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Alles begann damit, dass ich fiel

GeschichteAbenteuer, Humor / P12 / Gen
Aragorn Gimli Legolas OC (Own Character)
17.05.2021
02.09.2021
14
39.670
4
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
24.05.2021 4.511
 
Hey, hier ist ein neues Kapitel. Wie immer kann ich nur sagen: Reviews! Die letzten Male kamen leider keine, was ich ein wenig schade fand, da diese Geschichte bisweilen um die 400 Leser hat. Das finde ich echt toll, und sage natürlich jedem Danke, doch von den paar vielen Leuten wird sich doch sicherlich einer finden, der bereit ist mir ein Review zu schreiben, bin ja auch nur ein Mensch:)  Das würde mich sehr motivieren, und ich danke dem, der vor hat, eines zu schreiben.
Jetzt noch viel Spaß!
~DaughterOfEvil

Wir waren jetzt schon eine Woche in Edoras, und es kam immer noch kein Zeichen von Gondor. Aragorn hatte mir erklärt, dass Minas Tirith Leuchtfeuer entzünden würde, wenn sie Hilfe bräuchten, doch sie brannten immer noch nicht.
Wenn ich nicht mit Aragorn auf dem Wachturm saß und nach den Feuern Ausschau hielt, unternahm ich etwas mit Éowyn oder auch Merry, der in letzter Zeit ziemlich traurig war, da Pippin nicht mehr da war, und deshalb Ablenkung gut gebrauchen konnte. Oder ich lieferte mir Übungskämpfe mit Gimli, Axt gegen Dolch, dass war wirklich schwer, doch ich hatte einen Vorteil, da ich wendiger war als er. Oder Legolas brachte mir dass Bogenschießen bei. Doch ich war wirklich erbärmlich darin, dass hatte auch Legolas gemerkt, deshalb hatten wir schnell damit aufgehört. Ich würde einfach nicht die Feinfühligkeit eines Elben besitzen, meinte er. Pfff.
„Ich lass dich mal alleine auf die Berge starren, okay?“, meinte ich zu Aragon. Ich hatte jetzt echt keine Lust mehr rum zu hocken und auf etwas zu warten, dass nicht kam. Aragorn grinste und nickte. Also stand ich auf, und ging die Stufen des Wachturms hinunter. Ich betrat die Halle, und sah mich um. Der König brütete wie immer mit seinen neuen Beratern über alten Landkarten, Legolas und Gimli guckten Löcher in die Luft, Éomer schwätzte mit seinen Kriegsleuten und ich... Ich wusste nicht was ich machen sollte. Da kam Éowyn aus einem Gang gerannt. Als sie mich sah, huschte sie zu mir. „Du musst mir helfen!“, flüsterte sie. „Ich muss mich vor meiner Lehrerin verstecken. Die will mir Sticken beibringen, aber das ist so unendlich langweilig!“ Ich grinste. „Komm mit“, meinte ich, und zog sie in einen Gang. „Lust auf einen Ausritt?“ Sie nickte. „Wir können uns noch ein Picknick aus der Küche holen“, schlug sie vor. Begeistert nickte ich. „Sag mal, wie findet es eigentlich deine Lehrerin, wenn du einfach abhaust?“, fragte ich Éowyn grinsend. Die lachte nur. „Ach, dass hab ich schon öfter gemacht“, meinte sie schulterzuckend.
Da überhaupt keinen Plan hatte, wo die Küche war, folgte ich Éowyn einfach. In einem der Gänge trafen wir auf Merry. Der wirkte irgendwie verloren hier, deshalb fragte ich ihn: „Merry, hast du Lust mit uns auszureiten?“ Er nickte begeistert. „Wir holen uns noch was zu Essen aus der Küche“, erklärte Éowyn. So machten wir uns also zu dritt zur Küche auf. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir da an. „Hild, könntest du uns ein Picknick einpacken?“, fragte Éowyn die etwas rundliche Köchin. Diese nickte eilig. „Natürlich, Herrin.“ Und ehe ich mich versah, hatten wir einen großen Korb voll Leckereien in der Hand. Wir bedankten uns und machten uns auf den Weg nach draußen. Im Stall angekommen entschieden wir uns dafür, dass ich auf Hasufel reiten und den Picknickkorb tragen sollte, während Éowyn auf ihrem grauen Hengst Windfola ritt und Merry zu sich nahm.
Wir ritten also gemächlich aus dem Tor heraus und ich blickte über die weite Ebene. Keine Bäume standen hier, es gab einfach nur Gras. Gras, soweit das Auge reichte. Gelbes Gras. Heu? Nein, Heu war getrocknetes Gras, das machte hier keinen Sinn. Oder war Stroh getrocknetes Gras? Oder war Heu getrocknetes Gras und Stroh wuchs hier rum? Nein, Stroh war getrocknetes Gras! Aber vielleicht war das hier einfach gelbes Gras? Oder? Was wenn... Éowyn riss mich aus meinen Gedanken über die Beschaffenheit von Gras. „Wollen wir da oben auf den Hügel reiten?“ Verwirrt blickte ich auf. Sie deutete auf einen kleinen Hügel, nicht weit von hier. Wow, da standen drei Bäume, Weltwunder hier! „Ja klar, gerne“, meinte ich. Wir trabten an und ritten auf den Weltwunderhügel zu. Es dauerte nur zwanzig Minuten, dann waren wir oben angekommen. Ich saß von Hasufel ab und half Merry von Windfola. Wir setzten uns zwischen die drei Bäume, und packten den Picknickkorb aus. Merry stürzte sich gleich auf das Brot und den Käse, während Éowyn und ich schmunzelnd eher wenig aßen. Irgendwann war alles von uns und Größtenteils Merry aufgegessen, und wir begannen zu schwatzen. Éowyn erzählte von ihrem Leben in Edoras und was alles so in letzter Zeit passiert war, Merry vom Auenland und davon, wie er und Pippin mal von einem Bauer namens Magott Gemüse gestohlen hatten, und der sie dann mit einer Sense gejagt hatte. Ich erzählte von meinem alten Leben, und versuchte Autos, Strom, das Internet, Handys, Telefone und Fernseher zu erklären. Hilfe! „Und was sind jetzt Fern-dinger?“, fragte Merry. Äh, wie sollte ich das erklären? „Also, da kann man Dinge sehen, so wie...ähm...so wie in einem Palantír!“ Das war ein guter vergleich. Naja, vielleicht nur ein bisschen, denn Éowyn und Merry starrten mich entsetzt an. „Ähm, nein, nicht ganz so wie ein Palantír. Also Fernseher...Die erzählen dir Geschichten und machen Musik für dich.“ Merry blickte mich verwirrt an. „Aber das kann man doch auch selber machen!“ Nun gut. So viel dazu. „Ähm, ja“, murmelte ich. „Und es gibt wirklich Kutschen die ohne Pferde fahren?“, fragte Éowyn begeistert. Ich nickte. „Du setzt dich da rein, drückst ein paar Knöpfe und drehst an ’nem Rad, dann fährt das Auto.“ „Faszinierend!“ Ich grinste. Die sollte man mal mit auf die Erde, die andere Erde, nehmen, die hätten da ihren Spaß. „Ich finde, wir sollten langsam zurückreiten“, meinte ich. „Es wird schon dunkel.“ Die anderen nickten. Wir schwangen uns also auf unsere Pferde, ich auf Hasufel mit dem Korb, Éowyn auf Windfola mit Merry. Langsam ritten wir von dem Hügel hinunter. Irgendwie war mir komisch. Irgendetwas stimmte nicht. Da ich aber keine Ahnung hatte, was nicht stimmte, sagte ich nichts. Was war, wenn meine Nackenhaare, die sich gerade aufstellten, Atem von dem waren, das gerade hinter mir stand? Ach Quatsch, ich phantasierte nur. Und was war, wenn immer da, wo ich nicht hinsah, etwas vorbeihuschte? Das bildest du dir ein! Etwas, das niemand sah. Was wäre, wenn es jemanden gäbe, der so gut im Verstecken ist, dass  wir ihn nicht sehen? Wir wüssten nichts von ihm. Es würde sich immer verstecken, und in unserem Schatten leben. Langsam drehte ich meinen Kopf. In meinem Augenwinkel, da war was. Einbildung? Oder jemand, der in meinem Schatten lebte? Jemand, der nicht gesehen werden wollte... Ich drehte meinen Kopf. Da... Hinter mir, da... Da stand jemand! Ich konnte die Gestalt nicht erkennen, es war zu dunkel, aber ich konnte deutlich den Umriss von jemandem erkennen. Ich... Da... Da war... „Ophelia, ist alles in Ordnung?“, fragte Éowyn. „Was? Ach so, ja. Ich hab mir nur was eingebildet.“ Ich drehte mich um und ritt weiter. Ein Baum. Es war nur ein alter Baum gewesen. Ich hatte sie ja nicht mehr alle. Gestalten die in meinem Schatten lebten. Ha ha, sehr witzig. Bis wir in Edoras ankamen, sagte ich nichts mehr. Es war bestimmt zweiundzwanzig oder dreiundzwanzig Uhr, als wir in die Stadt ritten. Müde brachte ich Hasufel in den Stall, verabschiedete mich von Éowyn und ging mit Merry auf unser Zimmer. Gimli schlief schon, nur Aragorn und Legolas saßen noch wach auf ihren Betten. Merry warf sich sofort ins Bett, ich setzte mich noch zu den anderen. „Da seid ihr ja endlich“, meinte Aragorn. Ich nickte. „Was ist los?“ „Wir wollten etwas mit euch besprechen“, sagte Aragorn ernst. Etwas besprechen? „Okay, und was? Ach ja, Merry schläft schon, mit dem müsst ihr das morgen klären. Also, was ist los?“ „Es geht um Gondor“, mischte sich jetzt auch Legolas ein. „Darum, was passiert wenn Gondors Leuchtfeuer entzündet sind und die Stadt um Hilfe ruft.“ Irritiert blickte ich ihn an. „Das bedeutet Krieg, klar“, meinte ich. Das wusste ich doch schon. „Ja“, meinte Aragorn, „aber was mit euch, mit dir und Merry passiert.“ Fassungslos klappte ich den Mund auf. Die wollten doch nicht... „Ich werde mitkämpfen!“ Aragorn lächelte. „Wir wussten, dass du das sagen würdest.“ „Schön für euch“, fuhr ich sie an. „Aber ihr wisst hoffentlich, dass das meine Entscheidung ist und ich sie getroffen habe, und ich mich nicht mehr um entscheiden werde!“ Aragorn blickte mich zweifelnd an. „Und was ist, wenn wieder etwas ähnliches passiert wie bei der Schlacht von Helms Klamm?“ Er spielte auf meine Verletzung an. „Da ist doch gar nichts passiert!“, motzte ich. Aragorn zog die Augenbraue hoch. „Gar nichts passiert? Du wärst beinahe gestorben!“ „Beinahe! Aber siehst du, ich lebe noch!“ Ich fuchtelte wild mit den Armen herum. „Mir geht es gut und ich werde nächstes Mal besser aufpassen und ich kämpfe mit!“, meinte ich, stand auf, und legte mich ins Bett. Boah, dieser Vollidiot! Was dachte der eigentlich? Das ich mich verkriechen würde, nur weil so ein Irrer mit ’nem Ring die Weltherrschaft an sich reißen wollte? Danke, nein. Das letzte was ich merkte war, dass Legolas und Aragorn sich ins Bett legten und die Kerze auspusteten. Himmel, ich musste Elektrizität einführen!

Am nächsten Morgen wachte ich auf, weil jemand das Licht angemacht hatte. Ach ne, das gab’s ja hier nicht. Die Sonne ging auf. Noch müde stand ich auf und zog mich an. Die anderen waren noch nicht wach, also ging ich nach draußen. Ich blickte mich um. Es musste noch wirklich früh sein, denn die Dorfbewohner waren alle noch in ihren Hütten. Langsam ging ich die Stufen von der Halle hinunter und blickte mich um. Was sollte ich jetzt machen? Ich entschied mich dafür, sinnlos auf die Berge zu starren, und ging zur Stadtmauer. Mauer? Sie war aus Holz, sagte man da auch Mauer? Oder eher... Wall? Oder so? Keine Ahnung war mir aber eigentlich auch egal. Ich setzte mich oben auf den Wachturm, und starrte auf die Berge. Nichts. Fünf Minuten vergingen. Nichts. Zehn Minuten vergingen. Auch nichts. Zwanzig Minuten vergingen. Immer noch nichts. Vierzig Minuten vergingen. Die Menschen unten im Dorf kamen aus ihren Häusern, begannen ihre gewohnte Arbeit zu verrichten. Trotzdem noch nichts. Eine Stunde verging. Mensch, ich wurde hier noch depressiv! Die verdammten Gondorianer sollten doch endlich mal ihre scheiß Leuchtfeuer entzünden! Das gab’s doch nicht! Ich stöhnte auf, und vergrub meinen Kopf in den Händen. Himmel! Wenn die gar keine Hilfe brauchten, konnten wir ja auch wieder gehen! Ich blickte wieder auf, und wollte weiter auf die Berge starren, doch... Die Leuchtfeuer... Sie waren entzündet! Ich rieb mir die Augen. Waren die echt...? Ja! Ich sprang auf. Oh mein Gott. Gondor rief um Hilfe! Gondor rief zum Krieg! Ich sprintete den Wachturm hinunter. Wenn mich mein Sportlehrer jetzt sehen könnte! Ich würde eine Eins im Coopertest bekommen! Ich stieß den verwirrten Wachmann zur Seite und hechtete auf die Straße. Rannte vorbei an Menschen, die mich verwirrt anblickten, und lief die Treppe zur Halle hinauf. Ich nahm immer drei Stufen auf einmal, und polterte, glaube ich, ziemlich laut in die Halle. Alle starrten mich an. „Die Leuchtfeuer von Minas Tirith! Die Leuchtfeuer brennen! Gondor ruft um Hilfe!“, rief ich, und blieb keuchend stehen. Ich sah den König direkt an. Er musste einfach sagen, dass wir Gondor helfen würden! Ich hatte mir nie darüber Gedanken gemacht, ob König Théoden überhaupt in den Krieg ziehen würde. Er musste einfach! „Und Rohan wird antworten. Die Heerschau soll beginnen!“ Ha! Wir zogen in den Krieg! Nicht, dass ich mich darüber freute, aber es war gut und notwendig, dass wir Gondor zu Hilfe kamen. Ich stellte mich zu den anderen. „Jetzt hast du tagelang da oben gesessen“, sagte ich zu Aragorn, „und trotzdem habe ich die Leuchtfeuer gesehen!“ Er grinste nur und schüttelte den Kopf. „Kommt“, meinte Gimli jetzt, „wir müssen unsere Sachen packen, und dann heißt es Krieg!“ Ich nickte, und folgte ihm in unser Zimmer. Da ich sowieso nur wenige Sachen hatte, die Klamotten, die ich angehabt hatte, als ich hier gelandet war, einige andere Kleider, die mir Éowyn gegeben hatte und meine Dolche, war ich relativ schnell fertig und hängte mir meine Tasche um. Gemeinsam mit den anderen ging ich dann nach draußen. Es war schon wirklich fiel los, überall sattelten Leute, nein, eigentlich nur Männer, ihre Pferde. Ich ging in den Stall und holte Hasufel aus seiner Box. Der schnaubte froh, als er mich sah. Lächelnd trat ich zu ihm in die Box und begann ihn zu satteln. Nachdem ich das erledigt hatte nahm ich ihn am Zügel und führte ihn nach draußen zu den anderen. Das würde meine zweite Schlacht sein. Das würde ich auch schaffen, so wie beim ersten Mal! Naja gut, beim ersten Mal lief auch nicht alles perfekt. Aber ich war froh, dass die anderen mich doch mitreiten lassen würden, jedenfalls hatten sie bis jetzt noch keinen Versuch gestartet, mich aufzuhalten. Aber das würde sowieso nichts bringen, ich hatte meinen Entschluss gefasst! Éowyn stellte sich zu mir. „Du reitet mit uns?“, fragte ich sie. „Nur bis zum Feldlager. Es ist Brauch, das die Frauen am Hofe die Männer verabschieden.“ Ich nickte. War das alles? Ich ging zu ihrem Pferd und hob den Sattel etwas an. Darunter war ein Schwert befestigt. Wusste ich es doch. Ich schmunzelte. „Du willst nicht nur bis zum Feldlager mit reiten, oder?“, fragte ich sie. Éowyn sah mich verlegen an. „Aber erzähl den anderen nichts davon! Sie würden es mir nicht erlauben.“ Ich lächelte und nickte. Die gute Éowyn. Machte genau dass, was ich an ihrer Stelle auch gemacht hätte. Ich schwang mich auf Hasufel. „Die Stunde ist gekommen!“, rief Éomer. „Reiter von Rohan, Eide habt ihr geschworen!“ Ähm, nö, ich hatte nichts geschworen. Wunschtraum, Éomer. „Nun erfüllt sie alle, für Herrn und Land!“ Damit gab er seinem Pferd ein Zeichen, und es preschte los. Alle folgen ihm und dem König, der jetzt vorne ritt. Auch ich trieb Hasufel an, und mischte mich unter die ganzen Rohirrim. Gäbe es jetzt noch epische Musik, würde ich eine Gänsehaut bekommen.
Wir ritten eine ganze Weile so weiter, irgendwann wurde mir langweilig. Also ritt ich vor zu den anderen. „Wan sind wir endlich da?“, fragte ich Aragorn. „Es wird noch eine Weile dauern“, meinte er. „Frühestens in fünf oder sechs Stunden werden wir da sein.“ Och nö. Langweilig. Doch ich hatte schon eine Idee, wie ich mir die Zeit ein wenig, hm...verlustigen konnte. Ich nickte also schweigend. Fünf Minuten später fragte ich Aragorn: „Wann sind wir endlich da?“ „Hab ich dir doch eben gesagt“, meinte er. „Fünf oder sechs Stunden brauchen wir noch.“ Oho, war er da schon ein wenig genervt? Na hoffentlich, sonst machte das ganze keinen Spaß.  „Wann sind wir endlich da?“, fragte ich nach fünf Minuten wieder. „Sagte ich doch schon! Fünf oder sechs Stunden.“ Fünf Minuten später. „Wann sind wir endlich da?“ „Sag mal, was willst du eigentlich? Fünf oder sechs Stunden!“ Ich grinste in mich herein. Oh, er war jetzt schon genervt. Das war gut. „Wann sind wir endlich da?“ Er antwortete nicht. Na gut, wenn er sich mit mir anlegen wollte, dann bitte. „Wann sind wir endlich da?“ Keine Reaktion. „Wann sind wir endlich da?“ Ich grinste in mich hinein. Wann würde er ausrasten? „Wann sind wir endlich da?“ Ich sah wie er sich zügeln musste mich nicht anzuschnauzen. „Wann sind wir endlich da?“ Noch nichts. „Wann sind wir endlich da?“ „VERDAMMT OPHELIA HALT ENDLICH DIE KLAPPE, DU NERVST!“ Ich bekam einen Lachflash und – natürlich – viel ganz Slapstick-like vom Pferd. Verwirrt blickte Aragorn mir nach. „Was genau suchst du da unten?“ War das jetzt sein ernst? „Sag mal, bist du blöd? Ich bin vom Pferd gefallen du Idiot!“ Er grinst dumm. Aber nein, ich musste von selbst aufstehen und auf mein Pferd steigen. Nix da aufhelfen oder so, ne, richtig unfreundlich! Aber das brauchte ich natürlich nicht, dass konnte ich alleine. Ich streckte Aragorn die Zunge aus und stieg auf Hasufel. Dann wandte ich mich ab, obwohl ja eigentlich er sauer hätte sein sollen, nicht ich. Tja. Dumm gelaufen. Den Rest der Tour verbrachte ich schweigend. Es war richtig langweilig. Pech gehabt, würde ich sagen. Irgendwann kamen wir dann endlich in einem großen Zeltlager an. Vorne an der Spitze bekam Théoden zugerufen, wie viele Reiter von den einzelnen Dörfern gekommen waren. Neugierig blickte ich mich um. Einige Soldaten schärften ihre Schwerter oder schmiedeten sich welche neu. Wie hatten die denn ihre Ambosse auf dem Pferd hierhertransportiert? Andere trainierten und wieder andere – hockten in der Sonne. Aha, ein Entspannungslager war das hier auch ja, vor allem wegen dem, wofür wir hier überhaupt unterwegs waren. Ich sagte nur Gondor und Orks und Krieg. Wenn wir den nicht hätten, könnte es hier aber eigentlich richtig lustig werden, denn es sah gemütlich aus. Wir ritten jetzt eine schmale, gewundene Straße zu einem Plateau da oben auf dem Berg zu. Hier gab es kein Geländer, und es ging steil hinab, hoffentlich fiel ich da nicht runter! „Ist hier schon mal jemand runtergefallen?“, fragte ich den Rohirrim neben mir. Der schüttelte den Kopf. „Dann werde ich wohl die erste sein...“, murmelte ich. Zum Glück kamen wir nach einer Weile oben an. Hier war die Stimmung eigentlich auch ganz okay. Aber da war noch etwas, irgendetwas dunkles, ich spürte etwas. Oh Himmel, wurde ich jetzt etwa schon so poetisch wie die Elfe? Bitte nicht! Wir kamen zum stehen. Während der König und Aragorn verschwanden, vermutlich um supergeheime Kriegsgeheimnisse auszutauschen, sattelte ich Hasufel ab und ging dann zu Legolas und Gimli. „Spürt ihr das auch? Hier ist doch irgendetwas.“ Gimli nickte. „Ein Schatten der sich meiner beraubt.“ Ich blickte mich um. Da vorne war eine schmale Felsspalte im Berg. Ein langer Weg führte ins Gebirge hinein. Aber da war noch etwas anderes. Irgendwas grünes. Stand da jemand? Ne, bestimmt war ich jetzt nur völlig übergeschnappt, ja, das musste es sein. „Die Pferde sind rastlos und die Männer schweigsam“, meinte Legolas. Das hatten wir doch alle schon vorher bemerkt, oder nicht? Éomer gesellte sich zu uns. „Es ist der Schatten des Berges, der sie beunruhigt.“ „Dieser Weg dort“, meinte Gimli, „wo führt der hin?“ Ah ja, dass interessierte mich auch brennend. „Das ist die Straße zum Dimhold“, beantwortete Legolas Gimlis Frage, „zum Tor unter dem Berg.“ „Ähm, okay, und was ist daran denn jetzt so gefährlich?“, wollte ich wissen. Eine Straße zu einem Tor. Klang doch harmlos. „Niemand der sich dort hinbegibt kehrt je zurück.“ Ah, dass sah jetzt schon anders aus. „Dieser Berg ist voller Bosheit.“ Damit ging Éomer. „Na dann“, meinte ich locker. „So wie ich Aragorn kenne, werden wir da sowieso reingehen!“ Legolas und Gimli starrten mich entsetzt an. „Na was dennn? Überlegt doch mal. Was macht Aragorn immer? Eben. Irgendwelche vollkommen übergeschnappten, lebensgefährlichen Sachen. Und da kommt so ein Berg an mit einer Straße, aus der niemand zurückkommt, natürlich werden wir da lang gehen, ich meine, das ist Aragorn!“ Ich blickte in die Runde. Gimli bekam einen Lachflash und Legolas sah mich mit seinem Okay-die-hat-sie-wirklich-nicht-mehr-alle-Blick an. „Du bist ein wandelnder Clown auf zwei Beinen!“, meinte Gimli. Ich zog eine Augenbraue hoch. „Haben Clowns nicht immer zwei Beine?“ Ich zuckte die Schultern. „Aber stimmt schon. Ich habe mir mal die Nase gebrochen, weil ich zu spät zur Schule gekommen bin und vergessen hatte, dass die Tür nicht nach innen aufging und ich mich dagegen geworfen hatte.“ Gimli lachte nur noch lauter. „Soll ich vielleicht einen Arzt holen, du siehst aus, als ob du gleich ersticken würdest“, meinte ich mit gespielter Sorge. Legolas schüttelte den Kopf und seufzte. „Du bist wirklich nicht normal“, meinte er. „Na und? Bist du neidisch?“, fragte ich. Er schüttelte nur verzweifelt den Kopf. Dadurch musste ich nur noch mehr grinsen. Da entdeckte ich Aragorn. „Hey, da ist Grummel, ich geh mal kurz zu ihm“, meinte ich und winkte, während ich auf Aragorn zu trabte. Der sah nur wie hypnotisiert in diesen Tunnel-in-den-Berg-Gang. Ich tippte ihm auf die Schulter. „Hey big brother!“ Wie von der Tarantel gestochen drehte er sich zu mir um. „Alles klar bei dir?“ Er blickte mich nur verwirrt an. „Was heißt big brother?“  „Großer Bruder“, erklärte ich nur. „Ich habe dich hiermit zu meinem großen Bruder ernannt.“ Aragorn grinste und legte mir einen Arm um die Schulter. „Na dann, kleine Schwester.“ So gingen wir zu den anderen zurück. „Was ist denn hier los?“, fragte Legolas mit einer hochgezogenen Braue. „Ophelia hat mich gerade zu ihrem großen Bruder ernannt“, erklärte Aragorn. „Vielleicht kommt ihr ja auch in ihre große Familie?“ Ich überlegte. „Gimli ist ab sofort mein Onkel und Legolas...“, ich grinste fies, „meine Großmutter!“ Der sah nur empört drein während Gimli sich wieder mit Lachflash auf dem Boden kugelte. Dann ließ ich die anderen stehen, winkte nur kurz noch mal, und machte mich daran, das Lager zu erkunden. Hier oben war aber eigentlich nicht viel los, es wurden einige Zelte aufgestellt und Lagerfeuer angezündet, denn während der Zeit, die ich hier rumgestreift war, war es dunkel geworden. Ich blickte mich nach den anderen um. Nichts zu sehen... Aber aus einem der Zelte hörte ich Éowyn. Ah, zu ihr konnte ich auch gehen. Mir war nur so langweilig. Ich schlüpfte also durch den Zelteingang. „Was macht ihr?“, fragte ich, nachdem ich auch Merry gesehen hatte, der rohirrische Kleidung und Helm trug. „Ich werde zum Knappen Rohans!“, verkündete Merry stolz. Éowyn nickte. „So ist es! Ein wahrer Knappe Rohans!“ Merry nickte stolz und zog mit einem „Auf geht’s!“ sein Schwert und fuchtelte mit ihm herum, worauf Éowyn erschrocken lachend zurückspring. „Verzeiht“, meinte Merry, „besonders gefährlich ist es nicht, es ist nicht mal scharf.“ „Äh, wie willst du Orks mit einer stumpfen Klinge töten?“, fragte ich Merry und Éowyn schob ihn aus dem Zelt. „Zu Schmiede! Geht!“ Ich stellte mich neben Éo und blickte Merry nach. Hach, dieser kleine Hobbit. Mutig waren sie schon, diese Viecher. Nur zu Erinnerung: Sarkasmus! Doch Éomer, der auch zugehört hatte, gefiel dass anscheinend nicht. „Du solltest ihn nicht so ermutigen!“, meinte zu Éowyn. Hatte der sie noch alle? „Du solltest nicht an ihm zweifeln“, konterte Éowyn. „Ich zweifle nicht an seinem Herzen, nur an der Reichweite seines Arms.“ Das wurde mir jetzt zu viel, vor allem, da der Rohirrim neben Kotzbrocken angefangen hatte zu kichern wie am Spieß. „Findest du das etwa lustig?“, fragte ich Éomer und baute mich vor ihm auf. „Warum sollte man Merry zurücklassen? Er hat eben so viel Grund in die Schlacht zu reiten wie du!“ „Warum kann er nicht kämpfen für jene, die er liebt?“, unterstützte mich Éowyn. Jetzt stand Éomer auf. „Ihr wisst genauso wenig vom Krieg wie dieser Hobbit!“, spie er aus. „Wenn die Furcht ihn ergreift, und das Blut, und die Schreie und der Schrecken des Kriegs ihn ergreifen, denkt ihr er würde standhaft bleiben und kämpfen? Er würde fliehen, und er täte recht daran dies zu tun. Krieg ist die Provinz der Männer!“ Jetzt konnte ich mich nicht mehr halten. Wagte dieser Kerl es gerade, Merry zu beleidigen? Na warte, dem würde ich es zeigen! Ich ging also auf ihn zu und pikste ihm mit dem Finger in die Brust. „Was fällt dir eigentlich ein, Merry zu beleidigen? Ich denke er wäre ein guter Krieger, vielleicht sogar besser als du, da er weiß, wofür er kämpft. Nämlich für das Auenland und seine Freunde! Und du? Für einen Haufen toter Orks?“, zischte ich. „Außerdem hast du dir selbst eine Grube gegraben! Du weißt schon, dass Merry auch ein Mann ist oder? Das heißt, ähm, ich zitiere“, ich räusperte mich,
„ist der Krieg auch eine Provinz für Merry!“ Ich wollte gerade noch etwas sagen, als sich eine Hand auf meine Schulter legte. Wütend drehte ich mich um. Ich war noch nicht fertig mit meiner Strafpredigt!  Hinter mir stand Aragorn, der mich wortlos mit sich zog. „Hey! ich war noch nicht fertig!“, zickte ich ihn an. Er schüttelte nur den Kopf und platzierte mich auf einer Bank vor einem Lagerfeuer, auf der auch die anderen saßen. Bockig verschränkte ich die Arme. „Was ist denn mit der passiert?“, fragte Gimli Aragorn. Pff, als ob ich hier nicht direkt neben ihm sitzen würde. „Sie hat Éomer zur Schnecke gemacht, aber ich hab sie mitten in ihrer Vorlesung weggeschleift.“ Und ja, es ist ja Gimli, er bekam einen Lachfash. Da trat ein Rohirrim zu uns ans Feuer. „Herr Aragorn, da ist jemand, der euch sprechen will. Es sei sehr dringend!“ Aragorn runzelte die Stirn, nickte aber und stand auf. Das war interessant. Also wartete ich einige Augenblicke und stand auch auf. „Wo willst du hin?“, fragte Legolas. „Lauschen“, kicherte ich und schlich Aragorn nach. Der wurde in ein großes Zelt geführt. Nach kurzer Zeit kam Theoden mit einem „Ich lasse euch jetzt allein“ aus dem Zelt. Eilig tat ich so, als ob ich die wunderschöne Landschaft hier bewundern würde, die nicht da war, aber der König blickte gar nicht zu mir. Also konnte ich unbeirrt weiter lauschen. Der Mann da drinnen, den Aragorn als „Mein Herr Elrond“ begrüßt hatte, erzählte davon, dass wir niemals ohne weitere Männer und so weiter siegen würden. Ja super. Kannte der zufällig fünftausend Männer (und Frauen!), die Lust hatten, mal eben kurz in den Krieg zu ziehen? Ich denke nicht. Aragorn meinte jetzt auch, dass es keine gäbe, doch dieser Elrond sagte es gäbe welche, die im Gebirge wohnten. Grummel argumentierte, dass die niemandem folgen würden, doch Elrond sagte, sie würden dem König von Gondor, sprich, Aragorn, folgen. In dem Moment tippte mir jemand auf die Schulter. Erschrocken drehte ich mich um. „Was machst du da, kleines?“, fragte ein Rohirrim. „Ähm, lauschen?“, schlug ich vor. Der Mann schnaubte jedoch nur, packte mich am Arm, und zog mich in das Zelt. So ging es auch, life dabei sein war noch besser als lauschen.  „Überraschung?“, meinte ich und wedelte mit den Händen in der Luft rum, als Aragorn und Elrod mich verwirrt anstarrten. „Ich hab sie draußen beim Lauschen erwischt!“, meinte der Rohirrim. „Lauschen?“, ich tat scheinheilig. „Das war nur...ähm...dass Suchen von Informationen...oder so...“ Ich grinste und der Rohirrim schnaubte nur. „was soll ich jetzt mit ihr machen Herr?“, fragte er Aragorn. „Na hallo?“, meinte ich empört. „Lasst sie hier.“ Aragorn grinste. „Sie kann dableiben.“ Der Rohirrim glubschte nur verdattert aus der Wäsche, während ich fröhlich zu Aragorn hüpfte, ihn umarmte und mich dann auf einen Stuhl fallen ließ und mit gespielter Neugier im Raum umher schaute. Der Rohirrim trat wieder verwirrt aus dem Zelt heraus und Elrond zog ein Schwert aus den Tiefen seines Umhangs. Der Rest war eher langweilig. Das Schwert hieß irgendwie Andúril oder so, und war aus Bruchstücken von einem Narsil geschmiedet worden, ich schätzte, das war auch ein Schwert. Die beiden redeten noch ein Bisschen und Elrond wollte, das wir die Straße zum Dimhold einschlugen. Ich hatte es ja gewusst! Der tödliche Weg sollte unsere Route werden.

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