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La Mafia Princesa

GeschichteDrama, Action / P18 / Het
24.05.2021
17.09.2021
33
45.802
12
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14.09.2021 1.440
 
Nach dem Bella sich die Tränen von den Wangen gewischt hatte drehte sie sich auf dem Absatz um und lief auf direktem Wege auf mich zu, naja nicht auf mich sondern auf den Ausgang. Sie versuchte gerade an mir vorbei zu huschen, als ich sie am Arm zufassen bekam. „Bella könnte ich kurz mit dir reden?“ Sie atmete tief ein und sagte dann mit einer verheulten jedoch festen Stimme. „Bitte jetzt nicht, du hast doch gesehen Marizza wartet auf mich und ich brauche jetzt etwas Zeit mit Menschen die mich lieben und unterstützen.“ Ohne darüber nachzudenken platze es fast komplett aus mir heraus.“ Aber ich tue d..“ Ich brach ab räusperte mich und setzte erneut zum sprechen an. „Ich meine ja natürlich das verstehe ich, vielleicht hast du ja später kurz Zeit für mich.“ Mit diesen Worten ließ ich sie los, daraufhin nickte sie und setzte sich wieder in Bewegung, doch nach zwei Schritten drehte sie sich erneut um. „Ah und Herr Ramirez ich wäre ihnen sehr verbunden wenn sie mich siezen würden, zumindest in der Nähe von anderen Menschen, wir haben eine Professionelle Beziehung und die sollten wir beibehalten. Alles was vor meiner Ankunft in diesem Anwesen passiert ist, ist nicht existent. Ich würde sie um Verschwiegenheit und Professionalität bitten.“ Mit offenem Mund sah ich sie an, sie wartete gar nicht auf eine Zustimmung von mir, hastig warf sie sich die dunklen Haare über die Schultern und rauscht in Windeseile davon. Es war nicht existent? Wie konnte sie das den sagen? Ich meine ja ich hatte auch gesagt das wir keine Beziehung führen konnten, doch ich hätte es niemals verleugnet, natürlich hatte sie einen wichtigeren Posten als ich und sie musste ihren Ruf wahren. Doch sie wusste ich würde niemals jemandem etwas von dem erzählen was zwischen uns passiert war. Immer wieder schallten ihre Worte in meinem Kopf, es wirkte so einfach gesagt, als würde sie einem die Tagestheme aus der Zeitung erzählen. Jetzt war es wohl zu spät ihr meine Liebe zugestehen. Ich als kleiner niedriger Wächter, durfte das sowieso nicht, ich hatte schon recht mit der Aussage das es nicht gehen würde. Doch eine Stimme in meinem Hinterkopf sagte mir immer wieder, wieso denn nicht? Liebe, Beziehung sogar Freundschaft alles wäre besser als das was jetzt zwischen uns herrschte.

Egal ich durfte jetzt nicht über mich und meine Gefühle nachdenken, ich musste jetzt überlegen wie ich strategisch vorgehen konnte, damit Bella sehen würde, dass Marizza irgendetwas im Schilde führt. Ich war mir ziemlich sicher das die Caruso mittlerweile über Garcias Tod Bescheid wussten. Jetzt gab es nur noch ein Ziel und das war Arabella. Doch was würden sie ihr antun. Wenn Bella nicht mehr wäre hätte Italien gewonnen und die Spanische Mafia wäre besiegt. Im Grunde war Italien jedoch genau so weit wie Spanien auch. Beide Familien hatten das Oberhaupt verloren und in beiden Familien musste das Kind des Oberhauptes Nachrücken. Nur war Gabriele zum Töten bereit und Bella war das nicht. Ich musste ihr also irgendwie verständlich machen das sie sich mit einem Maulwurf umgab, nur wie sollte ich das anstellen? Sie würde mir nicht glauben, sie würde mir vermutlich nie wieder etwas glauben ich besaß bei ihr ja nicht mal mehr einen Vornamen. Herr Ramirez nannte sie mich, fast wäre mir eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen. So nannte mich nicht mal mein Versicherungsfutzi. Kopfschüttelnd versuchte ich noch einmal alle Informationen zusammen zutragen die ich über Marizza hatte.

Marizza und Bella kannten sich erst 5 Jahre, waren trotz allem beste Freunde. Als Gabriele Caruso in Spanien in der Disko war um Bella zu töten, war Marizza auch da. Okay ich müsste Bella dringend Fragen wer sich den Club ausgesucht hat. Innerlich fing ich eine Liste an auf der ich mir Gedanklich wichtige Punkte notierte. So weiter, Bella hatte mir erzählt Marizza kannte ihren Vater nicht und ihre Mutter wäre noch vor dem Kennen lernen mit Bella gestorben, außerdem hätte sie Bellas Vater sehr gut gekannt. Okay irgendetwas machte Klick in meinem Kopf. Sie lernte Bella erst kennen als ihre Mutter gestorben war und ihren Vater kannte sie nicht. Lebte ihr Vater vielleicht? War ihr Vater vielleicht Italiener oder dachte ich einfach zu kompliziert? Suchte ich mir einen Bösewicht wo es keinen gab? Ich war schon völlig neben der Spur, ich brauchte dringend einen Spaziergang an der frischen Luft. Etwas erschöpft verließ ich das Schlafzimmer von meinen toten Boss und machte mich auf den Weg ins Freie.

Bellas Sicht

Ich suchte gerade meine Beste Freundin, ich brauchte dringend eine Umarmung. Auch wenn sie nicht wusste was zwischen Ricardo und mir vorgefallen war so konnte sie mir trotzdem Trost spenden in dem sie da war. War ich denn zu hart zu ihm? Immer wieder Fragte ich mich das. Doch die Stimme in meinem Kopf antwortete mir nicht. Kopfschüttelnd tadelte ich mich. Ich sollte nicht über ihn nachdenken, ich sollte nicht darüber nachdenken ob ihn meine Worte verletzt hatten, er war nur meine Wächter. Mein Vater war gestorben sein sich langsam zersetzender Körper lag ein paar Türen weiter. Ich sollte mir Gedanken über die Beerdigung machen, klar Ricardo hatte alles für mich in die Wege geleitete doch es gab noch so vieles das er nicht bestimmen konnte, denn ich war die Tochter die ein Elternteil verloren hatte. Er konnte mir nicht heraussuchen was ich anziehen würde, er konnte mir nicht aufschreiben was auf meiner Grabrede stehen sollte und vor allem konnte er nicht das Lied singen das ich für meinem Paps singen würde. In meinem Zimmer angekommen, suchte ich kurze den Raum nach Marizza ab. Sie saß vor meinem Bett auf dem Boden und tippte auf ihrem Handy herum. Mein hereinkommen ließ sie aufzucken, weshalb sie es hastig weg packte. „Nah meine süße geht es dir etwas besser?“ Fragte sie mich gerade, während sie aufstand und zu mir lief. „Ich weiß nicht ich, naja weiß du ich muss noch eine Grabrede schreiben, ein Lied einstudieren und ein Kleid heraussuchen. Und gerade bei der Grabrede da wäre mein Paps die Person gewesen die ich um Hilfe gefragt hätte, doch er ist nicht mehr da, er wird nie wieder da sein. Ich werde nie wieder hören wie er Adora zu mir sagt, ich werde nie wieder ein Geburtstagsfrühstück von ihm ans Bett bekommen mit diesen völlig verkohlten Pancakes die absolut ungenießbar waren. Ich werde nie wieder seine wärme spüren und seine Hand auf meiner Schulter, die mir immer halt gegeben hat, die da war wenn ich Probleme hatte. Ich weiß nicht ob ich eine Beerdigung überstehen kann ich bin noch nicht so weit ihn gehen zulassen.“ Weinend brach ich auf dem Boden zusammen, der Gedanke, dass ich ihn nach dieser Beerdigung nie wieder sehen würde und nie wieder hören würde, es brachte mich fast um. Mein Vater war mir der wichtigste und liebste Mensch auf diesem Planeten und nur wegen diesem furchtbaren Krieg musste er sein Leben geben, es war nicht fair. Und nichts desto trotz war ich das neue Oberhaupt, wie sollte ich ohne meinem Papa einfach so weiter machen, wie sollte ich den Posten des Oberhauptes übernehmen ohne die Einarbeitung vom König der Spanischen Mafia. Ich wusste nicht was mein Vater genau Tat und ich wollte es auch gar nicht wissen. Alles was ich erfahren würde, würde ihn in einem anderen Licht erscheinen lassen, doch ich wollte ihn so in Erinnerung behalten wie ich ihn kannte.

Ich wollte  nicht das Oberhaupt sein und gefährliche, skrupellose dinge tun. Im Grund wollte ich die Ketten sprängen und abhauen. Dieser Gedanken war für mich der logischste Weg um weiter machen zu können. Denn ich hatte keine Ahnung wie ich dieses Geschäft zu leiten hatte und ich wollte nicht den Wölfen zum fraß vorgeworfen werden um es heraus zu finden. Ich fand es sollte ein Ende haben ein für allemal.

Marizza half mir ein passendes Kleid herauszusuchen, ein schwarzes knielanges eng anliegendes Kleid, das ein Spitzenbesatz an Ärmeln und Dekolleté besaß. Es war nicht zu aufreizend und lies mich auch nicht zu kindlich wirken, es zeigte im Grunde was für eine schöne junge Frau mein Papa aus mir gemacht hatte. Zu dem Kleid suchte ich mir schlichte, schwarze High Heels heraus.

Das Lied das ich singen würde, war Amazing Grace, ich entschied mich für dieses Lied, das es das Beerdigungslied meiner Mutter war. Mein Dad hörte es jedes Jahr zu ihrem Todestag und deshalb wollte ich es auch an seinem Todestag spielen, ich wollte eine Verbindung zu diesen zwei Tagen herstellen, in der Hoffnung, dass sie sich da oben wieder finden würden.  Der Gedanken daran, sie würden sich finden und wären nie wieder alleine gab mir ein wenig Trost.
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