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I'm with you - Bennoda

von MissLisi
Kurzbeschreibung
OneshotRomance, Schmerz/Trost / P12 / MaleSlash
Chester Bennington Mike Shinoda
23.05.2021
23.05.2021
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1.875
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23.05.2021 1.875
 
Es ist erschreckend wie schnell man einen geliebten Menschen verlieren kann. Bei den Auftritten zuvor war er so fröhlich. Doch der Schein trügte, das wusste auch ich, nur wahrhaben wollte ich es auch nicht.
Ob es was geändert hätte, wenn ich noch mehr für ihn dagewesen wäre? Ich hatte selbst schon so viel Kraft in ihn gesteckt. Hätte ich überhaupt noch mehr aufbringen können?

Egal, nun war es auch zu spät...
Alle Viere von mir gestreckt lag ich auf meinem Bett. Niemand durfte in den Raum. Ich wollte niemanden sehen. Gegessen hatte ich schon lange nichts mehr. Licht sah ich nur zwischen den kleinen Spalten der Vorhänge. Um mich herum lagen Bilder, Zettel und Taschentücher.

Was für ein ekelhaftes Gefühl mich umgab. Am liebsten würde ich es ändern aber ich schaffe es nicht. Seufzend wollte ich nach mein Handy greifen, doch auch da waren nur Trauerbekundungen und Nachrichten über seinen Tod. Davon hatte ich einfach genug. Die Jungs riefen Täglich an, kamen auch oft vorbei, doch sie kamen nur bis zur Schlafzimmertür.

Ich rollte mich auf die Seite und schloss die Augen. Ich war so müde. Seitdem ich es erfahren hatte, habe ich nicht mehr geschlafen und auch jetzt, 4 Tage später, konnte ich es immer noch nicht wirklich. Ich badete förmlich in Trauer und auch Selbstmitleid.
Immer wieder dieselben Gedanken schwirren mir durch den Kopf:

Hätte ich mehr Helfen können?
Wie geht es jetzt weiter mit mir und der Band?
Warum bin ich so feige und verkrieche mich unter meiner Decke?

Die meisten Gedanken machte ich mir um mich selbst. War das Egoistisch? Ich kann doch einfach nicht ohne ihn Leben, wie als wäre er nicht da gewesen. Er war der größte Halt für mich. Und nun ist er weg und damit auch der Halt. Ich falle in ein endloses Loch.

Mein Blick fiel auf eins der Fotos. Natürlich war es eins von mir und Chester. Dort waren wir im Urlaub. Chester und ich, die Arme gegenseitig über die Schultern gelegt, standen vor dem Opernhaus in Sydney. Es war nach einer Tour, zusammen mit unseren Frauen, waren wir in Australien. Kurz danach verließ mich Anna. Sie hatte es herausgefunden aber Vorwürfe machte sie mir nicht. Sie behielt es sogar für sich.

Tränen liefen wieder aus meinen Augen. Dass ich überhaupt noch weinen konnte, so viel wie ich die letzten Tage geweint hatte.
Schluchzend rollte ich mich zusammen.

"Oh jetzt komm schon Mike!" Hörte ich die mir nur zu vertraute Stimme sagen.
Kerzengerade saß ich nun im Bett. Am anderen Ende des großen Schlafzimmers saß ER. Gemütlich in einen der Sessel zurückgelehnt sah er mich an. Aber wie? Wie ist das möglich?

"Es bringt nichts hier zu liegen." Er sah mich an mit diesen warmen Augen. Ich spürte wie mir warm wurde. Anscheinend werde ich verrückt.

"Nein, das wirst du nicht." Antwortet er ruhig, wie als konnte er meine Gedanken lesen. Immer noch starrte ich ihn an und traute mich nicht, mich auch nur ein Stück zu bewegen.

Er seufzte. "Ach Mikey..." Im Gegensatz zu mir bewegte er sich. Er stand auf und ließ sich neben mir nieder, streckte seine Füße von sich und lehnte sich an das Kopfende.

Stille. Ich starrte immer noch auf den Sessel, spürte aber die Wärme neben mir. Sein Blick ruhte auf mir.

"Du siehst ganz schön beschissen aus." Witzelte er aber es war die Wahrheit. Eine Dusche hatte ich schon länger nicht mehr gesehen und die Klamotten hatte ich auch noch nicht gewechselt. Meine Augen waren wohl rot und verquollen vom Weinen.

"Mikey, komm schon, sieh mich an." Er sprach so sanft, dass ich auch nicht anders konnte. Langsam drehte ich mein Kopf nach rechts.
Sofort traten mir wieder Tränen in die Augen.
"Hey, ist okay." Er legte seine Hand auf meinem Arm. Ich spürte seine Berührung, da kann es doch kein Traum oder Einbildung sein... Oder?

"Wie?" Das war das einzige, was ich über die Lippen bekam. Ich war wie hypnotisiert von seinen braunen Augen. Er legte seinen Kopf schräg. "Du solltest nicht in deiner Trauer versinken." Sagte er nur. Er ging nicht auf meine Frage ein, so, wie so oft vor... seinem Tod. Neben meiner Trauer und Verwirrung merkte ich noch etwas: Wut.

"Wie kannst du mich nur alleine lassen?" Schluchzte ich mit lauter Stimme. Jetzt machte ich ihm auch noch Vorwürfe. Sofort fühlte ich mich schuldig und die Wut versiegte.

"Ich lass dich nicht alleine. Ich bin so gesehen immer bei dir, auch wenn du mich nicht siehst." Er machte eine kurze Pause. Seine Stimme war brüchig. "Ich wollte niemanden mit meiner Tat so weh tun... Vor allem nicht dir." Murmelte er.

"Warum dann?" Hauchte ich.
In seinen Augen sammelten sich Tränen. "Ich konnte das alles einfach nicht mehr." Seine Stimme war nur noch ein Flüstern und nun fielen auch bei ihm die Tränen. Stille kehrte zurück in dem Raum. Ich hatte so viele Fragen, doch ich entschied mich für diese: "Wie kann es sein, dass du hier bist?" Diesmal hing ich "Und jetzt antworte darauf!" dran.

"Ich konnte mir das nicht mehr mit ansehen! Man Mike! Dein Leben geht weiter, auch ohne mich." Sagte er mit festerer Stimme und wischte sich die Tränen weg. Ich schüttelte den Kopf. Nein, Chester hatte meinem Leben so viel Sinn gegeben, der jetzt weg war.

"Oh doch. Du musst! Für uns, für unsere Band und für deinen Sohn!" Er rutschte auf seinen Knien vor mich. Er war mir plötzlich so viel näher. Dieser unvergesslicher Geruch stieg mir in die Nase. Er musste hier sein, dass konnte ich mir wirklich nicht einbilden!
Er fixierte meine Augen mit seinen. Seine rechte Hand wanderte zu meinem Gesicht und strich sanft über meine Wange. "Bitte." Hauchte er und kam mir immer näher. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Was passierte hier?

"Oh Mike, es tut mir alles so leid..." Eine federleichte Berührung auf meinen Lippen und sofort breitete sich eine unfassbare Hitze aus. So schnell ich diese Berührung wahrnahm war sie auch wieder verschwunden. Langsam öffnete ich meine Augen. Chester war immer noch so nah vor meinem Gesicht. Verwirrt sah ich ihn an.

"Warum hast du es mir nie erzählt?" fragte er. Nun musste mir die Verwirrung ins Gesicht geschrieben stehen. "Ich meine deine Gefühle mir gegenüber." Ich schnaubte.
"Chez wir sind beide verheiratet gewesen." antwortete ich. "Deswegen haben Anna und ich uns getrennt. Ich hätte es nicht über das Herz gebracht, es dir zu sagen, alleine für unsere Freundschaft. Ohne dich wäre... bin ich verloren." Sofort war ich wieder auf dem Boden der Tatsachen. Chester war Tod.

"Ich wünschte, du hättest es mir gesagt." Er setzte sich wieder neben mich.
"Ich hab auch immer sehr viel für dich empfunden." Er grinste.
"Ich hab dich immer bewundert, du bist so perfekt." Schwärmte er. Auch ich fing an zu grinsen.
"Für mich warst du auch perfekt." Er zog die Augenbraue hoch.
"Ach echt? Kann ich mir nicht so vorstellen." Doch ich nickte. Es war mir egal wie viele Macken er hatte oder wie viele Fehler er machte. Es gehörte zu ihm und das machte ihn aus.

"Ja, es war auch ein Fehler, dass ich dir nicht meine Gefühle gestanden hab. Schließlich war ich verheiratet und das war ein Hindernis aber auch als du dich scheiden liest, konnte ich den Mut nicht aufbringen." Er sah mich an.

"Mike?" fragte er nach einer kurzen Pause.
"Ja?"
"Ich liebe dich." Er sprach diese drei Worte so ruhig aus und in mir zersprang alles. Tausende Schmetterlinge flogen durch meinen Magen.
"Ich liebe dich auch." Krächzte ich zurück. Mein Gesicht musste rot wie eine Tomate sein. Chester kicherte glücklich und rutschte näher an mich.
Wieder war sein Gesicht kurz vor meinem. Die paar Millimeter waren schnell überbrückt. Diesmal war der Kuss so intensiv, dass ich nun komplett überzeugt war, dass das hier echt war. Unsere Arme und Beine verflochten sich. Das hatte ich ewig machen können.

Nachdem uns doch die Luft langsam ausgegangen war, nahmen wir etwas Abstand voneinander. Mittlerweile lagen wir eng umschlungen in meinem Bett.
"Weißt du, ich hab immer gehofft, dass du meine Gefühle irgendwie mitbekommst." Nuschelte Chester in meine Brust.
"Ich hab so viele Lieder für dich geschrieben." Überrascht schaute ich ihn an.
"Ja, zum Beispiel The Messenger oder Into you." Diesmal färbten sich seine Wangen rot. In meinem Kopf liefen die Texte ab. Sie waren an mich gerichtet. Ich zog ihn noch enger an mich.

"Mikey? Vergiss mich bitte niemals." Seine Worte kamen wie aus dem Nichts. Ich könnte ihn niemals vergessen. Niemals.
Noch eine kleine Ewigkeit lagen wir so da. Doch auch ich wusste, dass wir nicht für immer so verharren konnten. Ich strich über sein Arm, über die Tattoos die immer und immer blasser wurden.

"Ich liebe dich." Kleine Tränen sammelten sich wieder in meinen Augen
"Ich dich auch." Hauchte Chez zurück. Ein Kuss besiegelte unsere Liebe noch einmal. Eine unendliche Müdigkeit überkam mich. Ich zog ihn noch näher an mich, bis ich schließlich einschlief.

Ich wachte auf als ich merkte wie etwas meine Nase kitzelte. Es waren Sonnenstrahlen. Aber wie konnte das sein? Ich hatte alle Vorhänge zugezogen. Ich fühlte mich so erholt wie lange nicht mehr. Ausgiebig streckte ich mich. Dann fiel es mir ein: Chester! Ich sah mich um, doch das Bett und das Zimmer war leer. In mir wurde es blitzartig kalt. Ich stand auf und mein Blick fiel auf den Tisch neben den Sesseln, dort lag ein Brief. Langsam griff ich danach und ließ mich auf einen der Sessel nieder.

Als ich ihn las, liefen wieder Tränen über meine Wangen, doch diesmal war es nicht nur die Trauer, sondern auch ein Glücksgefühl mischte sich dazu. Vorsichtig, wie als wären diese Zettel aus hauchdünnen Glas, legte ich sie zurück, wischte meine Tränen weg und lächelte etwas vor mich hin.

Nach einiger Zeit beschloss ich aufzustehen, ging zu meinem Schrank und holte mir ein paar Klamotten raus. Auch die Dusche, die ich danach nahm, fühlte sich so gut an. Ich schlüpfte in eins meiner Hemden und nahm mein Handy. Hunderte von Nachrichten und Anrufen, selbst von Anna. Ich beschloss erstmal etwas zu essen und ging runter in die Küche. Es war aufgeräumt und frisch eingekauft. Ich vermutete, es war einer der Jungs. Sie waren öfter hier und klopfen an meine Tür, baten mich darum zu essen und wieder herauszugehen. Jetzt fühle ich mich auch wieder bereit dazu. Doch das Loch, was Chester hinterlässt, wird noch lange da bleiben. Aber ich versuche für ihn und mich weiterzumachen.

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Hallo erstmal,
Ich hoffe dir hat die Geschichte gefallen. Wenn ja, lass gerne ein Review da, auch gerne mit konstruktiver Kritik :)
Ist btw meine erste Bennoda / Linkin Park Story, obwohl mich diese Band schon seit Jahren begleitet und schon bei schwierigen Zeiten sehr geholfen hat.
Danke für's lesen! :)

LG
MissLisi
 
 
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