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Nachtgeheimnisse

GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
26.05.2021
17.11.2021
23
61.749
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22.08.2021 2.549
 
Sein Leben war kurz davor, sich zu ändern – diese Erkenntnis beschlich ihn, als Lenny das Haus seiner Mutter verließ. Bald würden die Geheimnisse des Rechtsanwalts gelüftet, und mit ihnen die seines Vaters. Seine Ehe lag in Trümmern. Und er hatte ein Date mit einem Mann.

Lenny brauchte sich nicht darüber hinwegzutäuschen, dass seine Einladung zum Essen nichts Anderes als ein erstes Date mit Tom war. Nachdem er die Reservierung im hochpreisigen Restaurant Francucci gemacht hatte, fuhr Lenny in Richtung Charlottenburg los. Nun stand dem Treffen mit Tom kein Hindernis mehr entgegen. Sogleich kribbelte es in seinem Magen, als bestünde seine Nervosität aus blubberndem Champagner.

In der Nähe vom Brandenburger Tor zog er sein Handy hervor und rief Tom an. An der Ampel musste er sich gedulden, während einzelne Passanten den Kopf nach seinem Wagen drehten. Tom nahm den Anruf nicht an. Bei der nächsten Ampel versuchte Lenny es erneut. Die Uhr auf dem Armaturenbrett zeigte 19:37. Sie zeigte 19:43, als Lenny zum dritten Mal die Nummer wählte.

Mit jeder ausbleibenden Antwort verlor seine Welt an Wärme. Wie gierige Tiere schnappten seine Sorgen nach ihm.

Sein Vater war seit Wochen tot und er selber noch nicht imstande, in die Rolle des Familienoberhaupts zu schlüpfen. Wie denn? Es war die Rolle desjenigen, der den Reichtum der Familie vermutlich durch ein Verbrechen errichtet und durch Lügen aufrechterhalten hatte. Die Ungewissheit über Richards Machenschaften peinigte Lenny, vor der Gewissheit fürchtete er sich.

Der Streit mit seiner Frau kam ihm in den Sinn. Gegen eine Scheidung wäre er noch schlechter ausgerüstet gewesen. Und doch hatte er sich selber vom Familienhaus ausgeschlossen. Monika, er und Ronnie – alle übernachteten heute zum ersten Mal getrennt.

Geht weg!, befahl er seinen Gedanken. Noch einen Augenblick alles vergessen. Noch eine Stunde, einen Abend Unterschlupf vor seinen Ängsten bei dem Geliebten nehmen. Er gab Gas.



Mit dem Blick durchforstete Lenny die dunklen Fenster in der Halmstraße. Er stieg aus. Die Klingel zu betätigen brachte genauso wenig wie seine Anrufe. Trostlos stand er am Eingang des Hauses, von dem er keinen Schlüssel besaß und das nicht nur seinen Koffer, sondern auch sein Herz beherbergte.

Tom, wo bist du?

Alles blieb stumm.

Es war einer der seltenen Momente in Lennys Leben, in denen seine Intuition sich meldete. Sie flüsterte ihm, dass Tom etwas zugestoßen sei. „Scheiße“, murmelte er mit dem Handy am Ohr. „Wenn du auch diesmal nicht antwortest, gehe ich auf die Suche.“

Doch kaum hatte der dumpfe Ton des Anrufs eingesetzt, wurde er gleich wieder unterbrochen.

„Lenny! Gut, dass du anrufst.“ Toms Stimme klang gehetzt, als wäre er in Bewegung.

„Gut, dass du meinen fünften Anruf annimmst. Ich habe mir Sorgen gemacht. Wo bist du?“

„Ja, ich … Warte kurz. Viktoriastraße. Irgendwo in Steglitz. Kannst du mich abholen?“

„Steglitz? Was hast du da zu suchen?“

Eine Pause folgte. „Lenny, ich hatte ein spontanes Treffen mit dem BND. Sie haben mich gerade laufen lassen. Und ich weiß jetzt nicht genau, wo ich hin soll.“

„BND? Scheiße. Pass mal auf. Du bist in Lichterfelde, nicht weit von der S-Bahn. Gleich erreichst du den Botanischen Garten. Den Bahnhof, meine ich. Und dort wartest du …“ Ein Rauschen, ein Knistern, eine entfernte Stimme, dann hörte Lenny nichts mehr. „Hallo, Tom? Tom, bist du in Gefahr?“

„Da bin ich wieder. Ich hab ein Taxi genommen. Wo muss ich hin?“ Seine Stimme klang immer noch, als wäre er etwas durcheinander.

Lenny atmete auf. „Ich habe für uns einen Tisch im Restaurant Francucci am Ku’damm reserviert. Gegenüber der Schaubühne. Kennst du das?“ Er hörte, wie Tom mit dem Taxifahrer redete. „Ich mache mich auf den Weg. Bis gleich!“

„Ja. Bis gleich.“

„Mannomann.“ Lenny stieg kopfschüttelnd in den Wagen. „Ein Treffen mit dem BND. Ich hab dich gewarnt, mein Freund.“



Ein Zweiertisch am Fenster in einem italienischen Restaurant, mit einer Kerze in der Mitte und Blick auf den beleuchteten Ku’damm. Wenn das keine gute Szenerie für einen romantischen Abend ist, dann bin ich Angela Merkel, dachte Lenny. Er war als Erster angekommen. Mit dem Kellner wechselte er ein paar Worte auf Italienisch.

Nachdenklich blätterte er die Speisekarte durch. Dass Tom in der Stimmung für ein Date war, ja überhaupt dieses Treffen als Date verstehen würde, schien ihm im Angesicht des Vorfalls mit dem Geheimdienst fraglich.

Eine leichte Irritation beschlich Lenny. Was ist das für eine Musik? Rock-Balladen hätte er in diesem Restaurant nicht erwartet. Wobei er sich eingestehen musste, dass er an diesem Abend ungern die zu Tode gespielten Oldies oder minutenlange Saxophon-Soli gehört hätte. Trotz ihres romantischen Potentials.

„Entschuldigung! Was hören wir gerade? Mit Rock kenne ich mich ein wenig aus, aber die Stimme erkenne ich nicht.“

Der Kellner konnte ihm nicht auf der Stelle antworten. Minuten später kam er mit der Information zurück: Die Band hieße Dare und der Song, den sie gerade hörten, Calm Before the Storm.

„Danke.“ Lenny lächelte den Mann an.

Calm After the Storm wäre für Toms Situation passender gewesen, fand er. Er lehnte sich zurück und unterdrückte den Impuls, alle drei Sekunden auf die Uhr zu schauen. Stattdessen widmete er seine Aufmerksamkeit den Lokalbesuchern. Es war ungewöhnlich ruhig für einen Samstagabend. Eine Familie mit zwei Kindern, ein paar gut gelaunte Studenten, zwei Freundinnen, ein Liebespaar und mehrere Personen mittleren Alters im Gespräch, die dem Aussehen nach sehr wohl die nächste Theaterpremiere besprechen könnten.

Als Nächster geriet Tom selbst in sein Sichtfeld. Er war gerade hereingekommen und sah sich um. Mit seinen unruhigen Schritten und dem fieberhaften Blick tanzte er in diesem Ambiente aus der Reihe.

Lenny gab ihm ein Zeichen mit der Hand. Einen Augenblick später hielt er ihn schon in einer Umarmung fest. „Da bist du endlich.“

Schweigend umarmte Tom ihn zurück. Ob vor Kälte oder wegen der Anspannung der letzten Stunden zitterte sein Körper. Er machte nicht den Eindruck, sich aus der Umarmung bald lösen zu wollen.

Mit der Hand berührte Lenny ihm das Haar. Kühl an der Oberfläche, fühlte es sich angenehm warm am Nacken an. Es verbreitete einen leichten Zitronenduft. „Komm, mein Lieber. Erzähl mir, was passiert ist. Was wollte der BND von dir?“

„Na, was wohl“, brummte Tom. Er setzte sich und nahm die Speisekarte in die Hand. Er blätterte hin und her, als wollte er sich überzeugen, dass da nichts Interessantes stand.

„Wie ist der BND auf dich gekommen? Durch Naßwetter?“

„Weiß ich nicht, Naßwetter war gar nicht da. Möglich wäre es aber. Sie kennen ihn.“

„Haben sie dich angerufen? Wie ist dieses spontane Treffen zustande gekommen?“ Nun, dass Tom vor ihm saß und außer Gefahr war, konnte Lenny seine Neugier kaum bändigen.

Tom hob den Blick. „Wie, angerufen? Dieser Geheimdienstler, Greif, hat mich abholen lassen. Mit so einem finsteren Riesenauto. Ich habe mir fast in die Hose gemacht, als ich das Ding da auf meiner Straße sah. Nicht lustig.“

„Wollen Sie bestellen?“, fragte der Kellner.

„Ähm – ja, gleich“, meinte Lenny. „Also, ich weiß schon, was ich will. Und du?“

Mit einem überforderten Kopfschütteln ließ Tom die Speisekarte auf den Tisch fallen. „Ich nehme, was du nimmst.“

„Zweimal Spaghettini all’imperiale“, bestellte Lenny. „Und eine Flasche Chardonnay. Danke.“

„Dafür war dieser Wagen der reine Luxus, so mit weichem Teppich an den Füßen und gegenläufigen Türen“, erzählte Tom, als hätte man ihn gar nicht unterbrochen. „Echt viel Platz drinnen. Die Typen haben Humor, weißt du? Sie geben ihren Autos komische Namen. Das da nannten sie das Phantom. Stell dir vor. Wobei ich eigentlich sagen muss: Das passt wie die Faust aufs Auge.“

Für Lenny war der Wagen von weniger Bedeutung als das Treffen. Er suchte nach einer Gelegenheit, Tom ins Wort zu fallen, bis der Name im Raum fiel. „Phantom? Meinst du vielleicht phantom?“

„Nein, wieso?“ Tom sah ihn verwundert an. „Der Typ hat das Phantom gesagt, da bin ich mir ganz sicher.“

Hastig googlete Lenny auf seinem Handy. Dann drehte er das Gerät und stellte es auf den Tisch. „Ist das vielleicht der Wagen?“

Toms Blick wanderte mit einem Ausdruck der Verwunderung vom Bildschirm zu ihm. „Genau das!“

„Mich laust der Affe! Das ist ein Rolls Royce Phantom VII, mit dem du gefahren bist. So heißt der Wagen, das ist kein Spitzname. Tom, bist du irgendein Star und ich weiß es nicht? Wieso wirst du mit einem Rolls Royce abgeholt?“

„Ist doch egal, das war nicht für mich, das ist Greifs Wagen. Sag mal, bist du etwa neidisch? Sag Bescheid, ich kann dir auf der Stelle ein Ticket besorgen. Es ist ganz einfach. Ich lasse Greif wissen, dass du von der Botschaft weißt. Und nächstes Mal hast du das Vergnügen.“

„Oh, sehr nettes Angebot.“ Lenny nickte ironisch. „Es ging also um die Botschaft?“

„Um was denn sonst. Wohl nicht um meinen Star-Status. Obwohl sie mir den Eindruck gemacht haben, dass sie mich verdammt gut kennen, wenn du verstehst, was ich meine.“

„Na ja. Wer kann schon sagen, was der Geheimdienst über mich weiß.“

Mit einer Kopfdrehung, als wäre es ihm peinlich, gab Tom zu: „Dass deine Frau eine Affäre mit Naßwetter hat, weiß er nun auch.“

„Was?“

„Aber das interessiert den BND nicht. Ich musste am Anfang so tun, als wäre ich deswegen im Club gewesen, also, wegen deines Auftrags. Als hätte ich mit der Botschaft nichts zu tun.“

Sie bekamen zwei große Portionen Spaghetti, bei deren Anblick Toms Magen rumorte. Kaum war der Kellner weg, machte er sich an das Essen.

Ein Lächeln flog über Lennys Gesicht. „Neben mir muss keiner an Hunger sterben. Ich wusste, dass es dir schmecken wird.“ Er hob das Glas. „Stoßen wir, noch bevor du die ganze Portion runterschluckst.“

Tom nickte. Er schlang noch einen üppigen Bissen herunter, bevor er den Blick und das Glas hob.

„Auf uns“, sagte Lenny. Sein Hals fühlte sich trocken an, als er Tom in die Augen schaute. „Und auf den Abend, der uns bevorsteht. Prost!“

Als hätte er die Spaghetti mit einem Schlag vergessen, warf Tom ihm einen wachen Blick zu. Nach einer für sein Gegenüber unerträglich langen Pause lächelte er schief. „Du meinst wohl die Nacht. Prost!“

Der leise Ton klang süßer als Musik in Lennys Ohr. Außerdem flimmerten Toms Augen wie damals nach ihrem ersten Kuss. Das war nichts Anderes als ein Ja gewesen. Errötend blickte Lenny zur Seite. Verdammt, der Weg war frei und gerade jetzt musste er Schiss haben. Was sage ich nun?

In der Zwischenzeit wurde das Lokal belebt. Fast alle Plätze waren besetzt und das Getöse nahm zu. Nur am Tisch vor Lenny, Rücken an Rücken mit Tom, saß in vollkommener Stille ein Typ mit langen Haaren und Rockerjacke.

„Was ist jetzt, erzähle ich weiter oder hast du einen anderen Vorschlag?“, fragte Tom. Er saß gebeugt über seiner Portion, das Besteck in der Hand.

„Entschuldige. Ja, ähm … Eigentlich habe ich noch Fragen zum Treffen.“ Und mit einem Wort bringst du die Romantik auf den Hund, warf er sich vor.

„Sicher. Frag mal.“

„Wenn der BND die Botschaft haben wollte und wusste, dass du sie abgefangen hattest, wie bist du heil davongekommen?“

„Na, du hast mir geholfen.“ Tom zeigte mit der Gabel in seine Richtung.

„Ich? Wieso?“

„Weil du mich gezwungen hast, den Zettel zu zerreißen. So konnte ich Greif ganz ehrlich sagen, was ich mit dem Zettel gemacht habe und wo er die Stücke finden kann. Der BND kann ruhig meine Wohnung durchsuchen.“

Lenny merkte, wie schnell Tom das erste Glas Wein geleert hatte. Er füllte es wieder. „Und sie haben dir einfach geglaubt?“

„Was hätten sie sonst tun können? Vielleicht sind sie jetzt, während wir sprechen, in meiner Wohnung. Mir ist das egal. Nein, es freut mich sogar, wenn sie diese Papierstücke finden. Dann sehen sie, dass ich die Wahrheit gesagt habe.“

„Jetzt mal langsam, Tom. Vor ein paar Stunden war dir diese Botschaft alles Andere als egal, sie lag auf deinem Tisch. Dann zerreißt du den Zettel unter meinen Augen und später behauptest du, dass dir eine Durchsuchung deiner Wohnung egal ist? Woher kommt der Sinneswandel? Was enthältst du mir vor?“

„Das kannst du doch selber erraten“, murmelte Tom nach einem Zögern.

„Du hast die Botschaft noch, stimmt’s? Sie ist aber nicht in deiner Wohnung.“

„Bisher liegst du richtig. Und weiter?“

„Sie ist in der Detektei.“

„Nee, falsch.“

„Auf deinem Computer? Nein, warte mal.“ Lenny schnippte mit den Fingern. „Auf deinem Handy. Haben sie dein Handy nicht untersucht?“

„Lenny. Würdest du eine solche Botschaft auf deinem Handy speichern, das du bei jeder Sicherheitskontrolle abgeben musst? Das ist ein Gerät, das die gespeicherten Sachen nicht endgültig löscht.“

„Ja, du hast recht. Dann … bei jemandem? Aber du kennst nicht viele Leute in Berlin. Hast du sie irgendwo begraben? OK, blöde Frage, ich sehe schon. Gut, ich gebe auf. Wo hast du sie versteckt?“

Tom verdrehte die Augen. „Ich hab sie mir gemerkt, du Intelligenzbolzen!“

Lenny starrte ihn an. Die Irritation stieg ihm in den Hals und formte ein Knäuel, das ihn am Schlucken verhinderte. Er kniff die Augen zusammen. „Der einzige Ort also, wo diese Botschaft noch existiert, ist dieser hübsche Kopf? Das willst du mir sagen?“

„So ungefähr. Das Adjektiv hast du hinzugefügt.“ Tom lächelte zufrieden. „Außerdem hast du mich inspiriert.“

„Dass ich nicht lache!“, rief Lenny mit einem Schnauben aus.

„So ist es aber. Du hast gestern immer gesagt: wegschmeißen und vergessen. Da dachte ich: So was kannst du doch nicht befehlen. Zu meinem Gedächtnis hast du keinen Zugang. So bin ich auf die Idee gekommen.“ Tom kippte das zweite Glas herunter.

„Ach, Gedächtnis. Nichts bleibt lange im Gedächtnis. Was du heute erlebst, weißt du nächstes Jahr vielleicht nicht mehr. Oder vielleicht erinnerst du dich ganz anders daran. Das ist das Unzuverlässigste überhaupt, was es gibt. Außerdem hast du von dem Gekritzel da auf dem Zettel nur Bahnhof verstanden. Wie sollst du dir das alles gemerkt haben?“

„Mensch, Lenny. Ich bin Schauspieler!“

Richtig. Klar. Das hatte Lenny vergessen. Apropos Gedächtnis. „Bedienung!“, rief er, ohne seinen Blick von Tom abzuwenden. „Noch ein Chardonnay, bitte. Wir haben hier etwas zu feiern.“

Den letzten Satz hatte sein Gegenüber zwar nicht im feierlichen Ton ausgesprochen, aber Toms Gesicht erhellte sich. „Wirklich? Und was feiern wir?“

„Dass du dich für schlauer als uns alle hältst. Und möglicherweise auch bist.“

Aber da gibt es doch einen Zugang zu deinem hübschen Speicher, den du übersehen hast, mein Lieber. Lenny füllte sein Glas und grinste ihn dabei an.

„Darum geht’s doch nicht“, meinte Tom. „Man muss eigene Methoden entwickeln, wenn man mit solchen Typen zu tun hat. Mit mysteriösen Angelegenheiten wie dieser. Ich sehe das so: Jeder hat seine Stärken. Der Eine hat schrecklich viel Geld, der Andere Beziehungen oder eine unterstützende Familie. Ein Anderer wiederum eine Position, die ihm erlaubt, leicht Informationen zu verschaffen. Was hab ich? Nur mich selber. Diesen Körper, meine Intuition, mein Gedächtnis. Ich muss mich darauf verlassen, ob ich es will oder nicht. Verstehst du?“

„Ja, aber damit machst du dich noch angreifbarer. Tom, das gefällt mir nicht. Weder, dass du mich zweimal hintergangen hast, noch, dass du diese verdammte Botschaft nicht loswerden willst! Ach, wechseln wir das Thema. Über diese Sache werden wir uns nie einigen.“

„OK, aber du hattest Fragen. Darf ich auch Fragen haben?“

Lenny lud ihn mit einer Handbewegung ein. „Bitte!“ Er rechnete mit einem Gegenangriff. Ein paar Augenblicke vergingen in Schweigen, wobei der Blickkontakt weiterhin bestand. Lenny trank einen Schluck Wein.

„Wer außer mir weiß noch, dass du eigentlich schwul bist?“, fragte Tom.
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