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Like chalk and cheese

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
OC (Own Character)
23.05.2021
25.07.2021
10
26.157
3
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
23.05.2021 904
 
Hey ihr Wandlerinnen und Wandler da draußen in der weiten Welt des Woodwalker-Universums,
schön, dass ihr euch hierher verirrt habt! Naja, verirrt wäre schlecht. Ihr habt den Weg gefunden? Dann vorab einige Informationen:
- Die Geschichte wird in zwei pro Kapitel wechselnden Sichten erscheinen.
- In wöchentlichen Abständen werden neue Kapitel veröffentlicht.
- Die Woodwalkerwelt mitsamt ihren bereits vorhandenen Charakteren gehört natürlich Katja Brandis. Die ganzen anderen Verrückten habe ich mir ausgedacht.
- Am Anfang jedes Kapitels steht ein Zitat, welches ebenfalls das Eigentum des genannten Autors/der genannten Autorin ist.
- Über Hinweise und positive genauso wie konstruktive Reviews würde ich mich freuen.
Jetzt aber erstmal viel Spaß mit dem Prolog.


Ich bereue nichts, sagt der Übermut. Ich werde nichts bereuen, die Unerfahrenheit. (Marie von Ebner- Eschenbach)


Mein Körper flog über den kalten Betonboden. Ich lief jetzt schon seit einer halben Ewigkeit, allerdings hatte ich mir das selbst zuzuschreiben. Ich hatte seit einigen Tagen tagsüber, wenn ich nicht in meinem Versteck war, ein Haus beobachtet und weil dort Kaninchen lebten war ich auf die Idee gekommen mir eines zu holen.

Naja, dass hatte sich als eine schlechte Idee herausgestellt. Eine sehr schlechte Idee. Ich war in den Garten durch eine Lücke des Zauns gelaufen und da es sowieso dunkel war, hatte ich keine Bedenken, dass mich jemand sehen könnte. Ich war ungefähr eine Marderlänge von diesem Terrassen Dings, oder wie die Menschen das nannten, entfernt gewesen, als plötzlich überall Lichter angingen. Ich hatte keine Ahnung, was los war, jedenfalls war alles um mich herum mit einem Mal schrecklich hell.

Geblendet zog ich mich zurück, doch kurz bevor ich aus dem Garten verschwinden konnte, kam jemand auf mich zu gerannt. Ein Mann mit seltsamen Sachen an. Normalerweise hatten Menschen Lederdinger an den Füßen und Jacken an. Doch dieser hier lief barfuß. Hilfe, war dem nicht kalt ohne Fell? Bevor ich mich lange wundern konnte, floh ich lieber, da er mir Worte an den Kopf warf, die sich nicht gerade einladend anhörten.

Ich hatte das Gefühl, den Mann nicht mehr zu hören und meine Schritte verlangsamte sich. Ich rief nach meinen Eltern, doch niemand antwortete mir.
Mum? Dad? Wo seid ihr?
Ich wollte zurück zu unserem Felsvorsprung, unter dem wir unseren Bau hatten. Zurück zu meinen Eltern und zu meinen drei Geschwistern. Irgendwo hin, wo es keine lauten Rufe und grässlichen Lichter gab. Warum war ich nur so weit von Zuhause weggelaufen? Wieso hatte ich nicht einfach weiter den Prahlereien meines Bruders gelauscht?  Verschreckt und noch immer mit dem grellen Leuchten in den Augen und den Schreien der Menschen in den Ohren, hielt ich meine feine Nase in die Luft. Nichts! Wo war ich? Schutzlos rollte ich mich auf dem harten Asphaltboden zu einer Kugel zusammen. Der kalte Wind fuhr schneidend durch mein Fell und selbst unter dem dicken Pelz fröstelte ich. Hilflosigkeit machte sich in mir breit. Wie sollte ich nur jemals wieder zurückfinden? Was wenn die Menschen mich fanden?

Die Panik drohte mich zu überwältigen, da hörte ich plötzlich etwas. Es klang wie ein leises Fiepen. Es schien zunächst noch weit entfernte, doch langsam wurde es lauter und nach einiger Zeit konnte ich Worte verstehen.
Cassidy? Wo bist du? Wir suchen dich.
Hoffnungsvoll schreckte ich aus meiner kauernden Position und drehte mich wie wild im Kreis, um zu hören, woher das Geräusch kam, aber erst dann merkte ich, dass jemand mit mir von Kopf zu Kopf sprach. Nur meine Familie konnte das. Ich hatte einmal probiert mit einem Frosch zu sprechen, aber er hatte mich bloß blöd angeglotzt.

Ich sah etwas kleines, Langes um mich herum hetzen und hörte es rufen:
Ich hab´ sie! Und ich habe sie zuerst gefunden, Ätsch! Wer ist hier das beste Raubtier?
Ein triumphierender Lacher war zu hören und ich erkannte die Stimme meines Bruders Thompson. Er war etwas älter als ich, jedoch verstanden wir uns gut. Schnell brachte ich mich in eine vorteilhaftere Position. Auf keinen Fall sollte er denken, dass ich mich gefürchtet hatte! Ich wollte gerade etwas Anstachelndes von mir geben, als eine weitere Gestalt heranflitzte. Sofort erkannte ich meine gleichaltrige Schwester Poppy. Sie stürzte auf meinen Bruder zu und warf ihn zu Boden. Die beiden rollten kämpfend durch das nasse Gras. Hätte ich nicht gewusst, dass sie sich nicht ernsthaft verletzten, wäre ich wohl dazwischen gegangen, doch es war nur einer unserer üblichen Spielereien. Also sah ich bloß zu und feuerte lautstark meinen Bruder an, als wäre nichts gewesen. Meine Angst von eben war vergessen.

Das spannende Schauspiel hielt allerdings nicht lange an. Schon trafen auch meine Eltern ein und zerrten die beiden auseinander.
Thompson! Poppy! Sofort Aufhören! ging meine Mutter dazwischen.
Außerdem sind wir keine richtigen Raubtiere, sondern hundeartige Raubtiere. Vergesst das nicht.

Die Stimme meiner Mutter klang streng, so wie immer, wenn sie uns an dieses kleine Detail erinnerte, das ihr so penibelst wichtig war.

Kaum hatte ich den Gedanken zu Ende gedacht, richteten sich ihre kleinen Knopfaugen auch schon vorwurfsvoll auf mich.
Wo warst du, Cassidy?
Kurz wollte ich einen trotzigen Blick aufsetzen, überlegte es mir dann jedoch anders, da ich nicht kindisch wirken wollte. Ich hatte an diesem Abend schon genug falsch gemacht. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, mit einem besonders großen Zwergkaninchen hier aufzukreuzen, allerdings war dieser Plan Mal wieder gründlich in die Hose gegangen. Verdammte Marderkacke! Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, also entschuldigte ich mich einfach und trottete in die Richtung aus der meine Familie gekommen war.
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