Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Luft wird knapp

KurzgeschichteAngst, Familie / P18 / Gen
Danny "Danno" Williams Kawika Max Bergman OC (Own Character) Steve McGarrett
18.05.2021
11.06.2021
5
13.237
2
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
11.06.2021 1.137
 
Aloha^^
Dies ist auch schon das Ende meiner kleinen Geschichte. Ich hoffe, ich konnte euch hiermit eine Freude bereiten.
Natürlich arbeite ich bereits an der nächsten Idee, aber ich kann euch noch nicht sagen, wann wieder etwas hochgeladen wird.
Danke für die Reviews, Empfehlungen und Favos. Es hat mich wie immer sehr gefreut für euch zu Schreiben.
Viel Spaß beim Epilog und vielleicht bis bald!






Seit einer Woche war Melanie wieder Zuhause. Sie hatte bloß starke Prellungen und Platzwunden davongetragen. Dennoch hatte sie sich zwei Wochen frei genommen, um etwas Abstand zu gewinnen. Obwohl sie nicht mehr darüber sprach, hatte Steve ihre Angst bemerkt. Sie hatte die Hölle durchgestanden, als sie lebendig begraben wurde. Die Enge, die Hilflosigkeit, die Luftknappheit. Es hatte sie nachhaltig geprägt. Steve sah es ihr an, wenn sie auf der Couch kauerte. Die ersten drei Nächte hatte sie vor lauter Albträumen kaum die Augen zu gemacht. Er hatte sie bei sich schlafen lassen, damit es ihr besser ging. Dennoch brauchte sie Zeit. Sie musste es verarbeiten. Psychologen lehnte sie trotzdem vehement ab. Also schafften sie es auch allein.


Mit Danny, Chin, Kono und Kawika lief Steve aufs Haus zu. Melanie stand mit ihrem Mustang in der Garage. Das Tor stand offen. Sie hing kopfüber im Motorraum ihres Autos. Die kurze Hot-Pants machte den Blick frei auf die blauen Flecken ihrer Tortur. Einige verblassten langsam, doch sie waren immer noch sichtbar. Ihre Schmerzen blendete sie gekonnt aus.
Sie bemerkte die Fünf nicht, während sie an ihrem Wagen herumschraubte. Der lockere Pferdeschwanz hing ihr über die Schulter und beeinträchtigte ihre Sicht.
Kawika schlich sich von hinten an Melanie heran. Er packte sie bei der Hüfte, stellte sie ein Stück auf die Seite und beugte sich neben ihr über den Motor.
„Brauchst du Hilfe?“
Sie hatte nicht mal gezuckt. Langsam richtete sie sich auf. Ihre Händen waren von Öl verklebt.
„Er verliert Öl. Andrew hat mir meinen Liebling angekratzt.“
Steve suchte in der Garage nach einem alten Lappen und warf ihn Melanie zu. Die wischte sich die Hände daran ab.
„Und was macht ihr alle hier?“
„Wir wollten den Grillabend nachholen, bevor du wieder entführt und lebendig begraben wirst“, erwiderte Danny.
Still verzog Melanie das Gesicht. Sie wandte ihren Blick ab. Steve grummelte leise. Das Danny sowas auch sagen musste. Er sollte sich denken, dass sie nicht gern daran erinnert wurde.
„Was? Noch zu früh?“
Der Blonde blickte seinen Partner verwirrt an.
„Schon gut, Blondi. Ich mach das hier noch fertig, dann stoß ich dazu. Fangt einfach schon ohne mich an.“
Sie beugte sich wieder über den Motorraum und beachtete die anderen gar nicht mehr.
„Ich helf dir.“ Kawika schnappte sich den Werkzeugkasten.
Leise verließ Steve mit den Anderen die Garage. Er wusste, dass Melanie etwas Ruhe brauchte. Die Arbeit an ihrem Mustang entspannte sie, selbst wenn sie Andrews Schäden ausbessern musste. Ihr Wagen blieb ihr Liebling.
Mit den Anderen lief er zum Strand und bereitete alles fürs Grillen vor. Schon wieder. Aber diesmal würde ihnen kein Notfall dazwischenfunken. Melanie war Zuhause und wurde von Kawika praktisch bewacht. Niemand konnte sie jetzt entführen. Diesmal würde nichts schief gehen.
Während Chin und Kono den Tisch deckten, holte Danny das Bier. Er drückte seinem Freund eine Flasche in die Hand.
„Alles klar, Großer?“
Steve schmunzelte. Schnell nahm er einen Schluck, bevor er nickte.
„Danke, Danny, ohne dich hätte ich Andrew vielleicht umgebracht.“
„Das bezweifle ich. Selbst ein Neandertaler wie du, weiß wann er sich zusammenreißen sollte. Du hast ihm nur deinen rechten Haken demonstriert.“
Sie tauschten ein Lächeln aus. Steve wusste schon wieso er Danny seinen besten Freund nannte. Mit ihm an seiner Seite konnte nicht viel schief gehen.


Als das Fleisch fast fertig war, machte Steve sich auf den Weg zur Garage. Er wollte nicht, dass Melanie ihren nächsten Grillabend verpasste. Diesmal grillten sie nicht nur, um den Abschluss eines Falles zu feiern. Sie feierten Melanies Überleben. Es hätte ganz anders ausgehen können.
Leise betrat er die Garage und blickte zum Mustang. Melanie saß auf der Motorhaube, während Kawika vor ihr stand. Er hielt ihre Hände und sprach ruhig mit ihr. Sie lächelten.
Steve stand kurz davor den Rückzug anzutreten, als Kawika ihn entdeckte und einen Schritt zurück trat. Er lächelte ihn an.
Melanie folgte seinem Blick. Sie sah nicht so aus, als würde sie sich ertappt fühlen. Sah es nach mehr aus, als es war?
„Hey, das Essen ist gleich fertig.“
Kawika nickte bloß und verschwand sofort zum Strand. Grübelnd schaute Steve ihm nach. Manchmal wurde er wirklich nicht schlau aus seinen Freunden.
„Ich bin hoffentlich dein Trauzeuge.“
Melanie zog bloß eine Augenbraue hoch, während sie den Kopf schüttelte.
„Es sah so aus, als wäre ich in was privates rein geplatzt“, versuchte er sich zu rechtfertigen.
„Ich hab mich bloß bei ihm bedankt, Steve. Er war da, als ich ihn brauchte.“
Steve nickte. Er versuchte sich keine Vorwürfe zu machen, weil er Melanie bei Kawika gelassen hatte. Die Herzmassage hätte er selbst tun sollen. Seine Schwester zu retten, war ihm so wichtig gewesen und dann überließ er es jemand anderem.
„Obwohl ich ihm ja meine Rippenschmerzen verdanke. Dafür sollte ich ihm eigentlich eine verpassen.“
Er erwiderte ihren Blick. Sie wollte ihn zum Lachen bringen, doch dafür war die Angst noch zu real. Es würde noch dauern, bis Steve über die Vorfälle lachen könnte. Sie hatten es überstanden, doch noch nicht verkraftet.
Still hielt er ihr die Hand hin. Sie ergriff sie und kreuzte ihre Finger. Zusammen liefen sie zum Strand, wo die Anderen bloß auf sie warteten.
Keiner sagte etwas übers Händchenhalten. Selbst Danny hielt sich zurück, obwohl ihm anzusehen war, dass er etwas sagen wollte.
Steve ließ seinen Blick zum Meer wandern und versuchte die Anwesenheit der Anderen zu genießen. Sie waren alle unbeschadet aus der Sache herausgekommen. Und das war zu feiern.


Mitten in der Nacht schreckte Steve aus dem Schlaf auf, als sich seine Bettdecke hob. Melanie krabbelte zu ihm ins Bett. Mit einem schweren Seufzer, ließ sie sich ins Kopfkissen sinken. Ihr war anzusehen, dass sie furchtbar müde war.
Still legte er ihr eine Hand auf den Kopf und zog sie etwas näher. Sie kuschelte sich an seine Brust.
„Das hier darf Danny nie erfahren“, flüsterte sie, „sonst nervt er uns mit Inzest-Witzen.“
„Seit wann ist zusammen schlafen schon Inzest?“
„Du kennst ihn.“ Sie seufzte nochmal. Ihr Arm schlang sich um seinen Bauch und hielt ihn bei sich. Er lächelte bloß.
In seiner Gegenwart fiel es ihr merklich leicht zu schlafen. Als hätten die Albträume keine Chance gegen ihre Verbindung. Und Steve freute sich darüber. Anders konnte er ihr nicht helfen.
Er schloss die Augen, während er sanft ihren Kopf streichelte. Nach wenigen Minuten bemerkte er ihre ruhige Atmung und glitt zurück in den Schlaf. Seite an Seite mit seiner Schwester. In der Hoffnung, dass sie niemand mehr trennte.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast