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Berge

OneshotAllgemein / P12 / Gen
19.05.2021
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„Demut gebietend und erhebend zugleich, kaum etwas in der Natur
flößt uns soviel Ehrfurcht ein wie der Anblick von Berge“

– Kofi Annan





Neulich war wieder so eine Nacht in der meine Gedanken nicht ruhig werden wollten. Eine Nacht in der man nicht einschlafen kann. Ich hasse solche Nächte, ich hab Angst vor ihnen. Ich hab Angst dass diese Nächte wieder irgendwas ausgraben, so wie gestern und ich dann heulend im Bett liege, obwohl es eigentlich gar keinen Grund gibt. Aber das kennt jeder oder? Diese Momente in denen man einfach ganz bei sich selbst ist, und einem alles richtig klar wird. Was für ein Glück wir haben hier zu leben, dass es uns gibt, dass wir die Chance nicht nutzen, zumindest ich im Moment nicht, dass das Leben an uns vorbei zieht. Das berührt mich jedes Mal.

Letzte Nacht ging es bei mir um Berge. Es ist ziemlich verwirrend. Vor ein paar Jahren hab ich Wandern gehasst, so eine Phase hat jeder Mal oder? Naja in meiner Kindheit war Wandern fantastisch, war dann eher die Jugendphase bis jetzt… Wir waren letzten Sommer wandern und irgendwas hat es in mir verändert.

War es der erste Wanderurlaub nach dem Tod meins Opas der wandern liebte?

War es die erste Wanderung mit einem echt langen und steilen Aufstieg und das Gefühl danach es geschafft zu haben?

Oder war es Reinhold Messner im Firmian Museum und seinen Geschichten und Eindrücken zu lauschen?

Irgendwas davon musste es schlussendlich gewesen sein, dass ich dieses Gefühl wieder habe.

Dieses Gefühl. Das kann man nicht beschreiben. Für mich sind Berge fantastisch. Ich habe Angst vor ihnen. Ich habe Respekt. Ich fühle mich frei. Ich akzeptiere sie. Ich freue mich. Ich kann das nicht beschreiben. Für mich verbinden Berge. Man kommt mit Menschen ins Gespräch die neben einem den schmalen Pfad gehen. Sie wünschen einem einen guten Appetit. Man hilft sich gegenseitig. Berge verbinden einfach und öffnen einem die Augen. Ein Berg verbindet alles auf der Welt in einem. Von ganz unten bis ganz nach oben kann man alles sehen. Wald, Seen, Bäche, Ziegen, Schafe, Kühe, Felsen, Schnee. Einfach alles.
Ich kann das alles nicht in Worte fassen, obwohl ich in Wörter eigentlich viel zusammenfassen kann.

Aber Berge haben so eine Anziehung. Man steht auf dem Gipfel und weiß, ja ich habe es geschafft. Ich konnte hier hoch laufen und dann spürt man das Leben. Dieses Gefühl wenn man richtig lebt. Diese Momente habe ich nicht oft aber ich liebe sie und ich glaube das Ziel des Lebens ist es immer zu fühlen dass man lebt. Und wenn man auf einem Berg steht, konnte man sie bezwingen oder durfte es. Berge strahlen so eine Größe und Macht aus, und man hat es geschafft. Man ist auf einen Berg gestiegen. Einen Berg, den es seit tausenden von Jahren gibt. Der dem Wetter trotz, den Menschen. Der Zeit.

Es ist ein wunderbares Gefühl danach oben zu stehen und zu merken „Wow, das habe ich geschafft, ich bin von dieser Talstation nach oben bis zum Gipfel gekommen, zu Fuß! Ich kann so stolz auf mich sein!“





„Ein Berg ist eine Landform, die sich über die Umgebung erhebt. Er ist meist höher und steiler als ein Hügel, wobei es keine Definition zur genauen Unterscheidung und Abgrenzung beider Geländeformen gibt. Ein Berg sollte sich durch eine gewisse Eigenständigkeit auszeichnen, also genügend Abstand von anderen Bergen und eine Mindesthöhe über einem Pass aufweisen. Gegenstück ist das Tal.“





Das ist die Definition von Wikipedia von einem Berg. Aber was in einem dort drinnen vorgeht, das kann man nicht definieren, noch beschreiben.

In allem und einen genießt man es und an manchen Stellen ist man es Leid und will nicht mehr laufen aber es gibt kein HALT. Wenn dann musst du weiter nach oben, oder umdrehen und verpasst die Chance dich frei zu fühlen und das Glück, man verpasst das Gefühl von Leben. Denn in der Mitte stehen bleiben kann man nicht irgendwann muss man sich bewegen. Aber die ganze Zeit hat man dieses Ziel vor Augen auf dem Gipfel zu stehen der Jahrtausende überdauert hat.

Es geht dabei nicht um das „Ich hab einen Berg bestiegen“, es geht um das „Ich durfte es“, denn berge sind so viel älter, sie strahlen so viel mehr Geschichte und Weisheit aus. Sie bieten einem Schutz können gleichzeitig aber auch der Tod sein.

Ich bezeichne mich jetzt nicht als jemand der jede Woche wandern oder auch schon so oft wandern war. Aber immer häufiger überkommt mich in letzter Zeit dieses Gefühl, einfach los zu wollen, egal wohin Hauptsache weg und sich selbst spüren. Und jedes Mal wenn ich daran denke, denke ich gleichermaßen an die Türme unserer Welt und es macht mich so unfassbar glücklich auch wenn ich in dem Augenblick nur gedanklich dort bin.




„Alle Menschen werden die Wahrnehmungen machen,
dass man auf hohen Bergen, wo die Luft rein und dünn ist,
freier atmet und sich körperlich leichter und geistig heiterer fühlt.“

– Jean-Jacques Rousseau


















Benutzte Quellen:
Zitate: https://www.bergreif.de/zitate-berge-zitate-wandern/
Definition: https://de.wikipedia.org/wiki/Berg
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