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Der Polysem-Fluch

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / Het
OC (Own Character) Suguru Geto
25.05.2021
07.06.2021
4
10.100
4
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
25.05.2021 2.422
 
Hey ho! ^^

schon mal vorweg; ich habe vor kurzem erst den Anime gesehen und den Manga bisher nicht angerührt ^^' Deswegen liegen meine Kenntnisse zu Jujutsu Kaisen eher gering, weshalb also Fehler auftreten könnten, auf die man mich gerne hinweisen kann :) Aber ich gebe mein Bestes um wenigstens die Charaktere original zu halten, dabei informiere ich mich stark an die übersetzte Seite Jujutsu-Kaisen-Wiki.

Ob groß Action dabei sein wird muss ich euch leider enttäuschen, bei so etwas bin ich die größte Null xd

Ich hoffe aber dennoch, dass sie euch gefallen wird ^^

MfG
Rosemary Ruby ♥



Kapitel 1


Gelangweilt sitzt die Klasse im zweiten Schuljahr, bestehend aus drei Schülern, auf ihre Stühle und hören Mei Mei nur halbherzig zu. Geschichtsunterricht über Flüche ist für niemanden interessant. Lieber würden sie auf richtige Missionen gehen, die Praxis mehr erlernen anstatt alte Geschichten, die sowieso nicht mehr relevant sind anzuhören. Shoko Ieiri spielt ständig mit ihrer Zigarette, die sie bald endlich rauchen kann, soweit liegt sie mit dem Oberkörper auf dem Tisch und stellt sich den bitteren Geschmack der Zigarette vor. Suguru Geto ist der einzige der wenigstens etwas mithört und vorbildlich gerade auf seinem Stuhl sitzt. Satoru Gojo hingegen bastelt lieber aus einer Seite eines Buches einen Kranichvogel, den Mei Mei hingegen seufzend entnimmt und ihn kurzerhand zerstört. Schmollend betrachtet Gojo den Papierfetzen: „Das war gemein."

Suguru und Shoko müssen kichern als Mei Mei dann ohne weiteres fortfährt: „Nimmt einfach Acht vor dem Polysem-Fluch. Denn dieser könnte mit falschen Pakten oder Flüchen, nicht nur die gesamte Menschheit gefährden, sondern ebenso auch uns."

Das es diesem Fluch geben soll, soll doch nur ein Gerücht sein." hängt Suguru nach, „Jemanden mit dieser Stärke und dann noch unsichtbar zu sein, entspricht mir stark nach einer Lüge."

Es hat auch niemand diesen Fluch gesehen, weder Mensch, Tier, Fluchgeist oder Jujuzist." fügt Gojo desinteressiert hinzu und richtet seine runde Sonnenbrille, „Und man hat jahrelang nicht mehr davon gehört. Es gab immer Erklärungen zu bestimmten Fällen."

Shoko streckt sich: „Du hörst echt nie zu. Dieser Fluch ist anders, er ist wie eine Beschwörung, die nur dann ans Licht kommt, wenn der Beschwörer es befiehlt."

Nicht ganz." klärt Mei Mei auf aber wird sogleich von Suguru unterbrochen, der weiter spricht „Gerüchten zufolge, soll der Fluch erst dann auftauchen wenn es Hunger hat oder auch nur Mordlust. Qualvoll ersticht es alles was in seine Quere kommt. Egal, ob Mensch, Jujuzist oder gar Fluch. Es kann alles mit Leichtigkeit töten. Angeblich."

Es gibt doch gar keine Zeugen oder sonstiges." gähnt Gojo und lehnt sich müde zurück. Mei Mei schmunzelt: „Die einzigen Zeugen sind stumm. Da gibt es die Erde, der Himmel, die Bäume, Leichen. Nur sie wissen ob es den Polysem-Fluch wirklich gibt."

Was glauben Sie?" fragt Suguru höflich.

Ich glaube an den Fluch." antwortet sie schlicht, „Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich davor Respekt habe. Denn niemand weiß, wie die Kräfte sind. Was es noch mehr für Schaden bereiten wird. Man spekuliert sogar, dass es um die ganze Erde eine Art Hülle einer manipulativen Atmosphäre bilden kann. Und somit uns alle als Puppen behandeln kann."

Gojo fängt schallend an zu lachen: „Niemand kann jemals so stark sein. Es ist unmöglich."

Sei nicht so vorlaut, Satoru." mahnt Mei Mei ihn an, „Auch wenn man den Polysem-Fluch weder sehen, noch spüren kann, soll man ihn riechen können."

Nach was soll so ein Fluch riechen?" fragt der Weißhaarige belustigt.

Es gibt einen manipulativen Duft aus, der für jeden anders sein soll." antwortet Mei Mei seelenruhig und stützt sich an dem Tisch, „Menschen würden vielleicht jemanden riechen, den sie liebten und nicht mehr am Leben ist. Flüchen könnte es damit anlocken, ebenso wie Jujuzisten. Es manipuliert jegliche Spezies."

Es klingt absurd."

Es ist auch absurd." erwidert sie Sugurus Aussage, „Niemand, kein einziges Lebewesen weiß, was das ist."

Gojo springt auf: „Scheiß auf den Fluch! Es ist Pause!" und in diesem Moment ertönt die Klingel. Der Weißhaarige nimmt Shoko am Arm, was sie widerwillig zulässt und sich mit ziehen lässt, wobei sie ihn auch etwas anschnauzt, trotz ihrer gelassenen Art. Suguru bleibt noch einen Moment im Raum: „Darf ich fragen, was man noch von dem Fluch weiß?"

Mei Mei lächelt ihn verschmitzt an: „Ich kann verstehen, dass diese Geschichte verwirrend ist. Ich zähle auch nur das auf, was man weiß. Vielleicht sind einige Ansichten wirklich falsch und gelogen, vielleicht ist dieser Fluch sogar schwächer als ein Rang 4. Aber, mein Gefühl sagt mir, dass da etwas ist. Und es muss schnellstens vernichtet werden."

Suguru erwidert dazu nichts weiteres, lächelt nur mild und verbeugt sich bevor er dann auch den Raum verlässt.


Im Schulgebäude hat sich Suguru sich auf einer Fensterbank niedergemacht und beobachtet das Unwetter vom Fenster aus. Dieser Fluch lässt ihn kaum in Ruhe. Er findet es so interessant und auch etwas unheimlich, dass es etwas geben soll, was einen jeden Moment töten könnte und man dazu, nach den Gerüchten nach zu urteilen, nur kurz einen Geruch wahrnimmt. Sind Flüche zu so etwas überhaupt im Stande? Fragt er sich und starrt in den Himmel, der immer wieder von einem Blitz erhellt wird und danach der Donner, der die Erde zum vibrieren bringt. Kann ein Fluch so intelligent sein, dass es jede Spezies manipulieren und mit Leichtigkeit töten kann? Seine Gedanken werden abgebrochen als Utahime sich zu ihm stellt: „Du verpasst das Training, Suguru."

Seufzend blickt Suguru nochmal in den Himmel: „Glauben Sie, dass es den Polysem-Fluch gibt?"

Ein heller Blitz, samt Donner tritt auf, was Utahime kurz auf zucken lässt. Neugierig dreht der Schwarzhaarige seinen Kopf zu ihr, sie blickt auf den Boden: „Dieser Fluch soll ein Phänomen sein, ein Etwas, was selbst der Teufel nicht in seiner Hölle haben wollte und es deswegen auf die Erde ließ."

Sie haben mir nicht ganz geantwortet." meint er höflich als es für einen Moment still wurde. Utahime stemmt ihre Hände auf die Hüften: „Der Unterricht beginnt. Komm jetzt!" sie stampft voran, was Suguru skeptisch begutachtet. Der Himmel über ihn wird auf einmal heller. Die Sonne kämpft sich durch die Wolken. Erneut seufzt er laut auf ehe er vom Fensterbrett aufsteht und Utahime zum Unterricht folgt.


+++


In der großen Stadt Tokio, wo das Unwetter in ihrer voller Kraft auftritt, rennt Shiori durch die Straßen über ihren Kopf ihre Umhängetasche, die sie nicht so vor dem Nass rettet wie gehofft. Röchelnd tritt sie in die Werkstatt ein, wo alle Blicke auf sie gerichtet sind. Shiori ist klitschnass. Ihr knielanger Rock klebt an ihren nackten Beinen, ihre Overknees sind vom Laufen runter gerutscht, ihre Schuluniform genauso nass wie ihre langen schwarzen Haare. Ihr Pony klebt eklig an ihrer Stirn und ihre Haare haben sich zum Teil in ihre Ohrringe verfangen. Ein älterer Mann mit grau-strähnigen Bart nähert sich ihr und lächelt mild: „Ich mache dir erst einmal einen Tee. Zieh du dich um."

Das lässt sich Shiori nicht zwei Mal sagen und geht zur Umkleide, wo sie sich ihre viel zu große Arbeitsklamotten anzieht und die Sicherheitsschuhe, die für sie ebenfalls drei Nummern zu groß ist, weil es hier keine kleineren Größen gibt. Sie arbeitet in einer Holzwerkstatt, die größtenteils Möbel wie Anbauwände, Tischgruppen, Schränke, Betten oder Küchenschränke bauen aber auch auf Wunsch spezielleres. Shiori merkte bereits am ersten Tag ihres Jobs, dass es ein reiner Männerjob ist. Hier arbeitet sonst keine andere weibliche Person aber damit hat sie wenig Probleme, denn die Männer sind bisher alle nett zu ihr, ins besondere ihr Chef, der auf die 50iger geht. Sie trocknet sich etwas die Haare und geht aus dem Raum zu ihrem Arbeitsplatz, was aus einem Tisch mit einer Standsäge und kleineren Werkzeugen besteht. Der Chef bringt ihr einen Tee, den sie dankend annimmt und erst einmal an ihrer Arbeit vom vorigen Tag weiter arbeitet solange der Tee etwas abkühlt.

Nach zehn Minuten der Arbeit nimmt sie sich ihre Tasse und begutachtet erst die mehreren Holzstücke, die sie eben zusägte. Sie will an ihrer Tasse nippen doch spürt plötzlich etwas auf ihre Schultern und sogleich ein lauter Schrei, der sie zucken lässt und sich hektisch umsieht: „Von wo kam das?" fragt sie ihren 40 Jahre älteren Kollegen, der sie verwirrt mustert: „Was soll gekommen sein?"

Na, der Schrei eben." meint sie beunruhigend. Der Mann horcht auf und schüttelt mit dem Kopf: „Hier schreit niemand. Musst du dir sicher eingebildet haben."

Shiori runzelt die Stirn. Solch einen Schrei kann sie sich doch nicht eingebildet haben. Es war so laut, lang und qualvoll. Sie nippt an ihrem Tee und fährt bedenklich ihre Arbeit fort. Sie weiß nicht, dass sich ein Fluch auf ihre Schulter setzen wollte und grausam in einem Stück verbrannte als es sie nur berührte.

Dieser Schrei sollte sie sich eigentlich aus dem Kopf löschen. Sie redet sich selbst ein, dass es nur dumme Einbildung war. Schließlich schläft sie in letzter Zeit auch schlecht und hat Schlafmangel. Doch es lässt sie nicht in Ruhe. Sie wird dadurch unkonzentrierter. Sie schneidet gerade an der Standsäge mehrere Holzteile ab und verliert sich wieder in Gedanken. Shiori bemerkt kaum was sie dabei tat. Erst als sich das Holz rot färbt spürt sie diesen Schmerz, der ihr mehr wie eine kleine Verbrennung vorkommt.

Scheiße, Shiori!" brüllt ein anderer Kollege und rennt auf sie zu, was einige weitere Männer ebenfalls zu ihr bringen lässt. Ein Mann schaltet das Gerät ab, ein anderer verbindet Shioris abgetrennten Finger. Sie schnitt sich ohne es gemerkt zu haben, ihren linken Zeige- und Mittelfinger ab.

Ruft sofort einen Krankenwagen!" brüllt der Chef einen Arbeiter an, der sofort zum Büro stürmt und das Telefon zur Hand nimmt. Der Chef nimmt Shioris Gesicht in sein Hände und versucht ruhig zu ihr zureden: „Keine Panik, dass wird wieder."

Shiori ist aber nicht kurz vor einer Panik, anderweitig ängstlich oder besorgt. Jedoch, fühlt sie auf einmal etwas in sich als sie ihr Blut sieht und riechen kann. Es ist größer als ein Adrenalinschub, soviel mächtiger. Es lässt ihre Sinne schweben. Sie weiß nicht was sie tut oder was gerade passiert. Ihre blauen Augen werden von ihrer Pupille schwarz gehüllt. Sie starrt einen Kollegen nur an und lässt ihn nach hinten gehen. Niemand bekommt es so wirklich mit, denn alle kümmern sich um sie. Der Kollege geht immer weiter nach hinten, sie manipuliert ihn nur mit einem Blick. Er sucht zu schreien als er ohne eigenen Wille den Bohrer zur Hand nimmt. Tränen rinnen seine Wange hinunter, Panik verzerrt sein Gesicht. Er öffnet sein Mund doch kein Ton kommt hinaus. Er schreit sich die Seele aus dem Leib aber keiner kann es hören. Der Bohrer legt sich an seine Schläfe. Shiori zuckt eine Augenbraue hoch und der Bohrer geht an. Der Kollege bohrt sich durch seinen Kopf. Die Anderen hören nur das Bohren und erstarren als sie es mit ansehen müssen. Einer rennt auf diesen zu aber viel zu spät. Leblos fällt der Mann zu Boden. Einige müssen sich bei dem Anblick übergeben. Der Chef legt seinen Kopf verzweifelt auf Shioris Schulter für Trost. Shioris selbst bleibt kühl, ihre Augen wollen das nächste Opfer fixieren doch der Krankenwagen ist angetroffen. Sie nehmen sie mit und verbinden die Wunde. Ihre Augen werden langsam wieder blau, dennoch liegt der Schock mit ihren eigenen Fingern in ihr und zeigt kaum Emotionen in ihrem Gesicht. Dass sie gerade einen Kollegen dazu brachte sich umzubringen, weiß sie noch gar nicht.


Später am Abend schleppt sie sich aus dem Taxi und betritt ihre kleine Wohnung. Sofort geht das Licht an als die Tür ins Schloss fällt und ihr kleiner Bruder am Lichtschalter steht: „Ich hab mir Sorgen gemacht! Wo warst du?" fragt der 8 Jährige sie, was sie kurz lächeln lässt und nur ihre operierte Hand aufzeigt ehe sie ihre Schuhe auszieht: „Hatte einen kleinen Unfall, tut mir leid Kimo."

Der schwarzhaarige Junge weitet die Augen: „Tut das weh?"

Du weißt doch, dass ich nicht schmerzempfindlich bin." meint sie dazu und geht zur Küche, wo sie ihre immer noch nasse Schuluniform in die Waschmaschine steckt. Der Junge folgt ihr: „Ich hab uns Essen gemacht. Deins steht im Kühlschrank."

Skeptisch blickt Shiori zur Uhr: „Kimo, es ist weit über Mitternacht. Du solltest längst schlafen, morgen ist Schule."

Frech zeigt er ihr die Zunge: „Du hast auch Schule und hast noch nichts gegessen."

Sie seufzt lächelnd: „Ich werde was essen und auch gleich schlafen gehen."

Waren deine Finger ganz ab?" fragt er neugierig, was sie kichern lässt: „So ziemlich ja. Man musste sie einsammeln und es den Notarzt mitgeben."

Wie cool!"

So cool ist es nicht, dass die Finger wieder an den Körper genäht werden." sagt Shiori während sie ihren Teller in die Mikrowelle stellt und wartet bis es warm wird. Derweil scheucht sie ihren Bruder in sein Zimmer, was ihn lachen lässt und freiwillig in sein Bett springt. Kichernd deckt sie ihn zu und setzt sich für ein Moment neben ihn als er spricht: „Für solch eine Situation wäre ein Handy ziemlich praktisch gewesen. Ich hätte mir keine Sorgen gemacht und du hättest keine Angst gehabt, dass ich vielleicht unsere Wohnung abbrenne, weil ich so lange alleine bin."

Ich weiß, dass ein Handy so ziemlich praktisch sein kann aber wir können es uns nicht leisten." antwortet sie etwas niedergeschlagen, „Ich suche schon immer nach günstigen Handys aber bisher sind die Dinger noch ziemlich teuer."

Kimo schmollt, was sie wieder schmunzeln lässt und ihm einen Kuss auf die Stirn gibt: „Schlaf du lieber. Morgen wird ein anstrengender Tag."

Ihr Bruder erwidert dies und kuschelt sich in sein Bett ein. Zurück in der Küche setzt sich Shiori an dem kleinen Tisch für zwei Personen und isst ihr Abendbrot, was Kimo für sie gemacht hatte. Seit einigen Jahren schon kümmert sie sich um ihren Bruder, da ihre Eltern an einem seltsamen Tod, den sie nie richtig erfuhr, starben. Sie arbeitet auch nur für ihn, um ihn wenigstens ein bisschen was bieten zu können. So stressig ihr Tag dann auch sein mag, tut sie es gerne für ihn. Nachdem sie fertig ist mit dem Essen legt sie sich selbst auf die Couch, da sie sich keine größere Wohnung leisten können, hat sie auch kein eigens Zimmer. Mit komischen Gefühlen, die sie bereits öfter hat, schläft sie irgendwann ein.
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