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Chaos in Mittelerde

GeschichteAbenteuer, Humor / P12 / Gen
Aragorn Gimli Legolas OC (Own Character)
17.05.2021
05.11.2021
15
42.829
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21.05.2021 3.055
 
Legolas Pov

„Aragorn!“ Ich lief durch die Reihen der verstorbenen und rief immer wieder nach meinem Freund. Wo war er? War ihm etwas passiert? Auch Gimli tat es mir gleich, und suchte nach Aragorn. „Aragorn!“ Ich blickte mich um. Da sah ich Ophelia an einer Klippe sitzen. Sie war in sich zusammengesackt und schluchzte. War ihr etwas passiert? Ich wollte auf sie zugehen, doch da begann ein auf dem Boden liegender verwundeter Ork neben mir plötzlich zu lachen. Ich drehte mich um. Auch Gimli hatte ihn bemerkt. „Sag mir was passiert ist, und ich mache dir deinen Tod angenehmer!“ Der Ork lachte weiter. „Er ist tot. Er ist da drüben einfach von der Klippe gestürzt.“ Ich blickte dort hin, wo Ophelia hockte. König Théoden ging auf die Klippe zu. „Du lügst“, zischte ich und packte den Ork am Kragen. Eigentlich war ich mir da gar nicht so sicher, doch ich wollte es nicht wahrhaben. Der Ork verstummte plötzlich im Lachen. Er war tot. Ich wollte gerade aufstehen, doch da bemerkte ich etwas Weißes in seiner Hand. Ich öffnete sie. Es war... Aragorn Abendstern, den er von Arwen bekommen hatte. Nein. Also stimmte es doch, was der Ork gesagt hatte. Aragorn war...
Ich stand auf und lief zu der Klippe. Als ich hinunter blickte, sah ich einen reißenden Fluss. Keine Spur von Argorn. Er musste vom Fluss fort gespült worden sein. Nein... Ich kannte Aragorn schon seit seiner Kindheit. Wir waren gute Freunde gewesen, hatten viel miteinander gemacht, obwohl ich mehr als 2000 Jahre älter war als er. Unsere ganze Freundschaft zog an mir vorbei wie einer dieser Züge, von denen Ophelia erzählt hatte. Théoden hinter mir wechselte einige Worte mit einer Wache. „Die Verwundeten auf die Pferde. Die Wölfe Isengarts werden zurückkehren. Die Toten lasst hier. “, meinte er am Schluss. Erschrocken sah ich an. Wir konnten doch nicht einfach so gehen! Nicht, auch wenn Aragorn... Théoden sah mich mitleidig an und legte mir eine Hand auf die Schulter. „Kommt.“ Dann ging er. Ophelia schluchzte laut auf. Oh, ich hatte sie ganz vergessen. Ich hockte mich zu ihr auf den Boden und zog sie wortlos in eine Umarmung. Auch wenn wir Elben normalerweise nicht so körperlich waren, spürte ich, dass sie es brauchte. Sie schluchzte. „Aragorn, er.. Er kann nicht...“ „Shh“, meinte ich, und zog sie hoch. „Kannst du reiten?“ Sie nickte, und wischte sich die Tränen ab. Wir gingen mit Gimli zu den Pferden. Ophelia setzte sich auf Hasufel, ich und Gimli uns auf Arod.
Währendem ritt sprach Ophelia wenig, wirkte in sich gekehrt. Sie bereitete mir Sorgen. Aragorns Tod hatte ihr mehr zugesetzt als uns anderen, obwohl wir auch sehr traurig waren.
Gegen Mittag trafen wir in Helms Klamm ein. Es hatte hohe, steinerne Mauern, die hoffentlich nicht leicht zu stürzen waren, und sah auch sonst recht gut in Schuss aus. Für Menschen war die Festung gut gebaut. Ich erinnerte mich an die Gondolin. Eine verborgene Stadt, erbaut von König Turgon auf dem Hügel Amon Gwareth in dem weiten, ebenen Tal von Tumladen, nach dem Vorbild von Tirion in Valinor. Wir passierten das Tor und ritten durch die Gassen an Menschen vorbei, bis wir auf einem Platz vor einer Halle ankamen. Éowyn eilte auf ihren Onkel zu. „So wenige. So wenige nur sind zurückgekommen?“, flüsterte sie entsetzt. „Unser Volk ist in Sicherheit“, sagte König Théoden fest. „Wir haben mit vielen Leben dafür bezahlt.“ Wir stiegen von den Pferden. Ophelia schluchzte immer noch leise vor sich hin, und Éowyn nahm sie in den Arm. „Was ist passiert?“, fragte sie verwirrt. Gimli kam auf sie zu. „Herrin.“ Éowyn blickte erst zu Ophelia, dann zu Gimli. „Herr Aragorn... Wo ist er?“ „Er ist gefallen“, meinte Gimli traurig. Sie blickte ihn entsetzt an. Dann wandte sie sich zu Ophelia. „Komm“, meinte sie traurig, und zog sie mit sich.

Pov Ophelia

„Komm.“ Éowyn zog mich durch die Feste. Vor einer Tür blieb sie stehen. „Willst du baden?“ Ich nickte. Wir gingen durch die Tür in eine Kammer, sie war nicht so hübsch wie in Edoras, aber ich brauchte ja nur ein Bad. Wir gingen in das kleine Badezimmer und Éowyn ließ einige Mägde ein, die Wasser mit Kübeln in die Wanne schütteten und dann wieder gingen. Wir sprachen nicht viel miteinander. Ich sah ihr an, dass auch sie traurig war. „Éowyn“, meinte ich zwischen meinen Tränen, „du musst dich deiner Tränen nicht schämen.“ Sie nickte. Kurz darauf kullerten auch ihr Tränen über die Wangen. Als die Wanne voll war, verließ sie das Zimmer. Ich legte meine Klamotten ab, und stieg in die Wanne. Wie gut das jetzt tat. ich schloss die Augen. Vor mir sah ich Aragorn Tod noch einmal. Er hing fest... Stürzte... Und war tot...
Als fertig war, stieg ich aus der Wanne. Auf einem Hocker lag frische Kleidung. Die gute Éowyn. Ich trocknete mich ab, und zog mich an. Nachdem ich mir noch meine Haare trocken gerieben hatte, ging ich aus dem Zimmer. Niemand war da. Ich lief durch die Gänge, und fand mich plötzlich auf dem großen Platz wieder. Ich blickte mich um. Niemand, den ich kannte. Doch! Da stand Legolas. Er sprach mit jemandem. Dieser jemand war... Aragorn. „Aragorn!“, schrie ich auf, ohne auf die verdutzten Gesichter der Leute zu achten. Ich fiel ihm um den Hals. Doch dann blickte ich ihn wieder ernst an. „Was ist los?“, fragte er verwirrt. Ich schlug ihn auf den Arm. „Mach so ’was nie wieder!“, zischte ich. „Ich hab gedacht du wärst tot!“ Tränen sammelten sich wieder in meinen Augen. Was sollte das denn jetzt? Aragorn nahm mich wortlos in den Arm, ich merkte aber, dass er grinste. „Ich muss jetzt zum König“ sagte er, und schob mich weg. Ich blickte ihm verwirrt, wütend und glücklich, dass er wieder da war, hinter her. Himmel, war ich verwirrt. Legolas blickte mich grinsend an. „Was?“ Er schüttelte den Kopf. „Nichts. Komm.“ Wir folgten Aragorn zum König. Der sagte gerade: „Heerscharen, sagt ihr?“ Oh, Heerscharen? Heerscharen von wem? „Ganz Isengart ist geräumt.“ „Wie viele?“ „10.000 Kopf stark, mindestens.“ Oh, nicht gut. Jedenfalls wenn sie feindlich gesinnt waren. „10.000?“, fragte Théoden entsetzt. „Es ist eine Armee gezüchtet für einen einzigen Zweck: die Welt der Menschen zu vernichten.“ Oh, nicht gut, gar nicht gut. „Bei Einbruch der Nacht sind sie hier.“ „Orks?“, flüsterte ich fragend. Legolas nickte. „Lasst sie kommen“, verlangte der König, und verließ die Halle. Wir anderen folgten ihm durch die Gassen der Stadt. „Es sei jeder Mann und jeder kräftiger Knabe, der waffenfähig ist, bis Einbruch der Nacht kampfbereit.“ Ja. Und ich. Wir gingen durch das Tor, das gerade verrammelt wurde auf die Brücke die zur Festung hin führte. „Wir können den Dammweg und das Tor von oberhalb sichern.“ Konnte sein. Davon verstand ich nichts. „Keine Armee hat je den Klammwall durchbrochen oder einen Fuß gesetzt in die Hornburg.“ Na wenn das so war. Hoffentlich war das heute auch so. „Dies ist keine Bande hirnloser Orks!“, merkte Gimli an. „Das sind Uruk-Hai. Ihre Rüstungen sind dick und ihre Schilde breit.“ Das kam bei Théoden jetzt nicht so gut an. „Ich habe viele Kriege gefochten, Herr Zwerg. Ich weiß meine eigene Festung durchaus zu verteidigen.“ Na hoffentlich. Wir gingen wieder in die Burg, und stiegen auf die Zinnen. „Sie werden gegen diese Festung branden wie Wasser auf Fels. Sarumans Horden werden plündern und brandschatzen, aber das haben wir zuvor erlebt. Feldfrüchte könne neu gesät, Häuser neu gebaut werden. Innerhalb dieser Mauern werden wir sie überleben.“ Wenn der sich da so sicher war... „Sie wollen nicht Rohans Felder oder Dörfer zerstören. Sie wollen Rohans Volk vernichten, bis auf das letzte Kind“, meinte Aragorn. Das war nicht gut. König Théoden drehte sich um. „Sagt mir was ich tun soll.“ Was? Erst meckerte der nur an Aragorn rum, und jetzt ließ er sich von ihm Befehle erteilen? Wow. Krasse Wendung. „Ihr seht meine Männer! Ihr Kampfgeist ist beinahe erloschen. Wenn dies unser Ende ist, dann will ich sie ein Ende vollbringen lassen, an das sich jeder erinnern wird!“ Ja, jeder, der bei einem Ende überlebte. „Schickt Reiter aus, Herr!“, schlug Aragorn vor. „Ihr müsst um Beistand ersuchen.“ „Und wer wird kommen?“, fragte Théoden. „Elben, Zwerge?“ Ja, wieso nicht? „Wir sind glückloser mit unseren Freunden als ihr. Unsere alten Bündnisse sind Geschichte.“ „Gondor wird helfen!“ „Gondor?“, knurrte der König. „Wo war Gondor als die Westfold fiel? Wo war Gondor, als unsere Feinde den Kreis um uns schlossen? Wo war Gon... Nein, mein Herr Aragorn.“ Stimmungswechsel. „Wir sind allein.“ Damit drehte er sich um und ging weg. Aha. Aragorn wandte sich zu mir. „Du wirst auch in die Höhlen gehen!“ Was? Nie im Leben!
„Ich kämpfe mit!“
„Nein! Du kannst einzelne Orks umbringen, aber nicht in einer Schlacht kämpfen!“ „Natürlich kann ich das!“
„Nein! Du wirst mit in die Höhlen gehen!“
„Nein! Ich kann kämpfen! Ich werde mich nicht verstecken, während andere für mich sterben!“
„Diese Ansichten sind edel, aber du könntest sterben!“
„So wie du!“
„Ophelia, ich habe jahrelange Erfahrung! Du wirst in die Höhlen gehen!“
„Wie kannst du es wagen, über mich bestimmen zu wollen?“
Ich drehte mich um und stürmte von der Mauer. In mir kochte Wut. Wie konnte er es wagen? Ich würde mitkämpfen, ich hatte meinen Entschluss gefasst. Ich wusste jetzt wie Éowyn sich fühlte, wenn sie nicht kämpfen durfte. Éowyn! Sie würde mir bestimmt helfen! Ich eilte durch die Menschenmenge, die alle in Richtung Höhlen strömte. Nirgends war sie. Ich lief in die Höhlen. Hier sah es wirklich eindrucksvoll aus. Die Decke (sagt man bei Höhlen Decke?) war hoch, und alles war hier gelblich, bläulich, grünlich... Kurz: es war wirklich schön. Doch ich hatte keine Zeit, mir die Höhlen anzusehen, da ich Éowyn suchen musste. Ah, dahinten stand sie. Ich eilte zu ihr hin. „Éowyn, ich will in der Schlacht kämpfen, aber Aragorn lässt mich nicht. Weißt du, woher ich Waffen und Kleidung bekomme, und wie ich hier wieder raus kann?“ Kurz überlegte sie. „Ich besorge dir was. Ich kenne auch einen Geheimgang, wie man hier wieder raus kommt.“ Ich nickte. „Danke. Kommst du auch mit?“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich muss hier bleiben und das Volk führen, falls wir noch tiefer in den Berg gehen müssen“, meinte sie traurig.
Kurz darauf wurden die Tore zu den Höhlen geschlossen. Jetzt kam keiner mehr raus oder rein. Ich wartete in einer Ecke auf Éowyn. Da kam sie auch schon. „Ich habe dir Arm- und Beinschoner besorgt, ein Kettenhemd wäre für dich zu groß.“ Ich nickte. „Du solltest diesen Helm aufziehen, dann erkennt man dich nicht gleich.“ Sie half mir beim Anziehen. „Hier sind Dolche.“ Sie gab mir zwei Dolche mit Elfenbeingriff. Wow, dass die hier so ’was hatten. Gab es hier Elefanten oder Walrosse oder so?
„Hier geht es wieder heraus.“ Éowyn hatte mich zu einem schmalen Ausgang, versteckt hinter zwei Felsen, geführt. „Danke.“ Sie lächelte mich an. „Pass auf dich auf!“ Ich nickte, und verschwand dann im Gang. Er endete in einem Korridor. Ich schlüpfte leise hinaus, und mischte mich draußen unter die Rohirrim. Es war schon dunkel geworden. Auf einmal ertönte ein Horn. Waren das Orks? Ich rannte nach oben zu Mauer, und blickte herunter. Das waren keine Orks. Waren das Menschen? Das Tor wurde geöffnet und sie marschierten herein. Nach einem Blick auf ihre Ohren war ich mir sicher: Das waren Elben! Ha, der König hatte doch Unrecht gehabt, dass niemand kommen würde. Ich blickte auf die ankommenden Elben. Es waren einhundert, zweihundert Mann. Elben. Das war super, aber es würde trotzdem nicht reichen, um die Orks zu besiegen. „Stellt euch auf!“, rief da der König. Aufstellen? Wo sollte ich mich aufstellen? Ich lief einfach den an mir vorbei gehenden Rohirrim nach, und stellte mich an eine Mauer. Na super, jetzt fing es auch noch an zu regnen. Perfektes Timing. Aragorn lief durch die Reihen der Elben und brabbelte irgendwas auf Fachchinesisch. Oh, jetzt lief er auch durch die Reihen der Menschen. Ich zog den Kopf ein. Jetzt nur nicht erkannt werden, dachte ich mir. Er war jetzt beinahe bei mir. Erkenn mich nicht... Erkenn mich nicht... Erkenn mich nicht... „Ophelia!“ Ich rollte mit den Augen. Wieso musste immer ich so wenig Glück haben? „Ja, das ist mein Name!“ Er schnaubte, packte mich am Arm und zog mich mit sich. „Ich hätte wissen müssen, dass du dich rausschleichst!“, zischte er. Oh, der war sauer. Er zog mich zu den Elben. Was sollte ich den hier?  Er ging zu Legolas und Gimli. Aha. „Wenn du schon hier sein willst, bleibst du da. Legolas, pass auf sie auf.“ Was?! „Ich brauche keinen Babysitter!“, motzte ich. „Oh doch!“ Und damit war Aragorn weg. Pfff. Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf die Orks. Uruks. Sie kamen immer näher. Einer, vermutlich ihr Anführer, hatte sich auf einen Felsen gestellt und brüllt irgendwas. Die Orks fingen an zu stampfen. Was sollte das jetzt? Wollten die die Festung durch ein Erdbeben zu Fall bringen? „Was geschieht denn da draußen?“ fragte Gimli, und versuchte, über die Mauer zu spähen. Tja, war er wohl ein bisschen zu klein. „Nun, ich könnte es dir beschreiben“, meinte Legolas. „Oder soll ich dir eine Kiste besorgen?“ Gimli bekam einen hysterischen Lachflash. Die Orks fingen plötzlich an zu brüllen und mit den Speeren zu stampfen. Überall wurden Pfeile aufgespannt. Die Orks schrien weiter. Die Armen in den Höhlen! Sie mussten furchtbare Angst haben. Ich aber auch. Ich hatte auch ein bisschen Angst. Das war meine erste Schlacht. Was wenn... Was wenn ich es nicht überstand? War es vielleicht die falsche Entscheidung gewesen, nicht in den Höhlen zu bleiben? Nein, sagte ich mir fest. Ich würde nicht nutzlos rumsitzen während meine Freunde starben.
Auf einmal hörte ich ein Zischen. Ein Pfeil flog auf die Orks zu, und traf einen in die Brust. Tot fiel er um. „Atho!“, schrie Aragorn. Fachchinesisch. Das hieß wahrscheinlich Stopp oder sowas. Die Orks begannen wütend zu schreien, naja, was man bei denen halt schreien nennen konnte, und stürmten los. Oh. Jetzt ging es also los. Legolas brabbelte irgendwas auf Fachchinesisch. „Sag Worte, die wir alle verstehen!“, meckerte ich. Legolas grinste. „Ihre Rüstung ist schwach am Hals und unter dem Arm.“ Ah ja. Wow. Aragorn brüllte etwas, und daraufhin flogen die Pfeile. „Pfeile los!“, rief von irgendwo noch jemand, und ein Pfeilhagel ergoss sich über die Orks. Einige wurden umgerissen, doch es kamen immer mehr. „Schickt sie zu mir! Na los!“, rief Gimli. Wie sollten wir das denn machen? „Das Vertrauen auf die eigene Kraft ist die Grundlage aller Tapferkeit“, ermahnte ich mich selbst leise. Das hatte ich schon mal irgendwo gelesen. Doch Legolas hörte es trotzdem, und blickte mich erstaunt an. Die Orks fingen jetzt an, mit Armbrüsten auf die Mauern zu schießen. Überall wurden Leute getroffen und vielen von den Mauern. Auch ich musste mich einmal ducken, um nicht getroffen zu werden. Die Orks machten sich gerade daran, Leitern aufzustellen. Oh Gott, nein! „Gut!“, rief Gimli. Hatte der sie noch alle? „Schwerter! Schwerter!“, schrie Aragorn. Ich zog meine Dolche. Die ersten Orks sprangen auf die Mauer. Einem schnitt ich die Kehle durch, den anderen schubste ich von der Leiter. Überall waren jetzt Orks. Ich drehte mich und streckte hier und dort Orks nieder. Immer wieder blickte ich zu meinen Freunden, um zu sehen, ob es ihnen gut ging. Aragorn fiel gerade hinten über, aber dem Ork der sich über ihn beugte rammte er sein Schwert in den Bauch. Gimli haute mit seiner Axt gerade einen Ork zu Boden. „Leogals! Zwei hab ich schon!“ Was, erst so wenige? Da hatte ich je mehr. Ich war bei acht. „Ich bin bei siebzehn!“, rief Legolas. „Was? Ich werd mich von einem Spitzohr doch nicht übertreffen lassen!“ Er schlug einem Ork den Kopf ab. Legolas schoss wild mit  Pfeilen in alle Richtungen. „Neunzehn!“ Da kam ein Ork auf mich zu. Sofort lenkte ich meine Aufmerksamkeit wieder auf ihn, und rammte ihm meinen Dolch in den Bauch. Ich schlug wild hierhin und dort hin, und kam mir bald wie ein Monster vor. Ich hatte schon zwei Dutzend Orks niedergestreckt! Mutwillig umgebracht! Ich rannte zu einer Leiter, und schmiss sie mit aller Kraft von der Mauer. Die drei Orks auf ihr fielen auf den Boden und brachen sich höchstwahrscheinlich das Genick. Hier fiel ein Ork unter meiner Klinge, dort ein anderer. Ich selbst hatte auch schon einige Kratzer abbekommen, aber es war nichts Ernstes. Das Elflein blieb immer in meiner Nähe, vermutlich weil Aragorn gesagt hatte, es sollte auf mich aufpassen. Pah, ich brauchte keinen Beschützer! Ich konnte auf mich selbst aufpass... Ah! Ein Ork war von hinten an mich heran gekommen, und hatte mir beinahe den Kopf abgeschlagen! Aber ein Pfeil hatte ihn getroffen. Ich sah ihn an. Gelbe Federn. Legolas. Pah. Ich checkte wieder meine Freunde. Legolas ging es gut, dass wusste ich ja schon. Gimli schlug wild hierhin und dorthin und zählte laut die Zahlen seiner umgebrachten Orks mit. Auch Aragorn war noch im Rennen. Ich sah zur Brücke. Eine ganze Reihe Orks, die sich mit Schildern vor Pfeilen schützten, lief dort entlang. Sie kamen mir ein bisschen vor wie Römer, die ja ihre Schilde auch so aufgestellt hatten. „Der Dammweg!“, brüllte Aragorn. Ich sah, dass einige Orks schwere Eisenkugeln dorthin schleppten. Was sollte das denn bringen? Da rannte plötzlich ein Ork mit einer Fackel auf die Kugeln zu. War das so was Ähnliches wie der olympische Fackelläufer? Sah jedenfalls so aus. Ob die hier jetzt so was wie Olympia veranstalteten? Der Zeitpunkt war jetzt aber etwas unpassend. Aragorn schrie Legolas irgendwas zu. Darauf hin schoss der mehrere Pfeile auf den Läufer. Aber der fiel einfach nicht um. Er lief immer weiter, mit Pfeilen im Körper. What the...? Da war der Läufer plötzlich bei den Kugeln angekommen. Sie fingen Feuer und auf einmal wurde die ganze Mauer in die Luft gesprengt. Scheiße. Und ich stand mitten drauf. Ich flog durch die Luft, und landete hart auf dem Boden. Mir blieb die Luft weg. Alles tat mir weh. Neben mir kamen Steinsbrocken auf den Boden gestürzt, zum Glück trafen sie mich nicht. Ich spürte das Trampeln der Orks, die in die Festung stürmten, auf dem Boden. Ich wusste, dass sie genau auf mich zu kommen würden. Und dann war es aus für mich. Ich war zu schwach, um mich von selbst aufzurichten. Jetzt konnte ich verschwommen Füße vor mir erkennen. Füße in Orkstiefeln.
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