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Prison

von TsuTsu
OneshotSchmerz/Trost / P16 / Gen
Chuya Nakahara OC (Own Character) Osamu Dazai
26.05.2021
26.05.2021
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1.443
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Trigger Warning: Die Geschichte beinhaltet einen ausgeschrieben, fast geglückten Suizide von Dazai und seine (depressiven) Gedanken. Wenn jemand damit ein Problem hat oder selbst über Suizide nachdenkt, sollte er die Geschichte besser nicht lesen und mit Freunden/Verwanden/Telefonsorge(0800-1110111)/Psychiater/Fandom-Mitglieder über seine Gedanken sprechen.
Schließlich wird Bsd gerade erst richtig spannend (im Manga) und wer den Manga nicht gelesen hat, kann das ja machen und über mache Witze lachen, die im Anime leider nicht vorkamen.

Wenn sich jemand für japanisches Recht interessiert, ich habe mich über diesen Link zu Dazais Situation informiert, so wird die Geschichte vielleicht auch logischer.

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Leicht legte Dazai den Kopf schief und folgte den Tauben mit seinem Blick. Deutlich spürte er die wachsamen aber auch verängstigen Augen seines Wärters auf sich. Sie wussten, dass er ohne Reue einen Menschen getötet hatte und das machte ihnen Angst. Entgegen der im Fernsehen weit verbreiteten Einstellung, dass Mörder kein Gewissen haben, bereuen die Meisten ihre Taten. Das Dazai so sehr aus der Rolle fiel, verunsicherte sie.
Dabei war es so offensichtlich: Wenn Dazai die Tat gestehen würde, würde es zur Anklage kommen und dann würde er lebenslang bekommen, da er noch nicht 18 Jahre alt war, sonst würde die Todesstraffe der wahrscheinlichste Ausgang sein. Die Indizien reichten lange nicht aus, um Anklage erheben zu können und so befand er sich seit gut zwei Monate in U-Haft. Nicht mehr lange und er würde wieder hier raus sein.
Ein leichtes Lächeln legte sich auf seine Lippen, als er die Mauern betrachtete, die die Gefangenen davon abhalten sollten, zu fliehen. Für die meisten Befähigten absolut nutzlos. Sogar Mori würde mit seiner lächerlichen Fähigkeit diese Mauer überwinden können. Aber Befähigten hatten ihre eigenen Mauern im Kopf, die sie einsperrte und irgendwann wahnsinnig machte. Er hatte schon viele daran zugrunde sehen können, ihn selbst nicht ausgeschlossen. Wie immer, wenn seine Gedanken anfingen, in eine Richtung zu laufen, die gefährlich war, begann er automatisch sich die Arme durch die Bandagen hindurch aufzukratzen.
Ein stechender Schmerz, der seinen Arm hinaufschoss, holte ihn aus seinem eigenen Gefängnis, in dem er nichts anderes tat, als denken. Für einem Moment bestaunte er die rote Flüssig, die langsam den Verband durchdrang, bevor er beschloss, sich an seinem Wärter zu wenden. Für eine Verlegung in die Jugendpsychiatrie brauchte es kein bewiesenes Verbrechen, sondern ein psychologischer Befund und wenn er versuchte, im Gefängnis Suizid zu begehen, wäre das schnell da.
„Kann ich neue Verbände bekommen?“, fragte er mit einem freundlichen Lächeln die Aufpasserin, die erst jetzt zu realisieren schien, dass ihr Schützling verletzt war. Auch wenn die erneut aufgerissene Wunde nach oben zeigte, war inzwischen die ganzen Verbände, sowie der Ansatz der kurzärmligen Gefängniskleidung, rot gefärbt und ein Teil tropfte in gleichmäßigen Rhythmus auf den Boden. Anscheinend hatte er den Schnitt an der Arteria radialis erwischt. Ein Schnitt, der tatsächlich für einen Selbstmord gedacht war, nicht, um den Schmerz zu ignorieren.

Kalt, taub, blutig. Die einzigen drei Adjektive, die Dazai gerade einfielen, um seine Situation zu beschreiben. Am Anfang waren noch andere Wörter in seinem Kopf gewesen, aber nachdenken wurde immer schwerer und er wollte nur noch, dass es aufhörte. Die Schmerzen wurden immer stärker, dabei fühlte er seinen Körper schon lange nicht mehr. Je mehr er sterben wollte, desto stärker kämpfte sein in den letzten Jahren antrainierter Überlebensinstinkt. Während ein Teil ihm zuflüsterte, noch mal Chuuyas Messer zu nehmen und erneut zuzustehen, nur um es zu beschleunigen, schrie der andere Teil, sich verdammt noch mal zusammenzureißen und aus der Wanne zu steigen, damit das Blut endlich gerinnen könnte. Dabei wollte er doch nur schlafen… Schlafen und nie mehr aufwachen…
Eine Stimme rief seinen Namen und vor dem Badezimmer wurden Schritte laut, gefolgt ein Klopfen: „Dazai, bist du hier drinnen?“
„Bleib weg“, zu kraftlos, um ordentlich sprechen zu können, kam nur ein Flüstern heraus, zu leise, als dass der Besucher vor der Tür ihn gehört haben könnte. „Wenn du mir nicht antwortest, breche ich die Tür auf“, folgte auch sogleich die Drohung. Nun stieg eine leichte Panik in ihm auf, zu mehr war er nicht mehr fähig. Auch wenn er die Stimme im Moment nicht zuordnen konnten, würde die Person ihn nicht in ruhe sterben lassen. Warum verstand ihn den niemand? Er konnte nicht aufhören zu denken und jeder Gedanke wurde zu einer Mauer, die ihm immer weiter die Luft zum Atmen nahm, bis selbst das leichteste Luftholen eine Qual war, die er nicht länger ertragen wollte.
Ein Krachen lenkte seine Aufmerksamkeit zur Tür, durch die seit Minuten, Stunden, Tagen wieder Licht in das vollkommen abgedunkelt Badezimmer ließ. Als der Eindringling im nächsten Moment das Licht anmachte, um etwas erkennen zu können, brannte das Licht in Dazai halbgeschlossenen Augen, zu schwach, um sie weiter zu öffnen oder zu schließen. „Scheiße, Dazai, was hast du gemacht?!“ ertönte es auch sofort und diesmal konnte er Chuuya erkennen. In einer anderen Situation hätte ihn dessen Versuch, so schnell wie möglich über den blut- und wassergesprenkelten Boden zur Badewanne zu kommen, wohl belustigt, aber jetzt wurde die Müdigkeit nur noch größer.
Chuuya schaffte es irgendwie, ihn aus der Badewanne zu frachten. Er war so
„warm“. „Hast du was gesagt?“, fragte der Kleinere, woraufhin Dazai mit dem Kopf schüttelte. Er hatte keinen Plan, was von seinen Gedanken er aussprach und was Gedanken blieben. Irgendwie hatten es die beiden Jugendlichen es noch in Dazais spärliches Schlafzimmer geschafft und Chuuya wuchtete den Schwarzhaarigen auf das harte Bett, um ihn behelfsmäßig in das Bettlaken, welches als Denke fungierte, einzuwickeln, ein verzweifelter Versuch, einer Unterkühlung entgegenzuwirken. Dazai hatte keine Ahnung, wie lange er im Wasser lag, aber es war definitiv zu lang.
„Ich hole Mori, bleib einfach so liegen“, waren Chuuyas letzten Worte bevor er aus dem Zimmer stürmte. Das tonlose „Geh nicht“ hörte er nicht mehr.


Die Sanitäter waren erstaunlich effektiv gewesen. Die Blutung war schnell gestoppt wurden und Dazai war noch eine Salbe für alle seine Narben in die Hand gedrückt wurden. Er hatte sie überzeugen können, dass es eine unbeabsichtigte, unterbewusste Handlung gewesen war und konnte so nur eine strengere Überwachung heraushandeln. Wer weiß, was ein Psychologe für Störungen bei ihm feststellen würde? Da würden auch Moris Anwälte ihn nicht mehr raushauen können, aber so saß er beim Abendbrot wieder alleine auf seinen üblichen Platz. Es hatte kein Interesse sich einer dieser halbstarken Truppen anzuschließen.
„Entschuldigung, ist hier noch frei?“, riss ihn eine Stimme aus seinem Tempurageschmackserlebnis. Es schmeckte wirklich ganz gut. Prüfend ließ er den Blick über den Neuankömmling gleiten. Klein, Rothaarig und seine Zielperson. Mit einem Lächeln, von dem Dazai wusste, dass es charmant war, lud er ihn ein, sich hinzusetzen und begann mit Small Talk.
Als die laute Stimme eines Aufpassers verkündete, dass es Bettzeit war, wusste Dazais, dass sein neuer Freund keinen Vater hatte und drei jüngere Geschwister, die er zusammen mit seiner Mutter ausgezogen hatte. Neben der Oberschule arbeitete er als morgens Zeitungslieferant und nachmittags als Kellner, um seine Mutter zu entlasten. Wenn er Zeit hatte, was selten genug vorkommen, spielte er Volleyball mit seinen Freunden. Er war kein Überflieger, aber trotzdem sowohl bei Schülern und Lehrern beliebt und hatte schon das Bestätigungsschreiben für die Uni, was natürlich irrelevant werden würde, wenn nicht bald herauskommen würde, wer wirklich den Mord begangen hatte. Er war fest davon überzeugt, dass ihm jemand einen Mord an einer jungen Prostituierten vorsätzlich angehängt hatte. Dazai war sich ziemlich sicher, dass er nichts wusste, was die Mafia belatzten könnte. Und außerdem wusste Dazai, dass es alles unnützes Wissen war, denn der adere würde den nächsten Morgen nicht mehr erleben.

Eine Woche später ging ein weiterer Mord auf Dazais Kappe und Chuuya wünschte sich, dass Dazai länger im Gefängnis geblieben wäre, damit er länger seine Ruhe hätte.

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Meine Motivation hat auch Suizid begangen, im Gegensatz zu Dazai allerdings erfolgreich. Ich stehe morgens extra 7:30 auf damit ich Motivation habe, etwas für Schule zu tun, sitze am Ende eine Halbe Stunde auf meinem Schreibtischstuhl, nur um zur Erkenntnis zu kommen, dass mein Kopf kein schulisches Wissen reproduktiveren kann und ich mir denke, dass wenn sowieso nichts dabei rauskommt, ich auch einfach schreiben kann. Gestern habe ich Chuuya getötet, heute Dazai ins Gefängnis gesteckt, ich will gar nicht wissen, was mein Gehirn sich morgen ausdenkt... Mit Chuuyas Geschichte bin ich noch nicht ganz zufrieden, die lad ich nach einer Überarbeitung hoch.
Zurzeit such ich übrigens auch einen Beta-Leser, er/sie müsste mit verschiedenen Fandoms (vor allem Mangas und Animes) bewandert sein, aber auch bereit sein Freie Arbeiten zu kontrollieren und mir manchmal in den Hintern treten, wenn ich zu faul bin, allerdings auch bei Kreatiefs helfen. Wie manche vielleicht wissen, werden die meisten meiner Geschichten OS sein.
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