seinen besten Freund und dessen Freundin tanzten. So etwas hatte er noch nie zuvor gesehen.

Merlin musste einer der mächtigsten Magier der Welt sein, wenn er das bewerkstelligen konnte.

Fasziniert beobachtete er, wie sie ihren Tanz beendeten und so leise miteinander sprachen, dass Gwaine nicht ein Wort erahnen konnte.

Er beugte sich so weit vor, dass er fast zwischen den Felsen hervorgefallen wäre, aber ihm entgegen kam nur Toten Stille.
Sein Pferd scharrte hinter ihm mit den Hufen. "Psst. Ich will hören, was sie sagen!" Als ob das noch einen Unterschied gemacht hätte.

Gebannt beobachtete er, wie sich die beiden immer näher kamen, nur um sich dann doch nicht zu küssen. Enttäuscht schlug sich Gwaine die Hand vor die Stirn. "Was machst du denn? Schnapp sie dir!"

Das Pferd schnaubte zustimmend. "Genau meine Rede, Pferd. Er liebt sie doch und sie liebt ihn. Wo ist das Problem?", entfuhr es ihm.

Sie kamen sich noch ein winziges Stückchen näher. "Ja, ja, jetzt.", hauchte Gwaine und sein Herz klopfte, als wäre es SEIN erster Kuss.

Merlin und Freya fuhren auseinander. Ohne Kuss. "Nein! Was machst du denn!", schrie Gwaine so leise wie möglich um das Paar nicht zu stören.

Als sie sich noch etwas entfernten, hielt Gwaine es nicht mehr aus und zog sich vor Spannung an den Haaren.

Irgendwann musste es doch mal funktionieren. Aber scheinbar waren sie in irgendein langweiliges Gespräch verwickelt, dass wohl beiden nicht recht gefiel. "Wenn sie nicht mit dem Gesprächsthema zufrieden sind, sollen sie es doch wechseln, oder Pferd?", fluchte er.

Das Pferd schnaubte und wandte der Szene den Hintern zu. Verstimmt ließ sich Gwaine auf den Eigenen fallen. "So schlecht ist es auch wieder nicht!"

Endlich kamen sie sich wieder ein wenig näher und näher und näher. Vor Vorfreude biss sich Gwaine auf seine Finger. Er fürchtete sonst wie ein Mädchen quieken zu müssen. Sein Freund würde endlich zum Mann werden.

Aber dort standen sie nur. Ganz nah, aber ohne dieses wichtige Detail. "Das kann doch nicht euer Ernst sein.", seufzte Gwaine schon fast erschöpft.

Das Pferd scharrte mit seinen Hufen. "Die machen einen echt fertig! Was meinst du Pferd?", fragte Gwaine. Sein Begleiter hob nur den Schweif und entleerte sein Mittagessen durch den Hinterausgang.

"Danke, das habe ich jetzt auch verstanden.", grummelte Gwaine. Zum Glück musste er nicht so nah daneben sitzen.

Als Freya und Merlin weiterhin so nah redeten, wandte sich Gwaine zu dem Pferd. "Jetzt sind es nur noch wir zwei. Da wird es schon persönlich! Da sollte ich dich nicht immer nur Pferd nennen. Das ist unprofessionell." Grübelnd beobachtete er das braune Tier, welches versuchte zwischen den Felsspalten nach nicht vorhandenem Gras zu suchen.

" Ich Habs! Ich nenne dich von nun an Pferdinand! " Pferdinand suchte desinteressiert weiter. Gwaine zog eine Augenbrauen hoch.

" Wenn du keinen Einspruch erhebst, steht der Name!"

Er drehte sich grade im richtigen Moment um, um zu sehen, wie Merlin Freya zu sich in einen innigen Kuss zog. Anerkennend Pfiff Gwaine, als sie diese Position hielten.

Dann erstarb das Pfeifen. "Jetzt ist aber auch mal gut." Er drehte sich zu Pferdinand und zeigte hinter sich. "Man könnte meinen die fressen sich auf!"

Dann brach Merlin plötzlich ins Wasser ein. Entsetzt wollte er aufspringen und Merlin folgen, als er am Rand der Lichtung eine Bewegung ausmachte, die ihn innehalten ließ.

Bald stolperte Arthur aus dem nächsten Busch, gefolgt von Percival und einem sehr schlecht aussehenden Leon. Was war denn mit dem passiert? Arthur deutete seinen Kameraden stehen zu bleiben und Schritt zum See.

Schnell drückte Gwaine sich tiefer zwischen die Felsen. Er durfte nicht gesehen werden.

"Arthur Pendragon", grüßte Freya. Diesmal kam sie nicht al in die Nähe des Ufers, doch ihre Stimme hallte klar über den See.

Arthur blieb direkt neben der Felsengruppe stehen und verneugte sich leicht. "Lady Freya."

Er räusperte sich, bevor er weitersprach. "Ihr wolltet mit mir sprechen." Ihre Stimme klang so kalt, dass Arthur ein Schauer über den Rücken lief:"Ihr seid zu spät."

"Ich kam so schnell, wie ich konnte." War Arthur etwa nervös? Nein. Das war Arthur von dem er hier sprach. Der kannte dieses Wort nicht.

"Das reicht nicht. Ich wollte euch warnen, aber es ist schon geschehen." Gwaine runzelte die Stirn.

"Wovon redet ihr?", fragte Arthur. Freya stand auf dem See wie eine Statur. "Euer Diener, Merlin. Er ist tot." Wie geschlagen fuhr Arthur zurück.

Gwaine hockte nur zwischen den Felsen und zog eine Grimasse. Warum sagte sie ihm das? Merlin war doch eben noch ganz klar da gewesen. Was hätte sie davon Arthur eine Lüge zu erzählen, die bald sowieso herauskommen würde. Spätestens in Camelot.

"Was? Wie?" Arthur klang seltsam schwach. Freya hob die Hand und unterbrach ihn effektiv. “Nur ein Pfeil hat es gebraucht um einen Mann zu töten. Nur einen Schwerthieb bei mir. Und damit Camelot fällt braucht es nur eine Entscheidung von der richtigen Person. So viele Schicksale. Merlins Schicksal ist zuende. Emrys lebt weiter. Und er wird Camelot schützen für den einstigen und künftigen König.”

Hatte sie grade angedeutet, dass Merlin Emrys ist? Wieso bemerkte das Arthur nicht. Langsam kam sich Gwaine etwas dumm vor.

“Wem dient Emrys? Wer ist dieser einstige und künftige König?”, fragte Arthur. Gwaine konnte in seinen Augen lesen, dass er versuchte um Beherrschung ringend Merlin aus seinen Gedanken zu verscheuchen. Ein guter Schauspieler war er jedoch nicht.

“Ihr seid der einstige und künftige König, Arthur Pendragon. Das Schicksal hat sich in den letzten zwei Tagen umgedreht und gewandt. Eure Zukunft ist ungewiss.” Freya klang ein wenig traurig, als sie das sagte.

“Wie meint ihr das?”, fragte Arthur der zunehmender immer verwirrter wurde. Langsam Schritt Freya zum Ufer des Sees, während die Nacht langsam in ein grau wechselte.

“Arthur, egal was passiert ist, immer wurdet ihr auf den Weg geleitet, den das Schicksal für dich vorgesehen hatte. Aber Merlins Schicksal ist mit deinem verbunden. Wenn sich eine Sache ändert, ändert sich alles.”

Arthur senkte den Kopf. “Ohne Merlin ist immer alles anders. Er ist der Grund weswegen Camelot noch steht. Weil er mich nie aufgegeben hat.”

Freya wischte sich eine Träne fort. “Eines Tages werdet ihr verstehen, was er alles für euch getan hat.” Jetzt sah Arthur doch auf. “Was wisst ihr, das ich nicht weiß?”

Freya kam noch ein wenig näher, sodass ihre Füße nur um Haaresbreite das Trockene verfehlten. “Er ist euch sehr loyal. Ich kenne keinen wie ihn. Hättet ihr für euren besten Freund eure Zukunft aufgegeben?”

Das war der Moment auf den Gwaine gewartet hatte. Arthur würde von Merlins Beziehung erfahren. Nur zu gerne hätte er ihm etwas um die Ohren geschlagen für dieses tragische Ende.

“Merlin hat seine Zukunft aufgegeben? Eine Frau?”, flüsterte Arthur bestürzt. Freya schüttelte den Kopf. “Nicht eine Frau.” Gwaine sah Arthur erleichtert aufseufzen. “Zwei Frauen.” Und zurück waren alle Schuldgefühle.

Gwaine runzelte die Stirn. Merlin hatte nur von einer erzählt. Und das war Freya. Gab es noch jemanden? Er würde Merlin danach fragen müssen, wenn die Gelegenheit günstig ist.

Freya musterte Arthurs zerknirschtes Gesicht im Dunkeln. “Ich war eine dieser Frauen.” Arthur Kopf schoss nach oben. Ungläubig hatte er die Augen aufgerissen.

“Merlin und die Herrin des Sees?”, fragte er. Lächelnd schüttelte sie den Kopf. “Damals war ich noch am Leben. Damals waren wir nur Merlin und Freya.”

Arthur runzelte die Stirn. “Was ist passiert?” Zögerlich streckte Freya eine Hand über die Ufergrenze hinaus. Gwaines Blut rauschte in seinen Adern, als sich ihre Hand von den Fingern bis zum Ellenbogen in eine große Schwarze Katzenpranke mit scharfen Klauen verwandelte. Nach Luft schnappend fuhr Arthur zurück.

“Durch einen Fluch war ich dazu gezwungen mich jede Nacht in eine geflügelte Katze zu verwandeln und Morde zu begehen. Ich konnte es nicht kontrollieren. Merlin hat mich damals aus einem Käfig befreit und mich in Camelot versteckt.”

Arthur kam diese Geschichte furchtbar bekannt vor. Zumindest der Teil von einem entfloheben Mädchen und der Katze. “Der Bastet.”, hauchte er. “Das warst du?”
“Merlin sah mich, Mein wirkliches Ich hinter dem Monster. Ich weiß dank ihm wie es sich anfühlt geliebt zu werden.” Gwaine meinte etwas grünes um Arthurs Nasenspitze zu sehen, aber es hätte auch am Licht liegen können.

Freya musterte ihn und zog die menschliche Hand zurück. “Du weißt, wer den Bastet getötet hat.” Jetzt war sich Gwaine sicher, er hatte sich das Grün nicht eingebildet.

“Bitte sagt mir, dass Merlin es nicht weiß.” “Er hat es gesehen, Arthur.” Gwaine schloss die Augen. Auch wenn Arthur dies verdiente, tat er ihn doch Leid.

“Warum hat er nie nach Rache gesucht?”, fragte Arthur schwach. “Weil er euch nie beschuldigt hat.” Um Fassung bemüht rang Arthur Die Hände. “Wie bist du zur Herrin des Sees geworden?”, fragte er schließlich.

“Merlin hat mich bis hierher getragen. Die Shide haben mir dieses Angebot gemacht, um das Schicksal aufrecht zu erhalten.” Arthur würgte trocken und hielt sich die Hand vor den Mund, als er sich vorbeugte. Gwaine konnte verstehen, was in ihm vorging.

“Und der Fluch?” Freya schien auch langsam Mitleid mit Arthur zu haben. “Teilweise aufgehoben. Ich verwandelt mich, wenn ich den See verlasse, aber zumindest habe ich Kontrolle über das was ich tue.”

Der erste Sonnenstrahl brach über den See. Freya sah sich nach der Sonne um. “Geht jetzt, Arthur Pendragon. Ich rate, euch von Morgana fern zu halten.”

“Das werde ich, Lady Freya.” Damit verbeugt er sich kurz und machte sich auf den Weg zu seinen Rittern.

“Merlin hat seinem besten Freund nicht nur verzeihen die Liebe seines Lebens getötet zu haben, sondern musste auch noch seine Zweite für ihn selbst zerstören.” Gwaine schnappte nach Luft. Arthur drehte sich so schnell um, dass Gwaine meinte sein Genick knacken zu hören.

“Was?” Freya verengt die Augen. “Geh jetzt.” Bestimmt schüttelte Arthur den Kopf. “Nicht bevor ihr mir sagt, worum es hier geht.”

“Geht!”, fauchte Freya und mit einem Sprung stand eine riesige schwarze Katze mit noch größeren Flügeln über Arthur und bleckte die Zähne.

Mit einem kleinen Straucheln kam er auf die Beine und jagte den Hang hinauf zu seinen Rittern. Freya blickte ihnen noch ein wenig nach, bevor sie sich setzte wie eine Liebe Hauakatze und sich mit der Zunge über Pfote fuhr.

“Du wirst Merlin nicht auf die andere Frau ansprechen. Er hat schon genug um die Ohren.”, fauchte der Bastet. Hilfreich schüttelte Gwaine den Kopf. “Sicher nicht.”

Etwas angespannt nahm er war, dass sie seine Anwesenheit wohl die ganze Zeit gespürt haben musste. Ihre durchdingenden Augen wanderten zu ihm. “Sie zu töten war die schwerste Entscheidung, die er jemals treffen musste.”

Gleißend hell erhob sich die Sonne über dem See. “Verspricht mir dich um ihn zu kümmern.”, hauchte sie. “Ich verspreche es. Er ist mein einziger Freund.” Sie blinzelte. “Das glaube ich.”

Mit einem gewaltigen Satz verschwand sie im sich spiegelnden Wasser. In dem Moment brach Merlins Kopf nah am Ufer schwer atmend aus dem Wasser.

Schnell sprang Gwaine vor und zog seinen Freund an Land. Seine Haare tropften Wasser in seine Augen, sodass er einige Zeit nur orientierungslos vor sich hin hustete.

“Du wirst nie glauben, was Freya mmjr erzählt hat.”, keuchte er. Mit seinen goldenen Augen sah er auf einmal so verletzlich aus. Und da entschied Gwaine, dass er nichts von dem was er gesehen oder gehört hatte jemals Merlin erzählen würde.

Traurig aber lächelnd fragte er: “Was denn? Weiß sie was wir mit deinen Augen machen sollen?” Und Merlin erzählte und Gwaine fühlte sich schrecklicher als jemals zuvor.

Er wollte diese Prophezeiung endlich kennen und seinem Freund helfen können. Aber wie hilft man einem Toten, der keine Ruhe findet?





Hey...
Da bin ich wieder...
Wenn es euch gefällt, lasst doch ein Review da...
Und seid mir nicht böse, dass ich geschrieben habe, dass Merlin Gwaines einziger Freund ist.
LG
Mystery Smaragd
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast