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Und mir gegenüber sitzt wie immer...

von ellabaum
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
17.05.2021
10.06.2021
4
7.327
1
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10.06.2021 1.228
 
Hola. C’est moi. Heute ein bisschen kürzeres Kapitel, wegen Schulstress und so. Heute gibts mal so ein
bisschen ein Einblick in Felix Gefühlswelt. Ich hoffe es gefällt euch.
Leider hab ich grad eine leichte Schreibblockade, weswegen ich ein bissl am nächsten Kapitel häng.
Also wenn ihr Ideen oder Wünsche habt: immer her damit. Zur Not auch per IG (@ella.mahnel)

Ganz viel Spaß

Ella :)


—-


Sonnenstrahlen fielen auf sein Gesicht, als Felix am nächsten Morgen wach wurde.

Er atmete tief ein und genoss die Wärme auf seiner Haut. Kurz brauchte er, um zu bemerken, dass
die andere Seite vom Bett leer war. Ob Tommi gegangen war? War es ihm doch zu viel oder war er
sich nicht sicher genug gewesen? Doch bevor er sich zu viele Gedanken machen konnte, sah er einen
Zettel auf Tommis Kopfkissen liegen.

Guten Morgen Hase :)

Felix musste schmunzeln. Dieser dämliche Kosename. Er hatte sich fest vorgenommen ihn dafür zu hassen, doch er fing jetzt schon an es irgendwie niedlich zu finden.

Du hast noch so süß geschlafen wollte dich nicht wecken.
Bin schnell Brötchen holen.
Gruß Thomas


Jetzt wurde aus seinem Lächeln ein lautes Lachen.

Ach dieser Thomas. Sein Thomas.

Er legte sich zurück auf sein Kissen und ließ den gestrigen Tag in Revue passieren. Es war so viel passiert und er hatte es noch gar nicht richtig realisieren können.

Noch vor 5 Tagen hatte er sich mit seinem Bruder darüber unterhalten. Felix hatte ihm voll geheult, weil Tommi schonwieder eine Story mit Caro gepostet hatte. Sie waren zusammen in die Oper gegangen oder so. Es hatte ihn so fertig gemacht, das er nach dem Gespräch mit Julian, seine Kumpels zusammen getrommelt und sich ordentlich besoffen hatte.

Doch natürlich hatte es nicht geholfen gehabt und Tommi war weiterhin ständig Präsent in seinem
Kopf.

Zum Glück war er nicht so besoffen gewesen, dass er einem seiner Jungs von seinem Problem erzählt hätte. Denn obwohl ihm seine sexuelle Orientierung nicht peinlich war, hatte er trotzdem ziemlich
Angst vor den Reaktionen seines Umfelds.
Der Abend war trotzdem sehr nett gewesen, was auch der heftige Kater am nächsten Morgen nicht geändert hatte.

Und jetzt lag er wieder hier in seinem Bett. Nur diesmal wartete er darauf, dass sein Freund nachhause kommen würde, mit dem er sich in der Nacht das Bett geteilt hatte.

Der gleiche Typ, der vor ein paar Tagen quasi an seinen heftigsten Problem und dröhnenden Kopfschmerzen schuld war.

What a plot twist!

Eigentlich hatte Felix schon lange versuch mit seinen Gefühlen für Tommi anzuschließen, da er sich immer sicher war, dass sie immer einseitig bleiben würden, außerdem hatte er Tommi sein glück mit Caro wirklich gegönnt. Er wollte immer nur das sein Kollege glücklich ist.

Dass es jetzt anderes gekommen war als gedacht, machte es natürlich umso besser.

Denn Tommi wirkte sehr glücklich. Aber diesmal mit ihm. Und endlich konnte er auch glücklich sein.

Felix versuchte sich zu erinnern, wann er sich das letzte Mal so gut gefühlt hatte.
Klar, wenn er auf der Bühne war, beim Wandern oder mit Freunden und Familie ging es ihm auch immer gut. Keine Frage. Aber die Aussicht auf ein Leben mit Tommi, brachte sein Gemütszustand auf ein ganz neues
Level.

Und natürlich wusste er, dass es ein bisschen vorschnell, jetzt schon soweit in die Zukunft zu planen, aber er hatte Hoffnung.

Eigentlich war Felix nie so ein gefühlsdussliger Typ gewesen. Und auch, wenn er in seiner Jugend
einige Beziehungen gehabt hatte, waren die meist auf rein körperlicher Basis gelaufen. Er hatte nie wirklich Liebeskummer gehabt oder wirklich starke Gefühle für einen anderen Mann empfunden und dachte lange, dass er da vielleicht einfach nicht der Typ für wäre.

Bis Tommi in sein Leben getreten war.

Es war ein warmer Spätsommerabend und Felix stand vor der Tür des Backstages, um vor seinem
Auftritt noch in Ruhe eine zu rauchen. Er beobachtete die Leute, die durch die Hintertür in den Waschsalon rein und raus gingen. Er kannte die meisten nur vom Sehen von vorherigen Nightwash Auftritten und würde nur wenigen einen Namen zuordnen können.

Seine erste Zigarette war relativ bald weg und ohne zu zögern, zündete er eine Zweite an. Als das nächste Mal die Tür geöffnet wurde, trat ein Typ raus, der ihn fast dazu gebracht hätte, seine Kippe
fallen zu lassen. Er war wie vom Blitz getroffen.

Vor ihm stand ein mindestens 1,85m großer Mann mit braunen Locken, braunen Augen und einem verdammt süßen Lächeln. Weiße Sneaker, graue Chino, Hemd und dunkelblauer Pulli drüber.

Eigentlich überhaupt nicht sein Typ. Felix hatte immer was mit Typen, die härter waren, eher ein bisschen wie er selbst.

Doch Felix musste sich eingestehen, dass es ihm dieser Softie, der ihm da gegenüber stand, wirklich angetan hatte.

„Hey, Felix Lobrecht oder?“ „Äh ja und du?“, super freundliche Antwort Lobrecht, schimpfte sich Felix innerlich. „Ach ja sorry. Tommi Schmitt. Bin heute Abend als Autor mit dabei.“, stellte sich der
gutaussehende Typ vor.
„Ah ja klar. Bekannter Name in der Szene. Hab schon viel gehört. Nur Gutes
natürlich.“, schob Felix mit einem ironischen Zwinkern hinterher. Und er war nicht mal gelogen.

Thomas Schmitt war ihm ein bekannter Name. Autor, arbeitete mit den Großen, Luke, Klaas und so.

Aber warum hatte er ihn noch nie zu Gesicht bekommen? Naja besser spät als nie.

„Okay na dann. Ich schau mal weiter. Wir sehen uns sicher noch.“, verabschiedete sich Tommi und verschwand Richtung Parkplatz.

Felix schaute ihm noch ziemlich lange hinterher, sodass er gar nicht
mitbekam, wie sich Julian neben ihn stellte.

„Das ist Tommi Schmitt, oder?“ erschrocken fuhr Felix herum und sah seinen Bruder, der seinen Blick genaustes gesehen hatte. „Wer?“, fragte er unschuldig, in der Hoffnung, dass Julian nichts mitbekommen hatte. „Na der Typ dem du gerade so schamlos hinterher gegafft hast.“, grinste er.
„Hab ich gar nicht.“, schmollte Felix. Seine Schlagfertigkeit war gerade absolut nicht vorhanden. „Er
hats dir angetan, oder? Ist ja auch voll dein Typ.“ Felix wusste, dass Julian nur ein Scherz machte. Ach wüsste er doch nur wie richtig er lag.

Um sich nicht zu verraten, lachte er laut und gab seinen Bruder einen Schlag auf die Brust.

„Ach du spinnst doch. Komm lass rein gehen. Geht gleich los.“



Er konnte sich an den restlichen Abend nach der Show nur noch zum Teil erinnern. Zu viel Alkohol und zu lange her. Doch am Ende war dort die Idee für ihren Podcast endstanden. Verrückt.

Und jetzt vier Jahre später, saß er hier, hatte er immer noch Gefühle für den gleichen Mann wie damals und wusste nun endlich, dass sich das Warten gelohnt hatte.

Das Geräusch von einem Schlüsselbund an der Haustür, riss Felix aus seinem Gedanken und er erwischte sich dabei, wie sich ein Lachen auf seine Lippen stahl.

Er hörte wie sich Tommi durch seine
Wohnung schlich, wahrscheinlich, um ihn nicht zu wecken.
„Oh du bist ja schon wach“, stellte Tommi fest, als er seinen Kopf durch die Tür steckte.

Felix schälte sich aus dem Bett, ging auf Tommi zu und drückte ihm erst malen einen sanften Kuss auf. „Guten Morgen“, grinste er gegen seine Lippen. „Ich würd dich ja jetzt gerne fragen ob du Lust auf Frühstück
hast, aber dann wirfst du mir sicher wieder vor, wie unromantisch ich doch bin.“ Felix musste lachen.

„Du Spinner. Aber ja, ich hab Hunger. Danke fürs Brötchen holen.“, bedankte er sich und küsste ihn gleich nochmal.

„Komm lass uns was essen.“

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