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Bad Boy Affair

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Draco Malfoy Hermine Granger
26.05.2021
15.09.2021
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50.491
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15.09.2021 4.484
 
Blut. Es war schon vor der Tür, im Flur und dann auf der grauen Couch, auf der Hermione lag. Draco stürzte auf sie zu und rüttelte sie.

„Hermione?! Komm zu dir! Los, wach auf! Granger!“ Er schlug ihr sogar zweimal seine flache Hand gegen die Wange und endlich flatterten ihre Lider.

„Draco?“ Unumwunden öffnete er ihr die Hose und zerrte sie nicht allzu sanft nach unten. Ihr Bein war voller Blut. Als er ihr diesen schrecklichen Gürtel löste, liefen ihm Tränen über die Wangen. Was hatte er sich dabei nur gedacht, ihr dieses furchtbare Folterding zu geben?

„Es tut mir so leid …“, murmelte er, während sie schmerzerfüllt stöhnte. Angewidert warf er den Gürtel weg und nahm gleich seinen Zauberstab in die Hand.

„Nicht … heilen …“, keuchte sie und weinte auch.

„Doch, das tue ich. Willst du mich davon abhalten, musst du mich auf der Stelle außer Gefecht setzen.“ Hermione griff tatsächlich nach ihrem Zauberstab. Ihre Hand zitterte heftig und sie ließ es zu, dass er ihr die Waffe vorsichtig wegnahm.

„Bitte, Hermione, lass es mich tun. Du hast schon zu viel Blut verloren.“ Sie sagte nichts mehr und Draco heilte ihre Wunden, so gut er konnte. Das Bluten hörte auf und die Verletzungen schlossen sich oberflächlich. Es würde allerdings eine ganze Weile dauern, bis sich der Blutverlust ausgeglichen hat und sich ihr Zustand verbesserte. Nun langsamer, zog er Hermione Stiefel und Hose aus. Dabei ächzte sie. Als er sie im Gesicht berührte, war sie ganz kalt.

„Ich muss das sauber machen. Aber zuerst bringe ich dich ins Bett. Keine Widerrede.“ Die hatte sie nicht. Draco hob sie hoch und Hermione hielt sich an seinem Nacken fest. Behutsam legte er sie gleich darauf ins Bett, woraufhin sie ihn mit glasigen Augen beobachtete.

„Tut mir leid, dass ich einfach so hier eingebrochen bin.“

„Nicht schlimm, wirklich. Ich hole nur warmes Wasser und ein Tuch.“

Zurück kam er damit und einem Glas Orangensaft, was Hermione gierig trank. So vorsichtig es ging, säuberte Draco ihr Bein und umwickelte es anschließend mit einem sauberen Tuch. Hermione stöhnte nur, sagte aber nichts dazu. Ihm gingen viele Dinge durch den Kopf, am Ende sagte er nichts davon.

„Möchtest du noch etwas?“, fragte er liebevoll, als er sie zugedeckt hatte. Natürlich dürfte sie hier bleiben und auch er würde hier bleiben, um sicher zu sein, dass es ihr gut ging. Um nichts in der Welt würde er Hermione nun allein lassen. Vielleicht war es der eine Augenblick, in dem Draco mit voller Wucht begriff, dass er sie wirklich liebte. Weder ging es um Rachelust, noch um Sex, noch um eine Affäre. Es war eher so, als hätte er Hermione Granger schon immer geliebt, doch nie einen Weg gefunden, um ihr näher zu kommen. Dann war sie ihm näher gekommen und nun war er verloren.

„Ja, dich, neben mir. Wenn es dir nichts ausmacht?“

„Kein bisschen“, erwiderte er rau, zog seine Hose und seine Jacke aus und legte sich neben sie unter die Decke. Ihre nackten Beine berührten sich unter der Decke. Ein wenig verschämt legte er einen Arm um ihren Bauch, was sie erwiderte, indem sie ihren Kopf gegen seinen drückte. Sie schwiegen und schliefen ziemlich schnell ein, erschöpft von den Schwierigkeiten und den Umständen, die sich ihnen offenbarten, seitdem sie sich wiederbegegnet waren. Als hätte das Schicksal etwas gegen ihre Beziehung und würde ihnen ununterbrochen Steine in den Weg legen.





Als Hermione die Augen das erste Mal öffnete, war es noch nicht richtig hell. Ihr Bein puckerte, aber sie fühlte sich schon definitiv besser. Sie drehte den Kopf zur Seite. Neben ihr lag Draco, der noch schlief. Sein Gesicht war ihr zugedreht und sie hatte Zeit ihn zu betrachten. Letzte Nacht war er genauso fürsorglich und liebevoll gewesen, wie sie es erwartet hatte. Ihr anfänglicher grober Umgang miteinander, hatte nur die Gefühle darunter verbergen sollen. Aber dieser Draco, der sie geheilt und sie umsorgt hatte, war der Junge, der er tief in sich drin war. Mann, verbesserte sich Hermione mit einem Schmunzeln. Eigentlich gab es zwei Dracos. Einen, der ihr Boss war, der sie anschnauzen und mit den gemeinsten Worten fertig machen konnte. Und es gab den Draco, der hilfsbereit, verständnisvoll und zärtlich war. Beide hatte sie kennengelernt und sie hatte begriffen, dass er nie anders gewesen war. Sie hatte nur nie seine Komplexität erkannt, weil er sie hatte nur den bad boy sehen lassen, aus vielen verständlichen und ebenso vielen dummen Gründen.

Hermione wusste aber auch, dass sie sehr wohl nicht mehr die Hermione von früher war, die diesen Malfoy verachtete, weil er gemein zu ihr war. Inzwischen sah sie mehr, nahm mehr wahr und fühlte sich zu Dracos dunkler Seite hingezogen, weil ihre eigene Dunkelheit in ihr gerade mehr Platz einnahm. Ron war viel zu gut für diese schreckliche Hermione, auch wenn Ron das nie verstehen könnte. Sie würde sich selbst verachten, wenn sie weiterhin mit Ron zusammen war und ihm immer wieder weh tat.

Ohne sich zu bewegen, öffnete Draco seine Augen, als hätte er gemerkt, dass sie ihn beobachtete. Hermione lächelte, bewunderte das reine Grau seiner Augen und entdeckte tatsächlich sein Lächeln darin.

„Geht es dir besser?“, flüsterte er. Hermione nickte, strich ihm über die weichen Haare und flüsterte ebenso:

„Aber es ist noch sehr früh, vielleicht schlafen wir einfach weiter.“ Das taten sie. Draco rückte wieder näher, umarmte sie und drückte sein Gesicht an ihren Hals. Hermione ließ es zu, schloss zufrieden ihre Augen und legte ihre Hand auf seinen Arm. Wenig später war sie tatsächlich wieder eingeschlafen.





Als sie das nächste Mal erwachte, war sie allein im Bett. Aber schon kam Draco zu ihr. In seinen Händen war ein Tablett, auf dem eine Menge leckerer Sachen waren.

„Frühstück im Bett. Das hast du zwar nicht verdient, Granger, aber ich will mal nicht so sein …“ Dracos Stimme war dunkel, ein wenig vergnügt und spöttisch, doch tendenziell freundlich. Er stellte ihr das Tablett aufs Bett und setzte sich zu ihr. Es war peinlich, aber Hermione verspürte sofort einen riesigen Hunger und begann ohne Umstände zu essen.

„Und du?“, fragte sie irgendwann erschrocken mit vollem Mund.

„Ich habe schon gefrühstückt. Alles für dich und ich habe noch mehr, sag es nur!“ Schon stopfte sie sich ein weiteres Stück Croissant mit Schokolade in den Mund. Draco grinste erheitert.

„Anschließend will ich mir dein Bein ansehen.“

„Gut. Was ist mit den Gürtel?“

„Den werde ich dir nicht mehr in die Hand geben. Ich bringe ihn zurück. Es war die dümmste Idee, die ich je hatte.“

„Nein, absolut nicht, Draco. Es war … hilfreich für … mein spezielles Problem.“

„Tja, darauf musst du nun leider verzichten. Entweder suchst du dir etwas anderes, auf deine eigene Verantwortung, oder es reicht dir, wenn ich dir deinen Knackarsch  verhaue. Was anderes ist nicht drin.“ Er war ernst geworden. Sie begriff, dass Draco nicht mit sich reden ließ. Entweder nahm sie sein Angebot an, oder ihre absurde Beziehung würde enden. War sie dazu bereit? Ihre Schuldgefühle waren tatsächlich geschrumpft, aber auf Malfoys Aufmerksamkeit wollte sie trotzdem nicht verzichten. Ratlos hielt sie Draco eine Erdbeere hin, die er nach einem komischen Blick aß.

„Wir fangen jetzt aber nicht so romantischen Kitsch an, oder?“, fragte er gleich danach. Hermione lachte erst, aber Draco blieb ernst.

„Nein, du hast recht. Wir sollten … das nicht tun, weil wir … kein Paar sind und das zu uns auch nicht passen würde“, gab sie ihm recht. Er hatte wirklich recht und doch … Draco nahm das fast leergefutterte Tablett mit raus, während Hermione schnell ins Bad humpelte.

„Lass mich dein Bein sehen!“, forderte er und wedelte auffordernd mit seinem Zauberstab.

„Es ist okay, ich denke die Wunde …“

„Ich will es sehen, Granger, oder ich bringe dich auf der Stelle ins Krankenhaus!“ Hermione konnte die Schärfe in seinem Ton nicht ignorieren.

„Es ist nicht deine Schuld, dass ich mit dem Gürtel so übertrieben habe, Draco“, sagte sie und legte sich aufs Bett, damit er sich die Wunde ansehen konnte.

„Natürlich nicht. Es war deine eigene Dämlichkeit.“

„Ja, war es. Mir wurde alles zu viel, Rons Reaktion …“

„Das will ich nicht wissen, wirklich nicht.“ Draco setzte sich neben sie, hatte seine eine Hand auf ihrem verletzten Bein und heilte nochmal ein paar Stellen nach. Es prickelte warm dabei und Hermione verspürte das untrügliche Jucken, was die Heilung anzeigte.

„Es sieht gut aus, aber aufgrund des Blutverlusts, bleibst du liegen und verbringst den Tag im Bett!“, legte er einfach mal fest.

„Was? Nein! Vergiss es! Wenn du nicht mit willst, werde ich auf jeden Fall den Grabhügel suchen und …“, protestierte sie.

„Nichts wirst du, Hermione. Nicht, wenn du nicht zusammenklappen willst.“ Dracos Stimme war weicher geworden, doch seine Augen blickten sie unerbittlich an.

„Gehst du allein?“

„Nein. Aber ich muss wirklich kurz ins Ministerium, um dich und mich wenigstens offiziell zu entschuldigen. Deswegen meine Frage, Granger. Fesseln?“ Erleichtert entdeckte sie das vergnügliche Blitzen in seinen Augen.

„Hm … nur wenn du mir …“

„Ja, ich bringe dir mit, was immer du willst. Also welches Buch soll es sein?“ Hermione musste lachen.

„Ich meinte, wenn du mir später meinen Po …“ Auf sein Erröten war sie irgendwie nicht vorbereitet. Draco scheinbar auch nicht, denn er drehte sich weg, wobei er belegt sagte:

„Mal sehen. Ruhe dich aus und wir suchen Morgen nach dem Grabhügel.“

„Draco, warte!“ Unwillig schaute er sie an. Sein Gesicht hatte sich wieder fest verschlossen.

„Was noch? Zwei Bücher?“

„Du … kannst Roderick Greengrass anzeigen und wärest damit aus dem Schneider. Ich sage für dich aus und unterstütze dich.“

„Lieb gemeint, Granger. Aber denke besser an dich und lass das meine Sache sein.“ Er ging weg und ließ sie unzufrieden zurück.





Draco bewegte sich wie durch einen Traum. Hermiones Auftauchen in seiner Wohnung, ihr beunruhigender Zustand und das Vertrauen, was sie in ihn hatte, war herzerwärmend. Gleichzeitig veränderte das ihren Beziehungs-Status. Es brachte sie unweigerlich näher, verband sie und machte etwas aus ihrer lockeren Sex-Affäre, was nicht so sein durfte. Gleichzeitig sehnte er sich beinah schmerzlich nach ihrer Nähe. Sein Schlaf war selten in den letzten Monaten so tief und fest gewesen wie neben ihr. Sein Erwachen nie schöner, als mit Hermiones Anblick. Und seine Sehnsüchte waren niemals bunter und liebevoller als gerade. Aber Granger wollte keinen sorgenden, neuen Freund, der nett zu ihr war, sonst wäre sie Weasley nicht weggelaufen. Granger wollte den fiesen Kerl, der sie für ihre Taten bestrafte und ihr manchmal auch ein Stück Zucker gab. Und ach ja, da gab es ja noch den Gral, Greengrass, die Drohungen seine Familie betreffend, bzw. von selbiger ihm gegenüber ausgestoßen, und Astoria, die schwanger werden sollte.

Sein erster Weg war der ins Artefakten-Archiv. Unauffällig platzierte er den antiken Büßergürtel wieder in der davor vorgesehenen Schachtel und atmete erleichtert auf. Das Ding hatte schlimme Wunden verursachte und doch hatte es ihm Hermione näher gebracht. Noch einmal würde er ihr jedoch nicht das Angebot machen, dazu war dieses Folterinstrument viel zu gefährlich. Weil er unaufmerksam war, übersah er Ron Weasley, der ihn verfolgte, bis sie ganz allein im Gang waren. Mit einem gezielten Zauber, ließ er Draco gegen die Wand klatschen. Das kam absolut unerwartet und tat weh.



Draco war vollkommen überrascht und bestürzt. Er lag noch auf den Knie, rieb sich seine schmerzenden Lenden, als Ron wie ein rachsüchtiger Gott über ihm erschien.

„Du bist so ein Dreckskerl, Malfoy! Ich bereue es zutiefst, dass wir dich damals gerettet haben. Harry hat einen großen Fehler begangen. Du und deine Familie müssten in Azkaban vergammeln, bis ihr zu Staub zerfallt!“, spuckte Ron aus.

„Große Worte … Weasley!“, ächzte Draco und wollte aufstehen. Aber Ron ließ ihn nicht. Er legte ihm den Zauberstab an den Hals und zischte:

„Bleib da unten, wo du hingehörst, Malfoy. Wie kannst du es wagen dich an Hermione heran zu machen, nach allem, was du ihr angetan hast? Hast du überhaupt kein Gewissen? Mit was erpresst du sie, was gibst du ihr? Benutzt du einen Zauber oder irgendwelchen gepanschten Tränke, damit sie dir nachläuft? Los, sag es schon!“, forderte Ron hitzig. Seine Augen glühten zornig und seine Lippe bebte, wenn er nicht sprach. Draco hatte sich langsam von seiner Überraschung und dem Angriff erholt. In gewisser Weise konnte er Rons Reaktion gut verstehen. Auch er wäre sauer, wenn ihm jemand die Freundin ausspannen würde.

„Beruhig dich einfach mal wieder, Weasley. Wir können in Ruhe darüber reden.“ Ron lachte kalt, ließ ihn aber immerhin aufstehen.

„Was gibt es da zu reden? Du hast meiner Freundin mit irgendwas den Kopf verdreht oder soll ich wirklich denken, sie rennt dem beschissensten Typen auf Erden freiwillig nach? Hörst du selbst, wie dumm das klingt, oder Malfoy?“

„Es ist ihre Entscheidung. Granger hat Probleme und ich kann ihr helfen. Du scheinbar nicht.“

„Ah, na klar. Das ist doch Bullshit, Malfoy! Du manipulierst sie!“

„Als ob sich Granger manipulieren lassen würde! DAS ist Bullshit! Die Wahrheit ist, sie manipuliert mich. Das kann sie gut. Ich glaube, du weißt gar nicht, wer sie ist!“ Langsam wurde Draco wütend.

„Aber du weißt es natürlich, weil du schon so lange mit ihr zusammen bist. Was findet sie nur an dir, du falscher, eingebildeter Schnösel? Ach, warst du nicht sogar verlobt? Ich frage mich gerade, wie Astoria die Information finden wird, was du so und mit wem treibst. Ich glaube, ich werde sie mal besuchen und ein bisschen plaudern.“

„Sie weiß es längst, Weasley. Und dann was? Denkst du wirklich, ich heirate das blöde Greengrass-Weib, weil ich so großartig finde? Sei froh, dass deine Familie anders ist und dich zu nichts zwingt!“, fauchte er Ron an. Etwas änderte sich. Ein wenig der Aggression verschwand. Ron blinzelte verwundert und schwieg eine Weile. Als er anschließend sprach, klang er versöhnlicher.

„Das ist trotzdem kein Grund, dich an die Freundin eines anderen heranzumachen. Was du getan hast, ist schäbig und …“

„Ich habe gar nichts getan! Es ist passiert und es war allein Grangers Schuld, wenn du es so genau wissen willst!“

„Oh, du bist so erbärmlich, Malfoy. Ehrlich. Ja klar, gib Hermione die Schuld. Weißt du was? Ich werde das nicht zulassen. Ich werde sie dir nicht einfach überlassen. Ich werde um Hermione kämpfen und sie davon überzeugen, dass du es nicht wert bist, weil du immer noch das gleiche arrogante Arschloch bist, was einen Dreck auf andere Menschen gibt, wie du es schon immer warst. Ich werde dich zerstören, Malfoy.“

„Zauberstäbe weg, sofort!“ Ein Mann und eine Frau kamen näher, beide mit gezückter Waffe. Ron wurde rot und steckte sofort seinen Zauberstab weg.

„Schon gut, alles ist geklärt!“, hob er entschuldigend die Hände und ging langsam weg.

„Nichts ist geklärt!“, schrie Draco Ron empört nach. Der Mann und die Frau gingen kopfschüttelnd und leise diskutierend weiter.



Draco indes, setzte sich an die Wand, weil ihm ganz schwindlig war. Dass es Weasley und Potter nicht auf sich beruhen lassen würden, war zu erwarten gewesen. Trotzdem hätte er Ron nicht so viel aggressive Vehemenz zugetraut. Angst hätte er aber erst, wenn sich Potter einmischte. Trotzdem war ihm alles für ein paar Augenblicke zu viel. Früher hätte er in diesen Momenten geweint. Das tat er heute nicht mehr. Alles, was er tat, war seine Hände zu Fäusten zu ballen. Immer und immer wieder, bis die Anspannung nachließ. Als es ihm besser ging, stand er auf.

An Rons Stelle würde er ebenso handeln, erst recht, wenn es um eine tolle Frau wie Hermione ging. Er würde sich dem Konflikt stellen. Für Hermione. Sie war schließlich bei ihm und nicht bei Ron. Was bedeuten musste, dass ihr etwas an ihm lag. Mit dieser Gewissheit, erledigte Draco ein paar wichtige Dinge, um den Rest des Tages Zeit zu haben, um Hermiones Genesung zu überwachen.

Obwohl Rons Angriff recht drastisch war und es ihm gezeigt hatte, dass es vermutlich nicht ohne einen Kampf ablaufen würde, war er wild entschlossen Hermione für sich zu gewinnen. Erst als sich Draco auf den Weg in die Stadtwohnung machte, fiel ihm wieder ein, dass er ja verlobt war und Astoria heiraten müsste, um seiner Familie und sich selbst Azkaban und Ächtung zu ersparen. Dieser Zwiespalt machte ihn wieder dermaßen schwach, dass er mutlos wie selten durch die Tür trat.  Hermione schlief tief und fest und das erleichterte ihn ein wenig. So würde sie zumindest wieder schnell gesund sein.

Draco kümmerte sich um Essen und wartete dann geduldig, bis sie aufwachte. Dabei beobachtete er sie ununterbrochen und träumte vor sich hin, wie ein Leben mit ihr aussehen könnte.

Sicher wäre, er würde sich freuen abends nach Hause zu kommen. Seine Mutter würde Hermione bestimmt schon bald mögen können, denn Narcissa schätzte Klugheit bei einer Frau sehr. Vielleicht würde auch sein Vater Granger zu schätzen wissen, wenn er endlich mal seine Vorurteile hinter sich lassen könnte. Mit Granger würde es nie langweilig werden und dass sie ihm ihre dunkle, selbstzerstörerische Seite gezeigt hat, verstärkte nur noch den Reiz, der von ihr ausging. Bei einem einfachen Kerl wie Weasley, war sie falsch aufgehoben. Niemals würde Ron ihr gerecht werden und er vielleicht auch nicht, dachte Draco seufzend.





Neben ihr liegend, überwachte er ihren Schlaf, träumte vor sich hin und zuckte ein wenig zusammen, als sie sich bewegte. Er war tatsächlich eingenickt und Hermione nun wach.

„Draco“, sagte sie zuerst und klang verwirrt, aber schon gleich wollte sie aufstehen.

„Hermione, warte. Was … tust du da?“ Sie versuchte umständlich und ächzend in ihre Hose zu kommen, bis er ihr das Kleidungsstück energisch aus der Hand riss.

„Nein, soweit bist du noch nicht. Du bist bleich wie eine Leiche.“

„Lass mich, ich muss meinen Eltern Bescheid sagen. Ich war letzte Nacht nicht zu Hause und sie machen sich sicher Sorgen.“

„Ich kann dich nicht gehen lassen!“ Draco zog sie wieder aufs Bett und warf sich gleich über sie, damit sie jegliche Versuche erneut aufzustehen unterließ.

„Draco … das verstehst du nicht!“

„Oh doch, das verstehe ich sehr gut. Ich mache dir ein Angebot. Ich … werde zu deinen Eltern gehen und sagen, dass mit dir alles in Ordnung ist. Willst du das?“ Ihre braunen Augen weiteten sich sehr erstaunt.

„Das … würdest du tun? Dir … ist schon klar, dass sie Muggle sind und direkt in der Mugglewelt wohnen, oder?“ Ein schiefes Grinsen stahl sich auf seine Lippen.

„Denkst du, ich bin blöd? Ich finde sie schon und sage höflich, dass du verhindert bist, weil du gerade den Heiligen Gral suchst. Gut so?“ Sie kicherte und er fühlte sich gleich um Längen besser.

„Ich weiß nicht. Sie sind vielleicht nicht gut auf dich zu sprechen.“

„Ach, damit komme ich schon klar. Du siehst wirklich noch ziemlich wackelig aus und solltest dich ausruhen. Dabei fällt mir ein: Essen oder …“

„Vögeln!“, beendete sie den Satz und starrte ihn erschüttert über ihre eigene Antwort an.

„Okay, ich wollte zwar fragen: Essen oder Baden, aber wenn du willst, kann ich auch erst dein kleines Hinterteil zum Glühen bringen. So, wie dein Gesicht gerade …“ Hermione war derart verlegen, dass sie das Gesicht zur Seite drehte, was sein Begehren sie zu küssen, leider nur noch anstachelte. Manchmal wirkte sie so stark und unbesiegbar und dann war sie wieder schüchtern und unsicher wie er selbst.

„Du bist unmöglich“, maulte sie melodramatisch und er konnte sich einfach nicht mehr bremsen. In der Helligkeit des Tages küsste er Hermione, direkt auf die Lippen. Es war anders, als in der dunklen Gruft. Erschreckend und ein bisschen lähmend. Dieser spontane Kuss, der sich einfach nicht zurückhalten ließ, veränderte alles. Hermione wirkte anfangs schüchtern und scheu wie ein Reh. Immer wieder drehte sie ihr Gesicht weg, aber auch gleich wieder ihm zu, um die zu sein, die ihn küsste. Ihre Lippen schmeckten süß und ein wenig salzig zur selben Zeit. Vermutlich kam es von den vielen Tränen, die sie geweint hatte. Ihr Geschmack, das nasse hitzige Gefühl ihres Mundes, ihr Zaudern und ihre Nähe, machten ihn total verrückt. Draco merkte, wie sein Puls rasant nach oben stieg, wie er hart wurde und sich verlangend an ihr rieb. Beruhigend war Hermiones Keuchen, was ihm verriet, dass die Küsse auch sie nicht kalt ließen. Ihre Hände hatten sich sogar um sein Gesicht gelegt und waren ebenso warm wie ihre Lippen.

Dass er begann sie auszuziehen, war nur eine logische Folge. Draco begann damit ihr das Shirt hochzuschieben und gab ihrem flachen Bauch dabei kleine Küsse. Hermione könnte ihn jederzeit unterbrechen. Das tat sie nicht. Ihre Finger schoben sich in seine Haare, zerzausten sie und am Ende zog sie sich das störende Kleidungsstück selbst aus. Nur noch im Slip lag sie vor ihm. Sie war wunderschön und so bezaubernd, dass er andächtig eine Weile über ihr kniete, bevor er begann ihre Brüste zu liebkosen. Diesmal mit seinem Mund.



Hermione schloss die Augen, als Draco ihre Brust zu küssen begann. Ron tat das auch manchmal. Es war ein sehr sensibler Punkt an ihrem Körper, bei dem es schnell ins Gegenteil umschlagen konnte. Ron schaffte es nur selten die Balance zwischen derb und sacht einzuhalten, Draco dafür umso perfekter. Das warme, feuchte Gefühl macht sie so kribblig, dass sie sich seinem Mund sogar entgegen bog. Seine Zähne zogen sanft an ihren hart gewordenen Brustknospen und ein dunkles Stöhnen entwich ihr. Gleichzeitig hatte sie das Gefühl ein Wasserfall aus Lava ergießt sich zwischen ihren Beinen. Ihr Keuchen wurde schwerer. Ein bisschen war sie froh, als sich Draco weiter nach unten küsste. Wer wusste schon, ob sie ihn sonst nicht würdelos darum angebettelt hätte.

Was sie taten, wie sie es taten, war sowieso nicht vorgesehen. Mit Bestrafung und animalischem Sex, hatte das hier gar nichts mehr zu tun. Dracos Mund und seine Zunge formten ihre Vulva über dem Stoff des Slips nach. Dabei zog er sich sein Hemd aus. Hermione fühlte einen kleinen, scharfen Stich, als sie das blasse Dunkle Mal auf seinem linken Unterarm entdeckte. Es war noch da, wenn auch sehr verblasst. Ebenso wie Bellatrix‘ Schriftzug, den sie in ihren Arm gebrannt hatte. Draco bemerkte ihr Zögern und blickte sie aus glasigen Augen an.

„Alles in Ordnung? Wenn du nicht willst, sag es mir.“

„Nein. Ja, ich meine … nein, ich …“, statt einer Antwort, strich sie mit der Hand nur über das verblasste Mal und Draco verstand.

„Ich weiß, es hilft nichts mehr. Aber, was damals in unserem Haus passiert ist, was meine Tante dir angetan hat, tut mir unendlich leid.“

„Schon gut. Mach weiter, Draco!“, bat sie ihn nach einer Sekunde mit belegter Stimme. Er lächelte und zog behutsam ihren Slip nach unten. Wieder ging ihr Atem schneller, als sie zusah, wie zärtlich aber auch bewandert Draco sie berührte und küsste. Eher so nebenher, strampelte er sich aus seiner Hose. Nur seine Shorts, die aus dunkelgrüner Seide waren, behielt er an. Unwillkürlich erinnerte sich Hermione an ihr erstes Mal mit Ron. Es war hektisch, eckig und doch irgendwie süß. Das hier war nichts davon.

Ausgiebig küsste Draco ihre Schenkel und machte auch keinen Stopp an ihrem Dreieck. Seine Zunge war warm und hinterließ ein nasses Pulsieren und ein elektrisierendes Prickeln. Das Gefühl, ihr Schambereich wäre dick angeschwollen, war so intensiv, dass sie es am liebsten mit ihren Fingern überprüft hätte. Immer wieder blickte Draco sie an, als erwartete er, dass sie ihn aufhielt. Einen Teufel würde sie tun. Im Gegenteil. Als seine Liebkosung kaum noch zu ertragen war, zog sie ihn hoch. Dracos Haut auf ihrer wirkte angenehm kühl, seine Augen waren eher feurig und er schmeckte nach ihr. Zu anderen Zeitpunkten hätte sich Hermione allein bei dem Gedanken daran geschüttelt, jetzt saugte sie seine Zunge, ihren Geschmack und Dracos Speichel in ihren Mund, als wäre es köstlicher als alle Leckereien der Welt. Draco stöhnte weinerlich auf und wollte sich von ihr lösen.

Hermione wusste warum. Der Grund, war hart an ihrem Bauch, drückte sich immer wieder gegen sie und noch dazu merkte sie sein schwaches Muskelzittern. Hektisch streifte sie ihm nun die Shorts nach unten und flüsterte ihm zu, ehe er es falsch verstehen wollte:

„Ich will es, Draco. Ich … will dich in mir, jetzt und hier!“

Seine Shorts hingen gerade mal unter den Pobacken, als er sich schnell keuchend in sie schob. Dabei schauten sie sich an. Seine Lippen waren ein wenig offen und er wirkte regelrecht entrückt. Sein Blick war dunkel und lag nur in ihrem. Sein lustvolles Stöhnen, als er leicht begann sich in ihr zu bewegen, war nicht mit dem zu vergleichen, was sie sonst von ihm gehört hatte.

Dracos Tonlage war dunkel und warm, weich wie Samt und Hermione glaubte einen Hauch Schmerz herauszuhören, der sicherlich nicht physischer Natur war. Das war in etwa das Letzte, was sie bewusst dachte. Danach verlor sie sich in seinen Bewegungen, dem Glühen, was zwischen ihren Leibern entstand, seinem Mund, der immer wieder ihre Lippen traf und seinem Atem, der sie kühlte und gleichzeitig in Brand setzte. Nie hatte Hermione im aktuellen Zusammenhang jemals an den romantisierten Begriff „Liebe machen“ denken müssen, heute schon. Sie schlang ihre Beine um ihn, hob sich ihm entgegen, um ihn so eng und so tief es ging zu fühlen wie es nur möglich war. Immer wieder überlief sie ein hitziges Zittern, schwappte die Lust fast über. Aber letztlich war es Draco, der zuerst aufgeben musste. Sie merkte es am Brechen seines  Blickes, wusste, dass er kam und ließ los. Das war für Hermione nie so einfach, weil es bedeutete die Kontrolle abzugeben, sich zu offenbaren und eventuell Schwäche zu zeigen. Aber bei Draco machte es ihr nichts mehr aus, weil er sie schon unendlich schwach, verzweifelt und am Boden gesehen hatte. Ihr Orgasmus war sehr intensiv. Ihre Münder lagen dabei aufeinander, ohne sich zu küssen. Sie tauschten nur ihren Atem, für eine lange Weile, während ihre Körper ineinander verschmolzen und sich wieder trennten.

Draco legte sich anschließend neben sie, betrachtete sie und versuchte zu Atem zu kommen. Seine Augen waren noch immer verhangen, Rot war auf seinen Wangen und Hermione musste einfach zugeben, dass er verdammt attraktiv war. Darüber hinaus, war er ein aufmerksamer Liebhaber, konnte fürsorglich sein, war klug und witzig. Und das war er irgendwie schon immer gewesen, wie sie ahnte. Plötzlich ärgerte sie sich, dass sie von Anfang an nur den bösen Jungen in ihm sehen wollte.

Draco Malfoy war liebenswert, mindestens ebenso wie es ein Ron Weasley war. Vielleicht auf eine andere Weise, doch beide hatten ihre guten und ihren schlechten Seiten.

„Ich hoffe, du bist jetzt nicht enttäuscht, Granger …“, flüsterte Draco. Hermione schmunzelte und beugte sich zu ihm rüber. Sanft strich sie ihm seine feuchten Stirnhaare zur Seite.

„Bist du verrückt? Es war … unglaublich. Allerdings hätte ich jetzt nichts gegen ein Bad.“

Draco grinste erleichtert.

„Tu das. Ich werde mich mal mit deiner Mum unterhalten. Sollte ich ihr … Pralinen und Blumen mitbringen?“

Hermione musste lachen. Er konnte so albern sein.

„Nein, rede einfach mit ihr und sei respektvoll und nett. Ich weiß, das kannst du gut. Meine Eltern sind wirklich sehr tolerant und versöhnlich.“

Draco verschwand im Bad, zog sich an, machte sich zurecht und ließ ihr nebenher Wasser in die Wanne laufen. Als er sich verabschiedete, sagte er:

„Mach keinen Blödsinn, ich bin gleich wieder da.“

„Versprochen!“
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