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In deinen Armen

von Leopawtra
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Het
King Julien Kowalski OC (Own Character) Private Rico Skipper
24.05.2021
24.03.2022
8
28.515
 
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24.05.2021 4.491
 
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Autorenkommentar:  
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๑⊱☆⊰๑


Wie eh und je verlebten die Tiere des Central Park Zoos ihren Morgen in aller Ruhe, gingen der üblichen Routine nach und ließen sich von den Zoobesucher bestaunen. Aufgrund der frühen Uhrzeit stand die warme Frühlingssonne noch nicht hoch am Himmel, dennoch waren die meisten Tiere schon putzmunter. Die Kinder der verschiedenen Besucherfamilien und Schulklassen waren hingegen schon jetzt ziemlich aufgekratzt.
Auch die Tierpfleger waren schon seit den frühen Morgenstunden dabei die unterschiedlichen Gehege zu säubern und die Tiere mit deren speziellem Futter zu versorgen. Stets hatten sie alle Hände mit der Versorgung zu tun, vor allem in der Zoo Küche, wo das Fressen für die Tiere zubereitet wurde, ging es hektisch und meist auch chaotisch zu.
Von all diesen Dingen bekamen die Zootiere jedoch nichts mit, weshalb sie einfach in den Tag hineinlebten und sich nur um sich selbst kümmerten. Zumindest war der Mensch naiv genug dies zu glauben.
Die Wahrheit war nämlich eine andere als die Menschen es für möglich gehalten hätten. Tatsächlich sprachen die Zootiere untereinander und schlossen sogar enge Freundschaften miteinander. Im Grunde taten sie genau dieselben Dinge wie die Menschen auch, sofern es ihnen in ihren Gehegen möglich war. Selbst wenn nicht, so gab es einige Tiere, die sich von dem Menschen holten, wonach es sie verlangte. Ganz gleich auf welche Weise dies sein mochte. Im Central Park Zoo war eben nichts wie es schien.

๑⊱☆⊰๑


Just in diesem Moment taten die drei Lemuren King Julien, Maurice und Mort wie jeden Tag das Übliche in ihrem Gehege. Sie tanzten vollkommen ausgelassen für ihre Zuschauer, da der Zoo täglich um neun Uhr seine Pforten öffnete. Ihr schwarzer Ghettoblaster aus den 90er Jahren ließ dabei hippe Musik aus den Boxen dröhnen, während der selbsternannte König der Zootiere sich in den Vordergrund tanzte. Mort und Maurice ließen dies selbstverständlich zu, da sie King Juliens Allüren nur zu gut kannten und seinen Groll nicht zu spüren bekommen wollten.
„Schaue Maurice, wie sie den Konig bejubeln.“ Gänzlich selbstverliebt gab King Julien diese Worte von sich und trug dabei ein breites Grinsen im Gesicht, während er dabei eifrig mit dem Popo wackelte. Maurice hingegen kommentierte diese Worte nur mit einem genervten Augenrollen. Der kleine Mort jedoch tanzte voller Lebensfreude weiter und freute sich so naiv, wie er eben war für seinen geliebten König.
„Fütterungszeit!“, röhrte die unangenehm kratzige Stimme der Tierpflegerin Alice durch die Luft und übertönte dabei sogar den Ghettoblaster der Lemuren. Dies war ein wahres Kunststück, denn dieser war nicht sonderlich leise.
Augenblicklich sahen die drei in ihre Richtung, jedoch unterbrach keiner von ihnen den jeweiligen Tanz. Immerhin wollte King Julien sein Publikum weiterhin gut unterhalten wissen. Wobei ihm vor allem deren Aufmerksamkeit, die auf ihm ruhte, besonders am Herzen lag.
„Jetzt komm schon.“ Alices unwirsche Stimme wandte sich nun der zweiten Person hinter ihr zu, wobei sie ihre Hände in die Seiten stemmte und mit kritischem Blick diese beäugte. Die angesprochene Person schleppte, an Alice vorbei, einen vollen Eimer mit Früchten in das Gehege, stellte diesen ab und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
Neugierig geworden war Mort langsam zum Rand der Plattform, auf der der Thron stand, gelaufen, blickte herunter und verzog nachdenklich das Gesicht. „Das ist nicht Alice.“ Fragend blickte Maurice zu dem kleinen Lemuren, trat sehr interessiert zu ihm und verschränkte mit höhnischem Blick die Arme vor der Brust. „Es sei denn Alice hätte deutlich etwas an ihrem Aussehen geändert.“
Von dem Benehmen und Gerede der anderen irritiert war nun auch King Julien endgültig von der Neugier gepackt worden. Aus diesem Grund unterbrach er seine tänzerische Darbietung und sah für den Moment fragend zu seinen Untertanen. Schon einen Atemzug später war er an der Seite von den beiden Halbaffen und wollte gerade mit diesen voller Inbrunst schimpfen. Ein solches Verhalten seiner Untertanen konnte und wollte King Julien nicht billigen, da er ihnen nicht erlaubt hatte mit dem Tanzen aufzuhören. Er war der König und würde ihnen sagen, wann sie eine Pause einlegen durften.
Tief holte King Julien Luft und folgte nebenbei dem Blick von Maurice und Mort, als seine Luft sich vollkommen aus seinen Lungen presste ohne, dass er auch nur einen Ton von sich gegeben hatte. Dem König klappte direkt der Kiefer runter und seine orangefarbenen Augen hafteten auf der ominösen Person, die gerade ihre Futterstelle mit den köstlichsten Früchten auffüllte.
Es war jedoch nicht wie üblich das frische Obst, das sein Hauptaugenmerk war. Viel mehr glitten seine Augen fasziniert an dem schlanken Körper mit diesen breiten Hüften und dem wahrlich üppigen Vorbau auf und ab. Langes, offenes, kastanienbraunes Haar, welches zu den Spitzen hin immer rötlicher wurde, floss geschmeidig über ihren Rücken und wurde von der Frühlingsbrise lieblich im Wind gewogen.
Die großen, leicht mandelförmigen und hellbraunen Augen, die unzufrieden zu Alice linsten, waren trotz dieses Ausdrucks einfach atemberaubend. Dazu kam diese blasse Haut und die eher rundliche Gesichtsform, welche von vereinzelten Haarsträhnen umschmeichelt wurde. Diese kleine Stupsnase und vollen Lippen, machten ihr Gesicht geradezu puppenartig.
Was die Aufmerksamkeit der drei Lemuren dort auf sich zog war eine ihnen wildfremde junge Frau. Außer Alice und der Assistenzärztin in der zooeigenen Tierklinik, gab es schließlich keine weiblichen Angestellten im Zoo. Nun jedoch war dieses Wesen aufgetaucht und verdrehte dem König der Lemuren augenblicklich und sogar vollständig den Kopf. Angetan begann King Julien zu lächeln und seufzte bei ihrem Anblick wohlig auf. „Sie ist wunderschon.“ Maurice und Mort blickten ihren König mit irritierten Gesichtsausdrücken an, wobei diese sogar mehr zweifelnd als irritiert waren.
Als keine Reaktion von Maurice und Mort kam, sah King Julien mit seinem schmachtenden Blick in deren Richtung und bemerkte sogleich die Skepsis in deren Gesichtern. Rasch legte er sein Schmachten ab und räusperte sich verlegen, ehe er seine Fassung zurückerlangte. „Zumindest fur eine Felllose.“
Auf seine Aussage hin sah die Fremde zu ihm auf und direkt in seine orangefarbenen Augen, was King Juliens Herz kräftig in der Brust schlagen ließ. Obendrein hatte er für den Moment den Eindruck, dass ihre schönen Lippen ein kleines Lächeln umspielten. Doch schon im nächsten Moment wurde die junge Frau von Alice garstig zur Ordnung gerufen, wandte mit erschrockenem Gesichtsausdruck ihren Kopf zu ihr und folgte der anderen Tierpflegerin im Anschluss, wie ein Schoßhund nach draußen. Es wartete schließlich noch mehr Arbeit auf sie.
Die Lemuren blickten den zwei Tierpflegerinnen noch einen langen Moment nach, wobei King Julien die wohlgeformte Kehrseite der Fremden begutachtete und das Blitzen ihrer Rosen Haarspange, die ihr Haupthaar am Hinterkopf zusammenhielt, ihn kurzfristig hypnotisierte. Sie funkelte so schön in der Sonne und für einen Augenblick stellte sich King Julien vor die Haarspange selbst zu tragen, während ihn die neue Tierpflegerin anhimmelte. So wie es sich für eine Untertan gehörte.
Erst als sie seinem Blick entschwunden war, erlaubte sich King Julien wieder zu atmen. Er musste diese junge Frau um jeden Preis haben. Noch bevor er sich einen Plan zurecht schmieden konnte, wurde er von dem Geschmatze Morts und Maurices aus den Gedanken gerissen. Empört stemmte er die Hände in die Seiten und verzog angesäuert das Gesicht. „Habe ich euch erlaubt zu essen?!“  Sein Fauchen ließ die beiden innehalten und ertappt zu ihm aufblicken. Wie zwei Jungtiere versteckten sie ihre angeknabberten Früchte hinter ihren Rücken und pfiffen unschuldig. King Juliens Blick wurde daraufhin milder.
Erhaben hob er seine Nase gen Himmel, machte eine gönnerhafte Handbewegung und sprach feierlich: „Nun gut, ich erlaube euch diese angebissenen Fruchte zu behalten. Der Rest gehort mir.“ Jubelnd aß Mort seine Banane weiter, während Maurice seinen König mit ungläubigem Blick bedachte. Doch dieser scherte sich nicht weiter um seine Untertanen, sondern war zu ihnen heruntergekommen und bediente sich an den roten Weintrauben. Er wollte sich erstmal stärken, bevor er sich überlegte, wie er die Fremde zu der seinen machen konnte.

๑⊱☆⊰๑


Im Pinguin Gehege war es, wie die meisten Tage auch heute wieder angenehm ruhig. Manch einer hätte behauptet, dass es fast schon zu ruhig sei. Was wohl schlichtweg daran lag, dass die vier Pinguine im Inneren an ihrem Tisch saßen und sich derzeit mit einem klassischen Spiel vergnügten.
„Schachmatt!“ Ricos krächzender Freudenschrei hallte von den Wänden wider. Er schlang sogleich seine Flossen um den Haufen Fische, der als Einsatz diente. Einen Herzschlag später schnellte eine andere Flosse hervor, peitschte Rico unsanft ins Gesicht und veranlasste ihn diese zurückzuziehen. Es war Skipper, der ihn nun tadelnd anblickte, während er im ruhigen und doch bestimmenden Ton seine Stimme hob. „Wir spielen Mau-Mau und nicht Schach, Rico.“
Pinguine!“ Ein weiterer aufgeregter Schrei hallte durch das Innere der Pinguininsel, wobei Skipper die unliebsame Stimme King Juliens erkannte. Ungefragt war dieser in ihre Behausung gedrungen und auch schon im nächsten Atemzug auf ihren Tisch gesprungen, wobei er mit den Füßen direkt in den Fischen landete.
In diesem Moment konnte man den vier Pinguinen deutlich die Fragen im Gesicht ablesen, die ihnen durch die Köpfe schossen; Was wollte er und wie war er in das Gehege gekommen? Private sah zu dem Lemuren König auf und deutete mit möglichst besonnenem Blick auf den Haufen Fische. „Du stehst mitten in unserem Einsatz, Julien.“
Erst war King Julien sichtlich verwundert über Privates Aussage, doch als er an sich runter blickte, schrie er panisch auf, sprang zurück auf den Boden neben dem Tisch und rieb sich murrend über seine Füße. „Das wird Wochen dauern bis meine Fuße wieder frisch und sauber riechen.“ Kowalski sah dabei argwöhnisch zu King Julien hinüber, schüttelte leicht den Kopf und fragte diesen nun etwas entnervt: „Was willst du, Julien?“
Ungeduldig blickte Skipper den Lemuren König ebenfalls an, verschränkte die Flossen vor der Brust und legte den Kopf leicht zur Seite. „Beeil dich mit deinem Anliegen, Ringelschwanz. Wir haben noch viel zu tun.“ Mit dem Flügel deutete der Anführer der Pinguine nachdrücklich auf die Karten und den Haufen Fische, die auf dem Tisch lagen.
Kurz sah King Julien zu dem Tisch, zuckte jedoch nur desinteressiert mit den Schultern und war nur einen Wimpernschlag später schon wieder völlig aufgekratzt. „Alice hat eine Dienerin, die ihre Arbeit fur sie macht.“
Die Pinguine tauschten skeptische Blicke untereinander. Das jüngste Mitglied der Truppe, Private, lachte leise und sah aus seinen großen, treuen Augen belustigt zu King Julien. „Du meinst bestimmt nur eine Azubine.“ King Julien sah ihn daraufhin nachdenklich an und versuchte augenscheinlich zu verstehen was dieser mit ‚Azubine‘ meinte. Genervt schlug sich Skipper mit der Flosse vor die Stirn, während Kowalski nun einen Versuch startete King Julien aufzuklären.
„Eine Azubine, eine Auszubildende.“ Wieder blickte King Julien ratlos drein. Im nächsten Moment verzog er jedoch grummelig das Gesicht und deutete anschließend auf deren Luke. „Seht es euch doch selbst an.“
Schon wenige Augenblicke später folgten die Pinguine nach einem weiteren mürrischen Blickwechsel King Juliens Worten. Sie sprangen geschickt aus ihrer Luke heraus, standen kurz darauf im Freien auf ihrer Pinguininsel und blickten neugierig suchend umher. Aber von Alice und ihrer Auszubildenen war weit und breit keine Spur gewesen, weshalb sich rasch sichtliche Ernüchterung und Ärger in den vier Pinguinen breit machte.
Vor allem Skipper wollte am liebsten schon wieder King Julien tadeln, dass er sie von wichtigeren Dingen abhielt. Gerade öffnete er seinen Schnabel, als ihr unangenehmer Nachbar aufgeregt zum Popcornstand zeigte.
„Da ist sie!“ Das Entzücken in der Stimme des Lemuren Königs war nicht zu überhören, als er in diese Richtung deutete. Sofort folgten die Pinguine mit neuerlich neugierigem Blick seinem Fingerzeig und weiteten überrascht die Augen. Vor dem Pinguin Gehege in die Richtung der Gorilla lief gerade Alice über den Weg, während ihre Auszubildende ihr brav folgte.
Vollkommen gelähmt starrte Skipper sie mit geweiteten Augen und Schnabel an. Das Herz schlug ihm augenblicklich bis zum Halse und sein Gefieder kribbelte wohlig, als er ihr Gesicht und ihren Körper ausgiebig in Augenschein nahm.
Er wusste nicht, wie ihm geschah, doch er fühlte sich schlagartig federleicht und wie ihm ganz warm wurde. Vom Ärger auf King Julien war keine Spur mehr und selbst sein Gesichtsausdruck wurde ganz verträumt. Vor seinem geistigen Auge ploppte das malerische Bild auf, wie er mit ihr Flügel in Hand über Blumenwiesen lief und im See aus Blüten mit ihr kuschelte.
Ihr anmutiger Körper war verborgen in der Tierpfleger Uniform, die jedoch herrlich ihre Rundungen betonte, während ihre Augen aufmerksam dreinblickten und sie sich mit ihren Fingern eine ihrer Haarsträhnen hinters Ohr strich.
„Ich will sie zu meiner Konigin machen.“ Das Geständnis King Juliens drang an Skippers Ohrlöcher, woraufhin dieser mit ernster Miene zu ihm sah und sein liebreizendes Lächeln bemerkte. Die anderen Pinguine sahen ebenfalls interessiert und auch teilweise entzückt zu der Auszubildenen, wie Skipper feststellen musste. Dabei entfloh dem einen und anderen sogar ein angetanes Seufzen.
„Wow, sie ist wirklich bezaubernd.“, säuselte Kowalski angetan grinsend, während Rico aufreizend pfiff und Private nur ein verträumtes „Mhm“ von sich gab. „Rumschwärmen einstellen, Männer.“ Sogleich schlug Skipper jedem seiner Männer mit der Flosse gegen den Hinterkopf und bemerkte voller Zufriedenheit, wie diese ihre Schwärmerei einstellten.
Anschließend hielt er seine Flossen hinter seinem Rücken, sah in die aufmerksamen Gesichter der anderen Pinguine und nickte zufrieden. Nun wandte sich sein strenger Blick King Julien zu. „Nichts da, Ringelschwanz. Ich habe beschlossen diese Schönheit für mich zu beanspruchen.“ Mit erhobenem Haupt sah Skipper in die Richtung der Auszubildenen und atmete tief durch, während sein Gesicht pure Entschlossenheit widerspiegelte.
Die drei Pinguine sahen ihn auf seine Aussage hin ganz erstaunt an, was dieser gekonnt ignorierte. Gefühlsduselei war nicht seine Art und doch hatte Skipper nie damit hinterm Berg gehalten, wenn ihm ein Weibchen gefiel. Was gefühlt alle Jubeljahre einmal vorkam.
Private legte begeistert seine Flossenspitzen an seinen Schnabel und kicherte vergnüglich. „Skipper ist ja verliebt.“ Kowalski fasste sich sogleich ans Herz, lächelte träumerisch und hob seine andere Flosse leicht gen Himmel. „Hach, Liebe auf den ersten Blick. Ganz so wie bei mir und Doris damals.“ Private und Ricos Blicke glitten daraufhin zu Kowalski, der für den Moment eindeutig mit seiner Träumerei beschäftigt war und sich mit Sicherheit noch immer wünschte, dass diese Liebe nicht einseitig blieb. Was sie jedoch bis zum heutigen Tage war.
Das Gefieder prickelte Skipper nun unangenehm, ihm wurde knallheiß und er fühlte sich direkt etwas verlegen. Mit leicht krausgezogenen Brauen blickte er zur Seite, wobei sein Herz ihm jedoch in seiner Brust ertappt schlug. Er gab es ungern zu, doch er war ganz eindeutig Opfer der Liebe auf den ersten Blick geworden.  
„Verliebt? Oh, nein, das bin ich in die Felllose nicht.“ Die Arme vor der Brust verschränkt und die Pinguine mit gehobener Augenbraue betrachtend hatte King Julien diese Worte von sich gegeben. „Sie wurde sich allerdings sehr hubsch an meiner Seite machen, um meine naturliche Schonheit zu unterstreichen.“ Ein selbstverliebtes Grinsen stahl sich auf seine Gesichtszüge und er geriet dabei auch noch sichtlich ins Schwärmen über seine eigene Person.
Diese Aussage stimmte Skipper direkt viel zufriedener, da King Julien offenbar keinerlei Gefühle außer Habgier für sie empfand. Dies war nun nicht unbedingt besser, aber durchaus angenehmer. Aus diesem Grund war er sicher keine Konkurrenz in King Julien zu haben, denn er war fest davon überzeugt, dass keine Frau der Welt nur das schmückende Beiwerk des Mannes sein wollte.
Nun sah er mit einem viel selbstsicheren Lächeln zu der Fremden und durfte nun das erste Mal in seinem Leben den Zauber der Liebe, sogar der Liebe auf den ersten Blick, so richtig genießen. Gefallen hatte er schon an einigen Weibchen gehabt, doch keine davon hatte ihn dermaßen auf Wolken schweben lassen, wie sie es tat. Er kannte nur ihr Aussehen und ihre Ausstrahlung, doch spürte er tief in seinem Inneren, dass sie die Frau war, mit der er den Rest seines Lebens verbringen wollte.
Der Gedanke, dass sie nur eine hübsche Fassade und ein scheußliches Inneres haben könnte, war für Skipper vollkommen abwegig. Zumal er eine gute Tierkenntnis besaß und auf dem ersten Blick sagen konnte, welches Tier vertrauenswürdig war und welches nicht. Zumindest traf es meistens zu und sogar auf Menschen ließ sich dies anwenden.
Mit entschlossenem Gesichtsausdruck sah Skipper nun zu den anderen Pinguinen. „Männer. Operation ‚Felllose Liebe‘ beginnt ab sofort.“ Er deutete mit seinem Flügel auf Kowalski und grinselte ihn vielsagend an. „Kowalski. Optionen.“
Sein Wissenschaftler zückte auf Skippers Worte hin augenblicklich Block und Bleistift, begann etwas zu kritzeln und erläuterte dabei sachlich seinen Plan. „Wir könnten sie in eine gefährliche Situation bei Joey dem Känguru bringen. Anschließend erscheinst du auf der Bildfläche und rettest sie. Womit du zu ihrem Helden und Herzeroberer wirst.“
Private schlug entsetzt die Flossen vor den Schnabel und schüttelte eifrig den Kopf. „Das klappt doch nie. Skipper sollte es mit Romantik und lieblichen Worten versuchen. Das spricht Mädchen viel mehr an.“ Skeptisch und sogar entnervt von den anderen Pinguinen betrachtet, wobei King Julien eher fragend zu den Pinguinen blickte, seufzte Private resigniert und ließ seine Flügel hängen. „Gut, machen wir es auf Kowalskis Art.“ Sinn, mit den anderen zu diskutieren hatte es leider eh keinen, was dieser wieder einmal sichtlich bedauerte.

๑⊱☆⊰๑


Schließlich setzten die vier Pinguine ihren ausgeklügelten sowie überaus gefährlichen Plan in die Tat um und warteten bis die angehende Tierpflegerin im Gehege vom Känguru Joey war. Das Känguru war sehr temperamentvoll, gefühlt immer schlecht gelaunt und obendrein dafür bekannt ungehalten zu reagieren, wenn man sein Gehege ungefragt betrat. Generell war Joey ein sehr unangenehmer Zeitgenosse, der scheinbar eine Abneigung gegen alles und jeden hatte. Selbst Alice und der Tierarzt hatten oft mit dem Känguru unschöne Moment erlebt, da dieses Tier wahrlich alles andere als handzahm war.
Alles war nun gut organisiert und Rico würde schon bald mit einer Dynamitstange das Känguru aus seinem Tiefschlaf reißen, sobald die junge Frau das Heu abgelegt hatte. Nur einen Augenblick später war es so weit, sie legte den letzten Heuballen für Joey ab, richtete sich auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
Es ertönte nun ein lauter Knall im Gehege, woraufhin sie irritiert in die Richtung sah, aus der dieser Laut gekommen war und weitete, erschrocken die Augen, als das Känguru erwachte. Joey richtete sich anschließend langsam und mit erzürntem Blick in ihr Gesicht zu voller Größe auf, wobei er schnaubte. „So, du wagst es also mich zu stören und zu belästigen?!“ Mit unsicherem Gesichtsausdruck schüttelte sie den Kopf und zitterte sichtlich, da Joey näher auf sie zu kam.
Voller Spannung hatten die Pinguine das bisherige Geschehen beobachtet und kurz fragende Blicke untereinander getauscht. Könnte es möglich sein, dass sie die Sprache der Tiere verstand? Es machte bei ihrer Reaktion auf Joeys Empörung den Eindruck. Bisher tat dies doch nur Officer X, doch der hatte bekannter Weise auch nicht alle Tassen im Schrank. Skippers Augen ruhten wieder auf dem Geschehen, wobei er auf den Moment wartete, indem er seinen großen Auftritt hatte.
Seinen Zorn unterstreichend schlug Joey nun seine Faust in die Handfläche und sah wütend zu der Auszubildenen. „Dafür mach ich dich fertig.“ Kaum waren diese Worte ausgesprochen, drehte sich die junge Frau mit ängstlichem Gesicht um und wollte so schnell es ging aus dem Gehege flüchten. Dank Kowalskis Plan war eine Angelschnur über den Boden gespannt, weshalb sie bei ihrer Flucht über diese stolperte und unsanft mit dem Bauch auf den harten Boden landete. Voller Furcht in den Augen sah sie hinter sich und war wie gelähmt, als Joey schnaubend auf sie zu kam.
Das war Skippers Stichwort, weshalb er von der Gehege Mauer sprang und der jungen Frau zu ihren Füßen landete. Ohne zu fackeln, ging er in Kampfhaltung und blickte das Känguru herausfordernd an. „Du wirst dieser Schönheit nicht ein Haar krümmen, Joey.“ Aus dem Augenwinkel konnte er erkennen, wie die Auszubildene verblüfft zu ihrem Retter sah und offenbar nicht damit gerechnet hatte von einem Pinguin Hilfe zu erhalten. Unweigerlich ließ ihre Reaktion ihn sich stolz fühlen, da er schon einmal einen unvergesslichen ersten Eindruck mit seinem Auftauchen bei ihr hinterlassen hatte.
„Das werden wir noch sehen, Pinguin.“, knurrte Joey zornig und wollte gerade nach Skipper schlagen, als dieser rasch auswich und das Känguru mit wenigen jedoch sehr gekonnten Flügelschlägen K.O. schlug.
Es dauerte nur wenige Sekunden, bis Joey keine Bedrohung mehr darstellte. Zufrieden mit sich selbst und seiner Glanzleistung, klopfte sich Skipper die Flossen ab und stemmte diese für den Moment in die Seiten. Er wollte seinen Auftritt auf sie wirken lassen, denn er spürte wie ihre Augen an ihm hafteten, was ihn geradezu auf einen emotionalen Höhenflug transportierte.
Nun wandte sich Skipper der jungen Frau endlich zu und verbeugte sich huldvoll vor ihr. „Ich hoffe du hast dich nicht zu sehr bei deinem Sturz verletzt. Oder soll ich erste Hilfe leisten?“ Sein Blick war dabei geradezu verführerisch und sein Lächeln wirkte fast schon unwiderstehlich, während er mit geschwellter Brust der angehenden Tierpflegerin gegenüberstand.
Für einige Atemzüge sah sie Skipper mit erstauntem Gesichtsausdruck an, wobei ihr sogar der Mund etwas offenstand. Schließlich schüttelte sie leicht den Kopf, um wieder ihre Fassung zu erlangen. Erst danach rappelte sie sich auf, klopfte sich den Staub von ihren Sachen und blickte Skipper erneut an. Ihr Gesicht war noch immer von Verwirrung gezeichnet, wobei sie den Kopf leicht schief legte. Ihre Reaktion war nicht die, die er sich erhofft hatte. Unweigerlich verblasste sein Lächeln, denn ihm schwante Böses; Offenbar verstand sie kein Wort von dem was er gesagt hatte und das bestürzte ihn zutiefst. Ihm wurde das Herz unendlich schwer und er fühlte sich mit einem Mal so leer.
Schließlich ging die Auszubildene vor Skipper in die Hocke, streckte die Hand nach ihm aus und lächelte sanftmütig. „Na komm her, mein Retter. Ich bring dich in dein Gehege zurück.“ Sofort erhellte sich sein Gesicht wieder und er watschelte zielstrebig auf die junge Frau zu, woraufhin sogar sein Herz wieder schneller schlug.
Sie hatte ihn ‚Mein Retter‘ genannt, was ihm zeigte, dass diese Aktion nicht umsonst war. Der erste Eindruck war ihm fabelhaft geglückt und sie hatte verstanden, dass er sie aus dieser misslichen Lage befreit hatte. Das sie offenkundig nicht eines seiner gesagten Worte verstanden hatte verdrängte er für diesen schönen Moment.
So etwas hatte Skipper in seinem ganzen Leben noch nie erlebt. Daher erlaubte er sich für diese paar Minuten sich dem Liebestaumel gänzlich hinzugeben und dieses warme Gefühl in seiner Brust zu genießen. Als er dicht bei ihr stand, legte er seinen Flügel in ihre Hand und sah dabei in ihre schönen Augen, in denen er ungelogen hätte ertrinken können.
Lächelnd schloss sie ihre Hand um diesen und mit der anderen Hand an seinem Rücken hob sie ihn zu sich hoch. Sachte drückte sie Skipper an ihr großzügiges Dekolleté und strich zärtlich über seinen Rücken. „Danke nochmal, mein Held.“ Ihre warme, sanfte Stimme ging Skipper durch Mark und Bein, wobei ihre liebevolle Tonlage ihm ein herrliches Prickeln auf dem Gefieder machte.
„Ich bin übrigens Fidelis, eure neue Tierpflegerin.“ Endlich wusste Skipper auch ihren Namen und blickte dabei mit einem schmachtenden Gesichtsausdruck zu ihr auf. „Fidelis, was für ein schöner Klang.“ Er ließ sich ihren Namen regelrecht auf der Zunge zergehen, während er sich nun ungeniert an sie schmiegte und dabei seinen Kopf an ihre Schulter bettete, wobei ihm nicht unbemerkt blieb, wie weich ihre großen Brüste sich unter ihm anfühlten. Wie zwei wundervolle natürliche Kissen.
Fidelis drehte sich mit Skipper im Arm um und verschwand aus Joeys Gehege, wobei dieser von den beiden keinerlei Beachtung mehr erhielt. Scheinbar bemerkte sie auch nicht wie Rico, Kowalski und Private ihnen unauffällig folgten. Dies kümmerte Skipper gerade auch gar nicht, denn dieser schwebte auf Wolken. Er war vollkommen dem Gefühl der Liebe verfallen. Berauscht von ihrer sanften Stimme, den zärtlichen Berührungen und ihrem süßlichen Geruch, schloss er halb seine Augen und wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher als nie wieder von ihrer Seite weichen zu müssen. Ihr Name klang, wie Musik in seinen Ohrlöchern und er seufzte wohlig auf, während er ihre Nähe in vollen Zügen genoss. Am liebsten hätte er es gehabt, dass die Zeit stillstand.
Fidelis brachte Skipper mit langsamen Schritten in das Pinguin Gehege zurück. Dort angekommen hockte sie sich auf der Pinguininsel hin und küsste ganz sanft seine Wange, wobei die geküsste Stelle nun wie Feuer brannte und diese Geste seinen Liebestaumel intensivierte.
Kurz darauf setzte sie ihn auf der Plattform ab und schenkte ihm ein warmherziges Lächeln. „Ich kann dir nicht genug danken. Also noch einmal; Ich danke dir.“ Anschließend richtete sich die Auszubildende wieder auf und balancierte zurück über die Planke zur Gehege Tür, die Teil des Metallzauns war.
Ein letztes Mal verschmolzen ihre Blicke miteinander, was Skippers Herz neuerlich fröhlich in seiner Brust hüpfen ließ. Schließlich wandte sie sich mit der Planke unter dem Arm um, ging über den Zoo Weg und ließ einen ganz verträumten und vollkommenen liebestrunkenen Skipper zurück.
Kaum war Fidelis verschwunden sprangen Rico, Private und Kowalski über den Gehege Zaun auf die Plattform zu Skipper und sahen ihn voller Neugier an. „Und hat es geklappt, Skipper?“, wollte Private hoffnungsvoll von seinem Anführer wissen, doch dieser gab daraufhin nur ein wohliges Seufzen von sich. Kowalski musterte ihn prüfend, legte den Kopf schräg und räusperte sich mit Nachdruck. „Ist die Operation erfolgreich gewesen?“
Als Skipper noch immer keine Antwort gab, verpasste Rico ihm einen Schlag mit der Flosse gegen die Wange. Sofort weitete Skipper die Augen, sah zu seinen Freunden und räusperte sich ertappt. Mit großen Augen sahen die anderen ihn an, woraufhin er kellertief ausatmete.
Langsam schüttelte er den Kopf und sah geknickt zu Boden. „Nicht ganz. Offenbar versteht sie unsere Sprache nicht.“
Sein Liebestaumel wurde gedämpft, da die bitteren Gefühle über diese Tatsache wieder an die Oberfläche drangen. Mit einem Mal jedoch überflutete ihn ein Schwall von Zuversicht, weshalb er sich zu voller Größe aufrichtete und zu den dreien blickte. „Allerdings werde ich nicht eher ruhen, bis sie mich erhört und meine Gefühle erwidert hat.“ Seinen Kopf wandte er nun in die Richtung, in der Fidelis verschwunden war. Er würde sie erobern und es war ihm ganz gleich, wie lange es dauern würde.
Kowalski beugte sich auf Skippers Ansprache hin zu Rico und Private hinüber und hob seinen Flüsterflügel. „Selten habe ich Skipper so verbissen erlebt.“ Private blickte an Kowalski vorbei und betrachtete ihn einige Herzschläge lang ausgiebig, ehe er leise zu kichern begann. „Er ist halt verliebt. Ich hoffe sehr, dass wir ihn und die Auszubildende rasch zusammenbringen können.“ Zustimmendes Gefasel folgte von Rico, der mit einem Grinsen auf dem Schnabel Privates Worten beipflichtete.
Mit neuem Mut trat Skipper nun dazu, sah zu seinen Freunden und verkündete feierlich: „Männer, ich will das ihr alles dokumentiert was mit Fidelis zu tun hat. Ich will alles über sie wissen, damit ich rasch ihr Herz für mich gewinne. Und wenn ich ‚alles‘ sage, dann meine ich auch wirklich alles.“ Die drei Pinguine salutierten mit entschlossenem Lächeln auf ihren Schnäbeln, sahen ihren Anführer an und hörten ihn sagen: „Operation ‚Felllose Liebe‘ hat eben erst so richtig begonnen.“

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